Rechtssatz für 3Ob178/57; 3Ob218/57; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0037183

Geschäftszahl

3Ob178/57; 3Ob218/57; 1Ob178/64; 7Ob553/86; 6Ob183/98z; 10Ob46/10b; 10Ob4/13f; 10Ob3/18s; 10Ob22/18k; 10Ob40/18g; 10Ob37/18s; 10Ob28/18t; 10Ob41/18d; 10Ob39/18k; 10Ob11/20w; 10Ob30/20i; 10Ob52/20z; 10Ob55/20s; 10Ob6/21m; 10Ob18/22b; 10Ob31/22i; 10Ob3/23y; 10Ob24/23m; 10Ob1/24f; 10Ob57/23i; 10Ob45/24a; 10Ob3/25a

Entscheidungsdatum

11.02.2025

Norm

AsylG 2005 §34 Abs2
Flüchtlingskonvention Art1
ZPO §190 D12
ZPO §292
UVG §2 Abs1
AsylG 2005 §34
  1. AsylG 2005 § 34 heute
  2. AsylG 2005 § 34 gültig ab 12.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2026
  3. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.11.2017 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  6. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  7. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  9. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.07.2008 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  10. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008
  1. UVG § 2 heute
  2. UVG § 2 gültig ab 01.01.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  3. UVG § 2 gültig von 01.07.1989 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1989
  1. AsylG 2005 § 34 heute
  2. AsylG 2005 § 34 gültig ab 12.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2026
  3. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.11.2017 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  6. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  7. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  9. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.07.2008 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  10. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008

