Rechtssatz für 8Nds85/59 9Nds119/79 17...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0053058

Geschäftszahl

8Nds85/59; 9Nds119/79; 17Os7/13b (17Os10/13v)

Entscheidungsdatum

30.09.2013

Norm

B-VG Art8
StPO §62
StPO §281 Abs1 Z3
StV Art7 §3
VoGrG §15 Abs2
VoGRG §17 Abs2
  1. B-VG Art. 8 heute
  2. B-VG Art. 8 gültig ab 01.09.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 81/2005
  3. B-VG Art. 8 gültig von 01.01.2004 bis 31.08.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 8 gültig von 01.08.2000 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2000
  5. B-VG Art. 8 gültig von 19.12.1945 bis 31.07.2000 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  6. B-VG Art. 8 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. StPO § 62 heute
  2. StPO § 62 gültig ab 01.06.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2020
  3. StPO § 62 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  4. StPO § 62 gültig von 10.04.1999 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  5. StPO § 62 gültig von 31.12.1975 bis 09.04.1999
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Außerhalb des Rahmens der Durchführungsbestimmungen zu Artikel 7, Paragraph 3, Staatsvertrag (BG vom 19.03.1959, Bundesgesetzblatt Nr 102) über die Amtssprache bei Gericht muss die Hauptverhandlung in deutscher Sprache durchgeführt werden. Es mangelt daher in einem solchen Falle schon aus dieser Erwägung an einem Grunde, die Sache an ein Gericht, wo sich ein kroatisch sprechender Richter befindet, zu delegieren.

Entscheidungstexte

  • 8 Nds 85/59
    Entscheidungstext OGH 26.05.1959 8 Nds 85/59
    Veröff: RZ 1959,156
  • 9 Nds 119/79
    Entscheidungstext OGH 20.07.1979 9 Nds 119/79
    Vgl; Beisatz: Hier: Keine Delegierung an ein anderes Gericht, bei dem die Sprache des Beschuldigten nicht nach dem Volksgruppengesetz zugelassen ist. (T1)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl auch; Beisatz: Ein (mit Nichtigkeit bewehrter) Anspruch auf Durchführung der Hauptverhandlung in (neben deutscher auch [vgl § 15 Abs 2 VoGrG]) kroatischer Sprache besteht nach der eindeutigen gesetzlichen Anordnung des (im Verfassungsrang stehenden) § 13 Abs 1 VoGrG (vgl auch die Amtssprachenverordnung, BGBl 1990/231 idF BGBl 1991/6) nur bei den in der Anlage 2 des VoGrG aufgezählten Gerichten im Burgenland, also nicht beim hier in erster Instanz tätigen Landesgericht für Strafsachen Wien. Dass dessen Zuständigkeit erst durch ‑ aus wichtigem Grund, somit rechtskonform (§ 39 Abs 1 zweiter Satz StPO) erfolgte ‑ Delegierung begründet wurde, ändert daran nichts. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1959:RS0053058

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2013

Dokumentnummer

JJR_19590526_OGH0002_008NDS00085_5900000_001

Rechtssatz für 13Os169/87 11Os102/88 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096031

Geschäftszahl

13Os169/87; 11Os102/88; 13Os123/89; 13Os5/90; 12Os117/90; 13Os104/91; 11Os76/93; 13Os29/08a; 13Os1/10m; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os25/13z

Entscheidungsdatum

06.03.2014

Norm

StGB §302
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Schädigung nach Paragraph 302, StGB kann nicht nur einen Parteienanspruch, sondern auch eine konkrete, das heißt eine auf einer bestimmten Rechtsnorm (Gesetz, Verordnung) beruhende Maßnahme einer Gebietskörperschaft betreffen, worunter auch das Verfahren vor der Gemeinde zur Genehmigung von Bauführungen fällt. An einem solchen konkreten öffentlichen Recht ist die Gebietskörperschaft nicht nur dann geschädigt, wenn die (Enderledigung) Erledigung einer Sache materiell unrichtig ist, sondern auch dann, wenn die Verfahrensvorschriften (hier diejenigen zur Prüfung eines Antrags auf Baubewilligung) rundweg übergangen werden (SSt L/6, EvBl 1982/158, 13 Os 54/85, 9 Os 7/86 mit weiteren Nachweisen; vergleiche ferner EvBl 1987/72).

Entscheidungstexte

  • 13 Os 169/87
    Entscheidungstext OGH 21.12.1987 13 Os 169/87
    Veröff: SSt 58/92 = NRSp 1988/98
  • 11 Os 102/88
    Entscheidungstext OGH 05.09.1988 11 Os 102/88
    Vgl auch; Veröff: SSt 59/58 = JBl 1989,263
  • 13 Os 123/89
    Entscheidungstext OGH 23.11.1989 13 Os 123/89
    Vgl auch; nur: An einem solchen konkreten öffentlichen Recht ist die Gebietskörperschaft nicht nur dann geschädigt, wenn die (Enderledigung) Erledigung einer Sache materiell unrichtig ist, sondern auch dann, wenn die Verfahrensvorschriften (hier diejenigen zur Prüfung eines Antrags auf Baubewilligung) rundweg übergangen werden (SSt L/6, EvBl 1982/158, 13 Os 54/85, 9 Os 7/86 mit weiteren Nachweisen; vgl ferner EvBl 1987/72). (T1)
    Veröff: SSt 60/83 = JBl 1990,597 = ZVR 1990/114 S 303
  • 13 Os 5/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 13 Os 5/90
    nur T1; Veröff: JBl 1990,807 (Bertel) = RZ 1991/27 S 100
  • 12 Os 117/90
    Entscheidungstext OGH 08.11.1990 12 Os 117/90
    Vgl auch
  • 13 Os 104/91
    Entscheidungstext OGH 18.03.1992 13 Os 104/91
    nur: Die Schädigung nach § 302 StGB kann nicht nur einen Parteienanspruch, sondern auch eine konkrete, das heißt eine auf einer bestimmten Rechtsnorm (Gesetz, Verordnung) beruhende Maßnahme einer Gebietskörperschaft betreffen, worunter auch das Verfahren vor der Gemeinde zur Genehmigung von Bauführungen fällt. (T2)
  • 11 Os 76/93
    Entscheidungstext OGH 24.08.1993 11 Os 76/93
    Vgl auch; nur T1
  • 13 Os 29/08a
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 29/08a
    Vgl; Beisatz: Ein Beamter (§ 74 Abs 1 Z 4 StGB) missbraucht seine Befugnis auch dann im Sinn des § 302 Abs 1 StGB, wenn er in unvertretbarer Weise Verfahrensvorschriften missachtet. Die Ausstellung eines Prüfgutachtens (§ 57a Abs 4 KFG) ohne entsprechende Begutachtung stellt eine solche Missachtung von Verfahrensvorschriften (§ 57a Abs 1 KFG) dar. (T3)
  • 13 Os 1/10m
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 1/10m
    Vgl; Beisatz: Hier: Ausgeschlossenheit zufolge behaupteter Prozessabsprache. (T4)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl aber; Beisatz: Missbrauch einer Verfahrensvorschrift begründet (nicht anders als bei materiellrechtlichen Bestimmungen) dann Missbrauch der Amtsgewalt, wenn er wissentlich vorgenommen wird und der begleitende Schädigungsvorsatz nicht nur auf Verletzung eines ‑ bloß abstrakten ‑ Rechts auf dieser Vorschrift entsprechenden Gebrauch der Befugnis (mit anderen Worten: auf ordnungsgemäße Führung des Verfahrens, sondern auf Vereitelung des von dieser Vorschrift verfolgten (Schutz‑)Zwecks gerichtet ist. Demnach kommt es nicht darauf an, ob Verfahrensvorschriften „rundweg“ übergangen werden, oder ob das dem Täter vorgeworfene Verhalten nach dessen Vorstellung zu einem „materiell unrichtigen“ Hoheitsakt führen soll. (T5)
  • 17 Os 25/13z
    Entscheidungstext OGH 06.03.2014 17 Os 25/13z
    Vgl aber; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0096031

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.06.2014

Dokumentnummer

JJR_19871221_OGH0002_0130OS00169_8700000_001

Rechtssatz für 2Os49/49 10Os400/62 9Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096604

Geschäftszahl

2Os49/49; 10Os400/62; 9Os210/63; 9Os142/68; 9Os129/68; 10Os157/70; 9Os63/72; 9Os41/72; 12Os200/72; 11Os26/74; 10Os90/74; 13Os60/76; 10Os117/77; 9Os16/78; 15Os52/07x; 13Os99/11z; 17Os20/12p; 17Os19/12s; 17Os3/13i; 17Os6/13f; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os18/13w; 17Os17/13y; 17Os30/13k; 17Os29/14i

Entscheidungsdatum

24.11.2014

Norm

StGB §302
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Bloße Absicht des Beamten, eine Dienstvorschrift zu verletzen, genügt zum Verbrechen nach Paragraph 101, StG noch nicht. Zu diesem Verbrechen ist die Absicht erforderlich, den Zweck, den der Staat durch die Erlassung einer Vorschrift erreichen wollte, zu schädigen.

Entscheidungstexte

  • 2 Os 49/49
    Entscheidungstext OGH 21.02.1950 2 Os 49/49
    Veröff: SSt XXI/25
  • 10 Os 400/62
    Entscheidungstext OGH 17.12.1963 10 Os 400/62
  • 9 Os 210/63
    Entscheidungstext OGH 28.04.1964 9 Os 210/63
    nur: Zu diesem Verbrechen ist die Absicht erforderlich, den Zweck, den der Staat durch die Erlassung einer Vorschrift erreichen wollte, zu schädigen. (T1)
    Veröff: ÖVA 1965,161
  • 9 Os 142/68
    Entscheidungstext OGH 25.06.1970 9 Os 142/68
    Veröff: EvBl 1971/89 S 153
  • 9 Os 129/68
    Entscheidungstext OGH 11.05.1970 9 Os 129/68
  • 10 Os 157/70
    Entscheidungstext OGH 18.12.1970 10 Os 157/70
    nur T1; Veröff: EvBl 1971/290 S 528 = RZ 1971,119 = SozM VIB,11
  • 9 Os 63/72
    Entscheidungstext OGH 02.11.1972 9 Os 63/72
    nur T1; Veröff: EvBl 1973/96 S 214
  • 9 Os 41/72
    Entscheidungstext OGH 14.11.1972 9 Os 41/72
    Veröff: JBl 1973,381
  • 12 Os 200/72
    Entscheidungstext OGH 23.01.1973 12 Os 200/72
    Veröff: EvBl 1973/169 S 359 = RZ 1973/99 S 69
  • 11 Os 26/74
    Entscheidungstext OGH 07.06.1974 11 Os 26/74
    Veröff: EvBl 1975/9 S 19
  • 10 Os 90/74
    Entscheidungstext OGH 16.09.1974 10 Os 90/74
    Veröff: EvBl 1975/82 S 160
  • 13 Os 60/76
    Entscheidungstext OGH 10.06.1976 13 Os 60/76
    Beisatz: § 302 StGB (T2)
    Veröff: EvBl 1977/35 S 82
  • 10 Os 117/77
    Entscheidungstext OGH 18.05.1977 10 Os 117/77
    Verstärkter Senat; Beisatz: Das allgemeine Recht des Staates auf pflichtgemäße Amtsausübung ist kein konkretes Recht. (T3) Veröff: EvBl 1978/136 S 403 = SSt 49/32 = RZ 1978,134
  • 9 Os 16/78
    Entscheidungstext OGH 02.10.1978 9 Os 16/78
    Veröff: EvBl 1979/82 S 243 = SSt 49/48
  • 15 Os 52/07x
    Entscheidungstext OGH 11.10.2007 15 Os 52/07x
    Auch; Beisatz: Hier: Durch Warnung vor einer „Razzia" wird eine unbeeinflusste und somit allein Sinn machende Überprüfung der Einhaltung der Normen der angeführten Gesetze per se vereitelt. (T4)
  • 13 Os 99/11z
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 99/11z
    Auch; Beisatz: § 302 Abs 1 StGB verlangt (ua), dass der Täter mit dem Vorsatz handelt, einen anderen an seinen Rechten zu schädigen. Steht dabei ein öffentliches Recht in Rede, ist es nach ständiger Judikatur und dem überwiegenden Teil der Lehre erforderlich, dass sich der Schädigungsvorsatz darauf bezieht, jenen Zweck zu beeinträchtigen, den der Staat mit der Erlassung der jeweiligen Vorschrift erreichen will. Soweit ein Teil der Lehre diesbezüglich einwendet, diese Sicht führe dazu, dass in Bezug auf öffentliche Rechte jeder wissentliche Befugnismissbrauch mit Schädigungsvorsatz erfolge, weil hinter jeder Rechtsvorschrift ein Zweck stehe (Bertel in WK-StGB - 2 § 302 Rz 93; Kienapfel/Schmoller, StudB BT III² § 302 Rz 59), wird übersehen, dass nicht auf das objektive Verhältnis zwischen der verletzten Ordnungsvorschrift und deren Zweck, sondern auf die subjektive Tatseite abzustellen ist. (T5)
  • 17 Os 20/12p
    Entscheidungstext OGH 10.12.2012 17 Os 20/12p
    Vgl; Beisatz: Der Vorsatz, „den Bund in seinem Recht darauf zu schädigen, dass Abfragen im zentralen Melderegister (ZMR) von Beamten ausschließlich zu dienstlichen Zwecken durchgeführt werden, bezieht sich per se (sofern nicht etwa Vermögensrechte oder ein besonderer vom Staat durch eine Nutzungsregelung verfolgter Zweck betroffen sind) nicht auf ein (im Sinn des § 302 Abs 1 StGB) konkretes staatliches Recht. (T6)
  • 17 Os 19/12s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2013 17 Os 19/12s
    Vgl; Beisatz: Wenn durch die Anweisung, (mit den Akten und den tatsächlichen Verfahrensständen nicht übereinstimmende und die Beendigung der Ermittlungsverfahren nach dem 10. bis 12. Hauptstück der StPO tatsachenwidrig bescheinigende) Verfahrensschritte im Register der Verfahrensautomation Justiz einzutragen, der in § 80 Abs 2 dritter Satz GOG, § 34a Abs 2 dritter Satz StAG normierte Anspruch des Staates auf korrekte Wiedergabe des Akteninhalts zur Dienstaufsicht (vgl §§ 73 ff GOG, § 36 StAG iVm § 4 Abs 1 und 2 BMG) behindert werden sollte, ist ein konkretes Recht im Sinn des § 302 Abs 1 StGB nicht betroffen. Der Anspruch ist vielmehr nur Ausdruck allgemeinen staatlichen Kontroll- und Aufsichtsrechts, mit anderen Worten eines allgemeinen Rechts des Staates gegenüber Beamten, Richtern und Staatsanwälten auf pflichtgemäße Berufs- und Dienstausübung im Sinn der ständigen Rechtsprechung zu § 302 StGB. Subjektive Rechte werden mit den angeführten Vorschriften nicht begründet, das (subjektive) Recht auf Akteneinsicht (vgl §§ 51 ff StPO) übrigens nicht berührt. (T7)
  • 17 Os 3/13i
    Entscheidungstext OGH 27.05.2013 17 Os 3/13i
    Vgl; Beisatz: In Fällen (ausschließlich) missbräuchlicher Beschaffung von Daten (ohne deren Weitergabe oder Verwertung) bildet in aller Regel das Recht des Betroffenen auf Geheimhaltung seiner personenbezogenen Daten gegenüber dem ermittelnden (vgl § 4 Z 8 und 9 DSG) Beamten den Bezugspunkt des vom Tatbestand des § 302 Abs 1 StGB geforderten Schädigungsvorsatzes. Ein solcher Anspruch auf Geheimhaltung (vgl § 1 Abs 1 und 2 DSG) scheidet aber begrifflich aus, wenn die ermittelten Daten dem Beamten bereits vor der Abfrage bekannt sind und diese nicht auf Gewinnung weiterer (ihm unbekannter) Daten gerichtet ist. (T8)
  • 17 Os 6/13f
    Entscheidungstext OGH 27.05.2013 17 Os 6/13f
    Vgl; Beisatz: Die Verletzung allgemeiner staatlicher Kontroll‑ oder Aufsichtsrechte sowie bloß interner Dienstvorschriften kommt als Gegenstand der Rechtsschädigung so lange nicht in Frage, als hierdurch kein dahinter stehender gesetzlicher Zweck in einem konkreten Fall gefährdet wird. Das vom Schädigungsvorsatz umfasste Recht des Staats darf nämlich nicht allein jenes sein, das den Täter verpflichtet, seine Befugnis den Vorschriften entsprechend zu gebrauchen, somit keinen Befugnismissbrauch zu begehen. Es muss weiter als jenes Recht sein, das darin besteht, die Vorschrift einzuhalten, die bereits den Missbrauch der Befugnis bildet. Das allgemeine Recht des Staats gegenüber dem Beamten auf pflichtgemäße Berufs‑ und Dienstausübung, der abstrakte staatliche Anspruch auf eine korrekte und saubere Verwaltung, allgemeine staatliche Kontroll‑ und Aufsichtsrechte und bloß interne Dienstvorschriften sind demnach keine (konkreten) Rechte, die der Schädigungsvorsatz verlangt. Täuschung (bloß) der Dienstaufsicht ist daher nicht gerichtlich strafbar. Das ist Sache des Disziplinarrechts. Für den Bereich des Strafrechts erübrigen sich damit auch Abgrenzungsprobleme zwischen informeller Befragung über Aktenrückstände und schriftlichen Berichtsaufträgen. Werden diese durch Fehleintragungen unterlaufen, liegt Missbrauch der Amtsgewalt (deshalb allein noch) nicht vor. Will der Täter aber konkrete Schritte eines (Verwaltungs-)Strafverfahrens beeinflussen, kommt Missbrauch der Amtsgewalt ins Spiel. (T9)
    Beisatz: Auch subjektive Rechte von Parteien eines Verwaltungsstrafverfahrens als Bezugspunkt von Schädigungsvorsatz bedürfen konkreter (unter Umständen auch bloß verfassungs-)gesetzlicher Verankerung. Diese (unter dem Aspekt von Z 5 erster Fall des § 281 Abs 1 StPO deutlich anzusprechende) Verortung muss vom Täter ‑ zumindest nach Art einer Parallelwertung in der Laiensphäre ‑ erkannt werden, um Gegenstand von Verletzungsvorsatz zu sein. (T10)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beisatz: Missbrauch einer Verfahrensvorschrift begründet (nicht anders als bei materiellrechtlichen Bestimmungen) dann Missbrauch der Amtsgewalt, wenn er wissentlich vorgenommen wird und der begleitende Schädigungsvorsatz nicht nur auf Verletzung eines ‑ bloß abstrakten ‑ Rechts auf dieser Vorschrift entsprechenden Gebrauch der Befugnis (mit anderen Worten: auf ordnungsgemäße Führung des Verfahrens, sondern auf Vereitelung des von dieser Vorschrift verfolgten (Schutz‑)Zwecks gerichtet ist. (T11)
  • 17 Os 18/13w
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 18/13w
    Vgl; Ähnlich Beis wie T11; Beisatz: Hier: Die Feststellungen zum Schädigungsvorsatz, dieser habe sich auf das Recht der „Antragsteller“ auf „eine ordnungsgemäße Entscheidung über ihre Exekutionsanträge und auf Erhalt einer Drittschuldnererklärung“ bezogen, genügen nicht. Dass der Angeklagte jeweils mit dem Vorsatz handelte, den betreibenden Gläubiger in seinem von § 301 EO garantierten Informationsanspruch zu beeinträchtigen, haben die Tatrichter nicht festgestellt. (T12)
  • 17 Os 17/13y
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 17 Os 17/13y
    Vgl auch; Beis wie T8;Beisatz: Hier: Schädigungsvorsatz gegeben, weil nach den Urteilsannahmen der Vorsatz beider Angeklagter auf Gewinnung weiterer (ihnen unbekannter und nicht allgemein zugänglicher) Daten gerichtet war. (T13)
  • 17 Os 30/13k
    Entscheidungstext OGH 06.03.2014 17 Os 30/13k
    Vgl; Beisatz: Hier: Beim vom Erstgericht als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes konstatierten Recht des Staates auf „ordnungsgemäße Führung des Melderegisters“ handelt es sich aber in diesem Sinn um einen bloß abstrakten Anspruch gegenüber dem Beamten auf pflichtgemäße Berufsausübung. Als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes kommt hier primär das Recht des Staates auf Richtigkeit des Melderegisters in Betracht. (T14)
  • 17 Os 29/14i
    Entscheidungstext OGH 24.11.2014 17 Os 29/14i
    Vgl; Beis wie T14

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1950:RS0096604

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.01.2015

Dokumentnummer

JJR_19500221_OGH0002_0020OS00049_4900000_001

Rechtssatz für 13Os5/90 13Os45/91 14Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0097040

Geschäftszahl

13Os5/90; 13Os45/91; 14Os27/96; 14Os149/99; 14Os79/99; 13Os29/08a; 12Os170/08d; 13Os1/10m; 17Os16/12z; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os21/15i

