Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
50/01 Gewerbeordnung

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1191/66 B 18. Oktober 1967 VwSlg 7197 A/1967 RS 1 (Die Parteistellung des Anrainers wird dadurch nicht genommen, dass zwischen der Betriebsanlage (Tankstelle) und dem Anrainer ein ca 19 m breites nicht in seinem Eigentum stehendes Grundstück liegt, da keine "unmittelbare" Nachbarschaft gefordert wird).

Stammrechtssatz

Eine bloß rechtliche und nicht auch tatsächliche Beziehung zu einer gewerblichen Betriebsanlage begründet keine Parteistellung als Nachbar einer gewerblichen Betriebsanlage. Hiefür ist es Voraussetzung, dass die Betriebsanlage zur Person des potentiellen Nachbarn in einem örtlichen Naheverhältnis steht und geeignet ist, auf dessen Person oder Eigentümer schädliche Einwirkungen zu erzeugen (Hinweis E 21.12.1954, 0804/57, VwSlg 5154 A/1954).

Schlagworte

Gewerberecht Nachbar Rechtsnachfolger

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X01

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X01

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
50/01 Gewerbeordnung

Norm

AVG §45 Abs2;
AVG §52;
GewO 1859 §25;
GewO 1973 §77 Abs2 impl;
  1. AVG § 52 heute
  2. AVG § 52 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 82/2025
  3. AVG § 52 gültig von 01.01.2002 bis 27.11.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  4. AVG § 52 gültig von 01.07.1998 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  5. AVG § 52 gültig von 01.07.1998 bis 30.06.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 52 gültig von 01.07.1995 bis 30.06.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 52 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1990 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 325/1990
  3. GewO 1973 § 77 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  4. GewO 1973 § 77 gültig von 01.03.1987 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 289/1986
  5. GewO 1973 § 77 gültig von 01.02.1982 bis 28.02.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0175/56 E 28. Oktober 1958 RS 2

Stammrechtssatz

Bei der Entscheidung der Frage, ob eine Betriebsanlage geeignet ist, die Nachbarschaft in einer das zumutbare Ausmaße übersteigenden Weise zu gefährden oder zu belästigen, hat sich die erkennende Behörde der Mitwirkung von Sachverständigen zu bedienen. Während sich der technische Sachverständige über das Ausmaß der zu erwartenden oder gegebenen Immissionen zu äußern hat, ist es Aufgabe des ärztlichen Sachverständigen, die Auswirkungen der festgestellten Immissionen auf die Nachbarschaft zu beurteilen.

Schlagworte

Sachverständiger Erfordernis der Beiziehung Arzt Sachverständiger Erfordernis der Beiziehung Techniker Gewerbetechniker

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X02

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X02

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
50/01 Gewerbeordnung

Norm

AVG §45 Abs2;
AVG §52;
GewO 1859 §25;
GewO 1973 §77 Abs2 impl;
VwGG §42 Abs2 Z3 litc impl;
  1. AVG § 52 heute
  2. AVG § 52 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 82/2025
  3. AVG § 52 gültig von 01.01.2002 bis 27.11.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  4. AVG § 52 gültig von 01.07.1998 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  5. AVG § 52 gültig von 01.07.1998 bis 30.06.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 52 gültig von 01.07.1995 bis 30.06.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 52 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1990 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 325/1990
  3. GewO 1973 § 77 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  4. GewO 1973 § 77 gültig von 01.03.1987 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 289/1986
  5. GewO 1973 § 77 gültig von 01.02.1982 bis 28.02.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Die Behörde hat sich auch mit Einwendungen gegen ein Sachverständigengutachten, dessen Schlüssigkeit im Bereiche der allgemeinen Lebenserfahrungen bekämpft wird, auseinanderzusetzen, wiewohl sich diese nicht auf gleicher wissenschaftlicher Ebene bewegen und auch nicht durch ein von der Partei selbst beigebrachtes Gegengutachten belegt wurden (Hinweis E 30.6.1969, 353/67, VwSlg 7615 A/1969).