Rechtssatz

Das Gericht hat trotz einer bezüglichen polizeiamtlichen Bescheinigung die Flüchtlingseigenschaft selbständig zu prüfen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 178/57
    Entscheidungstext OGH 10.04.1957 3 Ob 178/57
  • 3 Ob 218/57
    Entscheidungstext OGH 23.05.1957 3 Ob 218/57
  • 1 Ob 178/64
    Entscheidungstext OGH 03.02.1965 1 Ob 178/64
    Veröff: EvBl 1965/232 S 347
  • 7 Ob 553/86
    Entscheidungstext OGH 24.04.1986 7 Ob 553/86
    Vgl; Beisatz: Dem Bescheid der Sicherheitsdirektion über die Berechtigung zum Aufenthalt im Bundesgebiet gemäß § 7 Abs 1 des BG vom 07.03.1968 über die Aufenthaltsberechtigung von Flüchtlingen im Sinne der Konvention über die Rechtsstellung der Flüchtlinge kommt jedenfalls stärkste Indizwirkung zu. (T1)
  • 6 Ob 183/98z
    Entscheidungstext OGH 16.07.1998 6 Ob 183/98z
    Vgl; Beisatz: Der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im Verwaltungsverfahren kommt zwar stärkste Indizwirkung zu, nimmt dem Gericht aber nicht die Möglichkeit selbständiger Vorfragenprüfung. Liegt eine solche Feststellung erst kurze Zeit vor der gerichtlichen Entscheidung, in der die Flüchtlingseigenschaft Vorfrage darstellt, wird das Gericht in der Regel von einer weiteren selbständigen Prüfung mangels gegenteiliger Anhaltspunkte absehen können. Dies ist aber anders, wenn seit der Feststellung schon ein geraumer Zeitraum verstrichen ist und sich die Verhältnisse im Heimatstaat des Flüchtlings wesentlich geändert haben. (T2)
  • 10 Ob 46/10b
    Entscheidungstext OGH 19.10.2010 10 Ob 46/10b
    Auch; Veröff: SZ 2010/128
  • 10 Ob 4/13f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2013 10 Ob 4/13f
    Beisatz: Die Flüchtlingseigenschaft ist nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs vom Gericht jeweils selbständig zu prüfen. Der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im Verwaltungsverfahren kommt zwar stärkste Indizwirkung zu, nimmt dem Gericht aber nicht die Möglichkeit selbständiger Vorfragenprüfung. Von einer weiteren selbständigen Prüfung wird das Gericht aber in der Regel mangels gegenteiliger Anhaltspunkte dann absehen können, wenn das Verfahren über die Asylgewährung erst kurze Zeit vor der gerichtlichen Entscheidung ergangen ist. (T3)
    Beisatz: Dies gilt auch im Fall des im Unterhaltsvorschussrecht relevanten Status eines/r „subsidiär Schutzberechtigten“ iSd § 8 Abs 1 AsylG. (T4)
  • 10 Ob 3/18s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 10 Ob 3/18s
    Beis wie T2
  • 10 Ob 22/18k
    Entscheidungstext OGH 17.04.2018 10 Ob 22/18k
    Beis wie T2
  • 10 Ob 40/18g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2018 10 Ob 40/18g
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 10 Ob 37/18s
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 10 Ob 37/18s
  • 10 Ob 28/18t
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 28/18t
    Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Das Gericht kann demnach auch die Vorfrage „des Abbruchs der Beziehungen zum Heimatstaat aus vergleichbar schwerwiegenden Gründen“ (§ 9 Abs 3 IPRG) selbständig beurteilen. (T5)
  • 10 Ob 41/18d
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 41/18d
  • 10 Ob 39/18k
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 39/18k
  • 10 Ob 11/20w
    Entscheidungstext OGH 01.09.2020 10 Ob 11/20w
    Beis wie T2; Beisatz: Das Ende der Gültigkeitsdauer eines Konventionsreisepasses hat für sich genommen keine Auswirkungen auf den Status als Asylberechtigter und damit auf die Flüchtlingseigenschaft. (T6)
  • 10 Ob 30/20i
    Entscheidungstext OGH 13.10.2020 10 Ob 30/20i
    Beisatz: Fluchtgründe sind individuell und konkret personenbezogen zu prüfen. (T7)
  • 10 Ob 52/20z
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 10 Ob 52/20z
    Beis wie T3 nur: Die Flüchtlingseigenschaft ist vom Gericht jeweils selbständig als Vorfrage zu prüfen. (T8); Beisatz: Hier: Verfahren nach dem UVG. (T9)
  • 10 Ob 55/20s
    Entscheidungstext OGH 19.01.2021 10 Ob 55/20s
    Beis wie T3 nur: Die Flüchtlingseigenschaft ist vom Gericht jeweils selbstständig als Vorfrage zu prüfen. (T10); Beisatz: Hier: Verfahren nach dem UVG. (T11)
  • 10 Ob 6/21m
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 10 Ob 6/21m
    Beis wie T8; Beis wie T10
  • 10 Ob 18/22b
    Entscheidungstext OGH 13.09.2022 10 Ob 18/22b
    Vgl; Beisatz: Hier: Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft im Familienverfahren nach § 34 Abs 2 AsylG 2005 für die Gleichstellung nach § 2 Abs 1 UVG. (T12)
  • 10 Ob 31/22i
    Entscheidungstext OGH 13.09.2022 10 Ob 31/22i
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Ein Antrag auf Weitergewährung ist gemäß § 18 Abs 1 UVG an weniger strenge Voraussetzungen geknüpft als die Erstgewährung. Das Gericht ist im Weitergewährungsverfahren nicht berechtigt, den ursprünglichen Gewährungsbeschluss zu überprüfen. Vgl auch RS0122248. (T13)
  • 10 Ob 3/23y
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.02.2023 10 Ob 3/23y
    vgl; Beisatz nur wie T1; Beisatz nur wie T3; Beisatz nur wie T9
    Beisatz: Die Flüchtlingseigenschaft ist nicht vom Vorliegen der (bloß deklarativen) Feststellung durch eine Behörde abhängig, sondern ergibt sich unmittelbar aus Art 1 A Z 2 der GFK. (T14)
    Beisatz: Bei Prüfung der Flüchtlingseigenschaft von Kindern, denen Asylstatus im Familienverfahren nach § 34 Abs 2 AsylG 2005 zuerkannt wurde, kommt es darauf an, ob entweder beim Kind oder bei einem Elternteil, von dem es seine Flüchtlingseigenschaft ableitet, konkrete Fluchtgründe vorliegen. Der Umstand, dass das Kind nicht im gemeinsamen Haushalt mit diesem Elternteil lebt, ist nicht relevant. (T15)
    Beisatz: Die Frage, ob die im Verwaltungsverfahren getroffene deklarative Feststellung der Flüchtlingseigenschaft des Kindes eine eigenständige Prüfung entbehrlich macht, hängt von zwei Faktoren ab, nämlich (primär) von der seither vergangenen Zeit aber auch davon, ob Anhaltspunkte für das Fortbestehen oder – aufgrund geänderter Verhältnisse – den Wegfall der Flüchtlingseigenschaft vorliegen. Das Ergebnis dieser Beurteilung ist notwendigerweise von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls geprägt und daher in der Regel keinen allgemeinen Aussagen zugänglich. (T16)
    Beisatz: Hier: Zeitraum zwischen Entscheidung über den Vorschussantrag und Feststellung der Flüchtlingseigenschaft des Vaters bzw davon abgeleitet des Kindes durch BFA weniger als zwei Jahre bzw ein Jahr, daher Absehen von einer selbständigen Prüfung nicht korrekturbedürftig. (T17)
    Anm: Zu T 15: So bereits 10 Ob 18/22b mwN.
  • 10 Ob 24/23m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 22.08.2023 10 Ob 24/23m
    vgl
  • 10 Ob 1/24f
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 16.04.2024 10 Ob 1/24f
    Beisatz wie T2; Beisatz wie T3; Beisatz wie T11
  • 10 Ob 57/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.08.2024 10 Ob 57/23i
    Beisatz wie T2; Beisatz wie T3; Beisatz wie T16
  • 10 Ob 45/24a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.12.2024 10 Ob 45/24a
    Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
    Beisatz: Hier: Kind mit brasilianischer Staatsangehörigkeit leitet Flüchtlingseigenschaft vom Vater mit syrischer Staatsangehörigkeit ab. (T18)
    Beisatz: Der Umstand, dass das Kind und der Vater, von dem das Kind seine Flüchtlingseigenschaft ableitet, nicht die Staatsangehörigkeit desselben Staats besitzen oder das Kind Staatsangehöriger eines Staats ist, in dem ihm keine Verfolgung im Sinn des § 3 AsylG droht, ist dabei nicht relevant, weil dem Gesetz eine solche Einschränkung nicht zu entnehmen ist und es auf das Vorliegen individueller Fluchtgründe des Kindes eben nicht ankommen soll. Die Staatsangehörigkeit des Familienangehörigen würde der Ableitung der Flüchtlingseigenschaft vom Vater vielmehr nur entgegen stehen, wenn das Kind EWR-Bürger oder Schweizer Bürger wäre (§ 34 Abs 6 Z 1 AsylG). (T19)
  • 10 Ob 3/25a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 11.02.2025 10 Ob 3/25a
    gegenteilig
    Anm: vgl nun RS0135356

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0037183

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.04.2025

Dokumentnummer

JJR_19570410_OGH0002_0030OB00178_5700000_001

Rechtssatz für 6Ob183/98z; 10Ob46/10b; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0110397

Geschäftszahl

6Ob183/98z; 10Ob46/10b; 10Ob4/13f; 10Ob3/18s; 10Ob22/18k; 10Ob40/18g; 10Ob37/18s; 10Ob28/18t; 10Ob41/18d; 10Ob39/18k; 6Ob240/18i; 10Ob11/20w; 3Ob71/20t; 10Ob30/20i; 10Ob52/20z; 10Ob55/20s; 10Ob6/21m; 10Ob18/22b; 10Ob31/22i; 10Ob3/23y; 10Ob24/23m; 10Ob1/24f; 10Ob57/23i; 10Ob45/24a; 10Ob42/24k; 10Ob3/25a