Entscheidungsdatum

14.12.2015

Norm

StGB §302 Abs1
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Werden von einem Beamten (hier: Bürgermeister als Organ der Baubehörde oder Gewerbebehörde erster Instanz) Verfahrensvorschriften, die der Prüfung der materiellen Berechtigung eines Anspruchs dienen, rundweg übergangen, liegt eine Schädigung der für die Verfahrensabwicklung zuständigen Gebietskörperschaft an einem konkreten Recht, nämlich ein diesen Vorschriften unterliegendes Begehren auf seine Genehmigungsvoraussetzungen zu prüfen, unabhängig davon vor, ob auch vorschriftsmäßiges Organhandeln zum gleichen Ergebnis geführt hätte. In allen anderen Fällen aber, in denen sich der Täter, ohne die gesetzliche Verfahrensregelung schlechthin zu negieren, nur zum Teil über die in Frage kommende Norm hinwegsetzt, muss darüber hinaus durch die Rechtsverletzung auch der vom Gesetzgeber an die übergangene Vorschrift geknüpfte materielle Zweck betroffen werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 5/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 13 Os 5/90
    Veröff: JBl 1990,807 (Bertel) = RZ 1991/27 S 100
  • 13 Os 45/91
    Entscheidungstext OGH 24.07.1991 13 Os 45/91
    Beisatz: Hier: Rechtspflege und Exekutionsbewilligung. (T1)
  • 14 Os 27/96
    Entscheidungstext OGH 23.04.1996 14 Os 27/96
    Vgl
  • 14 Os 149/99
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 14 Os 149/99
    Auch; Beisatz: Darauf, ob bei vorschriftsmäßiger Vorgangsweise ein anderes Resultat erzielt worden wäre oder das Gebäude auf Grund der materiellen Rechtslage allenfalls rechtmäßig besteht, kommt es nicht an. Es genügt, dass die Prüfungs- und Genehmigungsinstanzen durch Übergehen von Verfahrensvorschriften völlig ausgeschaltet wurden. (T2)
  • 14 Os 79/99
    Entscheidungstext OGH 31.08.2001 14 Os 79/99
    nur: In allen anderen Fällen aber, in denen sich der Täter, ohne die gesetzliche Verfahrensregelung schlechthin zu negieren, nur zum Teil über die in Frage kommende Norm hinwegsetzt, muss darüber hinaus durch die Rechtsverletzung auch der vom Gesetzgeber an die übergangene Vorschrift geknüpfte materielle Zweck betroffen werden. (T3)
    Beis wie T2
  • 13 Os 29/08a
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 29/08a
    Vgl; Beisatz: Ein Beamter (§ 74 Abs 1 Z 4 StGB) missbraucht seine Befugnis auch dann im Sinn des § 302 Abs 1 StGB, wenn er in unvertretbarer Weise Verfahrensvorschriften missachtet. Die Ausstellung eines Prüfgutachtens (§ 57a Abs 4 KFG) ohne entsprechende Begutachtung stellt eine solche Missachtung von Verfahrensvorschriften (§ 57a Abs 1 KFG) dar. (T4)
  • 12 Os 170/08d
    Entscheidungstext OGH 24.09.2009 12 Os 170/08d
    Vgl; Beisatz: Werden die Verfahrensvorschriften aber nicht in derart unvertretbarer Weise missachtet, müsste durch das normwidrige Verhalten der vom Gesetzgeber an die übergangene Vorschrift geknüpfte materielle Zweck betroffen sein. (T5)
  • 13 Os 1/10m
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 1/10m
    Vgl; Beisatz: Hier: Ausgeschlossenheit zufolge behaupteter Prozessabsprache. (T6)
  • 17 Os 16/12z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2012 17 Os 16/12z
    Vgl; Beisatz: Das Recht „auf wahrheitsgemäße Anzeigeerstattung“ (nur wegen tatsächlich und in der beschriebenen Weise begangener Verwaltungsübertretungen) kommt dem Staat als Ausfluss seines (konkreten) Rechts auf Verfolgung von Verwaltungsübertretungen zu. Auch dieses kann nämlich durch unrichtige Angaben des Anzeigers, etwa in Bezug auf die Tatzeit, beeinträchtigt werden. Ein nicht näher spezifiziertes Recht des Staats auf „korrekte“ oder „ordnungsgemäße Durchführung von Verwaltungsstrafverfahren“ ist nach den Kriterien der Rechtsprechung hingegen bloß abstrakt und nicht konkret. (T7)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl aber; Beisatz: Missbrauch einer Verfahrensvorschrift begründet (nicht anders als bei materiellrechtlichen Bestimmungen) dann Missbrauch der Amtsgewalt, wenn er wissentlich vorgenommen wird und der begleitende Schädigungsvorsatz nicht nur auf Verletzung eines ‑ bloß abstrakten ‑ Rechts auf dieser Vorschrift entsprechenden Gebrauch der Befugnis (mit anderen Worten: auf ordnungsgemäße Führung des Verfahrens, sondern auf Vereitelung des von dieser Vorschrift verfolgten (Schutz‑)Zwecks gerichtet ist. Demnach kommt es nicht darauf an, ob Verfahrensvorschriften „rundweg“ übergangen werden, oder ob das dem Täter vorgeworfene Verhalten nach dessen Vorstellung zu einem „materiell unrichtigen“ Hoheitsakt führen soll. (T8)
  • 17 Os 21/15i
    Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 21/15i
    Auch; Beisatz: Bei der Erlassung von raumordnungsrechtlichen Verordnungen kommt Missbrauch der Amtsgewalt (vor allem) dann in Betracht, wenn der Schädigungsvorsatz die Vereitelung von (in Gesetz oder Verordnung normierten) Raumordnungsgrundsätzen oder -zielen als Schutzzweck der durch (vorsätzlichen) Fehlgebrauch verletzten Vorschrift erfasst (hier zum Bgld. RaumplanungsG; vgl schon 17 Os 11/15v zum Oö. RaumordnungsG). (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0097040

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.02.2016

Dokumentnummer

JJR_19900613_OGH0002_0130OS00005_9000000_007

Rechtssatz für 3Ob67/08m 5Ob14/12p 17O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht, Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0123805

Geschäftszahl

3Ob67/08m; 5Ob14/12p; 17Os7/13b (17Os10/13v); 5Ob146/15d

Entscheidungsdatum

21.12.2015

Norm

StPO §281 Abs1 Z3
StV 1955 Art7
AmtssprachenV - Slowenisch §3
VoGRG §15 Abs2
VoGrG §17 Abs2
VoGrG §19
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Paragraph 3, Absatz eins, Ziffer eins, der AmtssprachenV stellt eine abschließende Regelung der Zulassung der slowenischen Sprache zusätzlich zum Deutschen als Amtssprache vor den Bezirksgerichten im Bundesland Kärnten dar. Demgemäß schließt diese Bestimmung, insofern sie eine derartige Amtssprachenregelung auf die Bezirksgerichte Ferlach, Eisenkappel und Bleiburg beschränkt, die Zulassung der slowenischen zusätzlich zur deutschen Sprache als Amtssprache vor anderen Kärntner Bezirksgerichten aus.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 67/08m
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 3 Ob 67/08m
    Bem: So VfGH B 484/03. (T1)
  • 5 Ob 14/12p
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 14/12p
    Auch; Beisatz: Hier: Betreffend Bezirksgericht Villach; Grundbuchverfahren. (T2)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl auch; Beisatz: Ein (mit Nichtigkeit bewehrter) Anspruch auf Durchführung der Hauptverhandlung in (neben deutscher auch [vgl § 15 Abs 2 VoGrG]) kroatischer Sprache besteht nach der eindeutigen gesetzlichen Anordnung des (im Verfassungsrang stehenden) § 13 Abs 1 VoGrG (vgl auch die Amtssprachenverordnung, BGBl 1990/231 idF BGBl 1991/6) nur bei den in der Anlage 2 des VoGrG aufgezählten Gerichten im Burgenland, also nicht beim hier in erster Instanz tätigen Landesgericht für Strafsachen Wien. Dass dessen Zuständigkeit erst durch ‑ aus wichtigem Grund, somit rechtskonform (§ 39 Abs 1 zweiter Satz StPO) erfolgte ‑ Delegierung begründet wurde, ändert daran nichts. (T3)
  • 5 Ob 146/15d
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 5 Ob 146/15d
    Beisatz: Hier: § 13 Abs 1 iVm Anlage 2 II. B. l. VoGrG. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123805

Im RIS seit

11.07.2008

Zuletzt aktualisiert am

09.02.2016

Dokumentnummer

JJR_20080611_OGH0002_0030OB00067_08M0000_001

Rechtssatz für 11Os38/06g 11Os8/07x (11...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0120818

Geschäftszahl

11Os38/06g; 11Os8/07x (11Os9/07v); 12Os137/07z; 15Os110/12h (15Os144/12h); 17Os7/13b (17Os10/13v); 15Os52/14g (15Os53/14d); 11Os106/15w (11Os107/15t; 11Os110/15h; 11Os121/15a); 14Os128/16d (14Os129/16a); 12Os67/20z (12Os68/20x); 11Os99/21z (11Os100/21x)

Entscheidungsdatum

14.09.2021

Norm

StPO §271 Abs7
  1. StPO § 271 heute
  2. StPO § 271 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 271 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 271 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  5. StPO § 271 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  6. StPO § 271 gültig von 01.01.1998 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 271 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Wenngleich eine neuerliche Urteilszustellung iSd Paragraph 271, Absatz 7, letzter Satz StPO nach dem klaren Wortlaut des dritten Satzes leg cit grundsätzlich die Frist zur Einbringung eines Protokollberichtigungsantrags wieder eröffnet, steht doch - dem Zweck der Bestimmung entsprechend - jeder Partei nur ein einziger Antrag auf Berichtigung ein und desselben Hauptverhandlungsprotokolls zu (WK-StPO Paragraph 271, Rz 47). Sonst wäre eine Partei in der Lage, durch stets neue Anträge die Entscheidung über die Rechtsmittel gegen ein Urteil nach Belieben zu verzögern.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 38/06g
    Entscheidungstext OGH 30.05.2006 11 Os 38/06g
  • 11 Os 8/07x
    Entscheidungstext OGH 27.03.2007 11 Os 8/07x
  • 12 Os 137/07z
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 137/07z
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; nur: Jedem Beteiligten steht nur ein einziger Antrag auf Berichtigung ein und desselben Hauptverhandlungsprotokolls zu. (T1)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Auch; nur T1
  • 15 Os 52/14g
    Entscheidungstext OGH 14.01.2015 15 Os 52/14g
    Auch; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn die Hauptverhandlung an mehreren Verhandlungstagen stattfand und der weitere Protokollberichtigungsantrag einen anderen Verhandlungstag betrifft. (T2)
  • 11 Os 106/15w
    Entscheidungstext OGH 19.05.2016 11 Os 106/15w
    Beisatz: Ein solcher (einmaliger) Antrag ist überdies spätestens zugleich mit der Nichtigkeitsbeschwerde einzubringen. (T3)
  • 14 Os 128/16d
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 14 Os 128/16d
    Auch; Beis wie T2
  • 12 Os 67/20z
    Entscheidungstext OGH 10.09.2020 12 Os 67/20z
    Vgl
  • 11 Os 99/21z
    Entscheidungstext OGH 14.09.2021 11 Os 99/21z
    Vgl; Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120818

Im RIS seit

29.06.2006

Zuletzt aktualisiert am

09.11.2021

Dokumentnummer

JJR_20060530_OGH0002_0110OS00038_06G0000_001

Rechtssatz für 14Os135/92 15Os1/95 11O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096386

Geschäftszahl

14Os135/92; 15Os1/95; 11Os109/01; 13Os43/04; 12Os113/04; 15Os129/04; 13Os159/04; 14Os134/05w; 12Os70/06w; 12Os28/10z; 17Os7/13b (17Os10/13v); 14Os86/22m

Entscheidungsdatum

25.10.2022

Norm

StGB §15 C2
StGB §302
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Zur Vollendung des Verbrechens des Amtsmissbrauchs nach Paragraph 302, StGB in subjektiver Hinsicht (unter der Voraussetzung wissentlichen Befugnismissbrauchs) genügt der auf eine objektiv mögliche Schädigung gerichtete dolus (eventualis) des Täters, der Befugnismissbrauch muss mithin nicht zu einer tatsächlichen Schädigung eines anderen an seinen Rechten geführt haben.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 135/92
    Entscheidungstext OGH 28.09.1993 14 Os 135/92
  • 15 Os 1/95
    Entscheidungstext OGH 02.02.1995 15 Os 1/95
    Vgl; Beisatz: Der Täter ist sogar dann nach § 302 StGB strafbar, wenn der Schaden, den er in seinen Vorsatz aufgenommen hat, gar nicht eintreten kann. (T1)
  • 11 Os 109/01
    Entscheidungstext OGH 03.09.2002 11 Os 109/01
    Auch
  • 13 Os 43/04
    Entscheidungstext OGH 03.11.2004 13 Os 43/04
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 12 Os 113/04
    Entscheidungstext OGH 16.12.2004 12 Os 113/04
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 129/04
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 15 Os 129/04
    Auch; Beisatz: Für die Verwirklichung des Verbrechens des Amtsmissbrauchs ist nach dem klaren Gesetzeswortlaut ein tatsächlicher Schadenseintritt nicht erforderlich. (T2)
  • 13 Os 159/04
    Entscheidungstext OGH 15.06.2005 13 Os 159/04
    Auch; Beis wie T2
  • 14 Os 134/05w
    Entscheidungstext OGH 17.01.2006 14 Os 134/05w
    Auch
  • 12 Os 70/06w
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 12 Os 70/06w
    Auch; Beis wie T2
  • 12 Os 28/10z
    Entscheidungstext OGH 08.04.2010 12 Os 28/10z
    Auch; Beis wie T2
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl
  • 14 Os 86/22m
    Entscheidungstext OGH 25.10.2022 14 Os 86/22m
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0096386

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.12.2022

Dokumentnummer

JJR_19930928_OGH0002_0140OS00135_9200000_009

Rechtssatz für 12Os138/07x; 17Os12/12m; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0123342

Geschäftszahl

12Os138/07x; 17Os12/12m; 17Os7/13b (17Os10/13v); 14Os12/21b; 13Os11/22z; 23Ds1/22g; 13Os55/23x

Entscheidungsdatum

20.09.2023

Norm

StPO §268
StPO §270 Abs2 Z5
  1. StPO § 268 heute
  2. StPO § 268 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  3. StPO § 268 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  4. StPO § 268 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 270 heute
  2. StPO § 270 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 270 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 270 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  5. StPO § 270 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  6. StPO § 270 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Der Umfang der gemäß Paragraph 268, StPO vorzunehmenden Verkündung der Gründe eines Urteiles (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) ist - anders als der in Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins bis Ziffer 3, StPO genannten Aussprüche - im Nichtigkeits- und Berufungsverfahren irrelevant. Selbst die Unterlassung der Darlegung der Entscheidungsgründe ist nach der Strafprozessordnung sanktionslos (WK-StPO Paragraph 268, Rz 8, 21, Paragraph 271, Rz 20, 45).

Entscheidungstexte

  • 12 Os 138/07x
    Entscheidungstext OGH 13.12.2007 12 Os 138/07x
  • 17 Os 12/12m
    Entscheidungstext OGH 02.10.2012 17 Os 12/12m
    Vgl; Beisatz: Die Behauptung, die schriftlich ausgefertigten Entscheidungsgründe wichen von der mündlichen Entscheidungsbegründung (§ 268 StPO) ab, spricht keinen Nichtigkeitsgrund an. (T1)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 12/21b
    Entscheidungstext OGH 01.06.2021 14 Os 12/21b
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 11/22z
    Entscheidungstext OGH 18.05.2022 13 Os 11/22z
    Vgl; Beis wie T1
  • 23 Ds 1/22g
    Entscheidungstext OGH 18.10.2022 23 Ds 1/22g
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 55/23x
    Entscheidungstext OGH 20.09.2023 13 Os 55/23x
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123342

Im RIS seit

12.01.2008

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2023

Dokumentnummer

JJR_20071213_OGH0002_0120OS00138_07X0000_001

Rechtssatz für 9Os132/85; 13Os148/99; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0088950

Geschäftszahl

9Os132/85; 13Os148/99; 13Os45/00 (13Os47/00); 15Os43/02; 13Os5/08x; 17os20/12p; 13Os109/12x; 17Os1/13w; 17Os23/13f; 17Os7/13b (17Os10/13v); 12Os28/15g; 12Os43/15p; 17Os11/15v; 17Os29/15s; 13Os73/15g; 14Os55/16v; 15Os98/16z; 15Os54/17f; 14Os73/18v; 17Os12/18w; 14Os141/18v; 15Os65/20b; 13Os75/20h; 14Os142/20v; 14Os19/21g; 13Os23/22i; 14Os86/22m; 12Os127/22a; 13Os48/23t; 13Os6/24t; 15Os49/24f

Entscheidungsdatum

26.06.2024

Rechtssatz

Schon aus der Vorsatzdefinition des Paragraph 5, Absatz eins, StGB geht hervor, dass ein Tatbildirrtum - wozu auch der Irrtum über ein normatives Tatbildmerkmal gehört - den Vorsatz ausschließt.

Entscheidungstexte

  • 9 Os 132/85
    Entscheidungstext OGH 25.06.1986 9 Os 132/85
    Veröff: EvBl 1987/40 S 154 = SSt 57/40
  • 13 Os 148/99
    Entscheidungstext OGH 12.01.2000 13 Os 148/99
  • 13 Os 45/00
    Entscheidungstext OGH 13.09.2000 13 Os 45/00
  • 15 Os 43/02
    Entscheidungstext OGH 23.05.2002 15 Os 43/02
    Vgl auch; Beisatz: Der Irrtum über ein normatives Tatbestandsmerkmal schließt den Vorsatz aus und ist daher nicht nach § 9 StGB zu beurteilen. (T1)
  • 13 Os 5/08x
    Entscheidungstext OGH 24.04.2008 13 Os 5/08x
    Vgl auch
  • 17 Os 20/12p
    Entscheidungstext OGH 10.12.2012 17 Os 20/12p
    Vgl; Beisatz: Ein auf ein normatives Tatbestandsmerkmal bezogener Irrtum wäre (als Tatbildirrtum) bereits auf der Ebene des (subjektiven) Tatbestands zu prüfen. (T2)
  • 13 Os 109/12x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2012 13 Os 109/12x
    Vgl auch
  • 17 Os 1/13w
    Entscheidungstext OGH 27.05.2013 17 Os 1/13w
    Vgl; Beisatz: Ein Irrtum über die den Angeklagten treffende Anzeigepflicht bezöge sich auf den sozialen Bedeutungsgehalt des normativen Tatbestandsmerkmals „Befugnismissbrauch“ (sogenannter Tatbildirrtum), weshalb er nicht nach den Kriterien des § 9 StGB zu beurteilen wäre. (T3)
  • 17 Os 23/13f
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 23/13f
    Vgl
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Ähnlich Beis wie T3
  • 12 Os 28/15g
    Entscheidungstext OGH 07.05.2015 12 Os 28/15g
    Auch
  • 12 Os 43/15p
    Entscheidungstext OGH 09.07.2015 12 Os 43/15p
    Vgl
  • 17 Os 11/15v
    Entscheidungstext OGH 14.09.2015 17 Os 11/15v
    Vgl auch
  • 17 Os 29/15s
    Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 29/15s
    Vgl auch
  • 13 Os 73/15g
    Entscheidungstext OGH 18.12.2015 13 Os 73/15g
    Auch
  • 14 Os 55/16v
    Entscheidungstext OGH 02.08.2016 14 Os 55/16v
    Auch
  • 15 Os 98/16z
    Entscheidungstext OGH 12.10.2016 15 Os 98/16z
    Auch; Beisatz: Hier: Irrtum über die Rechtswidrigkeit der geförderten Ein‑ und Durchreise in § 114 Abs 1 FPG betrifft § 5 Abs 1 StGB. (T4)
  • 15 Os 54/17f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 15 Os 54/17f
    Auch
  • 14 Os 73/18v
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 14 Os 73/18v
    Auch; Beis wie T3
  • 17 Os 12/18w
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 17 Os 12/18w
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
  • 14 Os 141/18v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 14 Os 141/18v
    Auch; Beis wie T3
  • 15 Os 65/20b
    Entscheidungstext OGH 27.07.2020 15 Os 65/20b
    Vgl
  • 13 Os 75/20h
    Entscheidungstext OGH 14.10.2020 13 Os 75/20h
    Vgl
  • 14 Os 142/20v
    Entscheidungstext OGH 27.04.2021 14 Os 142/20v
    Vgl
  • 14 Os 19/21g
    Entscheidungstext OGH 29.06.2021 14 Os 19/21g
    Vgl; Beis wie T3
  • 13 Os 23/22i
    Entscheidungstext OGH 18.05.2022 13 Os 23/22i
    Vgl
  • 14 Os 86/22m
    Entscheidungstext OGH 25.10.2022 14 Os 86/22m
    Vgl; Beis wie T3
  • 12 Os 127/22a
    Entscheidungstext OGH 19.01.2023 12 Os 127/22a
    Vgl
  • 13 Os 48/23t
    Entscheidungstext OGH 20.09.2023 13 Os 48/23t
    vgl
  • 13 Os 6/24t
    Entscheidungstext OGH 24.04.2024 13 Os 6/24t
    vgl
  • 15 Os 49/24f
    Entscheidungstext OGH 26.06.2024 15 Os 49/24f
    vgl; Beisatz wie T1
    Beisatz: hier: Behaupteter Irrtum über das normative Tatbestandsmerkmal "Betätigung im nationalsozialistischen Sinn". (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0088950

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.09.2024

Dokumentnummer

JJR_19860625_OGH0002_0090OS00132_8500000_004

Rechtssatz für 13Os6/00; 15Os12/04; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0113211

Geschäftszahl

13Os6/00; 15Os12/04; 15Os89/04; 15Os58/05a; 14Os109/06w; 12Os167/07m; 11Os26/09x; 15Os103/09z; 12Os15/09m; 11Os114/10i; 15Os111/11d; 17Os7/13b (17Os10/13v); 15Os41/14i; 15Os18/17m (15Os19/17h); 11Os65/19x; 26Ds14/18k; 13Os92/19g; 13Os108/22i; 13Os106/23x (13Os107/23v)

