Rechtssatz für 1Ob556/80; 1Ob533/82; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0008752

Geschäftszahl

1Ob556/80; 1Ob533/82; 2Ob554/82; 2Ob591/82; 1Ob528/84; 1Ob602/86; 7Ob668/89; 1Ob676/89; 3Ob609/90; 1Ob597/91; 5Ob133/92; 1Ob622/93; 1Ob641/94; 6Ob548/95; 8Ob525/95; 4Ob583/95; 10Ob2018/96d; 10Ob2416/96h; 2Ob2042/96z; 1Ob207/98t; 6Ob171/03w; 10Ob36/05z; 6Ob119/05a; 5Ob210/07d; 5Ob237/09b; 1Ob180/15z; 1Ob210/18s; 10Ob30/20i; 5Ob21/25m

Entscheidungsdatum

30.10.2025

Rechtssatz

Der Untersuchungsgrundsatz hat keineswegs zur Folge, dass es für die Parteien keine Beweislast gibt. Die subjektive Beweislast, das ist die Verpflichtung der Parteien, den Beweis der für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Tatsachen zu erbringen, wird nur durch die Verpflichtung des Gerichtes ergänzt, auch ohne Parteienbehauptungen die zur Entscheidung erforderlichen Tatsachen zu erheben. Wird aber trotz des Untersuchungsgrundsatzes der Beweis für streiterhebliche Tatsachen nicht erbracht, dann muss auch in den von diesem Grundsatz beherrschten Verfahren dem Gericht eine Regel an die Hand gegeben werden, nach der es zu bestimmen hat, zu wessen Lasten die Unmöglichkeit der Beweisführung geht (hier: Unterhaltsneubemessung, Unterhaltverpflichteter ist unbekannten Aufenthaltes).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 556/80
    Entscheidungstext OGH 26.03.1980 1 Ob 556/80
    Veröff: SZ 53/54 = RZ 1981/7 S 39; hiezu zustimmend Pichler, Zur Beweislastverteilung in der Unterhaltsbemessung, ÖA 1981,67
  • 1 Ob 533/82
    Entscheidungstext OGH 17.03.1982 1 Ob 533/82
    Veröff: ÖA 1982,67
  • 2 Ob 554/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 2 Ob 554/82
    Vgl
  • 2 Ob 591/82
    Entscheidungstext OGH 13.12.1983 2 Ob 591/82
    Auch; Beisatz: Dass der Sachverhalt trotz amtswegiger Untersuchungspflicht nicht aufgeklärt wurde, geht letztlich zu Lasten des Behauptenden. (T1)
  • 1 Ob 528/84
    Entscheidungstext OGH 02.05.1984 1 Ob 528/84
    Auch; Veröff: SZ 57/84 = ÖA 1984,100
  • 1 Ob 602/86
    Entscheidungstext OGH 24.07.1986 1 Ob 602/86
    Auch; Beis wie T1; Veröff: ÖA 1988,21
  • 7 Ob 668/89
    Entscheidungstext OGH 28.09.1989 7 Ob 668/89
    nur: Der Untersuchungsgrundsatz hat keineswegs zur Folge, daß es für die Parteien keine Beweislast gibt. (T2)
  • 1 Ob 676/89
    Entscheidungstext OGH 15.11.1989 1 Ob 676/89
    Auch
  • 3 Ob 609/90
    Entscheidungstext OGH 13.03.1991 3 Ob 609/90
    nur T2
  • 1 Ob 597/91
    Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 597/91
    Vgl auch
  • 5 Ob 133/92
    Entscheidungstext OGH 09.03.1993 5 Ob 133/92
    Auch; nur T2; Veröff: SZ 66/29 = WoBl 1993,187 (Strobl)
  • 1 Ob 622/93
    Entscheidungstext OGH 17.11.1993 1 Ob 622/93
    nur T2; nur: Die subjektive Beweislast, das ist die Verpflichtung der Parteien, den Beweis der für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Tatsachen zu erbringen, wird nur durch die Verpflichtung des Gerichtes ergänzt, auch ohne Parteienbehauptungen die zur Entscheidung erforderlichen Tatsachen zu erheben. (T3)
  • 1 Ob 641/94
    Entscheidungstext OGH 13.12.1994 1 Ob 641/94
    Auch; Beisatz: Das Gericht hat auch ohne Parteienbehauptungen die zur Entscheidung erforderlichen Tatsachen zu erheben; die Beweislastregeln können im Außerstreitverfahren erst dann zum Tragen kommen, wenn das Gericht außerstande ist, eine ausreichende Tatsachengrundlage zu schaffen. (T4)
  • 6 Ob 548/95
    Entscheidungstext OGH 22.06.1995 6 Ob 548/95
    nur T3; Beis wie T4
  • 8 Ob 525/95
    Entscheidungstext OGH 21.12.1995 8 Ob 525/95
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 583/95
    Entscheidungstext OGH 24.10.1995 4 Ob 583/95
    nur T2; Beisatz: Auch im Verfahren über die Festsetzung oder Herabsetzung des Unterhalts gilt der allgemein anerkannte Grundsatz, daß jede Partei die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Tatsachen zu beweisen hat. (T5)
  • 10 Ob 2018/96d
    Entscheidungstext OGH 23.04.1996 10 Ob 2018/96d
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T5
  • 10 Ob 2416/96h
    Entscheidungstext OGH 13.12.1996 10 Ob 2416/96h
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: In Detailfragen der Unterhaltsbemessung hat grundsätzlich der Unterhaltsschuldner die für seinen Rechtsstandpunkt günstigen Tatsachen ausreichend zu behaupten und zu beweisen. (T6)
  • 2 Ob 2042/96z
    Entscheidungstext OGH 28.11.1996 2 Ob 2042/96z
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 207/98t
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 1 Ob 207/98t
    Auch; nur T3; Veröff: SZ 72/47
  • 6 Ob 171/03w
    Entscheidungstext OGH 11.09.2003 6 Ob 171/03w
    Auch; Beis wie T5
  • 10 Ob 36/05z
    Entscheidungstext OGH 12.04.2005 10 Ob 36/05z
    nur: Der Untersuchungsgrundsatz hat keineswegs zur Folge, dass es für die Parteien keine Beweislast gibt. Die subjektive Beweislast, das ist die Verpflichtung der Parteien, den Beweis der für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Tatsachen zu erbringen, wird nur durch die Verpflichtung des Gerichtes ergänzt, auch ohne Parteienbehauptungen die zur Entscheidung erforderlichen Tatsachen zu erheben. Wird aber trotz des Untersuchungsgrundsatzes der Beweis für streiterhebliche Tatsachen nicht erbracht, dann muss auch in den von diesem Grundsatz beherrschten Verfahren dem Gericht eine Regel an die Hand gegeben werden, nach der es zu bestimmen hat, zu wessen Lasten die Unmöglichkeit der Beweisführung geht. (T7)
    Beisatz: Die Voraussetzungen der Unterhaltsvorschussgewährung fallen in die Beweislast des antragstellenden Kindes. (T8)
  • 6 Ob 119/05a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 119/05a
    Vgl auch; Beisatz: Erwägungen zum rechtmäßigen Alternativverhalten eines in Betracht kommenden Rückersatzpflichtigen sind im Rückersatzverfahren nicht von Amts wegen anzustellen. Hier: § 21 UVG, § 22 UVG. (T9)
  • 5 Ob 210/07d
    Entscheidungstext OGH 16.10.2007 5 Ob 210/07d
    Auch; nur T2
  • 5 Ob 237/09b
    Entscheidungstext OGH 02.12.2010 5 Ob 237/09b
    Auch; Bem: Hier: Verfahren nach § 37 Abs 1 Z 9 und 12 MRG. (T10)
    Veröff: SZ 2010/153
  • 1 Ob 180/15z
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 1 Ob 180/15z
    Vgl; Beis wie T6
  • 1 Ob 210/18s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 1 Ob 210/18s
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 10 Ob 30/20i
    Entscheidungstext OGH 13.10.2020 10 Ob 30/20i
    Beis wie T1
  • 5 Ob 21/25m
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 30.10.2025 5 Ob 21/25m
    Beisatz wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0008752

