Rechtssatz für 9Os276/61 12Os42/82 20D...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0101914

Geschäftszahl

9Os276/61; 12Os42/82; 20Ds3/18y

Entscheidungsdatum

22.05.2018

Norm

StPO §467 Abs2
StPO §470 Z3
StPO §477 Abs1
  1. StPO § 467 heute
  2. StPO § 467 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  3. StPO § 467 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 467 gültig von 01.11.2000 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2000
  5. StPO § 467 gültig von 01.01.1994 bis 31.10.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  6. StPO § 467 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 470 heute
  2. StPO § 470 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  3. StPO § 470 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2007
  4. StPO § 470 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 470 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  6. StPO § 470 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1999
  1. StPO § 477 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2007 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 93/2007

Rechtssatz

Ein dem Urteil anhaftender prozessualer Mangel kann vom Berufungsgericht nur dann beachtet werden, wenn die Mangelhaftigkeit von einer hiezu berechtigten Partei aufgegriffen wurde vergleiche SSt XXII/86, EvBl 1959/417).

Entscheidungstexte

  • 9 Os 276/61
    Entscheidungstext OGH 19.10.1961 9 Os 276/61
    Veröff: SSt XXXII/88
  • 12 Os 42/82
    Entscheidungstext OGH 16.12.1982 12 Os 42/82
  • 20 Ds 3/18y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2018 20 Ds 3/18y
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0101914

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.07.2018

Dokumentnummer

JJR_19611019_OGH0002_0090OS00276_6100000_002

Rechtssatz für Bkd44/72 20Ds3/18y 26Ds...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0056182

Geschäftszahl

Bkd44/72; 20Ds3/18y; 26Ds13/18p

Entscheidungsdatum

09.10.2019

Norm

DSt 1872 §59

Rechtssatz

Der Grundsatz "ne bis in idem" sowie die Auswirkungen der formellen und materiellen Rechtskraft sind auch im Disziplinarverfahren zu beachten.

Entscheidungstexte

  • Bkd 44/72
    Entscheidungstext OGH 16.10.1972 Bkd 44/72
  • 20 Ds 3/18y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2018 20 Ds 3/18y
    Auch
  • 26 Ds 13/18p
    Entscheidungstext OGH 09.10.2019 26 Ds 13/18p
    Vgl; Beisatz: Ein in einem späteren Verfahren erfolgter Freispruch des Beschuldigten entfaltet keine Sperrwirkung. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0056182

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19721016_OGH0002_000BKD00044_7200000_001

Rechtssatz für 24Os5/14m; 24Os4/16t; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0129770

Geschäftszahl

24Os5/14m; 24Os4/16t; 27Ds1/17d; 20Ds3/18y; 24Ds1/18h; 30Ds6/19i (30Ds7/19m); 23Ds4/19v; 20Ds11/20b; 24Ds1/21p; 28Ds2/21i; 21Ds10/23t

Entscheidungsdatum

28.05.2024

Rechtssatz

Einem im Rahmen der Schuldberufung gestellten Antrag auf Vernehmung eines Zeugen ist nicht nachzukommen, wenn nicht dargetan wird, warum dem Beschuldigten eine entsprechende Antragstellung im Verfahren vor dem Disziplinarrat nicht möglich war.

Entscheidungstexte

  • 24 Os 5/14m
    Entscheidungstext OGH 08.10.2014 24 Os 5/14m
  • 24 Os 4/16t
    Entscheidungstext OGH 07.12.2016 24 Os 4/16t
    Vgl auch
  • 27 Ds 1/17d
    Entscheidungstext OGH 15.02.2018 27 Ds 1/17d
    Vgl auch
  • 20 Ds 3/18y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2018 20 Ds 3/18y
    Auch
  • 24 Ds 1/18h
    Entscheidungstext OGH 30.01.2019 24 Ds 1/18h
  • 30 Ds 6/19i
    Entscheidungstext OGH 18.06.2020 30 Ds 6/19i
  • 23 Ds 4/19v
    Entscheidungstext OGH 08.06.2020 23 Ds 4/19v
    Vgl
  • 20 Ds 11/20b
    Entscheidungstext OGH 09.03.2021 20 Ds 11/20b
    Vgl
  • 24 Ds 1/21p
    Entscheidungstext OGH 18.10.2021 24 Ds 1/21p
    Vgl
  • 28 Ds 2/21i
    Entscheidungstext OGH 23.08.2022 28 Ds 2/21i
    Vgl
  • 21 Ds 10/23t
    Entscheidungstext OGH 28.05.2024 21 Ds 10/23t
    vgl; Beisatz: Hier: Zur Fundierung des Berufungsvorbringens ergänzend vorgelegte Urkunden. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129770

Im RIS seit

30.12.2014

Zuletzt aktualisiert am

24.07.2024

Dokumentnummer

JJR_20141008_OGH0002_0240OS00005_14M0000_001

Rechtssatz für 16Bkd1/96; 14Bkd11/97; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089972

Geschäftszahl

16Bkd1/96; 14Bkd11/97; 2Bkd6/02; 9Bkd3/03; 10Bkd9/03; 14Bkd13/03; 12Bkd4/08; 7Bkd1/09; 2Bkd2/08; 7Bkd3/10; 10Bkd11/10; 7Bkd3/12; 22Os7/14s; 20Os4/15m; 20Ds3/18y; 24Ds6/20x; 28Ds8/19v; 27Ds2/20f; 23Ds10/23g