Entscheidungsdatum

26.06.2024

Norm

StPO §271 Abs1 Z5 B
StPO §281 Abs1 Z3
  1. StPO § 271 heute
  2. StPO § 271 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 271 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 271 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  5. StPO § 271 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  6. StPO § 271 gültig von 01.01.1998 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 271 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Mit der Behauptung, das Hauptverhandlungsprotokoll lasse nicht erkennen, welche Aktenstücke verlesen worden seien, wird nur eine Undeutlichkeit des Protokollinhaltes gerügt. Nur die Nichtaufnahme eines Protokolls, nicht aber dessen Inhalt steht jedoch unter Nichtigkeitssanktion (Paragraph 271, Absatz eins, erster Satz, Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO), es sei denn, der Beschwerdeführer hätte - sachgerecht - bereits in der Hauptverhandlung erfolglos dessen Klarstellung beantragt (Paragraph 271, Absatz eins, dritter Satz, Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO). Aus Ziffer 5, indes entzieht sich eine solche Beschwerdebehauptung einer inhaltlichen Antwort, weil sie nicht deutlich und bestimmt den Begründungsmangel bezeichnet, indem sie ein angeblich nicht vorgekommenes, gleichwohl bei der Beweiswürdigung in Anschlag gebrachtes Beweismittel nicht nennt.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 6/00
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 13 Os 6/00
  • 15 Os 12/04
    Entscheidungstext OGH 04.03.2004 15 Os 12/04
    nur: Nur die Nichtaufnahme eines Protokolls, nicht aber dessen Inhalt steht unter Nichtigkeitssanktion (§ 271 Abs 1 erster Satz, § 281 Abs 1 Z 3 StPO), es sei denn, der Beschwerdeführer hätte - sachgerecht - bereits in der Hauptverhandlung erfolglos dessen Klarstellung beantragt (§ 271 Abs 1 dritter Satz, § 281 Abs 1 Z 4 StPO). (T1)
  • 15 Os 89/04
    Entscheidungstext OGH 02.12.2004 15 Os 89/04
    nur: Nur die Nichtaufnahme eines Protokolls, nicht aber dessen Inhalt steht unter Nichtigkeitssanktion (§ 271 Abs 1 erster Satz, § 281 Abs 1 Z 3 StPO). (T2)
  • 15 Os 58/05a
    Entscheidungstext OGH 28.07.2005 15 Os 58/05a
    nur T2
  • 14 Os 109/06w
    Entscheidungstext OGH 13.02.2007 14 Os 109/06w
    nur T2; Beisatz: Auch § 271 Abs 1 idF BGBl I 2004/164 ist daher weiterhin so zu interpretieren, dass Nichtigkeit nur dann gegeben ist, wenn überhaupt kein Protokoll erstellt worden ist (zum Ganzen: WK-StPO § 271 Rz 4). (T3)
  • 12 Os 167/07m
    Entscheidungstext OGH 21.02.2008 12 Os 167/07m
    Vgl auch
  • 11 Os 26/09x
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 11 Os 26/09x
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Unter diesem Gesichtspunkt kann es daher dahinstehen, ob der Beschwerdeführer eine Seite des Protokolls erst nach Zustellung der Urteilsausfertigung erhielt und ob das Protokoll von der Schriftführerin gleich nach Verfassen unterschrieben wurde. (T4)
  • 15 Os 103/09z
    Entscheidungstext OGH 09.09.2009 15 Os 103/09z
    nur T2; Beisatz: Allfällige Protokollierungsmängel können hingegen aus Z 3 nicht geltend gemacht werden; dagegen steht nur ein Berichtigungsantrag offen. (T5)
  • 12 Os 15/09m
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 12 Os 15/09m
    Vgl; Beisatz: Nur die Nichtaufnahme eines Hauptverhandlungsprotokolls steht unter Nichtigkeitssanktion (§ 271 Abs 1 erster Satz iVm § 281 Abs 1 Z 3 StPO; WK-StPO § 271 Rz 4). Protokollierungsfehler bilden demnach keinen Gegenstand der Verfahrensrüge; dafür steht bloß ein Berichtigungsantrag gemäß § 271 Abs 7 StPO offen (WK-StPO § 281 Rz 262). (T6)
  • 11 Os 114/10i
    Entscheidungstext OGH 28.09.2010 11 Os 114/10i
    Vgl; nur T3
  • 15 Os 111/11d
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 111/11d
    Vgl; Beisatz: Das Gericht ist nicht verhalten, den Inhalt einer vorgeführten Tonaufnahme zu protokollieren oder Abweichungen zu einem vorgelegten Transkript. Es obliegt den Beteiligten des Verfahrens, von ihrem Recht nach § 271 Abs 1 zweiter Satz StPO auf Klarstellung des Protokollinhalts Gebrauch zu machen. (T7)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beisatz: Ein Fehlen von Teilen des Hauptverhandlungsprotokolls steht nicht unter Nichtigkeitssanktion. (T8)
  • 15 Os 41/14i
    Entscheidungstext OGH 27.05.2014 15 Os 41/14i
    Auch; Beis wie T6
  • 15 Os 18/17m
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 18/17m
    Auch
  • 11 Os 65/19x
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 11 Os 65/19x
    Beis wie T6; Beisatz: Ein für den Fall der Verwerfung der aus Z 3 erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde gestellter, bedingter Antrag auf Protokollberichtigung ist gesetzlich nicht vorgesehen und wäre im Übrigen mit Eintritt der Bedingung („Verwerfung der Nichtigkeitsbeschwerde“) – schon infolge des sodann rechtskräftigen Schuldspruchs – jedenfalls unzulässig. (T9)
  • 26 Ds 14/18k
    Entscheidungstext OGH 11.11.2019 26 Ds 14/18k
    Vgl
  • 13 Os 92/19g
    Entscheidungstext OGH 11.12.2019 13 Os 92/19g
    Vgl; Beis wie T6
  • 13 Os 108/22i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2022 13 Os 108/22i
    Vgl; nur T2
  • 13 Os 106/23x
    Entscheidungstext OGH 26.06.2024 13 Os 106/23x
    vgl; nur T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113211

Im RIS seit

24.05.2017

Zuletzt aktualisiert am

28.08.2024

Dokumentnummer

JJR_20000216_OGH0002_0130OS00006_0000000_003

Rechtssatz für 11Os78/79; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0097011

Geschäftszahl

11Os78/79; 17Os7/13b (17Os10/13v); 12Ns93/15w; 14Os40/24z

Entscheidungsdatum

08.10.2024

Norm

StPO §43 Abs1 Z3
StPO §72
  1. StPO § 43 heute
  2. StPO § 43 gültig von 01.06.2009 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  3. StPO § 43 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  4. StPO § 43 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  5. StPO § 43 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2007

Rechtssatz

Kein Befangenheitsgrund, wenn ein Schöffensenatsvorsitzender auf Grund seiner genauen Aktenkenntnisse sich schon vor der Hauptverhandlung einen Urteilsentwurf macht.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 78/79
    Entscheidungstext OGH 08.06.1979 11 Os 78/79
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beisatz: Der Umstand, dass die Vorsitzende des Schöffengerichts das Urteil anhand eines Entscheidungsentwurfs verkündet hat, begründet für sich allein nicht deren Ausgeschlossenheit im Sinn der § 43 Abs 1 Z 3 StPO. (T1)
  • 12 Ns 93/15w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2015 12 Ns 93/15w
    Beisatz: Hier: Disziplinarverfahren. (T2)
  • 14 Os 40/24z
    Entscheidungstext OGH 08.10.2024 14 Os 40/24z
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0097011

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.11.2024

Dokumentnummer

JJR_19790608_OGH0002_0110OS00078_7900000_001

Rechtssatz für 11Os5/95; 15Os151/11m; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0099128

Geschäftszahl

11Os5/95; 15Os151/11m; 17Os7/13b (17Os10/13v); 12Os83/14v; 14Os71/15w; 13Os142/14b; 11Os152/15k; 14Os21/17w; 15Os147/17g; 12Os146/17p; 13Os67/18d; 12Os126/18y; 15Os122/18g; 15Os77/20t; 15Os141/24k; 11Os2/25s

Entscheidungsdatum

25.02.2025

Norm

StPO §281 Abs1 Z3
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Nichtigkeit nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO liegt nur vor, wenn in der dem Urteil vorangegangenen Hauptverhandlung eine Vorschrift verletzt oder vernachlässigt worden ist, deren Beobachtung das Gesetz ausdrücklich bei sonstiger Nichtigkeit vorschreibt.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 5/95
    Entscheidungstext OGH 04.04.1995 11 Os 5/95
  • 15 Os 151/11m
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 151/11m
    Auch
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl
  • 12 Os 83/14v
    Entscheidungstext OGH 28.08.2014 12 Os 83/14v
    Auch, Beisatz: Die in § 281 Abs 1 Z 3 StPO enthaltene Aufzählung jener Bestimmungen, deren Beobachtung das Gesetz ausdrücklich bei sonstiger Nichtigkeit vorschreibt, ist taxativ . (T1)
  • 14 Os 71/15w
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 71/15w
    Auch
  • 13 Os 142/14b
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 13 Os 142/14b
    Beis wie T1
  • 11 Os 152/15k
    Entscheidungstext OGH 12.01.2016 11 Os 152/15k
    Auch
  • 14 Os 21/17w
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 21/17w
  • 15 Os 147/17g
    Entscheidungstext OGH 17.01.2018 15 Os 147/17g
    Auch
  • 12 Os 146/17p
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 12 Os 146/17p
    Auch
  • 13 Os 67/18d
    Entscheidungstext OGH 27.06.2018 13 Os 67/18d
    Auch
  • 12 Os 126/18y
    Entscheidungstext OGH 06.12.2018 12 Os 126/18y
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 122/18g
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 15 Os 122/18g
  • 15 Os 77/20t
    Entscheidungstext OGH 31.08.2020 15 Os 77/20t
    Vgl
  • 15 Os 141/24k
    Entscheidungstext OGH 22.01.2025 15 Os 141/24k
    vgl
  • 11 Os 2/25s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2025 11 Os 2/25s
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0099128

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.04.2025

Dokumentnummer

JJR_19950404_OGH0002_0110OS00005_9500000_005

Rechtssatz für 13Os153/09p; 13Os60/11i; ...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0125767

Geschäftszahl

13Os153/09p; 13Os60/11i; 17Os7/13b (17Os10/13v); 11Os51/13d; 15Os52/15h; 11Os128/16g (11Os129/16d); 15Os54/17f; 15Os129/18m; 14Os51/23s; 11Os122/24m; 14Os72/24f; 14Os61/23m

Entscheidungsdatum

13.05.2025

Norm

StPO §43 B
StPO §281 Abs1 Z1
StPO §285f
  1. StPO § 43 heute
  2. StPO § 43 gültig von 01.06.2009 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  3. StPO § 43 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  4. StPO § 43 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  5. StPO § 43 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2007
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 285f heute
  2. StPO § 285f gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Der Oberste Gerichtshof prüft die tatsächlichen Voraussetzungen einer Ausgeschlossenheit auf Basis des Rechtsmittelvorbringens, der Akten und allenfalls gemäß Paragraph 285 f, StPO angeordneter Aufklärungen in freier Beweiswürdigung (WK-StPO Paragraph 281, Rz 34 und 132).

Entscheidungstexte

  • 13 Os 153/09p
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 08.04.2010 13 Os 153/09p
  • 13 Os 60/11i
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 13 Os 60/11i
    Auch
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Auch
  • 11 Os 51/13d
    Entscheidungstext OGH 11.03.2014 11 Os 51/13d
    Auch
  • 15 Os 52/15h
    Entscheidungstext OGH 22.07.2015 15 Os 52/15h
    Auch; Beisatz: Hier: § 281 Abs 1 Z 1a iVm § 48 Abs 1 Z 5 StPO. (T1)
  • 11 Os 128/16g
    Entscheidungstext OGH 14.02.2017 11 Os 128/16g
    Auch
  • 15 Os 54/17f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 15 Os 54/17f
    Beisatz: Dem Recht auf ein unparteiisches Gericht wird daher durch die Überprüfung (nur) aus Z 1 verstärkt Rechnung getragen. (T2)
  • 15 Os 129/18m
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 15 Os 129/18m
    Vgl; Beisatz: Dies gilt ebenso für die Frage des Alters des Angeklagten, wenn die nicht gehörige Besetzung entsprechend der Bestimmungen des JGG gerügt wird. (T3)
  • 14 Os 51/23s
    Entscheidungstext OGH 27.06.2023 14 Os 51/23s
  • 11 Os 122/24m
    Entscheidungstext OGH 21.01.2025 11 Os 122/24m
    vgl
  • 14 Os 72/24f
    Entscheidungstext OGH 13.05.2025 14 Os 72/24f
    vgl
  • 14 Os 61/23m
    Entscheidungstext OGH 25.03.2025 14 Os 61/23m
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:RS0125767

Im RIS seit

20.05.2010

Zuletzt aktualisiert am

06.08.2025

Dokumentnummer

JJR_20100408_OGH0002_0130OS00153_09P0000_002

Rechtssatz für 12Os38/05p; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0120025

Geschäftszahl

12Os38/05p; 14Os76/05s (14Os77/05p); 12Os64/12x; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os17/13y; 15Os57/14t; 12Os119/14p; 15Os52/14g (15Os53/14d); 17Os16/15d; 14Os69/15a; 17Os25/15b (17Os26/15z); 14Os86/16b; 14Os3/17y; 14Os55/18x; 14Os81/18w; 13Os110/18b; 14Os12/19z; 12Os114/19k; 13Os34/20d; 12Os132/20h; 13Os119/20d; 14Os137/20h; 15Os66/21a (15Os93/21x); 14Os82/21x; 14Os46/22d; 13Os56/23v; 12Os148/23s; 11Os104/24i; 12Os120/24z; 14Os72/24f; 14Os49/25z

Entscheidungsdatum

12.06.2025

Norm

MRK Art6 Abs1 II5a6
MRK Art6 Abs3 lita IV1
MRK Art6 Abs3 litb IV2
StPO §262
StPO §281 Abs1 Z4 B
StPO §281 Abs1 Z5a
StPO §281 Abs1 Z11 B
StPO §345 Abs1 Z13
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Wurde ein zugunsten des Angeklagten sprechender (in der Schuld- oder Subsumtionsfrage oder hinsichtlich der Strafbefugnisgrenze) erheblicher Tatumstand im gesamten Strafverfahren nie in Zweifel gezogen, dazu keine Frage gestellt und auch keinerlei Beweisverfahren abgewickelt, so hat das Gericht, wenn es diesen gleichwohl für nicht gegeben erachtet, den Angeklagten bei sonstiger Nichtigkeit nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5 a, StPO (hier: Paragraph 345, Absatz eins, Ziffer 13, erster Fall in Verbindung mit Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5 a, StPO) darauf hinzuweisen. Denn nur solcherart ist dieser in der Lage, sachgerechte Anträge dazu zu stellen (hier: Altersangaben zur Frage der Anwendbarkeit des Paragraph 5, Ziffer 4, JGG).

Entscheidungstexte

  • 12 Os 38/05p
    Entscheidungstext OGH 02.06.2005 12 Os 38/05p
  • 14 Os 76/05s
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR, AUSL EKMR 29.07.2005 14 Os 76/05s
  • 12 Os 64/12x
    Entscheidungstext OGH 09.08.2012 12 Os 64/12x
    Auch
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl aber; Beisatz: Beweiswürdigende Erwägungen des Erstgerichts sind nicht Gegenstand des aus § 262 StPO abgeleiteten grundrechtlichen Überraschungsverbots. (T1)
  • 17 Os 17/13y
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 17 Os 17/13y
    Vgl aber; Ähnlich Beis wie T1
  • 15 Os 57/14t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2014 15 Os 57/14t
    Auch
  • 12 Os 119/14p
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 12 Os 119/14p
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 52/14g
    Entscheidungstext OGH 14.01.2015 15 Os 52/14g
    Auch; Beisatz: Die in § 281 Abs 1 Z 8 StPO bezeichnete Anhörungspflicht des § 262 StPO bezieht sich auf einen gegenüber dem Anklagevorwurf geänderten rechtlichen Gesichtspunkt des Gerichts darüber, welche strafbare Handlung vorliegt, während den Angeklagten überraschende Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen eine Warnpflicht des Gerichts begründen, deren Nichteinhaltung mit Tatsachenrüge nach Z 5a geltend gemacht werden kann. (T2)
  • 17 Os 16/15d
    Entscheidungstext OGH 14.09.2015 17 Os 16/15d
    Vgl aber; Beis wie T1
  • 14 Os 69/15a
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 69/15a
    Auch; Beis wie T1
  • 17 Os 25/15b
    Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 25/15b
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 14 Os 86/16b
    Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 86/16b
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 3/17y
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 14 Os 3/17y
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 55/18x
    Entscheidungstext OGH 03.07.2018 14 Os 55/18x
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 81/18w
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 14 Os 81/18w
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das Überraschungsverbot findet in Bezug auf beweiswürdigende Erwägungen des Gerichts unter dem Aspekt der Z 5 keine Anwendung. (T3)
  • 13 Os 110/18b
    Entscheidungstext OGH 13.02.2019 13 Os 110/18b
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 12/19z
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 12/19z
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 114/19k
    Entscheidungstext OGH 07.11.2019 12 Os 114/19k
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 34/20d
    Entscheidungstext OGH 07.05.2020 13 Os 34/20d
    Vgl; Beisatz: Unter dem Aspekt der Z 5a des § 281 Abs 1 StPO gilt das Überraschungsverbot nur in Betreff von Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen. (T4)
  • 12 Os 132/20h
    Entscheidungstext OGH 16.12.2020 12 Os 132/20h
    Vgl; Beis wie T4
  • 13 Os 119/20d
    Entscheidungstext OGH 16.03.2021 13 Os 119/20d
    Vgl; Beisatz: Beweiswürdigende Erwägungen des Gerichts sind unter dem Aspekt der Nichtigkeitsgründe nicht Gegenstand des Überraschungsverbots (Art 6 Abs 3 lit a und b MRK). (T5)
  • 14 Os 137/20h
    Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 137/20h
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 15 Os 66/21a
    Entscheidungstext OGH 15.09.2021 15 Os 66/21a
    Vgl
  • 14 Os 82/21x
    Entscheidungstext OGH 16.11.2021 14 Os 82/21x
    Vgl
  • 14 Os 46/22d
    Entscheidungstext OGH 28.06.2022 14 Os 46/22d
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 56/23v
    Entscheidungstext OGH 20.09.2023 13 Os 56/23v
    vgl; nur T3; nur T5
  • 12 Os 148/23s
    Entscheidungstext OGH 27.06.2024 12 Os 148/23s
    vgl; Beisatz: Kein Verstoß gegen das Überraschungsverbot bei einem von der Staatsanwaltschaft bereits in der Anklageschrift beantragten Verfall. (T6)
  • 11 Os 104/24i
    Entscheidungstext OGH 22.10.2024 11 Os 104/24i
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5
  • 12 Os 120/24z
    Entscheidungstext OGH 09.01.2025 12 Os 120/24z
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5
  • 14 Os 72/24f
    Entscheidungstext OGH 13.05.2025 14 Os 72/24f
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T6
  • 14 Os 49/25z
    Entscheidungstext OGH 12.06.2025 14 Os 49/25z
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120025

Im RIS seit

02.07.2005

Zuletzt aktualisiert am

10.07.2025

Dokumentnummer

JJR_20050602_OGH0002_0120OS00038_05P0000_002

Rechtssatz für 14Os74/03; 14Os73/07b; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0117788

Geschäftszahl

14Os74/03; 14Os73/07b; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os11/15v; 17Os12/18w; 14Os64/25f

Entscheidungsdatum

11.11.2025

Norm

StGB §302 Abs1
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Im Fall von Rechtsverletzungen im Laufe eines Verfahrens erfordert ein Schuldspruch wegen des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt die (formell fehlerfrei begründeten) Feststellungen, dass der Beamte wider besseres Wissen gegen eine bestimmte Verfahrensvorschrift verstoßen und er es darüber hinaus ernstlich für möglich gehalten und sich damit abgefunden hat, das Verfahren werde infolge der Gesetzesverletzung mit einer unrichtigen Entscheidung enden. Solche Konstatierungen müssen in jedem einzelnen Fall eingehend begründet werden, zumal das Motiv der Arbeitsersparnis bzw Arbeitserleichterung typischerweise bloß Fahrlässigkeit, nicht aber einen Schädigungsvorsatz indiziert.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 74/03
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 14 Os 74/03
  • 14 Os 73/07b
    Entscheidungstext OGH 28.08.2007 14 Os 73/07b
    nur: Im Fall von Rechtsverletzungen im Laufe eines Verfahrens erfordert ein Schuldspruch wegen des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt die (formell fehlerfrei begründeten) Feststellungen, dass der Beamte wider besseres Wissen gegen eine bestimmte Verfahrensvorschrift verstoßen und er es darüber hinaus ernstlich für möglich gehalten und sich damit abgefunden hat, das Verfahren werde infolge der Gesetzesverletzung mit einer unrichtigen Entscheidung enden. (T1)
    Beisatz: Nachlässigkeit bei der Auftragserfüllung, Schlamperei und Desinteresse, demnach aber gerade nicht wissentlichen Befugnismissbrauch (und Schädigungsvorsatz) indizierende Konstatierungen vermögen einen Schuldspruch nicht zu tragen. (T2)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl aber; Beisatz: Missbrauch einer Verfahrensvorschrift begründet (nicht anders als bei materiellrechtlichen Bestimmungen) dann Missbrauch der Amtsgewalt, wenn er wissentlich vorgenommen wird und der begleitende Schädigungsvorsatz nicht nur auf Verletzung eines ‑ bloß abstrakten ‑ Rechts auf dieser Vorschrift entsprechenden Gebrauch der Befugnis (mit anderen Worten: auf ordnungsgemäße Führung des Verfahrens), sondern auf Vereitelung des von dieser Vorschrift verfolgten (Schutz‑)Zwecks gerichtet ist. Demnach kommt es nicht darauf an, ob Verfahrensvorschriften „rundweg“ übergangen werden, oder ob das dem Täter vorgeworfene Verhalten nach dessen Vorstellung zu einem „materiell unrichtigen“ Hoheitsakt führen soll. (T3)
  • 17 Os 11/15v
    Entscheidungstext OGH 14.09.2015 17 Os 11/15v
    Vgl aber; Beis wie T3
  • 17 Os 12/18w
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 17 Os 12/18w
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T3
  • 14 Os 64/25f
    Entscheidungstext OGH 11.11.2025 14 Os 64/25f
    vgl; Beisatz: Hier: Unterlassen einer Auseinandersetzung mit dem im Bauverfahren eingeholten (schlüssigen und nachvollziehbaren) Gutachten eines Amtssachverständigen, das eine der Entscheidung der Baubehörde erster Instanz (des Bürgermeisters einer Gemeinde), konkret der Erteilung einer Baubewilligung, entgegenstehende negative Stellungnahme enthält. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117788

