Rechtssatz für 4Ob63/69; 4Ob17/75; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0028175

Geschäftszahl

4Ob63/69; 4Ob17/75; 4Ob142/83; 9ObA133/01a; 8ObA306/01k; 9ObA38/02g; 9ObA180/07x; 9ObA1/10b

Entscheidungsdatum

03.03.2010

Norm

ABGB §1159
AngG §20 VIII2
AngG §29
  1. ABGB § 1159 heute
  2. ABGB § 1159 gültig von 01.01.2026 bis 30.06.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 75/2025
  3. ABGB § 1159 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2025
  4. ABGB § 1159 gültig von 01.07.2025 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2025
  5. ABGB § 1159 gültig von 01.10.2021 bis 30.06.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2017
  6. ABGB § 1159 gültig von 01.01.1917 bis 30.09.2021 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. AngG Art. 1 § 20 heute
  2. AngG Art. 1 § 20 gültig ab 01.01.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2017
  3. AngG Art. 1 § 20 gültig von 01.01.1993 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 833/1992
  1. AngG Art. 1 § 29 heute
  2. AngG Art. 1 § 29 gültig ab 01.08.1971 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 292/1971

Rechtssatz

Auch eine mit einer kürzeren als der gesetzlichen Kündigungsfrist ausgesprochene Kündigung beendet das Dienstverhältnis; Paragraph 29, AngG ist in diesem Fall analog anzuwenden.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 63/69
    Entscheidungstext OGH 21.10.1969 4 Ob 63/69
    Veröff: SZ 42/155 = EvBl 1970/82 S 128 = IndS 1970 3-4,755 = SozM IA/d,883 = Arb 8669 = JBl 1970,536 (mit kritischer Stellungnahme von Spielbüchler) = DRdA 1970,228 (Dirschmied) = ZAS 1971,13 (kritisch Mayer - Maly)
  • 4 Ob 17/75
    Entscheidungstext OGH 22.04.1975 4 Ob 17/75
  • 4 Ob 142/83
    Entscheidungstext OGH 29.11.1983 4 Ob 142/83
    Veröff: SZ 56/176 = RdW 1984,149 = Arb 10305 = JBl 1985,120; hiezu Holzer JBl 1985,82
  • 9 ObA 133/01a
    Entscheidungstext OGH 11.06.2001 9 ObA 133/01a
  • 8 ObA 306/01k
    Entscheidungstext OGH 20.12.2001 8 ObA 306/01k
    Beisatz: Keine Konversion der fristwidrigen Kündigung in eine zum nächstmöglichen zutreffenden Kündigungstermin. (T1)
  • 9 ObA 38/02g
    Entscheidungstext OGH 20.02.2002 9 ObA 38/02g
  • 9 ObA 180/07x
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 9 ObA 180/07x
    Auch
  • 9 ObA 1/10b
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 1/10b
    Auch; Beisatz: Nur dann, wenn der Gekündigte zweifelsfrei erkennen konnte, dass sein Vertragspartner tatsächlich unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen kündigen wollte und die Nennung eines verfehlten Kündigungstermins oder einer verkürzten Kündigungsfrist somit Folge einer unrichtigen Wissenserklärung ist, kann eine Wirkung erst zum nächst zulässigen Kündigungstermin angenommen werden. (T2)

Schlagworte

Angestellte, Auflösung, Dienstverhältnis, fristwidrig, Kündigungsentschädigung, Anspruch, Ansprüche, Wirksamkeit, Analogie

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0028175

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.08.2024

Dokumentnummer

JJR_19691021_OGH0002_0040OB00063_6900000_001

Rechtssatz für 4Ob9/79 (4Ob10/79) 4Ob11...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0028296

Geschäftszahl

4Ob9/79 (4Ob10/79); 4Ob111/84; 9ObA96/07v; 9ObA1/10b

Entscheidungsdatum

03.03.2010

Norm

AngG §29 II1
  1. AngG Art. 1 § 29 heute
  2. AngG Art. 1 § 29 gültig ab 01.08.1971 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 292/1971

