Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 1192/47

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 543 A/1948

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

1192/47

Entscheidungsdatum

25.10.1948

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall1 Ordnungsstörung;
VwRallg;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Unter störendem Lärm sind die wegen ihrer Lautstärke für das menschliche Empfindungsvermögen unangenehm in Erscheinung tretenden Geräusche, mögen sie vom Täter unmittelbar durch Bestätigung der menschlichen Sprechorgane oder durch Verwendung von Werkzeugen, Lautsprechern und dgl Gegenständen oder mittelbar dadurch hervorgerufen werden, dass sich der Täter eines willenslosen, wenn auch lebenden Werkzeuges bedient, wie etwa eines bellenden Hundes (Hinweis E BGH 29.1.1935 A 613/34 VwSlg 241 A/1935).

Schlagworte

Definition von Begriffen mit allgemeiner Bedeutung VwRallg7 störender Lärm

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1948:1947001192.X01

Im RIS seit

25.10.1948

Dokumentnummer

JWR_1947001192_19481025X01

Rechtssatz für 1192/47

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 543 A/1948

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

1192/47

Entscheidungsdatum

25.10.1948

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall3 Lärmerregung;
VwRallg;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0253/65 E 4. März 1966 RS 1

Stammrechtssatz

Das Erregen störenden Lärmes geschieht ungebührlicherweise, wenn das Tun oder Unterlassen, das zur Erregung des Lärmes führt, gegen ein Verhalten verstößt, wie es im Zusammenleben mit anderen verlangt werden muß (Hinweis E 25.10.1948, 1192/47, VwSlg 543 A/1948).

Schlagworte

Definition von Begriffen mit allgemeiner Bedeutung VwRallg7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1948:1947001192.X02

Im RIS seit

25.10.1948

Dokumentnummer

JWR_1947001192_19481025X02

Rechtssatz für 1192/47

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 543 A/1948

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

1192/47

Entscheidungsdatum

25.10.1948

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall1 Ordnungsstörung;
VwRallg;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Der Begriff "öffentliche Ordnung" umfasst die Gesamtheit jener ungeschriebenen Regeln für das Verhalten des einzelnen in der Öffentlichkeit, deren Befolgung als unentbehrliche Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinanderleben der Menschen angesehen wird.

Schlagworte

Auslegung unbestimmter Begriffe VwRallg3/4 öffentliche Ordnung Definition von Begriffen mit allgemeiner Bedeutung VwRallg7 öffentliche Ordnung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1948:1947001192.X03

Im RIS seit

25.10.1948

Dokumentnummer

JWR_1947001192_19481025X03

Rechtssatz für 1192/47

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 543 A/1948

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

1192/47

Entscheidungsdatum

25.10.1948

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall1 Ordnungsstörung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Die Frage der Ungebührlichkeit einer störenden Lärmerregung kann schwerlich aufgegriffen werden, wenn ein Musikstudent zur Tageszeit vorgeschriebene Übungen abhält (hier mit Trompete ohne Schalldämpfer) und dabei alle jene Vorkehrungen trifft, die üblicherweise veranlasst werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1948:1947001192.X04

Im RIS seit

25.10.1948

Dokumentnummer

JWR_1947001192_19481025X04

Rechtssatz für 1192/47

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 543 A/1948

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

1192/47

Entscheidungsdatum

25.10.1948

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §58 Abs1;
AVG §58 Abs2;
VwGG §42 Abs2 litc Z2;
VwGG §42 Abs2 Z3 litb impl;

Rechtssatz

Reichen die in der Begründung festgehaltenen Erwägungen nicht aus, um zu dem aus dem Spruch ersichtlichen Urteil zu gelangen, dann vermag die belangte Behörde die drohende Aufhebung wegen Gesetzwidrigkeit nach Paragraph 42, Absatz 2, Litera c, Pkt 2, VwGG nicht dadurch abzuwehren, dass sie neue Entscheidungsunterlagen heranzieht. Im Stadium des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens muss daher jeder Versuch, das Missverhältnis zwischen Spruch und Begründung bei Aufrechterhaltung des Bescheides zu beseitigen, scheitern; denn für die Frage der Gesetzmäßigkeit oder Gesetzwidrigkeit einer Verwaltungsentscheidung ist lediglich der Zeitpunkt ihrer Erlassung maßgebend.

Schlagworte

Spruch und Begründung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1948:1947001192.X05

Im RIS seit

25.10.1948

Dokumentnummer

JWR_1947001192_19481025X05

Rechtssatz für 1192/47

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 543 A/1948

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

1192/47

Entscheidungsdatum

25.10.1948

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Rechtssatz

Es ist bedeutungslos, wenn die belangte Behörde erst im Stadium des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens versucht, den in der Begründung gelegenen Mangel durch Heranziehen neuer Feststellungen tatsächlicher Art wettzumachen. Spruch und Begründung sind die wesentlichen Elemente eines Bescheides. Wie sie in der Sphäre der Partei in Erscheinung treten, sind sie auch der verwaltungsgerichtlichen Überprüfung zugrunde zu legen. Reichen die in der Begründung festgehaltenen Erwägungen nicht aus, um zu dem aus dem Spruch ersichtlichen Urteil zu gelangen, dann vermag die belangte Behörde die drohende Aufhebung wegen Gesetzwidrigkeit des Inhaltes nach Paragraph 42, Absatz 2, Litera c, Ziffer 2, VwGG nicht dadurch abzuwehren, daß sie neue Entscheidungsunterlagen heranzieht. Im Stadium des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens muß daher jeder Versuch, daß Mißverhältnis zwischen Spruch und Begründung bei Aufrechterhaltung des Bescheides zu beseitigen, scheitern, denn für die Frage der Gesetzmäßigkeit oder Gesetzwidrigkeit einer Verwaltungsentscheidung ist lediglich der Zeitpunkt ihrer Erlassung maßgebend (Mannlicher, 07te Aufl, S 763).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1948:1947001192.X06

Im RIS seit

25.10.1948

Dokumentnummer

JWR_1947001192_19481025X06