Rechtssatz für 14Os38/89 11Os61/07s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100516

Geschäftszahl

14Os38/89; 11Os61/07s

Entscheidungsdatum

21.08.2007

Norm

StPO §313 B
StPO §314
StPO §345 Abs1 Z6
  1. StPO § 313 heute
  2. StPO § 313 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Ist durch die Verfahrensergebnisse Notwehr und allenfalls Notwehrexzess (durch Überschreiten des gerechtfertigten Maßes der Verteidigung aus asthenischen Affekten) indiziert, so ist (auch) folgendes Dreifragenschema zulässig:

römisch eins. Hauptfrage

römisch zwei. Zusatzfrage nach Notwehr (für den Fall der Bejahung der Hauptfrage)

römisch drei. Eventualfrage nach fahrlässiger Körperverletzung durch Überschreiten des gerechtfertigten Maßes der Verteidigung lediglich aus Bestürzung, Furcht oder Schrecken (für den Fall der Bejahung der Zusatzfrage).

Entscheidungstexte

  • 14 Os 38/89
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 14 Os 38/89
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Vgl aber; Beisatz: Mehrere Strafausschließungsgründe im prozessualen Sinn (hier: Notwehr, Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt, Putativnotwehr und Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt) sind in einer alternativen Zusatzfrage zusammenzufassen, um dem Willen der Mehrheit der Geschworenen auch bei unterschiedlicher Beantwortung der einzelnen Fragen zweifelsfrei Ausdruck zu verleihen (WK-StPO §313 Rz 32, § 317 Rz 19, 20). (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0100516

Dokumentnummer

JJR_19890531_OGH0002_0140OS00038_8900000_001

Rechtssatz für Os354/26 9Os76/85 12Os1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100901

Geschäftszahl

Os354/26; 9Os76/85; 12Os135/86; 11Os61/07s; 13Os6/08v; 13Os125/10x

Entscheidungsdatum

18.11.2010

Rechtssatz

Keine Verpflichtung des Schwurgerichtshofes zur Zusammenfassung mehrerer Schuldausschließungsgründe in einer Zusatzfrage.

Entscheidungstexte

  • Os 354/26
    Entscheidungstext OGH 25.06.1926 Os 354/26
    Veröff: SSt VI/74
  • 9 Os 76/85
    Entscheidungstext OGH 02.07.1986 9 Os 76/85
    Vgl; Beisatz: Die Zusammenfassung mehrerer rechtlich gleichwertiger Gründe, aus denen ein Schuldausschließungsgrund (der Zurechnungsunfähigkeit) verwirklicht sein kann, in nur einer Zusatzfrage ist gemäß § 317 Abs 2 StPO zulässig. (T1)
  • 12 Os 135/86
    Entscheidungstext OGH 18.12.1986 12 Os 135/86
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Gegenteilig; Beisatz: Mehrere Strafausschließungsgründe im prozessualen Sinn (hier: Notwehr, Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt, Putativnotwehr und Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt) sind in einer alternativen Zusatzfrage zusammenzufassen, um dem Willen der Mehrheit der Geschworenen auch bei unterschiedlicher Beantwortung der einzelnen Fragen zweifelsfrei Ausdruck zu verleihen (WK-StPO § 313 Rz 32, § 317 Rz 19, 20). (T2)
  • 13 Os 6/08v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 6/08v
    Gegenteilig; Beisatz: Wenn die Verfahrensergebnisse mehrere Strafausschließungsgründe indizieren (zB Notwehr und Putativnotwehr), ist nur eine einzige - alternativ gefasste - Zusatzfrage zu stellen, über die in einem abzustimmen ist. Bei getrennter Abstimmung könnte es nämlich zu einem dem Willen der Geschworenen widersprechenden Schuldspruch kommen, wenn deren Mehrheit die Straflosigkeit aus unterschiedlichen Gründen bejaht. (T3)
  • 13 Os 125/10x
    Entscheidungstext OGH 18.11.2010 13 Os 125/10x
    Gegenteilig; Beis ähnlich wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1926:RS0100901

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2010

Dokumentnummer

JJR_19260625_OGH0002_0000OS00354_2600000_001

Rechtssatz für 10Os15/79 11Os61/07s 13...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100571

Geschäftszahl

10Os15/79; 11Os61/07s; 13Os6/08v; 13Os125/10x

Entscheidungsdatum

18.11.2010

Norm

StPO §313 B
  1. StPO § 313 heute
  2. StPO § 313 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Keine Verbindung von Notwehr und Putativnotwehr (sowie deren jeweilige Überschreitung) in einer einzigen Frage, weil sonst ein Rechtfertigungsgrund mit mehreren Schuldausschließungsgründen verquickt wird.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 15/79
    Entscheidungstext OGH 28.02.1979 10 Os 15/79
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Gegenteilig; Beisatz: Mehrere Strafausschließungsgründe im prozessualen Sinn (hier: Notwehr, Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt, Putativnotwehr und Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt) sind in einer alternativen Zusatzfrage zusammenzufassen, um dem Willen der Mehrheit der Geschworenen auch bei unterschiedlicher Beantwortung der einzelnen Fragen zweifelsfrei Ausdruck zu verleihen (WK-StPO § 313 Rz 32, § 317 Rz 19, 20). (T1)
  • 13 Os 6/08v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 6/08v
    Gegenteilig; Beisatz: Wenn die Verfahrensergebnisse mehrere Strafausschließungsgründe indizieren (zB Notwehr und Putativnotwehr), ist nur eine einzige - alternativ gefasste - Zusatzfrage zu stellen, über die in einem abzustimmen ist. Bei getrennter Abstimmung könnte es nämlich zu einem dem Willen der Geschworenen widersprechenden Schuldspruch kommen, wenn deren Mehrheit die Straflosigkeit aus unterschiedlichen Gründen bejaht. (T2)
  • 13 Os 125/10x
    Entscheidungstext OGH 18.11.2010 13 Os 125/10x
    Gegenteilig; Beis ähnlich wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0100571

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2010

Dokumentnummer

JJR_19790228_OGH0002_0100OS00015_7900000_001

Rechtssatz für 10Os37/83 11Os8/86 14Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0089823

Geschäftszahl

10Os37/83; 11Os8/86; 14Os38/89; 14Os110/92; 15Os75/93 (15Os76/93); 13Os146/93; 11Os171/94; 11Os108/04; 11Os61/07s; 12Os60/12h

Entscheidungsdatum

26.06.2012

Rechtssatz

Fragenschema bei Aktualität von rechtfertigender Notwehr, Putativnotwehr und Notwehrexzess.

