Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 94/13/0185

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

94/13/0185

Entscheidungsdatum

15.01.1997

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein;
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verfassungsgerichtshof;
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht;

Norm

BAO §198;
BAO §289;
BAO §4 Abs1;
B-VG Art130 Abs1;
B-VG Art140 Abs5;
B-VG Art144 Abs2;
B-VG Art18 Abs1;
VerfGG 1953 §87 Abs3;
VwGG §41 Abs1;
VwRallg;
  1. BAO § 198 heute
  2. BAO § 198 gültig ab 19.04.1980 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980
  1. BAO § 289 heute
  2. BAO § 289 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  3. BAO § 289 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  4. BAO § 289 gültig von 12.08.2006 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 143/2006
  5. BAO § 289 gültig von 21.08.2003 bis 11.08.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. BAO § 289 gültig von 01.01.2003 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2002
  7. BAO § 289 gültig von 26.06.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2002
  8. BAO § 289 gültig von 30.12.1989 bis 25.06.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  9. BAO § 289 gültig von 19.04.1980 bis 29.12.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980
  1. BAO § 4 heute
  2. BAO § 4 gültig ab 30.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  3. BAO § 4 gültig von 01.01.2013 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  4. BAO § 4 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. BAO § 4 gültig von 01.01.1995 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  6. BAO § 4 gültig von 19.04.1980 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980
  1. B-VG Art. 130 heute
  2. B-VG Art. 130 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 130 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  6. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2015 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  7. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  8. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 130 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  13. B-VG Art. 130 gültig von 18.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  14. B-VG Art. 130 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  15. B-VG Art. 130 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 130 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 41 heute
  2. VwGG § 41 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 41 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 41 gültig von 01.07.2012 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. VwGG § 41 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 41 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Weiss und die Hofräte Dr. Hargassner und Dr. Fuchs als Richter, im Beisein des Schriftführers DDDr. Jahn, über die Beschwerde des Dr. F in A, vertreten durch Dr. T, Rechtsanwalt in W, gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland (Berufungssenat römisch eins a) vom 6. Oktober 1993, GZ. 6/1 - 1225/93-08, betreffend Einkommensteuer 1991, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Begründung

Mit dem nunmehr angefochtenen Bescheid bezog die belangte Behörde Einkünfte aus Kapitalvermögen in Höhe von S 29.611,-- (unter Anrechnung einer Kapitalertragsteuer von S 2.918,65) in die Einkommensteuerveranlagung 1991 ein und verweigerte auch die Zuerkennung des beantragten Alleinverdienerabsetzbetrages für Alleinerhalter.

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen wies die belangte Behörde in der Begründung des angefochtenen Bescheides im wesentlichen darauf hin, sie könne diesbezüglich vorgetragenen verfassungsrechtlichen Bedenken nicht nähertreten, zumal die Behörde ihre Entscheidung aufgrund der bestehenden Rechtslage zu treffen habe. Hinsichtlich der Zuerkennung des Alleinerhalterabsetzbetrages und des Kinderzuschlages zum Alleinerhalterabsetzbetrag sei festzuhalten, daß der Begriff des Alleinverdieners bzw. Alleinerhalters, der durch Abschnitt römisch eins Artikel römisch eins, Ziffer 23, Abgabenänderungsgesetz 1989, BGBl. Nr. 660, rückwirkend ab der Veranlagung für das Jahr 1989 neu gefaßt worden sei, bis einschließlich der Veranlagung 1992 in Geltung gewesen sei (Aufhebung des Paragraph 106, EStG 1988 durch Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 27. Juni 1991, G 240/91, mit Fristsetzung gemäß Artikel 140, Absatz 5, B-VG). Alleinerhalter im Sinn des Paragraph 33, Absatz 4, EStG 1988 sei daher stets nur ein Steuerpflichtiger mit Kind. In der für 1991 gültigen Fassung des Paragraph 106, EStG 1988 seien als Kinder im Sinne dieses Gesetzes nur Kinder anzusehen, für die dem Steuerpflichtigen oder dem nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten Familienbeihilfe gewährt werde. Da die Bezieherin der Familienbeihilfe nicht Ehegattin des Beschwerdeführers sei, sondern dessen Lebensgefährtin, seien sowohl der Alleinerhalterabsetzbetrag als auch die Kinderzuschläge zum Alleinerhalterabsetzbetrag nicht zu gewähren gewesen.

