Rechtssatz für 1Ob2409/96p; 2Ob221/97g; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0108535

Geschäftszahl

1Ob2409/96p; 2Ob221/97g; 4Ob79/98s; 4Ob156/98i; 2Ob376/97a; 9Ob33/99i; 6Ob136/99i; 7Ob196/03d; 5Ob113/04k; 8Ob58/04v; 7Ob17/06k; 2Ob82/06g; 1Ob238/07t; 2Ob2/09x; 2Ob128/09a; 7Ob211/09v; 4Ob88/13i; 3Ob90/13a; 2Ob211/12m; 1Ob188/15a; 8Ob127/15g; 8Ob88/19b; 5Ob198/21k; 1Ob214/22k; 5Ob70/23i; 8Ob114/23g

Entscheidungsdatum

15.02.2024

Norm

ABGB §1167
ABGB §1295 Ia9
ABGB §1295 IIa3
ABGB §1489 IIB
WGG §14 Abs2
  1. ABGB § 1167 heute
  2. ABGB § 1167 gültig ab 01.01.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  3. ABGB § 1167 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1489 heute
  2. ABGB § 1489 gültig ab 01.01.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 496/1974
  1. WGG Art. 1 § 14 heute
  2. WGG Art. 1 § 14 gültig ab 19.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 12/2025
  3. WGG Art. 1 § 14 gültig von 31.12.2023 bis 18.03.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 176/2023
  4. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.08.2019 bis 30.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2019
  5. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.07.2016 bis 31.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2015
  6. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.01.2016 bis 30.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2015
  7. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.10.2006 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 124/2006
  8. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.07.2000 bis 30.09.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 36/2000
  9. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.09.1999 bis 30.06.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/1999
  10. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.01.1994 bis 31.08.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 800/1993
  11. WGG Art. 1 § 14 gültig von 01.10.1992 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 827/1992

Rechtssatz

Die Bauaufsicht soll dem Bauherrn, der hiefür seinen Architekten gesondert zu entlohnen hat, vor Fehlern schützen, die in den Verantwortungsbereich der einzelnen bauausführenden Unternehmer fallen, nicht aber diese von deren Verantwortung entlasten oder deren Verantwortung mindern. Die Bauüberwachung erfolgt ausschließlich im Interesse des Auftraggebers und nicht in jenem der Werkunternehmer (vergleiche 6 Ob 2144/96d).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 2409/96p
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 2409/96p
  • 2 Ob 221/97g
    Entscheidungstext OGH 09.10.1997 2 Ob 221/97g
    Beisatz: Deshalb kann bei Verletzung der Bauüberwachung der bauausführende Werkunternehmer kein seine Haftung minderndes Mitverschulden geltend machen. (T1)
  • 4 Ob 79/98s
    Entscheidungstext OGH 05.05.1998 4 Ob 79/98s
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 156/98i
    Entscheidungstext OGH 16.06.1998 4 Ob 156/98i
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 376/97a
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 2 Ob 376/97a
    Beis wie T1
  • 9 Ob 33/99i
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 Ob 33/99i
    Vgl auch; Beisatz: Die Bauaufsicht dient nicht dazu, die einzelnen Unternehmen von ihrer persönlichen, sie als "Fachmann" treffenden Verpflichtung zur mängelfreien Werkerstellung zu entlasten. Der Bauaufsichtsführende darf daher wie der Bauherr selbst auf die fachgerechte Ausführung der Arbeiten vertrauen und hat nur dort einzuschreiten, wo für ihn Fehler erkennbar werden. (T2)
  • 6 Ob 136/99i
    Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 136/99i
    Beis wie T1; Beis wie T2 nur: Der Bauaufsichtsführende darf daher wie der Bauherr selbst auf die fachgerechte Ausführung der Arbeiten vertrauen und hat nur dort einzuschreiten, wo für ihn Fehler erkennbar werden. (T3)
    Beisatz: Der Träger der Bauaufsicht haftet weder für eine mangelfreie Ausführung des Werkes noch für die Einhaltung technischer Vorschriften im Zuge der Bauausführung. (T4)
  • 7 Ob 196/03d
    Entscheidungstext OGH 10.11.2003 7 Ob 196/03d
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 113/04k
    Entscheidungstext OGH 25.05.2004 5 Ob 113/04k
  • 8 Ob 58/04v
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 8 Ob 58/04v
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Der Vertrag über die Bauaufsicht ist kein Vertrag zugunsten Dritter im Hinblick auf die einzelnen Werkunternehmer. (T5)
  • 7 Ob 17/06k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2006 7 Ob 17/06k
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Dem Bauherrn ist es nicht als Verletzung seiner Erkundungsobliegenheit anzulasten, wenn der von ihm mit der Bauaufsicht Beauftragte seiner Vertragspflicht ihm gegenüber nicht ordnungsgemäß nachkommt und er deshalb von Bauschäden nicht schon bei Abnahme der Leistungen Kenntnis erlangte. (T6)
  • 2 Ob 82/06g
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 2 Ob 82/06g
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 238/07t
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 1 Ob 238/07t
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 2/09x
    Entscheidungstext OGH 10.06.2009 2 Ob 2/09x
    Vgl; vgl Beis wie T2; vgl Beis wie T3
  • 2 Ob 128/09a
    Entscheidungstext OGH 28.01.2010 2 Ob 128/09a
    Auch; Beisatz: Im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben zwischen Bauherrn und Beauftragten vereinbarte Leistungen wie Herstellung von Ausschreibungsunterlagen, Mitwirkung bei der Vergabe, Bauaufsicht, dient eindeutig dem Interesse des Bauherrn und nicht jenem der erst vom Generalunternehmer zu beauftragenden Hersteller der Einzelgewerke. Bei derartigen Leistungen ist nicht davon auszugehen, dass die Hauptleistung des Beauftragten „gerade einem Dritten" (der Klägerin als künftiger Subunternehmerin des Generalunternehmers) zukommen soll. (T7)
  • 7 Ob 211/09v
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 211/09v
    Auch
  • 4 Ob 88/13i
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 88/13i
    Vgl auch
  • 3 Ob 90/13a
    Entscheidungstext OGH 19.06.2013 3 Ob 90/13a
    Vgl auch
  • 2 Ob 211/12m
    Entscheidungstext OGH 19.09.2013 2 Ob 211/12m
    Auch; Veröff: SZ 2013/86
  • 1 Ob 188/15a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 188/15a
    Auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 127/15g
    Entscheidungstext OGH 29.03.2016 8 Ob 127/15g
    Vgl auch
  • 8 Ob 88/19b
    Entscheidungstext OGH 18.11.2019 8 Ob 88/19b
    Vgl; Beisatz: Der Regress des Werkunternehmers, der dem Bauherrn im Zuge der Werkausführung einen Schaden verursacht und auch ersetzt hat, gegen die örtliche Bauaufsicht, der ihrerseits eine schadenskausale Sorgfaltswidrigkeit bei der Überwachung der Ausführungsarbeiten anzulasten ist und die daher gemeinsam mit dem Werkunternehmer eine Solidarhaftung gegenüber dem Bauherrn trifft, nach § 1302 iVm § 896 ABGB ist aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen. (T8)
  • 5 Ob 198/21k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2021 5 Ob 198/21k
    Vgl
  • 1 Ob 214/22k
    Entscheidungstext OGH 20.09.2023 1 Ob 214/22k
    vgl; Beisatz: Hier: Die Anlagenbetreiberin hat zwei Personen beauftragt, die durch eine Überprüfung der Anlage den Eintritt von Umweltschäden und damit eine Belastung der Betreiberin mit Sanierungsverpflichtungen verhindern sollten. Mit keiner der beiden Beauftragungen waren Pflichten oder Obliegenheiten der Versicherungsnehmerin verbunden, die die jeweils andere Seite entlasten sollten. Bei Kausalität der jeweiligen Unterlassungen haften die Beklagten daher solidarisch, ohne dass wechselweise ein Mitverschulden anzurechnen wäre. (T9)
  • 5 Ob 70/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 19.10.2023 5 Ob 70/23i
  • 8 Ob 114/23g
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 15.02.2024 8 Ob 114/23g
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108535