Entscheidungsdatum

11.02.2025

Norm

AsylG 2005 §34 Abs2
UVG §2 Abs1
IPRG §9
IPRG §53
Flüchtlingskonvention Art1 AbschnC.5
Flüchtlingskonvention Art12
AsylG 2005 §8
  1. AsylG 2005 § 34 heute
  2. AsylG 2005 § 34 gültig ab 12.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2026
  3. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.11.2017 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  4. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  5. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  6. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  7. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  8. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.04.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 29/2009
  9. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.07.2008 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  10. AsylG 2005 § 34 gültig von 01.01.2006 bis 30.06.2008
  1. UVG § 2 heute
  2. UVG § 2 gültig ab 01.01.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  3. UVG § 2 gültig von 01.07.1989 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 162/1989
  1. IPRG § 53 heute
  2. IPRG § 53 gültig ab 29.04.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 21/2011
  3. IPRG § 53 gültig von 18.11.2009 bis 28.04.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2009
  4. IPRG § 53 gültig von 01.12.1998 bis 17.11.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/1999
  5. IPRG § 53 gültig von 01.01.1979 bis 30.11.1998
  1. AsylG 2005 § 8 heute
  2. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.03.2027 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/2025
  3. AsylG 2005 § 8 gültig ab 12.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2026
  4. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.11.2017 bis 11.06.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 145/2017
  5. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.11.2017 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2017
  6. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2014 bis 31.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2013
  7. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/2012
  8. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2009
  9. AsylG 2005 § 8 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2009