Rechtssatz

Eine Einrechnung kommt nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes überhaupt erst ab dem Beginn des vierten Monates in Betracht (Martinek - Schwarz, AngG 3. Auflage, 516, Paragraph 29, Anmeldung 6).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 9/79
    Entscheidungstext OGH 10.07.1979 4 Ob 9/79
  • 4 Ob 111/84
    Entscheidungstext OGH 09.10.1984 4 Ob 111/84
    Auch; Veröff: RdW 1985,85
  • 9 ObA 96/07v
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 96/07v
    Beisatz: Die Dreimonatsfrist ist somit anrechnungsfrei. (T1)
  • 9 ObA 1/10b
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 1/10b
    Auch; Beisatz: Im Rahmen begehrter Kündigungsentschädigung sind die ersten drei Monate sowohl nach § 1162b ABGB als auch nach § 29 Angestelltengesetz jedenfalls anrechnungsfrei. (T2)

Schlagworte

Berechnung, Bemessung, Anrechnung, Höhe, Ausmaß, Umfang, Fälligkeit, Angestellte, Kündigungsentschädigung, Entschädigung, Schadenersatz, Ersatzanspruch, Ersatzpflicht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0028296

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19790710_OGH0002_0040OB00009_7900000_002

Rechtssatz für 4Ob142/83 9ObA193/92 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0028641

Geschäftszahl

4Ob142/83; 9ObA193/92; 8ObS291/00b; 9ObA115/01d; 8ObA70/01d; 9ObA122/04p; 9ObA1/10b; 8ObA28/16z; 8ObA16/19i

Entscheidungsdatum

29.04.2019

Norm

AngG §20 I1
  1. AngG Art. 1 § 20 heute
  2. AngG Art. 1 § 20 gültig ab 01.01.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2017
  3. AngG Art. 1 § 20 gültig von 01.01.1993 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 833/1992

Rechtssatz

Aus dem Umstand, dass die Kündigungserklärung die Anführung einer Kündigungsfrist oder eines Kündigungstermins nicht enthalten muss, kann weder der Schluss gezogen werden, dass eine allfällige Konkretisierung in zeitlicher Hinsicht in jedem Fall eine Willenserklärung sei noch kann daraus gefolgert werden, dass es sich hiebei um eine jederzeit auswechselbare Wissenserklärung handle. Ob die eine oder die andere Form einer Erklärung vorliegt, muss vielmehr im Einzelfall an Hand des Wortlautes der Erklärung und allfälliger näherer Umstände, wie im Zusammenhang stehender Erklärungen und/oder Verhaltensweisen der Beteiligten, geprüft werden.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 142/83
    Entscheidungstext OGH 29.11.1983 4 Ob 142/83
    Veröff: SZ 56/176 = RdW 1984,149 = JBl 1985,120; hiezu Holzer JBl 1985,82 = Arb 10305
  • 9 ObA 193/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 9 ObA 193/92
    Vgl auch; Beisatz: § 48 ASGG. (T1)
  • 8 ObS 291/00b
    Entscheidungstext OGH 29.03.2001 8 ObS 291/00b
    Veröff: SZ 74/60
  • 9 ObA 115/01d
    Entscheidungstext OGH 19.09.2001 9 ObA 115/01d
    Vgl auch
  • 8 ObA 70/01d
    Entscheidungstext OGH 24.01.2002 8 ObA 70/01d
  • 9 ObA 122/04p
    Entscheidungstext OGH 23.02.2005 9 ObA 122/04p
    Vgl auch; nur: Ob die eine oder die andere Form einer Erklärung vorliegt, muss vielmehr im Einzelfall an Hand des Wortlautes der Erklärung und allfälliger näherer Umstände geprüft werden. (T2)
  • 9 ObA 1/10b
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 1/10b
    Vgl auch; nur T2
  • 8 ObA 28/16z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 8 ObA 28/16z
    Vgl auch; Ähnlich nur T2
  • 8 ObA 16/19i
    Entscheidungstext OGH 29.04.2019 8 ObA 16/19i
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Eine Willenserklärung liegt dann vor, wenn die Äußerung auf die Herbeiführung von Rechtsfolgen gerichtet ist, also Rechte und Pflichten zu begründen, zu ändern oder aufzuheben. Bei einer Wissenserklärung geht es demgegenüber darum, dass die eine Partei der anderen oder beide Parteien übereinstimmend sich bloß ihre Vorstellungen über bestimmte Tatsachen mitteilen, jedoch keinen Willen dahin äußern, mit der Erklärung bestimmte Rechtsfolgen bewirken zu wollen. (T3)

