Rechtssatz für 8Os152/58 11Os112/12y (1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0098840

Geschäftszahl

8Os152/58; 11Os112/12y (11Os130/12w)

Entscheidungsdatum

13.11.2012

Norm

StPO §261 Abs1
StPO §281 Abs1 Z6
StPO §292
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Ein nicht auf Paragraph 261, StPO gestütztes, sondern wegen sonstiger sachlicher Unzuständigkeit gefälltes Unzuständigkeitsurteil kann mit dem Nichtigkeitsgrund der Ziffer 6, des Paragraph 281, StPO nicht bekämpft werden. Ein solches dem Gesetze nicht entsprechendes Urteil kann nur im Wege einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes beseitigt werden.

Entscheidungstexte

  • 8 Os 152/58
    Entscheidungstext OGH 22.05.1958 8 Os 152/58
    Veröff: RZ 1958,121
  • 11 Os 112/12y
    Entscheidungstext OGH 13.11.2012 11 Os 112/12y

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0098840

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2012

Dokumentnummer

JJR_19580522_OGH0002_0080OS00152_5800000_001

Rechtssatz für 12Os46/90; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0098800

Geschäftszahl

12Os46/90; 11Os112/12y (11Os130/12w); 12Os123/13z; 12Os142/13v; 12Os121/15h; 13Os49/21m (13Os50/21h)

Entscheidungsdatum

14.07.2021

Norm

StPO §261
StPO §488 Z6
StPO §468 Abs1 Z1
StPO §489 Abs1
  1. StPO § 488 heute
  2. StPO § 488 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 488 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 488 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  5. StPO § 488 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 468 heute
  2. StPO § 468 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 468 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 468 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  5. StPO § 468 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  6. StPO § 468 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  7. StPO § 468 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 489 heute
  2. StPO § 489 gültig ab 01.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 26/2016
  3. StPO § 489 gültig von 01.01.2016 bis 31.05.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  4. StPO § 489 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2014
  5. StPO § 489 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  6. StPO § 489 gültig von 01.11.2000 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2000
  7. StPO § 489 gültig von 01.03.1988 bis 31.10.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die einschlägigen Bestimmungen der Strafprozessordnung über das Unzuständigkeitsurteil (Paragraphen 261 und 488 Ziffer 6, StPO) und seine Bekämpfung (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 6, (mit darin enthaltener Zitierung des Paragraph 261,), Paragraph 489, Absatz eins,; Paragraph 468, Absatz eins, Ziffer 4,; Paragraph 475, Absatz 3, StPO) zeigen, dass ein derartiges Formalurteil allein für den Ausspruch der Kompetenz eines Gerichtes höherer Organisationsstufe vorgesehen ist und daraus auf das Anklageprinzip zurückgehende Handlungspflichten des Anklägers erwachsen. Für andere gerichtliche Unzuständigkeitsentscheidungen kann die Urteilsform und die genannte Rechtsmittelregelung auch im Wege der Analogie nicht in Anspruch genommen werden, weil es an der Gleichartigkeit des Entscheidungsgegenstandes fehlt (hiezu RZ 1958,120 und RZ 1958,121).

Entscheidungstexte

  • 12 Os 46/90
    Entscheidungstext OGH 17.05.1990 12 Os 46/90
  • 11 Os 112/12y
    Entscheidungstext OGH 13.11.2012 11 Os 112/12y
    Auch
  • 12 Os 123/13z
    Entscheidungstext OGH 14.11.2013 12 Os 123/13z
    Vgl auch; Beisatz: Erachtet der Einzelrichter des Landesgerichts in der Hauptverhandlung, dass die abzuurteilende Tat in die Zuständigkeit des Bezirksgerichts fällt, so bleibt es bei seiner Entscheidungskompetenz und er hat ein Sachurteil zu fällen, nicht aber seine sachliche Unzuständigkeit auszusprechen. Gleiches gilt für das Schöffen- und das Geschworenengericht. (T1)
  • 12 Os 142/13v
    Entscheidungstext OGH 12.12.2013 12 Os 142/13v
    vgl auch; Beisatz: Ein Bezirksgericht kann ein Unzuständigkeitsurteil nur dann fällen, wenn zwischen erfolgter Ausschreibung und Beginn der Hauptverhandlung oder erst in dieser Umstände hervorkommen, die den Verdacht der Zuständigkeit des Landesgerichts, also seiner sachlichen Unzuständigkeit begründen (§§ 261 Abs 1 iVm 447 StPO). Erachtet sich ein Bezirksgericht hingegen für örtlich unzuständig, hat es ‑ weil für diese Entscheidung die Urteilsform nicht vorgesehen ist ‑ auch in der Hauptverhandlung gemäß § 38 StPO vorzugehen und die Sache entweder dem zuständigen Gericht zu überweisen (erster Satz leg cit) oder ‑ als Gericht, dem bereits überwiesen wurde ‑ die Entscheidung des gemeinsam übergeordneten Gerichts zu erwirken (dritter Satz leg cit). (T2)
  • 12 Os 121/15h
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 12 Os 121/15h
    Auch; Beisatz: Mit § 32 Abs 1a StPO sollte keine neue Form der Zuständigkeit im Sinn des § 31 StPO geschaffen werden, sodass die Abgrenzung zwischen „Schöffengericht“ und „großem Schöffengericht“ ausschließlich als eine Frage der Besetzung des Gerichts zu qualifizieren ist. Ergeben sich in der Hauptverhandlung Bedenken an der gehörigen Besetzung des Schöffengerichts, so ist kein Unzuständigkeitsurteil zu fällen, sondern vielmehr die Hauptverhandlung abzubrechen und die Entscheidung einer neuen Hauptverhandlung vor einem ordnungsgemäß besetzten Gericht vorzubehalten. (T3)
  • 13 Os 49/21m
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 49/21m
    Vgl; Beis nur wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0098800

