Rechtssatz für 12Os164/75 9Os41/77 13O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0094989

Geschäftszahl

12Os164/75; 9Os41/77; 13Os167/77; 12Os129/78; 12Os125/78; 9Os3/80; 12Os120/80; 11Os183/80; 12Os142/84; 12Os118/85; 12Os133/86; 13Os26/96

Entscheidungsdatum

08.05.1996

Norm

StGB aF §203
StGB §207
StGB §212
  1. StGB § 207 heute
  2. StGB § 207 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 207 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 207 gültig von 01.10.1998 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 207 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998
  1. StGB § 212 heute
  2. StGB § 212 gültig ab 01.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2017
  3. StGB § 212 gültig von 01.07.2006 bis 31.08.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  4. StGB § 212 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 212 gültig von 01.01.1975 bis 30.04.2004

Rechtssatz

Unter "Unzucht" ist nur ein solches Verhalten zu verstehen, durch das die Sittlichkeit in geschlechtlicher Beziehung verletzt wird. Es muß das vom Vorsatz des Täters umfaßte Tatverhalten somit schon nach seinem objektiven Charakter zum Geschlechtsleben strafgesetzwidrig in Beziehung stehen.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 164/75
    Entscheidungstext OGH 13.01.1976 12 Os 164/75
    Veröff: EvBl 1976/205 S 408
  • 9 Os 41/77
    Entscheidungstext OGH 19.04.1977 9 Os 41/77
  • 13 Os 167/77
    Entscheidungstext OGH 07.04.1978 13 Os 167/77
    Beisatz: Unzüchtig ist, was von jedermann, der sozial integriert ist, im speziellen sexuellen Bereich als unerträglich empfunden wird. (T1) Veröff: SSt 49/25 = EvBl 1978/216 S 668
  • 12 Os 129/78
    Entscheidungstext OGH 23.11.1978 12 Os 129/78
    nur: Unter "Unzucht" ist nur ein solches Verhalten zu verstehen, durch das die Sittlichkeit in geschlechtlicher Beziehung verletzt wird. (T2) Beisatz: Hier: Zu § 218 StGB (T3)
  • 12 Os 125/78
    Entscheidungstext OGH 30.11.1978 12 Os 125/78
    nur T2; Beisatz: Bloßes Entkleiden fällt nicht darunter. (T4)
  • 9 Os 3/80
    Entscheidungstext OGH 18.03.1980 9 Os 3/80
    nur: Es muß das vom Vorsatz des Täters umfaßte Tatverhalten somit schon nach seinem objektiven Charakter zum Geschlechtsleben strafgesetzwidrig in Beziehung stehen. (T5)
  • 12 Os 120/80
    Entscheidungstext OGH 04.09.1980 12 Os 120/80
  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Handlung sexueller Art und Tendenz von bestimmter, sozial störender Erheblichkeit. (T6)
  • 12 Os 142/84
    Entscheidungstext OGH 18.10.1984 12 Os 142/84
    Beisatz: Wobei als Maßstab das gesunde Empfinden eines kulturverbundenen Durchschnittsmenschen zu gelten hat. (T7) Beis wie T1
  • 12 Os 118/85
    Entscheidungstext OGH 19.09.1985 12 Os 118/85
    Veröff: SSt 56/71
  • 12 Os 133/86
    Entscheidungstext OGH 16.10.1986 12 Os 133/86
    nur T2; Beis wie T1
  • 13 Os 26/96
    Entscheidungstext OGH 08.05.1996 13 Os 26/96
    nur: Unter "Unzucht" ist nur ein solches Verhalten zu verstehen, durch das die Sittlichkeit in geschlechtlicher Beziehung verletzt wird. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0094989

Dokumentnummer

JJR_19760113_OGH0002_0120OS00164_7500000_003

Rechtssatz für 13Os162/75 11Os183/80 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095133

Geschäftszahl

13Os162/75; 11Os183/80; 14Os109/99

Entscheidungsdatum

28.09.1999

Norm

StGB §207
StGB §212
  1. StGB § 207 heute
  2. StGB § 207 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 207 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 207 gültig von 01.10.1998 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 207 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998
  1. StGB § 212 heute
  2. StGB § 212 gültig ab 01.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2017
  3. StGB § 212 gültig von 01.07.2006 bis 31.08.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  4. StGB § 212 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 212 gültig von 01.01.1975 bis 30.04.2004

Rechtssatz

Eine Berührung der noch nicht entwickelten Brust eines unmündigen Mädchens oder eine solche des Gesäßes stellt für sich allein in der Regel noch nicht das Verbrechen der Unzucht mit Unmündigen dar.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 162/75
    Entscheidungstext OGH 08.01.1976 13 Os 162/75
  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Vgl aber; nur: Eine Berührung der noch nicht entwickelten Brust eines unmündigen Mädchens stellt für sich allein in der Regel noch nicht das Verbrechen der Unzucht mit Unmündigen dar. (T1) Beisatz: Ob die Brustgegend eines unmündigen Mädchens bereits zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehört, hängt nicht generell und ausschließlich davon ab, ob die physische Entwicklung gerade in dieser Körperregion soweit fortgeschritten ist, daß seine Brüste als Sekundärmerkmal weiblicher Geschlechtlichkeit bereits (deutlich) ausgeprägt sind. Es kommt nur darauf an, ob das betreffende Mädchen insgesamt eine solche körperliche Reife hat, daß ihr Brustbereich - ebenso wie bei reifen Frauen - ohne Rücksicht auf die Ausbildung der Brustdrüsen schon biologisch der Geschlechtsregion zuzurechnen ist. (T2) Veröff: EvBl 1982/20 S 39
  • 14 Os 109/99
    Entscheidungstext OGH 28.09.1999 14 Os 109/99
    Vgl aber; Beis wie T2; Beisatz: Es kommt weiters darauf an, ob sie als solche einem Mädchen bewußt werden kann und, insbesondere im Hinblick auf die abstrakte Eignung zur Gefährdung der sittlichen und sexuellen Entwicklung der Unmündigen, nach der Auffassung von mit rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen gemeiniglich als grob sozialstörend empfunden wird. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0095133

Dokumentnummer

JJR_19760108_OGH0002_0130OS00162_7500000_001

Rechtssatz für 11Os183/80 13Os169/99 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095215

Geschäftszahl

11Os183/80; 13Os169/99; 14Os126/04

Entscheidungsdatum

16.11.2004

Norm

StGB §206
StGB §207
  1. StGB § 206 heute
  2. StGB § 206 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 206 gültig von 01.01.2002 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  4. StGB § 206 gültig von 01.10.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 206 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998
  1. StGB § 207 heute
  2. StGB § 207 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 207 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 207 gültig von 01.10.1998 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 207 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998

Rechtssatz

Genereller Schutzzweck des Paragraph 207, Absatz eins, StGB ist die ungestörte sittliche und sexuelle Entwicklung von Personen unter vierzehn Jahren.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Veröff: EvBl 1982/20 S 39
  • 13 Os 169/99
    Entscheidungstext OGH 07.06.2000 13 Os 169/99
    Auch; Beisatz: Der Schutzzweck des § 207 Abs 2 erster Fall a.F. StGB liegt in der Hintanhaltung von schweren Körperverletzungen, demnach auch in der Verhinderung einer Schädigung der Psyche bei potentiellen Misbrauchsopfern. (T1)
  • 14 Os 126/04
    Entscheidungstext OGH 16.11.2004 14 Os 126/04
    Auch; Beisatz: Die §§206, 207 StGB schützen generell die sexuelle Integrität von Unmündigen, denen es ob ihrer (mentalen) Unreife an der natürlichen Einsichts- und Urteilsfähigkeit betreffend jegliche sexuelle Annäherung fehlt. Deshalb ist auch jede Form einer solchen Annäherung bei Unmündigen verboten, um deren ungestörte sexuelle und allgemein psychische Entwicklung bestmöglich zu gewährleisten. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0095215

Dokumentnummer

JJR_19810909_OGH0002_0110OS00183_8000000_002

Rechtssatz für 11Os183/80 10Os109/83 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095113

Geschäftszahl

11Os183/80; 10Os109/83; 15Os73/95; 14Os109/99; 12Os46/05i; 12Os66/07h; 11Os53/07i; 12Os16/08g; 14Os49/09a; 13Os113/09f; 15Os60/10b; 12Os32/11i; 12Os80/12z; 11Os1/15d

Entscheidungsdatum

10.03.2015

Norm

StGB §207
  1. StGB § 207 heute
  2. StGB § 207 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 207 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 207 gültig von 01.10.1998 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 207 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998

