Rechtssatz für 15Os131/88 15Os7/90 11O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095319

Geschäftszahl

15Os131/88; 15Os7/90; 11Os121/91; 12Os24/07g

Entscheidungsdatum

31.05.2007

Norm

StGB §216 Abs1
  1. StGB § 216 heute
  2. StGB § 216 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 216 gültig von 01.05.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  4. StGB § 216 gültig von 01.10.2002 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. StGB § 216 gültig von 01.08.1984 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 295/1984

Rechtssatz

Ein Ausnützen im Sinn des Paragraph 216, Absatz eins, StGB liegt jedenfalls dann vor, wenn der Täter für schmarotzerhaft empfangene Vorteile, die über trinkgeldartige Zuwendungen hinausgehen, keine oder nur eine verhältnismäßig geringe Gegenleistung erbringt. Dies trifft auch auf Fallgestaltungen zu, bei welchen er die gesamten aus der gewerbsmäßigen Unzucht des Tatopfers stammenden Einkünfte in Empfang nimmt und bloß einen Teil davon zur Deckung des Unterhalts der betreffenden Prostituierten verwendet; die Heranziehung des dem Täter zugeflossenen Schandlohnes zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten anderer Personen, denen gegenüber die betroffene Prostituierte nicht unterhaltsverpflichtet ist, vermag diesfalls an der inkriminierten Beeinträchtigung von deren wirtschaftlichen Interessen nichts zu ändern und ist daher rechtlich bedeutungslos.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 131/88
    Entscheidungstext OGH 08.11.1988 15 Os 131/88
    Veröff: SSt 59/84
  • 15 Os 7/90
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 15 Os 7/90
    Vgl auch; nur: Ein Ausnützen im Sinn des § 216 Abs 1 StGB liegt jedenfalls dann vor, wenn der Täter für schmarotzerhaft empfangene Vorteile, die über trinkgeldartige Zuwendungen hinausgehen, keine oder nur eine verhältnismäßig geringe Gegenleistung erbringt. (T1) Beisatz: Zum Begriff der unverhältnismäßig geringen Gegenleistung des Täters. (T2) Veröff: RZ 1990/105 S 238
  • 11 Os 121/91
    Entscheidungstext OGH 11.02.1992 11 Os 121/91
    nur T1
  • 12 Os 24/07g
    Entscheidungstext OGH 31.05.2007 12 Os 24/07g
    Auch; nur T1; Beisatz: Weiters setzt es eine Unterlegenheit des Opfers voraus. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0095319

Dokumentnummer

JJR_19881108_OGH0002_0150OS00131_8800000_001

Rechtssatz für 13Os65/06t 12Os24/07g 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0121143

Geschäftszahl

13Os65/06t; 12Os24/07g; 15Os122/07s

Entscheidungsdatum

21.01.2008

Norm

StGB §216 Abs1
  1. StGB § 216 heute
  2. StGB § 216 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 216 gültig von 01.05.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  4. StGB § 216 gültig von 01.10.2002 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. StGB § 216 gültig von 01.08.1984 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 295/1984