Im RIS seit

24.07.2003

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2026

Dokumentnummer

JJR_20030624_OGH0002_0140OS00074_0300000_001

Rechtssatz für 10Os140/77; 12Os183/80; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0098642

Geschäftszahl

10Os140/77; 12Os183/80; 9Os68/81; 9Os74/82; 10Os44/83; 12Os64/83; 134Os62/85; 9Os14/85; 9Os165/85; 15Os132/87; 16Os31/90; 12Os18/94; 12Os100/96 (12Os152/96); 13Os130/11h; 14Os93/12a; 17Os1/13w; 11Os65/13p; 17Os7/13b (17Os10/13v); 14Os165/13s; 17Os28/14t; 17Os40/14g (17Os41/14d); 14Os41/15h; 14Os85/15d; 14Os80/15v; 14Os63/15v (14Os64/15s); 14Os135/15g; 15Os20/16d; 12Os155/15h; 14Os44/16a; 12Os88/16g; 12Os46/16f; 14Os89/16v; 13Os89/16m; 12Os24/16w (12Os25/16t); 17Os14/16m; 14Os4/17w; 11Os13/17x; 14Os29/17x; 14Os36/17a; 12Os50/17w; 14Os62/17z; 14Os121/17a; 14Os40/18s; 14Os36/18b; 12Os43/18t; 11Os86/18h; 15Os75/18w; 13Os62/19w; 14Os129/19f; 13Os4/20t; 13Os84/19f; 11Os52/20m; 14Os40/20v; 15Os94/20t; 15Os118/20x; 14Os7/21t; 14Os62/21f; 13Os60/21d; 15Os15/21a; 15Os83/21a; 15Os108/21b; 12Os5/22k; 12Os77/22y; 11Os10/23i; 14Os35/23p; 11Os2/23p; 15Os56/23h; 15Os127/23z; 12Os154/23y; 14Os120/23p; 12Os141/23m; 12Os28/24w; 12Os17/24b; 15Os133/24h; 14Os5/25d; 13Os43/25k; 15Os104/25w; 15Os134/25g; 15Os103/25y; 14Os106/25g

Entscheidungsdatum

17.03.2026

Norm

StPO §270 Abs2 Z5
StPO §281 Abs1 Z5 B
  1. StPO § 270 heute
  2. StPO § 270 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 270 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 270 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  5. StPO § 270 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  6. StPO § 270 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Versagt das Gericht einem Zeugen die Glaubwürdigkeit, stellt es keine Unvollständigkeit dar, wenn nicht mehr auf die Aussage selbst eingegangen wird.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 140/77
    Entscheidungstext OGH 14.11.1977 10 Os 140/77
  • 12 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 12.02.1981 12 Os 183/80
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verantwortung des Angeklagten. (T1)
  • 9 Os 68/81
    Entscheidungstext OGH 25.05.1981 9 Os 68/81
    Vgl auch
  • 9 Os 74/82
    Entscheidungstext OGH 17.08.1982 9 Os 74/82
    Veröff: SSt 53/47
  • 10 Os 44/83
    Entscheidungstext OGH 29.04.1983 10 Os 44/83
    Vgl auch
  • 12 Os 64/83
    Entscheidungstext OGH 07.07.1983 12 Os 64/83
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 134 Os 62/85
    Entscheidungstext OGH 18.04.1985 134 Os 62/85
    Vgl auch
  • 9 Os 14/85
    Entscheidungstext OGH 24.04.1985 9 Os 14/85
    Vgl auch
  • 9 Os 165/85
    Entscheidungstext OGH 18.12.1985 9 Os 165/85
    Vgl auch; Beisatz: Zur Unglaubwürdigkeit in Teilbereichen. (T2)
  • 15 Os 132/87
    Entscheidungstext OGH 02.08.1988 15 Os 132/87
    Vgl auch
  • 16 Os 31/90
    Entscheidungstext OGH 08.03.1991 16 Os 31/90
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 12 Os 18/94
    Entscheidungstext OGH 07.04.1994 12 Os 18/94
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 12 Os 100/96
    Entscheidungstext OGH 24.10.1996 12 Os 100/96
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 13 Os 130/11h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2011 13 Os 130/11h
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 93/12a
    Entscheidungstext OGH 25.09.2012 14 Os 93/12a
  • 17 Os 1/13w
    Entscheidungstext OGH 27.05.2013 17 Os 1/13w
    Vgl auch
  • 11 Os 65/13p
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 11 Os 65/13p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 165/13s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2014 14 Os 165/13s
    Vgl; Beis wie T1
  • 17 Os 28/14t
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 28/14t
    Auch
  • 17 Os 40/14g
    Entscheidungstext OGH 24.11.2014 17 Os 40/14g
    Auch
  • 14 Os 41/15h
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 41/15h
    Auch
  • 14 Os 85/15d
    Entscheidungstext OGH 15.09.2015 14 Os 85/15d
    Auch
  • 14 Os 80/15v
    Entscheidungstext OGH 15.09.2015 14 Os 80/15v
  • 14 Os 63/15v
    Entscheidungstext OGH 15.09.2015 14 Os 63/15v
    Beis wie T1; Beisatz: Oder auf Vorbringen in einem (in der Hauptverhandlung verlesenen) Schriftsatz. (T3)
  • 14 Os 135/15g
    Entscheidungstext OGH 26.01.2016 14 Os 135/15g
  • 15 Os 20/16d
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 15 Os 20/16d
    Auch
  • 12 Os 155/15h
    Entscheidungstext OGH 12.05.2016 12 Os 155/15h
  • 14 Os 44/16a
    Entscheidungstext OGH 02.08.2016 14 Os 44/16a
  • 12 Os 88/16g
    Entscheidungstext OGH 18.08.2016 12 Os 88/16g
    Beis wie T1
  • 12 Os 46/16f
    Entscheidungstext OGH 18.08.2016 12 Os 46/16f
  • 14 Os 89/16v
    Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 89/16v
    Auch
  • 13 Os 89/16m
    Entscheidungstext OGH 12.10.2016 13 Os 89/16m
  • 12 Os 24/16w
    Entscheidungstext OGH 17.11.2016 12 Os 24/16w
    Beis wie T1
  • 17 Os 14/16m
    Entscheidungstext OGH 06.12.2016 17 Os 14/16m
    Beis wie T1
  • 14 Os 4/17w
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 14 Os 4/17w
    Beis wie T1
  • 11 Os 13/17x
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 13/17x
    Beis wie T1
  • 14 Os 29/17x
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 29/17x
    Beis wie T1
  • 14 Os 36/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 36/17a
    Beis wie T1
  • 12 Os 50/17w
    Entscheidungstext OGH 12.10.2017 12 Os 50/17w
  • 14 Os 62/17z
    Entscheidungstext OGH 07.11.2017 14 Os 62/17z
    Beis wie T1
  • 14 Os 121/17a
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 121/17a
    Beis wie T1
  • 14 Os 40/18s
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 14 Os 40/18s
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 36/18b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 14 Os 36/18b
    Auch
  • 12 Os 43/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 12 Os 43/18t
    Beis wie T1
  • 11 Os 86/18h
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 11 Os 86/18h
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 75/18w
    Entscheidungstext OGH 25.07.2018 15 Os 75/18w
    Auch
  • 13 Os 62/19w
    Entscheidungstext OGH 13.11.2019 13 Os 62/19w
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 129/19f
    Entscheidungstext OGH 31.03.2020 14 Os 129/19f
    Vgl
  • 13 Os 4/20t
    Entscheidungstext OGH 07.04.2020 13 Os 4/20t
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 84/19f
    Entscheidungstext OGH 20.05.2020 13 Os 84/19f
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 52/20m
    Entscheidungstext OGH 15.06.2020 11 Os 52/20m
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 40/20v
    Entscheidungstext OGH 09.06.2020 14 Os 40/20v
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 94/20t
    Entscheidungstext OGH 10.11.2020 15 Os 94/20t
    Vgl
  • 15 Os 118/20x
    Entscheidungstext OGH 07.12.2020 15 Os 118/20x
    Vgl
  • 14 Os 7/21t
    Entscheidungstext OGH 18.02.2021 14 Os 7/21t
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 62/21f
    Entscheidungstext OGH 29.06.2021 14 Os 62/21f
    Vgl
  • 13 Os 60/21d
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 60/21d
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 15/21a
    Entscheidungstext OGH 05.05.2021 15 Os 15/21a
  • 15 Os 83/21a
    Entscheidungstext OGH 01.12.2021 15 Os 83/21a
    Vgl
  • 15 Os 108/21b
    Entscheidungstext OGH 01.12.2021 15 Os 108/21b
    Vgl; Beis wie T1
  • 12 Os 5/22k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2022 12 Os 5/22k
    Vgl
  • 12 Os 77/22y
    Entscheidungstext OGH 07.11.2022 12 Os 77/22y
    vgl; Beisatz wie T1
  • 11 Os 10/23i
    Entscheidungstext OGH 14.03.2023 11 Os 10/23i
    vgl
  • 14 Os 35/23p
    Entscheidungstext OGH 25.04.2023 14 Os 35/23p
    vgl; Beisatz wie T1
  • 11 Os 2/23p
    Entscheidungstext OGH 13.06.2023 11 Os 2/23p
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 56/23h
    Entscheidungstext OGH 30.08.2023 15 Os 56/23h
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 127/23z
    Entscheidungstext OGH 31.01.2024 15 Os 127/23z
    vgl; Beisatz wie T1
  • 12 Os 154/23y
    Entscheidungstext OGH 29.02.2024 12 Os 154/23y
    vgl; Beisatz wie T2
  • 14 Os 120/23p
    Entscheidungstext OGH 18.03.2024 14 Os 120/23p
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T2
  • 12 Os 141/23m
    Entscheidungstext OGH 21.03.2024 12 Os 141/23m
    vgl
  • 12 Os 28/24w
    Entscheidungstext OGH 18.04.2024 12 Os 28/24w
    vgl; Beisatz wie T1
  • 12 Os 17/24b
    Entscheidungstext OGH 05.09.2024 12 Os 17/24b
    vgl
  • 15 Os 133/24h
    Entscheidungstext OGH 22.01.2025 15 Os 133/24h
    vgl; Beisatz wie T1
  • 14 Os 5/25d
    Entscheidungstext OGH 25.02.2025 14 Os 5/25d
    vgl; Beisatz wie T1
  • 13 Os 43/25k
    Entscheidungstext OGH 15.10.2025 13 Os 43/25k
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 104/25w
    Entscheidungstext OGH 19.11.2025 15 Os 104/25w
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 134/25g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2026 15 Os 134/25g
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 103/25y
    Entscheidungstext OGH 25.02.2026 15 Os 103/25y
    vgl; Beisatz wie T1
  • 14 Os 106/25g
    Entscheidungstext OGH 17.03.2026 14 Os 106/25g
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0098642

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2026

Dokumentnummer

JJR_19771114_OGH0002_0100OS00140_7700000_001

Rechtssatz für 9Os16/78; 12Os90/89; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096270

Geschäftszahl

9Os16/78; 12Os90/89; 15Os59/92; 13Os140/93; 11Os5/96; 12Os88/00; 15Os52/07x; 11Os135/06x; 13Os99/11z; 17Os16/12z; 17Os22/12g; 17Os19/12s; 17Os6/13f; 17Os23/13f; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os18/13w; 17Os9/13x; 17Os29/13p; 17Os30/13k; 17Os2/14v; 17Os15/14f; 17Os25/13z; 17Os28/13s; 17Os34/14z; 17Os29/14i; 17Os47/14m; 17Os53/14v (17Os54/14s); 17Os21/15i; 17Os2/16x; 17Os36/15w; 17Os2/18z; 17Os9/18d; 14Os73/18v; 14Os76/18k; 14Os125/18s; 14Os4/19y; 14Os35/19g (14Os46/19z); 14Os78/19f; 14Os34/20m; 14Os141/19w; 14Os17/21p; 14Os39/21y; 14Os49/21v; 14Os149/21z; 14Os20/22f; 14Os104/22h; 14Os7/24x; 14Os49/24y; 14Os22/25d; 14Os92/25y

Entscheidungsdatum

21.04.2026

Norm

StGB §302
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Schädigung allgemeiner staatlicher Kontrollrechte oder Aufsichtsrechte genügt nicht für Paragraph 302, StGB.