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.05.2023

Dokumentnummer

JJR_19900517_OGH0002_0120OS00046_9000000_002

Entscheidungstext 11Os112/12y (11Os130/12w)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Fundstelle

SSt 2012/62

Geschäftszahl

11Os112/12y (11Os130/12w)

Entscheidungsdatum

13.11.2012

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 13. November 2012 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Zehetner als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schwab, Mag. Lendl, Mag. Michel und Dr. Oshidari als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Meier als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Milutin J***** wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person nach Paragraph 205, Absatz eins, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft gegen das (Unzuständigkeits-)Urteil des Landesgerichts Klagenfurt als Schöffengericht vom 29. Juni 2012, GZ 14 Hv 74/12d-22, sowie über die von der Generalprokuratur gegen den Vorgang der Fällung eines Unzuständigkeitsurteils zufolge Zuständigkeit des Landesgerichts Klagenfurt als Jugendschöffengericht erhobene Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit der Vertreterin der Generalprokuratur, Generalanwältin Dr. Geymayer, und der Verteidigerin Dr. Niederleitner zu Recht erkannt:

Spruch

Der am 29. Juni 2012 in der Hauptverhandlung in Urteilsform ergangene Ausspruch des Landesgerichts Klagenfurt als Schöffengericht, wonach das Landesgericht Klagenfurt in der gegenständlichen Zusammensetzung wegen Zuständigkeit des Landesgerichts Klagenfurt als Jugendschöffengericht unzuständig sei, verletzt das Gesetz in Paragraph 261, StPO.

Das „Unzuständigkeitsurteil“ des Landesgerichts Klagenfurt als Schöffengericht vom 29. Juni 2012, GZ 14 Hv 74/12d-22, wird aufgehoben und es wird dem Landesgericht Klagenfurt aufgetragen, sich in einer Paragraphen 28, 46 a, Absatz eins, JGG entsprechenden Besetzung der Verhandlung und Urteilsfällung zu unterziehen.

Mit ihrer Nichtigkeitsbeschwerde wird die Staatsanwaltschaft auf diese Entscheidung verwiesen.

Text

Gründe:

Mit dem in der Strafsache gegen Milutin J***** wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person nach Paragraph 205, Absatz eins, StGB in der Hauptverhandlung vom 29. Juni 2012 verkündeten „Urteil“ erklärte sich das Landesgericht Klagenfurt als Schöffengericht mit der Begründung für unzuständig, dass das Landesgericht Klagenfurt als Jugendschöffengericht zuständig sei.

Rechtliche Beurteilung

Dagegen richtet sich die aus Ziffer 6, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobene Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft.

Wie die Generalprokuratur in ihrer zur Wahrung des Gesetzes erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde zutreffend ausführt, steht die Vorgangsweise des Landesgerichts Klagenfurt mit dem Gesetz nicht im Einklang.

Eine Urteilsfällung nach Paragraph 261, Absatz eins, StPO kommt nach dem ausdrücklichen Wortlaut der Bestimmung ausschließlich im Fall einer nach Ansicht des Schöffengerichts drohenden Verletzung der Zuständigkeit des („höherrangigen“) Geschworenengerichts in Betracht vergleiche Lewisch, WK-StPO Paragraph 261, Rz 2 f, Fabrizy, StPO11 Paragraph 261, Rz 3 StPO).

Für andere gerichtliche Unzuständigkeits-entscheidungen kann die Urteilsform auch im Wege der Analogie nicht in Anspruch genommen werden, weil es an der Gleichartigkeit des Entscheidungsgegenstands fehlt vergleiche RIS-Justiz RS0098800). Bestehen - wie hier - Zweifel an einer gehörigen Besetzung, so ist die Hauptverhandlung vielmehr abzubrechen und die Entscheidung einer neuen Hauptverhandlung vor einem ordnungsgemäß besetzten Gericht vorzubehalten vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 100; Schroll in WK2 JGG Paragraph eins, Rz 9 und Paragraph 28, Rz 3 mwN).

Das „Unzuständigkeitsurteil“ des Landesgerichts Klagenfurt als Schöffengericht vom 29. Juni 2012, GZ 14 Hv 74/12d-22, dem jede Bindungswirkung fehlt, war zur Klarstellung zu beseitigen vergleiche RIS-Justiz RS0116267, Ratz, WK-StPO Paragraph 292, Rz 45 und Paragraph 281, Rz 496) und es war dem Landesgericht Klagenfurt aufzutragen, sich - ausgehend von der Verdachtslage einer Tatbegehung als junger Erwachsener - in einer Paragraphen 28, 46 a, Absatz eins, JGG entsprechenden Besetzung der Verhandlung und Urteilsfällung zu unterziehen.

Mit ihrer Nichtigkeitsbeschwerde wird die Staatsanwaltschaft auf diese Entscheidung verwiesen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass auch eine Anfechtung aus Ziffer 6, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO ein aufgrund der Bestimmung des Paragraph 261, StPO gefälltes Unzuständigkeitsurteil voraussetzt vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 496; RIS-Justiz RS0098840).

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E102333

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:0110OS00112.12Y.1113.000

Im RIS seit

29.11.2012

Zuletzt aktualisiert am

16.06.2015

Dokumentnummer

JJT_20121113_OGH0002_0110OS00112_12Y0000_000