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2025

Dokumentnummer

JJR_19800326_OGH0002_0010OB00556_8000000_002

Rechtssatz für 3Ob30/56; 3Ob584/54; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0007171

Geschäftszahl

3Ob30/56; 3Ob584/54; 3Ob234/54; 1Ob246/46; 5Ob272/64; 1Ob185/65; 6Ob79/66; 7Ob75/67 (7Ob76/67); 1Ob220/68; 1Ob94/70; 4Ob598/70; 1Ob138/71; 1Ob103/71; 1Ob148/72; 5Ob220/72; 2Ob147/73; 7Ob176/73; 5Ob70/75; 1Ob215/75; 8Ob527/76; 3Ob575/76; 5Ob882/76; 5Ob27/77; 1Ob727/78; 6Ob723/81; 1Ob805/82; 3Ob524/83; 1Ob640/83; 1Ob695/84 (1Ob696/84); 7Ob688/85; 8Ob583/86; 8Ob666/86; 1Ob546/87; 7Ob504/88; 2Ob527/88; 8Ob637/88; 3Ob95/89; 1Ob656/90; 3Ob609/90; 4Ob565/91; 4Ob507/92; 3Ob535/92; 1Ob539/92; 1Ob576/92; 8Ob663/92; 10Ob536/94; 1Ob574/95; 7Ob2130/96b; 1Ob122/97s; 1Ob96/99w; 7Ob16/00d; 2Ob171/00m; 8Ob304/99k; 1Ob209/00t; 2Ob85/00i; 16Ok2/02; 8Ob3/02b; 7Ob258/02w; 7Ob52/03b; 1Ob135/02p; 6Ob46/03p; 3Ob87/03w; 8Ob82/04y; 4Ob42/05p; 6Ob51/05a; 5Ob21/06h; 3Ob43/07f; 2Ob29/06p; 3Ob140/08x; 10Ob67/08p; 10Ob82/08v; 10Ob85/08k; 10Ob101/08p; 10Ob104/08d; 3Ob189/08b; 10Ob5/09x; 10Ob99/08v; 10Ob2/09f; 2Ob90/09p; 5Ob17/10a; 2Ob204/09b; 3Ob188/10h; 2Ob19/11z; 5Ob213/11a; 6Ob127/12p; 5Ob164/13y; 6Ob214/13h; 1Ob46/15v; 10Ob61/15s; 6Ob248/15m; 3Ob122/16m; 7Ob174/16p; 9Ob61/16k; 7Ob89/18s; 5Ob135/19t; 5Ob123/19b; 5Ob126/20w; 1Ob138/20f; 4Ob28/21b; 5Ob179/21s; 2Ob93/22y; 5Ob131/23k; 16Ok3/24p; 1Ob187/24t; 16Ok6/25f; 16Ok7/25b; 6Ob109/25k; 16Ok8/25z; 3Ob48/26v

Entscheidungsdatum

29.04.2026

Rechtssatz

Verfügungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit kommt grundsätzlich materielle Rechtskraft zu.

