Rechtssatz für 1Ob216/02z; 9ObA222/02s; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0117100

Geschäftszahl

1Ob216/02z; 9ObA222/02s; 1Ob208/05b; 2Ob208/08i; 5Ob194/10f; 1Ob19/11t; 1Ob254/11a; 2Ob158/12t; 1Ob136/13a; 5Ob18/15f; 4Ob57/15h; 4Ob214/15x; 4Ob104/16x; 4Ob210/16k; 6Ob235/16a; 4Ob62/17x; 4Ob169/16f; 4Ob203/17g; 6Ob69/18t; 6Ob239/18t; 9ObA1/20t; 9ObA140/19g; 1Ob55/20z; 6Ob45/20s; 9ObA40/20b; 2Ob48/21d; 8ObA32/21w; 17Ob12/21w; 4Ob36/22f; 9Ob75/22b; 6Ob190/23v; 8ObA12/24h; 6Ob70/24y; 2Ob88/24s; 3Ob125/24i; 4Ob189/24h; 4Ob22/25a; 4Ob3/25g; 4Ob202/24w; 8Ob130/25p; 5Ob117/25d; 6Ob215/25y

Entscheidungsdatum

18.03.2026

Norm

ZPO §502 Abs1
ZPO §528 Abs1
  1. ZPO § 502 heute
  2. ZPO § 502 gültig von 01.01.2031 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  3. ZPO § 502 gültig ab 01.01.2031 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  4. ZPO § 502 gültig von 01.05.2022 bis 31.12.2030 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  5. ZPO § 502 gültig von 01.01.2021 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  6. ZPO § 502 gültig von 01.07.2009 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  7. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2004
  8. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  9. ZPO § 502 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2002
  10. ZPO § 502 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  11. ZPO § 502 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  12. ZPO § 502 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. ZPO § 528 heute
  2. ZPO § 528 gültig ab 01.01.2034 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2025
  3. ZPO § 528 gültig von 01.01.2026 bis 31.12.2033 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2025
  4. ZPO § 528 gültig von 01.07.2009 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  5. ZPO § 528 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  6. ZPO § 528 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  7. ZPO § 528 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  8. ZPO § 528 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

