Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2020/13/0006

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2020/13/0006

Entscheidungsdatum

11.09.2020

Index

E1E
37/01 Geldrecht Währungsrecht
37/02 Kreditwesen
59/04 EU - EWR

Norm

InvFG 1993 §42
12010E063 AEUV Art63

Rechtssatz

Nach dem hier noch anwendbaren vergleiche Paragraph 198, Absatz 2, Investmentfondsgesetz 2011) Paragraph 42, InvFG galt, ungeachtet der Rechtsform, als ausländischer Kapitalanlagefonds jedes einem ausländischen Recht unterstehende Vermögen, das nach dem Gesetz, der Satzung oder der tatsächlichen Übung nach den Grundsätzen der Risikostreuung angelegt ist. Zu dieser Bestimmung hat der VwGH ausgesprochen, dass sie als gegen die Kapitalverkehrsfreiheit verstoßend zu beurteilen ist, da (jedenfalls im hier zu beurteilenden Zeitraum) Vermögen nach den Grundsätzen der Risikostreuung im Inland auch im Wege einer (auch steuerlich als solcher behandelten) Kapitalgesellschaft angelegt werden konnte vergleiche z.B. Marschner, Investmentfonds in Fallbeispielen², Rz 4506; Mühlehner in Macher/Buchberger/Kalss/Oppitz, Kommentar zum Investmentfondsgesetz², vor Paragraphen 186 -, 188,, Rz 60; vergleiche auch Oppitz in Apathy/Iro/Koziol, Österreichisches Bankvertragsrecht VI², Rz 3/8). Dass ausländischem Recht unterstehendes Vermögen hingegen nur im Wege eines Kapitalanlagefonds angelegt werden kann, führt zu einer Ungleichbehandlung, die Gebietsfremde von Investitionen in Österreich abhalten könnte vergleiche näher VwGH 12.9.2018, Ra 2017/13/0027; vergleiche auch VwGH 11.12.2003, 99/14/0081, VwSlg 7885 F/2003).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2020130006.L01

Im RIS seit

10.11.2020

Zuletzt aktualisiert am

10.11.2020

Dokumentnummer

JWR_2020130006_20200911L01

Rechtssatz für Ra 2020/13/0006

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2020/13/0006

Entscheidungsdatum

11.09.2020

Index

E1E
E6J
39/03 Doppelbesteuerung
59/04 EU - EWR

Norm

DBAbk Kanada 1981
12010E063 AEUV Art63
62008CJ0436 Haribo VORAB
62011CJ0338 Santander Asset Management SGIIC VORAB
62012CJ0190 Emerging Markets Series of DFA Investment Trust Company VORAB
62017CJ0135 X VORAB

Rechtssatz

Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des EuGH, dass Artikel 63, AEUV Maßnahmen verbietet, die geeignet sind, Gebietsfremde von Investitionen in einem Mitgliedstaat oder die dort Ansässigen von Investitionen in anderen Staaten abzuhalten vergleiche etwa EuGH 10.2.2011, Haribo Lakritzen Hans Riegel und Österreichische Salinen, C-436/08 und C-437/08, Rn. 50; 10.5.2012, Santander Asset Management u.a., C-338/11 bis C-347/11, Rn. 15; 26.2.2019, römisch zehn (In Drittländern ansässige Zwischengesellschaften), C-135/17, Rn. 55; vergleiche auch VwGH 26.1.2017, Ro 2015/15/0022, Rn. 21). Der Kapitalverkehr in Bezug auf Drittstaaten fügt sich zwar in einen anderen rechtlichen Kontext ein als in die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten vergleiche neuerlich EuGH Santander Asset Management u.a., Rn. 54; römisch zehn (In Drittländern ansässige Zwischengesellschaften), Rn. 90). Im vorliegenden Fall bestehen aber aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit Kanada vertragliche Verpflichtungen, die einen rechtlichen Rahmen für die Zusammenarbeit und Mechanismen zum Austausch von Informationen begründen, die es den österreichischen Steuerbehörden tatsächlich ermöglichen, gegebenenfalls die Richtigkeit der Informationen in Bezug auf die in Kanada ansässige Gesellschaft zu überprüfen vergleiche hiezu neuerlich EuGH römisch zehn (In Drittländern ansässige Zwischengesellschaften), Rn. 94). Die Beurteilung der Vergleichbarkeit hat allein auf der Ebene des Anlageinstruments zu erfolgen, sodass die Auswirkungen einer Beschränkung in der Regel nicht dadurch neutralisiert werden könnten, dass Anleger die erhobene Quellensteuer auf ihre eigene persönliche Steuerschuld anrechnen lassen könnten vergleiche EuGH 10.4.2014, Emerging Markets Series of DFA Investment Trust Company, C-190/12, Rn. 63 f).

Gerichtsentscheidung

EuGH 62008CJ0436 Haribo VORAB
EuGH 62011CJ0338 Santander Asset Management SGIIC VORAB
EuGH 62012CJ0190 Emerging Markets Series of DFA Investment Trust Company VORAB
EuGH 62017CJ0135 X VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2020130006.L02

Im RIS seit

10.11.2020

Zuletzt aktualisiert am

10.11.2020

Dokumentnummer

JWR_2020130006_20200911L02

Rechtssatz für Ra 2020/13/0006

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2020/13/0006

Entscheidungsdatum

11.09.2020

Index

E1E
E6J
59/04 EU - EWR

Norm

12010E063 AEUV Art63
62017CJ0135 X VORAB

Rechtssatz

Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des EuGH, dass bestimmte Gründe Beschränkungen der Kapitalverkehrsfreiheit rechtfertigen können vergleiche etwa EuGH 26.2.2019, römisch zehn (In Drittländern ansässige Zwischengesellschaften), C-135/17, Rn. 59 ff; vergleiche auch VwGH 26.1.2017, Ro 2015/15/0022, Rn. 34).

Gerichtsentscheidung

EuGH 62017CJ0135 X VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2020130006.L03

Im RIS seit

10.11.2020

Zuletzt aktualisiert am

10.11.2020

Dokumentnummer

JWR_2020130006_20200911L03