Rechtssatz für Bsw21906/04; Bsw3455/05; ...

Gericht

AUSL EGMR, OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0126646

Geschäftszahl

Bsw21906/04; Bsw3455/05; Bsw26958/07; Bsw9146/07 (Bsw32650/07); Bsw66069/09 (Bsw130/10; Bsw3896/10); Bsw24027/07; Bsw66069/09 (Bsw130/10; Bsw3896/10); Bsw140/10; Bsw29750/09; 14Os53/17a; 15Os45/19g; Bsw10511/10; Bsw57592/08; Bsw60367/08; Bsw17675/18; Bsw77633/16

Entscheidungsdatum

13.06.2019

Norm

MRK Art3 III4

Rechtssatz

Die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe über einen Erwachsenen ist als solche nicht mit Artikel 3, MRK unvereinbar. Ernste Fragen treten dann auf, wenn keine Strafverkürzung vorgesehen ist. Bei der Prüfung der Frage, ob eine lebenslange Haft als unwiderruflich betrachtet werden muss, prüft der GH regelmäßig, ob der zu lebenslanger Haft Verurteilte Aussichten auf vorzeitige Entlassung hat.

Entscheidungstexte

  • Bsw 21906/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR, OGH 12.02.2008 Bsw 21906/04
    Bemerkung: Kafkaris gegen Zypern (T1a); Veröff: NL 2008,24
  • Bsw 3455/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 19.02.2009 Bsw 3455/05
    Auch; nur: Die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe über einen Erwachsenen ist als solche nicht mit Art 3 MRK unvereinbar. Ernste Fragen treten dann auf, wenn keine Strafverkürzung vorgesehen ist. (T1)
    Veröff: NL 2009,46
  • Bsw 26958/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 03.11.2009 Bsw 26958/07
    nur: Die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe über einen Erwachsenen ist als solche nicht mit Art 3 MRK unvereinbar. Ernste Fragen treten dann auf, wenn keine Strafverkürzung vorgesehen ist. (T2)
    Beisatz: Nach Art 3 MRK genügt es, wenn das innerstaatliche Recht die Möglichkeit der Überprüfung einer lebenslangen Freiheitsstrafe im Hinblick auf ihre Umwandlung, Ermäßigung, Beendigung oder die bedingte Entlassung des Gefangenen vorsieht. (Bem: Meixner gegen Deutschland) (T3)
    Veröff: NL 2009,325
  • Bsw 9146/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 9146/07
    Auch; nur T1; Beisatz: Dies bedeutet aber nicht, dass Freiheitsstrafe auf Lebenszeit ohne Aussicht auf Begnadigung per se mit der Konvention unvereinbar ist. (Bem: Harkins und Edwards gg. das Vereinigte Königreich) (T4)
    Veröff: NL 2012,11
  • Bsw 66069/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 66069/09
    Auch; nur T1; Beis wie T4; Veröff: NL 2012,20
  • Bsw 24027/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.04.2012 Bsw 24027/07
    Vgl auch; Veröff: NL 2012,114
  • Bsw 66069/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 09.07.2013 Bsw 66069/09
    Auch; Veröff: NL 2013,241
  • Bsw 140/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2014 Bsw 140/10
    nur T1; Veröff: NL 2014,383
  • Bsw 29750/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 16.09.2014 Bsw 29750/09
    nur T1; Veröff: NL 2014,389
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch
  • 15 Os 45/19g
    Entscheidungstext OGH 06.05.2019 15 Os 45/19g
    Beisatz: Ob mit der Verhängung einer lebenslangen oder dieser gleich kommenden Freiheitsstrafe zu rechnen ist, wurde hier anhand der konkreten Spruchpraxis des ersuchenden Staats beurteilt. (T5)
  • Bsw 10511/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.04.2016 Bsw 10511/10
    Auch; Beisatz: Ungeachtet der Tatsache, dass die MRK kein Recht auf Resozialisierung als solches garantiert, setzt die Rechtsprechung des EGMR voraus, dass es verurteilten Personen, einschließlich solchen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, erlaubt werden sollte, sich selbst zu resozialisieren. Einem zu lebenslanger Haft verurteilten Gefangenen muss – innerhalb der Zwänge des Gefängnisumfelds – eine realistische Chance gegeben werden, solche Fortschritte hinsichtlich der Resozialisierung zu machen, dass ihm die Hoffnung geboten wird, eines Tages für eine Begnadigung oder bedingte Entlassung geeignet zu sein. (Murray gg. die Niederlande [Große Kammer]) (T6)
    Veröff: NL 2016,110
  • Bsw 57592/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2017 Bsw 57592/08
    nur T1; Veröff: NL 2017,7
  • Bsw 60367/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.01.2017 Bsw 60367/08
    nur T1; Veröff: NL 2017,54
  • Bsw 17675/18
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2018 Bsw 17675/18
    Auch; Beisatz: Die Abschiebung in ein Land, in dem der betroffenen Person eine lebenslange Haft ohne Aussicht auf Entlassung droht, ist mit Art 3 MRK unvereinbar. (Saidani gg Deutschland [ZE]) (T7)
    Veröff: NL 2018,407
  • Bsw 77633/16
    Entscheidungstext AUSL 13.06.2019 Bsw 77633/16
    Beisatz wie T6
    Anm: Veröff: NL 2019,197

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2008:RS0126646

Im RIS seit

09.05.2011

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2023

Dokumentnummer

JJR_20080212_AUSL002_000BSW21906_0400000_001

Rechtssatz für Bsw21906/04; ...

Gericht

AUSL EGMR, OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0126647

Geschäftszahl

Bsw21906/04; Bsw9146/07 (Bsw32650/07); Bsw66069/09 (Bsw130/10; Bsw3896/10); Bsw24027/07; Bsw66069/09 (Bsw130/10; Bsw3896/10); Bsw140/10; 14Os53/17a; Bsw10511/10; Bsw57592/08; Bsw77633/16

Entscheidungsdatum

13.06.2019

Norm

MRK Art3 III4

Rechtssatz

Für den Fall, dass das nationale Recht eine Möglichkeit der Überprüfung einer lebenslangen Haftstrafe mit Blick auf ihre Umwandlung, Beendigung oder Erlass bzw. eine bedingte Entlassung vorsieht, ist damit den Erfordernissen von Artikel 3, MRK Genüge getan. Dies gilt auch für den Fall, dass keine Minimalfrist für den Teil der Haft, der in jedem Fall zu verbüßen ist, vorliegt und sogar dann, wenn die Möglichkeiten einer bedingten Entlassung für lebenslänglich Verurteilte beschränkt ist. Jedenfalls wird eine lebenslange Freiheitsstrafe nicht bereits aufgrund der Tatsache zu einer unverrückbaren, dass sie zur Gänze verbüßt wird. Ziel und Zweck von Artikel 3, MRK wird bereits Rechnung getragen, wenn sie de jure und de facto herabgesetzt werden kann.