Die Behandlung einer gegen diesen Bescheid zunächst an den Verfassungsgerichtshof gerichteten Beschwerde lehnte dieser (u.a. unter Hinweis auf ebenfalls den Beschwerdeführer betreffende Ablehnungsbeschlüsse vom 22. Juni 1992, B 1393/91, und vom 23. März 1993, B 1819/92) mit Beschluß vom 14. Juni 1994, B 2103/93-3, ab und trat sie antragsgemäß gemäß Artikel 144, Absatz 3, B-VG dem Verwaltungsgerichtshof ab.

Im Verfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof erachtet sich der Beschwerdeführer in seinem Recht, "keine über die Kapitalertragsteuer hinausgehende Einkommensteuer auf Sparzinsen zahlen zu müssen", und in seinem Recht "auf Alleinverdienerabsetzbetrag sowie den Kinderzuschlag hiezu (für drei Kinder)" verletzt.

Die belangte Behörde hat die Akten des Verwaltungsverfahrens vorgelegt, von der Erstattung einer Gegenschrift jedoch Abstand genommen. Der Beschwerdeführer hat zu seiner Beschwerde einen weiteren "ergänzenden Schriftsatz" eingebracht.

Der Verwaltungsgerichtshof hat in einem gemäß Paragraph 12, Absatz eins, Ziffer 2, VwGG gebildeten Senat erwogen:

Gemäß Paragraph 33, Absatz 4, EStG 1988 Bundesgesetzblatt Nr. 400 aus 1988, in der im Beschwerdefall anzuwendenden Fassung Bundesgesetzblatt Nr. 660 aus 1989,) stand einem Alleinverdiener oder Alleinerhalter ein Alleinverdienerabsetzbetrag von S 4.000,-- jährlich zuzüglich einem Kinderzuschlag von S 1.800,-- für jedes Kind (Paragraph 106,) zu. Alleinerhalter war nach dieser Gesetzesbestimmung ein Steuerpflichtiger mit Kind, der zu Beginn des Veranlagungszeitraumes oder mindestens vier Monate im Veranlagungszeitraum ledig oder geschieden war oder von seinem Ehegatten dauernd getrennt lebte und für sich Unterhaltsleistungen von höchstens S 40.000,-- jährlich erhielt. Im Falle einer eheähnlichen Gemeinschaft galten die für den Alleinverdiener maßgeblichen Einkunftsgrenzen.

Als Kinder im Sinne dieses Bundesgesetzes galten gemäß Paragraph 106, EStG 1988 (in der Stammfassung Bundesgesetzblatt Nr. 400 aus 1988,) Kinder, für die dem Steuerpflichtigen oder dem nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten Familienbeihilfe aufgrund des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 oder eine gleichartige ausländische Beihilfe im Sinn des Paragraph 4, des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 gewährt wurde.

Es ist unbestritten, daß der Beschwerdeführer keine "Kinder im Sinn des Paragraph 106, EStG 1988 (in der Stammfassung)" hatte, weil für die in seinem Haushalt lebenden Kinder seine Lebensgefährtin die Familienbeihilfe bezog.

Mit Erkenntnis vom 27. Juni 1991, G 82/91 und G 240, 241/91, hat der Verfassungsgerichtshof Paragraph 106, EStG 1988 in der zitierten Fassung als verfassungswidrig aufgehoben. Zugleich bestimmte der Gerichtshof gemäß Artikel 140, Absatz 5, B-VG, daß die Aufhebung (mit Ausnahme für die Anlaßfälle) mit Ablauf des 30. Juni 1992 wirksam wird (Absatz 2, der Kundmachung Bundesgesetzblatt Nr. 458 aus 1991,). Damit war die in Rede stehende Bestimmung noch bis zu diesem Zeitpunkt anzuwenden und auch verfassungsrechtlich unangreifbar (zur Endgültigkeit dieser Fristsetzung siehe auch den Beschluß des Verfassungsgerichtshofes vom 23. März 1993, B 1819/92-4).