Anmerkung

Dieser Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 30/56
    Entscheidungstext OGH 25.01.1956 3 Ob 30/56
  • 3 Ob 584/54
    Entscheidungstext OGH 29.09.1954 3 Ob 584/54
    Beisatz: Zum Beispiel der abweislichen Entscheidung der Mietkommission. (T1)
  • 3 Ob 234/54
    Entscheidungstext OGH 01.06.1954 3 Ob 234/54
    Beisatz: Daher keine Feststellung der Unrichtigkeit einer rechtskräftigen Entscheidung der Mietkommission durch das Gericht. (T2)
  • 1 Ob 246/46
    Entscheidungstext OGH 15.10.1946 1 Ob 246/46
    Beisatz: Bindung an Entscheidungen der Pachtämter. (T3)
    Veröff: SZ 21/7
  • 5 Ob 272/64
    Entscheidungstext OGH 28.01.1965 5 Ob 272/64
    Veröff: EvBl 1965/225 S 329 = MietSlg 17354(12)
  • 1 Ob 185/65
    Entscheidungstext OGH 11.11.1965 1 Ob 185/65
    Veröff: SZ 38/194
  • 6 Ob 79/66
    Entscheidungstext OGH 16.03.1966 6 Ob 79/66
  • 7 Ob 75/67
    Entscheidungstext OGH 24.05.1967 7 Ob 75/67
    Veröff: EvBl 1969/32 S 50
  • 1 Ob 220/68
    Entscheidungstext OGH 20.09.1968 1 Ob 220/68
    Beisatz: Hier: Im Verlassenschaftsverfahren festgestellter Ausschließungsgrund hinsichtlich Erbhofübernahme, Ausnahmen nur, wenn das Gesetz den Parteien ein eigenes Klagerecht gewährt oder die gerichtliche Verfügung selbst ausdrücklich weitere Erörterungen vorbehalten hat. (T4)
  • 1 Ob 94/70
    Entscheidungstext OGH 30.04.1970 1 Ob 94/70
  • 4 Ob 598/70
    Entscheidungstext OGH 13.10.1970 4 Ob 598/70
  • 1 Ob 138/71
    Entscheidungstext OGH 27.05.1971 1 Ob 138/71
    Veröff: SZ 44/82 = RZ 1971,195
  • 1 Ob 103/71
    Entscheidungstext OGH 27.05.1971 1 Ob 103/71
  • 1 Ob 148/72
    Entscheidungstext OGH 05.07.1972 1 Ob 148/72
    Veröff: NZ 1974,25
  • 5 Ob 220/72
    Entscheidungstext OGH 21.11.1972 5 Ob 220/72
  • 2 Ob 147/73
    Entscheidungstext OGH 04.10.1973 2 Ob 147/73
    Beisatz: Wenn auch im Außerstreitverfahren ergangene Entscheidungen nicht grundsätzlich und ausnahmslos unabänderlich sind, so kommt ihnen doch jedenfalls im Verhältnis der Beteiligten materielle Rechtskraft zu. (SZ 26/15). (T5)
  • 7 Ob 176/73
    Entscheidungstext OGH 05.12.1973 7 Ob 176/73
    Veröff: JBl 1974,268
  • 5 Ob 70/75
    Entscheidungstext OGH 20.05.1975 5 Ob 70/75
    Beisatz: Hiebei genießt die abweisende Entscheidung des Außerstreitrichters Rechtskraft nach Maßgabe ihres Inhaltes. (T6)
  • 1 Ob 215/75
    Entscheidungstext OGH 19.11.1975 1 Ob 215/75
  • 8 Ob 527/76
    Entscheidungstext OGH 16.06.1976 8 Ob 527/76
    Veröff: EFSlg 28234
  • 3 Ob 575/76
    Entscheidungstext OGH 31.08.1976 3 Ob 575/76
  • 5 Ob 882/76
    Entscheidungstext OGH 21.12.1976 5 Ob 882/76
  • 5 Ob 27/77
    Entscheidungstext OGH 13.09.1977 5 Ob 27/77
    Veröff: MietSlg 29546
  • 1 Ob 727/78
    Entscheidungstext OGH 18.10.1978 1 Ob 727/78
  • 6 Ob 723/81
    Entscheidungstext OGH 16.09.1981 6 Ob 723/81
    Auch
  • 1 Ob 805/82
    Entscheidungstext OGH 01.12.1982 1 Ob 805/82
  • 3 Ob 524/83
    Entscheidungstext OGH 13.04.1983 3 Ob 524/83
    Beis wie T5
  • 1 Ob 640/83
    Entscheidungstext OGH 01.06.1983 1 Ob 640/83
    Veröff: ÖA 1984,44
  • 1 Ob 695/84
    Entscheidungstext OGH 26.11.1984 1 Ob 695/84
  • 7 Ob 688/85
    Entscheidungstext OGH 16.01.1986 7 Ob 688/85
  • 8 Ob 583/86
    Entscheidungstext OGH 18.09.1986 8 Ob 583/86
  • 8 Ob 666/86
    Entscheidungstext OGH 22.01.1987 8 Ob 666/86
  • 1 Ob 546/87
    Entscheidungstext OGH 27.04.1987 1 Ob 546/87
  • 7 Ob 504/88
    Entscheidungstext OGH 21.01.1988 7 Ob 504/88
  • 2 Ob 527/88
    Entscheidungstext OGH 23.03.1988 2 Ob 527/88
  • 8 Ob 637/88
    Entscheidungstext OGH 20.10.1988 8 Ob 637/88
    Beisatz: Die in jeder Lage des Verfahrens von Amts wegen zu beachten ist. (T7)
  • 3 Ob 95/89
    Entscheidungstext OGH 15.11.1989 3 Ob 95/89
    Vgl; Beisatz: Es ist ausgeschlossen, dass eine im außerstreitigen Verfahren ergangene rechtskräftige Entscheidung im streitigen Verfahren überprüft wird. (T8)
  • 1 Ob 656/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 656/90
    Veröff: SZ 63/153
  • 3 Ob 609/90
    Entscheidungstext OGH 13.03.1991 3 Ob 609/90
  • 4 Ob 565/91
    Entscheidungstext OGH 19.11.1991 4 Ob 565/91
    Auch; Beisatz: Auch formelle Rechtskraft: Einem im außerstreitigen Verfahren gefassten, durch ein Rechtsmittel nicht mehr anfechtbaren Beschluss (hier: Unterhaltsbemessung) kommt sohin die gleiche Rechtskraftwirkung zu wie einem nach den Vorschriften der ZPO ergangenen Urteil oder Beschluss (§ 411 ZPO). (T9)
  • 4 Ob 507/92
    Entscheidungstext OGH 14.01.1992 4 Ob 507/92
    Auch; Beis wie T9; Veröff: ÖA 1992,57
  • 3 Ob 535/92
    Entscheidungstext OGH 08.04.1992 3 Ob 535/92
    Beis wie T7; Beisatz: Zufolge der jeder Unterhaltsbemessung innewohnenden Umstandsklausel kann das Gericht bei einer Änderung der Verhältnisse eine neue Entscheidung treffen. (T10)
  • 1 Ob 539/92
    Entscheidungstext OGH 24.06.1992 1 Ob 539/92
    Beisatz: Die materielle Rechtskraft äußert sich als zur Zurückweisung des später gestellten Antrages führende Einmaligkeitswirkung nur dann, wenn und insoweit die Begehren deckungsgleich (ident) sind. (T11)
  • 1 Ob 576/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 1 Ob 576/92
    Auch; Beis wie T9
  • 8 Ob 663/92
    Entscheidungstext OGH 12.11.1992 8 Ob 663/92
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterhaltsbemessungsbeschluss. (T12)
  • 10 Ob 536/94
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 10 Ob 536/94
    Auch; Beis wie T9