  1. Ziffer eins
    Zusatzfrage nach rechtfertigender Notwehr, das ist nach notwendiger Verteidigung (Paragraph 3, Absatz eins, 1.Satz StGB) unter Ausschluss offenbar unangemessener Verteidigung (Paragraph 3, Absatz eins, 2.Satz StGB);
  2. Ziffer 2
    für den Fall der Verneinung, die (a) auf der Nichtannahme einer Notwehrsituation (Paragraph 3, Absatz eins, 1.Satz StGB) oder auf der Annahme (b) eines Notwehrexzesses (Paragraph 3, Absatz 2, 1.Fall StGB) oder (c) einer offensichtlich unangemessenen Verteidigung (Paragraph 3, Absatz 2, 2.Fall = Absatz eins, 2.Satz StGB) beruhen kann, (ad a) eine weitere (subsidiäre) Zusatzfrage nach Putativnotwehr (Paragraph 8, StGB) sowie (ad b,c) einer weitere (gleichfalls subsidiäre, für den Fall der Verneinung auch einer Putativnotwehr aktuelle) Zusatzfrage nach einer Tatbegehung aus asthenischen Affekten (Paragraph 3, Absatz 2, StGB);
  3. Ziffer 3
    für den Fall der Bejahung einer der beiden unter 2) bezeichneten (subsidiären) Zusatzfragen - pd: gleichwie für den Fall der Verneinung der einleitenden Schuldfrage - eine Eventualfrage nach dem allenfalls in Betracht kommenden Fahrlässigkeitsdelikt.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 37/83
    Entscheidungstext OGH 08.03.1983 10 Os 37/83
    Veröff: EvBl 1984/45 S 157 = SSt 54/19
  • 11 Os 8/86
    Entscheidungstext OGH 25.02.1986 11 Os 8/86
    Beisatz: Zum Vierfragenschema (ohne Putativnotwehr). (T1)
  • 14 Os 38/89
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 14 Os 38/89
    Vgl; Beisatz: Es ist zulässig, das Dreifragenschema so abzufassen, dass der Notwehrexzess aus einem asthenischen Affekt (nicht schon alternativ in der Zusatzfrage nach Notwehr, sondern erst) in der Eventualfrage nach fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen behandelt wird. (T2)
  • 14 Os 110/92
    Entscheidungstext OGH 26.01.1993 14 Os 110/92
    Vgl auch; Beisatz: Notwehrexzess setzt begrifflich (wegen der das gerechtfertigte Maß der Verteidigung überschreitenden oder im Verhältnis zur Geringfügigkeit des Angriffs unangemessenen Abwehr) den Ausschluss der rechtfertigenden Wirkung der Notwehr, sohin die Verneinung der dahingehenden Zusatzfrage voraus. (T3)
  • 15 Os 75/93
    Entscheidungstext OGH 19.08.1993 15 Os 75/93
    Vgl auch; Beisatz: Die Überschreitung der - tatsächlich oder vermeintlich vorgelegenen - Notwehr setzt begrifflich die Verneinung und nicht die Bejahung der primären Zusatzfrage nach Notwehr bzw Putativnotwehr voraus. (T4)
  • 13 Os 146/93
    Entscheidungstext OGH 10.11.1993 13 Os 146/93
    Vgl auch; Veröff: EvBl 1994/64 S 282
  • 11 Os 171/94
    Entscheidungstext OGH 17.01.1995 11 Os 171/94
  • 11 Os 108/04
    Entscheidungstext OGH 19.10.2004 11 Os 108/04
    Vgl auch; Beis wie T3 nur: Notwehrexzess setzt begrifflich den Ausschluss der rechtfertigenden Wirkung der Notwehr, sohin die Verneinung der dahingehenden Zusatzfrage voraus. (T5); Beisatz: Die Zusatzfrage nach irrtümlicher Annahme einer Notwehrsituation (§8 erster Satz StGB) ist mit jener nach Notwehrexzess aus asthenischem Affekt zusammenzufassen, um einem den wahren Willen der Geschworenen nicht entsprechenden Abstimmungsergebnis, das im Fall der Trennung der beiden Fragen dann entstehen würde, wenn die Abstimmungen zwar kumuliert, nicht jedoch isoliert eine Stimmenmehrheit für die Annahme eines Strafausschließungsgrundes iwS mit sich brächten, vorzubeugen. (T6)
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Gegenteilig; Beisatz: Mehrere Strafausschließungsgründe im prozessualen Sinn (hier: Notwehr, Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt, Putativnotwehr und Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt) sind in einer alternativen Zusatzfrage zusammenzufassen, um dem Willen der Mehrheit der Geschworenen auch bei unterschiedlicher Beantwortung der einzelnen Fragen zweifelsfrei Ausdruck zu verleihen (WK-StPO §313 Rz 32, § 317 Rz 19, 20). (T7)
  • 12 Os 60/12h
    Entscheidungstext OGH 26.06.2012 12 Os 60/12h
    Gegenteilig; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0089823

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.08.2012

Dokumentnummer

JJR_19830308_OGH0002_0100OS00037_8300000_001

Rechtssatz für 14Os174/03; 11Os61/07s; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0102740