Entscheidungsdatum

03.06.2024

Norm

DSt 1990 §1 Abs1 H
DSt 1990 §3
RAO §8 Abs1
ZPO §30 Abs2
  1. RAO § 8 heute
  2. RAO § 8 gültig ab 01.07.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2008
  3. RAO § 8 gültig von 01.01.2008 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2007
  4. RAO § 8 gültig von 01.06.1999 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/1999
  1. ZPO § 30 heute
  2. ZPO § 30 gültig ab 26.04.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2017
  3. ZPO § 30 gültig von 01.01.1998 bis 25.04.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  4. ZPO § 30 gültig von 01.05.1983 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 135/1983

Rechtssatz

Beruft sich ein Rechtsanwalt auf eine Vollmacht, obwohl ihm eine solche nicht erteilt wurde, dann kann dies im allgemeinen nicht als Geringfügigkeit abgetan werden. Aus der Befreiung von der Verpflichtung, einen schriftlichen Nachweis der Vollmacht zu erbringen, ergibt sich die Pflicht des Rechtsanwaltes zu besonderer Sorgfalt bei Berufung auf eine Vollmacht im Sinne des Paragraph 30, Absatz 2, ZPO.

Entscheidungstexte

  • 16 Bkd 1/96
    Entscheidungstext OGH 18.03.1996 16 Bkd 1/96
  • 14 Bkd 11/97
    Entscheidungstext OGH 20.11.1997 14 Bkd 11/97
    Beisatz: Hier: Der Disziplinarbeschuldigte beruft sich zur Legitimation seines Einschreitens auf die Bevollmächtigung einer verstorbenen Person und beantragt in Verschweigung dieses Umstandes behördliche Sachentscheidungen. (T1)
  • 2 Bkd 6/02
    Entscheidungstext OGH 10.03.2003 2 Bkd 6/02
    Beisatz: Die durch § 30 Abs 2 ZPO und insbesondere § 8 Abs 1 RAO den Rechtsanwälten eröffnete Möglichkeit, sich auf die erteilte Vollmacht zu berufen mit der Wirkung, dass die Vorlage der Vollmacht nicht mehr erforderlich ist, ist eine soweit gehende, insbesondere dem Anwaltsstand gewährte Erleichterung, dass mit besonderer Sorgfalt auf die Richtigkeit solcher Erklärungen zu achten ist. (T2)
  • 9 Bkd 3/03
    Entscheidungstext OGH 29.09.2003 9 Bkd 3/03
    Auch; Beisatz: Auch die bloße fahrlässig unrichtige Berufung auf eine Vollmacht ist eine Verletzung des vom Gesetzgeber der Rechtsanwaltschaft gewährten Vertrauensvorschusses. (T3)
  • 10 Bkd 9/03
    Entscheidungstext OGH 26.01.2004 10 Bkd 9/03
  • 14 Bkd 13/03
    Entscheidungstext OGH 10.05.2004 14 Bkd 13/03
    Auch; Beisatz: Dadurch wird sowohl das Disziplinarvergehen der Berufspflichtenverletzung als auch der Verletzung von Ehre und Ansehen des Standes verwirklicht. (T4)
  • 12 Bkd 4/08
    Entscheidungstext OGH 13.10.2008 12 Bkd 4/08
    Auch; Beisatz: Hier: Disziplinarbeschuldigte berief sich bei einer FinanzOnline-Abfrage (Einheitswertabfrage zu einer Liegenschaft) auf eine tatsächlich nicht erteilte Vollmacht des Liegenschaftseigentümers. Die Oberste Berufungs- und Disziplinarkommission hob den Einstellungsbeschluss nach § 3 DSt auf und ordnete die weitere Untersuchung der Disziplinarsache mit der Begründung an, dass in diesem Fall kein bloß geringfügiges Verschulden im Sinne des § 3 DSt anzunehmen sei. (T5)
  • 7 Bkd 1/09
    Entscheidungstext OGH 18.02.2009 7 Bkd 1/09
    Auch; Beisatz: Beruft sich ein Rechtsanwalt auf eine Vollmacht, obwohl sie ihm nicht erteilt wurde, so kann dies in der Regel nicht als Geringfügigkeit im Sinne des § 3 DSt abgetan werden. Eine Anwendung des § 3 DSt ist jedoch in einem solchen Fall nicht generell ausgeschlossen, wenn das Verschulden des Rechtsanwalts geringfügig ist und sein Verhalten keine oder nur unbedeutende Folgen nach sich gezogen hat. Es darf daher nur ein solcher Sorgfaltsverstoß vorliegen, dessen Gewicht im Vergleich zu den Durchschnittsfällen der Deliktsverwirklichung deutlich abfällt. (T6)
    Beisatz: Hier: Voraussetzungen für eine Einstellung des Verfahrens nach § 3 DSt 1990 bejaht. (T7)
  • 2 Bkd 2/08
    Entscheidungstext OGH 17.11.2008 2 Bkd 2/08
    Auch; Beisatz: Die Berufung auf eine Vollmacht, obwohl eine solche gar nicht erteilt wurde, macht den Rechtsanwalt disziplinar verantwortlich. (T8)
  • 7 Bkd 3/10
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 7 Bkd 3/10
    Auch; Beis wie T6 nur: Beruft sich ein Rechtsanwalt auf eine Vollmacht, obwohl sie ihm nicht erteilt wurde, so kann dies in der Regel nicht als Geringfügigkeit im Sinne des § 3 DSt abgetan werden. Eine Anwendung des § 3 DSt ist jedoch in einem solchen Fall nicht generell ausgeschlossen, wenn das Verschulden des Rechtsanwalts geringfügig ist und sein Verhalten keine oder nur unbedeutende Folgen nach sich gezogen hat. (T9)
  • 10 Bkd 11/10
    Entscheidungstext OGH 02.05.2011 10 Bkd 11/10
    Beis wie T3
  • 7 Bkd 3/12
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 7 Bkd 3/12
    Vgl
  • 22 Os 7/14s
    Entscheidungstext OGH 11.11.2014 22 Os 7/14s
    Beis wie T6; Beis wie T9
  • 20 Os 4/15m
    Entscheidungstext OGH 26.06.2015 20 Os 4/15m
    Auch
  • 20 Ds 3/18y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2018 20 Ds 3/18y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T9
  • 24 Ds 6/20x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2021 24 Ds 6/20x
    Vgl
  • 28 Ds 8/19v
    Entscheidungstext OGH 11.02.2021 28 Ds 8/19v
    Vgl
  • 27 Ds 2/20f
    Entscheidungstext OGH 17.03.2022 27 Ds 2/20f
    Vgl
  • 23 Ds 10/23g
    Entscheidungstext OGH 03.06.2024 23 Ds 10/23g
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3; Beisatz wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0089972