Entscheidungstexte

  • Bsw 21906/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR, OGH 12.02.2008 Bsw 21906/04
    Bemerkung: Kafkaris gegen Zypern (T1a); Veröff: NL 2008,24
  • Bsw 9146/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 9146/07
    Auch; Beisatz: Ein Problem unter Art 3 MRK kann nur dann auftreten, wenn eine andauernde Inhaftierung aus legitimen strafpolitischen Gründen – wie etwa Abschreckung und Schutz der Öffentlichkeit – nicht länger gerechtfertigt ist und die Strafe sowohl de facto als auch de jure nicht herabgesetzt werden kann. (Bem: Harkins und Edwards gg. das Vereinigte Königreich) (T1)
    Veröff: NL 2012,11
  • Bsw 66069/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 66069/09
    Auch; Beis wie T1; Veröff NL 2012,20
  • Bsw 24027/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.04.2012 Bsw 24027/07
    Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: NL 2012,114
  • Bsw 66069/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 09.07.2013 Bsw 66069/09
    nur: Für den Fall, dass das nationale Recht eine Möglichkeit der Überprüfung einer lebenslangen Haftstrafe mit Blick auf ihre Umwandlung, Beendigung oder Erlass bzw. eine bedingte Entlassung vorsieht, ist damit den Erfordernissen von Art 3 MRK Genüge getan. Jedenfalls wird eine lebenslange Freiheitsstrafe nicht bereits aufgrund der Tatsache zu einer unverrückbaren, dass sie zur Gänze verbüßt wird. (T2)
    Veröff: NL 2013,241
  • Bsw 140/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2014 Bsw 140/10
    Auch; Veröff: NL 2014,383
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch
  • Bsw 10511/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.04.2016 Bsw 10511/10
    auch; Beis wie T1; Veröff: NL 2016,110
  • Bsw 57592/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2017 Bsw 57592/08
    Auch; nur: Für den Fall, dass das nationale Recht eine Möglichkeit der Überprüfung einer lebenslangen Haftstrafe mit Blick auf ihre Umwandlung, Beendigung oder Erlass bzw. eine bedingte Entlassung vorsieht, ist damit den Erfordernissen von Art 3 MRK Genüge getan. (T3)
    Beisatz: Die im innerstaatlichen Recht festgelegten Kriterien und Voraussetzungen für die Überprüfung müssen einen ausreichenden Grad an Klarheit und Bestimmtheit haben und die relevante Judikatur des EGMR widerspiegeln. Zu lebenslanger Haft verurteilte Gefangene haben ein Recht, von Anfang an zu wissen, was sie tun müssen, um für eine Entlassung in Betracht gezogen zu werden, und unter welchen Voraussetzungen dies der Fall ist. (Hutchinson gg. das Vereinigte Königreich [GK]) (T4)
    Beisatz: Die MRK schreibt nicht vor, ob die Überprüfung durch die Gerichtsbarkeit oder die Exekutive erfolgen muss. (Hutchinson gg. das Vereinigte Königreich [GK]) (T5)
    Veröff: NL 2017,7
  • Bsw 77633/16
    Entscheidungstext AUSL 13.06.2019 Bsw 77633/16
    vgl; Beisatz wie T4
    Anm: Veröff: NL 2019,197

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2008:RS0126647

Im RIS seit

09.05.2011

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2023

Dokumentnummer

JJR_20080212_AUSL002_000BSW21906_0400000_002

Rechtssatz für 12Os111/03 13Os34/04 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0118200

Geschäftszahl

12Os111/03; 13Os34/04; 14Os30/04; 14Os128/12y; 14Os145/13z; 14Os28/15x; 13Os27/15t (13Os30/15h); 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os110/15p; 12Os154/15m; 14Os10/16a (14Os11/16y); 15Os3/16d; 13Os80/16p (13Os92/16b); 14Os53/17a; 14Os58/19i; 11Os142/19w; 13Os44/21g

Entscheidungsdatum

14.07.2021

Rechtssatz

Die Möglichkeit von Übergriffen, die auch in jedem Rechtsstaat vorkommen, macht die Auslieferung nicht unzulässig.

Entscheidungstexte

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118200

Im RIS seit

13.12.2003

Zuletzt aktualisiert am

30.08.2021

Dokumentnummer

JJR_20031113_OGH0002_0120OS00111_0300000_001

Rechtssatz für 14Os30/03; Bsw28221/08; ...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0118079

Geschäftszahl

14Os30/03; Bsw28221/08; Bsw9146/07 (Bsw32650/07); Bsw66069/09 (Bsw130/10; Bsw3896/10); Bsw66069/09 (Bsw130/10; Bsw3896/10); 12Os160/15v; Bsw24069/03 (Bsw197/04; Bsw6201/06; Bsw10464/07); Bsw140/10; 14Os53/17a; 15Os110/18t; 14Os142/18s (14Os33/19p); 15Os45/19g; Bsw10511/10; 15Os63/22m; Bsw77633/16

Entscheidungsdatum

27.07.2022

Norm

MRK Art3 III4
StGB §18

Rechtssatz

Freiheitsstrafen können nur dann in ein Spannungsverhältnis zu Artikel 3, MRK treten, wenn sie in keiner Relation zur Schuld des Täters und zum Unrechtsgehalt der Tat stehen. (Hier: Vor allem wegen der professionellen und rücksichtslosen Tatbegehung im Rahmen eines groß angelegten, organisierten Betrugskonzepts mit einer beträchtlichen Schadenssumme von mehr als 250 MioUS-Dollar kann die Sanktion einer Gesamthaftstrafe von 845 Jahren, mag sie auch auf dem Kumulationsprinzip beruhen und weit über der Obergrenze des im ausliefernden Staat vorgesehenen Strafrahmens liegen, nicht als unmenschlich oder erniedrigend iSd Artikel 3, MRK angesehen werden.)

Entscheidungstexte

  • 14 Os 30/03
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 09.09.2003 14 Os 30/03
  • Bsw 28221/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.07.2010 Bsw 28221/08
    Ähnlich; Veröff: NL 2010,243
  • Bsw 9146/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 9146/07
    Ähnlich; nur: Freiheitsstrafen können nur dann in ein Spannungsverhältnis zu Art 3 MRK treten, wenn sie in keiner Relation zur Schuld des Täters und zum Unrechtsgehalt der Tat stehen. (T1)
    Veröff: NL 2012,11
  • Bsw 66069/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 66069/09
    Ähnlich; nur T1; Veröff: NL 2012,20
  • Bsw 66069/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 09.07.2013 Bsw 66069/09
    vgl auch; nur T1; Beisatz: Eine lebenslange Freiheitsstrafe ist nur dann mit Art 3 MRK vereinbar, wenn eine Aussicht auf Entlassung besteht und eine Möglichkeit zur Überprüfung gegeben ist. (Vinter u.a. gg. das Vereinigte Königreich [GK]) (T2)
    Veröff: NL 2013,241
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
    nur T1; Beisatz: Höchststrafdrohung von 35 Jahren bei einem Betrugsschaden von zumindest 17,7 Millionen US-Dollar nicht grob unverhältnismäßig. (T3)
  • Bsw 24069/03
    Entscheidungstext AUSL EGMR 18.03.2014 Bsw 24069/03
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T2; Veröff: NL 2014,109
  • Bsw 140/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2014 Bsw 140/10
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T2; Veröff: NL 2014,383
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    nur T1; Beisatz: Wobei jedoch Fragen des geeigneten Strafmaßes grundsätzlich außerhalb des Anwendungsbereichs der Konvention liegen und nach der Rechtsprechung des EGMR insoweit ein großer Beurteilungsspielraum der unterschiedlichen Strafrechtsordnungen in dieser kriminalpolitischen Frage akzeptiert wird. (T4)
  • 14 Os 142/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 14 Os 142/18s
    Beis wie T4; Beisatz: Höchststrafdrohung von 70 Jahren und zu erwartendes tatsächliches Strafmaß zwischen 20 und 24 ½ Jahren sowie harte vermögensrechtliche Sanktionen nicht unverhältnismäßig. (T5)
    Beisatz: Altersbedingte erhöhte Strafempfindlichkeit ist unter dem Aspekt des Art 3 MRK idR ohne Relevanz. (T6)
  • 15 Os 45/19g
    Entscheidungstext OGH 06.05.2019 15 Os 45/19g
    nur T1; Beis wie T4
  • Bsw 10511/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 26.04.2016 Bsw 10511/10
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T2; Veröff: NL 2016,110
  • 15 Os 63/22m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 63/22m
    Vgl; Beis wie T4
  • Bsw 77633/16
    Entscheidungstext AUSL 13.06.2019 Bsw 77633/16
    vgl; nur T1; Beisatz wie T2
    Anm: Veröff: NL 2019,197

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118079

Im RIS seit

09.10.2003

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2023

Dokumentnummer

JJR_20030909_OGH0002_0140OS00030_0300000_002

Rechtssatz für 13Os150/07v; 12Os66/14v; ...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0123231