Geschäftszahl

14Os174/03; 11Os61/07s; 13Os6/08v; 14Os97/10m; 13Os125/10x; 15Os38/15z; 13Os129/16v; 13Os5/18m; 14Ns73/19z; 11Os74/21y; 14Os118/23v; 15Os138/23t; 11Os82/24d

Entscheidungsdatum

24.09.2024

Norm

StPO §313 A
StPO §345 Abs1 Z6
  1. StPO § 313 heute
  2. StPO § 313 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Selbst bei mehreren Strafausschließungsgründen oder Strafaufhebungsgründen gilt der den Angeklagten begünstigende Grundsatz der Totalabstimmung.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 174/03
    Entscheidungstext OGH 17.02.2004 14 Os 174/03
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Auch; Beisatz: Mehrere Strafausschließungsgründe im prozessualen Sinn (hier: Notwehr, Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt, Putativnotwehr und Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt) sind in einer alternativen Zusatzfrage zusammenzufassen, um dem Willen der Mehrheit der Geschworenen auch bei unterschiedlicher Beantwortung der einzelnen Fragen zweifelsfrei Ausdruck zu verleihen (WK-StPO § 313 Rz 32, § 317 Rz 19, 20). (T1)
  • 13 Os 6/08v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 6/08v
    Auch; Beisatz: Wenn die Verfahrensergebnisse mehrere Strafausschließungsgründe indizieren (zB Notwehr und Putativnotwehr), ist nur eine einzige - alternativ gefasste - Zusatzfrage zu stellen, über die in einem abzustimmen ist. Bei getrennter Abstimmung könnte es nämlich zu einem dem Willen der Geschworenen widersprechenden Schuldspruch kommen, wenn deren Mehrheit die Straflosigkeit aus unterschiedlichen Gründen bejaht. (T2)
  • 14 Os 97/10m
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 14 Os 97/10m
    Auch
  • 13 Os 125/10x
    Entscheidungstext OGH 18.11.2010 13 Os 125/10x
    Auch; Beis ähnlich wie T2
  • 15 Os 38/15z
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 15 Os 38/15z
    Beis wie T1
  • 13 Os 129/16v
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 13 Os 129/16v
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 5/18m
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 5/18m
  • 14 Ns 73/19z
    Entscheidungstext OGH 19.11.2019 14 Ns 73/19z
    Vgl
  • 11 Os 74/21y
    Entscheidungstext OGH 02.11.2021 11 Os 74/21y
    Vgl
  • 14 Os 118/23v
    Entscheidungstext OGH 09.01.2024 14 Os 118/23v
    vgl
  • 15 Os 138/23t
    Entscheidungstext OGH 11.03.2024 15 Os 138/23t
    vgl
  • 11 Os 82/24d
    Entscheidungstext OGH 24.09.2024 11 Os 82/24d
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0102740

Im RIS seit

18.03.2004

Zuletzt aktualisiert am

23.10.2024

Dokumentnummer

JJR_20040217_OGH0002_0140OS00174_0300000_002

Rechtssatz für 11Os16/81; 11Os8/86; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100451

Geschäftszahl

11Os16/81; 11Os8/86; 11Os53/90; 14Os110/92; 15Os75/93 (15Os76/93); 13Os156/94; 12Os12/06s; 13Os51/07k; 11Os61/07s; 13Os6/08v; 13Os10/24f; 11Os82/24d; 14Os88/25k

Entscheidungsdatum

07.10.2025

Norm

StPO §313 A
StPO §314
StPO §345 Abs1 Z6
  1. StPO § 313 heute
  2. StPO § 313 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

"Dreifragenschema" bei Notwehr: römisch eins anklagekonforme Hauptfrage - römisch zwei alternativ auf Notwehr oder Notwehrexzess (aus asthenischem Affekt) lautende Zusatzfrage - römisch drei Eventualfrage nach schuldhafter Notwehrüberschreitung.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 16/81
    Entscheidungstext OGH 25.03.1981 11 Os 16/81
  • 11 Os 8/86
    Entscheidungstext OGH 25.02.1986 11 Os 8/86
    Beisatz: Wobei zu II. die beiden Fälle des § 3 Abs 2 StGB deutlich auseinanderzuhalten sind. (T1)
  • 11 Os 53/90
    Entscheidungstext OGH 24.10.1990 11 Os 53/90
    Beis wie T1; Beisatz: Eventualfrage für den Fall der Bejahung der Zusatzfrage II wie auch für den Fall der Verneinung der Hauptfrage I; Einteilung der Frage nach Notwehrexzess (erst) in der Eventualfrage III demnach verfehlt. (T2)
  • 14 Os 110/92
    Entscheidungstext OGH 26.01.1993 14 Os 110/92
    Vgl auch
  • 15 Os 75/93
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 19.08.1993 15 Os 75/93
    Vgl auch; Beisatz: Die Überschreitung der - tatsächlich oder vermeintlich vorgelegenen - Notwehr setzt begrifflich die Verneinung und nicht die Bejahung der primären Zusatzfrage nach Notwehr bzw Putativnotwehr voraus. (T3)
  • 13 Os 156/94
    Entscheidungstext OGH 09.11.1994 13 Os 156/94
    Vgl auch
  • 12 Os 12/06s
    Entscheidungstext OGH 11.05.2006 12 Os 12/06s
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2 nur: Eventualfrage für den Fall der Bejahung der Zusatzfrage II wie auch für den Fall der Verneinung der Hauptfrage I. (T4); Beisatz: Wenn aufgrund des Tatsachenvorbringens mehrere Strafausschließungsgründe (im prozessualen Sinn; gemeint: iwS [vgl § 311 Abs 1 StPO]) in Betracht kommen, dann ist (nur) eine einzige - alternativ gefasste - Zusatzfrage zu stellen. Andernfalls würde nämlich das Ergebnis der Abstimmung - zum Nachteil des Angeklagten - dem wahren Willen der Geschworenen zuwiderlaufen, wenn diese zwar jeden einzelnen dieser Straflosigkeitsgründe mehrheitlich verneinen, die Summe aller Voten aber eine Mehrheit für die Annahme (irgend-)eines Straflosigkeitsgrundes ergibt (WK-StPO §313 Rz 32). (T5)
  • 13 Os 51/07k
    Entscheidungstext OGH 20.06.2007 13 Os 51/07k
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: An die Geschworenen sind Eventualfragen nach dem Vergehen der fahrlässigen Tötung infolge fahrlässiger Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt, fahrlässig irrtümlicher Annahme einer Notwehrsituation und fahrlässiger Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt zu richten, die im Falle der Bejahung der Zusatzfrage zu beantworten sind, wobei im Falle der Bejahung einer dieser Fragen die Beantwortung der jeweils anderen zu unterbleiben hat. (T6)
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 13 Os 6/08v
    Entscheidungstext OGH 13.02.2008 13 Os 6/08v
    Vgl auch; Beisatz: Wenn die Verfahrensergebnisse mehrere Strafausschließungsgründe indizieren (zB Notwehr und Putativnotwehr), ist nur eine einzige - alternativ gefasste - Zusatzfrage zu stellen, über die in einem abzustimmen ist. Bei getrennter Abstimmung könnte es nämlich zu einem dem Willen der Geschworenen widersprechenden Schuldspruch kommen, wenn deren Mehrheit die Straflosigkeit aus unterschiedlichen Gründen bejaht. (T7)
  • 13 Os 10/24f
    Entscheidungstext OGH 24.04.2024 13 Os 10/24f
    vgl
  • 11 Os 82/24d
    Entscheidungstext OGH 24.09.2024 11 Os 82/24d
    vgl
  • 14 Os 88/25k
    Entscheidungstext OGH 07.10.2025 14 Os 88/25k
    vgl; Beisatz wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0100451

