Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2015/03/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0066

Entscheidungsdatum

31.01.2017

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §28 Abs2 Z1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ro 2014/03/0063 E 26. Juni 2014 RS 15

Stammrechtssatz

Ist die Voraussetzung des Paragraph 28, Absatz 2, Ziffer eins, VwGVG 2014 erfüllt, hat das Verwaltungsgericht (sofern die Beschwerde nicht zurückzuweisen oder das Verfahren einzustellen ist) "in der Sache selbst" zu entscheiden. Dies bedeutet, dass das Verwaltungsgericht über den Inhalt der vor der Verwaltungsbehörde behandelten Rechtsache abspricht, wobei sie entweder die Beschwerde gegen den verwaltungsbehördlichen Bescheid abweist oder dieser durch seine Entscheidung Rechnung trägt. Das Verwaltungsgericht hat somit nicht nur die gegen den verwaltungsbehördlichen Bescheid eingebrachte Beschwerde, sondern auch die Angelegenheit zu erledigen, die von der Verwaltungsbehörde zu entscheiden war.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2015030066.L01

Im RIS seit

06.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030066_20170131L01

Rechtssatz für Ra 2015/03/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0066

Entscheidungsdatum

31.01.2017

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGG §42 Abs2 Z1;
VwGVG 2014 §28 Abs2;
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2016/11/0044 E 30. Juni 2016 RS 2

Stammrechtssatz

Nimmt das VwG mit einer Entscheidung in einer Angelegenheit, die nicht Gegenstand der Entscheidung der Verwaltungsbehörde war, mithin mit einer "Überschreitung der Sache" des Verfahrens der belangten Behörde, eine ihm nach dem Gesetz nicht zustehende Kompetenz in Anspruch, belastet es seine eigene Entscheidung mit Rechtswidrigkeit (Hinweis Erkenntnisse vom 23. September 2014, Ro 2014/11/0074 und vom 26. März 2015, Ro 2014/11/0019, sowie das Erkenntnis vom 8. September 2015, Ra 2015/18/0134).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2015030066.L02

Im RIS seit

06.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030066_20170131L02

Rechtssatz für Ra 2015/03/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0066

Entscheidungsdatum

31.01.2017

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §28 Abs1;
VwGVG 2014 §31;
VwGVG 2014 §9 Abs1 Z4;

Rechtssatz

Liegt ein Beschwerdebegehren außerhalb der Sache des Beschwerdeverfahrens, ist die Beschwerde unzulässig und vom Verwaltungsgericht durch Beschluss zurückzuweisen vergleiche VwGH vom 30. Juni 2016, Ra 2016/11/0044, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2015030066.L03

Im RIS seit

06.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030066_20170131L03

Rechtssatz für Ra 2015/03/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0066

Entscheidungsdatum

31.01.2017

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
41/04 Sprengmittel Waffen Munition
94/01 Schiffsverkehr

Norm

AVG §56;
SchFG 1997 §100 Abs1;
SchFG 1997 §103 Abs1;
WaffG 1996 §20 Abs1;
WaffG 1996 §21;

Rechtssatz

Bei der Ausstellung einer Waffenbesitzkarte und eines Waffenpasses handelt es sich, auch wenn dies im WaffG 1996 anders als in vergleichbaren Regelungen - vergleiche etwa Paragraph 103, Absatz eins, SchFG 1997, wonach die (nach Paragraph 100, Absatz eins, SchFG 1997 erforderliche) Zulassung mit einer Urkunde (Zulassungsurkunde) zu erteilen ist, die "als Bescheid gilt" - nicht explizit normiert ist, um die Erlassung eines Bescheids vergleiche VwGH vom 19. Juni 2015, Ra 2015/03/0036, vom 28. März 2006, 2005/03/0168, und vom 25. März 1999, 98/20/0471).

Schlagworte

Bescheidcharakter Bescheidbegriff Bejahung des Bescheidcharakters

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2015030066.L04

Im RIS seit

06.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030066_20170131L04

Rechtssatz für Ra 2015/03/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0066

Entscheidungsdatum

31.01.2017

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

VwGVG 2014 §28 Abs1;
VwGVG 2014 §9 Abs1 Z4;
WaffG 1996 §20 Abs1;

Rechtssatz

Die belangte Behörde hatte der Revisionswerberin einen Waffenpass für eine Schusswaffe der Kategorie B ausgestellt; eine explizite Abweisung des Mehrbegehrens ist nicht erfolgt (und wäre, ausgehend von der Auffassung der Behörde, der Antrag sei eingeschränkt worden, auch nicht erforderlich gewesen). Für die von der Revisionswerberin vertretene Auffassung, die Ausstellung eines Waffenpasses (bloß) für ein Stück Schusswaffen der Kategorie B sei einer bescheidmäßigen Abweisung des Mehrbegehrens (für eine zweite Waffe) gleichzuhalten, fehlt - unabhängig davon, ob es zu der im verwaltungsgerichtlichen Verfahren strittigen Einschränkung des Begehrens gekommen ist - jede Grundlage. Wurde ein Bescheid, mit dem das Mehrbegehren (also der Antrag auf Ausstellung eines Waffenpasses für eine weitere genehmigungspflichtige Schusswaffe) abgewiesen wurde, aber gar nicht erlassen, liegt ein Beschwerdeantrag wie der hier vorliegende, der sich ausdrücklich bloß gegen die (vermeintliche) Abweisung des Mehrbegehrens richtet, außerhalb der Sache des Beschwerdeverfahrens; er wäre daher vom VwG zurückzuweisen gewesen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2015030066.L05

Im RIS seit

06.03.2017

Zuletzt aktualisiert am

08.03.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030066_20170131L05