Geschäftszahl

13Os150/07v; 12Os66/14v; 15Os149/14x; 12Ns52/15s; 12Ns39/15d; 14Os37/15w; 13Os24/15a; 14Os78/15z; 15Os110/15p; 15Os132/15y; 15Os3/16d; 12Os130/16h (12Os141/16a; 12Os1/17i; 12Os2/17m); 14Os53/17a; 15Os122/17f; 12Os38/18g; 12Os138/18p (12Os139/18k; 12Os135/19y; 12Os136/19w); 12Os158/18d; 12Os34/19w; 12Os125/19b (12Os126/19z); 14Os130/19b (14Os131/19z; 14Ns78/19k); 11Os85/20i (11Os86/20m); 12Os37/19m; 14Os68/21p; 13Os60/24h (13Os61/24f; 13Os62/24b; 13Os63/24z); 13Os92/24i

Entscheidungsdatum

13.11.2024

Norm

StPO §363a
StPO §89 Abs2 B
  1. StPO § 363a heute
  2. StPO § 363a gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  1. StPO § 89 heute
  2. StPO § 89 gültig ab 01.01.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  3. StPO § 89 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 89 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2004
  5. StPO § 89 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2007

Rechtssatz

Dem Betroffenen steht nur ein Erneuerungsantrag in Betreff ein- und derselben Sache zu. Paragraph 89, Absatz 2, StPO gilt nicht für das Erneuerungsverfahren.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 150/07v
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 13.02.2008 13 Os 150/07v
  • 12 Os 66/14v
    Entscheidungstext OGH 28.08.2014 12 Os 66/14v
    Aber
  • 15 Os 149/14x
    Entscheidungstext OGH 14.01.2015 15 Os 149/14x
    Beisatz: Hier: Ergänzendes Vorbringen in der Äußerung zur Stellungnahme der Generalprokuratur. (T1)
  • 12 Ns 52/15s
    Entscheidungstext OGH 28.05.2015 12 Ns 52/15s
    Aber; Beisatz: Ein auf ein Urteil des EGMR gestützter Erneuerungsantrag ist nicht schon deswegen als unzulässige Antragsausdehnung unbeachtlich, weil er in der Äußerung des Verurteilten zur Stellungnahme der Generalprokuratur über einen anderen Erneuerungsantrag erhoben wird. (T2)
  • 12 Ns 39/15d
    Entscheidungstext OGH 22.05.2015 12 Ns 39/15d
    Aber; Beis wie T1
  • 14 Os 37/15w
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 37/15w
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 24/15a
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 24/15a
    Auch
  • 14 Os 78/15z
    Entscheidungstext OGH 15.09.2015 14 Os 78/15z
    Beisatz: Eigene Ausführungen des Antragstellers sind selbst dann unbeachtlich, wenn der Verteidiger diese seinem Schriftsatz beilegt, beiheftet oder mit diesem vereinigt und zu einem integrierenden Bestandteil seiner Antragsausführung erklärt. (T3)
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
  • 15 Os 132/15y
    Entscheidungstext OGH 09.12.2015 15 Os 132/15y
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 3/16d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 3/16d
    Beis wie T1
  • 12 Os 130/16h
    Entscheidungstext OGH 13.07.2017 12 Os 130/16h
    Auch
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 122/17f
    Entscheidungstext OGH 12.04.2018 15 Os 122/17f
  • 12 Os 38/18g
    Entscheidungstext OGH 05.07.2018 12 Os 38/18g
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 138/18p
    Entscheidungstext OGH 05.12.2019 12 Os 138/18p
  • 12 Os 158/18d
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 12 Os 158/18d
    Vgl
  • 12 Os 34/19w
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 12 Os 34/19w
    Vgl
  • 12 Os 125/19b
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 12 Os 125/19b
    Vgl
  • 14 Os 130/19b
    Entscheidungstext OGH 25.02.2020 14 Os 130/19b
    Vgl; Beis wie T3
  • 11 Os 85/20i
    Entscheidungstext OGH 19.10.2020 11 Os 85/20i
    Vgl
  • 12 Os 37/19m
    Entscheidungstext OGH 15.10.2020 12 Os 37/19m
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 68/21p
    Entscheidungstext OGH 18.01.2022 14 Os 68/21p
    Vgl
  • 13 Os 60/24h
    Entscheidungstext OGH 11.09.2024 13 Os 60/24h
    vgl
  • 13 Os 92/24i
    Entscheidungstext OGH 13.11.2024 13 Os 92/24i
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123231

Im RIS seit

14.03.2008

Zuletzt aktualisiert am

10.01.2025

Dokumentnummer

JJR_20080213_OGH0002_0130OS00150_07V0000_003

Rechtssatz für 13Os16/09s; 11Os119/09y; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0125233

Geschäftszahl

13Os16/09s; 11Os119/09y; 11Os114/11s; 13Os15/12y; 15Os132/12v; 12Os158/12w (12Os161/12m); 11Os73/13i; 13Os88/13k; 13Os71/13k; 12Os94/16i; 14Os53/17a; 15Os110/18t; 12Os88/18k (12Os89/18g; 12Os90/18d; 12Os122/18k; 12Os123/18g); 15Os95/24w

Entscheidungsdatum

09.12.2024

Rechtssatz

Der kontinentaleuropäischen Rechtstradition entsprechend ist nicht nur das Auslieferungsverfahren, sondern auch die Rechtshilfe ganz allgemein vom formellen Prüfungsprinzip beherrscht, das heißt die Behörden im ersuchten Staat haben grundsätzlich vom Sachverhalt auszugehen, wie er im Rechtshilfeersuchen dargestellt wird, um der endgültigen Klärung des Sachverhalts im ersuchenden Staat nicht vorzugreifen. Eine eigenständige Prüfungspflicht des Tatverdachts besteht im ersuchten Staat nur dann, wenn der von der Rechtshilfe Betroffene durch entsprechend substantiiertes Vorbringen erhebliche Bedenken aufzuzeigen vermag. Urkunden wie die vom Antragsteller im Beschwerdeverfahren vorgelegten, die zwar der Annahme des von der ersuchenden Behörde dargestellten Tatverdachts entgegenstehen, ohne diesen unmittelbar und zweifelsfrei zu entkräften, lösen die oben angeführte Prüfungspflicht nicht aus und machen die Vornahme der erbetenen Verfahrenshandlungen nicht unzulässig im Sinn des Paragraph 51, ARHG. Die Annahme einer weitergehenden Prüfungspflicht im ersuchten Staat liefe dem Wesen der Rechtshilfe zuwider, das gerade darauf aufbaut, dass sich der Betroffene im ersuchenden Staat gegen die dem Ersuchen zugrunde liegende Entscheidung im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahrens zur Wehr setzen kann.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 16/09s
    Entscheidungstext OGH 16.04.2009 13 Os 16/09s
  • 11 Os 119/09y
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 11 Os 119/09y
    nur: Eine eigenständige Prüfungspflicht des Tatverdachts besteht im ersuchten Staat nur dann, wenn der von der Rechtshilfe Betroffene durch entsprechend substantiiertes Vorbringen erhebliche Bedenken aufzuzeigen vermag. Die Annahme einer weitergehenden Prüfungspflicht im ersuchten Staat liefe dem Wesen der Rechtshilfe zuwider, das gerade darauf aufbaut, dass sich der Betroffene im ersuchenden Staat gegen die dem Ersuchen zugrunde liegende Entscheidung im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahrens zur Wehr setzen kann. (T1)
  • 11 Os 114/11s
    Entscheidungstext OGH 13.09.2011 11 Os 114/11s
    Vgl; Beisatz: Bei schlüssigen Unterlagen herrscht im Auslieferungsverfahren ein formelles Prüfungsprinzip. (T2)
    Beisatz: Hier: Auslieferungsverfahren zur Strafverfolgung. (T3)
    Beisatz: Hier: Zur Frage der Kautionshöhe. (T4)
  • 13 Os 15/12y
    Entscheidungstext OGH 16.02.2012 13 Os 15/12y
    Vgl; nur: Das Auslieferungsverfahren ist der kontinentaleuropäischen Rechtstradition entsprechend vom formellen Prüfungsprinzip beherrscht, das heißt, Behörden im ersuchten Staat haben grundsätzlich vom Sachverhalt auszugehen, wie er im Ersuchen um Auslieferung (oder vorläufige Verhaftung) dargestellt wird. Eine Überprüfung dieses Sachverhalts findet nur bei dagegen bestehenden erheblichen Bedenken statt (§ 33 Abs 2 ARHG). (T5)
    Beisatz: Hier: Vorläufige Auslieferungshaft. (T6)
  • 15 Os 132/12v
    Entscheidungstext OGH 16.01.2013 15 Os 132/12v
    Auch; Beisatz: Hier: Anordnung der Auskunftserteilung über Bankkonten und Bankgeschäfte. (T7)
  • 12 Os 158/12w
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 12 Os 158/12w
    nur T5
  • 11 Os 73/13i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 11 Os 73/13i
    Auch; nur T1; nur T5
  • 13 Os 88/13k
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 13 Os 88/13k
    nur: Das Auslieferungsverfahren ist der kontinentaleuropäischen Rechtstradition entsprechend vom formellen Prüfungsprinzip beherrscht, das heißt, Behörden im ersuchten Staat haben grundsätzlich vom Sachverhalt auszugehen, wie er im Ersuchen um Auslieferung dargestellt wird. (T8)
  • 13 Os 71/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 71/13k
    Auch
  • 12 Os 94/16i
    Entscheidungstext OGH 18.08.2016 12 Os 94/16i
    Auch
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    Vgl
  • 12 Os 88/18k
    Entscheidungstext OGH 06.12.2018 12 Os 88/18k
    Vgl
  • 15 Os 95/24w
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 95/24w
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0125233