Im RIS seit

25.03.1981

Zuletzt aktualisiert am

20.11.2025

Dokumentnummer

JJR_19810325_OGH0002_0110OS00016_8100000_002

Rechtssatz für 11Os178/70; 10Os255/69; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100695

Geschäftszahl

11Os178/70; 10Os255/69; 12Os112/73; 10Os148/74; 11Os177/76; 12Os11/77; 12Os146/78; 9Os175/79; 12Os166/80; 11Os14/82; 9Os193/81; 9Os93/82; 9Os73/83; 9Os135/83; 9Os137/83; 12Os165/83; 13Os188/84; 13Os186/84; 9Os184/84; 11Os170/85; 11Os23/86; 12Os41/86; 11Os103/86; 9Os76/85; 12Os177/86; 14Os134/87; 15Os18/88; 11Os43/88; 14Os121/88; 11Os103/88; 14Os97/90; 13Os102/91; 14Os8/92; 15Os45/92 (15Os46/92); 11Os127/92; 12Os31/93; 14Os26/93; 13Os115/93 (13Os116/93); 14Os172/93; 15Os173/93 (15Os174/93); 15Os151/94; 12Os135/94; 14Os185/94; 11Os163/94; 13Os173/94 (13Os174/94); 13Os122/95; 11Os150/96; 13Os188/96; 12Os157/98 (12Os158/98); 11Os163/98; 11Os17/00; 15Os91/03; 12Os7/04; 12Os70/05v; 15Os90/05g; 12Os90/06m; 11Os61/07s; 11Os17/08x; 14Os111/08t; 14Os97/08h; 13Os54/09d; 14Os81/09g; 14Os31/10f; 11Os107/10k; 13Os16/11v; 15Os175/11s; 14Os113/12t; 12Os33/13i; 11Os16/14h; 11Os65/15s; 15Os157/15z; 12Os12/16f; 15Os60/16m; 12Os73/16a; 11Os35/17g; 14Os57/18s; 15Os88/18g; 11Os74/20x; 14Os11/22g; 12Os46/23s; 15Os138/23t; 12Os119/25d

Entscheidungsdatum

12.11.2025

Norm

StPO §321 A
StPO §345 Abs1 Z8
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Rechtsbelehrung ist stets nach ihrem gesamten Inhalt und nicht etwa nach einzelnen aus dem Zusammenhang gelösten Teilen zu prüfen (SSt 24/32).