Rechtssatz

Hängt die Entscheidung von der Lösung einer Frage des Gemeinschaftsrechts ab, so ist die Anrufung des Obersten Gerichtshofs zur Nachprüfung dessen Anwendung auf der Grundlage der Rechtsprechung des EuGH nur zulässig, wenn der zweiten Instanz bei Lösung dieser Frage eine gravierende Fehlbeurteilung unterlief.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 216/02z
    Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 216/02z
    Veröff: SZ 2002/157
  • 9 ObA 222/02s
    Entscheidungstext OGH 02.04.2003 9 ObA 222/02s
  • 1 Ob 208/05b
    Entscheidungstext OGH 22.11.2005 1 Ob 208/05b
    Vgl auch; Beisatz: Oder wenn das Berufungsgericht Urteile des EuGH in unvertretbarer Weise ausgelegt hätte. (T1)
  • 2 Ob 208/08i
    Entscheidungstext OGH 30.10.2008 2 Ob 208/08i
    Vgl
  • 5 Ob 194/10f
    Entscheidungstext OGH 16.11.2010 5 Ob 194/10f
  • 1 Ob 19/11t
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 19/11t
  • 1 Ob 254/11a
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 254/11a
    Beisatz: Hier: Beurteilung der (internationalen) Zuständigkeit einer einstweiligen Maßnahme nach Art 20 der Verordnung (EG) Nr 2201/2003 des Rates vom 27. 11. 2003 (Brüssel IIa‑VO oder EuEheKindVO). (T2)
  • 2 Ob 158/12t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 158/12t
  • 1 Ob 136/13a
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 1 Ob 136/13a
    Vgl auch
  • 5 Ob 18/15f
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 5 Ob 18/15f
  • 4 Ob 57/15h
    Entscheidungstext OGH 22.04.2015 4 Ob 57/15h
    Beisatz: Hier: GMV. (T3)
  • 4 Ob 214/15x
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 4 Ob 214/15x
  • 4 Ob 104/16x
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 4 Ob 104/16x
  • 4 Ob 210/16k
    Entscheidungstext OGH 22.11.2016 4 Ob 210/16k
    Auch
  • 6 Ob 235/16a
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 235/16a
    Beisatz: Hier: Auslegung von Art 15 VVO (Verordnung [EG] Nr 659/1999 des Rates vom 22. März 1999 über besondere Vorschriften für die Anwendung von Art 93 des EG-Vertrags). (T4)
  • 4 Ob 62/17x
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 62/17x
    Auch
  • 4 Ob 169/16f
    Entscheidungstext OGH 26.09.2016 4 Ob 169/16f
  • 4 Ob 203/17g
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 203/17g
    Auch
  • 6 Ob 69/18t
    Entscheidungstext OGH 26.04.2018 6 Ob 69/18t
  • 6 Ob 239/18t
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 6 Ob 239/18t
  • 9 ObA 1/20t
    Entscheidungstext OGH 26.02.2020 9 ObA 1/20t
    Vgl; Beisatz: Hier: Entgeltansprüche (Nachzahlungsansprüche) des Klägers für die Erbringung von Arbeitsleistungen für die Beklagte, die sich daraus ergeben, dass die Beklagte – so wie ihre Rechtsvorgängerin – Dienstzeiten vor dem 18. Lebensjahr unionsrechtswidrig nicht angerechnet hat. Keine unionsrechtlichen Bedenken hinsichtlich des von der Beklagten ausschließlich unter Bestreitung ihrer Passivlegitimation geltend gemachten Verstoßes gegen die Kapitalverkehrsfreiheit bzw des Grundrechts auf unternehmerische Freiheit. (T5)
    Anm: Siehe auch 9 ObA 140/19g. (T6)
  • 9 ObA 140/19g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2020 9 ObA 140/19g
    Vgl; Beis wie T5; Anm: Die ursprünglich an dieser Stelle aus Versehen mit der Kennzeichnung T7 erfolgte Wiederholung des Beisatzes T5 wurde nachträglich gelöscht - September 2020. (T7)
    Anm: Siehe auch 9 ObA 1/20t. (T8)