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.07.2024

Dokumentnummer

JJR_19960318_OGH0002_016BKD00001_9600000_001

Rechtssatz für 15Os42/92; 14Os87/04; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0098117

Geschäftszahl

15Os42/92; 14Os87/04; 15Os111/04; 11Os129/04; 11Os24/06y; 14Os96/05g; 11Os122/06k; 11Os104/04; 15Os103/07x; 14Os2/08p; 14Os82/14m; 15Os52/14g (15Os53/14d); 11Os53/15a (11Os141/15t); 13Os37/16i; 20Ds3/18y; 14Os85/18h; 13Os115/18p; 12Os143/19z; 12Os21/20k; 12Os63/21p; 12Os91/22g; 15Os38/22k; 14Os48/25b; 14Os120/25s; 15Os7/26g

Entscheidungsdatum

25.02.2026

Norm

StPO §238 Abs1
StPO §281 Abs1 Z4 B
StPO §345 Abs1 Z5
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Es ist nicht ausgeschlossen, die neuerliche Vernehmung eines bereits in der Hauptverhandlung vernommenen Zeugen zu begehren; dies allerdings nur dann, wenn im weiteren Verfahren Umstände hervorkommen, die eine neuerliche Vernehmung geboten erscheinen lassen. Dies setzt voraus, dass in dem darauf abzielenden Beweisantrag dargetan wird, aus welchen Gründen sich eine solche Notwendigkeit einer abermaligen Vernehmung eines Zeugen erst nachträglich ergeben hat (9 Os 25/84; 11 Os 45, 46/92).

