Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 90/15/0158

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Sammlungsnummer

VwSlg 6664 F/1992

Geschäftszahl

90/15/0158

Entscheidungsdatum

30.03.1992

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein;
32/04 Steuern vom Umsatz;

Norm

UStG 1972 §1 Abs1 Z1;
UStG 1972 §10 Abs2 Z19;
UStG 1972 §10;
UStG 1972 §3 Abs1;
UStG 1972 §3 Abs9;
VwRallg;
  1. UStG 1972 § 10 gültig von 21.04.1993 bis 31.12.1994 aufgehoben durch BGBl. Nr. 663/1994
  2. UStG 1972 § 10 gültig von 31.12.1991 bis 20.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 695/1991
  3. UStG 1972 § 10 gültig von 30.12.1989 bis 30.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  4. UStG 1972 § 10 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 410/1988
  5. UStG 1972 § 10 gültig von 18.07.1987 bis 29.07.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 312/1987
  6. UStG 1972 § 10 gültig von 13.03.1987 bis 17.07.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 80/1987
  7. UStG 1972 § 10 gültig von 24.10.1986 bis 12.03.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 562/1986
  8. UStG 1972 § 10 gültig von 01.10.1986 bis 23.10.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 155/1986
  9. UStG 1972 § 10 gültig von 22.12.1984 bis 30.09.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 531/1984
  10. UStG 1972 § 10 gültig von 14.12.1983 bis 21.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 587/1983
  11. UStG 1972 § 10 gültig von 27.11.1982 bis 13.12.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 570/1982
  12. UStG 1972 § 10 gültig von 20.12.1980 bis 26.11.1982 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 563/1980
  13. UStG 1972 § 10 gültig von 01.01.1980 bis 19.12.1980 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 550/1979
  14. UStG 1972 § 10 gültig von 30.12.1977 bis 31.12.1979 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 645/1977
  15. UStG 1972 § 10 gültig von 16.04.1976 bis 29.12.1977 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 143/1976
  16. UStG 1972 § 10 gültig von 31.12.1975 bis 15.04.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 636/1975
  17. UStG 1972 § 10 gültig von 01.01.1973 bis 30.12.1975
  1. UStG 1972 § 10 gültig von 21.04.1993 bis 31.12.1994 aufgehoben durch BGBl. Nr. 663/1994
  2. UStG 1972 § 10 gültig von 31.12.1991 bis 20.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 695/1991
  3. UStG 1972 § 10 gültig von 30.12.1989 bis 30.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  4. UStG 1972 § 10 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 410/1988
  5. UStG 1972 § 10 gültig von 18.07.1987 bis 29.07.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 312/1987
  6. UStG 1972 § 10 gültig von 13.03.1987 bis 17.07.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 80/1987
  7. UStG 1972 § 10 gültig von 24.10.1986 bis 12.03.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 562/1986
  8. UStG 1972 § 10 gültig von 01.10.1986 bis 23.10.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 155/1986
  9. UStG 1972 § 10 gültig von 22.12.1984 bis 30.09.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 531/1984
  10. UStG 1972 § 10 gültig von 14.12.1983 bis 21.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 587/1983
  11. UStG 1972 § 10 gültig von 27.11.1982 bis 13.12.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 570/1982
  12. UStG 1972 § 10 gültig von 20.12.1980 bis 26.11.1982 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 563/1980
  13. UStG 1972 § 10 gültig von 01.01.1980 bis 19.12.1980 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 550/1979
  14. UStG 1972 § 10 gültig von 30.12.1977 bis 31.12.1979 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 645/1977
  15. UStG 1972 § 10 gültig von 16.04.1976 bis 29.12.1977 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 143/1976
  16. UStG 1972 § 10 gültig von 31.12.1975 bis 15.04.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 636/1975
  17. UStG 1972 § 10 gültig von 01.01.1973 bis 30.12.1975

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Simon und die Hofräte Dr. Wetzel, Dr. Karger, Dr. Steiner und Dr. Mizner als Richter, im Beisein des Schriftführers Oberkommissär Dr. Lebloch, über die Beschwerde des F in H, vertreten durch Dr. S, Rechtsanwalt in römisch eins, gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Tirol (Berufungssenat römisch zwei) vom 29. August 1990, Zl. 31.138-3/88, betreffend Umsatzsteuer 1987, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Der Beschwerdeführer hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von S 3.035,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Der Beschwerdeführer führte im Jahr 1987 Wildwasserfahrten mit aufblasbaren Ruderfahrzeugen (Rafting) gegen Entgelt auf alpinen Flußläufen durch. In der Umsatzsteuererklärung für dieses Jahr nahm er für diese Umsätze den ermäßigten Steuersatz in Anspruch.