Rechtssatz

Zur rechtsfehlerfreien Beurteilung eines Ausnützens Prostituierter muss in sachverhaltsmäßiger Hinsicht die Frage verneint werden, ob die Leistung des Angeklagten aus wirtschaftlicher Sicht annähernd der Höhe der an ihn geleisteten Zahlungen entsprach. Ob Bordellbetreiber dort tätige Prostituierte im Sinne des Paragraph 216, StGB ausnützen, ist im Vergleich mit ähnlich ausgestalteten Vertragsbeziehungen des Wirtschaftslebens außerhalb des Prostitutionsgewerbes zu beurteilen. Im Fall der Zimmervermietung besteht kein Grund, bei der Gegenleistung des Angeklagten diejenigen Kosten, die dieser vor der Vermietung von Räumen zu deren Sanierung und Adaptierung aufgewendet hat, außer Betracht zu lassen.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 65/06t
    Entscheidungstext OGH 23.08.2006 13 Os 65/06t
  • 12 Os 24/07g
    Entscheidungstext OGH 31.05.2007 12 Os 24/07g
    Vgl auch; Beisatz: Ein Ausnützen im Sinne des § 216 Abs 1 StGB liegt nur vor, wenn der Täter für die von der Prostituierten empfangenen materiellen Vorteile, die über trinkgeldartige Zuwendungen hinausgehen, keine oder nur unverhältnismäßig geringe Gegenleistungen erbringt. Weiters setzt es eine Unterlegenheit des Opfers voraus. (T1)
  • 15 Os 122/07s
    Entscheidungstext OGH 21.01.2008 15 Os 122/07s
    Auch; Beisatz: Zur rechtsfehlerfreien Beurteilung eines Ausnützens (§216 Abs1 sowie Abs2 letzter Fall StGB) Prostituierter muss im Übrigen in sachverhaltsmäßiger Hinsicht die Frage verneint werden, ob die Leistung des unmittelbaren Täters aus wirtschaftlicher Sicht annähernd der Höhe der an ihn geleisteten Zahlungen entsprach. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121143

Dokumentnummer

JJR_20060823_OGH0002_0130OS00065_06T0000_002

Rechtssatz für 9Os185/76 12Os34/77 11O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0095207

Geschäftszahl

9Os185/76; 12Os34/77; 11Os51/77; 10Os99/77; 11Os112/77; 13Os175/77; 10Os18/78; 11Os155/78; 12Os13/79; 11Os3/80; 12Os146/79; 12Os22/81; 9Os60/81; 12Os73/81; 10Os20/82; 13Os187/82; 12Os194/82; 12Os24/83; 10Os44/83; 11Os128/83; 11Os175/83; 12Os3/84; 12Os153/83; 12Os17/85; 13Os27/87; 14Os12/88; 12Os146/88; 12Os24/07g; 11Os39/08g

Entscheidungsdatum

29.04.2008

Norm

StGB §216
  1. StGB § 216 heute
  2. StGB § 216 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2013
  3. StGB § 216 gültig von 01.05.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2004
  4. StGB § 216 gültig von 01.10.2002 bis 30.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. StGB § 216 gültig von 01.08.1984 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 295/1984

Rechtssatz

Ausbeutung verlangt eine rücksichtslose Ausnützung, die sich gegen die vitalen Interessen der Prostituierten richtet, so durch Wegnahme des ganzen oder überwiegenden Verdienstes, ferner durch Zwang zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution.