Im RIS seit

13.11.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.04.2024

Dokumentnummer

JJR_19971014_OGH0002_0010OB02409_96P0000_003

Rechtssatz für 8Ob45/68; 4Ob89/71; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0021766

Geschäftszahl

8Ob45/68; 4Ob89/71; 2Ob170/71; 1Ob215/73; 8Ob262/75; 5Ob662/80; 7Ob617/80; 1Ob732/82 (1Ob733/82); 1Ob769/83; 1Ob647/84; 1Ob690/84; 8Ob630/84; 7Ob533/88; 6Ob610/88; 7Ob515/91; 9Ob58/97p; 7Ob142/97a; 4Ob283/98s; 10Ob371/98a; 1Ob108/99k; 1Ob278/98h; 3Ob293/00k; 3Ob34/02z; 1Ob137/04k; 5Ob51/04t; 10Ob5/07v; 6Ob229/10k; 4Ob137/11t; 5Ob16/13h; 4Ob88/13i; 1Ob184/13k; 7Ob18/14v; 8Ob75/13g; 3Ob109/14x; 5Ob60/17k; 8Ob57/17s; 4Ob246/17f; 4Ob59/18g; 1Ob132/18w; 2Ob50/19w; 1Ob214/22k; 5Ob70/23i; 1Ob27/24p; 9Ob120/24y

Entscheidungsdatum

22.01.2025

Norm

ABGB §1168a
  1. ABGB § 1168a heute
  2. ABGB § 1168a gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