Rechtssatz

Der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im Verwaltungsverfahren kommt zwar stärkste Indizwirkung zu, nimmt dem Gericht aber nicht die Möglichkeit selbständiger Vorfragenprüfung. Liegt eine solche Feststellung, die ja nach Abführung eines formellen Verwaltungsverfahrens mit der Möglichkeit der Anfechtung im Instanzenzug getroffen wird, erst kurze Zeit vor der gerichtlichen Entscheidung, in der die Flüchtlingseigenschaft Vorfrage darstellt, wird das Gericht in der Regel von einer weiteren selbständigen Prüfung mangels gegenteiliger Anhaltspunkte absehen können. Dies ist aber anders, wenn seit der Feststellung schon ein geraumer Zeitraum verstrichen ist und sich die Verhältnisse im Heimatstaat des Flüchtlings wesentlich geändert haben.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 183/98z
    Entscheidungstext OGH 16.07.1998 6 Ob 183/98z
  • 10 Ob 46/10b
    Entscheidungstext OGH 19.10.2010 10 Ob 46/10b
    Auch; Veröff: SZ 2010/128
  • 10 Ob 4/13f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2013 10 Ob 4/13f
    Beisatz: Die Flüchtlingseigenschaft ist nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs vom Gericht jeweils selbständig zu prüfen. Der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im Verwaltungsverfahren kommt zwar stärkste Indizwirkung zu, nimmt dem Gericht aber nicht die Möglichkeit selbständiger Vorfragenprüfung. Von einer weiteren selbständigen Prüfung wird das Gericht aber in der Regel mangels gegenteiliger Anhaltspunkte dann absehen können, wenn das Verfahren über die Asylgewährung erst kurze Zeit vor der gerichtlichen Entscheidung ergangen ist. (T1)
    Beisatz: Dies gilt auch im Fall des im Unterhaltsvorschussrecht relevanten Status eines/r „subsidiär Schutzberechtigten“ iSd § 8 Abs 1 AsylG. (T2)
  • 10 Ob 3/18s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 10 Ob 3/18s
  • 10 Ob 22/18k
    Entscheidungstext OGH 17.04.2018 10 Ob 22/18k
    Beis wie T1
  • 10 Ob 40/18g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2018 10 Ob 40/18g
    Beis wie T1
  • 10 Ob 37/18s
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 10 Ob 37/18s
    Auch
  • 10 Ob 28/18t
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 28/18t
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Das Gericht kann demnach auch die Vorfrage „des Abbruchs der Beziehungen zum Heimatstaat aus vergleichbar schwerwiegenden Gründen“ (§ 9 Abs 3 IPRG) selbständig beurteilen. (T3)
  • 10 Ob 41/18d
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 41/18d
  • 10 Ob 39/18k
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 39/18k
  • 6 Ob 240/18i
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 6 Ob 240/18i
    Vgl auch; nur: Der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im Verwaltungsverfahren kommt stärkste Indizwirkung zu. (T4)
  • 10 Ob 11/20w
    Entscheidungstext OGH 01.09.2020 10 Ob 11/20w
    Beis wie T1; Beisatz: Das Ende der Gültigkeitsdauer eines Konventionsreisepasses hat für sich genommen keine Auswirkungen auf den Status als Asylberechtigter und damit auf die Flüchtlingseigenschaft. (T5)
  • 3 Ob 71/20t
    Entscheidungstext OGH 02.09.2020 3 Ob 71/20t
    Beis wie T3
  • 10 Ob 30/20i
    Entscheidungstext OGH 13.10.2020 10 Ob 30/20i
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Fluchtgründe sind individuell und konkret personenbezogen zu prüfen. (T6)
  • 10 Ob 52/20z
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 10 Ob 52/20z
    Beis wie T1 nur: Die Flüchtlingseigenschaft ist vom Gericht jeweils selbständig als Vorfrage zu prüfen. (T7)
    Beisatz: Hier: Verfahren nach dem UVG. (T8)
  • 10 Ob 55/20s
    Entscheidungstext OGH 19.01.2021 10 Ob 55/20s
    Beis wie T1 nur: Die Flüchtlingseigenschaft ist vom Gericht jeweils selbstständig als Vorfrage zu prüfen. (T9); Beisatz: Hier: Verfahren nach dem UVG. (T10)
  • 10 Ob 6/21m
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 10 Ob 6/21m
    Beis wie T7
  • 10 Ob 18/22b
    Entscheidungstext OGH 13.09.2022 10 Ob 18/22b
    Vgl; Beisatz: Hier: Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft im Familienverfahren nach § 34 Abs 2 AsylG 2005 für die Gleichstellung nach § 2 Abs 1 UVG. (T11)
  • 10 Ob 31/22i
    Entscheidungstext OGH 13.09.2022 10 Ob 31/22i
    Vgl; Beisatz: Hier: Ein Antrag auf Weitergewährung ist gemäß § 18 Abs 1 UVG an weniger strenge Voraussetzungen geknüpft als die Erstgewährung. Das Gericht ist im Weitergewährungsverfahren nicht berechtigt, den ursprünglichen Gewährungsbeschluss zu überprüfen. Vgl auch RS0122248. (T12)
  • 10 Ob 3/23y
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.02.2023 10 Ob 3/23y
    Beisatz wie T7; Beisatz wie T10
    Beisatz: Die Flüchtlingseigenschaft ist nicht vom Vorliegen der (bloß deklarativen) Feststellung durch eine Behörde abhängig, sondern ergibt sich unmittelbar aus Art 1 A Z 2 der GFK. (T13)
    Beisatz: Bei Prüfung der Flüchtlingseigenschaft von Kindern, denen Asylstatus im Familienverfahren nach § 34 Abs 2 AsylG 2005 zuerkannt wurde, kommt es darauf an, ob entweder beim Kind oder bei einem Elternteil, von dem es seine Flüchtlingseigenschaft ableitet, konkrete Fluchtgründe vorliegen. Der Umstand, dass das Kind nicht im gemeinsamen Haushalt mit diesem Elternteil lebt, ist nicht relevant. (T14)
    Beisatz: Die Frage, ob die im Verwaltungsverfahren getroffene deklarative Feststellung der Flüchtlingseigenschaft des Kindes eine eigenständige Prüfung entbehrlich macht, hängt von zwei Faktoren ab, nämlich (primär) von der seither vergangenen Zeit aber auch davon, ob Anhaltspunkte für das Fortbestehen oder – aufgrund geänderter Verhältnisse – den Wegfall der Flüchtlingseigenschaft vorliegen. Das Ergebnis dieser Beurteilung ist notwendigerweise von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls geprägt und daher in der Regel keinen allgemeinen Aussagen zugänglich. (T15)
    Beisatz: Hier: Zeitraum zwischen Entscheidung über den Vorschussantrag und Feststellung der Flüchtlingseigenschaft des Vaters bzw davon abgeleitet des Kindes durch BFA weniger als zwei Jahre bzw ein Jahr, daher Absehen von einer selbständigen Prüfung nicht korrekturbedürftig. (T16)
    Anm: Zu T 14: So bereits 10 Ob 18/22b mwN.
  • 10 Ob 24/23m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 22.08.2023 10 Ob 24/23m
    Beisatz wie T2; Beisatz wie T6
    Beisatz: Hier: Ukrainischer Minderjähriger, dem aufgrund des langen Wohnsitzes in Österreich vor Kriegsausbruch (ohne konkrete Rückkehrabsicht) und des aufrechten Aufenthaltstitels keine Flüchtlingseigenschaft oder gleichgestellter Status zukommt und sohin kein Unterhaltsvorschuss zusteht. (T17)
  • 10 Ob 1/24f
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 16.04.2024 10 Ob 1/24f
    Beisatz wie T2; Beisatz wie T7; Beisatz wie T9; Beisatz wie T10
  • 10 Ob 57/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.08.2024 10 Ob 57/23i
    Beisatz wie T2; Beisatz wie T15
    Beisatz: Nach § 8 Abs 4 AsylG ist die Aufenthaltsberechtigung subsidiär schutzberechtigter Personen (nur) im Fall des weiteren Vorliegens der Voraussetzungen zu verlängern. Daher entfaltet auch der Bescheid über die Verlängerung der Aufenthaltsberechtigung nach § 8 Abs 4 AsylG eine gewisse Indizwirkung für das Vorliegen der materiellen Voraussetzungen des subsidiären Schutzes. (T18)
  • 10 Ob 45/24a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.12.2024 10 Ob 45/24a
    Beisatz wie T13
    Beisatz: Hier: Kind mit brasilianischer Staatsangehörigkeit leitet Flüchtlingseigenschaft vom Vater mit syrischer Staatsangehörigkeit ab. (T19)
    Beisatz: Der Umstand, dass das Kind und der Vater, von dem das Kind seine Flüchtlingseigenschaft ableitet, nicht die Staatsangehörigkeit desselben Staats besitzen oder das Kind Staatsangehöriger eines Staats ist, in dem ihm keine Verfolgung im Sinn des § 3 AsylG droht, ist dabei nicht relevant, weil dem Gesetz eine solche Einschränkung nicht zu entnehmen ist und es auf das Vorliegen individueller Fluchtgründe des Kindes eben nicht ankommen soll. Die Staatsangehörigkeit des Familienangehörigen würde der Ableitung der Flüchtlingseigenschaft vom Vater vielmehr nur entgegen stehen, wenn das Kind EWR-Bürger oder Schweizer Bürger wäre (§ 34 Abs 6 Z 1 AsylG). (T20)
  • 10 Ob 42/24k
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 14.01.2025 10 Ob 42/24k
    vgl; Beisatz nur wie T2
  • 10 Ob 3/25a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 11.02.2025 10 Ob 3/25a
    gegenteilig; Beisatz: Hier: Minderjährige sind weder österreichische Staatsbürger noch staatenlos, ihnen wurde aber der Status von Asylberechtigten zuerkannt. (T21)
    Anm: vgl nun RS0135356

Schlagworte

Unterhaltsvorschuss, Flüchtling, selbständige Prüfung, Flüchtlingseigenschaft, Bindungswirkung, UVG

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110397

Im RIS seit

15.08.1998

Zuletzt aktualisiert am

29.04.2025

Dokumentnummer

JJR_19980716_OGH0002_0060OB00183_98Z0000_001

Rechtssatz für 2Ob159/70; 5Ob209/74; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0041774

