Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

54/04 EG

Norm

VersandverfahrenDG 1973 §1 Abs1;
VersandverfahrenDG 1973 §2 Abs1 idF 1977/332;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Das GEMEINSCHAFTLICHE Versandverfahren ist ein durch Gemeinschaftsrecht der EWG geregeltes Verfahren zum Zwecke des Transports von Waren unter zollamtlicher Aufsicht innerhalb der Gemeinschaft mit Einbeziehung Österreichs und der Schweiz.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X01

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X01

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

54/04 EG

Norm

VersandverfahrenV 1977 Art11 lita;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Unter dem normativen Tatbestandsmerkmal HAFTUNG iSd Artikel 11, Litera a, VersandverfahrenV 1977 ist die Verantwortlichkeit des Hauptverpflichteten für die ordnungsgemäße Durchführung des Versandverfahrens zu verstehen. Er hat für alle Folgen einzutreten, die sich aus einem nicht ordnungsgemäßen Ablauf ergeben. Welche Folgen dies im einzelnen hat, richtet sich nach dem nationalen, also nach dem einzelstaatlichen Recht jenes Mitgliedstaates, auf dessen Gebiet die eine Eingangsabgabenschuld auslösende Zuwiderhandlung begangen worden ist (Hinweis E 27.10.1983, 83/16/0125, VwSlg 5824 F/1983).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X02

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X02

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §119 Abs1;
ZollG 1955 §119 Abs4;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Verbringt der Begleitscheinnehmer, auf dessen Namen der Begleitschein lautet, das Begleitscheingut nicht selbst zum Empfangszollamt, sondern übergibt er das Begleitscheingut samt Begleitschein einer anderen Person zur weiteren Beförderung, so geht die Stellungspflicht auf diese Person und unter denselben Voraussetzungen auch auf jede andere nachfolgende Person über. Die Verpflichtung, im Falle der Nichtstellung Ersatz für die auf das Begleitscheingut entfallenden Eingangsabgaben zu leisten, bleibt aber auch in diesem Fall gem Paragraph 119, Absatz 4, ZollG 1955 unverändert beim Begleitscheinnehmer.

Abgabenschuldrechtlich ist daher der Übergang der Stellungspflicht ohne Bedeutung, weil sich an der Haftung (Ersatzverpflichtung) des Begleitscheinnehmers hiedurch nichts ändert.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X03

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X03

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §119 Abs1;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Die Nichtstellung von Begleitscheingut beim Empfangszollamt löst - ein Umstand, den der Gesetzgeber bei der normativen Ausgestaltung des Tatbestandes des Paragraph 119, Absatz eins, ZollG 1955 gekannt und ausdrücklich geregelt hat, - beim Begleitscheinnehmer kraft G die Verpflichtung zur Entrichtung der Ersatzforderung aus.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X04

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X04

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §119 Abs1;
ZollG 1955 §7 Abs4;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Nach stRsp des VwGH begründet Paragraph 119, Absatz eins, ZollG 1955 eine WEITGEHENDE Erfolgshaftung. Für die Geltendmachung dieser Haftung ist die Frage des Verschuldens ohne Bedeutung (Hinweis E 17.2.1983, 82/16/0135, 83/16/0033). Der Begriff WEITGEHENDE Erfolgshaftung wurde deshalb gewählt, weil der Begleitscheinnehmer von G wegen dann nicht zu haften hat, wenn das Begleitscheingut durch Zufall oder höhere Gewalt untergegangen ist (Hinweis E 23.1.1952, 1443/51, VwSlg 532 F/1952).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X05

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X05

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §119 Abs1;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Der Zweck der in Paragraph 119, Absatz eins, ZollG 1955 normierten Haftung eigener Art ist darin gelegen, jenes Risiko auszugleichen, das die Zollverwaltung eingeht, wenn sie die Beförderung eingangsabgabepflichtiger zollhängiger Waren durch das Transportgewerbe zuläßt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X06

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X06

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

54/04 EG

Norm

VersandverfahrenV 1977 Art35;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Sicherungsgeber iSd Artikel 35, VersandverfahrenV 1977 kann nur der Bürge und nicht etwa auch der Hauptverpflichtete sein, der dadurch Sicherheit geleistet hat, daß er den Bürgen zur Übernahme der Bürgschaft veranlaßt hat.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X07

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X07

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
35/02 Zollgesetz
54/04 EG

Norm

BAO §20;
BAO §6 Abs1;
VersandverfahrenDG 1973 §2 Abs1 idF 1977/332;
ZollG 1955 §119 Abs1;
ZollG 1955 §174 Abs3 lita Tatbestand1;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Löst im gemeinschaftlichen Versandverfahren ein anderer als derjenige, der bei der Abgangszollstelle durch Abgabe der Voranmeldung die Abfertigung der ausländischen Ware zum gemeinschaftlichen Versandverfahren beantragt hat (Hauptverpflichteter), eine Zollschuld aus, so sind beide Gesamtschuldner, uzw der Hauptverpflichtete als Schuldner der Ersatzforderung gem Paragraph 119, Absatz eins, ZollG 1955 und der andere als Zollschuldner gem Paragraph 174, Absatz 3, Litera a, erster Tatbestand ZollG 1955. Es steht in einem solchen Fall im freien Ermessen der Zollbehörde, ob sie sich an den Zollschuldner oder an den Hauptverpflichteten als Haftungsschuldner, der ebenfalls Schuldner der Ersatzforderung ist, wendet (Hinweis E 22.11.1984, 84/16/0165, VwSlg 5933 F/1984).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X08

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X08

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §119 Abs1;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Eine Haftung nach Paragraph 119, Absatz eins, ZollG 1955 setzt voraus, daß während des Versandverfahrens eine Zollschuld entstanden ist. Der Zollschuldner kann nicht zugleich Haftender sein.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X09

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X09

Rechtssatz für 89/16/0196

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6475 F/1990

Rechtssatznummer

10

Geschäftszahl

89/16/0196

Entscheidungsdatum

25.01.1990

Index

35/02 Zollgesetz
54/04 EG

Norm

VersandverfahrenDG 1973 idF 1977/332;
ZollG 1955 §119 Abs1;
ZollG 1955 §119 Abs4;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 1990, 371;

Rechtssatz

Für die Geltendmachung der Ersatzforderung gem Paragraph 119, Absatz eins, ZollG 1955 ist die Frage des Verschuldens ohne Bedeutung. Es stellt diese Haftung einer Verpflichtung öffentlich-rechtlicher Art dar, auf welche die Vorschriften des bürgerlichen Rechtes über die Haftung für Verschulden fremder Personen und über das Mitverschulden anderer Personen nicht anzuwenden sind (Hinweis E 17.2.1983, 82/16/0135).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989160196.X10

Im RIS seit

25.01.1990

Dokumentnummer

JWR_1989160196_19900125X10