Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ALSAG 1989 §4 idF 1996/201;
ALSAG 1989 §4 Z3 idF 1996/201;
VwRallg;

Rechtssatz

Nach Paragraph 4, Ziffer 3, ALSAG 1989 haftet als Beitragsschuldner derjenige, der die Geländeverfüllung vornimmt. Hiebei kommt es darauf an, wer die Verfüllungstätigkeit veranlasst und in wessen Verantwortung sie vorgenommen wurde. Wie den Materialien zur ALSAG-Novelle BGBl 1996/201 Regierungsvorlage 72 BlgNR 20. Gesetzgebungsperiode, "Zu Artikel 87 Ziffer 4,) zu entnehmen ist, sollte mit dieser Novellierung klargestellt werden, dass als veranlassende Personen jene Personen anzusehen seien, in deren Verantwortung die Tätigkeit vorgenommen wird, und jene Personen, die illegale Verfüllungen oder Ablagerungen auf ihrer Liegenschaft geduldet haben, als Beitragsschuldner anzusehen seien. Sollten von der Beitragsschuld für einen bestimmten Anfall mehrere Personen betroffen sein, so sei grundsätzlich der Reihenfolge des Paragraph 4, legcit zu folgen.

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X01

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X01

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ALSAG 1989 §4 Z3 idF 1996/201;

Rechtssatz

Hat jemand einen Anderen beauftragt, bestimmte Abbruchmaterialien auf einem von ihm als Auftraggeber bestimmten Grundstück zu verfüllen, und sich daher des Anderen zur Ausführung dieses Vorhabens bedient, ohne dass der Auftragnehmer ein Grundstück für die Ablagerung des Abfalls zu bestimmen hatte, so ist der Auftraggeber als Beitragsschuldner iSd Paragraph 4, Ziffer 3, ALSAG 1989 anzusehen (Hinweis E 11. September 2003, 2003/07/0038). Wird ein Anderer mit dem Abbruch und dem Abtransport von Baurestmassen beauftragt, wobei der Auftraggeber den Ablagerungsort nicht bestimmt, sondern dessen Auswahl in der Verantwortung des Auftragnehmers gelegen ist, so ist dem Auftraggeber die Ablagerungs- oder Verfüllungstätigkeit iSd Paragraph 4, Ziffer 3, ALSAG 1989 nicht zuzurechnen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X02

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X02

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Rechtssatz

Es besteht keine Verpflichtung der Behörde, den Parteien die im angefochtenen Bescheid getroffenen Erwägungen vor der Bescheiderlassung zur Kenntnis zu bringen.

Schlagworte

Parteiengehör Parteiengehör Allgemein

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X03

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X03

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 85/06/0221 E 16. Oktober 1986 RS 2

Stammrechtssatz

Die Behörde ist nicht verpflichtet, die Partei zu WEITEREN Einwendungen anzuleiten.

Schlagworte

Verfahrensgrundsätze im Anwendungsbereich des AVG Offizialmaxime Mitwirkungspflicht Manuduktionspflicht VwRallg10/1/1 Sachverhalt Sachverhaltsfeststellung Parteivorbringen Erforschung des Parteiwillens Manuduktionspflicht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X04

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X04

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ALSAG 1989 §4 Z1 idF 1996/201;
ALSAG 1989 §4 Z2 idF 1996/201;
ALSAG 1989 §4 Z3 idF 1996/201;
ALSAG 1989 §4 Z4 idF 1996/201;

Rechtssatz

Eine (bloße) Duldung in dem Sinn, dass der Grundstückseigentümer die beitragspflichtige Tätigkeit geduldet hat, ist dem Tatbestand des Paragraph 4, Ziffer 4, ALSAG 1989 zu unterstellen. Paragraph 4, Ziffer 4, ALSAG 1989 ist nur subsidiär, dh nur, wenn keine Haftung nach Paragraph 4, Ziffer eins bis 3 ALSAG 1989 in Frage kommt, anzuwenden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X05

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X05

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ALSAG 1989 §2 Abs5 Z1;
ALSAG 1989 §3 Abs1 Z2;

Rechtssatz

Dient die Verfüllung von Abfällen der Schaffung eines technisch erforderlichen Unterbaues für einen (zB asphaltierten) Verkehrsweg, dann erfüllt diese Maßnahme, wie sich bereits aus der beispielsweisen Aufzählung in Paragraph 3, Absatz eins, Ziffer 2, ALSAG 1989 ergibt, eine konkrete bautechnische Funktion im Zusammenhang mit einer übergeordneten Baumaßnahme (Hinweis E 20. Februar 2003, 2002/07/0025; E 22. April 2004, 2003/07/0173).(Hier wurden die Baurestmassen zum Zweck des Unterbaues für eine darauf liegende 0,1 m dicke Gräderschicht und eine 0,1 m dicke Asphaltschicht eingebracht.)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X06

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X06

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ALSAG 1989 §10 Abs1 Z2 idF 1998/I/151;
ALSAG 1989 §3 Abs1 Z2 idF 1996/201;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2000/07/0074 E 29. Jänner 2004 RS 5

Stammrechtssatz

Der in Paragraph 3, Absatz eins, Ziffer 2, ALSAG 1989 in der Fassung 1996/201 normierte Ausnahmetatbestand (Erfüllen einer konkreten bautechnischen Funktion im Zusammenhang mit einer übergeordneten Baumaßnahme) kann nur dann zum Tragen kommen, wenn es sich dabei um eine zulässige Verwendung oder Verwertung von Abfällen handelt, was nur dann vorliegt, wenn die Materialien für den angestrebten Zweck unbedenklich verwendet werden können.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X07

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X07

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

83 Naturschutz Umweltschutz

Norm

ALSAG 1989 §10 Abs1 Z2;
ALSAG 1989 §3 Abs1 Z2;
ALSAG 1989 §7 Abs1;

Rechtssatz

Eine Unzulässigkeit liegt jedenfalls dann vor, wenn die Verwendung oder Verwertung gegen Rechtsvorschriften verstößt oder wenn nicht alle hiefür erforderlichen Bewilligungen, und zwar sowohl für die Vornahme der Verfüllung als auch die übergeordnete Baumaßnahme, in dem für das Entstehen der Beitragsschuld maßgeblichen Beurteilungszeitpunkt vergleiche Paragraph 7, Absatz eins, ALSAG 1989) vorgelegen sind. Darüber hinaus muss auch eine nach den Materiengesetzen allenfalls erforderliche Anzeigepflicht erfüllt sein, um von einer zulässigen Maßnahme sprechen zu können (Hinweis E 18. November 2004, 2004/07/0156).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X08

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X08

Rechtssatz für 2004/07/0141

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 16977 A/2006

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

2004/07/0141

Entscheidungsdatum

06.07.2006

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §73 Abs2 idF 1998/I/158;
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2002/10/0153 E 22. November 2004 RS 1

Stammrechtssatz

Nach Paragraph 73, Absatz 2, AVG in der Fassung der AVG-Novelle 1998, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 158 aus 1998,, genügt ein "überwiegendes Verschulden" der Behörde an der Verzögerung; es ist somit - gegebenenfalls - das Verschulden der Partei an der Verzögerung gegen jenes der Behörde abzuwägen.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete Diverses Verschulden der Behörde §73 Abs2 letzter Satz AVG

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2006:2004070141.X09

Im RIS seit

28.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2015

Dokumentnummer

JWR_2004070141_20060706X09