Schlagworte

Angestellte, Auflösung, Dienstverhältnis, Auslegung, Interpretation, Frist, Termin, Zeitpunkt, Wirksamkeit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0028641

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19831129_OGH0002_0040OB00142_8300000_001

Rechtssatz für 4Ob60/74; 4Ob17/75; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0028223

Geschäftszahl

4Ob60/74; 4Ob17/75; 4Ob69/76; 4Ob62/77; 4Ob135/77; 4Ob31/79; 4Ob11/79; 4Ob137/79; 4Ob115/80; 4Ob138/81; 4Ob1/82; 4Ob165/82; 4Ob8/83; 4Ob53/83; 4Ob89/82; 4Ob142/83; 4Ob150/84; 4Ob20/84; 14Ob89/86; 14Ob21/86; 9ObA199/87; 9ObA16/88; 9ObA46/89; 9ObA189/89; 9ObA303/89; 9ObA257/92; 9ObA2010/96w; 9ObA8/96; 9ObA106/97x; 9ObA67/99i; 8ObA89/01y; 8ObA306/01k; 9ObA38/02g; 8ObA62/04g; 9ObA97/05p; 9ObA180/07x; 9ObA1/10b; 9ObA10/12d; 9ObA85/12h; 9ObA4/16b; 9ObA139/16f; 9ObA81/20g