In der Regel sieht zwar Paragraph 1168 a, ABGB im Unternehmer einen Sachverständigen, der den Besteller zu beraten hat. Dies schließt aber nicht aus, dass dem Besteller, wenn dieser, vertreten durch einen Sachverständigen, die genügende Sachkenntnis hat, um zu erkennen, dass die dem Unternehmer erteilte Anweisung oder die vereinbarte Arbeitsweise (Bauausführung auf Grund der statischen Unterbemessung) verfehlt ist, ein Mitverschulden anzulasten ist, auch wenn der Bauherr vom Bauunternehmer nicht gewarnt wurde.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 45/68
    Entscheidungstext OGH 12.03.1968 8 Ob 45/68
  • 4 Ob 89/71
    Entscheidungstext OGH 19.10.1971 4 Ob 89/71
  • 2 Ob 170/71
    Entscheidungstext OGH 29.06.1972 2 Ob 170/71
    Veröff: SZ 45/75 = JBl 1973,207 = ZVR 1973/153 S 210
  • 1 Ob 215/73
    Entscheidungstext OGH 13.03.1974 1 Ob 215/73
    Veröff: JBl 1974,477
  • 8 Ob 262/75
    Entscheidungstext OGH 14.01.1976 8 Ob 262/75
  • 5 Ob 662/80
    Entscheidungstext OGH 09.09.1980 5 Ob 662/80
  • 7 Ob 617/80
    Entscheidungstext OGH 13.11.1980 7 Ob 617/80
  • 1 Ob 732/82
    Entscheidungstext OGH 07.02.1983 1 Ob 732/82
    nur: In der Regel sieht § 1168a ABGB im Unternehmer einen Sachverständigen, der den Besteller zu beraten hat. (T1)
    Veröff: RZ 1984/15 S 44
  • 1 Ob 769/83
    Entscheidungstext OGH 25.01.1984 1 Ob 769/83
    Veröff: SZ 57/18 = JBl 1984,556 = RdW 1984,274
  • 1 Ob 647/84
    Entscheidungstext OGH 12.12.1984 1 Ob 647/84
    nur T1; Veröff: SZ 57/197
  • 1 Ob 690/84
    Entscheidungstext OGH 16.01.1985 1 Ob 690/84
    Veröff: SZ 58/7 = JBl 1985,622
  • 8 Ob 630/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 630/84
    Auch
  • 7 Ob 533/88
    Entscheidungstext OGH 24.03.1988 7 Ob 533/88
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Mitverschulden 50 : 50 zwischen dem mit der Planung beauftragten Architekten bezüglich der Eigenschaften des für das Projekt vorgesehenen Materials und dem Austragnehmer, der mittels dieses Materials den Plan ausführen soll. (T2)
  • 6 Ob 610/88
    Entscheidungstext OGH 06.09.1988 6 Ob 610/88
    nur T1
  • 7 Ob 515/91
    Entscheidungstext OGH 18.04.1991 7 Ob 515/91
    Beis wie T2; Veröff: JBl 1992,114 (Karollus)
  • 9 Ob 58/97p
    Entscheidungstext OGH 30.04.1997 9 Ob 58/97p
    Auch
  • 7 Ob 142/97a
    Entscheidungstext OGH 22.10.1997 7 Ob 142/97a
    Vgl auch
  • 4 Ob 283/98s
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 4 Ob 283/98s
    Vgl; Beisatz: Der Werkbesteller muss sich nicht jedes mitwirkende Verschulden des von ihm beigezogenen sachverständigen Gehilfen anrechnen lassen, sondern kommt ein Mitverschulden nur dann in Betracht, wenn dieser Pflichten oder Obliegenheiten verletzt, die auf Grund ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung oder nach der Verkehrsübung den Werkbesteller selbst treffen oder die er nachträglich übernommen hat. (T3)
  • 10 Ob 371/98a
    Entscheidungstext OGH 16.03.1999 10 Ob 371/98a
    Beisatz: An dieser Auffassung ist ungeachtet der im Schrifttum geäußerten Bedenken, dass ein Besteller-Mitverschulden im Gefahrtragungssystem der §§ 1168, 1168a ABGB keinen Platz habe, festzuhalten. (T4)
  • 1 Ob 108/99k
    Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 108/99k
    Vgl
  • 1 Ob 278/98h
    Entscheidungstext OGH 22.10.1999 1 Ob 278/98h
    Auch
  • 3 Ob 293/00k
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 3 Ob 293/00k
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 34/02z
    Entscheidungstext OGH 27.11.2002 3 Ob 34/02z
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 137/04k
    Entscheidungstext OGH 25.06.2004 1 Ob 137/04k
    Vgl auch; Beisatz: In der Regel ist die Verantwortlichkeit des Werkunternehmers höher zu veranschlagen als jene des Bestellers. Dieser Grundsatz kann aber im Einzelfall durchbrochen werden. In welchem Verhältnis die Schadensteilung vorzunehmen ist, hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls ab. (T5)
  • 5 Ob 51/04t
    Entscheidungstext OGH 14.09.2004 5 Ob 51/04t
    Vgl; Beis wie T3
  • 10 Ob 5/07v
    Entscheidungstext OGH 05.06.2007 10 Ob 5/07v
    Vgl auch; Beis wie T3
    Veröff: SZ 2007/90
  • 6 Ob 229/10k
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 229/10k
    Vgl; Beis wie T3
  • 4 Ob 137/11t
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 137/11t
    Vgl; Beis wie T3
  • 5 Ob 16/13h
    Entscheidungstext OGH 21.03.2013 5 Ob 16/13h
    Vgl; Beis wie T3
  • 4 Ob 88/13i
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 88/13i
    Vgl; Vgl auch Beis wie T3; Beisatz: Hier: Frage der Zurechnung einer Sorgfaltswidrigkeit des Rechtsanwalts bei der Vertragserrichtung an den Auftraggeber. (T6)
  • 1 Ob 184/13k
    Entscheidungstext OGH 17.10.2013 1 Ob 184/13k
    Vgl; Beis wie T3
  • 7 Ob 18/14v
    Entscheidungstext OGH 22.04.2014 7 Ob 18/14v
    Auch; Beis ähnlich wie T3
  • 8 Ob 75/13g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2014 8 Ob 75/13g
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 109/14x
    Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 109/14x
    Auch; Beis wie T5
  • 5 Ob 60/17k
    Entscheidungstext OGH 26.09.2017 5 Ob 60/17k
    Auch; Beis wie T3
  • 8 Ob 57/17s
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 Ob 57/17s
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Treffen den Werkbesteller qualifizierte Mitwirkungspflichten, so muss er sich auch Fehler jener fachkundigen Vorunternehmer anrechnen lassen, die ihm untauglichen Stoff oder unrichtige Pläne oder Gutachten geliefert haben (§ 1313a ABGB). Die Beiziehung eines fachkundigen Gehilfen führt daher für sich allein noch nicht zum Entstehen weiterer Pflichten oder Obliegenheiten des Werkbestellers. Entscheidend ist vielmehr, ob ihn diese Pflichten oder Obliegenheiten persönlich, also unabhängig vom Beiziehen des Gehilfen getroffen haben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Besteller die Herstellungsmethode bzw die Art der Ausführung vorgibt, ohne dem Werkunternehmer zu erkennen zu geben, an seiner fachlichen Ansicht oder Kritik an der Ausführungsart interessiert zu sein. (T7)
    Veröff: SZ 2017/111
  • 4 Ob 246/17f
    Entscheidungstext OGH 20.02.2018 4 Ob 246/17f
    Beis wie T3
  • 4 Ob 59/18g
    Entscheidungstext OGH 25.09.2018 4 Ob 59/18g
    Auch; Beis wie T7
  • 1 Ob 132/18w
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 1 Ob 132/18w
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T7
  • 2 Ob 50/19w
    Entscheidungstext OGH 17.12.2019 2 Ob 50/19w
    Beis ähnlich wie T3
  • 1 Ob 214/22k
    Entscheidungstext OGH 20.09.2023 1 Ob 214/22k
    Beisatz wie T3; Beisatz wie T7
    Beisatz: Hier: Die Anlagenbetreiberin hat zwei Personen beauftragt, die durch eine Überprüfung der Anlage den Eintritt von Umweltschäden und damit eine Belastung der Betreiberin mit Sanierungsverpflichtungen verhindern sollten. Mit keiner der beiden Beauftragungen waren Pflichten oder Obliegenheiten der Versicherungsnehmerin verbunden, die die jeweils andere Seite entlasten sollten. Bei Kausalität der jeweiligen Unterlassungen haften die Beklagten daher solidarisch, ohne dass wechselweise ein Mitverschulden anzurechnen wäre. (T8)
  • 5 Ob 70/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 19.10.2023 5 Ob 70/23i
    Beisatz wie T3; Beisatz wie T7
  • 1 Ob 27/24p
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 05.03.2024 1 Ob 27/24p
    Beisatz wie T3; Beisatz wie T7
    Beisatz: Hier: behauptete Verletzung der Koordinierungspflicht. (T9)
  • 9 Ob 120/24y
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 22.01.2025 9 Ob 120/24y
    Beisatz wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1968:RS0021766