Rechtssatz

Zur Unzüchtigkeit von (sexuell motivierten) Berührungen unmündiger Mädchen im Bereich selbst noch unentwickelter Brust: Ob die Brustgegend eines unmündigen Mädchens bereits zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehört, hängt nicht generell und ausschließlich davon ab, ob die physische Entwicklung gerade in dieser Körperregion so weit fortgeschritten ist, dass seine Brüste als Sekundärmerkmal weiblicher Geschlechtlichkeit bereits (deutlich) ausgeprägt sind. Es kommt nur darauf an, ob das betreffende Mädchen insgesamt eine solche körperliche Reife erreicht hat, dass ihr Brustbereich - ebenso wie bei reifen Frauen - ohne Rücksicht auf die Ausbildung der Brustdrüsen schon biologisch der Geschlechtsregion zuzurechnen ist.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Veröff: EvBl 1982/20 S 39
  • 10 Os 109/83
    Entscheidungstext OGH 13.09.1983 10 Os 109/83
    Ähnlich; Veröff: RZ 1984/56 S 156
  • 15 Os 73/95
    Entscheidungstext OGH 12.10.1995 15 Os 73/95
    Vgl auch
  • 14 Os 109/99
    Entscheidungstext OGH 28.09.1999 14 Os 109/99
    Beisatz: Es kommt weiters darauf an, ob sie als solche einem Mädchen bewusst werden kann und, insbesondere im Hinblick auf die abstrakte Eignung zur Gefährdung der sittlichen und sexuellen Entwicklung der Unmündigen, nach der Auffassung von mit rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen gemeiniglich als grob sozialstörend empfunden wird. (T1)
  • 12 Os 46/05i
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 12 Os 46/05i
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 66/07h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2007 12 Os 66/07h
    Auch; Beis wie T1 nur: Es kommt weiters darauf an, ob die Handlung nach der Auffassung von mit rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen gemeiniglich als grob sozialstörend empfunden wird. (T2)
  • 11 Os 53/07i
    Entscheidungstext OGH 25.09.2007 11 Os 53/07i
    nur: Zur Unzüchtigkeit von (sexuell motivierten) Berührungen unmündiger Mädchen im Bereich selbst noch unentwickelter Brust: Ob die Brustgegend eines unmündigen Mädchens bereits zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehört, hängt nicht generell und ausschließlich davon ab, ob die physische Entwicklung gerade in dieser Körperregion so weit fortgeschritten ist, dass seine Brüste als Sekundärmerkmal weiblicher Geschlechtlichkeit bereits (deutlich) ausgeprägt sind. (T3)
  • 12 Os 16/08g
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 16/08g
    Auch
  • 14 Os 49/09a
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 14 Os 49/09a
    Auch
  • 13 Os 113/09f
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 13 Os 113/09f
    Auch
  • 15 Os 60/10b
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 15 Os 60/10b
    Auch
  • 12 Os 32/11i
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 12 Os 32/11i
    Beis wie T1; Beisatz: Zeigt eine am Tatopfer orientierte Betrachtung die im Sinne der § 202 Abs 1, 207 Abs 1 StGB grundsätzlich mögliche Deliktsvollendung, unterliegt die Versuchshandlung der von § 15 Abs 3 StGB geforderten Tauglichkeitsprüfung. (T4)
  • 12 Os 80/12z
    Entscheidungstext OGH 28.08.2012 12 Os 80/12z
    Vgl auch
  • 11 Os 1/15d
    Entscheidungstext OGH 10.03.2015 11 Os 1/15d
    Auch; Beis ähnlich wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0095113

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.04.2015

Dokumentnummer

JJR_19810909_OGH0002_0110OS00183_8000000_001

Rechtssatz für 12Os164/75 13Os19/79 12...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0094936

Geschäftszahl

12Os164/75; 13Os19/79; 12Os133/79; 11Os182/79; 11Os38/80; 12Os120/80; 12Os123/80; 11Os183/80; 11Os109/83; 9Os80/86; 12Os133/86; 12Os85/87; 15Os4/96; 15Os73/95; 15Os91/98; 12Os65/98; 14Os109/99; 15Os145/03; 14Os3/05f; 12Os46/05i; 12Os16/08g; 12Os80/12z; 11Os86/18h

Entscheidungsdatum

28.08.2018

Norm

StGB aF §203
StGB §207
StGB §212
  1. StGB § 207 heute
  2. StGB § 207 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 207 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 207 gültig von 01.10.1998 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 207 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998
  1. StGB § 212 heute
  2. StGB § 212 gültig ab 01.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2017
  3. StGB § 212 gültig von 01.07.2006 bis 31.08.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  4. StGB § 212 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 212 gültig von 01.01.1975 bis 30.04.2004

Rechtssatz

Die Brüste eines Mädchens können vor allem dann primär Objekt eines sexuellen Missbrauches sein, wenn das Mädchen bereits eine solche Stufe der körperlichen Reife erreicht hat, dass die Zurechnung der Brüste zur Geschlechtssphäre auch physiologisch begründet erscheint.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 164/75
    Entscheidungstext OGH 13.01.1976 12 Os 164/75
    Veröff: EvBl 1976/205 S 408
  • 13 Os 19/79
    Entscheidungstext OGH 26.04.1979 13 Os 19/79
    Ähnlich; Beisatz: Hier: § 204 StGB an einem neunzehnjährigen Mädchen. (T1)
  • 12 Os 133/79
    Entscheidungstext OGH 18.10.1979 12 Os 133/79
    Beisatz: Elfeinhalbjähriges Mädchen. (T2)
  • 11 Os 182/79
    Entscheidungstext OGH 18.02.1980 11 Os 182/79
    Beisatz: Zwölfjähriges Mädchen. (T3)
  • 11 Os 38/80
    Entscheidungstext OGH 09.04.1980 11 Os 38/80
    Vgl auch; Beisatz: Mädchen zwischen zwölfeinhalb und vierzehn Jahren. (T4)
  • 12 Os 120/80
    Entscheidungstext OGH 04.09.1980 12 Os 120/80
    Ähnlich; Beisatz: Fast zwölfjähriges Mädchen. (T5)
  • 12 Os 123/80
    Entscheidungstext OGH 02.10.1980 12 Os 123/80
    Vgl auch; Beisatz: Dreizehn beziehungsweise dreizehneinhalbjähriges Mädchen. (T6)
  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Vgl auch; Beisatz: Ob die Brustgegend eines unmündigen Mädchens bereits zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehört, hängt nicht generell und ausschließlich davon ab, ob die physische Entwicklung gerade in dieser Körperregion so weit fortgeschritten ist, dass seine Brüste als Sekundärmerkmal weiblicher Geschlechtlichkeit bereits (deutlich) ausgeprägt sind. Es kommt nur darauf an, ob das betreffende Mädchen insgesamt eine solche körperliche Reife erreicht hat, dass ihr Brustbereich - ebenso wie bei reifen Frauen - ohne Rücksicht auf die Ausbildung der Brustdrüsen schon biologisch der Geschlechtsregion zuzurechnen ist. (T7) Veröff: EvBl 1982/20 S 39
  • 11 Os 109/83
    Entscheidungstext OGH 13.09.1983 11 Os 109/83
    Vgl auch; Beis ähnlich T7; Veröff: RZ 1984/56 S 156
  • 9 Os 80/86
    Entscheidungstext OGH 27.06.1986 9 Os 80/86
    Vgl auch; Beis ähnlich T7; Beisatz: Hier: Fraglich bei einem zwölfjährigen Mädchen das "sich gerade in der beginnenden geschlechtlichen Entwicklung befand". (T8)
  • 12 Os 133/86
    Entscheidungstext OGH 16.10.1986 12 Os 133/86
    Vgl; Beis ähnlich T7
  • 12 Os 85/87
    Entscheidungstext OGH 13.08.1987 12 Os 85/87
    Vgl auch
  • 15 Os 4/96
    Entscheidungstext OGH 15.02.1996 15 Os 4/96
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Feststellungsmangel zum körperlichen Entwicklungszustand eines zehn bis elf Jahre alten Mädchens. (T9)
  • 15 Os 73/95
    Entscheidungstext OGH 12.10.1995 15 Os 73/95
    Beisatz: Zwölfeinhalbjähriges Mädchen. (T10)
  • 15 Os 91/98
    Entscheidungstext OGH 18.06.1998 15 Os 91/98
    Vgl auch; Beisatz: Bei Beurteilung einer (allein) im Berühren der Brust eines unmündigen Mädchens bestehenden Tat als unzüchtige Handlung kommt es nicht ausschließlich auf die Entwicklung der Brüste an. Vielmehr ist entscheidend, ob das Mädchen insgesamt bereits eine körperliche Reife erreicht hat, dass damit das Berühren im Brustbereich objektiv eine Handlung ist, deren Beziehung zum Sexualleben nicht nur gedacht, sondern ihrer Art nach gegeben ist, und dass sie als solche dem Mädchen bewusst werden kann. (T11); Beisatz: Hier: Unmündige, die das dreizehnte Lebensjahr bereits überschritten hatte. (T12)
  • 12 Os 65/98
    Entscheidungstext OGH 27.08.1998 12 Os 65/98
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 14 Os 109/99
    Entscheidungstext OGH 28.09.1999 14 Os 109/99
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Es kommt weiters darauf an, ob sie als solche einem Mädchen bewusst werden kann und, insbesondere im Hinblick auf die abstrakte Eignung zur Gefährdung der sittlichen und sexuellen Entwicklung der Unmündigen, nach der Auffassung von mit rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen gemeiniglich als grob sozialstörend empfunden wird. (T13); Beisatz: Hier: Neunjähriges Mädchen. (T14)
  • 15 Os 145/03
    Entscheidungstext OGH 04.11.2003 15 Os 145/03
    Auch; Beisatz: Die Beantwortung der Frage, ob sexualbezogenes Betasten des Brustbereiches eines unmündigen Mädchens eine geschlechtliche Handlung ("Unzucht") im Sinne des § 207 Abs 1 StGB darstellt, hängt von der Reife des Tatobjektes ab, welche sich nicht mehr in der kindlichen Entwicklungsphase, sondern zumindest in der Pubertät befinden muss, um solche Berührungskontakte auf die Geschlechtssphäre beziehen zu können, wobei das allgemeine Reifestadium des Mädchens, unabhängig vom konkreten Entwicklungsstand der Brustdrüsen, dafür maßgebend ist, ob die Brustregion bereits als eine dem weiblichen Körper spezifisch eigentümliche Körperpartie angesehen werden kann, die einem geschlechtlichen Missbrauch zugänglich ist. (T15)
  • 14 Os 3/05f
    Entscheidungstext OGH 10.05.2005 14 Os 3/05f
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 12 Os 46/05i
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 12 Os 46/05i
    Auch; Beis ähnlich wie T7
  • 12 Os 16/08g
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 16/08g
    Auch
  • 12 Os 80/12z
    Entscheidungstext OGH 28.08.2012 12 Os 80/12z
    Vgl auch
  • 11 Os 86/18h
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 11 Os 86/18h
    Auch; Beis wie T11; Beis wie T15

