Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2219/79

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5461 F/1980;

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2219/79

Entscheidungsdatum

28.02.1980

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §174 Abs3 litc;
ZollG 1955 §52 Abs2 litf;

Rechtssatz

Der zollschuldbegründende Tatbestand des Paragraph 174, Absatz 3, Litera c, ZollG 1955 ist nicht mit subjektiven Tatbestandsmerkmalen ausgestattet. Das subjektive Bewußtsein der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der in der Warenerklärung enthaltenen Angaben ist für das Entstehen der Zollschuld Kraft Gesetzes ohne Belang. Maßgebend ist vielmehr allein die objektive Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit dieser Angaben (Hinweis E 23.5.1962, 2667, 2668/59, VwSlg 2655 F/1962).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1979002219.X01

Im RIS seit

28.02.1980

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1979002219_19800228X01

Rechtssatz für 2219/79

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5461 F/1980;

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2219/79

Entscheidungsdatum

28.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
35/02 Zollgesetz

Norm

BAO §115 Abs1;
ZollG 1955 §52 Abs2 litf;

Rechtssatz

Die in Paragraph 52, Absatz 2, ZollG 1955 normierten Pflichten stellen besondere Ausprägungen des in Paragraph 119, BAO enthaltenen allgemeinen Grundsatzes dar, daß vom Abgabepflichtigen die für den Bestand und Umfang einer Abgabepflicht bedeutsamen Umstände offenzulegen sind. Unter den nach Paragraph 52, Absatz 2, Litera f, ZollG 1955 zu erklärenden, nicht ohne weiteres erkennbaren Merkmalen sind jene zollrechtlich relevanten Tatsachen zu verstehen, die sich an der Ware selbst feststellen lassen, also vor allem die Tarifierungsmerkmale, die besonderen Beschaffenheitsmerkmale in Hinsicht auf die anzuwendende Bestimmung des Zolltarifes. Diese Merkmale sind mit jener Genauigkeit zu erklären, die für die Tarifierung der Ware erforderlich ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1979002219.X02

Im RIS seit

28.02.1980

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1979002219_19800228X02

Rechtssatz für 2219/79

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5461 F/1980;

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2219/79

Entscheidungsdatum

28.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
35/02 Zollgesetz

Rechtssatz

Was zu einer vollständigen Offenlegung gehört, hat der Verfügungsberechtigte in der schriftlichen Warenerkärung zunächst selbst nach bestem Wissen und Gewissen, dh nach der äußersten, dem Erklärungspflichtigen nach seinen Verhältnissen zumutbaren Sorgfalt zu beurteilen. Objektiv setzt die Vollständigkeit voraus, daß alle für eine wahrheitsgemäße Feststellung des Sachverhaltes notwendigen Tatsachen offengelegt werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1979002219.X03

Im RIS seit

28.02.1980

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1979002219_19800228X03

Rechtssatz für 2219/79

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5461 F/1980;

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2219/79

Entscheidungsdatum

28.02.1980

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §174 Abs3 litc;
ZollG 1955 §52 Abs2 litf;

Rechtssatz

Der Anführung einer nicht zutreffenden Tarifnummer in der Warenerklärung kommt nur dann keine Rechtserheblichkeit iSd Paragraph 174, Absatz 3, Litera c, zu, wenn der Verfügungsberechtigte die zur Abfertigung beantragte Ware derart beschrieb, daß sich die Abgabenbehörde hinsichtlich deren Art und Beschaffenheit einschließlich aller für die Tarifierung bedeutsamen und gegebenenfalls nicht ohne weiteres erkennbaren Merkmale ein zutreffendes Bild machen kann.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1979002219.X04

Im RIS seit

28.02.1980

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1979002219_19800228X04

Rechtssatz für 2219/79

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5461 F/1980;

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2219/79

Entscheidungsdatum

28.02.1980

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollG 1955 §174 Abs3 litc;
ZollG 1955 §52 Abs2 litf;

Rechtssatz

Dem rechtserheblichen Tatbestandsmerkmal "bewirkt" kommt die Bedeutung von "verursachen" zu. Verursachung ist der Zusammenhang zwischen einem Tun oder Unterlassen und dem dadurch bewirkten Erfolg.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1979002219.X05

Im RIS seit

28.02.1980

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1979002219_19800228X05

Rechtssatz für 2219/79

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5461 F/1980;

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2219/79

Entscheidungsdatum

28.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
35/02 Zollgesetz

Norm

BAO §207 idF 1961/194;
BAO §238 Abs1;
ZollG 1955 §174 Abs2;
ZollG 1955 §174 Abs3;
ZollG 1955 §175 Abs1;
ZollG 1955 §182;
  1. BAO § 207 heute
  2. BAO § 207 gültig ab 01.03.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2014
  3. BAO § 207 gültig von 15.12.2010 bis 28.02.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2010
  4. BAO § 207 gültig von 26.03.2009 bis 14.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. BAO § 207 gültig von 01.01.2005 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  6. BAO § 207 gültig von 30.12.2000 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  7. BAO § 207 gültig von 10.01.1998 bis 29.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/1998
  8. BAO § 207 gültig von 27.08.1994 bis 09.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  9. BAO § 207 gültig von 01.12.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  10. BAO § 207 gültig von 19.04.1980 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980
  1. BAO § 238 heute
  2. BAO § 238 gültig ab 20.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  3. BAO § 238 gültig von 01.01.2014 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  4. BAO § 238 gültig von 27.06.2006 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2006
  5. BAO § 238 gültig von 20.12.2003 bis 26.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 124/2003
  6. BAO § 238 gültig von 01.12.1987 bis 19.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 312/1987
  7. BAO § 238 gültig von 19.04.1980 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1737/61 E VS 14. November 1963 VwSlg 2972 F/1963; RS 1

Stammrechtssatz

Im Anwendungsbereich des ZollG 1955 gibt es eine Bemessungsverjährung (Paragraphen 143, ff RAO, jetzt Paragraphen 207, ff BAO); dies aber nur in den Fällen des Paragraph 174, Absatz 2, ZollG 1955, in denen die Zollschuld durch mündliche oder schriftliche Anordnung, einen bestimmten Zollbetrag zu entrichten, entsteht, nicht hingegen in den Fällen des Paragraph 174, Absatz 3, ZollG 1955, in denen die Zollschuld kraft Gesetzes entsteht. In diesen letzteren Fällen gibt es nur eine Einhebungsverjährung (Paragraph 15, Abgabeneinhebungsgesetz 1951, jetzt Paragraph 238, BAO). Gleichwohl darf ein Zollbetrag, hinsichtlich dessen die Zollschuld nach Paragraph 174, Absatz 3, ZollG kraft Gesetzes entstanden ist, nicht zwangsweise eingebracht werden, bevor nicht dem Zollschuldner mit Bescheid Grund und Höhe des Zollbetrages rechtskräftig bekanntgegeben ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1979002219.X06

Im RIS seit

28.02.1980

Zuletzt aktualisiert am

06.11.2009

Dokumentnummer

JWR_1979002219_19800228X06