Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/06 Verkehrsteuern

Norm

ErbStG §2 Abs1 Z1;
ErbStG §3 Abs1 Z1;
ErbStG §3 Abs1 Z2;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0666/68 E 28. November 1968 VwSlg 3821 F/1968; RS 1

Stammrechtssatz

Die sogenannte "qualifizierte" Erbsausschlagung führt beim Ausschlagenden zu keinem steuerpflichtigen Erwerb durch Erbanfall iSd Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer eins, ErbStG. Sie führt auch nicht eo ipso zur Annahme einer Schenkung oder freigebigen Zuwendung nach Paragraph 3, Absatz eins, ErbStG 1955 oder Paragraph 3, Absatz 2, ErbStG 1955 vom

Ausschlagenden an den, zu dessen Gunsten die Erbsausschlagung erfolgt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X01

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X01

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/06 Verkehrsteuern

Norm

ErbStG §3 Abs1 Z2;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1168/77 E 8. November 1977 VwSlg 5183 F/1977 RS 1

Stammrechtssatz

Bezüge eines nahen Angehörigen aus einem Dienstverhältnis, die über das hinausgehen, was unter gleichen Voraussetzungen Fremden gezahlt wird, führen zu einer freigebigen Zuwendung, sofern nicht etwa die Erfüllung einer gesetzlichen Unterhaltspflicht vorliegt und sofern beim Zuwendenden der Bereicherungswille vorhanden ist. Dieser Bereicherungswille kann allerdings auch aus dem Sachverhalt erschlossen werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X02

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X02

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/06 Verkehrsteuern

Norm

ErbStG §3 Abs1 Z2;

Rechtssatz

Unternehmensanteile können Gegenstand einer freigebigen Zuwendung und auch einer Schenkung sein (Hinweis E 12.4.1952, 228/52, 669 F/1952)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X03

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X03

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/06 Verkehrsteuern

Norm

ErbStG §3 Abs1 Z2;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0228/52 E 12. November 1952 VwSlg 669 F/1952 RS 1

Stammrechtssatz

Ein Vertrag, wonach ein Vater seinen Kindern Anteile an seinem Unternehmen schenkt und mit den Kindern zum Betrieb des Unternehmens eine Handelsgesellschaft errichtet, unterliegt sowohl der Schenkungsteuer als auch der Gesellschaftsvertragsgebühr.

*

E 12.11.1952, 228/52 #1 VwSlg 669 F/1952

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X04

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X04

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1693/55 E 8. November 1957 VwSlg 1721 F/1957 RS 1

Stammrechtssatz

Zur Gründung einer Gesellschaft nach bürgerlichem Recht ist zwar ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag nicht erforderlich, doch muß ein mündliches Übereinkommen, wenn es steuerlich anerkannt werden soll, ausreichend nach außen zum Ausdruck kommen, weil sonst steuerliche Folgen willkürlich herbeigeführt werden könnten. Zumal bei Familiengesellschaften muß das Bestehen eines Gesellschaftsverhältnisses besonders vorsichtig geprüft werden.

*

E 8.11.1957, 1693/55 #1 VwSlg 1721 F/1957;

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X05

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X05

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1148/67 E 6. März 1968 VwSlg 3727 F/1968 RS 1

Stammrechtssatz

Das Miteigentum an einer Liegenschaft samt dem rechtlichen tatsächlichen Zubehör vermag für sich allein noch nicht die Mitunternehmerschaft an dem der Liegenschaft befindlichen Gewerbebetrieb zu begründen.

*

E 6.3.1968, 1148/67 #1 VwSlg 3727 F/1968

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X06

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X06

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0346/77 E 18. Mai 1977 VwSlg 5139 F/1977 RS 1

Stammrechtssatz

Verträge zwischen nahen Angehörigen können für den Bereich des Steuerrechtes nur Anerkennung finden, wenn sie

  1. Litera a
    nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen,
  2. Litera b
    eindeutig, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben,
                  c)              auch zwischen Familienfremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen worden wären.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X07

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X07

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1943/77 E 23. Mai 1978 RS 1

Stammrechtssatz

Soll eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zwischen Ehegatten in bezug auf einen Gewerbebetrieb steuerlich anerkannt werden, so muß diese nach AUßEN hinreichend manifestiert sein. Hiefür ist auch ein entsprechendes eindeutiges Auftreten gegenüber der Abgabenbehörde notwendig. Ein widersprüchliches Verhalten, das Zweifel in der Richtung des behaupteten Gesellschaftsverhältnisses hervorzurufen geeignet ist, schließt die Anerkennung der Gesellschaft aus.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X08

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X08

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0985/75 E 11. November 1975 VwSlg 4911 F/1975 RS 1