Entscheidungsdatum

29.09.2020

Rechtssatz

Die zeitwidrige Kündigung löst das Arbeitsverhältnis zum verfehlten Kündigungstermin auf. Es treten die Rechtsfolgen des Paragraph 29, AngG ein.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 60/74
    Entscheidungstext OGH 15.10.1974 4 Ob 60/74
    Veröff: JBl 1975,437 = Arb 9259 = IndS 1975 2,939 = ZAS 1975,223 (ablehnend Mayer - Maly) = DRdA 1975,283 (Fitz)
  • 4 Ob 17/75
    Entscheidungstext OGH 22.04.1975 4 Ob 17/75
  • 4 Ob 69/76
    Entscheidungstext OGH 09.11.1976 4 Ob 69/76
    Veröff: ZAS 1978/8 S 53 = Arb 9538
  • 4 Ob 62/77
    Entscheidungstext OGH 13.09.1977 4 Ob 62/77
  • 4 Ob 135/77
    Entscheidungstext OGH 24.01.1978 4 Ob 135/77
    Veröff: Arb 9663 = IndS 1978,1106
  • 4 Ob 31/79
    Entscheidungstext OGH 27.03.1979 4 Ob 31/79
    Veröff: EvBl 1979/159 S 437 = SozM IA/d,1179
  • 4 Ob 11/79
    Entscheidungstext OGH 27.03.1979 4 Ob 11/79
    Veröff: IndS 1980,1221 = Arb 9777
  • 4 Ob 137/79
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 137/79
    Veröff: ZAS 1982,140 (mit Besprechung von Schrank S 123)
  • 4 Ob 115/80
    Entscheidungstext OGH 25.11.1980 4 Ob 115/80
    Vgl; Beisatz: Hier: Vorzeitiger Austritt eines Angestellten; war dem Dienstgeber klar erkennbar, dass der Dienstnehmer "unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist" zu kündigen beabsichtigte, wird das Dienstverhältnis nicht zu dem im Kündigungsschreiben genannten, sondern zum nächsten zulässigen Kündigungstermin aufgelöst. (T1)
    Veröff: ZAS 1982,91 (mit Kommentar von Jarbornegg) = DRdA 1983,104 (kritisch Fitz)
  • 4 Ob 138/81
    Entscheidungstext OGH 19.01.1982 4 Ob 138/81
    Vgl; Veröff: DRdA 1983,263 (Apathy)
  • 4 Ob 1/82
    Entscheidungstext OGH 19.01.1982 4 Ob 1/82
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Kündigung durch den Dienstgeber, mit der Erklärung, dass das Arbeitsverhältnis "auf Grund der im Gesetz vorgesehenen Richtlinien" am ... ende ... (T2)
    Veröff: DRdA 1983,363 (Kerschner)
  • 4 Ob 165/82
    Entscheidungstext OGH 09.11.1982 4 Ob 165/82
    Auch; Ähnlich; Beis wie T1
    Veröff: Arb 10155 = JBl 1983,559
  • 4 Ob 8/83
    Entscheidungstext OGH 08.02.1983 4 Ob 8/83
  • 4 Ob 53/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 4 Ob 53/83
    Veröff: Arb 10269
  • 4 Ob 89/82
    Entscheidungstext OGH 04.10.1983 4 Ob 89/82
  • 4 Ob 142/83
    Entscheidungstext OGH 29.11.1983 4 Ob 142/83
    Beisatz: Abweichend von 4 Ob 115/80. (T3)
    Veröff: SZ 56/176 = RdW 1984,149 = JBl 1985,120; hiezu Holzer JBl 1985,92 = Arb 10305
  • 4 Ob 150/84
    Entscheidungstext OGH 15.01.1985 4 Ob 150/84
    Veröff: RdW 1985,349 = Arb 10405
  • 4 Ob 20/84
    Entscheidungstext OGH 26.02.1985 4 Ob 20/84
    Veröff: SZ 58/30 = Arb 10409 = JBl 1986,64
  • 14 Ob 89/86
    Entscheidungstext OGH 17.06.1986 14 Ob 89/86
  • 14 Ob 21/86
    Entscheidungstext OGH 16.09.1986 14 Ob 21/86
    Veröff: RdW 1987,96
  • 9 ObA 199/87
    Entscheidungstext OGH 13.01.1988 9 ObA 199/87
  • 9 ObA 16/88
    Entscheidungstext OGH 16.03.1988 9 ObA 16/88
    Beisatz: Hier: Rechtsfolgen nach § 1162 b ABGB, weil die Kündigungsfrist zur Gänze in den Urlaub des Arbeitnehmers fiel. (T4) Veröff: SZ 61/66 = RdW 1988,296 = ZAS 1990,193 (Grassl - Palten)
  • 9 ObA 46/89
    Entscheidungstext OGH 22.02.1989 9 ObA 46/89
    Beisatz: § 48 ASGG. (T5)
  • 9 ObA 189/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 9 ObA 189/89
  • 9 ObA 303/89
    Entscheidungstext OGH 06.12.1989 9 ObA 303/89
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 257/92
    Entscheidungstext OGH 16.12.1992 9 ObA 257/92
    Vgl
  • 9 ObA 2010/96w
    Entscheidungstext OGH 27.03.1996 9 ObA 2010/96w
    Beis wie T5
  • 9 ObA 8/96
    Entscheidungstext OGH 17.01.1996 9 ObA 8/96
  • 9 ObA 106/97x
    Entscheidungstext OGH 09.07.1997 9 ObA 106/97x
    Beisatz: Der Arbeitgeber kann eine zeitwidrige Kündigung nicht von sich aus ändern. (T6)
  • 9 ObA 67/99i
    Entscheidungstext OGH 01.09.1999 9 ObA 67/99i
  • 8 ObA 89/01y
    Entscheidungstext OGH 28.05.2001 8 ObA 89/01y
  • 8 ObA 306/01k
    Entscheidungstext OGH 20.12.2001 8 ObA 306/01k
    Beisatz: Keine Konversion der fristwidrigen Kündigung in eine zum nächstmöglichen zutreffenden Kündigungstermin. (T7)
  • 9 ObA 38/02g
    Entscheidungstext OGH 20.02.2002 9 ObA 38/02g
  • 8 ObA 62/04g
    Entscheidungstext OGH 24.06.2004 8 ObA 62/04g
  • 9 ObA 97/05p
    Entscheidungstext OGH 24.10.2005 9 ObA 97/05p
    Vgl; Beis wie T4 nur: Hier: Rechtsfolgen nach § 1162 b ABGB. (T8)
  • 9 ObA 180/07x
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 9 ObA 180/07x
    nur: Die zeitwidrige Kündigung löst das Arbeitsverhältnis zum verfehlten Kündigungstermin auf. (T9)
  • 9 ObA 1/10b
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 1/10b
    Auch; nur T9; Beisatz: Nur dann, wenn der Gekündigte zweifelsfrei erkennen konnte, dass sein Vertragspartner tatsächlich unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen kündigen wollte und die Nennung eines verfehlten Kündigungstermins oder einer verkürzten Kündigungsfrist somit Folge einer unrichtigen Wissenserklärung ist, kann eine Wirkung erst zum nächst zulässigen Kündigungstermin angenommen werden. (T10)
  • 9 ObA 10/12d
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 ObA 10/12d
    Auch
  • 9 ObA 85/12h
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 ObA 85/12h
    Vgl; Beisatz: Für die Anwendbarkeit des § 1162d ABGB macht es keinen Unterschied, ob eine ungerechtfertigte Entlassung oder eine zeitwidrige Kündigung vorliegt. (T11)
  • 9 ObA 4/16b
    Entscheidungstext OGH 21.04.2016 9 ObA 4/16b
    Auch
  • 9 ObA 139/16f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2017 9 ObA 139/16f
    nur T9
  • 9 ObA 81/20g
    Entscheidungstext OGH 29.09.2020 9 ObA 81/20g
    Beisatz: Hier: Präklusionseinwand. (T12)