Entscheidungstexte

  • 15 Os 42/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 15 Os 42/92
  • 14 Os 87/04
    Entscheidungstext OGH 10.08.2004 14 Os 87/04
    Vgl auch
  • 15 Os 111/04
    Entscheidungstext OGH 13.01.2005 15 Os 111/04
    Vgl auch; Beisatz: Das bloße Verlangen einer Partei auf neuerliche Vernehmung bereits abgehörter Zeugen, ohne darzutun, weshalb diese von ihrer bisherigen Aussage abweichen sollten, zielt auf eine unzulässige Erkundungsbeweisführung ab, weil nur eine Beweiswiederholung in der nicht indizierten Erwartung eines für den Antragsteller günstigeren Ergebnisses begehrt wird. (T1)
  • 11 Os 129/04
    Entscheidungstext OGH 08.03.2005 11 Os 129/04
    Vgl auch; Beis ähnlich T1
  • 11 Os 24/06y
    Entscheidungstext OGH 25.04.2006 11 Os 24/06y
    Vgl auch
  • 14 Os 96/05g
    Entscheidungstext OGH 04.04.2006 14 Os 96/05g
    Vgl auch; Beis ähnlich T1
  • 11 Os 122/06k
    Entscheidungstext OGH 23.01.2007 11 Os 122/06k
    Auch; nur: Es ist nicht ausgeschlossen, die neuerliche Vernehmung eines bereits in der Hauptverhandlung vernommenen Zeugen zu begehren. Dies setzt voraus, dass in dem darauf abzielenden Beweisantrag dargetan wird, aus welchen Gründen sich eine solche Notwendigkeit einer abermaligen Vernehmung eines Zeugen erst nachträglich ergeben hat. (T2)
    Beis wie T1 nur: Das bloße Verlangen einer Partei auf neuerliche Vernehmung bereits abgehörter Zeugen, ohne darzutun, weshalb diese von ihrer bisherigen Aussage abweichen sollten, zielt auf eine unzulässige Erkundungsbeweisführung ab. (T3)
  • 11 Os 104/04
    Entscheidungstext OGH 23.01.2007 11 Os 104/04
    Auch
  • 15 Os 103/07x
    Entscheidungstext OGH 11.10.2007 15 Os 103/07x
    Vgl auch; nur T1
  • 14 Os 2/08p
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 14 Os 2/08p
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Das Antragsvorbringen ließ nicht nur jeden Hinweis darauf vermissen, aufgrund welcher Umstände ein geändertes Aussageverhalten der bereits vernommenen Zeugin zu erwarten wäre, sondern zielte explizit auf eine bloße Wiederholung bereits getätigter - eigene Wahrnehmungen zum eigentlichen Tatgeschehen gar nicht umfassender - Aussagen, sohin auf unzulässige Erkundungsbeweisführung ab. (T4)
  • 14 Os 82/14m
    Entscheidungstext OGH 11.09.2014 14 Os 82/14m
    Auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T4
  • 15 Os 52/14g
    Entscheidungstext OGH 14.01.2015 15 Os 52/14g
    Auch
  • 11 Os 53/15a
    Entscheidungstext OGH 12.04.2016 11 Os 53/15a
    Auch
  • 13 Os 37/16i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 13 Os 37/16i
    Auch
  • 20 Ds 3/18y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2018 20 Ds 3/18y
    Auch; Beis wie T3
  • 14 Os 85/18h
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 14 Os 85/18h
    Auch
  • 13 Os 115/18p
    Entscheidungstext OGH 16.01.2019 13 Os 115/18p
    Auch
  • 12 Os 143/19z
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 12 Os 143/19z
    Vgl
  • 12 Os 21/20k
    Entscheidungstext OGH 22.07.2020 12 Os 21/20k
    Vgl
  • 12 Os 63/21p
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 12 Os 63/21p
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 12 Os 91/22g
    Entscheidungstext OGH 29.09.2022 12 Os 91/22g
    Vgl
  • 15 Os 38/22k
    Entscheidungstext OGH 08.03.2023 15 Os 38/22k
    vgl; Beisatz wie T1; nur T2; Beisatz wie T3
  • 14 Os 48/25b
    Entscheidungstext OGH 12.06.2025 14 Os 48/25b
    vgl; Beisatz: Hier: Ein Antrag auf neuerliche Aufnahme eines Sachverständigenbeweises durch Vernehmung eines zur Hauptverhandlung bereits beigezogenen Sachverständigen in der im Antrag nicht begründeten Erwartung eines für den Antragsteller günstigeren Ergebnisses zielt gleichfalls auf eine unzulässige Erkundungsbeweisführung ab. (T5)
  • 14 Os 120/25s
    Entscheidungstext OGH 13.01.2026 14 Os 120/25s
    vgl
  • 15 Os 7/26g
    Entscheidungstext OGH 25.02.2026 15 Os 7/26g
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0098117

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2026

Dokumentnummer

JJR_19921126_OGH0002_0150OS00042_9200000_018

Rechtssatz für 15Os42/92; 14Os80/00; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100172

Geschäftszahl

15Os42/92; 14Os80/00; 15Os110/01; 13Os34/01; 14Os69/03; 13Os90/06v; 12Os105/07v; 11Os27/08t; 15Os80/08s; 13Os107/08x (13Os108/08v; 13Os109/08s; 13Os130/08d); 14Os104/08p; 13Os71/10f; 15Os102/11f; 13Os131/12g; 28Os15/14m; 13Os4/15k; 14Os57/15m; 15Os88/15b; 13Os82/15f; 15Os54/17f; 20Ds3/18y; 13Os106/18i; 12Os13/19g; 12Os137/18s; 14Os112/18d; 15Os34/19t; 15Os68/20v; 14Os135/22t; 13Os42/25p; 15Os142/25h

Entscheidungsdatum

25.02.2026

Norm

GRBG §3 Abs1
StPO §41 Abs6
StPO §285 Abs1
  1. StPO § 41 heute
  2. StPO § 41 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2014
  3. StPO § 41 gültig von 01.06.2009 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  4. StPO § 41 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  5. StPO § 41 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  6. StPO § 41 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  7. StPO § 41 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  8. StPO § 41 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 285 heute
  2. StPO § 285 gültig ab 01.01.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  3. StPO § 285 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 285 gültig von 01.07.2001 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2000
  5. StPO § 285 gültig von 01.07.2001 bis 30.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2000
  6. StPO § 285 gültig von 01.11.2000 bis 30.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2000
  7. StPO § 285 gültig von 01.01.1994 bis 31.10.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  8. StPO § 285 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Prozessgesetze sehen nur eine Ausführung der Nichtigkeitsbeschwerde vor, in der die Nichtigkeitsgründe durch deutliche und bestimmte Bezeichnung geltend zu machen sind; Verweisungen auf andere Schriftsätze sind demnach unbeachtlich (Mayerhofer - Rieder StPO 3. Auflage Paragraph 285, E 33 f, 36 f, 41).

