Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §1 Abs2;
FlVfLG Krnt 1979 §1 Abs2;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2006/07/0063 E 27. November 2008 RS 2

Stammrechtssatz

Aus Paragraph eins, Absatz 2, Krnt FlVfLG 1979 ergibt sich, dass von einer Flurbereinigung nur dann gesprochen werden kann, wenn Nachteile abgewendet, gemildert oder behoben werden, wobei der dort demonstrativ angeführte Katalog einen Rahmen von solchen zu beseitigenden Nachteilen und Mängeln vorgibt (Hinweis E 20. September 2001, 2001/07/0033).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X01

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X01

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §49 Abs1;
FlVfGG §50 Abs2;
FlVfLG Krnt 1979 §44 Abs1;
FlVfLG Krnt 1979 §46 Abs1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 88/07/0088 E 17. Dezember 1991 RS 3

Stammrechtssatz

Die Teilung eines Erwerbsvorganges in einen als Flurbereinigungsmaßnahme anerkannten und einen als solchen nicht anerkannten Teil ist rechtlich zulässig (Hinweis E 13.6.1989, 89/07/0019; E 20.11.1984, 84/07/0237)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X02

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X02

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66452 Landw Siedlungswesen Kärnten
L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
001 Verwaltungsrecht allgemein
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §1 Abs2;
FlVfGG §49;
FlVfGG §50;
FlVfGG;
FlVfLG Krnt 1979 §1 Abs2 lita;
LSGG;
LSLG Krnt;
VwRallg;

Rechtssatz

Ein amtswegiges Zusammenlegungs- bzw Flurbereinigungsverfahren kann den Mangel einer unzureichenden bzw "unwirtschaftlichen Betriebsgröße" vergleiche Paragraph eins, Absatz 2, Litera a, Krnt FlVfLG 1979), dem typischerweise nur durch eine Vermehrung der Grundflächen abgeholfen werden kann, in der Regel nicht mildern oder beseitigen. Eine nennenswerte Flächenvergrößerung für einzelne Betriebe wäre nur in dem von der Agrarbehörde steuerbaren Fall des "Erwerbes der Flächen von auslaufenden Höfen" gegeben. Diese erworbenen Flächen unterlägen aber ihrerseits dem Zusammenlegungsverfahren, dürften also nicht in einer Lage zugeteilt werden, die einen Agrarstrukturmangel (zB des zersplitterten Grundbesitzes) aufwiese. Die bloße Aufstockung von Grundflächen als Maßnahme der Bodenreform unterliegt jedenfalls den Normen des LSGG bzw der dazu ergangenen Ausführungsgesetzen der Länder. Die Beseitigung des Agrarstrukturmangels der unzureichenden Betriebsgröße soll nur dann als "für die Flurbereinigung erforderlich" betrachtet und im Rahmen des FlVfGG abgewickelt werden, wenn die dazu dienende Maßnahme ihrerseits den Kriterien einer erfolgreichen Zusammenlegung unterliegt. In allen anderen, wohl häufigeren Fällen fällt eine solche Maßnahme hingegen nur in den Anwendungsbereich des Siedlungsrechts vergleiche E 8. Juli 2004, 2003/07/0145). Auch der Umstand, dass das Kärntner Gesetz über das Landwirtschaftliche Siedlungswesen (Krnt LSLG, Landesgesetzblatt Nr 122 aus 1970,) mit Landesgesetzblatt Nr 42 aus 2010, aufgehoben wurde, führt nicht dazu, dass eine bloße Aufstockung von Grundflächen nunmehr als für eine Flurbereinigung erforderlich anzusehen wäre.