Schlagworte

Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Angestellte, Dienstverhältnis, Auflösung, Wirksamkeit, Termin, Anspruch, Ersatzanspruch, Schadenersatz, Kündigungsentschädigung, Entschädigung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0028223

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.04.2024

Dokumentnummer

JJR_19741015_OGH0002_0040OB00060_7400000_005

Rechtssatz für 9ObA55/07i 9ObA1/10b 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0122357

Geschäftszahl

9ObA55/07i; 9ObA1/10b; 8ObA10/16b; 8ObS10/20h; 8ObS11/20f

Entscheidungsdatum

28.01.2021

Rechtssatz

Macht der Arbeitnehmer von seinem Wahlrecht Gebrauch und akzeptiert eine frist- und termingerechte Kündigung nach einem Betriebsübergang gemäß Paragraph 3, AVRAG, besteht keine rechtfertigende Grundlage, über den Zeitraum der Kündigungsfrist hinaus - etwa vergleichbar begünstigten Behinderten - für eine weitergehende Zeitspanne (hier: drei Monate) Kündigungsentschädigung zu begehren.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 55/07i
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 9 ObA 55/07i
  • 9 ObA 1/10b
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 1/10b
    Vgl; Beisatz: Einem Arbeitnehmer, der entgegen dem aus § 3 AVRAG hervorgehenden Kündigungsverbot im Zusammenhang mit einem Betriebsübergang gekündigt wurde, steht ein Wahlrecht dahin zu, dass er, statt auf der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses mit dem Übernehmer des Betriebs zu bestehen, die Beendigung akzeptiert und im Falle der frist- oder terminwidrigen Kündigung die Kündigungsentschädigung begehrt. (T1)
  • 8 ObA 10/16b
    Entscheidungstext OGH 25.11.2016 8 ObA 10/16b
    Auch; Beis wie T1
  • 8 ObS 10/20h
    Entscheidungstext OGH 28.01.2021 8 ObS 10/20h
    Vgl; Beisatz: Das Einbringen einer unter anderem Beendigungsansprüche beinhaltenden Forderungsanmeldung beim Insolvenzgericht durch einen Arbeitnehmer ist nicht in jedem Fall als konkludente Ausübung seines Wahlrechts nach § 3 AVRAG anzusehen. Vielmehr ist unter Berücksichtigung aller Umstände im Einzelfall zu ergründen, ob darin eine solche Ausübung liegt. Hier: Ausübung des Wahlrechts aufgrund von Verschleierung von Betriebsübergängen verneint. (T2)
  • 8 ObS 11/20f
    Entscheidungstext OGH 28.01.2021 8 ObS 11/20f
    Vgl; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122357