Entscheidungstexte

  • 15 Os 42/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 15 Os 42/92
  • 14 Os 80/00
    Entscheidungstext OGH 29.08.2000 14 Os 80/00
    Auch; Beisatz: Die Nichtigkeitsbeschwerde ist bereits in nichtöffentlicher Beratung zurückzuweisen, wenn bei ihrer Anmeldung keiner der in § 281 Abs 1 Z 1 bis 11 StPO angegebenen Nichtigkeitsgründe deutlich und bestimmt bezeichnet wurde und ihre Ausführung unterblieb. (T1)
  • 15 Os 110/01
    Entscheidungstext OGH 06.09.2001 15 Os 110/01
    nur: Die Prozessgesetze sehen nur eine Ausführung der Nichtigkeitsbeschwerde vor, in der die Nichtigkeitsgründe durch deutliche und bestimmte Bezeichnung geltend zu machen sind; Verweisungen auf andere Schriftsätze sind demnach unbeachtlich. (T2) Beisatz: Da das Gesetz auch bei Zusammenwirken mehrerer Verteidiger (hier: des gewählten Verteidigers), der die Nichtigkeitsbeschwerde ausgeführt hat, und des innerhalb offener Rechtsmittelfrist beantragten und gemäß § 41 Abs 2 StPO bestellten Verteidigers nur eine einzige Rechtsmittelschrift zulässt, war die vom gemäß § 41 Abs 2 StPO bestellten Verteidiger nachträglich übermittelte "Ergänzung der Nichtigkeitsbeschwerde" als unzulässig zurückzuweisen. (T3)
  • 13 Os 34/01
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 13 Os 34/01
    nur: Die Prozessgesetze sehen nur eine Ausführung der Nichtigkeitsbeschwerde vor, in der die Nichtigkeitsgründe durch deutliche und bestimmte Bezeichnung geltend zu machen sind. (T4)
    Beisatz: Hier: Undifferenzierte Bezugnahme des Beschwerdeführers auf "zahlreiche Anträge". (T5)
  • 14 Os 69/03
    Entscheidungstext OGH 27.01.2004 14 Os 69/03
    Auch; nur: Die Prozessgesetze sehen nur eine Ausführung der Nichtigkeitsbeschwerde vor. (T6)
  • 13 Os 90/06v
    Entscheidungstext OGH 13.09.2006 13 Os 90/06v
    Auch; nur T6; Beisatz: Da die Bestellung eines Verfahrenshilfe- oder Amtsverteidigers mit dem Einschreiten eines gewählten Verteidigers erlischt (§ 41 Abs 6 StPO), war die von der gemäß § 41 Abs 2 StPO beigegebenen Verteidigerin ausgeführte, nach jener des Wahlverteidigers beim Erstgericht eingelangte Nichtigkeitsbeschwerde, unbeachtlich. (T7)
  • 12 Os 105/07v
    Entscheidungstext OGH 18.10.2007 12 Os 105/07v
    Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Ein zur Ergänzung der Nichtigkeitsbeschwerde nach dieser eingebrachter Schriftsatz. (T8)
  • 11 Os 27/08t
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 11 Os 27/08t
    Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Ein der Nichtigkeitsbeschwerde angeschlossenes persönliches Schreiben des Angeklagten. (T9)
  • 15 Os 80/08s
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 15 Os 80/08s
    Beis wie T1
  • 13 Os 107/08x
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 107/08x
    Auch; Beisatz: Vom Angeklagten überreichte eigene Aufsätze sind auch dann unbeachtlich, wenn der Verteidiger in der Ausführung der Nichtigkeitsbeschwerde seinem Mandanten notwendig erscheinendes Vorbringen (hier zu den Nichtigkeitsgründen der Z 5 und 5a des § 281 Abs 1 StPO) gegen dessen Willen unterlassen hat. (T10)
  • 14 Os 104/08p
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 14 Os 104/08p
    Vgl; nur T6
  • 13 Os 71/10f
    Entscheidungstext OGH 19.08.2010 13 Os 71/10f
    Auch
  • 15 Os 102/11f
    Entscheidungstext OGH 16.11.2011 15 Os 102/11f
    Auch; Beisatz: Hier: Nachträgliche Ergänzung der Nichtigkeitsbeschwerde durch den Angeklagten persönlich. (T11)
  • 13 Os 131/12g
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 131/12g
    nur T6; Auch Beis wie T8
  • 28 Os 15/14m
    Entscheidungstext OGH 25.06.2015 28 Os 15/14m
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Disziplinarverfahren nach dem DSt (§ 77 DSt). (T12)
  • 13 Os 4/15k
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 4/15k
    nur T6
  • 14 Os 57/15m
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 57/15m
    Auch; nur T6
  • 15 Os 88/15b
    Entscheidungstext OGH 26.08.2015 15 Os 88/15b
    Auch; Beisatz: Unzulässig ist auch ein Verweis in der Nichtigkeitsbeschwerde auf eine vom Angeklagten selbst verfasste Stellungnahme. (T13)
  • 13 Os 82/15f
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 82/15f
  • 15 Os 54/17f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 15 Os 54/17f
    Auch; Beisatz: Eigene Rechtsmittelausführungen des Betroffenen sind unabhängig davon, ob sie über dessen ausdrücklichen Wunsch überreicht werden und in welcher Form dies geschieht, nicht Teil der von der Verteidigung eingebrachten Beschwerdeschrift und jedenfalls unbeachtlich. (T14)
  • 20 Ds 3/18y
    Entscheidungstext OGH 22.05.2018 20 Ds 3/18y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T8; Beis wie T12
  • 13 Os 106/18i
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 13 Os 106/18i
    Auch; Beis wie T14
  • 12 Os 13/19g
    Entscheidungstext OGH 13.02.2019 12 Os 13/19g
    Auch; Beisatz: Ein Verweis der Grundrechtsbeschwerde auf das Vorbringen in der Haftbeschwerde ist unzulässig. (T15)
  • 12 Os 137/18s
    Entscheidungstext OGH 09.05.2019 12 Os 137/18s
  • 14 Os 112/18d
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 112/18d
    Auch
  • 15 Os 34/19t
    Entscheidungstext OGH 10.07.2019 15 Os 34/19t
    Vgl; Beisatz: Verweis auf die Anklageschrift. (T16)
  • 15 Os 68/20v
    Entscheidungstext OGH 10.08.2020 15 Os 68/20v
    Vgl
  • 14 Os 135/22t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2023 14 Os 135/22t
    vgl
  • 13 Os 42/25p
    Entscheidungstext OGH 04.06.2025 13 Os 42/25p
    vgl
  • 15 Os 142/25h
    Entscheidungstext OGH 25.02.2026 15 Os 142/25h
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0100172