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0094936

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2018

Dokumentnummer

JJR_19760113_OGH0002_0120OS00164_7500000_001

Rechtssatz für 12Os164/75; 10Os162/75; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0096677

Geschäftszahl

12Os164/75; 10Os162/75; 9Os125/76; 13Os139/76; 9Os41/77; 10Os191/77; 10Os44/78; 11Os95/78; 12Os133/79; 12Os172/79; 11Os182/79; 12Os8/80; 9Os3/80; 13Os26/80; 11Os38/80; 11Os6/80; 12Os76/80; 12Os120/80; 12Os123/80; 13Os119/80; 13Os158/80; 10Os185/80; 10Os60/80; 11Os183/80; 13Os104/81; 10Os86/81; 12Os135/82; 12Os142/84; 9Os181/84; 13Os52/85; 12Os118/85; 9Os187/85; 11Os76/86; 9Os88/85; 12Os133/86; 10Os136/86; 12Os130/87; 11Os151/88; 12Os109/89; 12Os172/89; 11Os37/90; 11Os47/90; 15Os144/89; 16Os21/90; 14Os111/90; 12Os29/91 (12Os30/91); 13Os84/92; 13Os134/94 (13Os155/94); 14Os168/94; 15Os50/95; 12Os179/95; 13Os26/96; 13Os87/96 (13Os88/96); 12Os105/97; 13Os156/96; 13Os143/97; 15Os112/98 (15Os114/98); 14Os118/99; 15Os21/00; 13Os167/00; 14Os83/01; 11Os4/04; 14Os126/04; 12Os46/05i; 13Os62/06a; 14Os121/06k; 14Os142/06y; 14Os33/12b; 14Os20/25k; 15Os65/25k; 12Os22/26s

Entscheidungsdatum

24.03.2026

Norm

StGB aF §203
StGB §206 Abs1
StGB §207
StGB §212
  1. StGB § 206 heute
  2. StGB § 206 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 206 gültig von 01.01.2002 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  4. StGB § 206 gültig von 01.10.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 206 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998
  1. StGB § 207 heute
  2. StGB § 207 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 207 gültig von 01.06.2009 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2009
  4. StGB § 207 gültig von 01.10.1998 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/1998
  5. StGB § 207 gültig von 01.01.1975 bis 30.09.1998
  1. StGB § 212 heute
  2. StGB § 212 gültig ab 01.09.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2017
  3. StGB § 212 gültig von 01.07.2006 bis 31.08.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2006
  4. StGB § 212 gültig von 01.05.2004 bis 30.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  5. StGB § 212 gültig von 01.01.1975 bis 30.04.2004