  • 1 Ob 55/20z
    Entscheidungstext OGH 16.04.2020 1 Ob 55/20z
    Beisatz: Hier: Zu Art 17 Abs 1 EuGVVO 2012. (T9)
    Beisatz: Hier: Beklagtes Luftfahrtunternehmen wird von Verbrauchern als Erfüllungsgehilfin ihres Reiseveranstalters in Anspruch genommen. (T10)
  • 6 Ob 45/20s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2020 6 Ob 45/20s
    Beis wie T1
  • 9 ObA 40/20b
    Entscheidungstext OGH 29.09.2020 9 ObA 40/20b
    Vgl; Beisatz: Hier: § 13 der Dienstordnung B (DO. B) führt zu einer Beeinträchtigung der Arbeitnehmerfreizügigkeit. (T11)
  • 2 Ob 48/21d
    Entscheidungstext OGH 26.05.2021 2 Ob 48/21d
    Beisatz: Hier: Ergeben sich aus der Rechtsprechung des EuGH Leitlinien zur Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe, so liegt eine erhebliche Rechtsfrage nur vor, wenn das Gericht zweiter Instanz seinen Beurteilungsspielraum überschritten hat. (T12)
  • 8 ObA 32/21w
    Entscheidungstext OGH 03.08.2021 8 ObA 32/21w
    Beisatz: Hier: Diskriminierung von Teilzeitarbeit nach der RL 97/81/EG. (T13)
  • 17 Ob 12/21w
    Entscheidungstext OGH 08.04.2022 17 Ob 12/21w
    Vgl
  • 4 Ob 36/22f
    Entscheidungstext OGH 22.04.2022 4 Ob 36/22f
    Beis wie T1
  • 9 Ob 75/22b
    Entscheidungstext OGH 20.10.2022 9 Ob 75/22b
    Beis wie T12; Beisatz: Hier zum Verbrauchergerichtsstand nach Art 17 ff EuGVVO 2012. (T14)
  • 6 Ob 190/23v
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 20.11.2023 6 Ob 190/23v
    Beisatz wie T12
    Beisatz: hier: keine Ermessensüberschreitung des Rekursgerichts, das sich bei der Auslegung von Art 15 Abs 1 Brüssel-IIa-VO an den Leitlinien der eingeholten Vorabentscheidung des EuGH orientierte. (T15)
  • 8 ObA 12/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.04.2024 8 ObA 12/24h
    Beisatz: hier: Abweisung des Klagebegehrens auf Feststellung des aufrechten Bestands des befristeten Dienstverhältnisses. (T16)
  • 6 Ob 70/24y
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 15.05.2024 6 Ob 70/24y
    Beisatz: Die Frage nach dem Schutzzweck der DSGVO betrifft eine Frage des Unionsrechts. (T17)
  • 2 Ob 88/24s
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung aus anderen Gründen 25.06.2024 2 Ob 88/24s
    vgl; nur T12
  • 3 Ob 125/24i
    Entscheidungstext OGH 11.09.2024 3 Ob 125/24i
  • 4 Ob 189/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.01.2025 4 Ob 189/24h
    Beisatz: Hier: Rücktritt eines Verbrauchers von einer Pauschalreise. (T18)
  • 4 Ob 22/25a
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 22.07.2025 4 Ob 22/25a
    Beisatz wie T12; Beisatz wie T14
  • 4 Ob 3/25g
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.10.2025 4 Ob 3/25g
    Beisatz wie T12
  • 4 Ob 202/24w
    Entscheidungstext OGH 22.07.2025 4 Ob 202/24w
  • 8 Ob 130/25p
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 16.12.2025 8 Ob 130/25p
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T12; Beisatz wie T14
  • 5 Ob 117/25d
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 29.01.2026 5 Ob 117/25d
    Beisatz wie T12
  • 6 Ob 215/25y
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.03.2026 6 Ob 215/25y
    Beisatz: Auch die Frage, ob ein Verantwortlicher einem Auskunftsbegehren nach Art 15 DSGVO vollständig nachgekommen ist, bildet – außer im Fall einer unvertretbaren Fehlbeurteilung – keine erhebliche Rechtsfrage. (T19)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0117100