  • 1 Ob 574/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 574/95
    Beisatz: Auch im Verfahren außer Streitsachen ergangene Entscheidungen enthalten daher Einmaligkeitswirkung und Bindungswirkung. (T13)
  • 7 Ob 2130/96b
    Entscheidungstext OGH 15.05.1996 7 Ob 2130/96b
  • 1 Ob 122/97s
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 1 Ob 122/97s
    Auch; Beisatz: Die im Verfahren außer Streitsachen ergehenden Beschlüsse, so vor allem auch Unterhaltsbemessungsbeschlüsse, sind der materiellen und formellen Rechtskraft teilhaftig. (T14)
    Beis wie T9 nur: Einem im außerstreitigen Verfahren gefassten, durch ein Rechtsmittel nicht mehr anfechtbaren Beschluss (hier: Unterhaltsbemessung) kommt sohin die gleiche Rechtskraftwirkung zu wie einem nach den Vorschriften der ZPO ergangenen Urteil oder Beschluss (§ 411 ZPO). (T15)
    Beis wie T13; Beisatz: Nachträglichen Änderungen des rechtserzeugenden Sachverhalts oder Änderungen der dem Unterhaltsanspruch zugrundeliegenden Gesetzesregelungen hält die materielle Rechtskraft allerdings nicht stand; in diesem Rahmen ist eine Neufestsetzung des Unterhalts zulässig. (T16)
  • 1 Ob 96/99w
    Entscheidungstext OGH 05.08.1999 1 Ob 96/99w
    Auch
  • 7 Ob 16/00d
    Entscheidungstext OGH 29.03.2000 7 Ob 16/00d
    Vgl auch; Beis wie T14
  • 2 Ob 171/00m
    Entscheidungstext OGH 02.08.2000 2 Ob 171/00m
    Beisatz: Die Rechtskraft einer außerstreitigen Entscheidung greift nicht ein, wenn das Gesetz der Partei ein eigenes Klagerecht gewährt. (T17)
    Beisatz: Keine Bindung des Prozessgerichtes im Verfahren über eine Erbschaftsklage gegen den - ein Heimfallsrecht ausübenden - Bund an den im Verlassenschaftsverfahren ergangenen Beschluss, mit der der Antrag des Klägers auf Einantwortung mangels Erbrechtstitels abgewiesen wurde. (T18)
  • 8 Ob 304/99k
    Entscheidungstext OGH 05.10.2000 8 Ob 304/99k
    Beis wie T14 nur: Die im Verfahren außer Streitsachen ergehenden Beschlüsse sind der materiellen und formellen Rechtskraft teilhaftig. (T19)
  • 1 Ob 209/00t
    Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 209/00t
    Beis wie T7; Beisatz: Die Rechtskraft des Beschlusses, mit dem der Schwester des Verstorbenen die Besorgung und Verwaltung des Nachlasses übertragen wurde, wird auch nicht durch eine spätere widersprechende Erbserklärung eines anderen Erbansprechers durchbrochen. (T20)
  • 2 Ob 85/00i
    Entscheidungstext OGH 29.03.2001 2 Ob 85/00i
    Beis wie T6; Beis wie T16 nur: Nachträglichen Änderungen des rechtserzeugenden Sachverhalts oder Änderungen der zugrundeliegenden Gesetzesregelungen hält die materielle Rechtskraft allerdings nicht stand. (T21)
  • 16 Ok 2/02
    Entscheidungstext OGH 01.07.2002 16 Ok 2/02
    Veröff: SZ 2002/91
  • 8 Ob 3/02b
    Entscheidungstext OGH 13.06.2002 8 Ob 3/02b
    Beisatz: Die wesentliche Funktion der materiellen Rechtskraft wird dabei vor allem darin gesehen, den Rechtsfrieden zwischen den Parteien herzustellen. (T22)
  • 7 Ob 258/02w
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 7 Ob 258/02w
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T19; Beisatz: Sie binden die Betroffenen und das Gericht. (T23)
    Beisatz: Es gilt auch der Grundsatz der Teilrechtskraft. (T24)
  • 7 Ob 52/03b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2003 7 Ob 52/03b
    Vgl auch; Beis wie T15
  • 1 Ob 135/02p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 135/02p
    Auch; Beis wie T14; Beis wie T16
  • 6 Ob 46/03p
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 46/03p
    Vgl; Beis wie T14
  • 3 Ob 87/03w
    Entscheidungstext OGH 25.06.2003 3 Ob 87/03w
    Beis wie T21 nur: Nachträglichen Änderungen des rechtserzeugenden Sachverhalts hält die materielle Rechtskraft allerdings nicht stand. (T25)
  • 8 Ob 82/04y
    Entscheidungstext OGH 11.11.2004 8 Ob 82/04y
    Beis wie T12
  • 4 Ob 42/05p
    Entscheidungstext OGH 26.04.2005 4 Ob 42/05p
    Auch; Beis wie T14; Beis wie T21; Beisatz: Eine tiefgreifende Änderung der Rechtsprechung wird einer Änderung der Rechtslage gleichgehalten. (T26)
  • 6 Ob 51/05a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 51/05a
    Beis wie T17; Beisatz: Einer Erbschaftsklage steht daher die rechtskräftige Einantwortung, die die Vermutung der rechtmäßigen Erbenstellung der eingeantworteten Erben schafft, nicht entgegen. (T27)
  • 5 Ob 21/06h
    Entscheidungstext OGH 21.03.2006 5 Ob 21/06h
    Beis wie T21; Beis wie T25
  • 3 Ob 43/07f
    Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 43/07f
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T12; Beis ähnlich wie T16; Beisatz: Nur die vor der Beschlussfassung erster Instanz liegenden Zeiträume, über die bereits bindend abgesprochen wurde, sind von der materiellen Rechtskraft erfasst. (T28)
    Beisatz: Hier: Beschluss der 1. Instanz erging auf der Grundlage einseitiger, im Sinne des § 17 AußStrG unwidersprochen gebliebener Behauptungen. (T29)
  • 2 Ob 29/06p
    Entscheidungstext OGH 14.06.2007 2 Ob 29/06p
    Auch
  • 3 Ob 140/08x
    Entscheidungstext OGH 11.07.2008 3 Ob 140/08x
    Beisatz: Hier: Vorläufige Übertragung der Obsorge. (T30)
  • 10 Ob 67/08p
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 10 Ob 67/08p
    Auch; Beisatz: Eine tiefgreifende Änderung der Rechtsprechung wird einer Änderung der Rechtslage gleichgehalten. (T31)