Rechtssatz

Von Unzucht im Sinne eines geschlechtlichen Missbrauchs kann nur dann gesprochen werden, wenn zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehörige, somit dem männlichen oder weiblichen Körper spezifische eigentümliche Körperpartien des Opfers oder des Täters mit dem Körper des anderen in eine - nicht bloß flüchtige und sexual sinnbezogene - Berührung gebracht werden.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 164/75
    Entscheidungstext OGH 13.01.1976 12 Os 164/75
    Veröff: EvBl 1976/205
  • 10 Os 162/75
    Entscheidungstext OGH 03.02.1976 10 Os 162/75
  • 9 Os 125/76
    Entscheidungstext OGH 13.10.1976 9 Os 125/76
  • 13 Os 139/76
    Entscheidungstext OGH 19.11.1976 13 Os 139/76
  • 9 Os 41/77
    Entscheidungstext OGH 19.04.1977 9 Os 41/77
  • 10 Os 191/77
    Entscheidungstext OGH 01.02.1978 10 Os 191/77
    Ähnlich; Beisatz: Beischlafsähnliche Handlungen nicht nötig. (T1)
  • 10 Os 44/78
    Entscheidungstext OGH 17.05.1978 10 Os 44/78
    Ähnlich; Beisatz: Egal ob aktive oder passive Beteiligung des Opfers. (T2)
  • 11 Os 95/78
    Entscheidungstext OGH 04.07.1978 11 Os 95/78
  • 12 Os 133/79
    Entscheidungstext OGH 18.10.1979 12 Os 133/79
    Beisatz: "Abgreifen" über der Kleidung genügt. (T3)
  • 12 Os 172/79
    Entscheidungstext OGH 24.01.1980 12 Os 172/79
    Veröff: RZ 1980/52 S 225
  • 11 Os 182/79
    Entscheidungstext OGH 18.02.1980 11 Os 182/79
    Beisatz: Auch (sexualbezogenes) Betasten über der Kleidung kann tatbildlich sein. (T4)
  • 12 Os 8/80
    Entscheidungstext OGH 13.03.1980 12 Os 8/80
  • 9 Os 3/80
    Entscheidungstext OGH 18.03.1980 9 Os 3/80
    Vgl auch; Beisatz: Gleich, ob der Kontakt in Form eines "Ergreifens" oder "Berührens" erfolgt; ein längere Dauer und besondere Intensität der unzüchtigen Handlungen ist nicht erforderlich (hier: Betasten über Badekleidung). (T5)
  • 13 Os 26/80
    Entscheidungstext OGH 27.03.1980 13 Os 26/80
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 11 Os 38/80
    Entscheidungstext OGH 09.04.1980 11 Os 38/80
    Beis wie T4
  • 11 Os 6/80
    Entscheidungstext OGH 30.04.1980 11 Os 6/80
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 12 Os 76/80
    Entscheidungstext OGH 12.06.1980 12 Os 76/80
  • 12 Os 120/80
    Entscheidungstext OGH 04.09.1980 12 Os 120/80
  • 12 Os 123/80
    Entscheidungstext OGH 02.10.1980 12 Os 123/80
    Beis wie T4; Beisatz: "Ergreifen" ist mehr als eine nur flüchtige Berührung. (T6)
  • 13 Os 119/80
    Entscheidungstext OGH 23.10.1980 13 Os 119/80
    Vgl; Beisatz: Körperlicher Kontakt zwischen Täter und Opfer nicht ausnahmslos erforderlich; das Betrachten und Fotografieren eines vom Täter zum Entblößen des Unterkörpers, zum Auseinanderspreizen der Beine und zur Einnahme sexualbezogener Positionen veranlassten (hier vierzehneinhalbjährigen) Mädchens als Missbrauch zur Unzucht im Sinne des § 212 Abs 1 (erster Deliktsfall) StGB. (T7)
  • 13 Os 158/80
    Entscheidungstext OGH 11.12.1980 13 Os 158/80
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Damit ist das Delikt (hier: § 204 StGB) vollendet. (T8)
  • 10 Os 185/80
    Entscheidungstext OGH 10.02.1981 10 Os 185/80
    Beisatz: Beim Oberschenkel kann hievon in Bezug auf den ganzen Bereich desselben keine Rede sein. (T9)
  • 10 Os 60/80
    Entscheidungstext OGH 21.07.1981 10 Os 60/80
    Vgl; Beis wie T7 nur: Das Betrachten und Fotografieren eines vom Täter zum Entblößen des Unterkörpers, zum Auseinanderspreizen der Beine und zur Einnahme sexualbezogener Positionen veranlassten (hier vierzehneinhalbjährigen) Mädchens als Missbrauch zur Unzucht im Sinne des § 212 Abs 1 (erster Deliktsfall) StGB. (T10) Veröff: EvBl 1982/41 S 132
  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Beisatz: Die Annahme eines Streichelns, Betastens beziehungsweise Abtastens sowie des Erfassens und Ergreifens (der Brust) schließt eine Wertung als bloß flüchtige Berührung aus. (T11) Beis wie T8
  • 13 Os 104/81
    Entscheidungstext OGH 15.10.1981 13 Os 104/81
    Vgl auch; Beisatz: Körperkontakt erforderlich (T12)
  • 10 Os 86/81
    Entscheidungstext OGH 20.10.1981 10 Os 86/81
  • 12 Os 135/82
    Entscheidungstext OGH 04.11.1982 12 Os 135/82
  • 12 Os 142/84
    Entscheidungstext OGH 18.10.1984 12 Os 142/84
  • 9 Os 181/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 9 Os 181/84
    Beisatz: Das Herbeiführen wiederholter gezielter Einwirkungen unmittelbar auf die Geschlechtsteile des Täters, mag es sich dabei auch um Misshandlungsakte wie Fußtritte handeln, kann nicht als bloß flüchtige Berührung angesehen werden, ist daher tatbildlich im Sinn des § 207 Abs 1 StGB. (T13)
  • 13 Os 52/85
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 13 Os 52/85
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 12 Os 118/85
    Entscheidungstext OGH 19.09.1985 12 Os 118/85
    Vgl; Beis wie T4; Beis wie T3; Veröff: SSt 56/71
  • 9 Os 187/85
    Entscheidungstext OGH 18.12.1985 9 Os 187/85
    Vgl auch
  • 11 Os 76/86
    Entscheidungstext OGH 24.06.1986 11 Os 76/86
  • 9 Os 88/85
    Entscheidungstext OGH 17.09.1986 9 Os 88/85
    Vgl auch; Beisatz: Zur Geschlechtssphäre gehört zwar nicht der Bauch, wohl aber die Region unterhalb des Bauches in unmittelbarer Nähe des Geschlechtsteils, im Bereich der Schamhaare (Pubes), deren Berührung, wenngleich über einer dünnen (hautnahen) Kleidungsschicht (hier: Unterhose) zur Tatbildverwirklichung ausreicht (zu § 207 Abs 1 StGB). (T14)
  • 12 Os 133/86
    Entscheidungstext OGH 16.10.1986 12 Os 133/86
  • 10 Os 136/86
    Entscheidungstext OGH 02.12.1986 10 Os 136/86
    Beisatz: Die Gesäßregion zählt nicht zur unmittelbaren Geschlechtssphäre eines Menschen. (T15)
  • 12 Os 130/87
    Entscheidungstext OGH 19.11.1987 12 Os 130/87
    Vgl auch; Beisatz: Damit ist ein Missbrauch zur Unzucht vollendet. (T16)
  • 11 Os 151/88
    Entscheidungstext OGH 20.12.1988 11 Os 151/88
    Beisatz: Eine flüchtige Berührung würde den Voraussetzungen einer vollendeten Unzucht nicht genügen, sondern wäre, einen auf letztere gerichteten Tätervorsatz vorausgesetzt, nur als Versuch (hier: §§ 15, 207, 212 StGB) zu werten. (T17)
  • 12 Os 109/89
    Entscheidungstext OGH 14.09.1989 12 Os 109/89
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 12 Os 172/89
    Entscheidungstext OGH 08.03.1990 12 Os 172/89
    Vgl auch; Beisatz: Das Betasten der (voll entwickelten) nackten Brust des weiblichen Tatopfers war jedenfalls tatbildlich im Sinne des § 204 Abs 1 StGB aF (nunmehr § 202 Abs 1 StGB idF StGNov 1989). (T18)
  • 11 Os 37/90
    Entscheidungstext OGH 09.05.1990 11 Os 37/90
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 11 Os 47/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 11 Os 47/90
    Beisatz: Unzucht gleichwie "geschlechtliche Handlung" im Sinne des § 202 Abs 1 StGB nF. (T19) Veröff: JBl 1990,807
  • 15 Os 144/89
    Entscheidungstext OGH 07.08.1990 15 Os 144/89
  • 16 Os 21/90
    Entscheidungstext OGH 21.09.1990 16 Os 21/90
  • 14 Os 111/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 14 Os 111/90
  • 12 Os 29/91
    Entscheidungstext OGH 18.04.1991 12 Os 29/91
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 13 Os 84/92
    Entscheidungstext OGH 16.09.1992 13 Os 84/92
    Beisatz: Missbrauch zur Unzucht im Sinne des § 207 Abs 1 StGB erfordert ein Tatverhalten, das schon nach seinem objektiven Charakter zum Geschlechtsleben in einer solchen Beziehung steht, dass zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehörige, somit dem männlichen oder weiblichen Körper spezifisch eigentümliche Körperpartien des Opfers oder des Täters mit dem Körper des anderen in eine nicht bloß flüchtige und sexual sinnbezogene Berührung gebracht werden (Hinweis auf Leukauf/Steininger, Kommentar 3.Auflage, § 207 RN 5). (T20)
  • 13 Os 134/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 13 Os 134/94
    Beis wie T1; Beis wie T4
  • 14 Os 168/94
    Entscheidungstext OGH 13.12.1994 14 Os 168/94
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 15 Os 50/95
    Entscheidungstext OGH 11.05.1995 15 Os 50/95
    Vgl auch
  • 12 Os 179/95
    Entscheidungstext OGH 01.02.1996 12 Os 179/95
    Vgl auch
  • 13 Os 26/96
    Entscheidungstext OGH 08.05.1996 13 Os 26/96
    Vgl auch
  • 13 Os 87/96
    Entscheidungstext OGH 03.07.1996 13 Os 87/96
  • 12 Os 105/97
    Entscheidungstext OGH 28.08.1997 12 Os 105/97
    Beisatz: Wogegen sexuell indifferente Handlungen für sich allein noch nicht genügen (Leukauf/Steininger Komm3 § 207 RN 5, 6 und 7). (T21); Beisatz: Ein Massieren am Bauch "bis zum Brustansatz" sowie ein Streicheln beziehungsweise Massieren an den Schultern und am Rücken reichen in objektiver Hinsicht für die Verbrechensvollendung keinesfalls, für einen Versuch nicht ohne weiteres aus. (T22)
  • 13 Os 156/96
    Entscheidungstext OGH 09.07.1997 13 Os 156/96
    Beis wie T20; Beisatz: Hier: Betasten im Genitalbereich. (T23)
  • 13 Os 143/97
    Entscheidungstext OGH 24.09.1997 13 Os 143/97
  • 15 Os 112/98
    Entscheidungstext OGH 10.07.1998 15 Os 112/98
  • 14 Os 118/99
    Entscheidungstext OGH 12.10.1999 14 Os 118/99
    Beis wie T11; Beis wie T5 nur: Eine längere Dauer und besondere Intensität der unzüchtigen Handlungen ist nicht erforderlich. (T24) Beisatz: Hier: Auch das Massieren der Scheide und des Kitzlers stellt Unzucht dar, zumal das gewählte Tätigkeitswort eine gewisse über eine bloß flüchtige Berührung hinausgehende Dauer ausdrückt. (T25)
  • 15 Os 21/00
    Entscheidungstext OGH 13.04.2000 15 Os 21/00
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zum Begriff der geschlechtlichen Handlung: zu § 207 StGB (idF BGB/I 1998/153) (T26)
  • 13 Os 167/00
    Entscheidungstext OGH 07.03.2001 13 Os 167/00
    Vgl auch; Beisatz: Auch die digitale Analpenetration - deren prinzipielle Eignung als "sexualbezogene Handlung" unstrittig ist - ist grundsätzlich als eine dem Geschlechtsverkehr gleichzusetzende Handlung anzusehen. Die Intensität des sexuellen Eingriffs beziehungsweise die Gleichwertigkeit der Handlung mit einem Beischlaf ist dabei vor allem aus der Sicht des Opfers zu beurteilen, denn schließlich schützen die §§ 201 ff StGB dessen Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. (T27)
  • 14 Os 83/01
    Entscheidungstext OGH 04.09.2001 14 Os 83/01
    Vgl auch; Beisatz: Das Streicheln der Oberschenkel mit dem Ziel, den Genitalbereich des Mädchens zu berühren, ist eine Versuchshandlung. (T28)
  • 11 Os 4/04
    Entscheidungstext OGH 09.03.2004 11 Os 4/04
    Vgl auch; Beis ähnlich T14
  • 14 Os 126/04
    Entscheidungstext OGH 16.11.2004 14 Os 126/04
    Vgl; Beis ähnlich T27
  • 12 Os 46/05i
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 12 Os 46/05i
    Auch
  • 13 Os 62/06a
    Entscheidungstext OGH 11.10.2006 13 Os 62/06a
    Vgl auch
  • 14 Os 121/06k
    Entscheidungstext OGH 18.12.2006 14 Os 121/06k
    Auch; Beisatz: Hier: Berührung beider Brüste mit resultierendem emotionalem Ausnahmezustand. (T29)
  • 14 Os 142/06y
    Entscheidungstext OGH 12.06.2007 14 Os 142/06y
    Auch; Beisatz: Alle Angriffe, die - wie hier - die unmittelbare Geschlechtssphäre eines Unmündigen betreffen, sind unabhängig vom Entwicklungsgrad des Opfers unter der (fallbezogen festgestellten) Voraussetzung, dass es sich nicht um bloß flüchtige Berührungen handelt, als vollendetes Delikt des §207 Abs1 StGB zu verstehen (WK-StGB - 2 § 207 Rz 20). (T30)
  • 14 Os 33/12b
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 14 Os 33/12b
    Vgl; Beisatz: Hier: Berührung der Brüste trotz ausdrücklicher Vereinbarung bloß einer Rückenmassage. (T31)
  • 14 Os 20/25k
    Entscheidungstext OGH 05.03.2025 14 Os 20/25k
    vgl; Beisatz wie T13
  • 15 Os 65/25k
    Entscheidungstext OGH 16.07.2025 15 Os 65/25k
    vgl; Beisatz: Hier: Streicheln des Opfers an ihrer nackten Vulva mit der Hand. (T32)
  • 12 Os 22/26s
    Entscheidungstext OGH 24.03.2026 12 Os 22/26s
    vgl; Beisatz wie T11; Beisatz wie T30