Entscheidungstexte

  • 9 Os 16/78
    Entscheidungstext OGH 02.10.1978 9 Os 16/78
    Veröff: EvBl 1979/82 S 243 = SSt 49/48
  • 12 Os 90/89
    Entscheidungstext OGH 12.10.1989 12 Os 90/89
    Vgl auch; Beisatz: Eine Schädigung des Staates ist nicht schon in der Verletzung eines allgemeinen staatlichen Aufsichtsrechtes oder bloßer interner Dienstvorschriften zu erblicken, wenn hiedurch kein dahinterstehender gesetzlicher Zweck in einem konkreten Fall gefährdet wird. (T1)
  • 15 Os 59/92
    Entscheidungstext OGH 24.09.1992 15 Os 59/92
    Vgl auch; Beisatz: Die Verletzung allgemeiner staatlicher Aufsichtsrechte oder interner Dienstvorschriften vermag zwar allenfalls einen tatbildmäßigen Missbrauch der Amtsbefugnis darzustellen, der aber der zur Tatbestandsverwirklichung überdies erforderlichen Schädigung an konkreten Rechten anderer, auf welche sich der Tätervorsatz beziehen muss, nicht gleichgesetzt werden darf. (T2)
  • 13 Os 140/93
    Entscheidungstext OGH 26.01.1994 13 Os 140/93
    Vgl auch; Beisatz: Der abstrakte staatliche Anspruch auf eine korrekte und saubere Verwaltung ist kein konkretes Recht im Sinn des § 302 StGB. (T3)
    Veröff: JBl 1994,838
  • 11 Os 5/96
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 11 Os 5/96
    Vgl auch
  • 12 Os 88/00
    Entscheidungstext OGH 21.09.2000 12 Os 88/00
    Vgl auch
  • 15 Os 52/07x
    Entscheidungstext OGH 11.10.2007 15 Os 52/07x
    Vgl aber; Beisatz: Der staatliche Anspruch auf Vornahme effizienter und unbeeinflusster Kontrollen insbesondere nach dem FPG und auf Überprüfung von „Rotlichtlokalen" sowie auf Ergreifung entsprechender fremdenrechtlicher oder (verwaltungs- und/oder justiz-)strafrechtlicher Maßnahmen durch die Polizei entspricht - unzweifelhaft - den Kriterien eines durch § 302 StGB geschützten Rechts. (T4)
  • 11 Os 135/06x
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 135/06x
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Ein nur auf Verstoß gegen eine amtsinterne Regelung gerichteter Vorsatz betrifft kein Schädigungsobjekt im Sinn des § 302 Abs 1 StGB. (T5)
  • 13 Os 99/11z
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 99/11z
    Auch; Beisatz: § 302 Abs 1 StGB verlangt (ua), dass der Täter mit dem Vorsatz handelt, einen anderen an seinen Rechten zu schädigen. Steht dabei ein öffentliches Recht in Rede, ist es nach ständiger Judikatur und dem überwiegenden Teil der Lehre erforderlich, dass sich der Schädigungsvorsatz darauf bezieht, jenen Zweck zu beeinträchtigen, den der Staat mit der Erlassung der jeweiligen Vorschrift erreichen will. Soweit ein Teil der Lehre diesbezüglich einwendet, diese Sicht führe dazu, dass in Bezug auf öffentliche Rechte jeder wissentliche Befugnismissbrauch mit Schädigungsvorsatz erfolge, weil hinter jeder Rechtsvorschrift ein Zweck stehe (Bertel in WK-StGB - 2 § 302 Rz 93; Kienapfel/Schmoller, StudB BT III² § 302 Rz 59), wird übersehen, dass nicht auf das objektive Verhältnis zwischen der verletzten Ordnungsvorschrift und deren Zweck, sondern auf die subjektive Tatseite abzustellen ist. (T6)
  • 17 Os 16/12z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2012 17 Os 16/12z
    Vgl; Beisatz: Das Recht „auf wahrheitsgemäße Anzeigeerstattung“ (nur wegen tatsächlich und in der beschriebenen Weise begangener Verwaltungsübertretungen) kommt dem Staat als Ausfluss seines (konkreten) Rechts auf Verfolgung von Verwaltungsübertretungen zu. Auch dieses kann nämlich durch unrichtige Angaben des Anzeigers, etwa in Bezug auf die Tatzeit, beeinträchtigt werden. Ein nicht näher spezifiziertes Recht des Staats auf „korrekte“ oder „ordnungsgemäße Durchführung von Verwaltungsstrafverfahren“ ist nach den Kriterien der Rechtsprechung hingegen bloß abstrakt und nicht konkret. (T7)
  • 17 Os 22/12g
    Entscheidungstext OGH 25.02.2013 17 Os 22/12g
    Vgl; Beisatz: § 47 BDG sieht (ähnlich wie § 7 AVG) vor, dass ein Beamter - außer bei Gefahr im Verzug - sich der Ausübung seines Amtes zu enthalten und seine Vertretung zu veranlassen hat, wenn wichtige Gründe seine volle Unbefangenheit zweifelhaft erscheinen lassen. Schädigungsvorsatz würde erfordern, dass der Angeklagte die Vereitelung eines bestimmten von § 47 BDG verfolgten Zwecks - etwa der Sicherstellung der inhaltlichen Richtigkeit der Anzeige als Grundlage des staatlichen Rechts auf (sachgerechte) Verfolgung von Verwaltungsübertretungen - in seinen Vorsatz aufgenommen hätte. (T8)
  • 17 Os 19/12s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2013 17 Os 19/12s
    Vgl; Beisatz: Wenn durch die Anweisung, (mit den Akten und den tatsächlichen Verfahrensständen nicht übereinstimmende und die Beendigung der Ermittlungsverfahren nach dem 10. bis 12. Hauptstück der StPO tatsachenwidrig bescheinigende) Verfahrensschritte im Register der Verfahrensautomation Justiz einzutragen, der in § 80 Abs 2 dritter Satz GOG, § 34a Abs 2 dritter Satz StAG normierte Anspruch des Staates auf korrekte Wiedergabe des Akteninhalts zur Dienstaufsicht (vgl §§ 73 ff GOG, § 36 StAG iVm § 4 Abs 1 und 2 BMG) behindert werden sollte, ist ein konkretes Recht im Sinn des § 302 Abs 1 StGB nicht betroffen. Der Anspruch ist vielmehr nur Ausdruck allgemeinen staatlichen Kontroll- und Aufsichtsrechts, mit anderen Worten eines allgemeinen Rechts des Staates gegenüber Beamten, Richtern und Staatsanwälten auf pflichtgemäße Berufs- und Dienstausübung im Sinn der ständigen Rechtsprechung zu § 302 StGB. Subjektive Rechte werden mit den angeführten Vorschriften nicht begründet, das (subjektive) Recht auf Akteneinsicht (vgl §§ 51 ff StPO) übrigens nicht berührt. (T9)
  • 17 Os 6/13f
    Entscheidungstext OGH 27.05.2013 17 Os 6/13f
    Vgl; Beisatz: Die Verletzung allgemeiner staatlicher Kontroll‑ oder Aufsichtsrechte sowie bloß interner Dienstvorschriften kommt als Gegenstand der Rechtsschädigung so lange nicht in Frage, als hierdurch kein dahinter stehender gesetzlicher Zweck in einem konkreten Fall gefährdet wird. Das vom Schädigungsvorsatz umfasste Recht des Staats darf nämlich nicht allein jenes sein, das den Täter verpflichtet, seine Befugnis den Vorschriften entsprechend zu gebrauchen, somit keinen Befugnismissbrauch zu begehen. Es muss weiter als jenes Recht sein, das darin besteht, die Vorschrift einzuhalten, die bereits den Missbrauch der Befugnis bildet. Das allgemeine Recht des Staats gegenüber dem Beamten auf pflichtgemäße Berufs‑ und Dienstausübung, der abstrakte staatliche Anspruch auf eine korrekte und saubere Verwaltung, allgemeine staatliche Kontroll‑ und Aufsichtsrechte und bloß interne Dienstvorschriften sind demnach keine (konkreten) Rechte, die der Schädigungsvorsatz verlangt. Täuschung (bloß) der Dienstaufsicht ist daher nicht gerichtlich strafbar. Das ist Sache des Disziplinarrechts. Für den Bereich des Strafrechts erübrigen sich damit auch Abgrenzungsprobleme zwischen informeller Befragung über Aktenrückstände und schriftlichen Berichtsaufträgen. Werden diese durch Fehleintragungen unterlaufen, liegt Missbrauch der Amtsgewalt (deshalb allein noch) nicht vor. Will der Täter aber konkrete Schritte eines (Verwaltungs-)Strafverfahrens beeinflussen, kommt Missbrauch der Amtsgewalt ins Spiel. (T10)
    Beisatz: Auch subjektive Rechte von Parteien eines Verwaltungsstrafverfahrens als Bezugspunkt von Schädigungsvorsatz bedürfen konkreter (unter Umständen auch bloß verfassungs-)gesetzlicher Verankerung. Diese (unter dem Aspekt von Z 5 erster Fall des § 281 Abs 1 StPO deutlich anzusprechende) Verortung muss vom Täter ‑ zumindest nach Art einer Parallelwertung in der Laiensphäre ‑ erkannt werden, um Gegenstand von Verletzungsvorsatz zu sein. (T11)
  • 17 Os 23/13f
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 23/13f
    Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Das vom Schädigungsvorsatz umfasste Recht des Staats darf nicht allein jenes sein, das den Beamten verpflichtet, seine Befugnis den Vorschriften entsprechend zu gebrauchen, somit keinen Befugnismissbrauch zu begehen. (T12)
    Beisatz: Hier: Beim als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes konstatierten Recht des Staates „auf Zustellung amtlicher Schriftstücke“ und „auf ordnungsgemäße Verrichtung der Amtsgeschäfte“ handelt es sich genau um einen derartigen, bloß abstrakten Anspruch gegenüber dem Beamten auf pflichtgemäße Berufsausübung. (T13)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beisatz: Missbrauch einer Verfahrensvorschrift begründet (nicht anders als bei materiellrechtlichen Bestimmungen) dann Missbrauch der Amtsgewalt, wenn er wissentlich vorgenommen wird und der begleitende Schädigungsvorsatz nicht nur auf Verletzung eines ‑ bloß abstrakten ‑ Rechts auf dieser Vorschrift entsprechenden Gebrauch der Befugnis (mit anderen Worten: auf ordnungsgemäße Führung des Verfahrens, sondern auf Vereitelung des von dieser Vorschrift verfolgten (Schutz‑)Zwecks gerichtet ist. (T14)
  • 17 Os 18/13w
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 18/13w
    Vgl; Ähnlich Beis wie T14; Beisatz: Hier: Die Feststellungen zum Schädigungsvorsatz, dieser habe sich auf das Recht der „Antragsteller“ auf „eine ordnungsgemäße Entscheidung über ihre Exekutionsanträge und auf Erhalt einer Drittschuldnererklärung“ bezogen, genügen nicht. Dass der Angeklagte jeweils mit dem Vorsatz handelte, den betreibenden Gläubiger in seinem von § 301 EO garantierten Informationsanspruch zu beeinträchtigen, haben die Tatrichter nicht festgestellt. (T15)
  • 17 Os 9/13x
    Entscheidungstext OGH 07.10.2013 17 Os 9/13x
    Vgl; Beisatz: Hier: Ansprüche „auf gesetzeskonforme Abhandlung von Verlassenschaften“ (US 3, 43, 49 ua), „gesetzeskonforme Durchführung von Grundbuchsachen“ oder „auf ordnungsgemäße Führung“ von Verzeichnissen sind in diesem Sinn keine konkreten Rechte und kommen als Objekte tatbestandsmäßigen Schädigungsvorsatzes nicht in Betracht. (T16)
  • 17 Os 29/13p
    Entscheidungstext OGH 06.03.2014 17 Os 29/13p
    Vgl; Ähnlich Beis wie T10; Beisatz: Hier: Im Fall eines vom militärischen Vorgesetzten dem Untergebenen erteilten Befehls, nicht im dienstlichen Interesse Arbeiten zu verrichten, stellt den Vorsatz, den Staat „in seinem Recht auf Einhaltung der Durchführungsbestimmungen für den Kraftfahrbetrieb“ zu schädigen, die Tatbestandsmäßigkeit nicht her. Jedoch reicht die Konstatierung, derzufolge der Täter - mit Blick auf durch das missbräuchliche Amtsgeschäft verursachte „Treibstoff- und Verschleißkosten“ - auch die Beeinträchtigung staatlicher Vermögensinteressen in seinen Vorsatz aufgenommen habe, aus. Als Bezugspunkt kommt in solchen Fällen allerdings primär das Recht des Staates auf ausschließlich dienstliche Verwendung von Soldaten in Betracht. (T17)
  • 17 Os 30/13k
    Entscheidungstext OGH 06.03.2014 17 Os 30/13k
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Beim vom Erstgericht als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes konstatierten Recht des Staates auf „ordnungsgemäße Führung des Melderegisters“ handelt es sich aber in diesem Sinn um einen bloß abstrakten Anspruch gegenüber dem Beamten auf pflichtgemäße Berufsausübung. Als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes kommt hier primär das Recht des Staates auf Richtigkeit des Melderegisters in Betracht. (T18)
  • 17 Os 2/14v
    Entscheidungstext OGH 12.05.2014 17 Os 2/14v
    Vgl; Beisatz: Hier: Das Recht des Staates und der Prozessparteien auf „Verfahrensführung nach der Zivilprozessordnung“ reicht als Bezugspunkt des von § 302 Abs 1 StGB geforderten Schädigungsvorsatzes nicht aus. (T19)
  • 17 Os 15/14f
    Entscheidungstext OGH 12.05.2014 17 Os 15/14f
    Vgl; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Die Feststellung zum Schädigungsvorsatz des Angeklagten (der sich auf das Recht des Staates auf ein unvoreingenommen objektiv geführtes Verfahren bezog) spricht bloß das ihm gegenüber bestehende Recht des Bundes (als Dienstgeber) an, sich als befangener Beamter der Amtsausübung in Abgabenverfahren zu enthalten, mithin auf Einhaltung des § 76 Abs 1 BAO, und reicht demnach als Sachverhaltsgrundlage des Schuldspruchs nicht aus. Eine (vom Angeklagten gewollte) gänzliche Ausschaltung des vorgesehenen Verfahrens zur Überprüfung der von den Steuerpflichtigen geltend gemachten Ansprüche wurden nicht festgestellt. (T20)
    Beisatz: Eine Beeinträchtigung des als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes in Betracht kommenden Rechts von Parteien eines Verwaltungsverfahrens auf dessen Führung und Entscheidung durch einen unbefangenen Organwalter scheidet in Konstellationen aus, in denen parteiliches Handeln des Angeklagten zugunsten, nicht aber zum Nachteil der Parteien in Frage kommt. (T21)
  • 17 Os 25/13z
    Entscheidungstext OGH 06.03.2014 17 Os 25/13z
    Vgl; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Hier: Die hier (wissentlich) verletzten Verfahrens‑ und Organisationsvorschriften (§ 429 Abs 1 ZPO iVm § 78 Abs 1 EO, §§ 62 Abs 1 und 108 Abs 5 Geo) verfolgen den Zweck, die inhaltliche Kontrolle (die „Entscheidungshoheit“) des zuständigen Organs vor Setzung des Willensaktes strukturell abzusichern. Auf die Wahrnehmung dieser Aufgaben durch das zuständige Organ hat der Staat ein im Sinn des § 302 Abs 1 StGB beachtliches Recht, das also den Bezugspunkt des tatbestandlichen Schädigungsvorsatzes bilden kann. (T22)
  • 17 Os 28/13s
    Entscheidungstext OGH 12.05.2014 17 Os 28/13s
    Auch; Beisatz: Das Recht des Staates, dass Beamte ihre Befugnis den Vorschriften entsprechend gebrauchen, somit keinen Befugnismissbrauch begehen, stellt ebenso wenig wie darauf gerichtete Aufsichts‑ und Kontrollrechte ein im Sinn des § 302 Abs 1 StGB beachtliches (konkretes) Recht dar. (T23)
  • 17 Os 34/14z
    Entscheidungstext OGH 13.10.2014 17 Os 34/14z
    Auch; Beisatz: Das Recht des Staates auf Richtigkeit des Melderegisters ist im Sinn des § 302 Abs 1 StGB beachtlich. (T24)
  • 17 Os 29/14i
    Entscheidungstext OGH 24.11.2014 17 Os 29/14i
    Vgl
  • 17 Os 47/14m
    Entscheidungstext OGH 21.01.2015 17 Os 47/14m
    Auch
  • 17 Os 53/14v
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 17 Os 53/14v
    Vgl; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T20; Beis wie T23; Beisatz: Verletzung von Befangenheitsvorschriften im Verfahren vor der Verwaltungsbehörde. (T25)
  • 17 Os 21/15i
    Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 21/15i
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Erlassung von raumordnungsrechtlichen Verordnungen kommt Missbrauch der Amtsgewalt (vor allem) dann in Betracht, wenn der Schädigungsvorsatz die Vereitelung von (in Gesetz oder Verordnung normierten) Raumordnungsgrundsätzen oder -zielen als Schutzzweck der durch (vorsätzlichen) Fehlgebrauch verletzten Vorschrift erfasst (hier zum Bgld. RaumplanungsG; vgl schon 17 Os 11/15v zum Oö. RaumordnungsG). (T26)
  • 17 Os 2/16x
    Entscheidungstext OGH 06.06.2016 17 Os 2/16x
    Beisatz: Hier: Zum Schutzzweck der §§ 24, 24a KFG (Prüfung von Fahrtschreibern, digitalen Kontrollgeräten und Geschwindigkeitsbegrenzern). (T27)
  • 17 Os 36/15w
    Entscheidungstext OGH 03.10.2016 17 Os 36/15w
    Vgl aber; Beisatz: Das Recht des Gemeinderats, die Gebarung der Gemeinde (die Einhaltung des Voranschlags) zu überprüfen, ist jedoch als Ausfluss demokratischer Kontrolle der (sonstigen) Gemeindeorgane durch den Gemeinderat als gewählten allgemeinen Vertretungskörper im Rahmen der Selbstverwaltung tauglicher Bezugspunkt des vom Tatbestand verlangten Schädigungsvorsatzes (Anm: vgl schon 17 Os 45/14t zum Stmk Gemeinderecht). (T28)
  • 17 Os 2/18z
    Entscheidungstext OGH 25.06.2018 17 Os 2/18z
    Auch; Beisatz: Ein Recht von Mitgliedern des Gemeinderats „auf Einberufung des Gemeinderates und Behandlung von Themen, die der Beschlussfassung durch den Gemeinderat vorbehalten sind“, reicht als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes nicht aus. (T29)
  • 17 Os 9/18d
    Entscheidungstext OGH 03.08.2018 17 Os 9/18d
    Beis wie T28
  • 14 Os 73/18v
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 14 Os 73/18v
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T16; Beis wie T18
  • 14 Os 76/18k
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 76/18k
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T12
  • 14 Os 125/18s
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 14 Os 125/18s
    Auch; Beis wie T10
  • 14 Os 4/19y
    Entscheidungstext OGH 05.03.2019 14 Os 4/19y
    Beisatz: Die Rechte des Staates auf Steuereinhebung oder auf Gewährung von Notstandshilfe nur bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen sind iSd § 302 Abs 1 StGB beachtlich. (T30)
  • 14 Os 35/19g
    Entscheidungstext OGH 09.04.2019 14 Os 35/19g
    Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T12
  • 14 Os 78/19f
    Entscheidungstext OGH 07.10.2019 14 Os 78/19f
    Vgl; Beis wie T9; Beis wie T12
  • 14 Os 34/20m
    Entscheidungstext OGH 17.04.2020 14 Os 34/20m
    Vgl; Beis wie insb T10; Beis wie T12; Beis wie T14
  • 14 Os 141/19w
    Entscheidungstext OGH 14.04.2020 14 Os 141/19w
    Vgl; Beis insb T10; Beis insb T12
  • 14 Os 17/21p
    Entscheidungstext OGH 27.04.2021 14 Os 17/21p
    Vgl; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T16; Beis wie T18; Beisatz: Hier: „Recht der Wählergruppen auf ordnungsgemäße Durchführung allgemeiner Wahlen zum Gemeinderat“ reicht als Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes nicht aus. (T31)
  • 14 Os 39/21y
    Entscheidungstext OGH 12.10.2021 14 Os 39/21y
    Vgl; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T20; Beis wie T23; Beisatz: Im Zusammenhang mit der Begutachtung von Fahrzeugen gemäß § 57a Abs 1 KFG stellt das Recht des Staates auf Überprüfung der Verkehrs‑ und Betriebssicherheit (im Sinn der Einhaltung von Verfahrensvorschriften) keinen Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes iSd § 302 Abs 1 StGB dar. In Betracht kommt vielmehr das Recht des Staates auf Ausschluss nicht verkehrs-, betriebssicherer sowie umweltfreundlicher Fahrzeuge von der Teilnahme am Straßenverkehr sowie das Recht auf Sicherheit des Fahrzeuglenkers und anderer Verkehrsteilnehmer in Betracht (so schon 17 Os 6/15h). (T32)
  • 14 Os 49/21v
    Entscheidungstext OGH 18.01.2022 14 Os 49/21v
    Vgl
  • 14 Os 149/21z
    Entscheidungstext OGH 22.02.2022 14 Os 149/21z
    Vgl; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T16
  • 14 Os 20/22f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2022 14 Os 20/22f
    Vgl; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis wie T14
  • 14 Os 104/22h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2023 14 Os 104/22h
    Vgl; Beis wie T14; Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T19; Beis wie T23; Beis wie T31; Beis wie T32;
  • 14 Os 7/24x
    Entscheidungstext OGH 20.02.2024 14 Os 7/24x
    vgl; Beisatz wie T9; Beisatz wie T10; Beisatz wie T12; Beisatz wie T14
  • 14 Os 49/24y
    Entscheidungstext OGH 31.07.2024 14 Os 49/24y
    vgl; Beisatz wie T9; Beisatz wie T10; Beisatz wie T12; Beisatz wie T14
    Beisatz: hier: Zum Bezugspunkt des Schädigungsvorsatzes bei befugnismissbräuchlicher Unterlassung der Zustellung von RSa- und RSb-Sendungen öffentlicher Rechtsträger durch eine Angestellte der Österreichischen Post AG. (T33)
  • 14 Os 22/25d
    Entscheidungstext OGH 13.05.2025 14 Os 22/25d
    vgl; Beisatz wie T10; Beisatz wie T12; Beisatz wie T14
    Beisatz: Hier: Missbrauch der Amtsgewalt im Zusammenhang mit der Erteilung einer Baubewilligung. (T34)
  • 14 Os 92/25y
    Entscheidungstext OGH 21.04.2026 14 Os 92/25y
    vgl; Beisatz wie T32

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0096270

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.06.2026

Dokumentnummer

JJR_19781002_OGH0002_0090OS00016_7800000_004

Rechtssatz für 3Os445/48; 11Os197/63; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095844

Geschäftszahl

3Os445/48; 11Os197/63; 9Os33/65; 12Os206/66; 9Os109/67; 11Os112/67; 10Os157/70; 12Os93/72; 13Os64/72; 9Os90/73; 13Os60/76; 10Os117/77; 13Os118/81; 11Os127/83; 14Os110/87; 13Os123/89; 15Os10/92; 14Os125/92; 14Os135/92; 15Os1/95; 12Os56/96; 12Os57/98; 17Os2/12s; 17Os21/12k; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os28/14t; 17Os56/14k; 17Os15/15g; 17Os32/15g; 17Os21/16s; 17Os14/16m; 17Os23/16k; 14Os7/26z

Entscheidungsdatum

19.05.2026

Norm

StGB §302
  1. StGB § 302 heute
  2. StGB § 302 gültig ab 01.01.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2012
  3. StGB § 302 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 302 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 302 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Zu Paragraph 101, StG ist der wirkliche Schadenseintritt nicht ein Tatbestandserfordernis, es genügt die Schädigungsabsicht.

Entscheidungstexte

  • 3 Os 445/48
    Entscheidungstext OGH 28.10.1948 3 Os 445/48
    Veröff: SSt XIX/173
  • 11 Os 197/63
    Entscheidungstext OGH 04.02.1964 11 Os 197/63
  • 9 Os 33/65
    Entscheidungstext OGH 06.05.1965 9 Os 33/65
    Veröff: SSt XXXVI/25 = ÖVA 1966,135
  • 12 Os 206/66
    Entscheidungstext OGH 22.09.1967 12 Os 206/66
    Beisatz: Auch Irreparabilität des Schadens ist kein Tatbestandsmerkmal. (T1)
    Veröff: EvBl 1968/201 S 326 = RZ 1968,48
  • 9 Os 109/67
    Entscheidungstext OGH 13.02.1968 9 Os 109/67
  • 11 Os 112/67
    Entscheidungstext OGH 24.06.1968 11 Os 112/67
    Veröff: EvBl 1969/28 S 48
  • 10 Os 157/70
    Entscheidungstext OGH 18.12.1970 10 Os 157/70
    Veröff: EvBl 1971/290 S 528 = RZ 1971,119 = SozM VIB,11
  • 12 Os 93/72
    Entscheidungstext OGH 14.07.1972 12 Os 93/72
    Veröff: EvBl 1973/42 S 100
  • 13 Os 64/72
    Entscheidungstext OGH 17.08.1972 13 Os 64/72
    Beisatz: Absichtsdelikt, das mit der missbräuchlichen Handlung vollendet ist (Rittler 2.Auflage II 406, SSt 6/139). (T2)
    Veröff: EvBl 1973/31 S 77 = SSt 43/35
  • 9 Os 90/73
    Entscheidungstext OGH 12.10.1973 9 Os 90/73
  • 13 Os 60/76
    Entscheidungstext OGH 10.06.1976 13 Os 60/76
    Beisatz: Das beeinträchtigte Recht braucht keinen Vermögenswert besitzen (§ 302 StGB). (T3)
    Veröff: EvBl 1977/35 S 82
  • 10 Os 117/77
    Entscheidungstext OGH Verstärkter Senat 18.05.1978 10 Os 117/77
    Verstärkter Senat; Veröff: EvBl 1978/136 S 403 = SSt 49/32 = RZ 1978,134
  • 13 Os 118/81
    Entscheidungstext OGH 19.11.1981 13 Os 118/81
    nur: Zu § 101 StG ist der wirkliche Schadenseintritt nicht ein Tatbestandserfordernis. (T4)
    Beisatz: § 302 StGB ist mit dem Befugnismißbrauch vollendet. (T5)
  • 11 Os 127/83
    Entscheidungstext OGH 21.09.1983 11 Os 127/83
    nur T4; Beisatz: Sondern nur der daraufgerichtete Vorsatz (zu § 302 StGB). (T6)
    Veröff: SSt 54/70
  • 14 Os 110/87
    Entscheidungstext OGH 30.09.1987 14 Os 110/87
    nur T4; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 13 Os 123/89
    Entscheidungstext OGH 23.11.1989 13 Os 123/89
    Vgl auch; Beisatz: Zum Tatbestand des § 302 StGB gehört kein Erfolg, dessen kausale Verknüpfung mit der Tat geprüft werden müsste; vielmehr genügt bei möglicher Schädigung der Vorsatz, zu schädigen. (T7)
    Veröff: SSt 60/83 = JBl 1990,597 = ZVR 1990/114 S 303
  • 15 Os 10/92
    Entscheidungstext OGH 23.04.1992 15 Os 10/92
    Veröff: EvBl 1992/182 S 768
  • 14 Os 125/92
    Entscheidungstext OGH 12.10.1993 14 Os 125/92
  • 14 Os 135/92
    Entscheidungstext OGH 28.09.1993 14 Os 135/92
    Vgl auch
  • 15 Os 1/95
    Entscheidungstext OGH 02.02.1995 15 Os 1/95
    Vgl auch
  • 12 Os 56/96
    Entscheidungstext OGH 30.05.1996 12 Os 56/96
  • 12 Os 57/98
    Entscheidungstext OGH 25.06.1998 12 Os 57/98
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Vornahme von Erhebungshandlungen ohne gesetzliche Ermächtigung; objektive Eignung zu einem dem Anwendungsbereich des § 302 Abs 1 StGB unterfallenden Schutzsubstrat. (T8)
  • 17 Os 2/12s
    Entscheidungstext OGH 18.06.2012 17 Os 2/12s
    Beisatz: Verursachung eines Schadens wird vom Tatbestand des § 302 Abs 1 StGB, der in Bezug auf die Rechtsschädigung bloß überschießende Innentendenz regelt, nicht verlangt. (T9)
  • 17 Os 21/12k
    Entscheidungstext OGH 25.02.2013 17 Os 21/12k
    Vgl; Beisatz: Der vom Täter in seinen Vorsatz aufgenommene Schaden muss nach den konkreten Gegebenheiten gar nicht eintreten, es kommt vielmehr nur auf die Möglichkeit der Schädigung an. (T10)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 17 Os 28/14t
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 28/14t
    Auch; nur T10
  • 17 Os 56/14k
    Entscheidungstext OGH 08.06.2015 17 Os 56/14k
    Auch; Beis wie T9
  • 17 Os 15/15g
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 17 Os 15/15g
    Vgl
  • 17 Os 32/15g
    Entscheidungstext OGH 07.03.2016 17 Os 32/15g
    Vgl; Beisatz: Hier: Offenbar unzureichende Begründung der Feststellung eines Vorsatzes auf Schädigung am Recht auf Strafverfolgung, weil das vorgeworfene Verhalten zu keiner Verfolgungsverjährung führen konnte. (T11)
  • 17 Os 21/16s
    Entscheidungstext OGH 03.10.2016 17 Os 21/16s
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 17 Os 14/16m
    Entscheidungstext OGH 06.12.2016 17 Os 14/16m
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 17 Os 23/16k
    Entscheidungstext OGH 06.12.2016 17 Os 23/16k
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 14 Os 7/26z
    Entscheidungstext OGH 19.05.2026 14 Os 7/26z
    vgl; Beisatz wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1948:RS0095844

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.07.2026

Dokumentnummer

JJR_19481028_OGH0002_0030OS00445_4800000_001

Rechtssatz für 10Os91/77; 11Os65/80; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0099088

Geschäftszahl

10Os91/77; 11Os65/80; 9Os79/80; 11Os14/81; 13Os41/87; 16Os34/89; 15Os176/98; 15Os143/02 (15Os144/02); 14Os103/06p; 14Os110/07v; 11Os17/08x; 11Os45/10t; 15Os151/11m; 15Os114/12x; 17Os7/13b (17Os10/13v); 12Os81/14z; 14Os71/15w; 14Os102/15d; 15Os196/15k; 15Os16/16s; 14Os106/17w; 13Os112/20z; 12Os5/22k; 11Os47/26k

Entscheidungsdatum

19.05.2026

Norm

StPO §281 Abs1 Z3
StPO §345 Abs1 Z4
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Keine analoge Anwendung dieses Nichtigkeitsgrundes auf nicht genannte Fälle (so schon RZ 1971,120).