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2025

Dokumentnummer

JJR_19680312_OGH0002_0080OB00045_6800000_001

Rechtssatz für 1Ob372/97f; 4Ob135/01h; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0109996

Geschäftszahl

1Ob372/97f; 4Ob135/01h; 4Ob242/01v; 4Ob8/02h; 5Ob43/02p; 1Ob209/02w; 10Ob89/04t; 5Ob67/06y; 3Ob69/05a; 5Ob135/07z; 7Ob27/09k; 7Ob157/09b; 4Ob137/10s; 4Ob186/10x; 4Ob181/10m; 2Ob176/10m; 2Ob202/11m; 4Ob88/13i; 7Ob156/14p; 1Ob192/15i; 10Ob85/15w; 5Ob93/16m; 5Ob40/16t; 1Ob35/17d; 7Ob63/18t; 6Ob98/19h; 5Ob125/19x; 4Ob242/19w; 5Ob1/20p; 6Ob164/20s; 6Ob115/21m; 2Ob129/22t; 5Ob190/22k; 9Ob11/23t; 1Ob77/23i; 6Ob232/23w; 9Ob25/24b; 7Ob208/24z; 5Ob17/25y

Entscheidungsdatum

23.09.2025

Rechtssatz

Der Immobilienmakler ist Sachverständiger im Sinne des Paragraph 1299, ABGB. Der Immobilienmakler hat insbesondere alle wesentlichen allgemeinen Informationen über das Objekt zu erteilen, zu welchen unter anderem auch die Pflicht zur Aufklärung über dessen Eignung für die vom Käufer angestrebte gewerbliche Nutzung zählt.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 372/97f
    Entscheidungstext OGH 28.04.1998 1 Ob 372/97f
    Veröff: SZ 71/78
  • 4 Ob 135/01h
    Entscheidungstext OGH 12.06.2001 4 Ob 135/01h
    vgl; Beisatz: Der Immobilienmakler hat insbesondere alle wesentlichen allgemeinen Informationen über das Objekt zu erteilen, zu welchen unter anderem auch die Pflicht zur Aufklärung über dessen Eignung für die vom Käufer angestrebte gewerbliche Nutzung zählt. (T1)
    Beisatz: Der Immobilienmakler hat den Auftraggeber jedenfalls über sämtliche Umstände zu unterrichten, die für die Beurteilung des zu vermittelnden Geschäfts wesentlich sind. Selbst bei bloß nachweisender Tätigkeit hat der Makler den Auftraggeber zumindest über erkennbare Vorteile und Nachteile des Objekts aufzuklären. Der Immobilienmakler verletzt seine Pflichten nicht nur dann, wenn er den Auftraggeber nicht aufklärt, sondern auch dann, wenn seine Angaben nicht richtig oder aufgrund ihrer Unvollständigkeit missverständlich sind. (T2)
    Anm: Der Beisatz T1 wurde irrtümlich gebildet. Die Entscheidung trägt diesen Beisatz nicht. 25.10.2023
  • 4 Ob 242/01v
    Entscheidungstext OGH 17.12.2001 4 Ob 242/01v
    Auch; Beisatz: Der Makler hat dem Auftraggeber die erforderlichen Nachrichten zu geben, wozu gemäß § 30b Abs 2 KSchG jedenfalls auch sämtliche Umstände zählen, die für die Beurteilung des zu vermittelnden Geschäfts wesentlich sind. (T3)
  • 4 Ob 8/02h
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 4 Ob 8/02h
    Beis wie T2; Beisatz: Hier: Es gehört zum Fachwissen eines Immobilienmaklers, dass die Baubehörde Bau- und Benützungsbewilligungen mit Bescheid erteilt, weshalb sich dementsprechende Erkundigungen für ihn aufzudrängen haben. (T4) Beisatz: Der Immobilienmakler hat (zumindest) Verbraucher darüber aufzuklären, ob der Nutzung der Gebäude zu Wohnzwecken keine rechtlichen, möglicherweise gar nicht behebbare Hindernisse entgegenstehen, die erforderlichen baubehördlichen Bewilligungen also vorliegen. (T5)
  • 5 Ob 43/02p
    Entscheidungstext OGH 23.04.2002 5 Ob 43/02p
    Auch; nur: Der Immobilienmakler ist Sachverständiger im Sinne des § 1299 ABGB. (T6)
  • 1 Ob 209/02w
    Entscheidungstext OGH 30.09.2002 1 Ob 209/02w
    Beisatz: Der Makler hat gemäß § 3 Abs 1 MaklerG die Interessen des Auftraggebers redlich und sorgfältig zu wahren und ist verpflichtet, diesem "die erforderlichen Nachrichten" zu geben. Es kann von ihm erwartet werden, über einschlägige Probleme Bescheid zu wissen und richtige Auskünfte zu erteilen. (T7)
    nur T6; Beis wie T2 nur: Der Immobilienmakler hat den Auftraggeber jedenfalls über sämtliche Umstände zu unterrichten, die für die Beurteilung des zu vermittelnden Geschäfts wesentlich sind. (T8)
    Beisatz: Die Beurteilung einer Pflichtverletzung ist jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der dem Makler erkennbaren Interessen des Auftraggebers vorzunehmen. (T9)
  • 10 Ob 89/04t
    Entscheidungstext OGH 11.01.2005 10 Ob 89/04t
    Auch; nur T6; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Versicherungsmakler. (T10)
  • 5 Ob 67/06y
    Entscheidungstext OGH 04.04.2006 5 Ob 67/06y
    Beis wie T9
  • 3 Ob 69/05a
    Entscheidungstext OGH 26.07.2006 3 Ob 69/05a
    nur T6; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Zu diesen wesentlichen Umständen gehören neben den Kosten der Vertragserrichtung etwa die Grunderwerbssteuer, Eintragungsgebühr, Dauerbelastung durch Kredite, Hypothekendarlehen, aber auch neben der Gesamtbelastung der effektive Jahreszinssatz, Anzahl, Höhe und Fälligkeiten der rückzuzahlenden Teilbeträge. (T11)
    Veröff: SZ 2006/113
  • 5 Ob 135/07z
    Entscheidungstext OGH 28.08.2007 5 Ob 135/07z
    Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 7 Ob 27/09k
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 27/09k
    Auch
  • 7 Ob 157/09b
    Entscheidungstext OGH 02.09.2009 7 Ob 157/09b
    Auch
  • 4 Ob 137/10s
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 137/10s
    Vgl auch
  • 4 Ob 186/10x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 186/10x
    Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9; Beisatz: Der Makler hat seine Marktkenntnisse und sein Hintergrundwissen beratend einzubringen. (T12)