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0096677

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.05.2026

Dokumentnummer

JJR_19760113_OGH0002_0120OS00164_7500000_004

Rechtssatz für 12Os80/72; 13Os88/72; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0098693

Geschäftszahl

12Os80/72; 13Os88/72; 9Os52/74; 12Os7/76; 11Os69/76; 10Os3/76; 12Os75/77; 9Os140/76; 10Os126/78; 12Os2/80; 11Os183/80; 12Os93/82; 9Os94/83; 11Os85/84; 12Os80/87; 13Os64/87; 12Os94/87; 13Os132/88; 14Os8/89; 12Os186/93; 12Os187/93 (12Os188/93; 12Os189/93); 13Os17/96; 13Os53/96 (13Os54/96); 11Os15/96; 15Os9/97; 15Os47/96; 15Os192/98; 11Os61/12y; 15Os166/12v; 17Os4/13m (17Os5/13h); 15Os139/13z; 12Os115/16b; 15Os16/20x; 14Os29/21b; 15Os95/25x; 12Os18/26b

Entscheidungsdatum

05.08.2026

Norm

StPO §260 Z1
StPO §281 Z3
StPO §281 Z5 B
  1. StPO § 260 heute
  2. StPO § 260 gültig ab 01.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. StPO § 260 gültig von 01.01.2008 bis 31.05.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 260 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StPO § 260 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.2001
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Wird der Zeitpunkt der Tat nicht auf den Tag genau festgestellt, wird weder der Nichtigkeitsgrund nach Paragraph 281, Ziffer 3, noch der nach Ziffer 5, StPO begründet, wenn die Tat im Urteilsspruch und Entscheidungsgründen hinlänglich individualisiert und eindeutig von anderen Taten unterscheidbar ist ("Anfang Juli 1971").

Entscheidungstexte

  • 12 Os 80/72
    Entscheidungstext OGH 14.07.1972 12 Os 80/72
  • 13 Os 88/72
    Entscheidungstext OGH 12.10.1972 13 Os 88/72
    Ähnlich; Beisatz: Keine genaue Wiedergabe der von einem nach § 146 StG Angeklagten bei der Verübung der Tat verwendeten Worte. (T1)
  • 9 Os 52/74
    Entscheidungstext OGH 10.07.1974 9 Os 52/74
    Ähnlich; Beisatz: August oder September 1972. (T2)
  • 12 Os 7/76
    Entscheidungstext OGH 20.04.1976 12 Os 7/76
    Ähnlich; Beisatz: Zueignung (bei § 133 StGB) in einem datumsmäßig zwischen der Übernahme des anvertrauten Gutes und dessen Verkauf in Eigenregie erfaßten Zeitraum ohne Feststellung eines exakten Tatzeitpunktes. (T3)
  • 11 Os 69/76
    Entscheidungstext OGH 11.06.1976 11 Os 69/76
    Beisatz: Ende Juli 1975, Geldbetrag von sechshundert Schilling nicht übersteigende Höhe. (T4)
  • 10 Os 3/76
    Entscheidungstext OGH 03.08.1976 10 Os 3/76
    Beis wie T3
  • 12 Os 75/77
    Entscheidungstext OGH 18.08.1977 12 Os 75/77
    Vgl auch; Beisatz: Bei wiederholt (nicht dauernd) gesetzten Tathandlungen ist der Zeitraum (einige oder mehrere Monate, Jahr usw) ohne Belang. (T5)
  • 9 Os 140/76
    Entscheidungstext OGH 14.10.1977 9 Os 140/76
    Vgl aber; Beisatz: Genaue Abgrenzung der Tatzeit nötig, wenn auf einen Tatzeitraum mehrere verschiedene Vorschriften anzuwenden wären (hier: StGB - StG); im Zweifelsfall muß die Tatzeit in die Zeit der günstigeren Norm verlegt werden. (T6)
    Veröff: SSt 48/76
  • 10 Os 126/78
    Entscheidungstext OGH 19.07.1978 10 Os 126/78
    Beisatz: So schon RZ 1937,435. (T7)
  • 12 Os 2/80
    Entscheidungstext OGH 06.03.1980 12 Os 2/80
    Beisatz: Hier: Nur Endzeitpunkt eines Dauerdelikts (§ 36 Abs 1 lit a WaffG). (T8)
  • 11 Os 183/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 183/80
    Vgl auch; Beis ähnlich T5
  • 12 Os 93/82
    Entscheidungstext OGH 09.09.1982 12 Os 93/82
    Vgl auch
  • 9 Os 94/83
    Entscheidungstext OGH 20.09.1983 9 Os 94/83
    Vgl auch
  • 11 Os 85/84
    Entscheidungstext OGH 03.07.1984 11 Os 85/84
    Vgl
  • 12 Os 80/87
    Entscheidungstext OGH 13.08.1987 12 Os 80/87
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T5
  • 13 Os 64/87
    Entscheidungstext OGH 10.09.1987 13 Os 64/87
    Vgl auch; Beisatz: Die Tat muß nicht zwingend nach Zeit und Ort gekennzeichnet werden. (T9)
    Veröff: JBl 1988,257
  • 12 Os 94/87
    Entscheidungstext OGH 03.03.1988 12 Os 94/87
    Vgl auch
  • 13 Os 132/88
    Entscheidungstext OGH 20.10.1988 13 Os 132/88
    Vgl auch
  • 14 Os 8/89
    Entscheidungstext OGH 01.02.1989 14 Os 8/89
    Vgl; Beisatz: Entscheidende Bedeutung jedoch dann, wenn der Tatzeitraum einziges - eine abermalige Verfolgung wegen derselben Tat ausschließendes - Abgrenzungskriterium ist. (T10)
  • 12 Os 186/93
    Entscheidungstext OGH 27.01.1994 12 Os 186/93
    Vgl auch
  • 12 Os 187/93
    Entscheidungstext OGH 07.04.1994 12 Os 187/93
    Vgl auch
  • 13 Os 17/96
    Entscheidungstext OGH 10.04.1996 13 Os 17/96
    Vgl auch
  • 13 Os 53/96
    Entscheidungstext OGH 12.06.1996 13 Os 53/96
    Vgl auch
  • 11 Os 15/96
    Entscheidungstext OGH 06.08.1996 11 Os 15/96
    Vgl auch
  • 15 Os 9/97
    Entscheidungstext OGH 24.04.1997 15 Os 9/97
    Vgl auch
  • 15 Os 47/96
    Entscheidungstext OGH 27.06.1996 15 Os 47/96
    Beisatz: "Etwa um den 7.1.1995" (T11)
  • 15 Os 192/98
    Entscheidungstext OGH 28.01.1999 15 Os 192/98
    Auch
  • 11 Os 61/12y
    Entscheidungstext OGH 09.10.2012 11 Os 61/12y
    Auch
  • 15 Os 166/12v
    Entscheidungstext OGH 20.03.2013 15 Os 166/12v
    Beis wie T5
  • 17 Os 4/13m
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 4/13m
    Vgl
  • 15 Os 139/13z
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 15 Os 139/13z
  • 12 Os 115/16b
    Entscheidungstext OGH 04.11.2016 12 Os 115/16b
    Auch
  • 15 Os 16/20x
    Entscheidungstext OGH 18.05.2020 15 Os 16/20x
    Vgl
  • 14 Os 29/21b
    Entscheidungstext OGH 29.06.2021 14 Os 29/21b
    Vgl
  • 15 Os 95/25x
    Entscheidungstext OGH 15.10.2025 15 Os 95/25x
    vgl
  • 12 Os 18/26b
    Entscheidungstext OGH 05.08.2026 12 Os 18/26b
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0098693