Entscheidungstexte

  • 10 Os 91/77
    Entscheidungstext OGH 11.05.1978 10 Os 91/77
  • 11 Os 65/80
    Entscheidungstext OGH 28.05.1980 11 Os 65/80
  • 9 Os 79/80
    Entscheidungstext OGH 06.08.1980 9 Os 79/80
    Vgl auch; Beisatz: Die Aufzählung der Gesetzesstellen in § 281 Abs 1 Z 3 StPO ist eine taxative (so schon SSt 32/9 uva). (T1)
  • 11 Os 14/81
    Entscheidungstext OGH 11.02.1981 11 Os 14/81
    Beis wie T1
  • 13 Os 41/87
    Entscheidungstext OGH 02.04.1987 13 Os 41/87
    Vgl auch; Beisatz: Die Verletzung anderer Vorschriften, die den in § 281 Abs 1 Z 3 StPO taxativ angeführten Gesetzesbestimmungen angeblich gleichkommen (so § 3 StPO; Art 6 Abs 3 lit a MRK), vermag eine solche Nichtigkeit (Z 3) nicht zu bewirken. (T2)
  • 16 Os 34/89
    Entscheidungstext OGH 13.10.1989 16 Os 34/89
    Beisatz: Dieser Nichtigkeitsgrund lässt sich, soweit es sich um ein anderes strafprozessuales (Nebengesetz) Gesetz handelt, nur anwenden, soweit eben in diesem die Verletzung bestimmter Vorschriften ausdrücklich mit Nichtigkeit bedroht ist. (T3)
  • 15 Os 176/98
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 15 Os 176/98
    Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Die Bestimmung des § 229 StPO enthält keine ausdrückliche Nichtigkeitssanktion und ist im § 281 Abs 1 Z 3 StPO nicht erwähnt. Deren allfällige Verletzung bewirkt daher keine Nichtigkeit nach der genannten Gesetzesstelle. (T4)
  • 15 Os 143/02
    Entscheidungstext OGH 12.12.2002 15 Os 143/02
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 14 Os 103/06p
    Entscheidungstext OGH 10.10.2006 14 Os 103/06p
    Auch
  • 14 Os 110/07v
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 14 Os 110/07v
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 17/08x
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 17/08x
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 45/10t
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 11 Os 45/10t
    Vgl auch
  • 15 Os 151/11m
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 151/11m
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 114/12x
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 15 Os 114/12x
    Vgl
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl
  • 12 Os 81/14z
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 12 Os 81/14z
    Auch
  • 14 Os 71/15w
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 71/15w
    Auch
  • 14 Os 102/15d
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 102/15d
    Beis wie T1
  • 15 Os 196/15k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2016 15 Os 196/15k
  • 15 Os 16/16s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2016 15 Os 16/16s
  • 14 Os 106/17w
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 106/17w
  • 13 Os 112/20z
    Entscheidungstext OGH 17.02.2021 13 Os 112/20z
    Vgl; Beisatz: Die Bestimmung des § 160 Abs 2 dritter Satz StPO ist nicht mit Nichtigkeit bewehrt und fällt daher nicht in den Schutzbereich des § 345 Abs 1 Z 4 StPO. (T5)
  • 12 Os 5/22k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2022 12 Os 5/22k
    Vgl
  • 11 Os 47/26k
    Entscheidungstext OGH 19.05.2026 11 Os 47/26k
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0099088

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.06.2026

Dokumentnummer

JJR_19780511_OGH0002_0100OS00091_7700000_012

Rechtssatz für 10Os214/69; 9Os149/70; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0099118

Geschäftszahl

10Os214/69; 9Os149/70; 10Os28/71; 10Os95/72; 9Os113/74; 9Os50/76; 9Os84/77; 9Os46/80; 9Os55/81; 12Os55/82; 12Os121/82; 11Os87/84; 9Os24/85; 9Os160/86; 13Os41/87; 11Os62/87; 15Os83/87; 11Os14/89; 16Os34/89; 15Os5/916; 15Os100/92 (15Os103/92); 15Os4/94; 11Os107/95; 11Os127/95; 15Os138/96; 15Os39/97; 15Os22/97; 13Os198/96; 15Os112/02; 15Os143/02 (15Os144/02); 15Os63/03; 15Os5/05g; 14Os137/05m; 15Os13/06k; 12Os8/06b; 14Os103/06p; 14Os110/07v; 11Os4/08k; 11Os17/08x; 11Os45/10t; 13Os87/10h; 13Os109/11w; 15Os151/11m; 17Os7/13b (17Os10/13v); 15Os133/13t; 15Os4/14y; 12Os81/14z; 14Os71/15w; 13Os56/15g; 14Os102/15d; 15Os196/15k; 15Os5/16y; 15Os16/16s; 14Os18/17d; 14Os21/17w; 14Os39/17t; 12Os77/17s; 14Os106/17w; 13Os67/18d; 12Os131/17g; 12Os81/18b; 14Os91/19t (14Os92/19i); 15Os77/20t; 15Os90/20d; 13Os112/20z; 15Os74/21b (15Os75/21z); 12Os62/21s; 12Os5/22k; 15Os85/22x; 14Os106/22b; 15Os13/23k; 15Os80/23p; 14Os35/24i; 13Os47/24x; 15Os89/24p; 12Os84/25g; 14Os108/25a; 15Os118/25d; 11Os47/26k; 12Os49/26m

Entscheidungsdatum

01.07.2026

Norm

StPO §281 Abs1 Z3
StPO §345 Abs1 Z4
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die im Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO enthaltene Anführung der Vorschriften, deren Verletzung diesen Nichtigkeitsgrund herstellt, ist eine streng taxative, eine analoge Anwendung auf andere Bestimmungen ist ausgeschlossen.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 214/69
    Entscheidungstext OGH 21.11.1969 10 Os 214/69
  • 9 Os 149/70
    Entscheidungstext OGH 15.12.1970 9 Os 149/70
  • 10 Os 28/71
    Entscheidungstext OGH 12.02.1971 10 Os 28/71
    Beisatz: Verletzung des § 39 Abs 2 JGG. (T1)
  • 10 Os 95/72
    Entscheidungstext OGH 15.09.1972 10 Os 95/72
    nur: Die im § 281 Abs 1 Z 3 StPO enthaltene Anführung der Vorschriften, deren Verletzung diesen Nichtigkeitsgrund herstellt, ist eine streng taxative. (T2)
  • 9 Os 113/74
    Entscheidungstext OGH 16.10.1974 9 Os 113/74
    nur T2; Beisatz: Verletzung des § 276a letzter Satz StPO. (T3)
  • 9 Os 50/76
    Entscheidungstext OGH 20.10.1976 9 Os 50/76
    nur T2
  • 9 Os 84/77
    Entscheidungstext OGH 26.07.1977 9 Os 84/77
    Auch
  • 9 Os 46/80
    Entscheidungstext OGH 15.04.1980 9 Os 46/80
    Beisatz: Verletzung des § 202 StPO. (T4)
  • 9 Os 55/81
    Entscheidungstext OGH 05.05.1981 9 Os 55/81
    nur T2
  • 12 Os 55/82
    Entscheidungstext OGH 06.05.1982 12 Os 55/82
    nur T2; Beisatz: Unterbliebene oder verspätete Zustellung des Dekretes über die Bestellung eines Verteidigers nach § 41 Abs 2 StPO daher ebensowenig mit Nichtigkeit bedroht wie eine verspätete Vorführung zur Hauptverhandlung, sofern nur nicht die Verhandlung in Abwesenheit des Angeklagten durchgeführt wurde (§ 427 StPO). (T5)
  • 12 Os 121/82
    Entscheidungstext OGH 17.05.1983 12 Os 121/82
    nur T2
  • 11 Os 87/84
    Entscheidungstext OGH 03.07.1984 11 Os 87/84
    nur T2
  • 9 Os 24/85
    Entscheidungstext OGH 17.04.1985 9 Os 24/85
    nur T2
  • 9 Os 160/86
    Entscheidungstext OGH 03.12.1986 9 Os 160/86
    Vgl auch; Beisatz: Erschöpfende Aufzählung (T6)
  • 13 Os 41/87
    Entscheidungstext OGH 02.04.1987 13 Os 41/87
    Beisatz: Die Verletzung anderer Vorschriften, die den in § 281 Abs 1 Z 3 StPO taxativ angeführten Gesetzesbestimmungen angeblich gleichkommen (so § 3 StPO; Art 6 Abs 3 lit a MRK), vermag eine solche Nichtigkeit (Z 3) nicht zu bewirken. (T7)
  • 11 Os 62/87
    Entscheidungstext OGH 21.07.1987 11 Os 62/87
    Veröff: SSt 58/55
  • 15 Os 83/87
    Entscheidungstext OGH 15.07.1988 15 Os 83/87
  • 11 Os 14/89
    Entscheidungstext OGH 21.02.1989 11 Os 14/89
    nur T2
  • 16 Os 34/89
    Entscheidungstext OGH 13.10.1989 16 Os 34/89
  • 15 Os 5/916
    Entscheidungstext OGH 29.08.1991 15 Os 5/916
  • 15 Os 100/92
    Entscheidungstext OGH 27.05.1993 15 Os 100/92
  • 15 Os 4/94
    Entscheidungstext OGH 30.06.1994 15 Os 4/94
    Vgl auch; Beisatz: Zu § 276a StPO. (T8)
    Veröff: EvBl 1994/164 S 776
  • 11 Os 107/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 11 Os 107/95
  • 11 Os 127/95
    Entscheidungstext OGH 12.12.1995 11 Os 127/95
    nur T2
  • 15 Os 138/96
    Entscheidungstext OGH 05.09.1996 15 Os 138/96
    nur T2; Beisatz: § 162a Abs 2 StPO zählt nicht zu jenen Bestimmungen, die nach § 281 Abs 1 Z 3 StPO - in erschöpfender Aufzählung - unter Nichtigkeitssanktion stehen. (T9)
  • 15 Os 39/97
    Entscheidungstext OGH 24.04.1997 15 Os 39/97
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T9
  • 15 Os 22/97
    Entscheidungstext OGH 20.03.1997 15 Os 22/97
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 13 Os 198/96
    Entscheidungstext OGH 07.05.1997 13 Os 198/96
    nur T2
  • 15 Os 112/02
    Entscheidungstext OGH 10.10.2002 15 Os 112/02
    Auch
  • 15 Os 143/02
    Entscheidungstext OGH 12.12.2002 15 Os 143/02
    Beisatz: Auf Nebengesetze, die nach dem Inkrafttreten der Strafprozessordnung erlassen worden sind, lässt sich dieser Nichtigkeitsgrund nur dann anzuwenden, wenn in diesen Nebengesetzen die Verletzung bestimmter Vorschriften ausdrücklich mit Nichtigkeit bedroht ist. (T10)
  • 15 Os 63/03
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 15 Os 63/03
    Auch
  • 15 Os 5/05g
    Entscheidungstext OGH 03.03.2005 15 Os 5/05g
    Auch; nur T2
  • 14 Os 137/05m
    Entscheidungstext OGH 17.02.2006 14 Os 137/05m
    Auch; nur T2; Beis ähnlich T10
  • 15 Os 13/06k
    Entscheidungstext OGH 16.03.2006 15 Os 13/06k
    Auch
  • 12 Os 8/06b
    Entscheidungstext OGH 23.03.2006 12 Os 8/06b
    Auch
  • 14 Os 103/06p
    Entscheidungstext OGH 10.10.2006 14 Os 103/06p
    Auch
  • 14 Os 110/07v
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 14 Os 110/07v
    Auch; Beisatz: Daher nicht anwendbar auf die nach Ansicht des Beschwerdeführers zu Unrecht unterlassene Zustellung der Beschlüsse auf Beigebung eines Verteidigers nach § 41 Abs 2 StPO und auf Verhängung der Untersuchungshaft an den Verteidiger. (T11)
  • 11 Os 4/08k
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 4/08k
    Vgl auch; Beisatz: Die Bestimmungen über die Zustellung der Anklageschrift zählen nicht dazu. (T12)
  • 11 Os 17/08x
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 17/08x
    Auch
  • 11 Os 45/10t
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 11 Os 45/10t
    Vgl auch
  • 13 Os 87/10h
    Entscheidungstext OGH 07.04.2011 13 Os 87/10h
    Auch
  • 13 Os 109/11w
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 109/11w
    Auch; Beisatz: Hier: Anwesenheit eines Zeugen in der Hauptverhandlung entgegen § 248 Abs 1 zweiter Satz StPO. (T13)
  • 15 Os 151/11m
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 151/11m
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl
  • 15 Os 133/13t
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 15 Os 133/13t
    Auch; Beis wie T13
  • 15 Os 4/14y
    Entscheidungstext OGH 19.02.2014 15 Os 4/14y
    Auch
  • 12 Os 81/14z
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 12 Os 81/14z
    Auch
  • 14 Os 71/15w
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 71/15w
    Auch
  • 13 Os 56/15g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 13 Os 56/15g
    Vgl; Beisatz: Hier: Behauptete Verweigerung der Akteneinsicht an den Beschwerdeführer. (T14)
  • 14 Os 102/15d
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 102/15d
  • 15 Os 196/15k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2016 15 Os 196/15k
  • 15 Os 5/16y
    Entscheidungstext OGH 17.02.2016 15 Os 5/16y
    Auch
  • 15 Os 16/16s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2016 15 Os 16/16s
    Auch
  • 14 Os 18/17d
    Entscheidungstext OGH 04.04.2017 14 Os 18/17d
    Auch; Beisatz: Hier: Das Recht eines der Gerichtssprache unkundigen Angeklagten auf Übersetzung verlesener Aktenbestandteile und das Anhörungsrecht nach § 252 Abs 3 StPO sind von Z 3 nicht erfasst, sondern ‑ entsprechende Antragstellung vorausgesetzt ‑ durch § 281 Abs 1 Z 4 StPO geschützt. (T15)
  • 14 Os 21/17w
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 21/17w
  • 14 Os 39/17t
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 14 Os 39/17t
    Auch
  • 12 Os 77/17s
    Entscheidungstext OGH 12.10.2017 12 Os 77/17s
    Auch
  • 14 Os 106/17w
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 106/17w
    Auch
  • 13 Os 67/18d
    Entscheidungstext OGH 27.06.2018 13 Os 67/18d
    Auch
  • 12 Os 131/17g
    Entscheidungstext OGH 21.06.2018 12 Os 131/17g
    Auch
  • 12 Os 81/18b
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 12 Os 81/18b
    Auch
  • 14 Os 91/19t
    Entscheidungstext OGH 07.10.2019 14 Os 91/19t
    Vgl
  • 15 Os 77/20t
    Entscheidungstext OGH 31.08.2020 15 Os 77/20t
    Vgl
  • 15 Os 90/20d
    Entscheidungstext OGH 06.11.2020 15 Os 90/20d
    Vgl
  • 13 Os 112/20z
    Entscheidungstext OGH 17.02.2021 13 Os 112/20z
    Vgl; Beisatz: Die Bestimmung des § 160 Abs 2 dritter Satz StPO ist nicht mit Nichtigkeit bewehrt und fällt daher nicht in den Schutzbereich des § 345 Abs 1 Z 4 StPO. (T16)
  • 15 Os 74/21b
    Entscheidungstext OGH 15.09.2021 15 Os 74/21b
    Vgl
  • 12 Os 62/21s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2021 12 Os 62/21s
    Vgl
  • 12 Os 5/22k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2022 12 Os 5/22k
    Vgl
  • 15 Os 85/22x
    Entscheidungstext OGH 18.10.2022 15 Os 85/22x
    Vgl
  • 14 Os 106/22b
    Entscheidungstext OGH 24.01.2023 14 Os 106/22b
    Vgl
  • 15 Os 13/23k
    Entscheidungstext OGH 24.05.2023 15 Os 13/23k
    vgl
  • 15 Os 80/23p
    Entscheidungstext OGH 29.06.2023 15 Os 80/23p
    vgl
  • 14 Os 35/24i
    Entscheidungstext OGH 19.06.2024 14 Os 35/24i
    vgl
  • 13 Os 47/24x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2024 13 Os 47/24x
    vgl
  • 15 Os 89/24p
    Entscheidungstext OGH 09.10.2024 15 Os 89/24p
    vgl
  • 12 Os 84/25g
    Entscheidungstext OGH 17.09.2025 12 Os 84/25g
    vgl
  • 14 Os 108/25a
    Entscheidungstext OGH 13.01.2026 14 Os 108/25a
    vgl
  • 15 Os 118/25d
    Entscheidungstext OGH 25.03.2026 15 Os 118/25d
    vgl
  • 11 Os 47/26k
    Entscheidungstext OGH 19.05.2026 11 Os 47/26k
    vgl; Beisatz wie T15
  • 12 Os 49/26m
    Entscheidungstext OGH 01.07.2026 12 Os 49/26m
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0099118

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.08.2026

Dokumentnummer

JJR_19691121_OGH0002_0100OS00214_6900000_001

Rechtssatz für 13Ns13/92; 11Ns17/93; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096914

Geschäftszahl

13Ns13/92; 11Ns17/93; 13Ns6/94; 15Os82/95; 15Os178/95 (15Os179/95); 11Ns2/97; 11Os50/01; 13Os181/01; 11Ns16/03; 11Os74/03; 15Os177/03 (15Os178/03); 15Os75/05a; 11Ns80/07i; 12Os11/08x; 1Präs2690-4316/08d; 1Präs2690-213/09y; 1Präs2690-753/09k; 1Präs2690-1667/09x; 12Os125/08m; 15Os14/09m; 1Präs2690-4129/09f; 12Ns44/09f; 14Os9/09v (14Os10/09s); 1Präs2690-5186/09x; 1Präs2690-5167/09b; 1Präs2690-5316/09i; 1Präs1521-5612/09v; 1Präs2690-849/10d; 1Präs2690-1115/10x; 1Präs2690-1708/10b; 1Präs2690-1643/10v; 11Os27/10w; 1Präs2690-4437/10a; 12Ns93/10p; 9Nc6/11y; 9Nc7/11w; 9Nc19/11k; 9Nc7/12x; 6Nc18/11s; 9Nc8/12v; 12Ns38/12b; 9Nc37/12h; 12Ns88/12f; 12Ns14/13z; 15Os110/12h (15Os144/12h); 12Ns28/13h (12Ns29/13f); 13Os24/13y; 7Nc16/13g; 17Os7/13b (17Os10/13v); 23Ns2/14t; 7Nc19/14z; 12Ns41/14x; 8Nc27/15k; 12Ns27/17t; 8Nc35/17i; 13Os139/17s; 2Nc6/19h; 14Os41/19i; 15Os8/20w; 2Dg1/20w; 13Os20/20w; 14Os14/21x; 12Ns30/21i; 15Os54/21m (15Os55/21h); 15Os137/21t; 12Os23/22g (12Os24/22d); 11Os104/21k; 12Os64/22m; 23Ds3/22a; 12Ns21/23v; 15Os99/23g; 504Präs1/24t; 11Ns62/24t; 12Ns59/24h; 14Os130/23h; 14Os40/24z; 2Nc12/25z; 14Os61/23m; 504Präs12/26p; 504Präs22/26h

Entscheidungsdatum

01.07.2026

Norm

StPO §43 Abs1 Z3
StPO §72
  1. StPO § 43 heute
  2. StPO § 43 gültig von 01.06.2009 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  3. StPO § 43 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  4. StPO § 43 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  5. StPO § 43 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2007

Rechtssatz

Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. Es kommt nicht nur darauf an, ob sich der Richter befangen fühlt oder nicht, es genügt grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit, wofür freilich zureichende Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen.