Im RIS seit

26.12.2002

Zuletzt aktualisiert am

27.04.2026

Dokumentnummer

JJR_20021126_OGH0002_0010OB00216_02Z0000_001

Rechtssatz für 1Ob39/95; 1Ob560/95; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0082949

Geschäftszahl

1Ob39/95; 1Ob560/95; 5Ob160/97h; 8ObA224/97t; 3Ob1003/96; 1Ob319/98p; 4Ob207/00w; 1Ob80/00x; 6Ob310/00g; 1Ob126/02i; 1Ob216/02z; 4Bkd2/03; 1Ob110/05s; Bkv8/05; 9ObA131/05p; 4Ob11/07g; 1Ob90/07b; 7Ob256/08k; 17Ob29/09b; 17Ob26/09m; 1Ob128/10w; 3Ob111/10k; 4Ob154/10s; 8Ob56/11k; 3Ob107/11y; 4Ob68/11w; 9ObA146/11b; 10ObS159/12y; 9ObA124/13w; 16Ok14/13; 9ObA49/14t; 9ObA126/14s; 8ObS13/14s; 1Ob103/14z; 8ObA28/15y; 9ObA11/15f; 9ObA10/15h; 4Ob36/16x; 9ObA117/15v; 4Ob169/16f; 8Ob122/17z; 4Ob15/18m; 3Ob1/18w; 4Ob212/18g; 2Ob123/19f; 6Ob45/20s; 10ObS108/20k; 6Ob35/21x; 8ObA32/21w; 6Ob203/21b; 1Ob241/21d; 4Ob199/22a; 6Ob141/22m; 1Ob82/23z; 4Ob99/23x; 8Ob31/24b; 9ObA25/24b; 7Ob51/24m; 7Ob105/24b; 7Ob95/24g; 10ObS79/24a; 10ObS138/23a; 4Ob19/24h; 8Ob66/24z; 5Ob20/25i; 4Ob3/25g; 16Ok10/25v; 8Ob159/25b; 6Ob53/26a

