Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2020/22/0199

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2020/22/0199

Entscheidungsdatum

20.03.2024

Index

E6J
001 Verwaltungsrecht allgemein
10/07 Verwaltungsgerichtshof
41/02 Passrecht Fremdenrecht

Norm

NAG 2005 §2 Abs1 Z9
NAG 2005 §46
NAG 2005 §46 Abs1 Z2 litc
VwGG §42 Abs2 Z1
VwRallg
62016CJ0550 A und S VORAB
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Beachte


Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden):
Ra 2020/22/0200

Rechtssatz

Der VwGH hat - unter Zugrundelegung von EuGH 12.4.2018, C-550/16 - erstmals in VwGH 3.5.2018, Ra 2017/19/0609, festgehalten, dass ungeachtet dessen, dass gemäß der Legaldefinition des Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 9, NAG 2005 nur minderjährige Kinder als Familienangehörige iSd NAG 2005 gelten, aufgrund einer - unionsrechtlich gebotenen - Abkoppelung des in Paragraph 46, NAG 2005 verwendeten Begriffs des Familienangehörigen, eine Berufung auf die Familienangehörigeneigenschaft zum Zwecke der Familienzusammenführung nach Paragraph 46, Absatz eins, Ziffer 2, Litera c, NAG 2005 in einer Konstellation, in der ein Kind während seines laufenden Asylverfahrens volljährig geworden ist, auch bei einer Antragstellung innerhalb von drei Monaten ab Zuerkennung des Status des Asylberechtigten an dieses Kind möglich ist. Die Auffassung, dass es aufgrund besonderer Umstände objektiv entschuldbar ist, wenn Anträge auf Familienzusammenführung gemäß Paragraph 46, Absatz eins, Ziffer 2, Litera c, NAG 2005 nicht innerhalb von drei Monaten nach Zuerkennung des Status des Asylberechtigten an den Zusammenführenden, der während seines Asylverfahrens volljährig geworden ist, und damit zu einem Zeitpunkt gestellt wurden, als zur entgegen dem klaren Gesetzeswortlaut bestehenden Möglichkeit einer solchen Antragstellung noch keine Rsp des VwGH vorgelegen ist, ist nicht unvertretbar.

Gerichtsentscheidung

EuGH 62016CJ0550 A und S VORAB

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2 Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Bindung an den Wortlaut des Gesetzes VwRallg3/2/1 Auslegung unbestimmter Begriffe VwRallg3/4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2024:RA2020220199.L04

Im RIS seit

24.04.2024

Zuletzt aktualisiert am

14.05.2024

Dokumentnummer

JWR_2020220199_20240320L04