    Beis wie T26; Beisatz: Anders als bei der Berücksichtigung von Transferleistungen bei der Bemessung der Unterhaltshöhe kann angesichts der in den letzten Jahren aufgetretenen Widersprüchlichkeit der Judikatur zur Leistungszuständigkeit für Unterhaltsvorschüsse nach der Verordnung (EWG) Nr 1408/71 („Wanderarbeitnehmerverordnung") noch keineswegs von einer „tiefgreifenden" Judikaturänderung gesprochen werden. (T32)
  • 10 Ob 82/08v
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 10 Ob 82/08v
    Auch; Beis wie T31; Beis wie T26; Beis wie T32
  • 10 Ob 85/08k
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 10 Ob 85/08k
    Auch; Beis wie T31; Beis wie T26; Beis wie T32
  • 10 Ob 101/08p
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 10 Ob 101/08p
    Auch; Beis ähnlich wie T32
  • 10 Ob 104/08d
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 10 Ob 104/08d
    Auch; Beis wie T31; Beis ähnlich wie T32
  • 3 Ob 189/08b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 3 Ob 189/08b
    Auch; Beis wie T12
  • 10 Ob 5/09x
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 10 Ob 5/09x
    Auch; Beis ähnlich wie T32
  • 10 Ob 99/08v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 10 Ob 99/08v
    Auch; Beis ähnlich wie T19; Beis ähnlich wie T16; Beis ähnlich wie T7
  • 10 Ob 2/09f
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 2/09f
    Auch; Beis ähnlich wie T32
  • 2 Ob 90/09p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 90/09p
    Auch; Beis wie T19; Beis wie T12; Auch Beis wie T14; Auch Beis wie T25; Beis wie T28; Beisatz: Insofern ist eine Unterhaltsfestsetzung nur im Wege eines Abänderungsantrags gemäß § 73 AußStrG abänderbar. (T33)
    Veröff: SZ 2009/171
  • 5 Ob 17/10a
    Entscheidungstext OGH 11.02.2010 5 Ob 17/10a
  • 2 Ob 204/09b
    Entscheidungstext OGH 22.04.2010 2 Ob 204/09b
    Auch
  • 3 Ob 188/10h
    Entscheidungstext OGH 22.03.2011 3 Ob 188/10h
    Auch; Beis wie T15
  • 2 Ob 19/11z
    Entscheidungstext OGH 30.05.2011 2 Ob 19/11z
    Auch Beis wie T6; Auch Beis wie T9; Beis wie T19; Beis wie T21
  • 5 Ob 213/11a
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 213/11a
    Vgl
  • 6 Ob 127/12p
    Entscheidungstext OGH 13.09.2012 6 Ob 127/12p
    Beis wie T28; Beis wie T29
  • 5 Ob 164/13y
    Entscheidungstext OGH 20.09.2013 5 Ob 164/13y
    Vgl auch; Beis wie T19; Beis wie T24
  • 6 Ob 214/13h
    Entscheidungstext OGH 28.11.2013 6 Ob 214/13h
    Auch; Beisatz: Dem Antrag von einer Inventarisierung der Verlassenschaft Abstand zu nehmen und der Abhandlung eine eidesstattliche Vermögenserklärung zugrunde zu legen, steht die Rechtskraft der Inventarisierung anordnenden Entscheidung entgegen. (T34)
  • 1 Ob 46/15v
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 46/15v
    Auch
  • 10 Ob 61/15s
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 61/15s
    Beis ähnlich wie T21
  • 6 Ob 248/15m
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 6 Ob 248/15m
    Auch; Beis ähnlich wie T13; Beis ähnlich wie T15; Beis wie T25; Beisatz: Hier: Abweisende Entscheidung im Firmenbuchverfahren. (T35)
  • 3 Ob 122/16m
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 122/16m
    Auch; Beis wie T19; Beis wie T23; Veröff: SZ 2016/91
  • 7 Ob 174/16p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2016 7 Ob 174/16p
    Auch; Beis wie T7
  • 9 Ob 61/16k
    Entscheidungstext OGH 24.03.2017 9 Ob 61/16k
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T19; Beis wie T23; Beis wie T25; Beisatz: Hier: Vorläufige Maßnahmen nach § 107 Abs 2 AußStrG. (T36)
  • 7 Ob 89/18s
    Entscheidungstext OGH 20.06.2018 7 Ob 89/18s
    Beis wie T21; Beis wie T23; Beis wie T25
  • 5 Ob 135/19t
    Entscheidungstext OGH 27.11.2019 5 Ob 135/19t
    Beis wie T13
  • 5 Ob 123/19b
    Entscheidungstext OGH 16.01.2020 5 Ob 123/19b
    Beis wie T25
  • 5 Ob 126/20w
    Entscheidungstext OGH 02.09.2020 5 Ob 126/20w
    Vgl; Beis wie T13
  • 1 Ob 138/20f
    Entscheidungstext OGH 23.09.2020 1 Ob 138/20f
  • 4 Ob 28/21b
    Entscheidungstext OGH 15.03.2021 4 Ob 28/21b
    Beis wie T13
  • 5 Ob 179/21s
    Entscheidungstext OGH 16.12.2021 5 Ob 179/21s
    Beis wie T13
  • 2 Ob 93/22y
    Entscheidungstext OGH 06.09.2022 2 Ob 93/22y
  • 5 Ob 131/23k
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 02.04.2024 5 Ob 131/23k
    Beisatz wie T13
  • 16 Ok 3/24p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 08.05.2024 16 Ok 3/24p
    vgl; Beisatz wie T11; Beisatz wie T13; Beisatz wie T21
    Beisatz: Hier: Beschluss in einem Kartellverfahren (T37)
  • 1 Ob 187/24t
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 19.12.2024 1 Ob 187/24t
    Beisatz wie T21
  • 16 Ok 6/25f
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.05.2025 16 Ok 6/25f
    nur T13; nur T19
    Beisatz: Dies gilt auch für im Kartellverfahren gefasste Beschlüsse. (T38)
    Anm: Zu T38 vgl bereits 16 Ok 3/22g, Rz 114 sowie 16 Ok 3/24p, Rz 8.
  • 16 Ok 7/25b
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 27.05.2025 16 Ok 7/25b
    Beisatz nur wie T11; Beisatz nur wie T13; Beisatz nur wie T19; Beisatz nur wie T38
  • 6 Ob 109/25k
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 03.07.2025 6 Ob 109/25k
    Beisatz wie T13: Hier: Verfahren über Antrag auf Bucheinsicht nach § 22 Abs 2 GmbHG (T39)
  • 16 Ok 8/25z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.07.2025 16 Ok 8/25z
    nur T13; nur T19; nur T38
  • 3 Ob 48/26v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.04.2026 3 Ob 48/26v