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2026

Dokumentnummer

JJR_19921126_OGH0002_0150OS00042_9200000_025

Entscheidungstext 20Ds3/18y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

20Ds3/18y

Entscheidungsdatum

22.05.2018

Kopf

Der Oberste Gerichtshof als Disziplinargericht für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter hat am 22. Mai 2018 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Schwab als Vorsitzenden, den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kuras als weiteren Richter und die Rechtsanwälte Dr. Grassner und Dr. Haslinger als Anwaltsrichter in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Gschiel, LL.M., als Schriftführerin in der Disziplinarsache gegen *****, Rechtsanwalt in *****, wegen der Disziplinarvergehen der Berufspflichtenverletzung und der Beeinträchtigung von Ehre und Ansehen des Standes über Einspruch und Berufung des Disziplinarbeschuldigten gegen das Abwesenheitserkenntnis des Disziplinarrats der Oberösterreichischen Rechtsanwaltskammer vom 2. Oktober 2017, AZ D 73/15 (DV 32/16), TZ 32, nach mündlicher Verhandlung in Anwesenheit der Vertreterin der Generalprokuratur, Generalanwältin Mag. Gföller, des Kammeranwalt-Stellvertreters der Oberösterreichischen Rechtsanwaltskammer Mag. Kammler und des Verteidigers des Disziplinarbeschuldigten Dr. Simon zu Recht erkannt:

Spruch

Der Einspruch wird zurückgewiesen.

Der Berufung wird nicht Folge gegeben.

Dem Disziplinarbeschuldigten fallen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen, in Abwesenheit des Disziplinarbeschuldigten ***** ergangenen Erkenntnis, das auch einen unbekämpft in Rechtskraft erwachsenen Freispruch in Ansehung eines weiteren Vorwurfs enthält, wurde der Beschuldigte der Disziplinarvergehen der Verletzung von Berufspflichten und der Beeinträchtigung von Ehre und Ansehen des Standes (nach Paragraph eins, Absatz eins, erster und zweiter Fall DSt) schuldig erkannt, weil er in den Verfahren AZ 1 Nc 16/14k und 1 Nc 17/14g jeweils des Landesgerichts ***** die Antragsteller Erwin N*****, Franz P*****, Walter W*****, Walter Wi*****, Margarete K*****, Franz Kn***** und Johann E***** bis Jänner 2015 vertrat, ohne von diesen hiezu einen Auftrag oder eine Vollmacht erhalten zu haben und sich in diesen Gerichtsverfahren fälschlicherweise auf von diesen Personen tatsächlich nicht erteilte Vollmachten berief.

Über den Disziplinarbeschuldigten wurde unter Bedachtnahme (Paragraph 16, Absatz 5, zweiter Satz DSt in Verbindung mit Paragraphen 31, 40, StGB) auf das rechtskräftige Erkenntnis des Disziplinarrats der Oberösterreichischen Rechtsanwaltskammer vom 20. Juni 2016, TZ 55 in AZ D 5/15, DV 18/15, eine (Zusatz-)Geldbuße in der Höhe von 1.500 Euro verhängt. Dabei war mildernd die bisherige (disziplinarrechtliche) Unbescholtenheit, erschwerend das Vorliegen mehrerer vollmachtslosen Vertretungen.

Rechtliche Beurteilung

Dagegen richten sich Einspruch und Berufung wegen Nichtigkeit, Schuld und Strafe des Beschuldigten.

Entgegen dessen Vorbringen in seinem Einspruch, wonach er mangels Zustellung einer Ladung zur mündlichen Verhandlung am 2. Oktober 2017 durch ein für ihn unabwendbares Hindernis am Erscheinen bei diesem Termin gehindert gewesen sei, ist die eigenhändige Übernahme der Ladung durch persönliche Unterfertigung des Rückscheins am 18. September 2017 vergleiche TZ 30 S 1 verso) ausgewiesen.

Sonstige Gründe im Sinne des Paragraph 35, DSt in Verbindung mit Paragraph 427, Absatz 3, StPO hat der Disziplinarbeschuldigte nicht genannt, sodass sein Einspruch zurückzuweisen war.

