Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2019/21/0304

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2019/21/0304

Entscheidungsdatum

16.07.2020

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren
41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

AsylG 2005 §54 Abs5
AsylG 2005 §55
FPG 2005 §2 Abs4 Z11
FPG 2005 §52
FPG 2005 §52 Abs2 Z2
FPG 2005 §66
FPG 2005 §67
VwGG §42 Abs2 Z1
VwGVG 2014 §27
VwGVG 2014 §28
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Begünstigte Drittstaatsangehörige fallen einerseits gemäß Paragraph 54, Absatz 5, AsylG 2005 nicht in den Anwendungsbereich des 7. Hauptstücks des genannten Bundesgesetzes, weshalb ein Antrag auf einen der dort geregelten Aufenthaltstitel (hier: auf einen solchen nach Paragraph 55, AsylG 2005) nicht inhaltlich zu prüfen, sondern zurückzuweisen wäre. Andererseits kann gegen einen begünstigen Drittstaatsangehörigen keine Rückkehrentscheidung nach Paragraph 52, FrPolG 2005 erlassen werden, sondern es sind die Bestimmungen des 4. Abschnitts des 8. Hauptstücks des FrPolG 2005, die in Paragraph 66 und in Paragraph 67, aufenthaltsbeendende Maßnahmen (u.a.) gegen begünstigte Drittstaatsangehörige (Ausweisung und Aufenthaltsverbot) regeln, einschlägig vergleiche VwGH 26.6.2019, Ra 2019/21/0115). Vor diesem rechtlichen Hintergrund hätte das VwG aufgrund des Vorbringens der Ehefrau des Fremden in der mündlichen Verhandlung, wonach sie in Deutschland zu arbeiten begonnen habe, näher prüfen müssen, ob sie damit ihr unionsrechtliches Aufenthaltsrecht in Anspruch genommen hatte und der Fremde damit als begünstigter Drittstaatsangehöriger nach Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer 11, FrPolG 2005 anzusehen gewesen wäre.

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019210304.L01

Im RIS seit

28.09.2020

Zuletzt aktualisiert am

03.06.2026

Dokumentnummer

JWR_2019210304_20200716L01

Rechtssatz für Ra 2025/17/0171

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2025/17/0171

Entscheidungsdatum

02.04.2026

Index

41/02 Asylrecht
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

FPG 2005 §52
FPG 2005 §66
FPG 2005 §67

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2019/21/0304 E 16. Juli 2020 RS 1 (hier ohne den ersten und letzten Satz)

Stammrechtssatz

Begünstigte Drittstaatsangehörige fallen einerseits gemäß Paragraph 54, Absatz 5, AsylG 2005 nicht in den Anwendungsbereich des 7. Hauptstücks des genannten Bundesgesetzes, weshalb ein Antrag auf einen der dort geregelten Aufenthaltstitel (hier: auf einen solchen nach Paragraph 55, AsylG 2005) nicht inhaltlich zu prüfen, sondern zurückzuweisen wäre. Andererseits kann gegen einen begünstigen Drittstaatsangehörigen keine Rückkehrentscheidung nach Paragraph 52, FrPolG 2005 erlassen werden, sondern es sind die Bestimmungen des 4. Abschnitts des 8. Hauptstücks des FrPolG 2005, die in Paragraph 66 und in Paragraph 67, aufenthaltsbeendende Maßnahmen (u.a.) gegen begünstigte Drittstaatsangehörige (Ausweisung und Aufenthaltsverbot) regeln, einschlägig vergleiche VwGH 26.6.2019, Ra 2019/21/0115). Vor diesem rechtlichen Hintergrund hätte das VwG aufgrund des Vorbringens der Ehefrau des Fremden in der mündlichen Verhandlung, wonach sie in Deutschland zu arbeiten begonnen habe, näher prüfen müssen, ob sie damit ihr unionsrechtliches Aufenthaltsrecht in Anspruch genommen hatte und der Fremde damit als begünstigter Drittstaatsangehöriger nach Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer 11, FrPolG 2005 anzusehen gewesen wäre.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2025170171.L01

Im RIS seit

28.04.2026

Zuletzt aktualisiert am

03.06.2026

Dokumentnummer

JWR_2025170171_20260402L01