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2026

Dokumentnummer

JJR_19720714_OGH0002_0120OS00080_7200000_003

Entscheidungstext 11Os183/80

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

11Os183/80

Entscheidungsdatum

09.09.1981

Anmerkung

E03349

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 9. September 1981

unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Piska und in Gegenwart der Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Kießwetter, Dr. Walenta, Dr. Schneider und Dr. Reisenleitner als Richter sowie des Richteramtsanwärters Dr. Schramm als Schriftführer in der Strafsache gegen Johann A wegen des Verbrechens der teils vollendeten, teils versuchten Unzucht mit Unmündigen nach den Paragraphen 207, Absatz eins und 15 StGB sowie einer anderen strafbaren Handlung über die vom Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck als Schöffengericht vom 4. Juli 1980, GZ 35 römisch fünf r 1.223/77-105, erhobene Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung nach öffentlicher Verhandlung, nach Anhörung des Vortrages des Berichterstatters, Hofrat des Obersten Gerichtshofes Dr. Kießwetter, der Ausführungen des Verteidigers Dr. Krall und der Ausführungen des Vertreters der Generalprokuratur Generalanwalt Dr. Strasser zu Recht erkannt:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird verworfen.

Die Berufung wird zurückgewiesen.

Gemäß dem Paragraph 390, a StPO fallen dem Angeklagten auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde der Sonderschuldirektor Johann A zu Punkt römisch eins A und B des Schuldspruches des Verbrechens der teils vollendeten und teils versuchten Unzucht mit Unmündigen nach den Paragraphen 207, Absatz eins

(erster Fall) und 15 StGB, zu Punkt römisch zwei A und B des Schuldspruches des Vergehens des teils vollendeten, teils versuchten Mißbrauches eines Autoritätsverhältnisses nach den Paragraphen 212, Absatz eins und 15 StGB schuldig erkannt.

Es liegt ihm zur Last, in der Zeit vom Jahr 1968 bis zum Schuljahr 1976 aus 1977, (einschließlich) während des Schulunterrichtes aus sexueller Motivation insgesamt zwälf seiner Schülerinnen, teils zu wiederholten Malen, davon neun im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren, von diesen eine (Karoline B) gleich drei weiteren Schülerinnen (Marina C, Karin D und Gerlinde E) auch nach Vollendung ihres 14. Lebensjahres, durch Abtasten, Betasten, Streicheln, Ergreifen oder Erfassen der Brüste, die Schülerin Manuela F (Punkt römisch eins A 2 des Schuldspruches) auch durch Betasten des Geschlechtsteils, jeweils über der Kleidung, mißbraucht (Punkt römisch eins A und römisch zwei A des Schuldspruches) sowie in vier weiteren Fällen, in denen das Erstgericht davon ausging, daß die Brüste der Mädchen, darunter der bereits erwähnten Karin D, zu den entsprechenden Tatzeiten noch völlig unentwickelt gewesen waren, durch Ergreifen und Streicheln der Brust, ebenfalls über den Kleidern, zu mißbrauchen versucht zu haben (Punkt römisch eins B und römisch zwei B des Schuldspruches).

Dieses Urteil bekämpft der Angeklagte mit einer auf die Nichtigkeitsgründe der Ziffer 3, 5, 9, Litera a,, 9 Litera b und 10 des Paragraph 281, Absatz eins, StPO gestützten Nichtigkeitsbeschwerde.

Rechtliche Beurteilung

Dem auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO gestützten Beschwerdeeinwand mangelnder Verlesung der Ausdehnung der Anklage laut ON 32/Seite 144/I, ON 51 (in der Beschwerde unrichtig: ON 57) Seite 233/I, ON 85/Seite 205/II in Verbindung mit ON 83/Seite 197/II und ON/93 Seite 245/II ist durch den Beschluß des Landesgerichtes Innsbruck vom 30. Oktober 1980, ON 111, demzufolge das Protokoll über die Hauptverhandlung (ON 104/Seite 286/II) im Sinn der Verlesung der erwähnten Aktenstellen, in welchen die Anklageausdehnungen beurkundet sind, ergänzt wurde, die Anfechtungsgrundlage entzogen.

Der Auffassung des Beschwerdeführers zuwider ist das Ersturteil auch nicht deshalb mit dem geltend gemachten Nichtigkeitsgrund behaftet, weil in der Hauptverhandlung das im ersten Rechtsgang gefällte Urteil ON 86 mit den in Rechtskraft erwachsenen Freisprüchen zu den Punkten römisch eins 1, 2 und (insoweit) römisch zwei der ursprünglichen Anklage ON 27 (Fakten G und H) nicht verlesen wurde.

Abgesehen davon, daß die erwähnten rechtskräftigen Freisprüche ohnehin aus dem in der Hauptverhandlung verlesenen (ON 104/Seite 290/II) Urteil des Obersten Gerichtshofes ON 96 d.A hervorgehen, ist unter einem gemäß dem Paragraph 244, StPO bei sonstiger Nichtigkeit zu verlesenden Erkenntnis, nach welchem ein Anklagepunkt zu entfallen hat (also nicht Gegenstand der Hauptverhandlung und des zu fällenden Urteiles werden soll), nur eine Entscheidung über einen Anklageeinspruch (Paragraph 213, Absatz 2, StPO) zu verstehen vergleiche auch die Formulierung der analogen Bestimmung des Paragraph 307, StPO für das geschwornengerichtliche Verfahren), nicht aber ein rechtskräftiger Freispruch von einem Teil der Anklage.

Aus dem Nichtigkeitsgrund der Ziffer 5, des Paragraph 281, Absatz eins

StPO bekämpft der Beschwerdeführer mit der Einwendung teilweiser Aktenwidrigkeit sowie fehlender und unzureichender Begründung vorerst die Urteilsannahme, die unter den Punkten römisch eins A und römisch zwei A des Schuldspruches angeführten Mädchen hätten ihren Angaben nach zu den Tatzeiten bereits entwickelte Brüste gehabt (Urteilsseite 10 = S 300, Bd römisch zwei d.A).

Die Rüge betrifft keine entscheidenden Tatsachen.

Der Beschwerdeführer irrt, wie auch in teilweiser, vorwegnehmender Behandlung seiner Rechtsrügen klarzustellen ist, über das Wesen der (vollendeten) Mißbrauch eines(r) Unmündigen zur Unzucht begründenden Tathandlung nach dem Paragraph 207, Absatz eins, erster Fall StGB.