Entscheidungstexte

  • 13 Ns 13/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 13 Ns 13/92
  • 11 Ns 17/93
    Entscheidungstext OGH 13.05.1993 11 Ns 17/93
    nur: Es kommt nicht nur darauf an, ob sich der Richter befangen fühlt oder nicht, es genügt grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit, wofür freilich zureichende Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. (T1)
  • 13 Ns 6/94
    Entscheidungstext OGH 06.07.1994 13 Ns 6/94
  • 15 Os 82/95
    Entscheidungstext OGH 29.06.1995 15 Os 82/95
  • 15 Os 178/95
    Entscheidungstext OGH 11.01.1996 15 Os 178/95
    Beisatz: Befangenheitsanschein bejaht. (T2)
  • 11 Ns 2/97
    Entscheidungstext OGH 27.05.1997 11 Ns 2/97
    Beis wie T2
  • 11 Os 50/01
    Entscheidungstext OGH 08.05.2001 11 Os 50/01
  • 13 Os 181/01
    Entscheidungstext OGH 27.03.2002 13 Os 181/01
    Auch; Beisatz: Die gesetzeskonforme Wahrnehmung von Amtspflichten, wie die urteilsmäßige Erledigung eines gegen einen Tatbeteiligten anhängig gewesenen Strafverfahrens oder eine außerhalb der Hauptverhandlung vorgenommene Überprüfung, ob alle Ergebnisse der polizeilichen Erhebungstätigkeit im Gerichtsakt vollständig dokumentiert sind, erweckt den Anschein der Befangenheit ebensowenig wie die Tatsache, dass sich ein Mitglied des Gerichtes nicht im Sinn eines Antrages des Beschwerdeführers verhält. (T3)
  • 11 Ns 16/03
    Entscheidungstext OGH 09.09.2003 11 Ns 16/03
    Auch; nur: Befangenheit liegt vor, wenn eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde Motive gegeben ist. Es genügt grundsätzlich schon der Anschein einer Befangenheit, wofür freilich zureichende Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen. (T4)
  • 11 Os 74/03
    Entscheidungstext OGH 11.11.2003 11 Os 74/03
    Auch; nur: Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. (T5)
    Beisatz: Eine verfahrensrelevante Befangenheit des Vorsitzenden des Schwurgerichtshofes kann sich nur dadurch äußern, dass er das Verfahren in einer Weise leitet, die seine Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit in Frage stellt. (T6)
  • 15 Os 177/03
    Entscheidungstext OGH 22.04.2004 15 Os 177/03
    nur T1
  • 15 Os 75/05a
    Entscheidungstext OGH 03.11.2005 15 Os 75/05a
    Vgl auch; Beisatz: Keine Befangenheit des beisitzenden Richters angesichts einer nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren seitens des Verteidigers erstatteten Strafanzeige. (T7)
  • 11 Ns 80/07i
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Ns 80/07i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Freundschaftliche, über bloß formale kollegiale hinausgehende Kontakte eines Richters des Oberlandesgerichts, der Vater der Antragsteller ist - Befangenheit sämtlicher Richter des Oberlandesgerichts bejaht. (T8)
  • 12 Os 11/08x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 11/08x
    Auch; nur: Befangenheit liegt vor, wenn ein Richter an eine Rechtssache nicht mit voller Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit herantritt, somit eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist. (T9)
    Beisatz: Beisatz: Eine solche kann in der fehlenden Bereitschaft zum Ausdruck kommen, eine vor Schluss des Beweisverfahrens gefasste Meinung über die Schuld oder Unschuld eines Angeklagten nach Maßgabe nachfolgender Verfahrensergebnisse entsprechend zu ändern. (T10)
    Beisatz: Die gesetzeskonforme Wahrnehmung von Amtspflichten (hier §§ 232, 245 Abs 1 StPO) begründet keinen Befangenheitsanschein, selbst wenn sie von (an sich überflüssigen - § 52 Abs 1 bis 3 Geo) persönlichen Bemerkungen begleitet werden. (T11)
  • 1 Präs 2690-4316/08d
    Entscheidungstext OGH 25.09.2008 1 Präs 2690-4316/08d
    Vgl; Beisatz: Angesichts der Anzeigeflut und der erkennbaren Tendenz des Beschwerdeführers, alle mit diesen Anzeigen befassten Richter, die nicht in seinem Sinn entschieden haben, durch eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs auszuschalten, liegen auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass auch die Richter des 14. Senats des Obersten Gerichtshofs bereits vom Genannten angezeigt wurden und wegen seiner auch für jedermann erkennbaren aufgezeigten Intention keine Gründe vor, die volle Unbefangenheit und Unparteilichkeit der im Spruch genannten Richter und Richterinnen in Zweifel zu ziehen. Andernfalls läge es in der Hand einer Partei, sich durch bloße Anzeigeerstattung dem gesetzlichen Richter zu entziehen oder sogar ganze Gerichte auszuschalten. (T12)
  • 1 Präs 2690-213/09y
    Entscheidungstext OGH 19.01.2009 1 Präs 2690-213/09y
    Auch; Beisatz: Ob Gründe vorliegen, die geeignet sind, die volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit eines Richters in Zweifel zu ziehen, kann nur beurteilt werden, wenn konkrete Ablehnungsgründe gegen einen bestimmten Richter vorgebracht werden. (T13)
  • 1 Präs 2690-753/09k
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 1 Präs 2690-753/09k
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Die pauschale Ablehnung eines ganzen Gerichtshofs ist nicht zulässig. (T14)
  • 1 Präs 2690-1667/09x
    Entscheidungstext OGH 14.04.2009 1 Präs 2690-1667/09x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Der Präsident, der Vizepräsident, Senatspräsidenten und Senatspräsidentinnen, die Richter und Richterinnen jenes Oberlandesgerichts, welches über die Berufung des Beschuldigten, der in erster Instanz wegen des Vergehens der gefährlichen Drohung zum Nachteil einer der Richterinnen dieses Oberlandesgerichts zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war, zu entscheiden gehabt hätte, zeigten an, dass sie zu der bedrohten Richterin freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Das Bestehen solcher Beziehungen ist geeignet, die volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit zweifelhaft erscheinen zu lassen und damit einen Ausschließungsgrund zu verwirklichen. Da aufgrund der Ausgeschlossenheit beinahe sämtlicher Richter des eigentlich zuständigen Oberlandesgerichts keine Bildung eines Senats, der über die Berufung des Beschuldigten entscheiden hätte können, mehr möglich war, wurde die Rechtssache vom Obersten Gerichtshof an ein anderes Oberlandesgericht übertragen. (T15)
  • 12 Os 125/08m
    Entscheidungstext OGH 15.01.2009 12 Os 125/08m
    Vgl; Beisatz: Der Umstand, dass Beweisergebnisse aus einem anderen Verfahren in derselben Gerichtsabteilung zum einen auf Grund des in § 140 Abs 1 Z 4 StPO statuierten Verbotes, zum anderen infolge einer Aussageverweigerung der Zeugin nicht verwertbar, dem Richter aber dennoch bekannt waren, spricht für sich allein nicht gegen dessen Unvoreingenommenheit im hier angesprochenen Berufungsverfahren, in dem dieser Richter als Mitglied des Rechtsmittelsenats an der Berufungsverhandlung und Entscheidung mitwirkte. (T16)
    Beisatz: Die Ausschlussgründe im Sinn des § 43 StPO stellen auf einen Bezug zur selben Straftat bzw zum selben Verfahren (Sache) ab, weshalb auch die Mitwirkung eines Richters an einem abgesondert geführten Verfahren gegen Mittäter oder sonstige Tatbeteiligte keine Ausschließung begründet. Gleiches gilt - mangels gesetzlicher Differenzierung - auch für den Bereich des Rechtsmittelverfahrens (vgl § 43 Abs 3 StPO). (T17)
  • 15 Os 14/09m
    Entscheidungstext OGH 15.04.2009 15 Os 14/09m
    nur T5
  • 1 Präs 2690-4129/09f
    Entscheidungstext OGH 03.09.2009 1 Präs 2690-4129/09f
    Auch; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 12 Ns 44/09f
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 12 Ns 44/09f
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Ein Ablehnungsantrag setzt eine konkret-aktuelle Kompetenz der hievon betroffenen Richter in einem (bereits) anhängigen (und noch nicht rechtskräftig beendeten) Verfahren voraus. (T18)
  • 14 Os 9/09v
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 14 Os 9/09v
    Vgl; Beisatz: Ausgeschlossenheit iSd § 43 Abs 1 Z 3 StPO liegt nur bei begründet erscheinender Annahme vor, der Richter sei - ungeachtet einer vorläufigen, dem Verfahrensstand angepassten, zumeist unwillkürlich vonstatten gehenden und einer sachgerechten Stoffsammlung keineswegs hinderlichen Meinungsbildung - auch angesichts allfälliger gegenteiliger Verfahrensergebnisse nicht gewillt, seine Einschätzung zu ändern (WK-StPO § 43 Rz 12). (T19)
    Beisatz: Im Übrigen sind weder der Umstand, dass sich die Rechtsansicht des Richters nicht mit jener des Angeklagten deckt, noch die gesetzeskonforme Erfüllung von Dienstpflichten oder die - vom Schöffengericht vorgenommene - Abweisung von Beweisanträgen per se geeignet, Unvoreingenommenheit oder Unparteilichkeit des Vorsitzenden in Zweifel zu ziehen (vgl dazu WK-StPO § 43 Rz 9 ff). (T20)
  • 1 Präs 2690-5186/09x
    Entscheidungstext OGH 09.11.2009 1 Präs 2690-5186/09x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13
  • 1 Präs 2690-5167/09b
    Entscheidungstext OGH 18.11.2009 1 Präs 2690-5167/09b
    Vgl auch; Beisatz: Das Bestehen freundschaftlicher Beziehungen ist geeignet, die volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit zweifelhaft erscheinen zu lassen und damit einen Ausschließungsgrund zu verwirklichen. (T21)
  • 1 Präs 2690-5316/09i
    Entscheidungstext OGH 20.11.2009 1 Präs 2690-5316/09i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13; Beis wie T14
  • 1 Präs 1521-5612/09v
    Entscheidungstext OGH 03.12.2009 1 Präs 1521-5612/09v
    Vgl auch; nur T1 nur: Der Anschein der Befangenheit genügt. (T22)
    Beis wie T2
  • 1 Präs 2690-849/10d
    Entscheidungstext OGH 08.02.2010 1 Präs 2690-849/10d
    Vgl auch; Beis wie T13; Beis ähnlich wie T14
  • 1 Präs 2690-1115/10x
    Entscheidungstext OGH 25.02.2010 1 Präs 2690-1115/10x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T13
  • 1 Präs 2690-1708/10b
    Entscheidungstext OGH 07.04.2010 1 Präs 2690-1708/10b
    Vgl auch; Beisatz: Unzulässige, rechtsmissbräuchlich wiederholte Ablehnungsanträge müssen nicht zum Gegenstand weiterer gerichtlicher Entscheidungen gemacht werden. (T23)
  • 1 Präs 2690-1643/10v
    Entscheidungstext OGH 07.04.2010 1 Präs 2690-1643/10v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T15
  • 11 Os 27/10w
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 11 Os 27/10w
    Auch; nur T9
  • 1 Präs 2690-4437/10a
    Entscheidungstext OGH 07.09.2010 1 Präs 2690-4437/10a
    Vgl auch; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 12 Ns 93/10p
    Entscheidungstext OGH 03.12.2010 12 Ns 93/10p
    Vgl
  • 9 Nc 6/11y
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 9 Nc 6/11y
  • 9 Nc 7/11w
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 Nc 7/11w
    Vgl
  • 9 Nc 19/11k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 Nc 19/11k
  • 9 Nc 7/12x
    Entscheidungstext OGH 20.03.2012 9 Nc 7/12x
    nur T1
  • 6 Nc 18/11s
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Nc 18/11s
    Vgl; Bem: Mit ausführlicher Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des EGMR. (T24)
  • 9 Nc 8/12v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 Nc 8/12v
    Auch
  • 12 Ns 38/12b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2012 12 Ns 38/12b
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T21; Beisatz: Derartige persönliche Kontakte, die weit über ein bloßes dienstliches Begegnungsverhältnis hinausgehen, stellen äußere Umstände iSd § 43 Abs 1 Z 3 StPO dar, die geeignet sind, bei einem verständig würdigenden objektiven Beurteiler naheliegende Zweifel an der unvoreingenommenen und unparteilichen Dienstverrichtung zu wecken (Lässig, WK‑StPO § 43 Rz 10 f). (T25)
  • 9 Nc 37/12h
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 Nc 37/12h
  • 12 Ns 88/12f
    Entscheidungstext OGH 03.01.2013 12 Ns 88/12f
    Vgl auch; Beisatz: Mitwirkung im Disziplinarverfahren über die Suspendierung des Angeklagten. (T26)
  • 12 Ns 14/13z
    Entscheidungstext OGH 20.03.2013 12 Ns 14/13z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Mitwirkung an der Entscheidung über die Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen die Angeklagten. (T27)
  • 15 Os 110/12h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 110/12h
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T11, Beis wie T20; Beisatz: Eine behauptete Freundschaft des Vorsitzenden mit einem - selbst unparteilichen (§ 126 Abs 4 StPO) – Sachverständigen ist per se nicht geeignet, Unvoreingenommenheit oder Unparteilichkeit des Vorsitzenden in Zweifel zu ziehen. (T28)
  • 12 Ns 28/13h
    Entscheidungstext OGH 25.04.2013 12 Ns 28/13h
    Vgl auch; Auch Beis wie T26; Auch Beis wie T27
  • 13 Os 24/13y
    Entscheidungstext OGH 16.05.2013 13 Os 24/13y
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T3; Beisatz: Da der Zweck des Erkenntnisverfahrens gerade darin liegt, zu überprüfen, ob die in der Hauptverhandlung vorgekommenen Beweismittel (§ 258 Abs 1 StPO) den der Anklage zu Grunde liegenden Tatverdacht (§ 210 Abs 1 StPO) im Sinn eines Schuldspruchs (§ 260 Abs 1 Z 2 StPO) verdichten oder zu einem Freispruch führen, indiziert die angebliche Erklärung des Vorsitzenden im Zuge der Urteilsbegründung, dass im gegenständlichen Strafverfahren „von Anfang an“ Verdachtsmomente dahin bestanden haben, dass „etwas getürkt worden“ sei und dass sich eben dieser Verdacht im Beweisverfahren bewahrheitet habe den angesprochenen Ausschließungsgrund nicht. (T29)
    Beisatz: Die gesetzeskonforme Erfüllung von Dienstpflichten ist nämlich per se nicht geeignet, die Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit des Handelnden in Zweifel zu setzen. (T30)
  • 7 Nc 16/13g
    Entscheidungstext OGH 04.09.2013 7 Nc 16/13g
    Beisatz: Hier: Erstattung von Gutachten für eine Partei in der Vergangenheit. (T31)
  • 17 Os 7/13b
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 7/13b
    Vgl auch; Beisatz: Die Würdigung von Beweisen in einer den Intentionen des Beschwerdeführers zuwiderlaufenden Weise (vgl § 258 Abs 2 StPO) weckt ebenso wenig Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Vorsitzenden wie die Nichtannahme eines Milderungsgrundes oder die Zustellung einer Fehler enthaltenden Ausfertigung des Protokolls über die Hauptverhandlung. (T32)
  • 23 Ns 2/14t
    Entscheidungstext OGH 20.03.2014 23 Ns 2/14t
    Auch; Beis wie T19; Beis wie T20
  • 7 Nc 19/14z
    Entscheidungstext OGH 04.06.2014 7 Nc 19/14z
    Auch; nur T5
  • 12 Ns 41/14x
    Entscheidungstext OGH 02.06.2014 12 Ns 41/14x
    Vgl auch; Beis wie T27
  • 8 Nc 27/15k
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 8 Nc 27/15k
    Auch
  • 12 Ns 27/17t
    Entscheidungstext OGH 21.04.2017 12 Ns 27/17t
    Auch; Beisatz: Der äußere Anschein von Befangenheit ist bei einem Richter, der die Tatsachenkontrolle (§ 362 Abs 1 StPO) in Bezug auf ein Verfahren ausübt, an welchem eine zu ihm im Angehörigenverhältnis (§ 72 StGB) stehende Person als Staatsanwältin mitgewirkt hat, zu bejahen. (T33)
  • 8 Nc 35/17i
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 Nc 35/17i
  • 13 Os 139/17s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 139/17s
    Auch; Beis wie T32
  • 2 Nc 6/19h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2019 2 Nc 6/19h
    nur T22; Beis wie T21
  • 14 Os 41/19i
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 41/19i
    Auch; Beisatz: Bei der Beurteilung, ob persönliche Beziehungen eines Richters zu einer Prozesspartei aus § 43 Abs 1 Z 3 StPO beachtlich sind, kommt der Dauer und der Intensität des Naheverhältnisses maßgebliche Bedeutung zu (Anm: So schon 13 Os 43/14v). (T34)
    Beisatz: Hier: Keine Befangenheit eines Richters, dessen „private Kontakte“ zu einem befreundeten Richterkollegen (als einem von zahlreichen Opfern gegen Richter und Beamte gerichteter gefährlicher Drohungen) in den letzten zehn Jahren auf ein bis zwei mit dienstlichem Ausgangspunkt geführte Telefonate pro Jahr beschränkt waren, während außerdienstliche Treffen nicht stattfanden. (T35)
  • 15 Os 8/20w
    Entscheidungstext OGH 10.04.2020 15 Os 8/20w
    Vgl
  • 2 Dg 1/20w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2020 2 Dg 1/20w
    Vgl; nur T5
  • 13 Os 20/20w
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 13 Os 20/20w
    Vgl; Beis wie T30
  • 14 Os 14/21x
    Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 14/21x
    Vgl; Beis wie T25; Beis wie T34
  • 12 Ns 30/21i
    Entscheidungstext OGH 29.04.2021 12 Ns 30/21i
    Vgl; Beis wie T26; Beis wie T27
  • 15 Os 54/21m
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 15 Os 54/21m
    Vgl
  • 15 Os 137/21t
    Entscheidungstext OGH 26.01.2022 15 Os 137/21t
    Vgl
  • 12 Os 23/22g
    Entscheidungstext OGH 02.06.2022 12 Os 23/22g
    Vgl; Beis wie T3
  • 11 Os 104/21k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2022 11 Os 104/21k
    Vgl; Beis wie T32; Beisatz: Hier: Bild- und Tonaufnahmen während Verhandlungspausen. (T36)
  • 12 Os 64/22m
    Entscheidungstext OGH 29.09.2022 12 Os 64/22m
    Vgl; Beis wie T32
  • 23 Ds 3/22a
    Entscheidungstext OGH 07.12.2022 23 Ds 3/22a
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T10; Beis wie T32
  • 12 Ns 21/23v
    Entscheidungstext OGH 27.03.2023 12 Ns 21/23v
    vgl; Beisatz wie T20
  • 15 Os 99/23g
    Entscheidungstext OGH 08.11.2023 15 Os 99/23g
    vgl; Beisatz wie T20; Beisatz wie T32
  • 504 Präs 1/24t
    Entscheidungstext OGH 29.01.2024 504 Präs 1/24t
    vgl; Beisatz wie T11
  • 11 Ns 62/24t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2024 11 Ns 62/24t
    vgl; Beisatz wie T15; Beisatz wie T21
  • 12 Ns 59/24h
    Entscheidungstext OGH 04.09.2024 12 Ns 59/24h
    vgl; Beisatz wie T34
  • 14 Os 130/23h
    Entscheidungstext OGH 03.09.2024 14 Os 130/23h
    vgl
  • 14 Os 40/24z
    Entscheidungstext OGH 08.10.2024 14 Os 40/24z
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T30
  • 2 Nc 12/25z
    Entscheidungstext OGH 11.03.2025 2 Nc 12/25z
    Beisatz: Hier: Kein Anschein der Befangenheit bei bloßer Bekanntschaft ohne Kontakt (T37)
  • 14 Os 61/23m
    Entscheidungstext OGH 25.03.2025 14 Os 61/23m
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T3; Beisatz wie T4; Beisatz wie T5; Beisatz wie T6; Beisatz wie T9; Beisatz wie T10; Beisatz wie T11; Beisatz wie T17; Beisatz wie T19; Beisatz wie T30
  • 504 Präs 12/26p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2026 504 Präs 12/26p
    vgl
  • 504 Präs 22/26h
    Entscheidungstext OGH 01.07.2026 504 Präs 22/26h
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0096914

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.08.2026

Dokumentnummer

JJR_19920916_OGH0002_0130NS00013_9200000_002

Entscheidungstext 17Os7/13b (17Os10/13v)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Fundstelle

EvBl‑LS 2014/8 = AnwBl 2014,285

Geschäftszahl

17Os7/13b (17Os10/13v)

Entscheidungsdatum

30.09.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 30. September 2013 durch den Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Ratz als Vorsitzenden, den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kirchbacher sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schwab, Dr. Nordmeyer und Dr. Oshidari in Gegenwart der Richteramtsanwärterin MMag. Vasak als Schriftführerin in der Strafsache gegen Dr. Herbert G***** wegen des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt nach Paragraph 302, Absatz eins, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 15. November 2012, GZ 16 Hv 51/12b-121, sowie seine Beschwerde gegen den Beschluss der Vorsitzenden vom 20. März 2013 (ON 149) und seinen Antrag auf außerordentliche Wiederaufnahme des Strafverfahrens nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde, die Berufung gegen den Ausspruch über die Schuld und der Antrag auf außerordentliche Wiederaufnahme werden zurückgewiesen.

Der Beschwerde wird nicht Folge gegeben.

Zur Entscheidung über die Berufung gegen den Ausspruch über die Strafe werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Dr. Herbert G***** des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt nach Paragraph 302, Absatz eins, StGB schuldig erkannt.

Danach hat er von 27. April bis 6. Mai 2009 in Eisenstadt als zuständiger Richter in der Rechtssache der Klägerin Ingrid S***** gegen die Beklagte Ge***** Gesellschaft m.b.H., AZ ***** des Landesgerichts Eisenstadt, mithin (funktional) als Beamter (im Sinn des StGB), mit dem Vorsatz, dadurch (ersichtlich gemeint:) die Ge***** Gesellschaft m.b.H. an ihren Rechten auf Schutz durch anwaltliche Vertretung und auf Überprüfung gerichtlicher Entscheidungen durch das Rechtsmittelgericht zu schädigen, seine Befugnis, im Namen des Bundes als dessen Organ in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte vorzunehmen, wissentlich missbraucht, indem er am 27. April 2009 in dem bezeichneten Verfahren in der Tagsatzung zur mündlichen Streitverhandlung ohne Anwesenheit eines Rechtsanwalts auf Seiten der Beklagten, auf Grund der Erklärung einer demnach postulationsunfähigen Partei und ohne Antrag der Klägerin ein Anerkenntnisurteil fällte, einen Verzicht auf Rechtsmittel und Urteilsausfertigung protokollierte und am 6. Mai 2009 „ohne vorherige Zustellung des Anerkenntnisurteils an die Beklagte oder deren Rechtsvertreter“ die Bestätigung von Rechtskraft und Vollstreckbarkeit dieses Urteils erteilte.

Rechtliche Beurteilung

Die dagegen aus Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer eins, 3, 4, 5, 5 a, 8,, „9“ (Litera a und b) und 10 sowie Paragraph 281 a, StPO ergriffene Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten ist nicht im Recht.