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 178/70
    Entscheidungstext OGH 14.01.1971 11 Os 178/70
    Veröff: SSt 42/1
  • 10 Os 255/69
    Entscheidungstext OGH 17.02.1971 10 Os 255/69
    Veröff: EvBl 1970/287 S 493
  • 12 Os 112/73
    Entscheidungstext OGH 16.10.1973 12 Os 112/73
  • 10 Os 148/74
    Entscheidungstext OGH 28.01.1975 10 Os 148/74
    Veröff: SSt 46/4
  • 11 Os 177/76
    Entscheidungstext OGH 07.03.1977 11 Os 177/76
  • 12 Os 11/77
    Entscheidungstext OGH 14.04.1977 12 Os 11/77
  • 12 Os 146/78
    Entscheidungstext OGH 19.10.1978 12 Os 146/78
  • 9 Os 175/79
    Entscheidungstext OGH 22.01.1980 9 Os 175/79
    Veröff: EvBl 1980/107 S 326
  • 12 Os 166/80
    Entscheidungstext OGH 22.01.1981 12 Os 166/80
  • 11 Os 14/82
    Entscheidungstext OGH 15.03.1982 11 Os 14/82
  • 9 Os 193/81
    Entscheidungstext OGH 27.04.1982 9 Os 193/81
  • 9 Os 93/82
    Entscheidungstext OGH 28.09.1982 9 Os 93/82
    Ähnlich; Beisatz: Einheit der schriftlichen Rechtsbelehrung. (T1)
    Veröff: SSt 53/60
  • 9 Os 73/83
    Entscheidungstext OGH 21.06.1983 9 Os 73/83
  • 9 Os 135/83
    Entscheidungstext OGH 18.10.1983 9 Os 135/83
  • 9 Os 137/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1983 9 Os 137/83
  • 12 Os 165/83
    Entscheidungstext OGH 03.05.1984 12 Os 165/83
    Vgl auch; Beisatz: Die Rechtsbelehrung ist als Ganzes zu beurteilen. (T2)
  • 13 Os 188/84
    Entscheidungstext OGH 13.12.1984 13 Os 188/84
  • 13 Os 186/84
    Entscheidungstext OGH 13.12.1984 13 Os 186/84
  • 9 Os 184/84
    Entscheidungstext OGH 23.01.1985 9 Os 184/84
    Vgl auch; Beisatz: Die Rechtsbelehrung ist von den Geschwornen stets als Ganzes zur Kenntnis zu nehmen. (T3)
    Veröff: SSt 56/7
  • 11 Os 170/85
    Entscheidungstext OGH 17.12.1985 11 Os 170/85
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 11 Os 23/86
    Entscheidungstext OGH 11.03.1986 11 Os 23/86
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 41/86
    Entscheidungstext OGH 17.04.1986 12 Os 41/86
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 103/86
    Entscheidungstext OGH 15.09.1986 11 Os 103/86
    Beisatz: Keine gesetzmäßige Darstellung, wenn die Nichtigkeitsbeschwerde unter Vernachlässigung des gesamten Inhalts nur auf einen Teil der Rechtsbelehrung abstellt. (T4)
  • 9 Os 76/85
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 02.07.1986 9 Os 76/85
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 177/86
    Entscheidungstext OGH 09.04.1987 12 Os 177/86
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 14 Os 134/87
    Entscheidungstext OGH 21.10.1987 14 Os 134/87
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 15 Os 18/88
    Entscheidungstext OGH 15.03.1988 15 Os 18/88
    Vgl auch
  • 11 Os 43/88
    Entscheidungstext OGH 26.04.1988 11 Os 43/88
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 14 Os 121/88
    Entscheidungstext OGH 28.09.1988 14 Os 121/88
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 103/88
    Entscheidungstext OGH 06.09.1988 11 Os 103/88
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 14 Os 97/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 14 Os 97/90
    Beis wie T3
  • 13 Os 102/91
    Entscheidungstext OGH 20.11.1991 13 Os 102/91
  • 14 Os 8/92
    Entscheidungstext OGH 10.03.1992 14 Os 8/92
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 15 Os 45/92
    Entscheidungstext OGH 04.06.1992 15 Os 45/92
  • 11 Os 127/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 11 Os 127/92
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 31/93
    Entscheidungstext OGH 06.05.1993 12 Os 31/93
    Vgl auch; Beisatz: Die Rechtsbelehrung ist als umfassende Einheit zu verstehen. (T5)
  • 14 Os 26/93
    Entscheidungstext OGH 20.04.1993 14 Os 26/93
  • 13 Os 115/93
    Entscheidungstext OGH 29.09.1993 13 Os 115/93
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 14 Os 172/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 14 Os 172/93
    Vgl auch
  • 15 Os 173/93
    Entscheidungstext OGH 20.01.1994 15 Os 173/93
  • 15 Os 151/94
    Entscheidungstext OGH 10.11.1994 15 Os 151/94
  • 12 Os 135/94
    Entscheidungstext OGH 15.12.1994 12 Os 135/94
  • 14 Os 185/94
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 14 Os 185/94
    Vgl auch
  • 11 Os 163/94
    Entscheidungstext OGH 14.02.1995 11 Os 163/94
  • 13 Os 173/94
    Entscheidungstext OGH 15.03.1995 13 Os 173/94
  • 13 Os 122/95
    Entscheidungstext OGH 22.11.1995 13 Os 122/95
    Vgl aber
  • 11 Os 150/96
    Entscheidungstext OGH 05.11.1996 11 Os 150/96
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 13 Os 188/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1997 13 Os 188/96
    Beis wie T3
  • 12 Os 157/98
    Entscheidungstext OGH 16.12.1998 12 Os 157/98
    Auch; Beis wie T3
  • 11 Os 163/98
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 11 Os 163/98
    Auch
  • 11 Os 17/00
    Entscheidungstext OGH 11.04.2000 11 Os 17/00
  • 15 Os 91/03
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 15 Os 91/03
    Vgl auch
  • 12 Os 7/04
    Entscheidungstext OGH 11.03.2004 12 Os 7/04
    Auch
  • 12 Os 70/05v
    Entscheidungstext OGH 15.09.2005 12 Os 70/05v
    Auch
  • 15 Os 90/05g
    Entscheidungstext OGH 15.09.2005 15 Os 90/05g
    Vgl auch
  • 12 Os 90/06m
    Entscheidungstext OGH 19.10.2006 12 Os 90/06m
    Auch; nur: Die Rechtsbelehrung ist stets nach ihrem gesamten Inhalt zu prüfen. (T6)
  • 11 Os 61/07s
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 61/07s
    Auch
  • 11 Os 17/08x
    Entscheidungstext OGH 26.02.2008 11 Os 17/08x
  • 14 Os 111/08t
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 14 Os 111/08t
    Auch
  • 14 Os 97/08h
    Entscheidungstext OGH 05.08.2008 14 Os 97/08h
    Beisatz: Eine Instruktionsrüge wird bei mangelnder Orientierung an der Gesamtheit der Rechtsbelehrung nicht prozessförmig zur Darstellung gebracht. Die Nichtigkeitsbeschwerde ist daher in diesem Fall schon bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen. (T7)
  • 13 Os 54/09d
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 13 Os 54/09d
    Auch
  • 14 Os 81/09g
    Entscheidungstext OGH 17.11.2009 14 Os 81/09g
    Vgl
  • 14 Os 31/10f
    Entscheidungstext OGH 13.04.2010 14 Os 31/10f
    Vgl; Beis wie T4; Beis wie T7
  • 11 Os 107/10k
    Entscheidungstext OGH 28.09.2010 11 Os 107/10k
  • 13 Os 16/11v
    Entscheidungstext OGH 07.04.2011 13 Os 16/11v
    Auch
  • 15 Os 175/11s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 175/11s
  • 14 Os 113/12t
    Entscheidungstext OGH 18.12.2012 14 Os 113/12t
    Beis wie T7
  • 12 Os 33/13i
    Entscheidungstext OGH 16.05.2013 12 Os 33/13i
    Auch
  • 11 Os 16/14h
    Entscheidungstext OGH 11.03.2014 11 Os 16/14h
  • 11 Os 65/15s
    Entscheidungstext OGH 27.10.2015 11 Os 65/15s
  • 15 Os 157/15z
    Entscheidungstext OGH 09.12.2015 15 Os 157/15z
  • 12 Os 12/16f
    Entscheidungstext OGH 03.03.2016 12 Os 12/16f
  • 15 Os 60/16m
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 15 Os 60/16m
  • 12 Os 73/16a
    Entscheidungstext OGH 14.07.2016 12 Os 73/16a
  • 11 Os 35/17g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2017 11 Os 35/17g
    Beis wie T7
  • 14 Os 57/18s
    Entscheidungstext OGH 03.07.2018 14 Os 57/18s
    Auch
  • 15 Os 88/18g
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 15 Os 88/18g
    auch; Beis wie T7
  • 11 Os 74/20x
    Entscheidungstext OGH 23.02.2021 11 Os 74/20x
    Vgl
  • 14 Os 11/22g
    Entscheidungstext OGH 30.03.2022 14 Os 11/22g
    Vgl; Beis wie T7
  • 12 Os 46/23s
    Entscheidungstext OGH 23.11.2023 12 Os 46/23s
    vgl; Beisatz wie T4
  • 15 Os 138/23t
    Entscheidungstext OGH 11.03.2024 15 Os 138/23t
    vgl; Beisatz wie T7
  • 12 Os 119/25d
    Entscheidungstext OGH 12.11.2025 12 Os 119/25d
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0100695