Aber auch der der Sache nach wegen Nichtigkeit (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, 5 a, 9, Litera b, StPO) und wegen Schuld erhobenen Berufung kommt – wie bereits die Generalprokuratur zutreffend ausführte – keine Berechtigung zu:

Auf den erstmals in der Berufungsverhandlung erhobenen Einwand eines Verstoßes gegen Paragraph 252, Absatz eins, Ziffer 4, StPO (dSn Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO, vergleiche RIS-Justiz RS0117012) war keine Rücksicht zu nehmen, weil er in der schriftlichen Ausführung der Nichtigkeitsgründe nicht enthalten ist (Paragraph 467, Absatz 2, StPO; vergleiche Fabrizy, StPO13 Paragraph 467, Rz 1, Paragraph 285, Rz 1 und RIS-Justiz RS0101914, auch RS0100172 [T8, T12], RS0100170).

Der Rechtsmittelwerber bringt (prozessual korrekt) weiters vor, dass sämtliche ihm vorgeworfenen Tathandlungen bereits im Zeitpunkt der Fällung des Erkenntnisses des Disziplinarrats der Oberösterreichischen Rechtsanwaltskammer vom 20. Juni 2016, AZ D 5/15, DV 18/15, mit welchem er der vollmachtslosen Vertretung der (weiteren) Antragsteller Franz Ö*****, Ing. Franz Ö***** und Adolf M***** in den (auch) nun gegenständlichen Verfahren schuldig erkannt wurde, „bekannt und entscheidungsreif“ gewesen seien, sohin die Voraussetzungen für ein „eigenes“ Erkenntnis und die Verhängung einer Zusatzstrafe nicht vorgelegen hätten (inhaltlich Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 9, Litera b, StPO). Sinngemäß spricht er damit einen Verstoß gegen den auch im Disziplinarverfahren zu beachtenden vergleiche RIS-Justiz RS0056182; Engelhart et al, RAO9 Paragraph 23, DSt Rz 10) Grundsatz „ne bis in idem“, also das Verbot doppelter Verfolgung an. Dabei übersieht er jedoch, dass Paragraph 11, RL-BA 1977 (inhaltlich unverändert: Paragraph 7, RL-BA 2015) das persönliche Interesse und den tatsächlichen Willen jedes einzelnen Vertretenen zu schützen trachtet vergleiche Engelhart et al, RAO9 Paragraph 11, RL-BA 1977 Rz 6 f; RIS-Justiz RS0125482), sodass das Hinzukommen weiterer Betroffener jeweils einen neuen, weil personenbezogen definierten historischen Sachverhalt herstellt (zur „Identität der Tat“ siehe Lewisch, WK-StPO Vor Paragraphen 352 –, 363, Rz 22 f).

Dem weiteren Berufungsvorbringen ist vorerst entgegenzuhalten, dass dem Beschuldigten nach den wesentlichen Annahmen des Erkenntnisses die (bloß) fahrlässig unrichtige Berufung auf tatsächlich nicht erteilte Vollmachten zur Last gelegt wird, weil er es im Hinblick auf die „lange Zeitspanne“ seit der Vollmachtserteilung durch Gerhard S***** (dem Obmann des Fischereireviers T*****) als Dritten im Jahre 2011 und dem erst 2014 erfolgten Einschreiten vor Gericht unter Verstoß gegen die aus Paragraph 8, Absatz eins, RAO in Verbindung mit Paragraph 11, RL-BA 1977 resultierenden Verpflichtungen unterließ, unmittelbaren Kontakt und Konsens mit den Vertretenen (weiteren Mitgliedern des genannten Fischereireviers) herzustellen und zu prüfen, ob die seinerzeitige Vollmacht (noch) vom Wissen und Willen aller Beteiligten gedeckt ist und ob diese die konkrete Prozesshandlung wünschen (ES 8 f).

An diesem Vorwurf vorbei zielt der nach Art einer Aufklärungsrüge (Ziffer 5 a, – s dazu allerdings RIS-Justiz RS0114036, RS0115823) erhobene, auf die schriftliche Bevollmächtigung durch Gerhard S***** vom 2. November 2011 und die eigenständige Interpretation des Beschlusses des Landesgerichts ***** vom 9. Oktober 2015, AZ 1 Nc 16/14k (Blg ./12; vergleiche dazu allerdings bereits die ablehnende Erörterung in 20 Os 14/16h, die Berufungsentscheidung zu AZ D 5/15, DV 18/15), gestützte Einwand, der Disziplinarrat habe es seiner amtswegigen Wahrheitsforschungspflicht zuwider verabsäumt, die zum Nachweis einer „lückenlosen Vollmachtskette“ unabdingbar notwendige Vernehmung des Zeugen S***** durchzuführen. Soweit der Beschuldigte in diesem Zusammenhang den hier anzuwendenden Sorgfaltsmaßstab thematisiert, spricht er eine – vom Disziplinarrat überdies zutreffend gelöste vergleiche 20 Os 4/15m mwN; RIS-Justiz RS0089972) – Rechtsfrage an (RIS-Justiz RS0089407 [T3]), die nicht Gegenstand von Zeugenaussagen sein kann (RIS-Justiz RS0097540).