Geschäftszahl

2Ob159/70; 5Ob209/74; 7Ob297/74; 6Ob206/74 (6Ob207/74); 4Ob7/75; 5Ob695/78; 8Ob226/78; 5Ob763/78; 7Ob604/79; 4Ob527/79; 6Ob731/80; 3Ob606/80; 5Ob630/81; 6Ob686/81; 2Ob237/82; 2Ob18/83; 10ObS53/90; 10ObS121/90; 10ObS104/90; 10ObS209/91; 9ObA239/97f; 7Ob105/02w; 5Ob207/02f; 8ObA80/04d; 4Ob3/06d; 9Ob32/08h; 8Ob6/09d; 5Ob105/09s; 7Bkd3/10; 8Ob8/12b; 4Ob14/12f; 4Ob211/11z; 4Ob51/13y; 1Ob222/13y; 8Ob75/13g; 9Ob83/15v; 4Ob7/17h; 9ObA160/16v; 9Ob41/18x; 1Ob89/18x; 8ObA62/19d; 3Ob95/21y; 6Ob112/22x; 8Ob20/23h; 4Ob240/22f; 8ObA20/23h; 4Ob153/23p; 10obs123/23w; 1Ob44/24p; 7Ob121/24f; 10Ob45/24a; 7Ob47/25z; 5Ob25/25z; 1Ob68/25v; 4Ob59/25t; 10Ob2/26f; 2Ob185/25g

Entscheidungsdatum

24.03.2026

Norm

ZPO §467 Z3 Cb4
ZPO §506 Abs1 Z3 Cb4
  1. ZPO § 467 heute
  2. ZPO § 467 gültig ab 01.05.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  3. ZPO § 467 gültig von 01.03.1919 bis 30.04.2011 zuletzt geändert durch StGBl.Nr. 95/1919
  1. ZPO § 506 heute
  2. ZPO § 506 gültig ab 01.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  3. ZPO § 506 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

Rechtssatz

Bei Vorliegen von Feststellungsmängeln wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung schließt ein Abänderungsantrag in sich einen Aufhebungsantrag.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 159/70
    Entscheidungstext OGH 26.05.1970 2 Ob 159/70
  • 5 Ob 209/74
    Entscheidungstext OGH 02.10.1974 5 Ob 209/74
    Vgl auch
  • 7 Ob 297/74
    Entscheidungstext OGH 09.01.1975 7 Ob 297/74
    Veröff: SZ 48/1
  • 6 Ob 206/74
    Entscheidungstext OGH 20.02.1975 6 Ob 206/74
    Auch; Veröff: SZ 48/19 = JBl 1976,157
  • 4 Ob 7/75
    Entscheidungstext OGH 08.04.1975 4 Ob 7/75
  • 5 Ob 695/78
    Entscheidungstext OGH 26.09.1978 5 Ob 695/78
  • 8 Ob 226/78
    Entscheidungstext OGH 20.12.1978 8 Ob 226/78
  • 5 Ob 763/78
    Entscheidungstext OGH 20.02.1979 5 Ob 763/78
  • 7 Ob 604/79
    Entscheidungstext OGH 03.05.1979 7 Ob 604/79
  • 4 Ob 527/79
    Entscheidungstext OGH 11.12.1979 4 Ob 527/79
  • 6 Ob 731/80
    Entscheidungstext OGH 12.11.1980 6 Ob 731/80
    Veröff: JBl 1981,655
  • 3 Ob 606/80
    Entscheidungstext OGH 08.04.1981 3 Ob 606/80
  • 5 Ob 630/81
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 5 Ob 630/81
  • 6 Ob 686/81
    Entscheidungstext OGH 31.03.1982 6 Ob 686/81
  • 2 Ob 237/82
    Entscheidungstext OGH 21.12.1982 2 Ob 237/82
    Auch
  • 2 Ob 18/83
    Entscheidungstext OGH 01.02.1983 2 Ob 18/83
  • 10 ObS 53/90
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 10 ObS 53/90
    Veröff: SSV - NF 4/28
  • 10 ObS 121/90
    Entscheidungstext OGH 29.05.1990 10 ObS 121/90
    Auch
  • 10 ObS 104/90
    Entscheidungstext OGH 26.06.1990 10 ObS 104/90
    Auch
  • 10 ObS 209/91
    Entscheidungstext OGH 17.09.1991 10 ObS 209/91
    Veröff: SSV - NF 5/87
  • 9 ObA 239/97f
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 9 ObA 239/97f
    Auch
  • 7 Ob 105/02w
    Entscheidungstext OGH 07.08.2002 7 Ob 105/02w
    Auch
  • 5 Ob 207/02f
    Entscheidungstext OGH 05.11.2002 5 Ob 207/02f
    nur: Ein Abänderungsantrag schließt in sich einen Aufhebungsantrag. (T1)
    Veröff: SZ 2002/149
  • 8 ObA 80/04d
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 8 ObA 80/04d
    nur T1
  • 4 Ob 3/06d
    Entscheidungstext OGH 12.07.2006 4 Ob 3/06d
    nur T1
  • 9 Ob 32/08h
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 9 Ob 32/08h
    nur T1
  • 8 Ob 6/09d
    Entscheidungstext OGH 30.07.2009 8 Ob 6/09d
  • 5 Ob 105/09s
    Entscheidungstext OGH 10.11.2009 5 Ob 105/09s
    Auch
  • 7 Bkd 3/10
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 7 Bkd 3/10
    Vgl auch; nur T1
  • 8 Ob 8/12b
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 8 Ob 8/12b
    Auch
  • 4 Ob 14/12f
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 14/12f
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 211/11z
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 211/11z
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 51/13y
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 51/13y
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 222/13y
    Entscheidungstext OGH 27.02.2014 1 Ob 222/13y
    Auch; Veröff: SZ 2014/20
  • 8 Ob 75/13g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2014 8 Ob 75/13g
    Auch; nur T1
  • 9 Ob 83/15v
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 Ob 83/15v
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 7/17h
    Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 7/17h
  • 9 ObA 160/16v
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 9 ObA 160/16v
    Auch; nur T1
  • 9 Ob 41/18x
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 9 Ob 41/18x
    nur T1
  • 1 Ob 89/18x
    Entscheidungstext OGH 19.06.2018 1 Ob 89/18x
    nur T1
  • 8 ObA 62/19d
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 8 ObA 62/19d
  • 3 Ob 95/21y
    Entscheidungstext OGH 01.09.2021 3 Ob 95/21y
    nur T1
  • 6 Ob 112/22x
    Entscheidungstext OGH 18.11.2022 6 Ob 112/22x
    Vgl; nur T1
  • 8 Ob 20/23h
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.03.2023 8 Ob 20/23h
    nur T1
  • 4 Ob 240/22f
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.02.2023 4 Ob 240/22f
    nur T1
  • 8 ObA 20/23h
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 24.05.2023 8 ObA 20/23h
    vgl; nur T1
  • 4 Ob 153/23p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.10.2023 4 Ob 153/23p
    vgl; nur T1
  • 10 obs 123/23w
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 16.04.2024 10 obs 123/23w
    Beisatz wie T1
  • 1 Ob 44/24p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 27.05.2024 1 Ob 44/24p
    Beisatz wie T1
  • 7 Ob 121/24f
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.08.2024 7 Ob 121/24f
    nur T1
  • 10 Ob 45/24a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.12.2024 10 Ob 45/24a
    vgl; nur T1
  • 7 Ob 47/25z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 07.08.2025 7 Ob 47/25z
    vgl; Beisatz nur wie T1
  • 5 Ob 25/25z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 23.09.2025 5 Ob 25/25z
    nur T1
  • 1 Ob 68/25v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 31.07.2025 1 Ob 68/25v
    vgl; Beisatz nur wie T1
  • 4 Ob 59/25t
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 25.11.2025 4 Ob 59/25t
    nur T1
  • 10 Ob 2/26f
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 24.03.2026 10 Ob 2/26f
    vgl
  • 2 Ob 185/25g
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.01.2026 2 Ob 185/25g
    Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0041774