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2026

Dokumentnummer

JJR_19710114_OGH0002_0110OS00178_7000000_001

Entscheidungstext 11Os61/07s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

11Os61/07s

Entscheidungsdatum

21.08.2007

Anmerkung

E85407 11Os61.07s

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 21. August 2007 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Zehetner als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Ebner, Dr. Danek, Dr. Schwab und Mag. Lendl als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Gutlederer als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Johann S***** wegen der Verbrechen des versuchten Mordes nach Paragraphen 15, 75, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Geschworenengerichtes beim Landesgericht St. Pölten vom 5. März 2007, GZ 20 Hv 146/06v-57, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Den Angeklagten fallen die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen, auf dem Wahrspruch der Geschworenen beruhenden Urteil wurde Johann S***** der Verbrechen der absichtlichen schweren Körperverletzung nach Paragraph 87, Absatz eins, StGB (Punkt 1 des Urteilssatzes) und des versuchten Mordes nach Paragraphen 15, 75, StGB (2) schuldig erkannt. Danach hat er am 22. September 2006 in Königstetten

1) der Sieglinde F***** eine schwere Körperverletzung absichtlich zugefügt, indem er im Zuge eines Nachbarschaftsstreites mehrfach mit einer Hacke auf sie einschlug, wodurch sie einen offenen Schädelbruch im Bereich des Scheitelbeins rechts und einen offenen Unterarmbruch rechts mit Verletzung des Speichennerves, sohin eine an sich schwere Verletzung erlitt, und

2) den Martin F***** zu töten versucht, indem er im Zuge eines Nachbarschaftsstreites mehrfach mit einer Hacke auf ihn einschlug, wodurch dieser einen offenen Schädelbruch im Scheitel- und Hinterhauptbereich, einen Bruch des fünften Mittelhandknochens rechts, Rissquetschwunden in der linken Schläfenregion und hinter dem linken Ohr und eine Prellung des linken Schlüsselbeins mit Abschürfung erlitten hat.

Die Geschworenen verneinten die Hauptfrage römisch eins nach versuchtem Mord an Sieglinde F***** und bejahten die Eventualfrage (römisch zwei) nach absichtlicher schwerer Körperverletzung, worauf die Beantwortung der Eventualfrage (römisch drei) nach schwerer Körperverletzung iSd Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer eins, StGB folgerichtig unterblieb; die Hauptfrage römisch vier nach versuchtem Mord an Martin F***** wurde hingegen bejaht. Die Zusatzfragen nach Notwehr (römisch sieben), Notwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt (römisch acht), Putativnotwehr (römisch neun) und nach Putativnotwehrüberschreitung aus asthenischem Affekt (römisch zehn) wiederum wurden von den Geschworenen - stimmeneinhellig - verneint, weshalb die Eventualfragen in Richtung Paragraph 87, Absatz eins, StGB und Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer eins, StGB (römisch fünf und römisch sechs) ebenso wie jene nach fahrlässiger Körperverletzung zum Nachteil der beiden Tatopfer (römisch elf) unbeantwortet blieben.

Rechtliche Beurteilung

Gegen dieses Urteil richtet sich die auf die Gründe der Ziffer 4, 6, 8 und 10 a des Paragraph 345, Absatz eins, StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, welcher indes keine Berechtigung zukommt. Aus Paragraph 345, Absatz eins, Ziffer 4, StPO releviert der Beschwerdeführer eine Verletzung des nichtigkeitsbewehrten Gebotes der Öffentlichkeit der Hauptverhandlung (Paragraph 228, Absatz eins, StPO) mit der Behauptung, das Tor zum Gerichtsgebäude sei am Tag der Hauptverhandlung (5. März 2007) nach der gegen 15.00 Uhr geschlossenen Verhandlung um 15.30 Uhr versperrt worden, wodurch interessierte Prozessbeobachter keinen Zugang zur Verkündung des Urteils nach Wiedereröffnung der Sitzung (17.20) gehabt hätten; indes zu Unrecht.