Unter Unzucht bzw unzüchtiger Handlung ist eine Handlung sexueller Art und Tendenz von bestimmter, sozial stärender Erheblichkeit zu verstehen vergleiche auch Pallin im Wiener Kommentar, RZ 6 zu Paragraph 207, StGB). Vollendeter Mißbrauch zur Unzucht in diesem Sinn kann bei nicht bloß flüchtiger, auch äußerlich auf das Geschlechtliche bezogener Berührung von zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehörigen Körperpartien vorliegen. In der oberstgerichtlichen Rechtsprechung wurde deshalb schon bisher Deliktsverwirklichung nach dem ersten Fall des Paragraph 207, Absatz eins, StGB bei - wenngleich über den Kleidern stattgefundener - Betastung auch erst ansatzweise entwickelter Brüste unmündiger (in den Anlaßfällen elfbis vierzehnjähriger) Mädchen bejaht (zuletzt ÖJZ-LSK 1980/

27; 11 Os 182/79, 38/80, 12 Os 123/80). Ob die Brustgegend eines unmündigen Mädchens bereits zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehört, deren Berührung auch nach außen hin sexual sinnbezogen erscheinen kann, hängt nicht generell und ausschließlich davon ab, ob die physische Entwicklung eines Mädchens gerade in dieser Körperregion so weit fortgeschritten ist, daß seine Brüste als Sekundärmerkmale weiblicher Geschlechtlichkeit bereits (deutlich) ausgeprägt sind. Vielmehr kommt es für die Bejahung sexuellen Mißbrauches eines, diesem Angriff ja in seiner gesamten Persönlichkeit und nichr loß mit einzelnen Körperteilen unterliegenden unmündigen Mädchens in der Bedeutung des Unzuchtsbegriffes des Tatbildes des Paragraph 207, Absatz eins, StGB, dessen genereller Schutzzweck in der ungestörten sittlichen und sexuellen Entwicklung von Personen unter vierzehn Jahren gelegen ist vergleiche auch EBRV zum StGB, S 349, sowie, bei ähnlicher Rechtslage, Schönke-Schräder20, RN 1 zu Paragraph 176, dStGB), nur darauf an, ob das betreffende Mädchen insgesamt eine solche körperliche Reife erreicht hat, daß damit das - nicht bloß flüchtige - Berühren im Brustbereich, welcher diesfalls, ebenso wie bei reifen Frauen, ohne Rücksicht auf die Ausbildung der Brustdrüsen schon biologisch der Geschlechtsregion zuzurechnen ist, sich auch objektiv als Handlung darstellt, deren Beziehung zum Sexualleben nicht nur gedacht, sondern ihrer Art nach gegeben ist, sowie ob sie als solche einem Mädchen bewußt werden kann und, insbesondere im Hinblick auf die abstrakte Eignung zur Gefährdung der sittlichen und sexuellen Entwicklung der Unmündigen, nach der Auffassung von mit rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen gemeiniglich als grob sozialstörend empfunden wird. Den eben entwickelten Kriterien zum Unzuchtsbegriff des Paragraph 207, StGB entsprechen aber die vorliegend festgestellten Tathandlungen des Abund Betastens, Streichelns, Ergreifens oder Erfassens der auch noch nicht (voll) entwickelten Brust von bereits im Stadium der Geschlechtsreifung befindlichen Mädchen. Auf das (individuell oft sehr differierende und in seiner Beurteilung häufig auch von verschieden gearteter subjektiver Wertung abhängige) Entwicklungsstadium der Brust allein kommt es in solchen Fällen nicht an.

Demnach ist der von der Beschwerde unter dem Gesichtspunkt einer Aktenwidrigkeit gerügte Gegensatz zwischen der erstgerichtlichen Annahme entwickelter Brüste und den Angaben der Zeuginnen Manuela F, Marina C und Karin D (Punkte römisch eins A 2, römisch zwei A 1 und römisch zwei A 3 des Schuldspruches), sie hätten zu den Tatzeiten noch 'keine Brust (Busen)' gehabt, nicht von Bedeutung.

Keine entscheidungswesentlichen Umstände betrifft deshalb auch der einschlägige Beschwerdevorwurf mangelnder Begründung in den Fällen römisch eins A 1 und 4 (Monika römisch eins und Christine J) sowie unzureichender Begründung zu den Fakten römisch eins A 3, 5, 6, 9 und römisch zwei A 4 (Manuela K, Iris L, Anna M, Monika N und Gerlinde E) des Schuldspruches.

Davon abgesehen ist die Feststellung entwickelter (d h zumindest in Entwicklung begriffener) Brüste in Ansehung der Monika römisch eins und Christine J (Punkt römisch eins A 1 und 4 des Schuldspruches) in den Aussagen dieser Zeuginnen begründet. Sprachen doch beide davon, daß sie zu den Tatzeiten bereits einen Büstenhalter getragen hatten, Christine J überdies ausdrücklich auch von einem Betasten ihrer 'beiden Brüste' (ON 12, ON 20, ON 32/Seiten 123, 132 f/I, ON 45/Seite 201/I, ON 104/Seiten 288 f/II), was eine entsprechende körperliche Entwicklung der Schülerinnen voraussetzt.

Eine eben solche zumindest ansatzweise Ausbildung der Brüste ist aber mit gleicher Deutlichkeit gerade den von der Beschwerde ins Treffen geführten Zeugenaussagen zu den Fällen laut Punkten römisch eins A 3, 5, 6, 9 und römisch zwei A 4 des Schuldspruches zu entnehmen. Worin der von der Beschwerde gerügte Mangel einer hinreichenden Begründung für die Feststellung entwickelter Brüste der Zeugin Silvia O und für die Annahme der Tatzeit in diesem Fall mit dem Jahre 1968 (Punkt römisch eins A 8 des Schuldspruches) gelegen sein soll, ist nicht ersichtlich.

Bekundete doch diese am 16. August 1957 geborene Zeugin, wie die Beschwerde selbst zitiert, einmal im Alter von elf oder zwälf Jahren (also etwa in den Jahren 1968 oder 1969) vom Beschwerdeführer mißbraucht worden zu sein und im Alter von zwälf Jahren bereits eine voll entwickelte Brust gehabt zu haben (ON 78/Seite 184/II in Verbindung mit ON 104/Seite 289/II). Zu diesen Angaben stehen aber die vom Beschwerdeführer bekämpften Feststellungen in keinerlei Gegensatz.

Gleichfalls nicht begründet ist der weitere Vorwurf einer Aktenwidrigkeit der angeblichen Urteilsfeststellung zum selben Schuldspruch (Punkt römisch eins A 8), wonach Silvia O angegeben haben soll, der Beschwerdeführer habe während der Unterrichtsstunden ihre Brüste betastet, gestreichelt und fallweise auch gedrückt. Die gerügte Feststellung (Urteilsseite 9 = S 299/II d.A) gibt nämlich lediglich das Gesamtverhalten des Beschwerdeführers gegenüber einer Reihe von Schülerinnen, ohne Individualisierung des Einzelfalles wieder, wie es sich zum Faktum römisch eins A 8 konkret aus dem, in diesem Fall durch die zitierten Aussagen der Zeugin Silvia O (ON 54/Seiten 89, 91/II, ON 78/Seiten 184

f/II in Verbindung mit ON 104/Seite 289/II) voll gedeckten, Urteilsspruch ergibt, der mit den Urteilsgründen eine Einheit bildet und auf den in den Gründen audrücklich verwiesen wird (Urteilsseite 9).

Gegen den Schuldspruch zu Punkt römisch eins A 2 wegen mehrmaligen Streichelns der am 23. Oktober 1963 geborenen Manuela F an der Brust sowie wegen Betastens ihres Geschlechtsteils in den Schuljahren 1975/76 und 1976/77, wendet der Beschwerdeführer in Ansehung des Betastens Aktenwidrigkeit im Ausspruch über die Tatzeit sowie sinngemäß Unvollständigkeit der Begründung infolge Unterbleibens einer Erörterung der im Vorverfahren abgelegten Aussagen der Zeugin Manuela F (ON 19) ein, am 'Unterleib' abgegriffen worden zu sein. Der aufgezeigte Widerspruch des Urteils zur Aussage der Zeugin, derzufolge das Betasten ihres Geschlechtsteils in das Jahr 1971 zu verlegen wäre, betrifft keinen entscheidungswesentlichen Umstand, weil die zeitliche Divergenz weder für die rechtliche Subsumtion des erwähnten Verhaltens, dessen sexuelle Sinnbezogenheit und sozialer Störwert bei der gegebenen Fallkonstellation außer jedem Zweifel steht, noch für die Verjährungsfrage (siehe hiezu die Ausführungen in dem im ersten Rechtsgang gefällten Urteil des Obersten Gerichtshofes ON 96/Seite 260 f/II) von Bedeutung ist. Zwischen den ersten Angaben der Zeugin Manuela F, der Angeklagte habe sie am 'Unterleib' abgegriffen (ON 19), und deren späteren Depositionen (ON 32/Seite 128 f/I, ON 45/Seite 200/I), wonach ihr der Angeklagte auf den Geschlechtsteil gegriffen habe, besteht kein erörterungsbedürftiger Gegensatz, weil es sich nur um eine Präzisierung der ursprünglichen Darstellung handelt. Fehl gehen aber auch die Rügen einer Aktenwidrigkeit und einer unzureichenden Begründung in bezug auf die den Gegenstand der Schuldspruchfakten römisch eins A 7 und römisch zwei A 2 bildenden Unzuchtshandlungen hinsichtlich Karoline B sowie des Mangels einer Begründung für die festgestellten Tatzeiten aller übrigen Fakten außer den insoweit schon erörterten Punkten römisch eins A 2 und 8.