Entscheidungsdatum

22.04.2026

Norm

AEUV Art267
EWGV Art177 Abs1
EGV Maastricht Art177 Abs1
EG Amsterdam Art234

Rechtssatz

Nur dann, wenn eine Frage der Auslegung des EGV (hier - Frage nach der Reichweite des Artikel 177, EWGV) bereits Gegenstand einer Vorabentscheidung des EuGH war oder die richtige Anwendung des Gemeinschaftsrechts derart offenkundig ist, dass die Beantwortung der Frage gar nicht zweifelhaft sein kann, ist das nationale Gericht seiner Vorlagepflicht enthoben.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 39/95
    Entscheidungstext OGH 29.08.1995 1 Ob 39/95
  • 1 Ob 560/95
    Entscheidungstext OGH 11.03.1996 1 Ob 560/95
  • 5 Ob 160/97h
    Entscheidungstext OGH 27.05.1997 5 Ob 160/97h
  • 8 ObA 224/97t
    Entscheidungstext OGH 30.04.1998 8 ObA 224/97t
    Vgl; Beisatz: Hier: Art und Ausmaß der Anrechnung von in einem Mitgliedstaat erbrachten Vordienstzeiten eines Vertragslehrers. (T1)
  • 3 Ob 1003/96
    Entscheidungstext OGH 15.04.1998 3 Ob 1003/96
  • 1 Ob 319/98p
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 319/98p
  • 4 Ob 207/00w
    Entscheidungstext OGH 13.09.2000 4 Ob 207/00w
    Auch; nur: Wenn die richtige Anwendung des Gemeinschaftsrechts derart offenkundig ist, dass die Beantwortung der Frage gar nicht zweifelhaft sein kann, ist das nationale Gericht seiner Vorlagepflicht enthoben. (T2)
  • 1 Ob 80/00x
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 80/00x
    Veröff: SZ 74/15
  • 6 Ob 310/00g
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 310/00g
    Vgl auch; Beisatz: Bei klaren Regelungen oder einer eindeutigen Rechtsprechung des EuGH erübrigt sich schon im Sinne des "acte clair"-Theorie eine Anrufung des EuGH. (T3)
  • 1 Ob 126/02i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2002 1 Ob 126/02i
    Beis wie T3
  • 1 Ob 216/02z
    Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 216/02z
    Beisatz: Die Vorlage zur Lösung einer gemeinschaftsrechtlichen Frage hat nur zu unterbleiben, wenn die aufgeworfene Frage nicht entscheidungswesentlich ist, die betroffene Bestimmung des Gemeinschaftsrechts bereits Gegenstand einer Auslegung durch den Gerichtshof war oder die richtige Auslegung des Gemeinschaftsrechts derart offenkundig ist, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt. (T4)
    Beis wie T3
    Veröff: SZ 2002/157
  • 4 Bkd 2/03
    Entscheidungstext OGH 03.11.2003 4 Bkd 2/03
    nur T2
  • 1 Ob 110/05s
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 110/05s
    nur T2; Beisatz: Trotz Fehlens einer Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. (T5)
    Beisatz: Hier: Zur Auslegung des Art 6 der Fernabsatz-RL. (T6)
    Veröff: SZ 2005/137
  • Bkv 8/05
    Entscheidungstext OGH 31.01.2006 Bkv 8/05
    Auch; Beis wie T4 nur: Die Vorlage zur Lösung einer gemeinschaftsrechtlichen Frage hat zu unterbleiben, wenn die aufgeworfene Frage nicht entscheidungswesentlich ist oder die richtige Auslegung des Gemeinschaftsrechts derart offenkundig ist, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt. (T7)
  • 9 ObA 131/05p
    Entscheidungstext OGH 18.10.2006 9 ObA 131/05p
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
    Veröff: SZ 2006/158
  • 4 Ob 11/07g
    Entscheidungstext OGH 12.06.2007 4 Ob 11/07g
    Auch; Beisatz: Hier keine Vorlage zu Art 7 Datenbank-RL wegen klarer Rechtsprechung des EuGH. (T8)
    Veröff: SZ 2007/95
  • 1 Ob 90/07b
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 1 Ob 90/07b
    Auch; Beis wie T4; Veröff: SZ 2007/160
  • 7 Ob 256/08k
    Entscheidungstext OGH 11.02.2009 7 Ob 256/08k
    Auch; Beisatz: Hier: acte clair. (T9)
  • 17 Ob 29/09b
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 17 Ob 29/09b
    Auch
  • 17 Ob 26/09m
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 17 Ob 26/09m
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Richtlinie 93/83/EWG des Rates vom 27. 9. 1993 zur Koordinierung bestimmter urheber- und leistungsschutzrechtlicher Vorschriften betreffend Satellitenrundfunk und Kabelweiterverbreitung („Satellitenrichtlinie"). (T10)
  • 1 Ob 128/10w
    Entscheidungstext OGH 20.10.2010 1 Ob 128/10w
    nur T2; Beis wie T7
  • 3 Ob 111/10k
    Entscheidungstext OGH 13.10.2010 3 Ob 111/10k
    Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T3
    Veröff: SZ 2010/126
  • 4 Ob 154/10s
    Entscheidungstext OGH 12.04.2011 4 Ob 154/10s
    Vgl auch
  • 8 Ob 56/11k
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 8 Ob 56/11k
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 107/11y
    Entscheidungstext OGH 06.07.2011 3 Ob 107/11y
    Auch; Beisatz: Hier: Keine Vorlage, weil § 29 ZaDiG im hier interessierenden Zusammenhang genauso ausgestaltet ist wie Art 44 ZahlungsdiensteRL. (T11)
    Veröff: SZ 2011/85
  • 4 Ob 68/11w
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 68/11w
    Vgl auch; Beisatz: Erstreckt der nationale Gesetzgeber eine gemeinschaftsrechtliche Regelung auf davon nicht erfasste Sachverhalte, ist die Vorlage an den EuGH zulässig. (T12)
    Bem: Offenlassend, ob diesfalls eine Vorlagepflicht besteht. (T13)
    Beisatz: Wird ein europäischer Rechtsakt bloß als Argument im Rahmen systematischer Auslegung einer nationalen Vorschrift herangezogen, besteht keine Vorlagepflicht. (T14)
  • 9 ObA 146/11b
    Entscheidungstext OGH 22.10.2012 9 ObA 146/11b
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
  • 10 ObS 159/12y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 10 ObS 159/12y
    Vgl; nur T2
  • 9 ObA 124/13w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 9 ObA 124/13w
    Auch; Veröff: SZ 2013/130