Es kann dahin gestellt sein, ob - die Richtigkeit der Sachbehauptung vorausgesetzt - die unter Nichtigkeitssanktion stehende Bestimmung des Paragraph 228, Absatz eins, StPO hiedurch überhaupt verletzt wurde. Denn nach Paragraph 345, Absatz 3, StPO kann der Nichtigkeitsgrund der Ziffer 4, zum Vorteil des Angeklagten nicht geltend gemacht werden, wenn unzweifelhaft erkennbar ist, dass die in Rede stehende Formverletzung auf die Entscheidung keinen dem Angeklagten nachteiligen Einfluss geübt hat. Dass aber der Umstand, dass zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung die Öffentlichkeit nicht in vollem Umfang gegeben gewesen sein sollte, auf die zuvor in geheimer Beratung erfolgte Urteilsfindung der Geschworenen und des Schwurgerichtshofes irgendeinen Einfluss gehabt haben konnte, ist auszuschließen, weshalb der geltend gemachte Verfahrensmangel dem angefochtenen Urteil nicht anhaftet. Die zu Paragraph 345, Absatz eins, Ziffer 6, StPO vorgetragene Kritik, die Frage nach dem Vorliegen einer Notwehrsituation (Zusatzfrage römisch sieben) habe sich bei beiden Opfern nur auf die Zufügung der Verletzungen, nicht aber auf den Mordversuch bezogen (Hauptfragen römisch eins und römisch vier), ist schon deshalb verfehlt, weil diese Zusatzfrage ausdrücklich (auch) für den Fall der Bejahung der Hauptfragen römisch eins und römisch vier gestellt wurde. Weshalb der Umstand, dass die Frage an die tatsächlichen Tatfolgen, nämlich die Verletzungen der Sieglinde (richtig: F*****) und des Martin (richtig: F*****) anknüpft, dazu angetan gewesen sein sollte, die Geschworenen diesbezüglich irrezuführen, erklärt die Beschwerde nicht. Gleiches gilt für den gegen die kumulative Anführung beider Tatopfer in den Zusatzfragen römisch sieben bis römisch zehn erhobenen Einwand. Ebenso wie eine - gemäß Paragraph 317, Absatz 2, StPO im Ermessen des Schwurgerichtshofes gelegene - Zusammenfassung der Fragen, ob mehrere Angeklagte eine ihnen angelastete Tat begangen haben, in Betracht kommt, wenn die Verfahrensergebnisse für alle Angeklagten im Wesentlichen gleichartig sind und die Frage unter diesem Gesichtspunkt für alle gleich beantwortet werden kann (Schindler, WK-StPO Paragraph 317, Rz 16), ist die Stellung einer nach den einzelnen Opfern eines tätlichen Angriffs eines Angeklagten nicht differenzierenden Zusatzfrage zulässig, wenn das Tatsachenvorbringen in der Hauptverhandlung nur eine für alle Tatopfer gleichlautende Beurteilung zulässt.

Dies trifft, worauf die Generalprokuratur in ihrer Stellungnahme zutreffend hinweist, im vorliegenden Fall zu, weil sich der Angeklagte dahin verantwortet hat, auf Sieglinde F***** und deren später hinzugekommenen Ehemann Martin F***** erst mit der Hacke eingeschlagen zu haben, als er bereits von beiden festgehalten worden sei und sich demnach einem einzigen Angriff beider gegenüber gesehen habe (S 10 bis 13 des Hauptverhandlungsprotokolles ON 56). Für die Frage nach dem Vorliegen einer (Putativ-) Notwehrsituation lag sohin ein in Ansehung beider Tatopfer einheitliches Tatsachenvorbringen vor, weshalb die Gefahr einer für den Angeklagten nachteiligen pauschalen Beurteilung der einzelnen ihm vorgeworfenen Handlungen nicht bestand. Mit dem Vorbringen, dass angesichts der Darstellung der Sieglinde F*****, wonach sie bei der ersten Attacke des Beschwerdeführers bei der Gewindestange gehockt sei und sofort laut um Hilfe geschrien habe, worauf Martin F***** sofort zu ihr gelaufen sei, „unschwer eine Situation vorstellbar sei", in der sich der Angeklagte einem (vermeintlichen) Angriff des Martin F***** ausgesetzt gesehen habe, entfernt sich die Beschwerde in spekulativer Weise vom Tatsachenvorbringen des Angeklagten, welches allein die Annahme einer Notwehrsituation indizierte, und verfehlt solcherart eine prozessordnungsgemäße Darstellung des relevierten Nichtigkeitsgrundes.

Lediglich der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass sämtliche Zusatzfragen (römisch sieben bis römisch zehn) in einer alternativen Zusatzfrage zusammenzufassen gewesen wären, um dem Willen der Mehrheit der Geschworenen auch bei unterschiedlicher Beantwortung der einzelnen Fragen zweifelsfrei Ausdruck zu verleihen (Schindler, WK-StPO Paragraph 313, Rz 32, Paragraph 317, Rz 19, 20). Fallbezogen ist aber auszuschließen, dass dem Angeklagten durch die gesonderte Fragestellung nach Notwehr, Notwehrüberschreitung, Putativnotwehr und Putativnotwehrüberschreitung ein Nachteil entstand, wurde doch jede einzelne dieser Fragen von den Laienrichtern jeweils stimmeneinhellig verneint.

Dem unsubstantiierten Beschwerdevorbringen zuwider wurde die unter anderem für den Fall der Bejahung einer der Zusatzfragen römisch acht, römisch neun und römisch zehn zu beantwortende Eventualfrage römisch elf (nach fahrlässiger Körperverletzung) rechtsrichtig nach den Zusatzfragen gestellt (Schindler, WK-StPO Paragraph 317, Rz 29).