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X03

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X03

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
L66505 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Salzburg
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §1;
FlVfGG §4;
FlVfLG Krnt 1979 §1 Abs1;
FlVfLG Krnt 1979 §25;
FlVfLG Slbg 1973 §1;
FlVfLG Slbg 1973 §21;

Rechtssatz

Der VwGH hat in seinem E vom 16. Dezember 2010, 2009/07/0044 zum Slbg FlVfLG 1973 ausgeführt, dass zwar der Abfindungsanspruch nach dem Slbg FlVfLG 1973 allein an das Eigentumsrecht an den der Zusammenlegung unterzogenen Grundstücken und nicht an den Umstand deren faktischer Bewirtschaftung auf anderer Rechtsgrundlage als der des Eigentumsrechts anknüpft. Die Frage, ob im Zusammenhang mit der Verbesserung der "Besitz-, Benützungs- und Bewirtschaftungsverhältnisse" nach Paragraph eins, Absatz eins, Slbg FlVfLG 1973 inhaltlich nur auf Eigentumsflächen abzustellen ist, ist indessen differenziert zu sehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X04

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X04

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
L66505 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Salzburg
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §1;
FlVfLG Krnt 1979 §1;
FlVfLG Slbg 1973 §1 Abs2;
FlVfLG Slbg 1973 §1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2009/07/0044 E 16. Dezember 2010 RS 5 (Hier: Verfahren nach dem Krnt FlVfLG 1979; Grunderwerb ca 2 km von der Hofstelle entfernt erfolgt)

Stammrechtssatz

Bei der Beurteilung des Vorliegens einer Flurbereinigung im Sinne des Slbg FlVfLG 1973 ist nicht auszuschließen, dass auch die Beendigung von Pachtverhältnissen einen Mangel der Agrarstruktur beseitigen kann. So können vertragsgegenständliche Grundstücke eigentumsrechtlich zum Hof des Verkäufers gehören, jedoch von diesem Hof für eine Bewirtschaftung zu weit entfernt sein und in isolierter Lage von diesem Betrieb liegen. Werden diese Grundstücke deshalb an einen nahegelegenen Betrieb verpachtet, so wird mit dem Ankauf dieser Pachtflächen durch diesen Betrieb damit ein Mangel der Agrarstruktur beseitigt, indem zersplitterter Grundbesitz bereinigt wird. Eine solche Fallkonstellation bedingt jedoch eine Beachtung des veränderten flurstrukturellen Zusammenhanges sowohl auf Verkäufer- als auch auf Käuferseite. (Hier: Ein Kaufvertrag über einen neuen Bewirtschaftungskomplex in einer Entfernung von rund 4,4 km von der Hofstelle des Bf bringt einen Agrarstrukturmangel des zersplitterten Grundbesitzes auf Seiten des Bf mit sich. Im Rahmen eines Zusammenlegungs/Flurbereinigungsverfahrens stünde eine solche Flureinteilung im Besonderen wegen des Effektes eines zersplitterten Grundbesitzes im Widerspruch mit dem Slbg FlVfLG 1973. Ein Kaufvertrag mit diesem Inhalt erweist sich somit nicht als "zur Durchführung der Flurbereinigung erforderlich".)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X05

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X05

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
10/07 Verwaltungsgerichtshof
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §1;
FlVfLG Krnt 1979 §1 Abs2;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2009/07/0041 E 16. Juli 2010 RS 1

Stammrechtssatz

Der Eigentümer eines erschließungsbedürftigen Grundstückes muss sich nicht mit dem Befahren einer im fremden Eigentum stehenden Liegenschaft gegen jederzeitigen Widerruf begnügen. Eine lediglich (prekaristische) Duldung vermittelt ihm keinen Anspruch auf eine rechtlich gesicherte Erschließung vergleiche E 23. November 2000, 97/07/0037).

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X06

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X06

Rechtssatz für 2011/07/0150

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

2011/07/0150

Entscheidungsdatum

10.11.2011

Index

L66502 Flurverfassung Zusammenlegung landw Grundstücke
Flurbereinigung Kärnten
10/07 Verwaltungsgerichtshof
80/06 Bodenreform

Norm

FlVfGG §1;
FlVfGG §49;
FlVfGG §50 Abs2;
FlVfLG Krnt 1979 §1 Abs2;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Von der Verwirklichung der für ein Flurbereinigungsverfahren vorgegebenen Ziele kann nur dann die Rede sein, wenn die Neugestaltung auf Dauer gesichert ist vergleiche E 20. Mai 2009, 2006/07/0072).

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2011:2011070150.X07

Im RIS seit

13.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

23.07.2013

Dokumentnummer

JWR_2011070150_20111110X07