  • 4 Ob 181/10m
    Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 181/10m
    Vgl auch; Beisatz: Hier: KFZ-Vermittler (siehe 4 Ob 137/10s). (T13)
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    Auch; Beis wie T7 nur: Es kann von ihm erwartet werden, über einschlägige Probleme Bescheid zu wissen und richtige Auskünfte zu erteilen. (T14)
    Beisatz: Der Makler soll den Verbraucher etwa über die Beschaffenheit des Kaufobjekts und dessen Eignung für die vorgesehene Nutzung informieren, soweit diese Umstände dem Erwerber als Laien nicht erkennbar sind. (T15)
    Beis wie T2 nur: Der Immobilienmakler verletzt seine Pflichten nicht nur dann, wenn er den Auftraggeber nicht aufklärt, sondern auch dann, wenn seine Angaben nicht richtig oder aufgrund ihrer Unvollständigkeit missverständlich sind. (T16)
    Beisatz: Die Informationspflicht umfasst wichtige und entscheidungsrelevante Umstände für den Auftraggeber, die sich aus der konkreten vertraglichen Vereinbarung ergeben können. Des Weiteren sind die Grundsatzinformationen im Zusammenhang mit dem Vermittlungsgegenstand zu erteilen. Auch gewöhnlich vorausgesetzte Eigenschaften können von der Informationspflicht des Maklers umfasst sein. (T17)
  • 2 Ob 202/11m
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 202/11m
    Auch; Auch Beis wie T2; Beis wie T3; Auch Beis wie T7; Beis wie T15; Beis wie T17
    Veröff: SZ 2012/94
  • 4 Ob 88/13i
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 88/13i
    nur T6; Auch Beis wie T8; Auch Beis wie T9
  • 7 Ob 156/14p
    Entscheidungstext OGH 10.12.2014 7 Ob 156/14p
    Vgl
  • 1 Ob 192/15i
    Entscheidungstext OGH 24.11.2015 1 Ob 192/15i
    Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9; Beis wie T12
  • 10 Ob 85/15w
    Entscheidungstext OGH 19.07.2016 10 Ob 85/15w
    Vgl auch; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 5 Ob 93/16m
    Entscheidungstext OGH 11.07.2016 5 Ob 93/16m
    Auch; Beis wie T14
  • 5 Ob 40/16t
    Entscheidungstext OGH 25.08.2016 5 Ob 40/16t
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T9
  • 1 Ob 35/17d
    Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 35/17d
    Vgl; Beis wie T9
  • 7 Ob 63/18t
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 63/18t
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 6 Ob 98/19h
    Entscheidungstext OGH 27.06.2019 6 Ob 98/19h
    Auch; nur: Der Immobilienmakler ist Sachverständiger im Sinne des § 1299 ABGB. Der Immobilienmakler hat insbesondere alle wesentlichen allgemeinen Informationen über das Objekt zu erteilen. (T18)
    Beis wie T7; Beis wie T12; Beis wie T16
  • 5 Ob 125/19x
    Entscheidungstext OGH 24.09.2019 5 Ob 125/19x
    Beis wie T2; Beis wie T12
  • 4 Ob 242/19w
    Entscheidungstext OGH 28.01.2020 4 Ob 242/19w
  • 5 Ob 1/20p
    Entscheidungstext OGH 30.04.2020 5 Ob 1/20p
    Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 6 Ob 164/20s
    Entscheidungstext OGH 16.09.2020 6 Ob 164/20s
    Vgl; Beis ähnlich wie T5
  • 6 Ob 115/21m
    Entscheidungstext OGH 06.08.2021 6 Ob 115/21m
    Vgl; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 2 Ob 129/22t
    Entscheidungstext OGH 06.09.2022 2 Ob 129/22t
    Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 5 Ob 190/22k
    Entscheidungstext OGH 21.12.2022 5 Ob 190/22k
    Beis wie T7; Beis wie T8; Beisatz: Hier: wasserrechtliche Bewilligungspflicht. (T19)
  • 9 Ob 11/23t
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 28.06.2023 9 Ob 11/23t
    vgl; Beisatz wie T5
  • 1 Ob 77/23i
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.09.2023 1 Ob 77/23i
    vgl; Beisatz wie T7
  • 6 Ob 232/23w
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.02.2024 6 Ob 232/23w
    vgl; Beisatz wie T9
  • 9 Ob 25/24b
    Entscheidungstext OGH 24.04.2024 9 Ob 25/24b
    Beisatz wie T8; Beisatz wie T9
  • 7 Ob 208/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.01.2025 7 Ob 208/24z
    vgl; Beisatz wie T7; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9
    Beisatz: Ein Doppelmakler kann – auch unabhängig von einem expliziten Auftrag zur Verkehrswertprüfung – im Rahmen des zwischen beiden Auftraggebern zu erwirkenden Interessensausgleichs zur Aufklärung darüber verpflichtet sein kann, dass der begehrte Kaufpreis den Verkehrswert übersteigt. Nach der jüngeren Rechtsprechung reicht der bloße Umstand, dass der Wert der Liegenschaft von der Einschätzung des Maklers abweicht, als solcher noch nicht aus, um daraus zwingend auf einen Sorgfaltsverstoß schließen zu können. Umgekehrt kann eine Wertermittlung innerhalb der abstrakt möglichen Schwankungsbreite nicht schlechthin als sorgfaltsgemäß eingestuft werden. Wenn daher der Wert der Liegenschaft von der Einschätzung des Maklers abweicht und diese Abweichung außerhalb der Bewertungsspannen von 15 bis 30 % liegt, dann ist dies ein Indiz für ein sorgfaltswidriges Handeln des Maklers (zB methodischer Fehler, unvollständige Informationsbasis). Ermittelt der Immobilienmakler den Verkehrswert methodisch richtig und unter Berücksichtigung des Immobilienmarkts, haftet er aber nicht, selbst wenn seine Prognose nicht standhält. (T20)
  • 5 Ob 17/25y
    Entscheidungstext OGH 23.09.2025 5 Ob 17/25y
    vgl; Beisatz wie T7; Beisatz wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0109996