  • 16 Ok 14/13
    Entscheidungstext OGH 27.01.2014 16 Ok 14/13
    Vgl auch; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Kartellgerichtliches Verfahren. (T15)
  • 9 ObA 49/14t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 9 ObA 49/14t
    Vgl auch
  • 9 ObA 126/14s
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 9 ObA 126/14s
    Auch
  • 8 ObS 13/14s
    Entscheidungstext OGH 23.01.2015 8 ObS 13/14s
    Auch; ähnlich nur T2
  • 1 Ob 103/14z
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 103/14z
    Vgl; Beisatz: Da der vorliegende Fall keine Zweifel im Zusammenhang mit Fragen aus dem Unionsrecht aufkommen lässt, erübrigt sich ein Verfahren gemäß Art 267 AEUV. (T16); Veröff: SZ 2015/3
  • 8 ObA 28/15y
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 8 ObA 28/15y
    Auch; Veröff: SZ 2015/42
  • 9 ObA 11/15f
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 9 ObA 11/15f
    Auch
  • 9 ObA 10/15h
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 9 ObA 10/15h
    Auch
  • 4 Ob 36/16x
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 36/16x
    Auch; Beisatz: Hier: Keine Zweifel zur Auslegung und Bedeutung der unionsrechtlichen Grundlagen des § 12 Abs 1 UrhG. (T17)
  • 9 ObA 117/15v
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 117/15v
    Auch
  • 4 Ob 169/16f
    Entscheidungstext OGH 26.09.2016 4 Ob 169/16f
    Auch
  • 8 Ob 122/17z
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 8 Ob 122/17z
    Auch; Beisatz: Ist das Ergebnis unzweifelhaft, ist im Sinn der „acte clair“-Theorie eine Anrufung des EuGH entbehrlich. (T18)
    Veröff: SZ 2017/140
  • 4 Ob 15/18m
    Entscheidungstext OGH 20.02.2018 4 Ob 15/18m
    Auch
  • 3 Ob 1/18w
    Entscheidungstext OGH 24.01.2018 3 Ob 1/18w
    Auch
  • 4 Ob 212/18g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 4 Ob 212/18g
    Auch
  • 2 Ob 123/19f
    Entscheidungstext OGH 29.06.2020 2 Ob 123/19f
    Beisatz: Hier: Deutsches wechselbezügliches Testament ist nach Eintritt der Bindung „Erbvertrag“ iSd Art 3 Abs 1 lit b EuErbVO. Anrufung des EuGH entbehrlich. (T19)
  • 6 Ob 45/20s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2020 6 Ob 45/20s
    Vgl; Beis wie T5; Beis wie T18
  • 10 ObS 108/20k
    Entscheidungstext OGH 24.11.2020 10 ObS 108/20k
    Vgl, Beisatz: Hier: Art 28 VO (EG) 883/2004. (T20)
  • 6 Ob 35/21x
    Entscheidungstext OGH 15.04.2021 6 Ob 35/21x
    Vgl; Beis wie T5; Beis wie T18
  • 8 ObA 32/21w
    Entscheidungstext OGH 03.08.2021 8 ObA 32/21w
    Vgl; Beisatz: Hier: Diskriminierung von Teilzeitarbeit nach der RL 97/81/EG. (T21)
  • 6 Ob 203/21b
    Entscheidungstext OGH 22.12.2021 6 Ob 203/21b
    Vgl; Beisatz: Hier: Notifizierungsbedürftige technische Vorschriften im Sinne der Richtlinie 98/34/EG. (T22)
  • 1 Ob 241/21d
    Entscheidungstext OGH 06.10.2022 1 Ob 241/21d
    Beis wie T5; Beis wie T18
  • 4 Ob 199/22a
    Entscheidungstext OGH 31.01.2023 4 Ob 199/22a
    vgl; Beisatz wie T3
    Beisatz: Hier: Auslegung des Art 11 PH-RL. (T23)
  • 6 Ob 141/22m
    Entscheidungstext OGH 24.03.2023 6 Ob 141/22m
    vgl; Beisatz wie T4; Beisatz wie T7
  • 1 Ob 82/23z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 23.10.2023 1 Ob 82/23z
    vgl; Beisatz: Hier: Haftung nach AHG für Verstöße gegen die "Arbeitszeitrichtlinie" 2003/88/EG. (T24)
  • 4 Ob 99/23x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.01.2024 4 Ob 99/23x
    nur T2; Beisatz wie T3; Beisatz wie T7
    Beisatz: Hier: Zum Verhältnis der Verordnung (EU) 2015/2120 (TSM-VO) zur UGB-RL
    (Hinweis: 4 Ob 80/23b) (T25)
  • 8 Ob 31/24b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.04.2024 8 Ob 31/24b
  • 9 ObA 25/24b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 16.05.2024 9 ObA 25/24b
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T9; Beisatz wie T18
  • 7 Ob 51/24m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.06.2024 7 Ob 51/24m
    vgl
  • 7 Ob 105/24b
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.08.2024 7 Ob 105/24b
    vgl; Beisatz: Hier: Fondsgebundene Lebensversicherung mit individuellem Asset Liability Modeling. (T26)
  • 7 Ob 95/24g
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 28.08.2024 7 Ob 95/24g
    vgl; Beisatz nur wie T16
  • 10 ObS 79/24a
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 08.10.2024 10 ObS 79/24a
    vgl; nur T2; Beisatz nur wie T3; Beisatz nur wie T7
  • 10 ObS 138/23a
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.08.2024 10 ObS 138/23a
    Beisatz: Hier: Ausgestaltung der Anhebung der Altersgrenze für die Alterspension weiblicher Versicherter auf die Altersgrenze männlicher Versicherter. (T27); Beisatz nur wie T4
  • 4 Ob 19/24h
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 22.10.2024 4 Ob 19/24h
    Beisatz: Hier: Zum Verhältnis von arzneimittelrechtlicher Zulassung und Haftung nach dem PHG. Keine Vorlage bzgl RL 2001/83/EG. (T28)
  • 8 Ob 66/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 26.09.2024 8 Ob 66/24z
    vgl; Beisatz wie T4; Beisatz wie T7
    Beisatz: Hier: WegekostenRL und SchadenersatzRL (T29)
  • 5 Ob 20/25i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 30.04.2025 5 Ob 20/25i
    Beisatz wie T3; Beisatz wie T16; Beisatz wie T18
  • 4 Ob 3/25g
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.10.2025 4 Ob 3/25g
    vgl; Beisatz nur wie T3
  • 16 Ok 10/25v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 26.01.2026 16 Ok 10/25v
    Beisatz wie T3
  • 8 Ob 159/25b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 28.01.2026 8 Ob 159/25b
    Beisatz wie T4
  • 6 Ob 53/26a
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 22.04.2026 6 Ob 53/26a
    vgl; Beisatz: Die Rom I-VO ist nach dem klaren Wortlaut ihres Art 1 Abs 1 und Art 2 auch dann anwendbar, wenn ein Bezug nur zu einem Mitgliedstaat und einem Drittstaat besteht. (T30)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0082949