Entgegen der Besetzungsrüge (Ziffer eins,) begründet der Umstand, dass die Vorsitzende des Schöffengerichts das Urteil anhand eines Entscheidungsentwurfs verkündet habe, für sich allein nicht deren Ausgeschlossenheit im Sinn des Paragraph 43, Absatz eins, Ziffer 3, StPO (RIS-Justiz RS0097011). Anhaltspunkte für die Annahme, die Vorsitzende wäre auch angesichts allfälliger gegenteiliger Verfahrensergebnisse nicht gewillt gewesen, von einer bereits vor der Hauptverhandlung gebildeten Meinung über den Fall abzugehen vergleiche RIS-Justiz RS0096733) - wie etwa ein böswilliges oder gar feindseliges Verhalten dem Beschwerdeführer gegenüber (Grabenwarter in Korinek/Holoubek, B-VG EMRK Artikel 6, Rz 61) - vermag dieser nicht darzulegen. Bei der in freier Beweiswürdigung vorgenommenen Beurteilung, ob der behauptete Ausschließungsgrund vorliegt (Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 34, 97 und 132), zog der Oberste Gerichtshof die - keinen Bedenken begegnende - schriftliche Stellungnahme der Vorsitzenden zu einem Antrag des Beschwerdeführers auf Ablehnung ins Kalkül, in welcher sie darlegt, mehrere (auf mögliche unterschiedliche Ergebnisse des Beweisverfahrens abgestimmte) Urteilsvarianten sowie „die rechtlichen Eckpunkte des rechtlich nicht einfachen Tatbestands“ und „die in Rede stehenden zivilprozessualen Bestimmungen“ zur Vorbereitung der Verhandlung und der Beratung (des Schöffensenats) schriftlich ausgefertigt zu haben. Bei der Urteilsverkündung sei auf Ergebnisse des in der Hauptverhandlung durchgeführten Beweisverfahrens Bezug genommen worden, was eine vorgefasste (unabänderliche) Meinung der Vorsitzenden ausschließe (ON 131). Die Würdigung von Beweisen in einer den Intentionen des Beschwerdeführers zuwiderlaufenden Weise vergleiche Paragraph 258, Absatz 2, StPO) weckt ebenso wenig Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Vorsitzenden wie die Nichtannahme eines Milderungsgrundes oder die Zustellung einer Fehler enthaltenden Ausfertigung des Protokolls über die Hauptverhandlung vergleiche im Übrigen die Stellungnahme der Vorsitzenden ON 135, nach welcher eine unkorrigierte Version des Protokolls bloß irrtümlich übermittelt worden sei). Eine daraus resultierende „Einschränkung der Verteidigungsrechte“ ist übrigens schon deshalb ausgeschlossen, weil die Fristen vergleiche ON 1 S 73) zur Ausführung angemeldeter Rechtsmittel durch die neuerliche Zustellung der Urteilsabschrift nach Berichtigung des Protokolls (neu) ausgelöst wurden (Paragraph 271, Absatz 7, letzter Satz StPO).

Die von der Rüge beanstandeten - teils aktenwidrig zitierten - Formulierungen in den Entscheidungsgründen lassen keineswegs den Schluss auf eine unsachliche Entscheidungsfindung zu und wecken daher unter dem Aspekt des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes keine Bedenken.

Nominell im Rahmen der Besetzungsrüge (der Sache nach Ziffer 3,) beantragt der Beschwerdeführer, „es möge amtswegig überprüft werden, ob“ „die beiden Schöffinnen gehörig vereidigt worden sind“, behauptet damit aber das Vorliegen eines Nichtigkeitsgrundes nicht deutlich und bestimmt. Bloß der Vollständigkeit halber wird daher angemerkt, dass die Vorsitzende nach dem unbedenklichen vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 312) Protokoll über die Hauptverhandlung (unter Angabe des jeweiligen Aktenzeichens) feststellte, dass die beiden Schöffinnen im Lauf des Jahres 2012 beeidigt worden seien (ON 120 S 3), womit der Vorschrift des Paragraph 240 a, vergleiche dort Absatz 3,) StPO Genüge getan wurde. Welchen Nichtigkeitsgrund der Umstand verwirklichen soll, dass die Schöffinnen „keine einzige Frage“ gestellt und „auch sonst kein einziges Wort“ geäußert hätten, legt die weitere Rüge nicht dar.

Ein - nicht einmal konkretisiertes - Fehlen von Teilen des Hauptverhandlungsprotokolls steht nicht unter Nichtigkeitssanktion (Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 262; Danek, WK-StPO Paragraph 271, Rz 5; vergleiche RIS-Justiz RS0113211). Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auf die Erledigung der Beschwerde (Paragraph 271, Absatz 7, in Verbindung mit Paragraph 270, Absatz 3, StPO) zu verweisen.

Weshalb aus nach Ansicht des Beschwerdeführers „evidenter Unwahrheit“ der Aussage des Zeugen Johann P***** ein Verbot dessen Vernehmung aus einem der in Paragraph 155, Absatz eins, Ziffer 4, StPO genannten Gründe resultieren soll, macht die Verfahrensrüge (Ziffer 3,) nicht klar vergleiche 17 Os 4/12k; näher dazu Kirchbacher, WK-StPO Paragraph 155, Rz 30 ff).

Im Rahmen der Justizverwaltung ergangene Anordnungen (des Präsidenten des Landesgerichts Eisenstadt) stehen in keinem Zusammenhang mit dem gegenständlichen Strafverfahren, weshalb sich eine inhaltliche Antwort auf das darauf bezogene Vorbringen (nominell Ziffer 3,) verbietet.

Die weitere Verfahrensrüge (Ziffer 3,) erblickt Nichtigkeit in dem Umstand, dass der Beschwerdeführer „sein verfassungsmäßig gewährleistetes Recht auf Gebrauch der kroatischen Amtssprache im Burgenland“ nicht habe wahrnehmen können. Nach ständiger Rechtsprechung liegt Nichtigkeit gemäß Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO nur bei Verletzung einer der dort taxativ aufgezählten oder in (nach Inkrafttreten der StPO erlassenen) Nebengesetzen enthaltenen, ausdrücklich bei sonstiger Nichtigkeit zu beobachtenden Bestimmungen vor (RIS-Justiz RS0099118, RS0099128, RS0099088; Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 193). Hier käme daher ausschließlich eine Durchführung der Hauptverhandlung entgegen den Vorschriften des Paragraph 15, VolksgruppenG (VoGrG) in Betracht (Paragraph 17, Absatz 2, VoGrG). Ein (mit Nichtigkeit bewehrter) Anspruch auf Durchführung der Hauptverhandlung in (neben deutscher auch [vgl Paragraph 15, Absatz 2, VoGrG]) kroatischer Sprache besteht jedoch nach der eindeutigen gesetzlichen Anordnung des (im Verfassungsrang stehenden) Paragraph 13, Absatz eins, VoGrG vergleiche auch die Amtssprachenverordnung, BGBl 1990/231 in der Fassung BGBl 1991/6) nur bei den in der Anlage 2 des VoGrG aufgezählten Gerichten im Burgenland, also nicht beim hier in erster Instanz tätigen Landesgericht für Strafsachen Wien (Bachner-Foregger, WK-StPO Paragraph 56, Rz 8; vergleiche zum Gebrauch der slowenischen Minderheitensprache RIS-Justiz RS0123805; VfGH 16. 12. 2004, B 484/03; zum Fehlen unmittelbarer Anwendbarkeit des Artikel 7, Ziffer 3, erster Satz StV Wien im Anwendungsbereich präziserer Ausführungsvorschriften Kolonovits in Korinek/Holoubek, B-VG StV Wien Artikel 7, Ziffer 2 -, 4, Rz 82 und 84; RIS-Justiz RS0053058). Dass dessen Zuständigkeit erst durch - aus wichtigem Grund, somit rechtskonform (Paragraph 39, Absatz eins, zweiter Satz StPO) erfolgte - Delegierung begründet wurde, ändert daran nichts vergleiche im Übrigen VfGH 29. 9. 1983, B 415/82: Danach zwinge schon die „Beschränkung auf bestimmte Verwaltungs- und Gerichtsbezirke“ Angehörige von Minderheiten, es „hinzunehmen“, dass „die in anderen Bezirken geführten Verwaltungs- oder Gerichtsakten ausschließlich in der Staatssprache angelegt werden“. „Art 7 Ziffer 3, des Staatsvertrages stellt bloß sicher, dass der Angehörige der Minderheit sich auch im Verkehr mit den lokalen Behörden oder Gerichten seiner angestammten Sprache bedienen kann.“). Die Kritik des Beschwerdeführers an - vom Regelungsbereich des Paragraph 17, Absatz 2, VoGrG in Verbindung mit Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO) nicht erfasster - Zustellung der Anklageschrift und Beschlussfassung über die Delegierung des Verfahrens (durch das Oberlandesgericht Wien) ist unter dem Aspekt der geltend gemachten Nichtigkeit unbeachtlich.

Bleibt der Vollständigkeit halber anzumerken, dass - selbst im räumlichen Anwendungsbereich des Paragraph 15, VoGrG vergleiche darüber hinaus Paragraph 13, Absatz 3, VoGrG) - eine Person die Absicht, die Sprache ihrer Volksgruppe in einem Verfahren zu verwenden, widerrufen kann (Paragraph 15, Absatz eins, letzter Satz VoGrG). Vorliegend hat der Beschwerdeführer ausdrücklich auf die Beiziehung der - in der Hauptverhandlung zunächst anwesenden - Dolmetscherin für die kroatische Sprache verzichtet (ON 120 S 19; vergleiche zur Möglichkeit der Verhandlungsführung unter Beiziehung eines Dolmetschers Paragraph 15, Absatz 3, VoGrG). Nicht zuletzt deshalb und weil der (lange Jahre als österreichischer Richter tätig gewesene) Beschwerdeführer unzweifelhaft Beschuldigung (Anklage) und Verhandlungssprache des Gerichts verstanden hat, weckt das erstinstanzliche Verfahren auch sonst unter grundrechtlichen Aspekten keine Bedenken vergleiche Artikel 6, Absatz 3, Litera a und e MRK).

Die weitere Verfahrensrüge (Ziffer 4,) scheitert schon an der erforderlichen Bezugnahme auf einen in der Hauptverhandlung gestellten Antrag des Beschwerdeführers oder gegen dessen Widerspruch gefassten Beschluss.

Die Behauptung (nominell Ziffer 5,), die schriftlich ausgefertigten Entscheidungsgründe wichen von der mündlichen Entscheidungsbegründung (Paragraph 268, StPO) ab, spricht keinen Nichtigkeitsgrund an (RIS-Justiz RS0123342).

Mit dem Hinweis auf den Feststellungen angeblich entgegenstehende Verfahrensergebnisse zeigt die Mängelrüge einen Widerspruch im Sinn des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes (Ziffer 5, dritter Fall) nicht auf (RIS-Justiz RS0117402). Indem der Beschwerdeführer aus Verfahrensergebnissen günstigere Schlussfolgerungen zieht als das Erstgericht (insbesondere zum Vorliegen der subjektiven Tatseite), bekämpft er bloß unzulässig dessen Beweiswürdigung. Da die Tatrichter seine Verantwortung mit mängelfreier Begründung als unglaubwürdig verwarfen (US 7 und 13 ff), waren sie unter dem Aspekt der Urteilsvollständigkeit (Ziffer 5, zweiter Fall) nicht verhalten, sich mit sämtlichen Details seiner Aussage in den Entscheidungsgründen auseinanderzusetzen (RIS-Justiz RS0098642).

Ob der Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt hätte, die von ihm (gesetzwidrig) erteilte Bestätigung der Vollstreckbarkeit nachträglich wieder aufzuheben vergleiche Paragraph 7, Absatz 3, EO), ist angesichts des Erfolgseintritt nicht voraussetzenden Tatbestands des Paragraph 302, Absatz eins, StGB unerheblich und daher nicht erörterungsbedürftig (RIS-Justiz RS0095844 [T9, T10], RS0096386, RS0117499). Genug daran, dass er den Feststellungen zufolge den Vorsatz hatte, die beklagte Partei „in ihrem Recht auf Überprüfbarkeit und Bekämpfbarkeit“ (seiner Entscheidung mit Hilfe eines Rechtsmittels) „durch das zuständige Rechtsmittelgericht“ (US 7) sowie (deutlich genug [US 7 in Verbindung mit US 21 f]) in ihrem Anspruch auf durch die absolute Anwaltspflicht (Paragraph 27, ZPO) gewährleisteten Schutz vor Rechtsnachteilen zu schädigen vergleiche zum Schutzzweck des Paragraph 27, ZPO RIS-Justiz RS0117233; EBRV 888 BlgNR 17. GP, 19; Fucik in Rechberger, Kommentar zur ZPO3 Paragraph 27, Rz 1; Kodek/Mayr, Zivilprozessrecht Rz 255; zur Möglichkeit, einen Verstoß gegen die Anwaltspflicht als Verfahrensmangel mit Berufung geltend zu machen RIS-Justiz RS0110667; Pimmer in Fasching/Konecny2 Paragraph 496, Rz 42; vergleiche auch Paragraph 160, ZPO).

Missbrauch einer Verfahrensvorschrift begründet (nicht anders als bei materiellrechtlichen Bestimmungen) dann Missbrauch der Amtsgewalt, wenn er wissentlich vorgenommen wird und der begleitende Schädigungsvorsatz nicht nur auf Verletzung eines - bloß abstrakten - Rechts auf dieser Vorschrift entsprechenden Gebrauch der Befugnis (mit anderen Worten: auf ordnungsgemäße Führung des Verfahrens [vgl 17 Os 19/12s, EvBl 2013/63, 423; 17 Os 16/12z, EvBl 2013/21, 130]), sondern auf Vereitelung des von dieser Vorschrift verfolgten (Schutz-)Zwecks gerichtet ist vergleiche RIS-Justiz RS0096270, RS0096604). Demnach kommt es nicht darauf an, ob Verfahrensvorschriften „rundweg“ übergangen werden vergleiche 13 Os 5/90, JBl 1990, 807 [mit Glosse von Bertel, der zutreffend unter anderem auf Abgrenzungsschwierigkeiten hinweist]; RIS-Justiz RS0097040, RS0096031; Marek/Jerabek, Korruption und Amtsmissbrauch5 Paragraph 302, Rz 52; Zagler, SbgK Paragraph 302, Rz 129 f) oder ob das dem Täter vorgeworfene Verhalten nach dessen Vorstellung zu einem „materiell unrichtigen“ Hoheitsakt führen soll vergleiche RIS-Justiz RS0117788; Bertel in WK2 StGB Paragraph 302, Rz 95 und 99). Eine - vom Beschwerdeführer ins Treffen geführte - nachträgliche Sanierbarkeit von Verfahrensverstößen mit Hilfe außerordentlicher Rechtsbehelfe ist ohne Belang.

Als nicht entscheidend oder für die Feststellung entscheidender Tatsachen für sich allein erheblich vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 410) kommen die Urteilspassagen zu sonstigen - in keinem Zusammenhang mit dem Schuldspruch stehenden - Vorgängen im gegenständlichen Zivilverfahren, zu den persönlichen Verhältnissen des Angeklagten oder zu allfälliger Gerichtserfahrung des ehemaligen Geschäftsführers der beklagten Partei als Bezugspunkte der Mängelrüge nicht in Betracht.

Das Erstgericht hat eine Negativfeststellung dazu getroffen, ob der Beschwerdeführer die Weigerung des Klagevertreters, ein Anerkenntnisurteil zu beantragen, tatsächlich wahrgenommen habe, und sich dabei auf die von der Mängelrüge ins Treffen geführte Aussage des Zeugen Dr. Ernst Go***** gestützt (US 4 und 9 f). Der Vorwurf der Unvollständigkeit (Ziffer 5, zweiter Fall) geht daher ins Leere. Gleiches gilt für die Aussage des Beschwerdeführers, er habe unmittelbar nach der Tagsatzung zur mündlichen Streitverhandlung Kopien des Anerkenntnisurteils angefertigt und diese den Parteien übergeben vergleiche ON 120 S 43), die der Schöffensenat mit Hinweis auf Zeugenaussagen als widerlegt erachtete (US 18).

Die undifferenziert gemeinsam mit der Mängelrüge erstattete Tatsachenrüge (Ziffer 5 a,) unterlässt es, durch konkrete Argumentation „aus den Akten“ vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 481) erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit des Ausspruchs über entscheidende Tatsachen zu wecken.

Mit dem bloßen Hinweis auf die Verwendung von - in der Anklageschrift nicht enthaltenen - Begriffen in den Entscheidungsgründen, ohne die jeweils erfassten Lebenssachverhalte zu vergleichen, wird eine Überschreitung der Anklage (Ziffer 8,) nicht dargetan vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 502). Im Übrigen stützte das Erstgericht seine Überzeugung, der Beschwerdeführer habe sein gesetzwidriges Vorgehen vertuschen wollen, auf die Protokollierung eines Rechtsmittelverzichts (auch) der unvertretenen beklagten Partei sowie auf die gesetzwidrige Erteilung der Bestätigung von Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des Urteils (US 17 f). Dieses Verhalten war sehr wohl Gegenstand der Anklage (ON 73 S 3 und 9 ff).

Beweiswürdigende Erwägungen des Erstgerichts - wie hier zum Wissensstand des Beschwerdeführers über von ihm verletzte zivilverfahrensrechtliche Vorschriften und seine Verantwortung in der Hauptverhandlung vergleiche US 13 f) - sind nicht Gegenstand des aus Paragraph 262, StPO abgeleiteten grundrechtlichen Überraschungsverbots und können demnach (hier der Sache nach) aus Ziffer 8, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO nicht bekämpft werden (13 Os 80/08a; 12 Os 64/12x).

Die Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera a,) behauptet mit dem Vorbringen, der Beschwerdeführer sei vom Vorliegen eines Anerkenntnisses ausgegangen oder habe dieses als Voraussetzung für ein Anerkenntnisurteil nicht für erforderlich gehalten, der Sache nach einen - auf das Element des Befugnismissbrauchs bezogenen - Tatbildirrtum (RIS-Justiz RS0088950 [T3]). Sie setzt sich damit jedoch in Widerspruch zu den Feststellungen, er habe insofern wissentlich gehandelt (US 6 und 20), vernachlässigt zudem den weiteren Vorwurf (Protokollierung eines Rechtsmittelverzichts der unvertretenen Partei und gesetzwidrige Erteilung der Bestätigung von Rechtskraft und Vollstreckbarkeit) und verfehlt somit den im gesamten Urteilssachverhalt gelegenen (tatsächlichen) Bezugspunkt des materiellen Nichtigkeitsgrundes (RIS-Justiz RS0099810). Weshalb die zivilprozessuale Einordnung der inkriminierten Gesetzesverstöße als Verfahrensmangel oder Nichtigkeitsgrund für das Vorliegen des Tatbestandsmerkmals „Befugnismissbrauch“ vergleiche RIS-Justiz RS0096294) von Bedeutung sein soll, macht das weitere Vorbringen nicht klar.

Die Bestreitung des Schädigungsvorsatzes erschöpft sich in einer Bekämpfung der tatrichterlichen Feststellungen (US 7 in Verbindung mit US 21 f) nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren unzulässigen Schuldberufung.

Der Einwand (Ziffer 9, Litera b,) fehlender Feststellungen zu behaupteten Schuldausschließungsgründen („Zurechnungsunfähigkeit aufgrund des erlittenen Schlaganfalls bzw. der psychischen Erkrankungen“) scheitert am Unterlassen eines Hinweises auf derartige Konstatierungen indizierende Verfahrensergebnisse (RIS-Justiz RS0118580). Auf nach der Urteilsverkündung Vorgefallenes oder mit der Nichtigkeitsbeschwerde vorgelegte Unterlagen kann der Einwand eines Feststellungsmangels schon wegen des hier zur Anwendung kommenden Neuerungsverbots (Ratz, WK-StPO Vor Paragraph 280, Rz 14) nicht gestützt werden. Soweit der Beschwerdeführer dem Erstgericht in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Pflicht zu amtswegiger Wahrheitsforschung vorwirft (der Sache nach Ziffer 5 a,), unterlässt er nicht nur die gebotene Darlegung, wodurch er an sachgerechter Antragstellung in der Hauptverhandlung gehindert war (RIS-Justiz RS0114036), er weist in der Rechtsmittelschrift sogar ausdrücklich darauf hin, seinem Verteidiger „untersagt“ zu haben, die Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens zu beantragen.

Ohne Bezugnahme auf indizierende Verfahrensergebnisse bleibt auch die Forderung nach Feststellungen „zu den zwei von der beklagten Partei schon vor Klagseinbringung abgegebenen schriftlichen Anerkenntnissen“.

Die Subsumtionsrüge (Ziffer 10,) wurde nicht ausgeführt (Paragraph 285 a, Ziffer 2, StPO).

Mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts Graz als Disziplinargericht vergleiche Paragraph 111, Ziffer 2, RStDG) wird (örtliche) Unzuständigkeit des Oberlandesgerichts Wien bei Feststellung der Rechtswirksamkeit der Anklageschrift (ON 89) nicht dargetan (Paragraph 281 a, StPO). Eine solche ergäbe sich auch nicht aus der behaupteten „Befangenheit“ von Richtern dieses Oberlandesgerichts vergleiche im Übrigen zur in dieser Sache ergangenen, abschlägigen Entscheidung über den Antrag auf Delegierung des Verfahrens über den Anklageeinspruch 15 Ns 84/11p).

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher - in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur - schon bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO); ebenso die im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht vorgesehene Berufung gegen den Ausspruch über die Schuld und der Antrag auf außerordentliche Wiederaufnahme des Strafverfahrens, hinsichtlich derer dem Angeklagten kein Antragsrecht zukommt (Paragraph 362, Absatz 3, StPO).

Daraus folgt die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts Wien zur Entscheidung über die Berufung (Paragraph 285 i, StPO).

Der Kostenausspruch beruht auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Mit unbekämpft in Rechtskraft erwachsenem Beschluss vom 15. Februar 2013 (ON 142) hat die Vorsitzende des Schöffengerichts das Protokoll über die Hauptverhandlung teils im Sinn des vom Beschwerdeführer gestellten Antrags (ON 134) berichtigt, teils diesen abgewiesen. Nach Zustellung des berichtigten Protokolls stellte der Beschwerdeführer den Antrag, auch dieses zu berichtigen (ON 147). Diesen Antrag wies die Vorsitzende mit Beschluss vom 20. März 2013 (ON 149) ab (richtig: zurück). Der dagegen gerichteten Beschwerde war schon deshalb nicht Folge zu geben, weil jedem Beteiligten nur ein einziger Antrag auf Berichtigung des Protokolls über die Hauptverhandlung zusteht (RIS-Justiz RS0120818; Danek, WK-StPO Paragraph 271, Rz 47).

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E105544

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0170OS00007.13B.0930.000

Im RIS seit

25.10.2013

Zuletzt aktualisiert am

15.05.2014

Dokumentnummer

JJT_20130930_OGH0002_0170OS00007_13B0000_000