Im RIS seit

16.05.2009

Zuletzt aktualisiert am

06.02.2025

Dokumentnummer

JJR_20090416_OGH0002_0130OS00016_09S0000_004

Rechtssatz für Bsw35865/03; 13Os150/07v; ...

Gericht

AUSL EGMR, OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123200

Geschäftszahl

Bsw35865/03; 13Os150/07v; 11Os46/08m; 15Os117/07f; 15Os12/10v; 12Os160/10m; Bsw69917/01; Bsw2947/06; 13Os138/11k; 13Os156/11g (13Ns2/12s); Bsw37075/09; 14Os128/12y; 12Os158/12w (12Os161/12m); 14Os77/13z; 13Os139/12h; 14Os145/13z; 14Os149/13p (14Os179/13z; 14Os180/13x); Bsw8139/09; 14Os103/14z; 14Os37/15w; 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os111/15k (15Os120/15h); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 12Os154/15m; 11Os55/16x; 13Os80/16p (13Os92/16b); Bsw28761/11; 13Os56/17k; 14Os53/17a; 12Os126/17x (12Os127/17v); 15Os110/18t; 11Os117/18t; 11Os28/19f (11Os29/19b; 11Os30/19z; 11Os31/19x; 11Os55/19a); 14Os142/18s (14Os33/19p); 14Os58/19i; 12Os138/18p (12Os139/18k; 12Os135/19y; 12Os136/19w); 11Os142/19w; 12Os125/19b (12Os126/19z); 12Os51/20x; 13Os44/21a; Bsw71537/14; 14Os135/21s (14Os136/21p); 12Os59/22a; 15Os63/22m; 15Os95/24w; 15Os79/25v (15Os80/25s); 15Os116/25k; 12Os37/26x

Entscheidungsdatum

28.04.2026

Norm

MRK Art6 Abs1
StPO §363a
  1. StPO § 363a heute
  2. StPO § 363a gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996

Rechtssatz

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Auslieferungsentscheidung ausnahmsweise ein Problem unter Artikel 6, EMRK aufwirft, wenn der flüchtige Straftäter im ersuchenden Staat eine offenkundige Verweigerung eines fairen Prozesses erfahren musste oder eine solche droht.