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.08.2026

Dokumentnummer

JJR_19950829_OGH0002_0010OB00039_9500000_002

Entscheidungstext 8ObA32/21w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

DRdA 2022,329/20 (Burger) - DRdA 2022/20 (Burger) = ÖZPR 2022/42 S 71 (Kiesl) - ÖZPR 2022,71 (Kiesl) = JAS 2022,376 (Mair)

Geschäftszahl

8ObA32/21w

Entscheidungsdatum

03.08.2021

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Kuras als Vorsitzenden,, die Hofrätinnen Dr. Tarmann-Prentner und Mag. Wessely-Kristöfel als weitere Richter sowie die fachkundigen Laienrichter Mag. Dr. Johanna Biereder (aus dem Kreis der Arbeitgeber) und Mag. Thomas Kallab (aus dem Kreis der Arbeitnehmer) in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei Betriebsrat der Angestellten des B*, gegen die beklagte Partei Gemeindeverband B*, vertreten durch Dr. Markus Orgler, Rechtsanwalt in Innsbruck, wegen Feststellung, über die außerordentliche Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 25. März 2021, GZ 13 Ra 12/21v-34, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

[1]            1. Hängt die Entscheidung von der Lösung einer Frage des Gemeinschaftsrechts ab, so ist die Anrufung des Obersten Gerichtshofs zur Nachprüfung dessen Anwendung auf der Grundlage der Rechtsprechung des EuGH nur zulässig, wenn der zweiten Instanz bei Lösung dieser Frage eine gravierende Fehlbeurteilung unterlief (RIS-Justiz RS0117100). Das ist hier nicht der Fall.

[2]            2.1 Nach der Rechtsprechung des EuGH kann sich der Einzelne dem Staat gegenüber auf eine Richtlinie berufen, unabhängig davon, in welcher Eigenschaft – als Arbeitgeber oder als Hoheitsträger – der Staat handelt. In dem einen wie dem anderen Fall muss nämlich verhindert werden, dass der Staat aus der Nichtbeachtung des Unionsrechts Nutzen ziehen kann. Eine Einrichtung, die unabhängig von ihrer Rechtsform kraft staatlichen Rechtsakts unter staatlicher Aufsicht eine Dienstleistung im öffentlichen Interesse zu erbringen hat und die hierzu mit besonderen Rechten ausgestattet ist, die über die für die Beziehungen zwischen Privatpersonen geltenden Vorschriften hinausgehen, gehört zu den Rechtssubjekten, denen die unmittelbar anwendbaren Bestimmungen einer Richtlinie entgegengehalten werden können (C-282/10, ECLI:EU:C:2012:33, Rn 38 und 39, je mwN).

[3] 2.2 Die RL 97/81/EG kommt daher gegenüber dem beklagten Gemeindeverband unmittelbar zur Anwendung. Nach Paragraph 4, Absatz eins, der Teilzeit-Rahmenvereinbarung dürfen Teilzeitbeschäftigte in ihren Beschäftigungsbedingungen nur deswegen, weil sie teilzeitbeschäftigt sind, gegenüber vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten nicht schlechter behandelt werden, es sei denn, die unterschiedliche Behandlung ist aus objektiven Gründen gerechtfertigt.

[4] 3. Eine mittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren einen wesentlich höheren Anteil der Angehörigen eines Geschlechts benachteiligen, es sei denn, die betreffenden Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sind zur Erreichung eines rechtmäßigen Ziels angemessen und notwendig vergleiche Artikel 2, Absatz eins, Litera b, der RL 2006/54/EG; 8 ObA 70/18d). Das Vorliegen eines besonderen Nachteils kann ua festgestellt werden, wenn nachgewiesen wird, dass sich die betreffende Regelung auf einen signifikant höheren Anteil von Personen eines Geschlechts im Vergleich zu Personen des anderen Geschlechts ungünstig auswirkt. Dies kann mit allen Mitteln, ua anhand statistischer Beweise, festgestellt werden (C-274/18, ECLI:EU:C:2019:828, Rn 45 und 46, je mwN).