Im RIS seit

07.09.2007

Zuletzt aktualisiert am

24.03.2021

Dokumentnummer

JJR_20070808_OGH0002_009OBA00055_07I0000_001

Entscheidungstext 9ObA1/10b

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

ARD 6077/5/2010 = ZAS-Judikatur 2010/101 = ZAS 2010/50 S 306 (Reiner, tabellarische Aufzählung) - ZAS 2010,306 (Reiner, tabellarische Aufzählung) = DRdA 2010,424 = infas 2010,121/A45 - infas 2010 A45 = Arb 12.874

Geschäftszahl

9ObA1/10b

Entscheidungsdatum

03.03.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Rohrer als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Hradil und Dr. Hopf, sowie die fachkundigen Laienrichter KR Mag. Paul Kunsky und Franz Boindl als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei DI Franz B*****, Angestellter, *****, vertreten durch Mag. German Storch und Mag. Rainer Storch, Rechtsanwälte in Linz, gegen die beklagte Partei A***** M***** GmbH, *****, vertreten durch Mag. Dr. Johannes Winkler, Rechtsanwalt in Linz, wegen 14.056,05 EUR sA, über die außerordentliche Revision (Revisionsinteresse: 8.956,07 EUR) der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 2. Dezember 2009, GZ 11 Ra 90/09y-18, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO).

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Das Berufungsgericht zitiert zutreffend die Rechtsprechung, nach der einem Arbeitnehmer, der entgegen dem aus Paragraph 3, AVRAG hervorgehenden Kündigungsverbot im Zusammenhang mit einem Betriebsübergang gekündigt wurde, ein Wahlrecht dahin zusteht, dass er, statt auf der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses mit dem Übernehmer des Betriebs zu bestehen, die Beendigung akzeptiert und im Falle der frist- oder terminwidrigen Kündigung die Kündigungsentschädigung begehrt (9 ObA 55/07i). Das Berufungsgericht geht zumindest implizit davon aus, dass weder eine Einigung hinsichtlich einer Übernahme des Klägers stattgefunden hat, noch, dass der Kläger wegen einer Weiterbeschäftigung beim Übernehmer eine kürzere Kündigungsfrist akzeptiert hätte. Dazu berief sich die Beklagte auf eine Drei-Parteien-Einigung (AS 39), die aber gerade durch die von ihr selbst ins Treffen geführten Beweise nicht erhärtet wurde und daher auch keinen Eingang in Feststellungen finden konnte. Auch der im Verfahren erster Instanz ohne ausreichende Konkretisierung erhobene Einwand einer Schikane nach Paragraph 1295, Absatz 2, ABGB kann nicht überzeugen: Zum einen steht nicht fest (und wurde auch nicht vorgebracht), dass der Kläger zu den selben Bedingungen weiter arbeiten konnte, wie sie vordem gegeben waren. Zum anderen ist aber auch in keiner Weise hervorgekommen, dass von den Parteien des neuen Arbeitsvertrags beabsichtigt war, eine Fortsetzung des früheren Arbeitsverhältnisses herbeizuführen, zumal ja die Kündigung nie zurückgezogen wurde. Konnte daher der Kläger von seinem Wahlrecht Gebrauch machen, anstelle auf einer Übernahme seines Arbeitsverhältnisses zu bestehen, vom früheren Arbeitgeber Kündigungsentschädigung zu verlangen, so war es ihm auch unbenommen, ein neues Arbeitsverhältnis mit dem Übernehmer einzugehen. Da die ersten drei Monate im Rahmen begehrter Kündigungsentschädigung sowohl nach Paragraph 1162 b, ABGB als auch nach Paragraph 29, Angestelltengesetz jedenfalls anrechnungsfrei sind (RIS-Justiz RS0028296), kommt es nicht darauf an, ob und in welcher Höhe der Gekündigte in dieser Zeit ein Einkommen bezogen hat.