Die im Rahmen der Schuldberufung erstmalig vergleiche TZ 9) beantragte Vernehmung von Beweispersonen scheitert bereits daran, dass nicht dargelegt wird, warum fallbezogen die Voraussetzungen der eingeschränkten Neuerungserlaubnis im Berufungsverfahren (Paragraph 49, DSt; vergleiche RIS-Justiz RS0129770) vorliegen sollten, zumal eine auf Basis des Einleitungsbeschlusses vorzunehmende Vorbereitung zur Disziplinarverhandlung erster Instanz dem Rechtsmittelwerber zumutbar gewesen wäre und schon deren Unterlassung ein Indiz für ein Versehen nicht bloß minderen Grades darstellt vergleiche Engelhart et al, RAO9 Paragraph 49, DSt Rz 10).

Inhaltlich ist das Begehren überdies auf eine bloße Erkundungsbeweisführung (Paragraph 55, Absatz eins, letzter Satz StPO) gerichtet (RIS-Justiz RS0099453). Angesichts der in der mündlichen Verhandlung verlesenen (TZ 31 S 2) Angaben der Zeugen Erwin N***** (Blg ./10 S 3 f), Walter Wi***** (Blg ./10 S 4 f), Margarete K***** (Blg ./10 S 7 f) sowie Johann E***** (Blg ./10 S 10 f), wonach diese von den vor dem Landesgericht ***** angestrengten Verfahren bis zur Ladung zu einer Verhandlung im Dezember 2014 nicht in Kenntnis gewesen seien, und dem Zugeständnis des Beschuldigten, dass es sich hinsichtlich Franz P***** und Walter W***** „ähnlich zugetragen“ habe (Blg ./10 S 12), lässt der Antrag auf Vernehmung der Genannten nämlich jeden Hinweis darauf vermissen, weshalb eine neuerliche Befragung im Rahmen der Berufungsverhandlung ein geändertes Aussageverhalten der Zeugen im Sinne einer von Anfang an bestehenden Beauftragung und Bevollmächtigung des Beschuldigten zu deren Vertretung in den Verfahren AZ 1 Nc 16/14k und 1 Nc 17/14g des Landesgerichts ***** erwarten ließe vergleiche RIS-Justiz RS0098117 [T3]). Dieser Umstand trifft mit Blick auf die Feststellungen im Beschluss des Landesgerichts ***** vom 9. Oktober 2015, AZ 1 Nc 16/14k, in gleichem Maße auf die geforderte Vernehmung des Gerhard S***** zum selben Beweisthema zu.

Welche diesbezüglichen „wesentlichen Beweisergebnisse“ konkret vom Disziplinarrat übergangen sein sollen, bezeichnet die Mängelrüge (Ziffer 5, zweiter Fall) nicht.

Solcherart vermag die auf eben dieses Vorbringen gestützte Berufung wegen des Ausspruchs über die Schuld auch unter dem Gesichtspunkt einer Überprüfung der Beweiswürdigung des Disziplinarrats keine Bedenken gegen die Richtigkeit der Feststellung nicht vorgelegener wirksamer Bevollmächtigungen des Rechtsmittelwerbers hervorzurufen.

Die eine Anwendung des Strafausschließungs-grundes des Paragraph 3, DSt fordernde Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera b,) versagt schon deshalb, weil das Verhalten des Beschuldigten in Anbetracht des alleine dadurch ausgelösten Zwischenstreits zur Frage der Parteistellung und der solcherart publik gewordenen leichtfertigen Inanspruchnahme des vom Gesetzgeber der Rechtsanwaltschaft gewährten Vertrauensvorschusses im Sinne des Paragraph 8, Absatz eins, RAO nicht bloß unbedeutende Folgen nach sich gezogen hat vergleiche RIS-Justiz RS0089972 [T3, T6, T9]).

Seine Berufung wegen Strafe begründet der Beschuldigte damit, dass bei der erstinstanzlichen Strafbemessung seine persönlichen Verhältnisse, insbesondere sein Einkommen und seine Sorgepflichten, nicht ausreichend Berücksichtigung gefunden hätten. Dabei übersieht er freilich, dass er es in erster Instanz unterlassen hat, zu seinem Einkommen und seinen Sorgepflichten irgendwelche Angaben zu machen, und der Disziplinarrat deshalb von, einem durchschnittlichen Nettoeinkommen eines oberösterreichischen Rechtsanwalts ausgehen durfte (ES 10) und ohne Kenntnis von dem Beschuldigten obliegenden Sorgepflichten solche auch nicht berücksichtigen konnte.

Nach dem im Berufungsverfahren zulässig vorgelegten Einkommenssteuerbescheid vom 19. März 2018 für das Jahr 2016 (für den Bescheid vom 6. Juli 2016 gilt Paragraph 49, DSt) erlöste der Beschuldigte damals rund 20.000 Euro netto und wies eine Sorgepflicht auf. Wieweit dies für den im Gegenstand entscheidenden Zeitpunkt Oktober 2017 (Paragraph 19, Absatz 2, StGB) gilt, bleibt damit weiterhin offen.

Bei dieser Sachlage war daher auch der Berufung wegen Strafe – selbst unter Berücksichtigung teilweiser nachträglicher Sanierung der Vollmachtsmängel im Februar 2015 (ES 8) – der Erfolg zu versagen.

Die Kostenentscheidung beruht auf Paragraph 54, Absatz 5, DSt.

Textnummer

E121667

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2018:0200DS00003.18Y.0522.000

Im RIS seit

15.06.2018

Zuletzt aktualisiert am

15.06.2018

Dokumentnummer

JJT_20180522_OGH0002_0200DS00003_18Y0000_000