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.05.2026

Dokumentnummer

JJR_19700526_OGH0002_0020OB00159_7000000_002

Entscheidungstext 10Ob45/24a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Entscheidungsart

Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung)

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fachgebiet

Unterhaltsrecht inkl. UVG

Geschäftszahl

10Ob45/24a

Entscheidungsdatum

17.12.2024

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Nowotny als Vorsitzenden sowie die Hofräte Mag. Schober, Dr. Annerl, Dr. Vollmaier und die Hofrätin Dr. Wallner-Friedl als weitere Richter in der Pflegschaftssache des mj M*, vertreten durch das Land Wien als Kinder- und Jugendhilfeträger (Magistrat der Stadt Wien, Rechtsvertretung Bezirke 12, 13, 1230 Wien, Rößlergasse 15), wegen Unterhaltsvorschuss, über den Revisionsrekurs des Kindes gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 26. Juni 2024, GZ 45 R 278/24a-21, womit der Beschluss des Bezirksgerichts Liesing vom 16. April 2024, GZ 5 Pu 27/24b-11, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Die Entscheidungen der Vorinstanzen werden aufgehoben und die Pflegschaftssache an das Erstgericht zur neuerlichen Entscheidung nach Verfahrensergänzung zurückverwiesen.

Text

Begründung:

[1]            Der Minderjährige ist das Kind der L* (geboren am 8. Juni 1993, georgische Staatsangehörige) und des M* (geboren am 1. Jänner 1983, syrischer Staatsangehöriger). Dem Vater wurde mit Bescheid des Bundesasylamts vom 6. März 2012 der Status eines Asylberechtigten zuerkannt. Der Minderjährige wurde in Sao Paulo, Brasilien, geboren und ist Staatsbürger Brasiliens. Dem Minderjährigen wurde mit Bescheid des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) vom 9. Jänner 2019 – abgeleitet vom Vater – der Status eines Asylberechtigten zuerkannt (ON 1 AS 15 ff und bei ON 10).

[2]            Der Vater war zunächst aufgrund der einstweiligen Verfügung vom 13. Februar 2024 ab 12. Februar 2024 zu vorläufigen Unterhaltszahlungen in der Höhe von 141,50 EUR monatlich bis zur Rechtskraft verpflichtet (ON 5). Mit Beschluss vom 11. März 2024 wurde der Vater zur Zahlung eines monatlichen Unterhaltsbetrags von 180 EUR ab 1. November 2023 bis auf Weiteres, längstens jedoch bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes, verpflichtet und der Beschluss vom 13. Februar 2024 aufgehoben (ON 8). Dieser Beschluss wurde dem Kind am 15. März 2024 und dem Vater am 19. März 2024 zugestellt, die dagegen kein Rechtsmittel erhoben.

[3] Mit Antrag vom 9. April 2024 begehrte das Kind die Gewährung von Unterhaltsvorschüssen gemäß Paragraph 3, UVG in Höhe von 141,50 EUR, jedoch höchstens in der Höhe des jeweiligen Richtsatzes für pensionsberechtigte Halbwaisen nach Paragraph 293, Absatz eins, Litera c, Sub-Litera, b, b, erster Fall, Paragraphen 108, f ASVG. Der Unterhaltsschuldner habe nach Eintritt der Vollstreckbarkeit den laufenden Unterhalt nicht zur Gänze geleistet und es seien entsprechende exekutive Maßnahmen beantragt worden. Beim Kind und beim Vater findet sich jeweils die Angabe „Staatsangehörigkeit: KF“ (offenbar „Konventionsflüchtling“); dem Antrag lag (unter anderem) der Konventionspass des Kindes und der Bescheid des BFA vom 9. Jänner 2019 bei.

