Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 91/13/0210

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6863 F/1994

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

91/13/0210

Entscheidungsdatum

16.02.1994

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §34;
FinStrG §9;
  1. FinStrG Art. 1 § 34 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 34 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 34 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  4. FinStrG Art. 1 § 34 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  5. FinStrG Art. 1 § 34 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. FinStrG Art. 1 § 9 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 9 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  3. FinStrG Art. 1 § 9 gültig von 01.01.1986 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 571/1985

Rechtssatz

Ausführungen betreffend das Nichtvorliegen eines Schuldausschließungsgrundes iSd Paragraph 9, FinStrG, weil der Spruchsenat zwar den Irrtum des Abgabepflichtigen anerkannt (daher auch nur fahrlässige Abgabenverkürzung), ihn jedoch als unentschuldbar qualifiziert hat, weil der Abgabepflichtige jahrelang in Kenntnis der fortlaufenden Reduzierung seiner Darlehensschuld gegenüber seinem Vater durch die mit dieser verrechneten Mietzinseinnahmen den aus diesen Einnahmen rechnerisch ihm erwachsenden Vermögensvorteil als Zufluß von Einkünften nicht erkannt und seine Pflicht zur Ablieferung der in den Mietzinseinnahmen vertraglich enthaltenen Umsatzsteuerbeträge nicht gesehen hatte, was nach Alter und Ausbildungsstand des Abgabepflichtigen im Deliktzeitraum nicht als entschuldbar anzusehen war.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1994:1991130210.X01

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

06.01.2010

Dokumentnummer

JWR_1991130210_19940216X01

Rechtssatz für 91/13/0210

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6863 F/1994

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

91/13/0210

Entscheidungsdatum

16.02.1994

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §25 Abs1;
  1. FinStrG Art. 1 § 25 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 25 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 44/2007
  3. FinStrG Art. 1 § 25 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975

Rechtssatz

Der im Paragraph 25, Absatz eins, FinStrG normierte Strafausschließungsgrund ist an das kumulative Vorliegen der Voraussetzungen geknüpft, daß das Verschulden des Täters zum einen geringfügig ist, und die Tat zum andern keine oder nur unbedeutende Folgen nach sich gezogen hat.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1994:1991130210.X02

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

06.01.2010

Dokumentnummer

JWR_1991130210_19940216X02

Rechtssatz für 91/13/0210

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6863 F/1994

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

91/13/0210

Entscheidungsdatum

16.02.1994

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §25 Abs1;
FinStrG §34;
  1. FinStrG Art. 1 § 25 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 25 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 44/2007
  3. FinStrG Art. 1 § 25 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. FinStrG Art. 1 § 34 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 34 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2025
  3. FinStrG Art. 1 § 34 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  4. FinStrG Art. 1 § 34 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  5. FinStrG Art. 1 § 34 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975

Rechtssatz

Es geht nicht an, einen über einer bestimmten Höhe gelegenen Verkürzungsbetrag durch die Anzahl der Besteuerungsperioden, während deren dieser Verkürzungsbetrag insgesamt erreicht wird, zu teilen, um auf diese Weise die Optik eines weitaus geringeren Verkürzungsbetrages zu erzielen. Erstreckt sich ein als fahrlässig zu beurteilendes Verhalten über mehrere Besteuerungsperioden, dann tritt durch die lange Dauer des deliktischen Verhaltens naturgemäß der Effekt einer Verkürzung der Angaben für diese mehreren Besteuerungsperioden ein; die Folgen des deliktischen Verhaltens können dann aber auch nicht isoliert pro Besteuerungsperiode, sondern nur in ihrer Gesamtheit betrachtet werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1994:1991130210.X03

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

06.01.2010

Dokumentnummer

JWR_1991130210_19940216X03

Rechtssatz für 91/13/0210

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6863 F/1994

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

91/13/0210

Entscheidungsdatum

16.02.1994

Index

24/01 Strafgesetzbuch
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §25 Abs1;
FinStrG §29;
StGB §42 idF 1987/605;
  1. FinStrG Art. 1 § 25 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 25 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 44/2007
  3. FinStrG Art. 1 § 25 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. FinStrG Art. 1 § 29 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 29 gültig ab 01.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2019
  3. FinStrG Art. 1 § 29 gültig von 01.10.2014 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2014
  4. FinStrG Art. 1 § 29 gültig von 01.03.2014 bis 30.09.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2014
  5. FinStrG Art. 1 § 29 gültig von 15.12.2012 bis 28.02.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  6. FinStrG Art. 1 § 29 gültig von 01.01.2011 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  7. FinStrG Art. 1 § 29 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  8. FinStrG Art. 1 § 29 gültig von 01.01.1986 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 571/1985
  1. StGB § 42 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2007 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 93/2007

Rechtssatz

Die der Bestimmung des Paragraph 42, Ziffer 2, StGB in der Fassung des Strafrechtsänderungsgesetzes 1987, Bundesgesetzblatt Nr 605, zugrundeliegende Wertung läßt sich auf das Finanzstrafrecht nicht übertragen, weshalb es auch zu einer entsprechenden Novellierung des Paragraph 25, Absatz eins, FinstrG nicht gekommen ist. Die aus der Novellierung des Paragraph 42, StGB erkennbar gewordene gesetzgeberische Absicht der strafrechtlichen Privilegierung der Bemühungen des Täters um die Wiedergutmachung des Schaden verfehlt im Finanzstrafrecht ihr Ziel. Da die Verkürzung von Abgaben nach ihrer Aufdeckung regelmäßig zur Erlassung vollstreckbarer Abgabenbescheide über die verkürzten Beträge führt, besteht außerhalb des ohnehin normierten Rechtsinstituts der strafbefreienden Selbstanzeige nach Paragraph 29, FinStrG zu einer der novellierten Bestimmungen des Paragraph 42, StGB vergleichbaren zusätzlichen Privilegierung von Wiedergutmachungshandlungen kein Anlaß.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1994:1991130210.X04

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

06.01.2010

Dokumentnummer

JWR_1991130210_19940216X04

Rechtssatz für 91/13/0210

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6863 F/1994

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

91/13/0210

Entscheidungsdatum

16.02.1994

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

FinStrG §25;
  1. FinStrG Art. 1 § 25 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 25 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 44/2007
  3. FinStrG Art. 1 § 25 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 83/13/0033 E 17. September 1986 RS 2

Stammrechtssatz

Eine umfangreiche, bereits bewirkte Abgabenverkürzung zieht nicht deswegen allein unbedeutende Folgen nach sich, weil die Aufdeckung der Tat zur nachträglichen Entrichtung der verkürzten Abgaben führt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1994:1991130210.X05

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

06.01.2010

Dokumentnummer

JWR_1991130210_19940216X05

Rechtssatz für 91/13/0210

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 6863 F/1994

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

91/13/0210

Entscheidungsdatum

16.02.1994

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Rechtssatz

Die von der Finanzstrafbehörde aus dem Grunde des von ihr bejahten Vorliegens des Strafausschließungsgrundes des Paragraph 25, Absatz eins, FinStrG vorgenommenen Abstandnahme hat mit Einstellungserkenntnis nach Paragraph 136, FinStrG zu ergehen, mit welchem der Bescheid über die nach Paragraph 25, Absatz eins, FinStrG ausgesprochene Verwarnung zu verbinden ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1994:1991130210.X06

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

06.01.2010

Dokumentnummer

JWR_1991130210_19940216X06