Im RIS seit

28.05.1998

Zuletzt aktualisiert am

14.10.2025

Dokumentnummer

JJR_19980428_OGH0002_0010OB00372_97F0000_002

Rechtssatz für 6Ob227/99x; 10Ob89/04t; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0112587

Geschäftszahl

6Ob227/99x; 10Ob89/04t; 5Ob135/07z; 7Ob27/09k; 4Ob186/10x; 2Ob176/10m; 2Ob202/11m; 4Ob88/13i; 7Ob156/14p; 4Ob245/15f; 5Ob93/16m; 5Ob40/16t; 2Ob48/17y; 7Ob63/18t; 9Ob96/18k; 6Ob98/19h; 5Ob125/19x; 4Ob242/19w; 6Ob115/21m; 7Ob74/22s; 2Ob129/22t; 5Ob190/22k; 4Ob34/23p; 1Ob77/23i; 9Ob25/24b; 5Ob17/25y

Entscheidungsdatum

23.09.2025

Norm

HVG §2
IMV §2
KSchG §30b Abs2
MaklerG §3
  1. HVG Art. 1 § 2 gültig von 01.07.1993 bis 30.06.2016 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 162/2015
  2. HVG Art. 1 § 2 gültig von 01.07.1972 bis 30.06.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 165/1972
  1. KSchG § 30b heute
  2. KSchG § 30b gültig ab 01.01.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 91/2003
  3. KSchG § 30b gültig von 01.07.1996 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 262/1996