Sowohl das Finanzamt als auch die im Berufungsweg angerufene belangte Behörde vertraten die Ansicht, daß der ermäßigte Steuersatz nicht zur Anwendung komme.

Dagegen richtet sich die vorliegende, wegen Rechtswidrigkeit des Inhaltes und wegen Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften erhobene Beschwerde. Der Beschwerdeführer erachtet sich in dem Recht verletzt, daß seine Umsätze aus der Durchführung von Rafting-Fahrten gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Ziffer 19, UStG mit dem ermäßigten und nicht mit dem Normalsteuersatz besteuert werden.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

Gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Ziffer 19, UStG ermäßigt sich die Steuer auf 10 v.H. für die Beförderung von Personen mit Verkehrsmitteln aller Art, soweit nicht Paragraph 6, Ziffer 5, leg. cit. anzuwenden ist.

Dieser vom Beschwerdeführer für die gegenständlichen Umsätze in Anspruch genommene Ermäßigungstatbestand - ein anderer als der des Paragraph 10, Absatz 2, Ziffer 19, UStG kommt im vorliegenden Fall nicht in Betracht - würde voraussetzen, daß die vom Beschwerdeführer erbrachten sonstigen Leistungen in der Beförderung von Personen bestehen. Ob dies der Fall ist, ist angesichts des Umstandes, daß die mehreren Leistungselemente - nämlich die Ermöglichung der Ausübung von Körpersport unter Beistellung von Sportgeräten und die dabei erfolgende Personenbeförderung - wirtschaftlich zusammengehören und nur Teilelemente eines einheitlichen Wirtschaftsvorganges bilden, nach dem Grundsatz der Einheitlichkeit der Leistung zu beurteilen. Danach aber ist ein bestimmter Wirtschaftsvorgang nach seiner überwiegenden Bedeutung unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung einheitlich zu beurteilen vergleiche hiezu für viele das hg. Erkenntnis vom 16. April 1991, Zl. 90/14/0012).

Die überwiegende Bedeutung liegt beim Rafting nun nicht in der Beförderung von Personen, sondern in der Ermöglichung der Ausübung des Körpersports unter fachkundiger Leitung und in der Beistellung von Sportgeräten. Das geht schon aus den Abbildungen in den im Verwaltungsakt erliegenden Prospekten hervor, mit denen unter anderem für die vom Beschwerdeführer angebotenen Rafting-Touren geworben wird.

Der für die am Rafting teilnehmenden Personen untrennbar verbundene Effekt, daß sie das aufblasbare Ruderfahrzeug an einem anderen Ort als am Einsteigort verlassen - worin ein Beförderungselement zu erblicken ist - tritt gegenüber der primär intendierten, (Abenteuer vermittelnden) Sportausübung völlig in den Hintergrund. Dem Beförderungseffekt kommt daher für die Bestimmung der Art der sonstigen Leistung, die, wie dargelegt, unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung zu erfolgen hat, kein Gewicht zu.

Auf die Verfahrensrüge des Beschwerdeführers ist zu erwidern, daß die aktenkundigen Prospekte und Bescheide der Verwaltungsbehörden ein ausreichendes Bild über die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit bieten; infolgedessen ist nicht ersichtlich, inwiefern die belangte Behörde bei Durchführung der vom Beschwerdeführer vermißten Erhebungen zu einem anderene Bescheid hätte kommen können.

Da sich demnach der angefochtene Bescheid als frei von der behaupteten inhaltlichen Rechtswidrigkeit erweist und ihm auch keine vom Verwaltungsgerichtshof aufzugreifenden Verfahrensmängel anhaften, war die Beschwerde gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG als unbegründet abzuweisen.

Der Ausspruch über den Aufwandersatz gründet sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 104 aus 1991,, insbesondere auch auf deren Artikel römisch drei, Absatz 2,

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1992:1990150158.X00

Im RIS seit

11.07.2001

Dokumentnummer

JWT_1990150158_19920330X00

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