Entscheidungstexte

  • Bsw 35865/03
    Entscheidungstext AUSL EGMR, OGH 20.02.2007 Bsw 35865/03
    Beisatz: Das Recht auf einen fairen Prozess im Strafverfahren nimmt einen herausragenden Platz in jeder demokratischen Gesellschaft ein. Selbst das legitime Ziel des Schutzes der Gesellschaft vor der Bedrohung des internationalen Terrorismus kann Maßnahmen nicht rechtfertigen, die den Wesensgehalt des durch Art 6 EMRK garantierten fairen Verfahrens auslöschen. Eine offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens - und damit eine Rechtsverweigerung - liegt ohne Zweifel vor, wenn eine Person wegen des Verdachts der Begehung einer strafbaren Handlung angehalten wird, ohne dass ihr Zugang zu einem unabhängigen und unparteiischen Gericht gewährt wird, um die Rechtmäßigkeit der Haft prüfen zu lassen und eine Freilassung zu erlangen, wenn sich der Verdacht als unbegründet erweist. (T1); Veröff: NL 2007,68
  • 13 Os 150/07v
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 13.02.2008 13 Os 150/07v
    Vgl; Beisatz: Zwar fällt das Auslieferungsverfahren selbst nicht in den Anwendungsbereich des Art 6 MRK, doch können dessen Verfahrensgarantien für die Entscheidung über die Zulässigkeit der Auslieferung dann (ausnahmsweise) Relevanz erlangen, wenn die betroffene Person nachweist, dass ihr im ersuchenden Staat eine offenkundige Verweigerung eines fairen Prozesses droht. (T2) Beisatz: Die Verfahrensgarantien des Art 6 MRK beziehen sich demnach, soweit es um die Auslieferung geht, nur auf das gerichtliche Strafverfahren, in dem über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage entschieden wird. (T3)
  • 11 Os 46/08m
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 01.04.2008 11 Os 46/08m
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 117/07f
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 15 Os 117/07f
    Vgl; Beisatz: Die Zulässigerklärung einer Auslieferung mit Beziehung auf ein im ersuchenden Staat durchgeführtes Strafverfahren, das den von Art 6 Abs 1 MRK geforderten Verfahrensgarantien offenkundig nicht entsprochen hat, („flagrant denial of justice") verstößt (ihrerseits) gegen Art 6 Abs 1 MRK (EGMR, Einhorn gegen Frankreich, ÖJZ-MRK 2003/1; vgl dazu VfGH 12. Dezember 2002, G151, 152/02 = JBl 2003, 437 [443]). (T4)
    Beisatz: Die auf eine die Bejahung einer Konventionskonformität des in Italien gegen den Auszuliefernden geführten Abwesenheitsverfahrens nicht zulassende Tatsachengrundlage gestützte Zulässigerklärung der Auslieferung durch die Beschlüsse der Vorinstanzen verletzt daher (zum Nachteil des Auszuliefernden) das Grundrecht auf ein faires Verfahren nach Art 6 Abs 1 MRK. (T5)
  • 15 Os 12/10v
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 15 Os 12/10v
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 160/10m
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 12 Os 160/10m
    Vgl auch; Beis wie T3
  • Bsw 69917/01
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.07.2007 Bsw 69917/01
    Vgl auch; Beisatz: Innerstaatliche Gerichte müssen, bevor sie die Vollstreckung einer Verfallsanordnung gestatten, ausreichend davon überzeugt sein, dass die entsprechende Entscheidung nicht das Ergebnis einer offenkundigen Rechtsverweigerung war. Eine solche Prüfung ist erforderlich, wenn die Entscheidung, deren Vollstreckung beantragt wird, von den Gerichten eines Landes stammt, das die MRK nicht anwendet. In manchen Fällen kann es sogar notwendig sein, dass sich die Gereichte vor Anordnung der Vollstreckung einer solchen Entscheidung davon überzeugen, dass das betroffene Verfahren allen Anforderungen des Art. 6 MRK entsprach. (Stephen Anthony Saccoccia gegen Österreich) (T6)
    Veröff: NL 2007,178
  • Bsw 2947/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.04.2008 Bsw 2947/06
    Veröff: NL 2008,101
  • 13 Os 138/11k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2011 13 Os 138/11k
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 13 Os 156/11g
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 13 Os 156/11g
    Auch; Beis wie T2
  • Bsw 37075/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 27.10.2011 Bsw 37075/09
    Beisatz: Der Begriff „offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens“ meint ein Verfahren, das offensichtlich den Bestimmungen des Art 6 MRK oder den darin verkörperten Grundsätzen widerspricht. Dieses Kriterium ist streng auszulegen. Es geht über bloße Unregelmäßigkeiten oder fehlende Sicherungen im Verfahren hinaus, die zu einer Verletzung von Art 6 MRK führen könnten, wenn sie im Konventionsstaat selbst auftreten würden. Erforderlich ist ein Verstoß gegen die Grundsätze des fairen Verfahrens, der so grundlegend ist, dass er einer Zerstörung des Wesensgehalts des durch Art 6 MRK garantierten Rechts gleichkommt. Bei der Durchführung dieses Tests sind jene Standards und Beweislastregeln anzuwenden, die auch bei der Prüfung von Auslieferungen oder Ausweisungen unter Art 3 MRK gelten. (Bem: Ahorgueze gg. Schweden) (T7)
    Beisatz: Hier: Keine drohende offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens im Fall der Auslieferung nach Ruanda zur Aburteilung wegen Völkermordes. (T8)
    Veröff: NL 2011,314
  • 14 Os 128/12y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 128/12y
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Es sind substanziierte Gründe für eine drohende Verletzung von Art6 MRK im Strafverfahren des ersuchenden Staats vorzubringen; der pauschale Einwand mangelnder Rechtsstaatlichkeit genügt nicht. (T9)
    Beisatz: Hier: Auslieferung an die Republik Moldau. (T10)
  • 12 Os 158/12w
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 12 Os 158/12w
    Auch; Beis wie T2
  • 14 Os 77/13z
    Entscheidungstext OGH 09.07.2013 14 Os 77/13z
    Vgl; Beis ähnlich wie T2
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl; Vgl auch Beis wie T2
  • 14 Os 145/13z
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 145/13z
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Keine als ausreichend zu erachtende Zusicherung im Sinn des Art 3 Abs 1 zweiter Satz des Zweiten Zusatzprotokolls zum Europäischen Auslieferungsübereinkommen. (T11)
  • 14 Os 149/13p
    Entscheidungstext OGH 28.01.2014 14 Os 149/13p
    Vgl; Beis wie T4; Beis wie T11
  • Bsw 8139/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR, OGH 17.01.2012 Bsw 8139/09
    Ähnlich; Beis wie T7; Beisatz: Die Zulassung von durch Folter erlangten Beweisen widerspricht nicht nur Art 6 MRK, sondern den grundlegendsten internationalen Standards für ein faires Verfahren. Sie würde das gesamte Verfahren nicht nur unmoralisch und rechtswidrig machen, sondern auch völlig unzuverlässig in seinem Ergebnis. Es wäre daher eine offenkundige Verweigerung eines fairen Verfahrens, würden solche Beweise in einem Strafprozess zugelassen. (Bem: Othman [Abu Qatada] gg. das Vereinigte Königreich) (T12)
    Beisatz: Hier: Gefahr der offenkundigen Verweigerung eines fairen Verfahrens gegenüber dem Bf. bei dessen Abschiebung nach Jordanien, da dort im Verfahren durch Folter erlangte, belastende Beweise gegen ihn verwendet würden. (Bem: Othman [Abu Qatada] gg. das Vereinigte Königreich) (T13)
    Veröff: NL 2012,15
  • 14 Os 103/14z
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 103/14z
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 37/15w
    Entscheidungstext OGH 16.06.2015 14 Os 37/15w
    Vgl auch
  • 14 Os 60/15b
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 60/15b
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 111/15k
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 111/15k
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 11 Os 55/16x
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 11 Os 55/16x
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
    Auch
  • Bsw 28761/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 24.07.2014 Bsw 28761/11
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Hohe Wahrscheinlichkeit einer offenkundigen Rechtsverweigerung vor der US-Militärkommission nach Verbringung des während seiner geheimen Anhaltung gefolterten Beschwerdeführers aus dem belangten Staat, weil die Militärkommission nicht den grundlegenden Anforderungen von Art 6 MRK entspricht und mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Folter erlangte Aussagen verwendet würden. (Al Nashiri gg Polen) (T14)
    Veröff: NL 2014,288
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Vgl
  • 12 Os 126/17x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2018 12 Os 126/17x
    Vgl; Beis wie T2
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    Auch; Beis wie T3
  • 11 Os 117/18t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 117/18t
    Auch
  • 11 Os 28/19f
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 11 Os 28/19f
    Vgl; Beis wie T7; Beisatz: Abschiebungen, Auslieferungen und Rechtshilfeverfahren (im ersuchten Staat) betreffen als solche nicht die Prüfung einer strafrechtlichen Anklage und liegen somit außerhalb des Schutzbereichs des Art 6 MRK. Das Rechtshilfeverfahren ist nämlich seinem Wesen nach ein verwaltungsrechtliches Verfahren, in dem Schuld oder Nichtschuld des Betroffenen in der Regel nicht geprüft werden. Daraus folgt, dass in Erneuerungsanträgen eine Berufung auf Art 6 MRK nur in bestimmten Fallkonstellationen ausnahmsweise auch in Rechtshilfesachen möglich ist. (T15)
  • 14 Os 142/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 14 Os 142/18s
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 138/18p
    Entscheidungstext OGH 05.12.2019 12 Os 138/18p
    Beis wie T6
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 125/19b
    Entscheidungstext OGH 20.01.2020 12 Os 125/19b
    Vgl; Beis wie T6
  • 12 Os 51/20x
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 12 Os 51/20x
    Vgl
  • 13 Os 44/21a
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 44/21a
    Vgl
  • Bsw 71537/14
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.06.2017 Bsw 71537/14
    Beis wie T7
  • 14 Os 135/21s
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 14 Os 135/21s
    Vgl
  • 12 Os 59/22a
    Entscheidungstext OGH 05.07.2022 12 Os 59/22a
    Vgl
  • 15 Os 63/22m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 63/22m
    Vgl; Beis wie T9
  • 15 Os 95/24w
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 95/24w
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3; Beisatz wie T9; Beisatz wie T15
  • 15 Os 79/25v
    Entscheidungstext OGH 10.09.2025 15 Os 79/25v
    vgl
  • 15 Os 116/25k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2025 15 Os 116/25k
    vgl; Beisatz wie T3
  • 12 Os 37/26x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2026 12 Os 37/26x
    vgl; Beisatz wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2007:RS0123200

Im RIS seit

22.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

28.05.2026

Dokumentnummer

JJR_20070220_AUSL000_000BSW35865_0300000_001

Rechtssatz für Bsw35865/03; ...

Gericht

AUSL EGMR, OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123201

Geschäftszahl

Bsw35865/03; Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw13284/04; Bsw41015/04; Bsw21055/09; Bsw17185/05; 12Os158/12w (12Os161/12m); Bsw67286/10; 13Os27/15g (13Os30/15h); 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 12Os154/15m; 14Os10/16a (14Os11/16y); 13Os80/16p (13Os92/16b); Bsw140/10; 14Os53/17a; 15Os110/18t; 11Os117/18t; 14Os58/19i; 15Os45/19g; 15Os75/19x (15Os76/19v); 11Os142/19w; Bsw34999/16; 12Os59/22a; 15Os63/22m; 15Os95/24w; 15Os79/25v (15Os80/25s); 12Os37/26x

Entscheidungsdatum

28.04.2026

Norm

MRK Art3 III7a

Rechtssatz

Die Entscheidung, einen flüchtigen Straftäter auszuliefern - und die Auslieferung selbst - kann die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates nach Artikel 3, EMRK begründen, wenn stichhaltige Gründe für die Annahme bestehen, dass die betroffene Person im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr ausgesetzt würde, einer Artikel 3, EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt zu werden.