Entscheidungstexte

  • 9 Os 185/76
    Entscheidungstext OGH 15.02.1977 9 Os 185/76
    Veröff: EvBl 1977/213 S 465 = SSt 48/7
  • 12 Os 34/77
    Entscheidungstext OGH 28.04.1977 12 Os 34/77
    Beisatz: Auch Zwang, die Prostitution in einem bestimmten Ausmaß, mit bestimmten Personen oder unter bestimmten Umständen auszuüben oder fortzusetzen, fällt unter Ausbeutung. (T1)
  • 11 Os 51/77
    Entscheidungstext OGH 24.05.1977 11 Os 51/77
    Beis wie T1; Veröff: EvBl 1977/261 S 641 = SSt 48/44
  • 10 Os 99/77
    Entscheidungstext OGH 03.08.1977 10 Os 99/77
    Beis wie T1
  • 11 Os 112/77
    Entscheidungstext OGH 19.10.1977 11 Os 112/77
    Beisatz: Abnahme aller Einkünfte und bloße (dürftige) Alimentierung der Prostituierten zur Erhaltung dieser als Einkommensquelle. (T2)
  • 13 Os 175/77
    Entscheidungstext OGH 19.01.1978 13 Os 175/77
    Veröff: EvBl 1978/135 S 403
  • 10 Os 18/78
    Entscheidungstext OGH 15.03.1978 10 Os 18/78
  • 11 Os 155/78
    Entscheidungstext OGH 24.10.1978 11 Os 155/78
  • 12 Os 13/79
    Entscheidungstext OGH 29.03.1979 12 Os 13/79
  • 11 Os 3/80
    Entscheidungstext OGH 20.02.1980 11 Os 3/80
    Beisatz: Abnahme von achtzig Prozent der Einkünfte genügt. (T3)
  • 12 Os 146/79
    Entscheidungstext OGH 24.04.1980 12 Os 146/79
    nur: Wegnahme des ganzen oder überwiegenden Verdienstes. (T4)
  • 12 Os 22/81
    Entscheidungstext OGH 09.04.1981 12 Os 22/81
  • 9 Os 60/81
    Entscheidungstext OGH 16.06.1981 9 Os 60/81
    Vgl auch
  • 12 Os 73/81
    Entscheidungstext OGH 16.07.1981 12 Os 73/81
    Ähnlich
  • 10 Os 20/82
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 10 Os 20/82
    Beis wie T2
  • 13 Os 187/82
    Entscheidungstext OGH 13.01.1983 13 Os 187/82
  • 12 Os 194/82
    Entscheidungstext OGH 10.03.1983 12 Os 194/82
    nur T4
  • 12 Os 24/83
    Entscheidungstext OGH 07.04.1983 12 Os 24/83
    nur: Ausbeutung verlangt eine rücksichtslose Ausnützung, die sich gegen die vitalen Interessen der Prostituierten richtet, so durch Wegnahme des ganzen oder überwiegenden Verdienstes. (T5)
  • 10 Os 44/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 10 Os 44/83
    nur T5
  • 11 Os 128/83
    Entscheidungstext OGH 19.10.1983 11 Os 128/83
    Vgl auch; nur T5
  • 11 Os 175/83
    Entscheidungstext OGH 11.01.1984 11 Os 175/83
    Vgl auch
  • 12 Os 153/83
    Entscheidungstext OGH 15.03.1984 12 Os 153/83
    Vgl auch
  • 12 Os 3/84
    Entscheidungstext OGH 22.03.1984 12 Os 3/84
  • 12 Os 17/85
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 12 Os 17/85
    Vgl auch
  • 13 Os 27/87
    Entscheidungstext OGH 09.04.1987 13 Os 27/87
    Vgl auch
  • 14 Os 12/88
    Entscheidungstext OGH 03.02.1988 14 Os 12/88
    nur: Ausbeutung verlangt eine rücksichtslose Ausnützung, die sich gegen die vitalen Interessen der Prostituierten richtet. (T6)
  • 12 Os 146/88
    Entscheidungstext OGH 24.11.1988 12 Os 146/88
    nur T5; Beisatz: Zu § 216 Abs 2 erster Fall StGB nF; auf die "finanziellen Verhältnisse der Prostituierten", also auf die Höhe ihres Einkommens, kommt es jedenfalls dann nicht an, wenn die Gewerbsunzucht ihre hauptsächliche Einkommensquelle darstellt. (T7)
  • 12 Os 24/07g
    Entscheidungstext OGH 31.05.2007 12 Os 24/07g
    Auch; nur T5; Beisatz: Krasses Schmarotzertum auf der einen und die Notwendigkeit, sich in der Lebensführung fühlbar einzuschränken, auf der anderen Seite stellen das Wesen der Ausbeutung dar. (T8)
  • 11 Os 39/08g
    Entscheidungstext OGH 29.04.2008 11 Os 39/08g
    Auch; Beisatz: Unter Ausbeutung ist die rücksichtslose Ausnützung der Prostituierten unter Hintanstellung deren eigenen vitalen Interessen durch Ab- oder Übernahme des zumindest überwiegenden Entgelts für deren Leistungen zu verstehen, wobei es nicht zu wirtschaftlicher Bedrängnis des Tatopfers kommen muss (WK-StGB - 2 § 216 [2006] Rz 9). (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0095207

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2008

Dokumentnummer

JJR_19770215_OGH0002_0090OS00185_7600000_003