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0007171

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2026

Dokumentnummer

JJR_19560125_OGH0002_0030OB00030_5600000_001

Rechtssatz für 5Ob220/72; 7Ob176/73; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0007140

Geschäftszahl

5Ob220/72; 7Ob176/73; 5Ob321/74; 5Ob866/76; 6Ob3/81; 3Ob524/83; 1Ob640/83; 8Ob583/86; 6Ob26/88; 5Ob649/89; 1Ob656/90; 1Ob645/90; 3Ob609/90; 4Ob565/91; 4Ob507/92; 1Ob607/91; 8Ob596/93; 10Ob536/94; 4Ob598/95; 7Ob2130/96b; 4Ob2378/96a; 1Ob5/00t; 6Ob22/02g (6Ob23/02d); 8Ob3/02b; 10Ob99/08v; 5Ob17/10a; 1Ob46/15v; 1Ob124/16s; 7Ob174/16p; 5Ob47/17y; 1Ob138/20f; 4Ob28/21b; 3Ob48/26v

Entscheidungsdatum

29.04.2026

Norm

AußStrG §18 A
AußStrG 2005 §43 Abs1

Rechtssatz

Die materielle Rechtskraft hält gegenüber nachträglichen Tatbestandsänderungen nicht Stand. Die Entscheidung ergreift zwar den Anspruch, nicht aber seinen Tatbestand. Verändern sich die Individualisierungsmomente des Rechtsschutzanspruches, auf Grund deren die Entscheidung erging, so entsteht ein neuer Rechtsschutzanspruch, der dann folgerichtig von der Rechtskraft der Entscheidung über den ersten nicht berührt wird.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 220/72
    Entscheidungstext OGH 21.11.1972 5 Ob 220/72
  • 7 Ob 176/73
    Entscheidungstext OGH 05.12.1973 7 Ob 176/73
    nur: Die materielle Rechtskraft hält gegenüber nachträglichen Tatbestandsänderungen nicht Stand. (T1)
    Veröff: JBl 1974,268
  • 5 Ob 321/74
    Entscheidungstext OGH 21.01.1975 5 Ob 321/74
    nur T1; Beisatz: Hier: Verringerung der Kaufkraft der österreichischen Währung nach Rechtskraft des Unterhaltsfestsetzungsbeschlusses. (T2)
  • 5 Ob 866/76
    Entscheidungstext OGH 23.11.1976 5 Ob 866/76
    Ähnlich; nur T1; Beisatz: In jeder Unterhaltsbemessung ist stillschweigend eine Umstandsklausel enthalten. (T3)
  • 6 Ob 3/81
    Entscheidungstext OGH 13.05.1981 6 Ob 3/81
    nur T1; Beisatz: Inhaltsgleiche Begehren, die auf verschiedene Sachverhalte zeitlich aufeinanderfolgende Gesellschafterbeschlüsse (Fortsetzungsbeschlüsse) beruhen. (T4)
  • 3 Ob 524/83
    Entscheidungstext OGH 13.04.1983 3 Ob 524/83
    nur T1
  • 1 Ob 640/83
    Entscheidungstext OGH 01.06.1983 1 Ob 640/83
    nur T1; Veröff: ÖA 1984,44
  • 8 Ob 583/86
    Entscheidungstext OGH 18.09.1986 8 Ob 583/86
    nur T1
  • 6 Ob 26/88
    Entscheidungstext OGH 12.01.1989 6 Ob 26/88
    nur T1
  • 5 Ob 649/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 5 Ob 649/89
    nur T1; Veröff: ÖA 1990,111
  • 1 Ob 656/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 656/90
    nur T1; Beis wie T3; Veröff: SZ 63/153
  • 1 Ob 645/90
    Entscheidungstext OGH 28.11.1990 1 Ob 645/90
    nur T1; Veröff: RZ 1991/34 S 123
  • 3 Ob 609/90
    Entscheidungstext OGH 13.03.1991 3 Ob 609/90
    nur T1; Beis wie T3
  • 4 Ob 565/91
    Entscheidungstext OGH 19.11.1991 4 Ob 565/91
    nur T1
  • 4 Ob 507/92
    Entscheidungstext OGH 14.01.1992 4 Ob 507/92
    nur T1; Veröff: ÖA 1992,57
  • 1 Ob 607/91
    Entscheidungstext OGH 20.11.1991 1 Ob 607/91
    Auch; nur T1
  • 8 Ob 596/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 8 Ob 596/93
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die die materielle Rechtskraft durchbrechende tiefgreifende Änderung der Rechtsprechung. (T5)
  • 10 Ob 536/94
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 10 Ob 536/94
    nur T1; Beis wie T3
  • 4 Ob 598/95
    Entscheidungstext OGH 05.12.1995 4 Ob 598/95
    nur T1; Beisatz: Wenn sich die Verhältnisse wesentlich geändert haben, kann der Unterhalt neu festgesetzt werden. Der Unterhalt kann - bei gleichgebliebenen Verhältnissen - auch dann erhöht werden, wenn ein Anspruch geltend gemacht wird, der noch nicht Gegenstand der vorangegangenen Entscheidung war. (T6)
  • 7 Ob 2130/96b
    Entscheidungstext OGH 15.05.1996 7 Ob 2130/96b
    Auch
  • 4 Ob 2378/96a
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2378/96a