[4] Das Erstgericht gewährte mit Beschluss vom 16. April 2024 monatliche Unterhaltsvorschüsse gemäß Paragraphen 3, 4, Ziffer eins, UVG in Höhe von 141,50 EUR für die Zeit von 1. April 2024 bis 31. März 2029. Dies begründete es damit, dass der Vater zu einer monatlichen Unterhaltsleistung von 141,50 EUR gegenüber dem Kind verpflichtet sei, das Kind die Gewährung von Unterhaltsvorschüssen beantragt habe, der Vater nach eingetretener Vollstreckbarkeit den laufenden Unterhaltsbetrag nicht zur Gänze geleistet habe und gegen ihn eine Forderungsexekution eingebracht worden sei.

[5]            Das Rekursgericht gab dem dagegen erhobenen Rekurs des Bundes Folge und wies den Antrag des Kindes auf Gewährung von Unterhaltsvorschüssen ab. Das Kind sei Staatsbürger Brasiliens und es habe keinen Vortrag dahingehend erstattet, dass es ihm nicht möglich wäre, in seinem Heimatland Brasilien Aufenthalt zu nehmen. Es erübrige sich daher die Prüfung, ob das Kind oder der Vater, von dem es seine Flüchtlingseigenschaft ableite, befürchten müssten, bei einer Rückkehr in ihren Herkunftsstaat bzw den Herkunftsstaat des Vaters verfolgt zu werden, und ob sie wegen dieser Furcht nicht in der Lage oder gewillt seien, sich des Schutzes dieses Staates zu bedienen. Da das Kind in einem allgemein als „sicher“ geltenden (Dritt-)Staat geboren sei und dessen Staatsbürgerschaft besitze, sei für das vorliegende Verfahren davon auszugehen, dass ihm die Flüchtlingseigenschaft nicht (mehr) zukomme.

[6]       Den Revisionsrekurs ließ das Rekursgericht zu, weil zur Frage, ob die Flüchtlingseigenschaft eines Kindes in UVG-Verfahren bereits deswegen ohne weiters nicht mehr als gegeben anzunehmen sei, wenn diese in einem als „sicher“ geltenden (Dritt-)Staat geboren seien und dessen Staatsbürgerschaft besäßen, höchstgerichtliche Rechtsprechung fehle.

[7]            Gegen diese Entscheidung richtet sich der – nur vom Bund beantwortete – Revisionsrekurs des Kindes, mit dem dieses die Stattgabe des Vorschussantrags anstrebt.

Rechtliche Beurteilung

[8] Der Revisionsrekurs ist zulässig und im Sinn des im Abänderungsantrag enthaltenen Antrags auf Aufhebung vergleiche RS0041774 [T1]) berechtigt.

[9] 1.1. Im Verfahren ist nicht strittig, dass Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention (BGBl 1955/55, GFK) und dem Flüchtlingsprotokoll (BGBl 1974/78) österreichischen Staatsbürgern im Sinn des Paragraph 2, Absatz eins, UVG gleichgestellt sind und daher Anspruch auf Unterhaltsvorschüsse haben (10 Ob 11/20w; 10 Ob 28/18t ua). Der Revisionsrekurs macht in diesem Sinn ausschließlich geltend, dass die Staatsangehörigkeit des Kindes einer vom Vater abgeleiteten Flüchtlingseigenschaft nicht entgegen steht. Streitpunkt ist hier somit nur, ob das Kind seine Flüchtlingseigenschaft vom Vater ableiten kann. Auf die in der Literatur gegen die zitierte Rechtsprechung erhobene Kritik (Matti, Die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft im Unterhaltsvorschussverfahren, in Bauer/Baumgartl, 70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention – altbewährt? [2021] 85 [91 ff]) ist daher nicht einzugehen vergleiche bereits 10 Ob 24/23m Rz 33 ff).

[10] 1.2. Ebenso wenig ist im Verfahren strittig, dass das Gericht im Verfahren über die Gewährung von Unterhaltsvorschüssen die Flüchtlingseigenschaft selbständig als Vorfrage zu prüfen hat (RS0110397; RS0037183). Das folgt aus dem Umstand, dass sie nicht vom Vorliegen der (bloß deklarativen) Feststellung durch eine Behörde abhängig ist, sondern sich unmittelbar aus Artikel eins, A Ziffer 2, der GFK ergibt (RS0110397 [T13]). Asylbescheide und die damit verbundene Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im Verwaltungsverfahren (Paragraph 3, Absatz 5, AsylG 2005) entfalten in Verfahren nach dem UVG somit keine Bindungswirkung, sondern haben für die Vorfragenbeurteilung nur Indizwirkung (10 Ob 3/23y Rz 9). Wie stark diese ausgeprägt ist, hängt maßgeblich von der seither verstrichenen Zeit ab, sodass das Gericht mangels gegenteiliger Anhaltspunkte auf eine selbständige Prüfung in der Regel verzichten kann, wenn die Entscheidung im Verfahren über die Asylgewährung erst kurz zuvor ergangen ist (RS0037183 [T2, T3]). Von einer selbständigen Prüfung kann hingegen nicht abgesehen werden, wenn seit der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft schon ein geraumer Zeitraum verstrichen ist und sich die Verhältnisse im Heimatstaat des Flüchtlings wesentlich geändert haben (RS0110397).

[11] 2. Bei Prüfung der Flüchtlingseigenschaft von Kindern, denen Asylstatus im Familienverfahren nach Paragraph 34, Absatz 2, AsylG 2005 zuerkannt wurde, kommt es darauf an, ob entweder beim Kind oder bei einem Elternteil, von dem es seine Flüchtlingseigenschaft ableitet, konkrete Fluchtgründe vorliegen. Der Umstand, dass das Kind nicht im gemeinsamen Haushalt mit diesem Elternteil lebt, ist nicht relevant (10 Ob 3/23y Rz 10; 10 Ob 18/22b Rz 18).