Zunächst gründen sich sämtliche Zeitannahmen auf entsprechende (Ungefähr-)Angaben der im Verfahren vernommenen Schülerinnen und sind schon dadurch gedeckt. Bei dem im Urteilsspruch zu Punkt römisch zwei A 2 als Beginn des Tatzeitraumes angeführten Jahr 1963 (statt 1973) handelt es sich, wie auch die Beschwerde sinngemäß einräumt, um einen bloßen Schreibfehler. Einer näheren Begründung zu den Tatzeiten bedurfte es angesichts der dem Erstgericht nach dem Gesetz obliegenden gedrängten Darstellung seiner Entscheidungsgründe (Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO) unter diesen Umständen nicht.

Wenn das Erstgericht, ausgehend von den bereits erwähnten Aussagen der Zeugin Silvia O über den Zeitpunkt, zu welchem sie selbst (im Alter von elf oder zwälf Jahren) vom Beschwerdeführer mißbraucht worden war, also etwa in den Jahren 1968 oder 1969, und ihren weiteren Angaben, ungefähr zur gleichen Zeit einen ähnlichen Mißbrauch Karoline B beobachtet zu haben (ON 78/Seite 184/II in Verbindung mit ON 104/Seite 289/II), sowie von der nicht nur aus den früheren Angaben der Zeugin O (ON 54/ Seiten 89 und 91/II in Verbindung mit ON 104/Seite 289/II), sondern auch aus jenen der Zeugin Marina C (ON 71 in Verbindung mit ON 104/Seite 289/II), hervorgehenden Wiederholung des geschlechtlichen Mißbrauchs der Schülerin B derartige Tathandlungen des Beschwerdeführers für die Jahre 1968 bis 1974 (Zeitpunkt der Schulentlassung B laut ON 102: 6. Juli 1974) als erwiesen annahm (Urteilsseiten 3 - 5, 11, 13), so haftet dem Urteil ein Begründungsmangel formaler Natur auch in diesem Zusammenhang nicht an. Daß der Beschwerdeführer nach den Angaben der Zeugin C die Klasse, in welcher sich auch Karoline B befand, nur bis einschließlich des Schuljahres 1972/73 unterrichtet hatte (ON 71/Seite 170 oben/II), demnach richtigerweise das Ende des Tatzeitraumes im Faktum römisch zwei A 2 mit Sommer 1973 anzusetzen gewesen wäre, stellt sich aus den bereits dargelegten Gründen und weil sie keine Einschränkung der für erwiesen angenommenen, zahlenmäßig nicht erfaßten und zeitlich nur grob eingegrenzten Delinquenz des Angeklagten bedeutet, als nicht entscheidungswesentlich dar und bewirkt daher auch nicht die behauptete formelle Urteilsnichtigkeit. Im übrigen bedurfte es angesichts der im wesentlichen übereinstimmenden Aussagen der Zeugen O und C keiner Erörterung des Umstandes, daß der Mißbrauch Karoline B von anderen Zeugen nicht beobachtet worden war. Denn das Unterbleiben derartiger Beobachtungen von Mißbrauchshandlungen während des Unterrichtes seitens anderer Schülerinnen schließt ein solches Verhalten des Angeklagten keineswegs aus und steht daher einer positiven Wertung der Aussagen der Zeuginnen O und C durch das Erstgericht weder nach der Logik noch nach allgemeiner Erfahrung entgegen. Insofern stellt der einschlägige Beschwerdeeinwand einer Unvollständigkeit der Begründung nichts anderes dar als eine unzulässige Bekämpfung der freien Beweiswürdigung des Schöffengerichtes, welches den Angaben dieser beiden Zeuginnen Glaubwürdigkeit beimaß.

Somit erweist sich die Mängelrüge zur Gänze als nicht stichhältig. Ohne Erfolg müssen aber auch die zum Teil überdies nicht gesetzmäßig ausgeführten Rechtsrügen bleiben, mit welchen unter Anrufung der Nichtigkeitsgründe der Ziffer 10, 9, Litera a und 9

Litera b, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO geltend gemacht wird, daß (auch) die von den Punkten römisch eins A 1 bis 6, 8, 9 und römisch zwei A 1, 3 und 4 des Schuldspruches erfaßte 'bloß oberflächliche und flüchtige Betastung nicht entwickelter Mädchenbrüste' lediglich den Versuch des Deliktes nach dem Paragraph 207, Absatz eins, erster Fall StGB bzw des, damit teils in Tateinheit begangenen, Deliktes nach dem Paragraph 212, Absatz eins, StGB darstelle, eine solche flüchtige Berührung unentwickelter Brüste jedoch straflosen Versuch im Sinn des Paragraph 15, Absatz 3, StGB bedeute und davon abgesehen der Beschwerdeführer in allen Fällen freiwillig von einer Deliktsvollendung Abstand genommen hätte, sodaß ihm der Strafaufhebungsgrund des Paragraph 16, Absatz eins, StGB zugute käme. Nicht gesetzmäßig ausgeführt sind diese Rechtsrügen insofern, als der Beschwerdeführer dabei die bereits behandelten mängelfreien Urteilsfeststellungen über die Art der Berührungen außer acht läßt. Die Annahme eines Streichelns, Betastens bzw Abtastens sowie des Erfassens und Ergreifens der Brust schließt aber eine Wertung im Sinn einer bloß flüchtigen Berührung, wie sie der Beschwerdeführer reklamiert, aus vergleiche auch 12 Os 123/80, 13 Os 158/80). Darüber hinaus kommt es für die Frage der Abgrenzung des Versuches von der Deliktsvollendung, wie schon erörtert wurde, nicht auf das Stadium der Ausbildung der Brüste der Tatopfer an, sondern nur darauf, ob die Mädchen sich zumindest im pubertären Alter befanden und deshalb die sexuelle Sinnbezogenheit der Berührungen im Brustbereich vom äußeren Entwicklungszustand dieser erogenen Zone unabhängig objektiv zutage trat. Da letzteres in allen schuldspruchgegenständlichen Fällen, und zwar auch in jenen, die das Erstgericht - im Hinblick auf das dem Alter der Schülerinnen zwischen elf und vierzehn Jahren entsprechende allgemeine Entwicklungsstadium in geschlechtlicher Hinsicht rechtsirrtümlich - bloß als Versuch beurteilte (Punkt römisch eins B und römisch zwei B), zutrifft, fällt dem Beschwerdeführer richtigerweise der mit der Begehung der Unzuchtshandlung vollendete (s Pallin aaO RZ 11 zu Paragraph 207, StGB) Mißbrauch von Unmündigen zur Unzucht nach dem ersten Fall des Paragraph 207, Absatz eins

StGB und ein damit in Tateinheit begangener (ebenso vollendeter) Mißbrauch des Autoritätsverhältnisses nach dem Paragraph 212, Absatz eins, StGB zur Last.

Im wesentlichen die gleichen Erwägungen gelten für den Mißbrauch von Schülerinnen nach der Vollendung ihres 14. Lebensjahres, selbst wenn ihre Brüste noch nicht wenigstens ansatzweise ausgebildet gewesen sein sollten (Punkt römisch zwei A 1 und 3 des Schuldspruches). Auch hier kommt aus den angeführten Gründen dem festgestellten Streicheln bzw Erfassen der Brust objektive Sexualbezogenheit mit - schon im Hinblick auf die Ausnützung des durch den Schulbesuch begründeten Abhängigkeitsverhältnisses - erheblichem sozialen Störwert zu. Angesichts der somit in allen Fällen stattgefundenen Deliktsvollendung gehen sämtliche, teils absolute Untauglichkeit eines Versuches, teils freiwilligen Rücktritt vom Versuch relevierenden (weiteren) Beschwerdeeinwendungen ins Leere. Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher zu verwerfen.

Da der Angeklagte seine Berufung nicht rechtzeitig ausführte und es auch bei der Anmeldung dieses Rechtsmittels unterlassen hatte, die Punkte des Erkenntnisses, durch die er sich beschwert findet, deutlich und bestimmt zu bezeichnen, war hierüber gemäß dem Paragraph 294, Absatz 2, StPO spruchgemäß zu entscheiden.

Der Kostenausspruch beruht auf der zitierten Gesetzesstelle.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:0110OS00183.8.0909.000

Dokumentnummer

JJT_19810909_OGH0002_0110OS00183_8000000_000