    nur T1; Beisatz: Im Falle eines Beschlusses auf Grund des Übereinkommens über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung kommt ein - im Außerstreitverfahren sonst grundsätzlich zulässiger - Antrag, im Hinblick auf geänderte Verhältnisse neu zu entscheiden, nicht in Frage, weil das Ziel des Übereinkommens ua die Sicherstellung der sofortigen Rückgabe widerrechtlich in einen Vertragsstaat verbrachter oder dort zurückgehaltener Kinder (Art 1 lit a des Übereinkommens) ist. (T7)
  • 1 Ob 5/00t
    Entscheidungstext OGH 25.07.2000 1 Ob 5/00t
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 22/02g
    Entscheidungstext OGH 18.04.2002 6 Ob 22/02g
    Auch; Beis wie T6; Beisatz: Die Abweisung eines Antrages auf Zuerkennung eines einstweiligen Unterhalts nach § 382 Abs 1 Z 8 EO steht zumindest dann, wenn der Antragsteller bei neuerlicher Antragstellung mit neuen und für den nunmehr maßgebenden Zeitraum aktuellen Bescheinigungsmitteln, die im vorangehenden Verfahren noch gar nicht entstanden waren, eine maßgebende Änderung im Anspruchssachverhalt darzulegen vermag, einer Antragstattgebung für spätere Zeiträume nicht entgegen. (T8)
  • 8 Ob 3/02b
    Entscheidungstext OGH 13.06.2002 8 Ob 3/02b
    Auch
  • 10 Ob 99/08v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 10 Ob 99/08v
    Vgl auch; Beisatz: Es kommt daher grundsätzlich auch abweisenden Beschlüssen im Außerstreitverfahren die gleiche Rechtskraftwirkung wie einem nach den Vorschriften der ZPO ergangenen Urteil oder Beschluss (§ 411 ZPO) zu, wobei die materielle Rechtskraft lediglich nachträglichen Änderungen des rechtserzeugenden Sachverhalts nicht standhält. (T9)
  • 5 Ob 17/10a
    Entscheidungstext OGH 11.02.2010 5 Ob 17/10a
    Vgl; Beisatz: Die materielle Rechtskraft hält nur nachträglichen Tatbestandsänderungen nicht stand. (T10)
    Beisatz: Tatsachen, die in dem für die Entscheidung maßgeblichen Zeitpunkt bereits entstanden waren, aber nicht ausgeführt wurden, durchbrechen die Rechtskraft nicht. (T11)
  • 1 Ob 46/15v
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 46/15v
    Auch
  • 1 Ob 124/16s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 124/16s
    Auch; nur T1; Beis wie T6 nur: Wenn sich die Verhältnisse wesentlich geändert haben, kann der Unterhalt neu festgesetzt werden. (T12)
  • 7 Ob 174/16p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2016 7 Ob 174/16p
    nur T1
  • 5 Ob 47/17y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2017 5 Ob 47/17y
    nur T1; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 1 Ob 138/20f
    Entscheidungstext OGH 23.09.2020 1 Ob 138/20f
    nur T1
  • 4 Ob 28/21b
    Entscheidungstext OGH 15.03.2021 4 Ob 28/21b
  • 3 Ob 48/26v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.04.2026 3 Ob 48/26v
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0007140

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.06.2026

Dokumentnummer

JJR_19721121_OGH0002_0050OB00220_7200000_001

Entscheidungstext 3Ob609/90

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

3Ob609/90

Entscheidungsdatum

13.03.1991

Anmerkung

E25422

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof.Dr.Petrasch als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Hule, Dr. Klinger, Dr. Angst und Dr. Schalich als weitere Richter in der Pflegschaftssache der mj. Kinder Dominik J*****, geboren am 9. November 1980, Daniel und Nadine J*****, beide geboren am 23. November 1984, infolge Revisionsrekurses des Vaters Erich J*****, gegen den Beschluß des Landesgerichtes für ZRS Wien als Rekursgericht vom 3. Oktober 1990, GZ 44 R 620/90-45, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Favoriten vom 5. September 1990, GZ 10 P 81/90-41, abgeändert wurde, folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Der Beschluß des Rekursgerichtes wird aufgehoben, diesem eine neue Entscheidung nach Verfahrensergänzung aufgetragen.

Text

Begründung:

Der am 10. November 1959 geborene Vater der drei unterhaltsberechtigten ehelichen Kinder leidet seit 1983 an einem Morbus Crohn, einer schweren Darmerkrankung. Er hat aus diesem Grund (derzeit) einen finanziellen Mehrbedarf (von monatlich S 4.000) für Lebensmittel und Medikamente. Er bezog 1989 im Schnitt eine monatliche Nettopension von S 9.770, 1990 eine solche von S 9.960.