Entscheidungstexte

  • Bsw 35865/03
    Entscheidungstext AUSL EGMR, OGH 20.02.2007 Bsw 35865/03
    Veröff: NL 2007,68
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 06.02.2003 Bsw 46827/99
    Vgl; Veröff: NL 2003,133
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.02.2005 Bsw 46827/99
    Veröff: NL 2005,23
  • Bsw 13284/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 08.11.2005 Bsw 13284/04
    Vgl auch; Veröff: NL 2005,273
  • Bsw 41015/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 19.11.2009 Bsw 41015/04
    Beisatz: Die allgemein gehaltene Zusicherung der Strafverfolgungsbehörden, die Rechte des Ausgelieferten im Strafverfahren zu achten, sind nicht ausreichend, um eine bestehende ernsthafte Gefahr einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung auszuschließen. (Bem: Kaboulov gegen die Ukraine) (T1)
    Veröff: NL 2009,333
  • Bsw 21055/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.05.2010 Bsw 21055/09
    Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: NL 2010,163
  • Bsw 17185/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.09.2010 Bsw 17185/05
    Auch; Veröff: NL 2010,297
  • 12 Os 158/12w
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 12 Os 158/12w
    Auch
  • Bsw 67286/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.02.2013 Bsw 67286/10
    Vgl auch; Veröff: NL 2013,33
  • 13 Os 27/15g
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 27/15g
    Auch
  • 14 Os 60/15b
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 60/15b
    Auch
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
  • 14 Os 10/16a
    Entscheidungstext OGH 08.03.2016 14 Os 10/16a
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
  • Bsw 140/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2014 Bsw 140/10
    Veröff: NL 2014,383
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    Auch
  • 11 Os 117/18t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 117/18t
    Auch;Beisatz: Bei der Prüfung des die auszuliefernde Person konkret treffenden Risikos einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ist auch darauf abzustellen, ob es sich um einen reinen Kriminalfall ohne jeglichen politischen oder religiösen Kontext handelt oder ob der Betroffene einer besonders vulnerablen Gruppe angehört. (T2)
    Beisatz: Neben der persönlichen Situation der betroffenen Person ist weiters die allgemeine Lage im Zielland zu berücksichtigen, ferner die Schwere der drohenden Verletzung sowie das sonstige Verhalten des ersuchenden Staats im Hinblick auf die Verletzung fundamentaler Menschenrechte und seine Bereitschaft, einen konkret erhobenen Vorwurf einer Verletzung von Art 3 MRK lückenlos aufzuklären. (T3)
    Beisatz: Bei einer Auslieferung in einen Staat, der Vertragspartei der MRK ist, ist die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates zudem eingeschränkt, wenn der Betroffene im Zielstaat (rechtzeitig) Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. (T4)
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch
  • 15 Os 45/19g
    Entscheidungstext OGH 06.05.2019 15 Os 45/19g
  • 15 Os 75/19x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2019 15 Os 75/19x
    Vgl
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
  • Bsw 34999/16
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.12.2017 Bsw 34999/16
    Beisatz: Die gesetzliche Erklärung eines Staates zum „sicheren Herkunftsstaat“ befreit die Behörden bzw Gerichte nicht von der Verpflichtung, eine individuelle Risikoeinschätzung vorzunehmen. (D. L. gg Österreich) (T5); Veröff: NL 2017,522
  • 12 Os 59/22a
    Entscheidungstext OGH 05.07.2022 12 Os 59/22a
  • 15 Os 63/22m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 63/22m
    Vgl
  • 15 Os 95/24w
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 95/24w
    vgl
  • 15 Os 79/25v
    Entscheidungstext OGH 10.09.2025 15 Os 79/25v
    vgl
  • 12 Os 37/26x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2026 12 Os 37/26x
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2007:RS0123201

Im RIS seit

22.03.2007

Zuletzt aktualisiert am

28.05.2026

Dokumentnummer

JJR_20070220_AUSL000_000BSW35865_0300000_002

Rechtssatz für 13Os150/07v; 11Os46/08m; ...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0123229

Geschäftszahl

13Os150/07v; 11Os46/08m; 14Os67/08x; Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw13284/04; Bsw50278/99; 15Os12/10v; Bsw32621/06; 13Os138/11k; Bsw19576/08; 14Os41/12d; Bsw21896/08; Bsw21055/09; Bsw17185/05; 14Os128/12y; 12Os158/12w (12Os161/12m); 13Os139/12h; 14Os145/13z; Bsw9146/07 (Bsw32650/07); Bsw24027/07; Bsw7788/11; Bsw52077/10; Bsw54131/10; Bsw14743/11; Bsw67286/10; 13Os27/15t (13Os30/15h); 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os111/15k (15Os120/15h); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 12Os154/15m; 14Os10/16a (14Os11/16y); 15Os3/16d; 13Os80/16p (13Os92/16b); Bsw140/10; 15Os77/17p; 13Os56/17k; 14Os53/17a; 15Os110/18t; 11Os117/18t; 14Os58/19i; 15Os45/19g; 15Os75/19x (15Os76/19v); 11Os142/19w; Bsw59166/12; 13Os44/21a; 13Os57/21p (13Os58/21k); Bsw34999/16; 12Os59/22a; 15Os63/22m; Bsw17675/18; 15Os95/24w; 15Os79/25v (15Os80/25s); 12Os37/26x

Entscheidungsdatum

28.04.2026

Norm

StPO §363a
MRK Art2
MRK Art3
  1. StPO § 363a heute
  2. StPO § 363a gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996