Stammrechtssatz

Bei NAHEN ANGEHÖRIGEN muß besonders vorsichtig geprüft werden, ob das betreffende Rechtsgeschäft auch zwischen Fremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen worden wäre. Das gilt auch bei Dienstverhältnissen. Hiebei muß insbesondere eine Entlohnung stattfinden wie sie zwischen Fremden üblich ist. Es muß erkennbar zum Ausdruck kommen, daß das Dienstverhältnis ernsthaft gewollt ist, wobei es gegen die Ernsthaftigkeit spricht, wenn das Entgelt erheblich unter der zwischen Fremden

üblichen Entlohnung liegt, wenn das vereinbarte Entgelt nicht oder nur teilweise fortlaufend ausgezahlt wird oder wenn die sonstigen Folgerungen aus dem Arbeitsverhältnis (zB die Führung eines Lohnkontos sowie Einbehaltung und Abfuhr der Sozialversicherungsbeiträge) nicht gezogen werden vergleiche E 20.1.1953, 2484/51, VwSlg 699 F/1953; E 2.7.1958, 1671/57; E 11.11.1960, 215/60, VwSlg 2324 F/1960; E 30.10.1964, 53/63, VwSlg 3166 F/1964; E 11.2.1970, 943/68, VwSlg 4028 F/1970; E 5.2.1974, 1075/73, VwSlg 4640 F/1974). Bei Ehegatten muß für die Bejahung eines Entlohnungsanspruches und damit die

abgabenrechtliche Anerkennung eines Dienstverhältnisses zwischen diesen stets das Vorliegen einer besonderen Vereinbarung verlangt werden, die über die im Familienrecht begründete Mitwirkungspflicht hinausgeht (Hinweis auf E 5.12.1973, 789/73, VwSlg 4608 F/1973).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X09

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X09

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

10

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Rechtssatz

Formverstöße berühren die Schenkungssteuerpflicht solange nicht, als die Beteiligten das wirtschaftliche Ergebnis eintreten und bestehen lassen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X10

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X10

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

11

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)

Rechtssatz

a) Auch eine protokollierte Einzelfima kann von einer Erwerbsgesellschaft bürgerlichen Rechtes betrieben werden.

b) Die Begründung bedarf der diesbezüglichen Willenseinigung der Beteiligten.

c) Zur Annahme einer stillschweigend vereinbarten Erwerbsgesellschaft bürgerlichen Rechtes sind zivilrechtliche Willensäußerungen beider Ehegatten erforderlich, die mit Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund übrig lassen, an ihrer diesbezüglichen Absicht zu zweifeln.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X11

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X11

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

12

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)

Rechtssatz

Wenn auch jedenfalls nach der Rechtslage vor dem Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Nr. 412 aus 1975, keine gesetzliche Verpflichtung des Mannes bestand, der Frau in ihrer Erwerbstätigkeit beizustehen, so konnte er dies gleichwohl auf Grund des ehelichen Verhältnisses tun, ohne daß ihm daraus, - von Ausnahmsfällen (z.B. ausdrückliche Entgeltsvereinbarung, auffallendes Mißverhältnis zwischen Leistung und Unterhaltspflicht) abgesehen - ein Anspruch auf Entlohnung oder Aufwandersatz erwuchs.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X12

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X12

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

13

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)

Norm

ABGB §91;
ABGB §92;
  1. ABGB § 91 heute
  2. ABGB § 91 gültig ab 01.01.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 125/1999
  3. ABGB § 91 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 412/1975
  1. ABGB § 92 heute
  2. ABGB § 92 gültig ab 01.01.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 412/1975

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0101/66 E VS 22. Juni 1967 VwSlg 3633 F/1967 RS 1

Stammrechtssatz

Die Pflicht zur Mitarbeit der Ehegattin im Betrieb ihres Ehegatten findet ihre Grenze in der Leistungskraft der Ehegattin. Der Umstand, daß die Steuerpflichtige im Betrieb ihres Ehegatten vollbeschäftigt tätig ist, steht also der Annahme, daß sie diese Tätigkeit in Erfüllung ihrer familienrechtlichen Pflicht erbringt, nicht entgegen (Hinweis E 7.11.1963, 1907/62).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X13

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X13

Rechtssatz für 3132/78

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5457 F/1980

Rechtssatznummer

14

Geschäftszahl

3132/78

Entscheidungsdatum

11.02.1980

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1168/77 E 8. November 1977 VwSlg 5183 F/1977 RS 4

Stammrechtssatz

Die Verfahrensrüge einer Partei, die im Verwaltungsverfahren untätig geblieben ist, um erst im Verfahren vor dem VwGH das Verwaltungsverfahren als mangelhaft zu bekämpfen, an dem sie trotz gebotener Gelegenheit nicht gehörig mitgewirkt hat, hat der Gerichtshof in ständiger Rechtsprechung als nicht zielführend erachtet.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1980:1978003132.X14

Im RIS seit

11.02.1980

Dokumentnummer

JWR_1978003132_19800211X14