Rechtssatz

Aus der Lehre und der Judikatur ist eine besondere Nachforschungspflicht des Maklers nicht ableitbar. Wenn für den Makler keine Veranlassung besteht, an der Richtigkeit einer Information zu zweifeln, darf er sie weitergeben und ist zu Nachforschungen nicht verpflichtet (immolex 1998/178). Der Makler ist verpflichtet, sämtliche Informationen über das Geschäft, sowohl die günstigen wie die ungünstigen, weiterzugeben, er ist aber nicht verpflichtet, sich über die Wahrheit der ihm zugekommenen Informationen zu vergewissern. Er darf lediglich nicht den Eindruck erwecken, er habe den Wahrheitsgehalt überprüft. Eine Aufklärungspflicht, die einer anwaltlichen Beratungstätigkeit gleichkommt, trifft den Makler nicht.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 227/99x
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 6 Ob 227/99x
  • 10 Ob 89/04t
    Entscheidungstext OGH 11.01.2005 10 Ob 89/04t
  • 5 Ob 135/07z
    Entscheidungstext OGH 28.08.2007 5 Ob 135/07z
  • 7 Ob 27/09k
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 27/09k
  • 4 Ob 186/10x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 186/10x
    Auch: nur: Aus der Lehre und der Judikatur ist eine besondere Nachforschungspflicht des Maklers nicht ableitbar. (T1)
    nur: Eine Aufklärungspflicht, die einer anwaltlichen Beratungstätigkeit gleichkommt, trifft den Makler nicht. (T2)
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    Auch; Beisatz: Erhält der Immobilienmakler vom Verkäufer Informationen über das Errichtungsjahr, so ist er grundsätzlich nicht zu weiteren Nachforschungen verpflichtet, wenn es für ihn keine Gründe gibt, an der Richtigkeit der Information zu zweifeln. (T3)
    Beisatz: Keine Verpflichtung der Doppelmaklerin zu eigenen Nachforschungen über das Vorhandensein allfälliger nicht sichtbarer Mängel. (T4)
  • 2 Ob 202/11m
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 202/11m
    Auch; nur T1; nur: Wenn für den Makler keine Veranlassung besteht, an der Richtigkeit einer Information zu zweifeln, darf er sie weitergeben und ist zu Nachforschungen nicht verpflichtet. (T5)
    Veröff: SZ 2012/94
  • 4 Ob 88/13i
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 88/13i
    nur T1; nur T5
  • 7 Ob 156/14p
    Entscheidungstext OGH 10.12.2014 7 Ob 156/14p
    Auch
  • 4 Ob 245/15f
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 4 Ob 245/15f
    Beisatz: Keine Pflicht des Versicherungsmaklers, medizinische Diagnosen dahingehend zu beurteilen, ob aus einem Unfallereignis entgegen den Angaben des Versicherten Dauerfolgen zu erwarten sind. (T6)
  • 5 Ob 93/16m
    Entscheidungstext OGH 11.07.2016 5 Ob 93/16m
    Auch
  • 5 Ob 40/16t
    Entscheidungstext OGH 25.08.2016 5 Ob 40/16t
    Auch
  • 2 Ob 48/17y
    Entscheidungstext OGH 24.10.2017 2 Ob 48/17y
    nur T2; nur: Der Makler ist verpflichtet, sämtliche Informationen über das Geschäft, sowohl die günstigen wie die ungünstigen, weiterzugeben. (T7)
  • 7 Ob 63/18t
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 63/18t
    Auch
  • 9 Ob 96/18k
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 9 Ob 96/18k
    Auch; Beis wie T5
  • 6 Ob 98/19h
    Entscheidungstext OGH 27.06.2019 6 Ob 98/19h
    nur T5
  • 5 Ob 125/19x
    Entscheidungstext OGH 24.09.2019 5 Ob 125/19x
    nur: Er darf lediglich nicht den Eindruck erwecken, er habe den Wahrheitsgehalt überprüft. (T8); Beis wie T3
    Beisatz: Der Immobilienmakler darf keine Informationen erteilen und Zusagen tätigen, die seinen Kenntnisstand übersteigen. (T9)
  • 4 Ob 242/19w
    Entscheidungstext OGH 28.01.2020 4 Ob 242/19w
    Vgl
  • 6 Ob 115/21m
    Entscheidungstext OGH 06.08.2021 6 Ob 115/21m
    Vgl; nur T1; nur T2
  • 7 Ob 74/22s
    Entscheidungstext OGH 29.06.2022 7 Ob 74/22s
    Vgl; Beis wie T3
  • 2 Ob 129/22t
    Entscheidungstext OGH 06.09.2022 2 Ob 129/22t
    nur T5; Beis wie T3
  • 5 Ob 190/22k
    Entscheidungstext OGH 21.12.2022 5 Ob 190/22k
    Beis wie T9; Beisatz: Hier: wasserrechtliche Bewilligungspflicht. (T10)
  • 4 Ob 34/23p
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 28.02.2023 4 Ob 34/23p
    vgl; Beisatz: Hier: mangelnde erforderliche Grundabtretung (T11)
  • 1 Ob 77/23i
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.09.2023 1 Ob 77/23i
    vgl; Beisatz wie T9; nur T5
  • 9 Ob 25/24b
    Entscheidungstext OGH 24.04.2024 9 Ob 25/24b
    nur T1; nur T2; nur T5
  • 5 Ob 17/25y
    Entscheidungstext OGH 23.09.2025 5 Ob 17/25y
    vgl; nur T2; nur T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0112587

Im RIS seit

20.11.1999

Zuletzt aktualisiert am

14.10.2025

Dokumentnummer

JJR_19991021_OGH0002_0060OB00227_99X0000_002

Entscheidungstext 4Ob88/13i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

Zak 2013/509 S 281 - Zak 2013,281 = AnwBl 2013,553 = wobl 2013,243/92 (Kothbauer) - wobl 2013/92 (Kothbauer) = bbl 2013,255/216 - bbl 2013/216 = immolex 2014/27 S 93 (Stadlmann) - immolex 2014,93 (Stadlmann) = Der Mieter 2014,53 = Kerschner, SV 2014,129 (Rechtsprechungsübersicht) = MietSlg 65.528

Geschäftszahl

4Ob88/13i

Entscheidungsdatum

18.06.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Vizepräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende und die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei B***** N*****, vertreten durch Dr. Alexander Pflaum, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei W***** H*****, vertreten durch Mag. Maximilian Kocher, Rechtsanwalt in Brunn am Gebirge, wegen 5.832 EUR sA, über die Revision der beklagten Partei (Revisionsinteresse 2.916 EUR sA) gegen das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 15. Jänner 2013, GZ 35 R 401/12y-25, mit welchem das Urteil des Bezirksgerichts Döbling vom 24. September 2012, GZ 6 C 963/11y-18, teilweise abgeändert wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei binnen 14 Tagen die mit 373,68 EUR bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung (darin 62,28 EUR Umsatzsteuer) zu ersetzen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

1. Der Immobilienmakler ist Sachverständiger iSd Paragraph 1299, ABGB. Er hat den Auftraggeber jedenfalls über sämtliche Umstände zu unterrichten, die für die Beurteilung des zu vermittelnden Geschäfts wesentlich sind (4 Ob 8/02h mwN; RIS-Justiz RS0109996 [T8]; zuletzt etwa 2 Ob 202/11m). Eine besondere Nachforschungspflicht trifft ihn im Regelfall nicht. Besteht für ihn keine Veranlassung, an der Richtigkeit einer ihm erteilten Information zu zweifeln, darf er sie auch ungeprüft weitergeben (5 Ob 135/07z; 7 Ob 27/09k; RIS-Justiz RS0112587). Die Beurteilung einer Pflichtverletzung ist jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der dem Makler erkennbaren Interessen des Auftraggebers vorzunehmen (RIS-Justiz RS0109996 [T9]).