Zur Auslegung der Kündigungsklärung:

Der Oberste Gerichtshof vertritt in nunmehr ständiger Rechtsprechung die Ansicht, dass durch eine zeitwidrige Kündigung das Arbeitsverhältnis grundsätzlich mit Ablauf der verkürzten Frist bzw zum verfrühten Termin beendet wird (9 ObA 180/07x, 9 ObA 38/02g, SZ 56/176 uva). Nur dann, wenn der Gekündigte zweifelsfrei erkennen konnte, dass sein Vertragspartner tatsächlich unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen kündigen wollte und die Nennung eines verfehlten Kündigungstermins oder einer verkürzten Kündigungsfrist somit Folge einer unrichtigen Wissenserklärung ist, kann eine Wirkung erst zum nächst zulässigen Kündigungstermin angenommen werden (SZ 56/176 ua). Ob nun hinsichtlich Frist bzw Termin eine Wissens- oder Willenserklärung vorliegt, kann nur im Einzelfall anhand des Wortlauts der Erklärung und allfälliger näherer Umstände, wie im Zusammenhang stehender Erklärungen und/oder Verhaltensweisen der Beteiligten beurteilt werden (RIS-Justiz RS0028641, zuletzt 9 ObA 122/04p). Die Auffassung des Berufungsgerichts, dass im vorliegenden Fall die Beklagte mit ihrem Kündigungsschreiben auf der - gesetzwidrigen - vertraglichen Kündigungsfrist von 4 Wochen beharren wollte, ist jedenfalls vertretbar: Da die Kündigung im Hinblick auf eine vierwöchige Frist relativ knapp abgesandt worden war, konnte der Kläger - wie jeder andere Arbeitnehmer in seiner Lage auch - annehmen, dass mit dem „nächstmöglichen Termin“ nicht der nächste gesetzlich zulässige, sondern anstelle des Monatsletzten der nächste vertragliche Termin, dass heißt der 15. Jänner 2009, gemeint war. Entgegen der Meinung der Beklagten ist daher die Auffassung vertretbar, dass im vorliegenden Fall eine Konversion (zum nächsten gesetzlich zulässigen Kündigungstermin) nicht stattzufinden hat.

Mit jedenfalls vertretbarer Ansicht hat das Berufungsgericht auch das Vorliegen eines Erklärungsirrtums verneint, welcher dem Kläger hätte auffallen müssen. Insbesondere vermag die Beklagte nicht überzeugend darzulegen, warum die Gesetzwidrigkeit der vertraglichen Kündigungsbestimmung dem Kläger eher auffallen hätte müssen als der Beklagten. Zusammenfassend vermag die Revisionswerberin daher keine erhebliche Rechtsfrage iSd Paragraph 502, Absatz eins, ZPO aufzuzeigen.

Textnummer

E93474

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:009OBA00001.10B.0303.000

Im RIS seit

30.04.2010

Zuletzt aktualisiert am

26.04.2011

Dokumentnummer

JJT_20100303_OGH0002_009OBA00001_10B0000_000