Im allgemeinen hat die Rechtsmittelbehörde das im Zeitpunkt der Erlassung ihres Bescheides geltende Recht anzuwenden; eine andere Betrachtungsweise ist aber geboten, wenn etwa der Gesetzgeber in einer Übergangsbestimmung zum Ausdruck bringt, daß auf anhängige Verfahren noch das bisher geltende Recht anzuwenden ist, oder wenn darüber abzusprechen ist, was an einem bestimmten Stichtag oder in einem konkreten Zeitraum rechtens ist. Die letztgenannte Überlegung trifft - falls das Gesetz nicht ausdrücklich anderes anordnet - für die Vollziehung von Normen des materiellen Abgabenrechts zu: Mit einem Abgabenbescheid wird ein Leistungsgebot hinsichtlich einer Abgabenschuld ausgesprochen, die bereits - unabhängig vom behördlichen Tätigwerden - mit der Verwirklichung des Abgabentatbestandes entstanden ist vergleiche Paragraph 4, Absatz eins, BAO). Für die Erlassung von Abgabenbescheiden ist daher jenes Gesetz maßgebend, innerhalb dessen zeitlichen Bedingungsbereiches vergleiche hiezu Walter Mayer, Bundesverfassungsrecht8 (1996), Rz. 489) der Sachverhalt gesetzt worden ist, der die Verwirklichung des Abgabentatbestandes bewirkt vergleiche dazu das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 22. Oktober 1996, 96/14/0017, sowie etwa Stoll, BAO-Kommentar, 62 f).

Die belangte Behörde hat somit zu Recht bei Erlassung des (über die Einkommensteuer 1991 absprechenden) angefochtenen Bescheides die Bestimmung des Paragraph 106, EStG 1988 in seiner Stammfassung zur Anwendung gebracht. Das vom Beschwerdeführer erstattete Vorbringen einer "denkunmöglichen" bzw. "einfachgesetzlich-fehlerhaften" Anwendung des Einkommensteuergesetzes, weil im Zeitpunkt der Bescheiderlassung (mit seiner Zustellung am 28. Oktober 1993) Paragraph 106, EStG 1988 bereits außer Kraft getreten gewesen sei, vermag sohin keine Rechtswidrigkeit des angefochtenen Bescheides aufzuzeigen.

Im übrigen (insbesondere auch zur Sparzinsenbesteuerung) wiederholt die Beschwerde jene verfassungsrechtlichen Normbedenken, die bereits in den zu den oben zitierten Ablehnungsbeschlüssen vom 22. Juni 1992 und 23. März 1993 führenden Verfassungsgerichtshofbeschwerden und den nachfolgenden (ergänzten) Verwaltungsgerichtshofbeschwerden (Zlen. 92/13/0213 und 93/13/0071) vorgetragen wurden. Dazu regt der Beschwerdeführer neuerlich an, der Verwaltungsgerichtshof möge näher definierte Teile des Paragraph 27, Absatz eins, Ziffer 4, sowie Paragraph 46, Absatz eins, Ziffer 2, EStG 1988 und Absatz 2, der Kundmachung BGBl. Nr. 1991/458 sowie den Klammerausdruck "(Paragraph 106,)" in Paragraph 33, Absatz 4, EStG 1988 wegen Verfassungswidrigkeit, insbesondere wegen Verletzung des demokratischen Prinzips, des Eigentumsrechtes und des Rechtes auf Gleichheit, beim Verfassungsgerichtshof anfechten. Damit wird kein der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes unterliegendes Recht (Paragraph 28, Absatz eins, Ziffer 4, VwGG) bezeichnet. Die Aufgabe des Verwaltungsgerichtshofes liegt darin, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung zu sichern vergleiche dazu das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 14. Dezember 1994, K I-1/94-11), nicht aber vom Beschwerdeführer kritisierte Ablehnungsentscheidungen des Verfassungsgerichtshofes einer Kontrolle zu unterziehen vergleiche dazu auch die zu den Zlen. 92/13/0213 und 93/13/0071 ergangenen Beschlüsse des Verwaltungsgerichtshofes vom 11. November 1992 und 24. November 1993). An der fehlenden Prüfungskompetenz auf verfassungsrechtlicher Ebene kann auch ein bloßes "Umstellen" der behaupteten Verfassungswidrigkeit auf eine Rechtswidrigkeit wegen zugrundeliegender verfassungwidriger Norm laut Beschwerde nichts ändern.

Da die auf einfachgesetzlicher Ebene geltend gemachte Rechtsverletzung nicht vorlag, war die Beschwerde insgesamt gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG als unbegründet abzuweisen.

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2 Beschwerde Beschwerdepunkt Beschwerdebegehren Entscheidungsrahmen und Überprüfungsrahmen des VwGH Gegenseitige Beziehung: VwGH - VfGH

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1997:1994130185.X00

Im RIS seit

11.07.2001

Zuletzt aktualisiert am

14.04.2017

Dokumentnummer

JWT_1994130185_19970115X00

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