[5]            4.1 Nach den Feststellungen beschäftigt der Beklagte etwa gleich viele Vollzeit- wie Teilzeitbeschäftigte im Pflegedienst. Durchschnittlich 90 % der Teilzeitbeschäftigten sind weiblich, bei Vollzeitbeschäftigten sind es etwa 80 %. Für ungeplante Sonn- und Feiertagsdienste bei Krankheitsfällen werden in 55 %–66 % der Fälle Teilzeitmitarbeiter herangezogen, wobei der Großteil dieser Dienste von weiblichen Mitarbeitern verrichtet wird. Für ungeplante Nachtdienste bei Krankheitsfällen werden zumindest seit 2019 in 55 %–64 % der Fälle Teilzeitmitarbeiter herangezogen. Auch dabei wird ein Großteil der Dienste von weiblichen Mitarbeitern übernommen.

[6] 4.2 Davon ausgehend gelangten die Vorinstanzen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass eine unionsrechtswidrige Diskriminierung vorliegt, weil nach Paragraphen 29, 53 und 55 Tiroler G-VBG 2012 Teilzeitbeschäftigte bei sogenannten Einspringdiensten an Sonn- und Feiertagen lediglich einen Zuschlag von einem Viertel des Zuschlags Vollzeitbeschäftigter und in der Nacht überhaupt keinen erhöhten Zuschlag erhalten, während Vollzeitbeschäftigte einen erhöhten Zuschlag von 100 % bekommen.

[7] 5.1 Dieser Beurteilung vermag der Revisionswerber nichts Stichhältiges entgegenzusetzen, zumal er die Rechtsansicht des Berufungsgerichts, dass die Regelungen dem in Paragraph 4, Absatz 2, der Teilzeit-Rahmenvereinbarung festgelegten Pro-rata-temporis-Grundsatz widerstreiten, wonach Ansprüche von Teilzeitbeschäftigten im Verhältnis zum Arbeitszeitausmaß zu bemessen sind, nicht bekämpft vergleiche RS0118709). Schon deshalb ist von einer (unmittelbaren) Diskriminierung der Gruppe der Teilzeitbeschäftigten, die vom Beklagten noch dazu überproportional oft zu Einspringdiensten herangezogen wird, gegenüber der Gruppe der Vollzeitbeschäftigten auszugehen.

[8] Der gegen die Annahme einer (mittelbaren) Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gerichtete Einwand des Beklagten, dass angesichts des Verhältnisses zwischen dem Frauenanteil bei den teil- und bei den vollzeitbeschäftigten Dienstnehmern (90 % Frauen zu 80 % Frauen) statistische Unschärfenrelationen nicht überschritten würden, kann daher auf sich beruhen. Nur der Vollständigkeit halber ist darauf zu verweisen, dass von den benachteiligenden Regelungen – und darauf ist nach der Rechtsprechung des EuGH abzustellen – vornehmlich Frauen (nämlich 90 % Frauen zu 10 % Männern) betroffen sind vergleiche C-274/18, ECLI:EU:C:2019:828, Rn 57; C-527/13, ECLI:EU:C:2015:215, Rn 32).

[9]            5.2 Eine sachliche Rechtfertigung für die Benachteiligung der Teilzeitbeschäftigten lässt sich aus den Feststellungen nicht ableiten. Die nicht weiter substantiierte Behauptung des Beklagten, dass ein ungeplanter Dienst in der 41. Wochenstunde im Regelfall mehr Belastung als in der 21. Wochenstunde darstelle, findet darin jedenfalls insoweit keine Deckung, als der Zuschlag gar nicht unmittelbar darauf abstellt.

[10]           5.3 Bei klaren Regelungen oder einer eindeutigen Rechtsprechung des EuGH erübrigt sich schon im Sinne der „acte clair“-Theorie eine Anrufung des EuGH (RS0082949 [T3]). In seiner diesbezüglichen Anregung formuliert der Beklagte auch gar keine Fragen zum Unionsrecht. Vielmehr steht ihm offenbar die Lösung der konkreten Fallkonstellation durch den EuGH vor Augen.

[11] 6. Da der Beklagte keine Rechtsfragen von der Qualität des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO anspricht, war die außerordentliche Revision zurückzuweisen.

Textnummer

E132656

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2021:E132656

Im RIS seit

22.09.2021

Zuletzt aktualisiert am

11.01.2023

Dokumentnummer

JJT_20210803_OGH0002_008OBA00032_21W0000_000