Rechtssatz

Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Artikel 3, MRK unvereinbar ist. Der Beschwerdeführer hat die erhebliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften (gewichtigen) Gefahr schlüssig nachzuweisen, wobei der Nachweis hinreichend konkret sein muss. Die bloße Möglichkeit drohender Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung reicht nicht aus. Demnach muss ein konkretes Risiko bestehen, die betreffende Person würde im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr einer Artikel 3, MRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt sein, und dies muss anhand stichhaltiger Gründe belegbar sein. Dabei spielen auch die Schwere der drohenden Verletzung und das sonstige Verhalten des Mitgliedsstaats der MRK eine Rolle, wobei auch der Umstand relevant sein kann, dass im Zielland fundamentale Menschenrechte verletzt werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 150/07v
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 13.02.2008 13 Os 150/07v
    Beisatz: Geht die Gefahr für Leib und Leben nicht von staatlicher Seite aus, muss der Beschwerdeführer nicht nur nachweisen, dass die Gefahr eine unmittelbar drohende ist, sondern auch, dass die staatlichen Autoritäten nicht in der Lage sind, ihn ausreichend vor dieser Gefahr zu schützen. (T1)
    Bemerkung: Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR. (T2)
  • 11 Os 46/08m
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 01.04.2008 11 Os 46/08m
    Beisatz: Grundsätzlich ergibt sich kein Hinderungsgrund für die Auslieferung, wenn den Betroffenen im Verfolgerstaat ein Strafverfahren mit oder ohne Untersuchungshaft erwartet oder wenn er wegen einer strafrechtlichen Verurteilung in Haft genommen werden soll, solange die Umstände der Haft selbst nicht gegen Art 3 MRK verstoßen. (T3)
    Beisatz: Haftbedingungen können eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung sein, auch wenn sie nicht darauf abzielen, den Gefangenen zu demütigen oder zu erniedrigen. Sie verletzen Art 3 MRK, wenn sie erhebliches psychisches oder physisches Leid verursachen, die Menschenwürde beeinträchtigen oder Gefühle von Demütigung und Erniedrigung erwecken. Zu berücksichtigen sind dabei alle Umstände, so zum Beispiel Überbelegung, mangelhafte Heizung oder Lüftung, übergroße Hitze, sanitäre Verhältnisse, Schlafmöglichkeit, Ernährung, Erholung und Außenkontakte sowie gegebenenfalls ihr kumulativer Effekt. (T4)
  • 14 Os 67/08x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 14 Os 67/08x
    Auch; nur: Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. (T5)
    Beisatz: Bei der Türkei handelt es sich um einen Konventionsstaat der MRK, sodass die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staats eingeschränkt ist, weil der Betroffene im Zielstaat Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. Eine Mitverantwortung des ersuchenden Staats besteht nur dann, wenn dem Betroffenen nach seiner Auslieferung Folter oder sonstige schwere oder irreparable Misshandlungen drohen und effektiver Rechtsschutz - auch durch den EGMR - nicht oder nicht rechtzeitig zu erreichen ist. (T6)
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 06.02.2003 Bsw 46827/99
    Vgl; Veröff: NL 2003,133
  • Bsw 46827/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.02.2005 Bsw 46827/99
    Veröff: NL 2005,23
  • Bsw 13284/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR 08.11.2005 Bsw 13284/04
    Veröff: NL 2005,273
  • Bsw 50278/99
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2006 Bsw 50278/99
    Veröff: NL 2006,15
  • 15 Os 12/10v
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 15 Os 12/10v
    Vgl auch; Beis wie T1
  • Bsw 32621/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.01.2009 Bsw 32621/06
    nur: Demnach muss ein konkretes Risiko bestehen, die betreffende Person würde im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt sein, und dies muss anhand stichhaltiger Gründe belegbar sein. (T7)
    Veröff: NL 2009,22
  • 13 Os 138/11k
    Entscheidungstext OGH 15.12.2011 13 Os 138/11k
    Beis wie T1; Bem wie T2; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Auslieferung nach Serbien. (T8)
  • Bsw 19576/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 03.12.2009 Bsw 19576/08
    Vgl auch; Veröff: NL 2009,351
  • 14 Os 41/12d
    Entscheidungstext OGH 16.05.2012 14 Os 41/12d
    Vgl; nur: Der Antragsteller hat nicht bloß die Möglichkeit einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung, sondern die erhebliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften (gewichtigen) Gefahr schlüssig nachzuweisen, wobei der Nachweis hinreichend konkret sein muss. (T9)
    Beisatz: Hier: Diesen Anforderungen entspricht das Antragsvorbringen nicht, denn es beschränkt sich auf einen ‑ unter dem Blickwinkel des Art 3 MRK (anders als nach § 16 Abs 3 ARHG) nicht entscheidenden ‑ Vergleich der abstrakten Höchststrafdrohungen nach österreichischem und amerikanischem Recht. (T10)
  • Bsw 21896/08
    Entscheidungstext AUSL EGMR 19.01.2010 Bsw 21896/08
    Vgl auch; nur T5; Veröff: NL 2010,38
  • Bsw 21055/09
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.05.2010 Bsw 21055/09
    Vgl auch; Veröff: NL 2010,163
  • Bsw 17185/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.09.2010 Bsw 17185/05
    Auch; nur T5; Veröff: NL 2010,297
  • 14 Os 128/12y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 128/12y
    Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Bei Abschiebung in einen Staat, der Vertragspartei der MRK ist, ist die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staats eingeschränkt, wenn der Betroffene im Zielland rechtzeitig Rechtsschutz erlangen kann. (T11)
    Beisatz: Der Nachweis konkreter Anhaltspunkte und stichhaltiger Gründe für die Annahme einer individuellen Gefahr erscheint nur dann verzichtbar, wenn der ersuchende Staat eine ständige Praxis umfassender und systematischer Menschenrechtsverletzungen aufweist. (T12)
    Beisatz: Hier: Auslieferung an die Republik Moldau. (T13)
  • 12 Os 158/12w
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 12 Os 158/12w
    nur T9
  • 13 Os 139/12h
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 139/12h
    Vgl
  • 14 Os 145/13z
    Entscheidungstext OGH 05.11.2013 14 Os 145/13z
    Beis wie T3; Beis wie T11
  • Bsw 9146/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 17.01.2012 Bsw 9146/07
    Auch; nur T5; Beisatz: Eine Konventionsverletzung kann auch dann vorliegen, wenn der betroffenen Person im Fall ihrer Rückführung in den ersuchenden Staat ein völlig außer Verhältnis stehendes Strafurteil droht. (Bem: Harkins und Edwards gg. das Vereinigte Königreich) (T14)
    Veröff: NL 2012,11
  • Bsw 24027/07
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.04.2012 Bsw 24027/07
    nur T5; Beis wie T14; Beisatz: Die absolute Natur von Art 3 MRK bedeutet nicht, dass jede Form von Misshandlung als Hindernis für die Verbringung aus einem Vertragsstaat wirkt. (Babar Ahmad u.a. gg. das Vereinigte Königreich) (T15)
    Veröff: NL 2012,114
  • Bsw 7788/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 10.05.2012 Bsw 7788/11
    Vgl; Veröff: NL 2012,156
  • Bsw 52077/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 15.05.2012 Bsw 52077/10
    nur: Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. (T16)
    Beisatz: Hier: Besorgnis erregende Menschenrechtssituation im Iran steht als solche nicht generell Abschiebungen entgegen. (S.F. u.a. gg. Schweden) (T17)
    Veröff: NL 2012,163
  • Bsw 54131/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 12.06.2012 Bsw 54131/10
    Auch; Veröff: NL 2012,180
  • Bsw 14743/11
    Entscheidungstext AUSL EGMR 02.10.2012 Bsw 14743/11
    Auch; Veröff: NL 2012,322
  • Bsw 67286/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 05.02.2013 Bsw 67286/10
    Vgl auch; nur T5; Beisatz: Hier: In Usbekistan besteht eine systematische und willkürliche Praxis der Folterung von Häftlingen in Polizeigewahrsam. (Zokhidov gg. Russland) (T18)
    Veröff: NL 2013,33
  • 13 Os 27/15t
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 27/15t
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T11; Beis wie T12; Beisatz: Wenn objektive Quellen von der Anwendung oder Tolerierung von Praktiken berichten, die den Prinzipien der Konvention entgegenstehen, sind diplomatische Zusicherungen generell nicht ausreichend, um adäquaten Schutz vor Folter oder Misshandlung der ausgelieferten Person zu gewährleisten. (T19)
    Beisatz: Den Ausspruch über die Zulässigkeit der Auslieferung an die Bedingung zu knüpfen, dass sich der ersuchende Staat in Bezug auf die betroffene Person in Zukunft konventionskonform verhält, widerspricht § 33 Abs 1 und 3 ARHG iVm Art 3 und 6 MRK. (T20)
  • 14 Os 60/15b
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 60/15b
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T11; Beis wie T19; Beis wie T20; Beisatz: Die Vermutung konventionskonformer Behandlung bei Auslieferung in einen Vertragsstaat ist aber widerlegt, wenn das Gegenteil vom Betroffenen schlüssig nachgewiesen wurde oder dessen konkrete Gefährdung vom Gericht schon auf Basis objektiver Quellen wegen im Zielstaat ‑ ungeachtet dessen rechtlicher Verpflichtungen (insbesondere nach der MRK) ‑ bestehender systemischer Defizite im Grundrechtsschutz angenommen werden muss. (T21)
  • 15 Os 111/15k
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 111/15k
    Auch
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
    Auch; Beis wie T12
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch; Beis wie T12
  • 14 Os 10/16a
    Entscheidungstext OGH 08.03.2016 14 Os 10/16a
    Auch; Beis wie T12
  • 15 Os 3/16d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 3/16d
    Auch; Beis wie T12
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T12
  • Bsw 140/10
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2014 Bsw 140/10
    Auch; Veröff: NL 2014,383
  • 15 Os 77/17p
    Entscheidungstext OGH 19.07.2017 15 Os 77/17p
    Auch; Beis wie T20; Beisatz: Hier: Unzulässigkeit der Bedingung, den Auszuliefernden nicht in einer bestimmten Haftanstalt unterzubringen. (T22)
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Der EGMR hat die von Italien gegen die Überbelegung von Gefängnissen ergriffenen gesetzlichen Maßnahmen bereits als effektiv anerkannt und weitere derartige Beschwerden wegen Nichterschöpfung des innerstaatlichen Instanzenzugs für unzulässig erklärt. (T23)
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T12
  • 15 Os 110/18t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 15 Os 110/18t
    Auch; Beis wie T10
  • 11 Os 117/18t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 117/18t
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T10; Beis wie T12; Beisatz: Bei der Prüfung des die auszuliefernde Person konkret treffenden Risikos einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ist auch darauf abzustellen, ob es sich um einen reinen Kriminalfall ohne jeglichen politischen oder religiösen Kontext handelt oder ob der Betroffene einer besonders vulnerablen Gruppe angehört. (T24)
    Beisatz: Neben der persönlichen Situation der betroffenen Person ist weiters die allgemeine Lage im Zielland zu berücksichtigen, ferner die Schwere der drohenden Verletzung sowie das sonstige Verhalten des ersuchenden Staats im Hinblick auf die Verletzung fundamentaler Menschenrechte und seine Bereitschaft, einen konkret erhobenen Vorwurf einer Verletzung von Art 3 MRK lückenlos aufzuklären. (T25)
    Beisatz: Bei einer Auslieferung in einen Staat, der Vertragspartei der MRK ist, ist die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates zudem eingeschränkt, wenn der Betroffene im Zielstaat (rechtzeitig) Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. (T26)
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T12
  • 15 Os 45/19g
    Entscheidungstext OGH 06.05.2019 15 Os 45/19g
    nur T5
  • 15 Os 75/19x
    Entscheidungstext OGH 11.09.2019 15 Os 75/19x
    Vgl; Beis wie T1; nur T9
  • 11 Os 142/19w
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 11 Os 142/19w
    Beis wie T1; Beis wie T12
  • Bsw 59166/12
    Entscheidungstext AUSL EGMR 23.08.2016 Bsw 59166/12
    Auch; nur: Eine Auslieferung kann für den Aufenthaltsstaat eine Konventionsverletzung bedeuten, wenn die betroffene Person im Zielstaat einer Strafe oder Behandlung ausgesetzt wird, welche die Schwelle zur unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung erreicht und daher mit Art 3 MRK unvereinbar ist. Der Beschwerdeführer hat die erhebliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften (gewichtigen) Gefahr schlüssig nachzuweisen, wobei der Nachweis hinreichend konkret sein muss. (T27)
    Veröff: 2016,338
  • 13 Os 44/21a
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 44/21a
    Vgl
  • 13 Os 57/21p
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 57/21p
    Vgl
  • Bsw 34999/16
    Entscheidungstext AUSL EGMR 07.12.2017 Bsw 34999/16
    Auch; nur T16; Beis wie T1; Veröff: NL 2017,522
  • 12 Os 59/22a
    Entscheidungstext OGH 05.07.2022 12 Os 59/22a
    Vgl
  • 15 Os 63/22m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 63/22m
    Vgl; Beis wie T2
  • Bsw 17675/18
    Entscheidungstext AUSL EGMR 04.09.2018 Bsw 17675/18
    Auch; nur T5; Veröff: NL 2018,407
  • 15 Os 95/24w
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 95/24w
    vgl; Beisatz wie T4; Beisatz wie T12
  • 15 Os 79/25v
    Entscheidungstext OGH 10.09.2025 15 Os 79/25v
    vgl
  • 12 Os 37/26x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2026 12 Os 37/26x
    vgl; Beisatz wie T12