2. Im vorliegenden Fall hat das Berufungsgericht die Revision nachträglich mit der Begründung zugelassen, dass Rechtsprechung zur Frage fehle, ob ein Immobilienmakler vor Übermittlung eines Angebots „regelmäßig“ Einsicht in das Grundbuch nehmen müsse. Eine derart generelle Aussage ist indes weder erforderlich noch möglich. Im konkreten Fall ist die Annahme der Vorinstanzen, dem Makler falle eine Pflichtverletzung zur Last, aus folgenden Gründen nicht zu beanstanden:

2.1. Aus einem in einem Versteigerungsverfahren eingeholten Gutachten hatte sich ergeben, dass der Verpflichtete Eigentümer eines 3660/1510760 Anteils an einer im schlichten Miteigentum stehenden Liegenschaft mit Kleingärten war. Weiters hatte der Sachverständige darin ohne nähere Erläuterung ausgeführt, dass dieser Anteil mit einer bestimmten Kleingartenparzelle „verbunden“ sei. Dies hatten weder das Exekutionsgericht noch der zur Abwendung der Versteigerung beigezogene Beklagte hinterfragt. Über Vermittlung durch den Beklagten erwarb die Klägerin den Anteil. Jahre später stellte sich heraus, dass dem (inzwischen verstorbenen) Verpflichteten ein weiterer Anteil an der Liegenschaft gehört hatte, der nach einer offenkundig bestehenden Benutzungsregelung ebenfalls mit der von der Klägerin „erworbenen“ Parzelle „verbunden“ war. Die mit der grundbücherlichen Übertragung auch des zweiten Anteils verbundenen Kosten macht die Klägerin nun gegen den beklagten Makler geltend. Das Berufungsgericht bejahte die Haftung des Beklagten.

2.2. Zwar wird sich ein Makler im Sinn der eingangs zitierten Rechtsprechung grundsätzlich auf ein in einem Versteigerungsverfahren eingeholtes Gutachten verlassen können. Im vorliegenden Fall war dieses Gutachten jedoch unschlüssig, weil es keinen Grund dafür nannte, warum (gerade) die strittige Parzelle mit dem in Exekution gezogenen Anteil verbunden war. Grundlage dafür war offenkundig eine nicht verbücherte, möglicherweise auch nur konkludente Benutzungsregelung. Dazu hätte der Gerichtssachverständige im Gutachten jedenfalls Stellung nehmen müssen. Die Auffassung, dass dem Beklagten als (ebenfalls) Sachverständigen dieser Mangel hätte auffallen und er daher weitere Erhebungen zu den Rechtsverhältnissen an der Kleingartenparzelle hätte pflegen müssen, ist jedenfalls vertretbar. Zu diesen Erhebungen hätte insbesondere die Einsichtnahme in das Grundbuch gehört.

3. Richtig ist, dass die Problematik wohl auch jenem Rechtsanwalt hätte auffallen müssen, der in weiterer Folge im Auftrag der Klägerin den Kaufvertrag (nur) über den exekutionsverfangenen Anteil errichtet hatte. Das kann aber den Beklagten nicht entlasten: Es bestand keine vertragliche Verpflichtung der Klägerin, die Angaben des Beklagten zu überprüfen. Daher kann ihr eine Sorgfaltswidrigkeit des Anwalts nicht nach Paragraph 1313 a, ABGB als Mitverschulden zugerechnet werden. Denn eine solche Zurechnung käme nur in Betracht, wenn der Anwalt Pflichten oder Obliegenheiten verletzt hätte, die aufgrund ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung oder nach der Verkehrsübung seinen Auftraggeber trafen oder von diesem nachträglich übernommen wurden (4 Ob 283/98s = RIS-Justiz RS0021766 [T3]; 1 Ob 1/09t; 6 Ob229/10k). Davon kann hier aber keine Rede sein. Vielmehr wurde der Anwalt - wie etwa ein die Bauaufsicht führender Architekt (RIS-Justiz RS0108535) - ausschließlich im Interesse der Klägerin tätig; seine Beauftragung hatte nicht den Zweck, den Beklagten zu entlasten. Anwendbar ist aus diesem Grund nicht Paragraph 1304, ABGB, sondern Paragraph 1302, ABGB. Ein allenfalls schwerer wiegendes Verschulden des Anwalts könnte daher (richtigerweise) nur in einem Regressprozess von Bedeutung sein.

4. Aus diesen Gründen ist die Revision des Beklagten mangels erheblicher Rechtsfrage zurückzuweisen. Da die Klägerin auf die Unzulässigkeit hingewiesen hat, hat ihr der Beklagte die Kosten der Revisionsbeantwortung zu ersetzen (Paragraphen 41, 50, ZPO).

Textnummer

E104484

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0040OB00088.13I.0618.000

Im RIS seit

09.07.2013

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2015

Dokumentnummer

JJT_20130618_OGH0002_0040OB00088_13I0000_000