Rechtssatz für 4Ob122/89 4Ob1088/92 6O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0005577

Geschäftszahl

4Ob122/89; 4Ob1088/92; 6Ob644/95; 3Ob73/00g; 9ObA200/01d; 4Ob256/01b; 4Ob82/07y; 4Ob120/07m; 4Ob111/09s; 4Ob85/09t; 8Ob139/09p; 7Ob57/19m

Entscheidungsdatum

24.04.2019

Norm

EO §39 Abs1 Z6
EO §55 Abs1
EO §382b
EO §399
EO §402 Abs2 B
  1. EO § 39 heute
  2. EO § 39 gültig ab 27.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2021
  3. EO § 39 gültig von 01.07.2021 bis 26.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2021
  4. EO § 39 gültig von 01.09.2005 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2005
  5. EO § 39 gültig von 01.10.1995 bis 31.08.2005 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 519/1995
  6. EO § 39 gültig von 01.03.1992 bis 30.09.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 628/1991
  1. EO § 55 heute
  2. EO § 55 gültig ab 27.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2021
  3. EO § 55 gültig von 01.07.2021 bis 26.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2021
  4. EO § 55 gültig von 01.05.1997 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 759/1996
  5. EO § 55 gültig von 01.08.1989 bis 30.04.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. EO § 382b heute
  2. EO § 382b gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2021
  3. EO § 382b gültig von 01.01.2020 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2019
  4. EO § 382b gültig von 01.06.2009 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  5. EO § 382b gültig von 01.01.2004 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 31/2003
  6. EO § 382b gültig von 01.05.1997 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 759/1996
  1. EO § 399 heute
  2. EO § 399 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2019
  3. EO § 399 gültig von 01.09.2005 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2005
  4. EO § 399 gültig von 01.08.1989 bis 31.08.2005 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. EO § 402 heute
  2. EO § 402 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 86/2021
  3. EO § 402 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  4. EO § 402 gültig von 01.01.1993 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 756/1992

Rechtssatz

Gemäß Paragraph 402, Absatz 2, EO sind die Einstellungsgründe des Paragraph 39, Absatz eins, EO - darunter vor allem jener der Ziffer 6, - auch im Provisorialverfahren anzuwenden; sie können daher die Aufhebung einer einstweiligen Verfügung rechtfertigen, weil Paragraph 399, EO die Aufhebungsgründe nicht taxativ aufzählt. Die Zurückziehung des Sicherungsantrages ist gemäß Paragraph 402, Absatz 2,, Paragraph 39, Absatz eins, Ziffer 6, EO ein weiterer Grund für die Aufhebung einer bereits erlassenen einstweiligen Verfügung. Wegen der Besonderheit des Exekutionsverfahrens und - ihm folgend - des Provisorialverfahrens unterscheidet das Gesetz aber - anders als die ZPO - nicht zwischen einer "Zurückziehung des Exekutionsbegehrens" (bzw des Sicherungsantrages) unter Anspruchsverzicht und einer solchen ohne derartigen Verzicht; der Zurückziehung des Sicherungsantrages kommt vielmehr von vornherein unbedingte Wirkung zu. Der darauf folgende Einstellungsbeschluss (Aufhebungsbeschluss) ist auch der materiellen Rechtskraft fähig.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 122/89
    Entscheidungstext OGH 05.12.1989 4 Ob 122/89
  • 4 Ob 1088/92
    Entscheidungstext OGH 12.01.1993 4 Ob 1088/92
    nur: Gemäß § 402 Abs 2 EO sind die Einstellungsgründe des § 39 Abs 1 EO auch im Provisorialverfahren anzuwenden; sie können daher die Aufhebung einer einstweiligen Verfügung rechtfertigen, weil § 399 EO die Aufhebungsgründe nicht taxativ aufzählt. (T1)
  • 6 Ob 644/95
    Entscheidungstext OGH 09.11.1995 6 Ob 644/95
    nur: Gemäß § 402 Abs 2 EO sind die Einstellungsgründe des § 39 Abs 1 EO - darunter vor allem jener der Z 6 - auch im Provisorialverfahren anzuwenden; sie können daher die Aufhebung einer einstweiligen Verfügung rechtfertigen, weil § 399 EO die Aufhebungsgründe nicht taxativ aufzählt. (T2)
  • 3 Ob 73/00g
    Entscheidungstext OGH 24.05.2000 3 Ob 73/00g
    Auch; nur: Wegen der Besonderheit des Exekutionsverfahrens und - ihm folgend - des Provisorialverfahrens unterscheidet das Gesetz aber - anders als die ZPO - nicht zwischen einer "Zurückziehung des Exekutionsbegehrens" (bzw des Sicherungsantrages) unter Anspruchsverzicht und einer solchen ohne derartigen Verzicht. (T3); Beisatz: Nach der EO ist ja die Zurückziehung des verfahrenseinleitenden Antrages ohne weitere Voraussetzungen möglich. (T4)
  • 9 ObA 200/01d
    Entscheidungstext OGH 05.09.2001 9 ObA 200/01d
    Auch; nur T1; Beisatz: Danach können auch die Einstellungsgründe des § 39 Abs 1 EO - das Provisorialverfahren kennt keine "Einstellung" - zu einer Aufhebung beziehungsweise Einschränkung der einstweiligen Verfügung führen, weil auch bei Vorliegen der Voraussetzungen nach § 39 Abs 1 EO das Sicherungsbedürfnis weggefallen ist. (T5)
  • 4 Ob 256/01b
    Entscheidungstext OGH 13.11.2001 4 Ob 256/01b
    nur T3; Beisatz: Dies gilt in sinngemäßer Anwendung des § 483 Abs 3 ZPO sogar noch während des Rechtsmittelverfahrens. (T6)
  • 4 Ob 82/07y
    Entscheidungstext OGH 12.06.2007 4 Ob 82/07y
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Nach den besonderen Regelungen des Sicherungsverfahrens ist eine Antragsrückziehung selbst ohne Zustimmung des Verfahrensgegners und ohne Verzicht auf den Anspruch zulässig. (T7)
  • 4 Ob 120/07m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 120/07m
    nur T3; Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Eine Antragszurücknahme wird im Rechtsmittelverfahren unmittelbar wirksam. (T8)
  • 4 Ob 111/09s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 111/09s
    Vgl auch; Beisatz: Nach den das Sicherungsverfahren beherrschenden Grundsätzen ist jedoch die Antragsrückziehung selbst ohne Zustimmung des Gegners und ohne Verzicht auf den Sicherungsanspruch zulässig. (T9); Beis ähnlich wie T6
  • 4 Ob 85/09t
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 85/09t
    Vgl auch; Beisatz: Nach den das Sicherungsverfahren beherrschenden Grundsätzen ist jedoch die Antragsrückziehung selbst ohne Zustimmung des Gegners und ohne Verzicht auf den Sicherungsanspruch zulässig. (T10); Beis ähnlich wie T6
  • 8 Ob 139/09p
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 8 Ob 139/09p
    Vgl; Beis wie T4
  • 7 Ob 57/19m
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 7 Ob 57/19m
    Vgl; Beisatz: Hier: Einstweilige Verfügung nach § 382b EO. (T11); Beisatz: Stellt der Antragsgegner einen Aufhebungsantrag nach § 39 Abs 1 Z 6 EO, so muss die Antragstellerin bei sonstiger Nichtigkeit des Aufhebungsbeschlusses dazu gehört werden. (T12)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0005577

