Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2015/10/0030

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 19175 A/2015

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2015/10/0030

Entscheidungsdatum

11.08.2015

Index

L92003 Sozialhilfe Grundsicherung Mindestsicherung Niederösterreich

Norm

MSG NÖ 2010 §2 Abs1;
MSG NÖ 2010 §8 Abs1;

Rechtssatz

Nach dem im NÖ MSG 2010 geltenden Grundsatz der Subsidiarität ist die Bedarfsorientierte Mindestsicherung Hilfe suchenden Personen nur so weit zu gewähren, als Bereitschaft zum Einsatz der eigenen Arbeitskraft besteht und der jeweilige Bedarf nicht durch eigene Mittel oder durch Geld- oder Sachleistungen Dritter tatsächlich gedeckt wird vergleiche Paragraph 2, Absatz eins und Paragraph 8, Absatz eins, NÖ MSG 2010).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2015:RA2015100030.L01

Im RIS seit

21.10.2015

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2015100030_20150811L01

Rechtssatz für Ra 2015/10/0030

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 19175 A/2015

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2015/10/0030

Entscheidungsdatum

11.08.2015

Index

L92003 Sozialhilfe Grundsicherung Mindestsicherung Niederösterreich
001 Verwaltungsrecht allgemein

Norm

MSG NÖ 2010 §10 Abs3;
MSG NÖ 2010 §11 Abs1;
MSG NÖ 2010 §11 Abs3;
VwRallg;

Rechtssatz

Der Aufwand zur Deckung des Wohnbedarfes iSd Paragraph 11, Absatz 3, NÖ MSG 2010 ist dahin zu verstehen, dass es sich um den Aufwand zur Deckung des angemessenen Wohnbedarfes handelt, dh um jenen, der zur "Gewährleistung einer angemessenen Wohnsituation" erforderlich ist vergleiche Paragraph 10, Absatz 3, NÖ MSG 2010). Dieses Ergebnis wird auch durch die Materialien zum NÖ MSG 2010 gestützt, wo von der Abgeltung des über den Mindeststandard hinausgehenden angemessenen Wohnbedarfes die Rede ist vergleiche den dem Gesetzesbeschluss zugrunde liegenden Antrag von Abgeordneten des NÖ Landtages vom 23. März 2010, Ltg.-515/A-1/32-2010, S. 30).

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2015:RA2015100030.L02

Im RIS seit

21.10.2015

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2015100030_20150811L02

Rechtssatz für Ra 2015/10/0030

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 19175 A/2015

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2015/10/0030

Entscheidungsdatum

11.08.2015

Index

L92003 Sozialhilfe Grundsicherung Mindestsicherung Niederösterreich
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

MSG NÖ 2010 §11 Abs1;
MSG NÖ 2010 §11 Abs3;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Grundsätzlich ist zwar davon auszugehen, dass durch den Mindeststandard zur Deckung des Wohnbedarfes iSd Paragraph 11, Absatz 3, NÖ MSG 2010 (in Höhe von 25% bzw. 12,5% des Mindeststandards) der Wohnbedarf des Hilfebedürftigen im Allgemeinen sichergestellt ist; eine Anrechnung von Leistungen von dritter Seite für den Wohnbedarf auf diesen 25%- bzw. 12,5%-Anteil hat aber jedenfalls zur Voraussetzung, dass Feststellungen über den für eine angemessene Wohnsituation des Hilfebedürftigen notwendigen Aufwand getroffen werden. Übersteigt nämlich der Aufwand für eine angemessene Wohnsituation den 25%- bzw. 12,5%-Anteil des Mindeststandards, so kommt eine Anrechnung der von dritter Seite für den Wohnbedarf erbrachten Leistungen (zB. Wohnbauförderung) nur insoweit in Betracht, als diese den angemessenen Wohnungsaufwand abzüglich des 25%- bzw. 12,5%-Anteil des Mindeststandards übersteigen.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2015:RA2015100030.L03

Im RIS seit

21.10.2015

Zuletzt aktualisiert am

05.10.2017

Dokumentnummer

JWR_2015100030_20150811L03