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123229

Im RIS seit

14.03.2008

Zuletzt aktualisiert am

28.05.2026

Dokumentnummer

JJR_20080213_OGH0002_0130OS00150_07V0000_001

Rechtssatz für 15Os171/08y; 15Os28/10x; ...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0125393

Geschäftszahl

15Os171/08y; 15Os28/10x; 15Os98/10s; 15Os175/10i; 15Os104/11z; 14Os12/11p; 15Os92/11k; 15Os114/11w; 15Os39/12t; 13Os71/13k; 12Os111/14m; 12Os154/15m; 15Os152/15i (15Os153/15m); 13Os24/16b; 13Os80/16p (13Os92/16b); 15Os82/16x; 11Os16/17p (11Os17/17k); 15Os128/16m (15Os129/16h); 11Os78/17f; 12Os83/17y (12Os84/17w); 12Os104/17m (12Os105/17h); 13Os56/17k; 14Os53/17a; 12Os126/17x (12Os127/17v); 15Os96/18h (15Os97/18f); 13Os93/18b; 13Os155/18w; 11Os122/18b (11Os123/18z); 12Os160/18y; 14Os58/19i; 15Os129/19p (15Os130/19k); 11Os66/20w; 11Os78/20k; 15Os29/21k (15Os30/21g); 13Os33/21h; 14Os135/21s (14Os136/21p); 14Os42/22s; 15Os51/24z; 15Os55/24p (15Os160/24d; 15Os161/24a); 12Os73/25i; 12Os37/26x; 15Os13/26i (15Os14/26m)

Entscheidungsdatum

15.07.2026

Norm

GRGB §10
StPO §363a
  1. StPO § 363a heute
  2. StPO § 363a gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996

Rechtssatz

Indem der Erneuerungswerber - in Verkennung des Erfordernisses einer (hinreichenden) Sachverhaltsbasis für ein Werturteil - mit eigenständigen und spekulativen Erwägungen zu einer vom Antragsteller bloß geäußerten politischen Kritik und politischen Bewertung der Amtstätigkeit der Bundesministerin die dazu konträren, zuvor bezeichneten Urteilsfeststellungen zum Bedeutungsinhalt der inkriminierten Textstellen in Frage stellt, verfehlt er den Bezugspunkt des geltend gemachten Rechtsbehelfs.

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 171/08y
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 14.10.2009 15 Os 171/08y
  • 15 Os 28/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 28/10x
    Ähnlich
  • 15 Os 98/10s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 98/10s
    Vgl auch
  • 15 Os 175/10i
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 175/10i
    Vgl; Beisatz: Der Erneuerungswerber hat, soweit er – auf Grundlage der Gesamtheit der Entscheidungsgründe – nicht Begründungsmängel aufzuzeigen oder erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit getroffener Feststellungen zu wecken vermag, die Tatsachenannahmen der bekämpften Entscheidung zugrunde zu legen. (T1)
  • 15 Os 104/11z
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 104/11z
    Vgl; Beis ähnlich wie T1
  • 14 Os 12/11p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 14 Os 12/11p
    Vgl auch
  • 15 Os 92/11k
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 92/11k
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 114/11w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2012 15 Os 114/11w
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 39/12t
    Entscheidungstext OGH 21.11.2012 15 Os 39/12t
    Beis wie T1
  • 13 Os 71/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 71/13k
    Vgl; Beis wie T1
  • 12 Os 111/14m
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 12 Os 111/14m
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 152/15i
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 152/15i
    Auch
  • 13 Os 24/16b
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 24/16b
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 82/16x
    Entscheidungstext OGH 15.02.2017 15 Os 82/16x
    Auch
  • 11 Os 16/17p
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 16/17p
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 128/16m
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 128/16m
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 78/17f
    Entscheidungstext OGH 13.09.2017 11 Os 78/17f
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 83/17y
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 83/17y
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 104/17m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 104/17m
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 126/17x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2018 12 Os 126/17x
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 96/18h
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 15 Os 96/18h
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 93/18b
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 93/18b
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 155/18w
    Entscheidungstext OGH 16.01.2019 13 Os 155/18w
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 122/18b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 11 Os 122/18b
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Die grundsätzliche Bindung an die Tatsachenannahmen der bekämpften Entscheidung ist auch für die zur Ausschöpfung des Rechtswegs (Art 35 Abs 1 MRK) relevante Frage zu beachten, in wessen Name ein Rechtsbehelf eingebracht wurde. (T2)
  • 12 Os 160/18y
    Entscheidungstext OGH 11.04.2019 12 Os 160/18y
    Beis wie T1
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 129/19p
    Entscheidungstext OGH 12.05.2020 15 Os 129/19p
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 66/20w
    Entscheidungstext OGH 22.09.2020 11 Os 66/20w
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 78/20k
    Entscheidungstext OGH 04.11.2020 11 Os 78/20k
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 29/21k
    Entscheidungstext OGH 22.04.2021 15 Os 29/21k
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 33/21h
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 33/21h
    Vgl; Beis nur wie T1
  • 14 Os 135/21s
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 14 Os 135/21s
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 42/22s
    Entscheidungstext OGH 28.06.2022 14 Os 42/22s
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 51/24z
    Entscheidungstext OGH 13.11.2024 15 Os 51/24z
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 55/24p
    Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 55/24p
    vgl; Beisatz wie T1
  • 12 Os 73/25i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2025 12 Os 73/25i
    vgl; Beisatz wie T1
  • 12 Os 37/26x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2026 12 Os 37/26x
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 13/26i
    Entscheidungstext OGH 15.07.2026 15 Os 13/26i
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0125393

Im RIS seit

24.05.2017

Zuletzt aktualisiert am

01.09.2026

Dokumentnummer

JJR_20091014_OGH0002_0150OS00171_08Y0000_001