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19891205_OGH0002_0040OB00122_8900000_001

Rechtssatz für 4Ob143/05s 4Ob82/07y 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0120298

Geschäftszahl

4Ob143/05s; 4Ob82/07y; 4Ob120/07m; 4Ob113/07g; 4Ob111/09s; 4Ob85/09t; 2Ob1/18p; 4Ob103/18b; 4Ob110/18g; 4Ob104/18z; 3Ob102/18y; 3Ob119/18y; 4Ob44/21f

Entscheidungsdatum

09.01.2023

Norm

ZPO §237 Abs3
ZPO §483 Abs3
ZPO §513
  1. ZPO § 237 heute
  2. ZPO § 237 gültig ab 01.01.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2002
  3. ZPO § 237 gültig von 01.05.1983 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 135/1983
  1. ZPO § 483 heute
  2. ZPO § 483 gültig ab 01.07.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. ZPO § 483 gültig von 01.05.1983 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 135/1983

Rechtssatz

Wird der Sicherungsantrag im Revisionsrekursverfahren zurückgezogen, so ist die Rücknahme des Sicherungsantrags zur Kenntnis zu nehmen und es ist auszusprechen, dass die Entscheidungen der Vorinstanzen wirkungslos sind. Ein Kostenzuspruch setzt einen Kostenbestimmungsantrag des Beklagten voraus.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 143/05s
    Entscheidungstext OGH 08.11.2005 4 Ob 143/05s
    Veröff: SZ 2005/161
  • 4 Ob 82/07y
    Entscheidungstext OGH 12.06.2007 4 Ob 82/07y
  • 4 Ob 120/07m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 120/07m
    nur: Wird der Sicherungsantrag im Revisionsrekursverfahren zurückgezogen, so ist die Rücknahme des Sicherungsantrags zur Kenntnis zu nehmen und es ist auszusprechen, dass die Entscheidungen der Vorinstanzen wirkungslos sind. (T1)
  • 4 Ob 113/07g
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 113/07g
    Beisatz: Über den gegenstandslosen außerordentlichen Revisionsrekurs ist nicht mehr zu entscheiden. (T2)
  • 4 Ob 111/09s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 111/09s
    Vgl; Beis wie T2
  • 4 Ob 85/09t
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 85/09t
    Vgl; Beis wie T2
  • 2 Ob 1/18p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 2 Ob 1/18p
    Vgl; Beisatz: Hier: Einschränkung eines Sicherungsantrags im Revisionsrekurs. (T3)
  • 4 Ob 103/18b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 4 Ob 103/18b
    Beis wie T2
  • 4 Ob 110/18g
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 4 Ob 110/18g
    Auch; Beis wie T2
  • 4 Ob 104/18z
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 4 Ob 104/18z
    Auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 102/18y
    Entscheidungstext OGH 23.05.2018 3 Ob 102/18y
    Auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 119/18y
    Entscheidungstext OGH 27.06.2018 3 Ob 119/18y
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 44/21f
    Entscheidungstext OGH 09.01.2023 4 Ob 44/21f
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120298