[12] 2.1. Das Kind hat sich im Verfahren erster Instanz durch die Vorlage des Konventionspasses und des im Familienverfahren nach Paragraph 34, Absatz 2, AsylG ergangenen Asylgewährungsbescheids in eindeutiger Weise auf das Bestehen seiner vom Vater abgeleiteten Flüchtlingseigenschaft gestützt vergleiche 10 Ob 6/21m Rz 22). Auch im Revisionsrekurs wird ausschließlich die vom Vater abgeleitete Flüchtlingseigenschaft des Kindes geltend gemacht, sodass persönliche, das Kind selbst betreffende Fluchtgründe oder eine von der Mutter ableitbare Flüchtlingseigenschaft nicht zu prüfen sind.

[13]           2.2. Das Kind macht im Revisionsrekurs zutreffend geltend, dass seiner vom Vater abgeleiteten Flüchtlingseigenschaft nicht entgegen steht, dass es Staatsangehöriger Brasiliens ist.

[14] 2.2.1. Die Ableitung der Flüchtlingseigenschaft durch einen Familienangehörigen hat ihre Rechtsgrundlage in Paragraph 34, Absatz 2, AsylG. Danach hat die Behörde aufgrund eines Antrags eines Familienangehörigen eines Fremden, dem der Status des Asylberechtigten zuerkannt worden ist, dem Familienangehörigen mit Bescheid den Status eines Asylberechtigten zuzuerkennen, sofern die in Paragraph 34, Absatz 2, Ziffer eins und 3 AsylG genannten Voraussetzungen vorliegen. Wer Familienangehöriger ist, ergibt sich aus Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 22, AsylG 2005, worunter (unter anderem) auch ein zum Zeitpunkt der Antragstellung minderjähriges lediges Kind eines Asylberechtigten oder subsidiär Schutzberechtigten zählt (Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 22, Litera c, AsylG 2005).

[15] 2.2.2. Der Umstand, dass das Kind – wie hier – und der Vater, von dem das Kind seine Flüchtlingseigenschaft ableitet, nicht die Staatsangehörigkeit desselben Staats besitzen oder das Kind Staatsangehöriger eines Staats ist, in dem ihm keine Verfolgung im Sinn des Paragraph 3, AsylG droht, ist dabei nicht relevant, weil dem Gesetz eine solche Einschränkung nicht zu entnehmen ist und es auf das Vorliegen individueller Fluchtgründe des Kindes eben nicht ankommen soll. Die Staatsangehörigkeit des Familienangehörigen würde der Ableitung der Flüchtlingseigenschaft vom Vater vielmehr nur entgegen stehen, wenn das Kind EWR-Bürger oder Schweizer Bürger wäre (Paragraph 34, Absatz 6, Ziffer eins, AsylG).

[16]           2.2.3. Der vom Rekursgericht herangezogene Grund für die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft des Kindes trifft daher – wie der Revisionsrekurs zutreffend geltend macht – nicht zu.

[17] 3. Aus diesem Grund ist zu prüfen, ob das Kind die Flüchtlingseigenschaft vom Vater ableiten kann. Dies setzt zum einen das Vorliegen konkreter Fluchtgründe beim Vater und zum anderen voraus, dass eine Ableitung der Flüchtlingseigenschaft nach Paragraph 34, Absatz 2, AsylG erfolgen kann.

[18] 3.1. Gemäß Paragraph 10, UVG hat das Gericht über die Gewährung von Vorschüssen im Verfahren außer Streitsachen zu entscheiden. Paragraph 11, Absatz 2, UVG bezweckt zwar, dass das Verfahren rasch und ohne weitwendige Ermittlungen abzuwickeln ist. Dennoch gilt grundsätzlich der Untersuchungsgrundsatz des Paragraph 16, AußStrG. Das Gericht hat daher vor Antragsabweisung zu versuchen, Unklarheiten aufzuklären und auf eine Substantiierung des Vorbringens zu den Anspruchsvoraussetzungen hinzuwirken. Diese Aufklärungs- und Anleitungspflicht trifft auch das Rechtsmittelgericht, sie besteht auch gegenüber dem Träger der Kinder- und Jugendhilfe (10 Ob 6/21m Rz 20; 10 Ob 52/20z Rz 17).

[19] 3.2. Gemäß Paragraph 11, Absatz 2, UVG hat der Antragsteller die Voraussetzungen für die Gewährung von Vorschüssen in erster Linie aufgrund der Pflegschaftsakten, durch Urkunden oder sonst auf einfache Weise nachzuweisen. (Nur) Sofern dies nicht einfach möglich ist – also nur subsidiär – können die Anspruchsvoraussetzungen gemäß Paragraph 11, Absatz 2, UVG durch eine der Wahrheit entsprechende Erklärung des Vertreters glaubhaft gemacht werden. Daher muss das Kind in einem Fall wie im vorliegenden bereits im Antrag darlegen und entsprechende Beweismittel anbieten, aus denen sich die von ihm als Anspruchsvoraussetzung des Bestehens seiner Flüchtlingseigenschaft ergibt (10 Ob 6/21m Rz 21; 10 Ob 52/20z Rz 18).

[20]           3.3. Das Kind hat sich im Antrag zwar eindeutig auf das Bestehen seiner vom Vater abgeleiteten Flüchtlingseigenschaft gestützt, zu den konkreten Fluchtgründen des Vaters und den Voraussetzungen für eine Ableitung seiner Flüchtlingseigenschaft aber kein Vorbringen erstattet und das Erstgericht hat dazu auch keine Feststellungen getroffen. Insofern liegen – wie der Bund im Rekurs gegen die Entscheidung des Erstgerichts zutreffend rügte – sekundäre Feststellungsmängel vor.

[21]           4. Das macht die Aufhebung der Entscheidungen der Vorinstanzen und die Zurückverweisung der Rechtssache an das Erstgericht erforderlich.

Textnummer

E143286

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2024:0100OB00045.24A.1217.000

Im RIS seit

21.01.2025

Zuletzt aktualisiert am

21.01.2025

Dokumentnummer

JJT_20241217_OGH0002_0100OB00045_24A0000_000