Schlagworte

Begründung Begründungsmangel Beweismittel Sachverständigenbeweis Verfahrensbestimmungen Amtswegigkeit des Verfahrens Mitwirkungspflicht Manuduktionspflicht Gutachten Parteiengehör Parteieneinwendungen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X03

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X03

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

50/01 Gewerbeordnung

Norm

GewO 1859 §25;
GewO 1973 §77 Abs2 impl;
  1. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1990 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 325/1990
  3. GewO 1973 § 77 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  4. GewO 1973 § 77 gültig von 01.03.1987 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 289/1986
  5. GewO 1973 § 77 gültig von 01.02.1982 bis 28.02.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981

Rechtssatz

Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass die von einer Tankanlage ausgehenden bzw durch sie verursachten Geräusche nicht immer von den Verkehrsgeräuschen auf einer anliegenden Verkehrsfläche derart überdeckt werden, dass die Geräusche der Tankanlage nicht mehr störend in Erscheinung treten. Das Ermittlungsverfahren hat in diesem Fall alle Sachverhaltselemente zu erfassen, die zu einer ausreichenden Beurteilung des Zusammentreffens aller Lärmfaktoren durch den ärztlichen Sachverständigen notwendig sind. Demnach hat die Behörde durch den technischen Sachverständigen im besonderen auch einen Vergleich des Lärms des Straßenverkehrs mit jenem der Tankanlagen auf einwandfreier Grundlage zu ermöglichen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X04

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X04

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

50/01 Gewerbeordnung

Norm

GewO 1859 §25;
GewO 1973 §77 Abs2 impl;
  1. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1990 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 325/1990
  3. GewO 1973 § 77 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  4. GewO 1973 § 77 gültig von 01.03.1987 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 289/1986
  5. GewO 1973 § 77 gültig von 01.02.1982 bis 28.02.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981

Rechtssatz

Bei der Beurteilung der Lärmimmissionen durch den Betrieb einer Tankstelle genügt zur ordnungsgemäßen Sachverhaltsdarstellung eine bloße Vermutung der Lärmintensität jedenfalls nicht (Hinweis E 27.1.1971, 866/69). Hiebei ist insbesondere festzustellen, ob der Lärm der Tankvorgänge (einschließlich des Zu- und Abfahrens) im Hinblick auf die Stärke des Straßenverkehrs und dessen kontinuierlichen, dh nicht durch maßgebliche Pausen unterbrochenen Auftretens nicht mehr störend in Erscheinung treten werde (Hinweis E 19.3.1969, 202/69).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X05

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X05

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

50/01 Gewerbeordnung

Norm

GewO 1859 §25;
GewO 1973 §77 Abs2 impl;
  1. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1990 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 325/1990
  3. GewO 1973 § 77 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  4. GewO 1973 § 77 gültig von 01.03.1987 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 289/1986
  5. GewO 1973 § 77 gültig von 01.02.1982 bis 28.02.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981

Rechtssatz

Im Betriebsanlagenverfahren kommt einer bestehenden Flächenwidmung, insofern diese im faktischen Bereich einen maßgeblichen Niederschlag gefunden hat, auch in der Frage der Ortsüblichkeit von Emissionen einer gewerblichen Betriebsanlage rechtliche Bedeutung zu (Hinweis E 16.10.1972, 522/68).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X06

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X06

Rechtssatz für 0985/73

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8556 A/1974

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

0985/73

Entscheidungsdatum

27.02.1974

Index

50/01 Gewerbeordnung

Norm

GewO 1859 §25;
GewO 1973 §77 Abs2 impl;
  1. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1993 bis 18.03.1994 wiederverlautbart durch BGBl. Nr. 194/1994
  2. GewO 1973 § 77 gültig von 01.07.1990 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 325/1990
  3. GewO 1973 § 77 gültig von 01.01.1989 bis 30.06.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 399/1988
  4. GewO 1973 § 77 gültig von 01.03.1987 bis 31.12.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 289/1986
  5. GewO 1973 § 77 gültig von 01.02.1982 bis 28.02.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 619/1981

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1119/68 E 11. Februar 1970 RS 3

Stammrechtssatz

Die Frage einer Belästigung der Nachbarschaft durch Betriebsfahrzeuge ist, wenn der Zusammenhang mit der gewerblichen Betriebsanlage vom Blickwinkel der Anrainer gesehen als bloßes Vorbeifahren der Betriebsfahrzeuge auf einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Straße zu qualifizieren ist, für die Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit der Betriebsanlage nach dem römisch drei. Hauptstück der Gewerbeordnung ohne Bedeutung (Hinweis E 28.4.1967, 0552/66).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1974:1973000985.X07

Im RIS seit

05.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2010

Dokumentnummer

JWR_1973000985_19740227X07