Im RIS seit

08.12.2005

Zuletzt aktualisiert am

13.01.2023

Dokumentnummer

JJR_20051108_OGH0002_0040OB00143_05S0000_001

Entscheidungstext 4Ob111/09s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

ÖBl-LS 2009/289 = RdW 2010/95 S 89 - RdW 2010,89 - Zurücknahme eines Sicherungsantrags

Geschäftszahl

4Ob111/09s

Entscheidungsdatum

14.07.2009

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende und durch die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei O***** KG, *****, vertreten durch Dr. Johannes Hintermayr und andere Rechtsanwälte in Linz, gegen die beklagte Partei O***** GmbH, *****, vertreten durch Dr. Simon Tonini, Rechtsanwalt in Innsbruck, wegen Unterlassung, 1.000 EUR sA und Urteilsveröffentlichung (Streitwert im Provisorialverfahren 33.340 EUR), im Verfahren über den Revisionsrekurs der klagenden Partei gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Linz als Rekursgericht vom 23. April 2009, GZ 2 R 71/09p-9, mit dem der Beschluss des Landesgerichts Linz vom 12. März 2009, GZ 1 Cg 46/09v-4, bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die von der Klägerin erklärte Zurücknahme ihres mit der Klage verbundenen Sicherungsantrags wird zur Kenntnis genommen. Infolgedessen sind die Entscheidungen der Vorinstanzen über den Sicherungsantrag wirkungslos.

Text

Begründung:

Die Klägerin begehrte von der Beklagten die Unterlassung bestimmter Wettbewerbshandlungen und stellte zugleich einen Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung. Das Erstgericht wies den Sicherungsantrag ab. Das Rekursgericht bestätigte diese Entscheidung. Dagegen richtete sich der ordentliche Revisionsrekurs der Klägerin, zu dem die Erstbeklagte eine Revisionsrekursbeantwortung erstattete. Nach Vorlage der Akten an den Obersten Gerichtshof nahm die Klägerin mit Zustimmung der Beklagten die Klage ohne Anspruchsverzicht mit einem an das Erstgericht gerichteten Schriftsatz zurück und erklärte sodann weiters, auch den bereits mit der Klage verbundenen Sicherungsantrag zurückzunehmen.

Rechtliche Beurteilung

Die Zurücknahme eines Sicherungsantrags kann in analoger Anwendung des Paragraph 483, Absatz 3, ZPO in Verbindung mit Paragraph 513, ZPO bis zur Rechtskraft der Entscheidung(en) über das Sicherungsbegehren - daher auch noch im Rechtsmittelverfahren vor dem Obersten Gerichtshof - wirksam erklärt werden. Gemäß Paragraph 483, Absatz 3, ZPO ist die Zurücknahme eines Rechtsschutzbegehrens an sich unter denselben Vorraussetzungen wie im Verfahren erster Instanz zulässig. Nach den das Sicherungsverfahren beherrschenden Grundsätzen ist jedoch die Antragsrückziehung selbst ohne Zustimmung des Gegners und ohne Verzicht auf den Sicherungsanspruch zulässig (RIS-Justiz RS0005577), weshalb eine Antragszurücknahme im Rechtsmittelverfahren unmittelbar wirksam wird (4 Ob 300/02z = RdW 2003/445; 4 Ob 143/05s = SZ 2005/161). Somit ist auszusprechen, dass die Entscheidungen der Vorinstanzen über den Sicherungsantrag infolge dessen Zurücknahme wirkungslos sind (RIS-Justiz RS0120298). Über den gegenstandslosen Revisionsrekurs ist demnach nicht mehr zu entscheiden (4 Ob 143/05s = SZ 2005/161).

Schlagworte

Zurücknahme eines Sicherungsantrags,

Textnummer

E91518

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:0040OB00111.09S.0714.000

Im RIS seit

13.08.2009

Zuletzt aktualisiert am

12.01.2011

Dokumentnummer

JJT_20090714_OGH0002_0040OB00111_09S0000_000