Auch die Instruktionsrüge (Ziffer 8,) schlägt fehl.

Unrichtig ist eine Rechtsbelehrung, wenn sie mit den einschlägigen Gesetzen oder Grundsätzen des Straf- oder Strafverfahrensrechtes im Widerspruch steht (Fabrizy StPO9 Paragraph 345, Rz 11 mwN). Weshalb dies bei der vorliegenden - wenngleich entbehrlichen - Zusammenfassung der Vorsatzformen der Wissentlichkeit und Absichtlichkeit unter den Begriff des „bösen" Vorsatzes, wie er noch in Paragraph eins, des vor dem Strafgesetzbuch geltenden Strafgesetzes verwendet wurde, der Fall sein soll, ist nicht nachvollziehbar.

Die den Geschworenen schriftlich erteilte Rechtsbelehrung beschreibt die Charakteristika des bedingten Vorsatzes zwar dahin, dass der Täter das verbrecherische Übel ernsthaft für möglich hält und - bezüglich der Folgen seiner Handlung - darin einwilligt, es billigt, damit einverstanden ist oder sich damit abfindet, bringt damit jedoch unmissverständlich zum Ausdruck, dass schon ein Sich-Abfinden (Paragraph 5, Absatz eins, StGB) mit dem ernstlich für möglich gehaltenen Taterfolg zur Tatbestandsverwirklichung hinreicht. Wenn die Rechtsbelehrung höhere Anforderungen an die Erfüllung des gesetzlichen Tatbestandes stellen würde als im Gesetz vorgesehen, könnte dies im Übrigen - unbeschadet des absoluten Charakters dieses Nichtigkeitsgrundes - zu Gunsten des Angeklagten nicht geltend gemacht werden, weil dieser dadurch nicht beschwert ist.

In Ansehung der Hauptfragen nach versuchtem Mord (römisch eins und römisch vier) kritisiert die Beschwerde das Fehlen der Abgrenzung des bedingten Vorsatzes (Paragraph 5, Absatz eins, StGB) von bewusster Fahrlässigkeit (Paragraph 6, Absatz 2, StGB), legt aber nicht dar, weshalb eine derartige Abgrenzung angesichts des Inhaltes der Hauptfragen in Verbindung mit dem vom Angeklagten zugestandenen Versetzen von Schlägen mit einer Hacke auf den Kopf (S 10 bis 13 des Hv-Protokolls ON 56) erforderlich gewesen wäre. Aus der Niederschrift der Geschworenen ist diesbezüglich für den Standpunkt des Beschwerdeführers nichts zu gewinnen, denn die laienhaften Formulierungen lassen nicht darauf schließen, dass die Geschworenen unzureichend über die maßgeblichen rechtlichen Grundlagen unterrichtet worden wären.

Auch der Einwand, dass der Begriff der Fahrlässigkeit erst unter Bezugnahme auf die von den Geschworenen schließlich nicht beantwortete Eventualfrage nach fahrlässiger Körperverletzung (römisch elf) unter einleitender Wiedergabe des Textes des Paragraph 6, Absatz eins, StGB erklärt wurde, lässt eine gesetzesgemäße Darstellung des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes vermissen, weil er außer Acht lässt, dass die Rechtsbelehrung als Einheit aufzufassen ist und zudem eine mündliche Besprechung des Vorsitzenden mit den Geschworenen (Paragraph 323, Absatz 2, StPO) stattgefunden hat, die die Zurückführung der in die Fragen aufgenommenen gesetzlichen Merkmale auf den konkreten Sachverhalt zum Gegenstand hatte.

Weshalb es angesichts der ausführlichen Erläuterung der Voraussetzungen für die Annahme eines Notwehrexzesses, einer Putativnotwehr oder eines Putativnotwehrexzesses zu den Zusatzfragen römisch acht, römisch neun und römisch zehn erforderlich gewesen sein sollte, zu erklären, was dogmatisch unter einem Entschuldigungsgrund zu verstehen ist, führt die Beschwerde nicht aus.

Dem Beschwerdevorbringen zuwider findet sich die Belehrung darüber, was unter asthenischem und asthenischem Affekt zu verstehen ist, im Anschluss an die Verwendung dieser Begriffe. Inwieweit die Geschworenen einer näheren Beschreibung des Wortes „Affekt" bedurft hätten, wird in der Beschwerde gleichfalls nicht dargelegt. Nach Prüfung des Vorbringens zur Tatsachenrüge (Ziffer 10 a,) anhand des Akteninhalts ergeben sich keine erheblichen Bedenken gegen die Richtigkeit der im Wahrspruch festgestellten Tatsachen. Dies gilt für den Umstand, dass sowohl die Zeugin Sieglinde F***** als auch der Zeuge Martin F***** vor Gericht in einigen Details ausdrücklich von früheren Aussagen abwichen ebenso wie für die Aussage der Sieglinde F***** in der Hauptverhandlung, wonach sie das Tatgeschehen mit ihrem Ehemann unter wechselseitiger Ergänzung rekonstruiert habe. Dass der Angeklagte die in unmittelbarer Nähe zum Tatort verwahrten Schusswaffen unberührt ließ, löst ebenfalls keine Zweifel der geforderten Art an dessen, von den Geschworenen mit der Bejahung der Hauptfrage römisch vier festgestellten Tötungsvorsatz aus.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher teils als nicht gesetzesgemäß ausgeführt, teils als offenbar unbegründet, bereits bei nichtöffentlicher Beratung zurückzuweisen (Paragraphen 344, 285, d StPO), woraus die Kompetenz des Oberlandesgerichtes Wien zur Entscheidung über die Berufung folgt (Paragraphen 344, 285 i, StPO).

Die Kostenentscheidung ist in Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO begründet.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:0110OS00061.07S.0821.000

Dokumentnummer

JJT_20070821_OGH0002_0110OS00061_07S0000_000