Mit (Scheidungs-)Vergleich vom 17. Juni 1988 verpflichtete sich der Vater, für Dominik einen monatlichen Unterhaltsbetrag von S 1.500 und für Daniel und Nadine einen solchen von je S 1.300 zu Handen der Mutter zu bezahlen. Zufolge Entzuges der ihm zuerkannten vorübergehenden Invaliditätspension wurden diese Unterhaltsbeiträge mit Beschluß des Erstgerichtes vom 6. Dezember 1988 ab 1. August 1988 auf je S 400 pro Kind herabgesetzt. Dem nach neuerlicher Pensionszuerkennung gestellten Begehren des Bezirksjugendamtes für den 10. Bezirk als besonderem Sachwalter der Kinder auf Erhöhung der Alimentation auf das ursprüngliche Vergleichsausmaß hielt Erich J***** bei seiner Einvernahme am 22. Februar 1989 entgegen, daß er auf Grund seiner Erkrankung "einen Mehraufwand für Diät" habe. Da er jedoch seiner Ankündigung, eine Bestätigung für diese Mehrauslagen innerhalb von 14 Tagen vorzulegen, nicht nachkam, setzte das Erstgericht mit Beschluß vom 16. März 1989 die Unterhaltsverpflichtung wie im Scheidungsvergleich mit Wirkung ab 1. August 1988 fest. Dieser Beschluß erwuchs mangels Erhebung eines Rechtsmittels in Rechtskraft.

Im Herabsetzungsantrag vom 12. Dezember 1989 brachte der Vater vor, daß er zufolge seiner Erkrankung mit monatlichen Mehrkosten für Diät und Medikamente in Höhe von S 4.000 belastet sei. Das Erstgericht setzte nach Einholung eines medizinischen Sachverständigen-Gutachtens antragsgemäß die Unterhaltsverpflichtung für die drei Kinder auf je S 650 monatlich herab.

Das Rekursgericht wies mit der angefochtenen Entscheidung den Herabsetzungsantrag des unterhaltspflichtigen Vaters ab. Es erklärte den ordentlichen Revisionsrekurs als zulässig. Der Zustand des Vaters habe sich bereits im Jänner 1989 erheblich verschlechtert, sodaß an ihm eine ausgedehnte Darmresektion vorgenommen werden mußte. Die Mehraufwendungen seien bereits ab diesem Zeitpunkt angefallen, also bereits vor seiner Stellungnahme zum Unterhaltserhöhungsantrag der Kinder. Aus dem nunmehrigen Sachverhalt könne keine wesentliche Verschlechterung gegenüber Jänner 1989 erschlossen werden, vielmehr habe der Vater nur einen Sachverhalt bewiesen, dessen Nachweis er im Rahmen des letzten Unterhaltsfestsetzungsverfahrens versäumt habe.

Der Revisionsrekurs des Vaters ist berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

Nach Lehre und Rechtsprechung kommt auch Beschlüssen im außerstreitigen Verfahren im Hinblick auf Paragraph 18, Absatz eins, AußStrG materielle und formelle Rechtskraft zu (EFSlg 47.280; ÖA 1984, 44; SZ 44/181; JBl 1974, 268 ua; Fasching römisch drei, 699), die aber einer nachträglichen Änderung der Verhältnisse nicht standhält (JBl 1974, 268 ua). Zufolge der jeder Unterhaltsbemessung stillschweigend innewohnenden Umstandsklausel (EFSlg 46.272, 43.711 f uva; Rummel in Rummel, ABGB2, Rz 8a zu Paragraph 901,; Schlemmer/Schwimann in Schwimann, Paragraph 140, ABGB Rz 90) kann das Gericht bei einer wesentlichen Änderung der für die Unterhaltsbemessung maßgeblichen Verhältnisse - Bedürfnisse des Berechtigten oder Leistungsfähigkeit des Verpflichteten - eine andere Entscheidung treffen (EFSlg 46.272; JBl 1974, 268; EFSlg 26.489 uva; Rummel aaO). Der für das Außerstreitverfahren geltende Untersuchungsgrundsatz hat grundsätzlich nicht zur Folge, daß es für die Parteien keine Beweislast gibt (RZ 1981, 39 = ÖA 1980, 23). In der Regel ist es dem Gericht im Rahmen der amtswegigen Wahrheitserforschung nicht möglich, Umstände, wie sie hier der Revisionswerber am 16. Februar 1989 geltend gemacht hat, ohne seine Mitwirkung zu erfassen. Fraglich ist jedoch, ob dies dem Rekurs selbst damals schon möglich war. Beim Morbus Crohn (enteritis regionalis Crohn) handelt es sich um eine sich schubweise verschlechternde Darmerkrankung ohne günstige Heilungsprognose vergleiche Pschyrembel254, 312). Das wahre Ausmaß der finanziellen Mehrbelastung nach der ausgedehnten Darmresektion im Jänner 1989 war wohl erst in einem gewissen Abstand nach der Operation abschätzbar, sodaß sich die wirtschaftlich existenzbedrohende Belastung durch Mehrausgaben um Diät und Arzneien erst einige Monate danach klar herausstellen mußte. Einerseits verleitet die Hoffnung auf Besserung zur Annahme, daß mit der Operation eine Wende im gesundheitlichen Zustand eingetreten sei, andererseits kann der finanzielle Aufwand einer offensichtlich erst einige Zeit nach der Operation wirksam greifenden Diät schwer wenige Wochen oder Monate nach diesem Geschehen abgeschätzt werden. Unter diesem Gesichtspunkt kann der zunächst nicht erbrachte Nachweis des unterhaltspflichtigen Vaters über den Umfang seiner krankheitsbedingten Mehrausgaben und die unterlassene Bekämpfung der Unterhaltsneufestsetzung ihm nicht zum Nachteil gereichen, weil sich gegenüber dem seinerzeit beurteilten ein neuer Sachverhalt ergeben hat. Letztlich fällt auch noch ins Gewicht, daß durch eine Unterhaltsverpflichtung die Erhaltung des Gesundheitszustandes des Unterhaltsverpflichteten nicht gefährdet werden darf, um den Unterhaltsberechtigten einen Weiterbezug der Alimentation zu ermöglichen. Beim Revisionswerber liegt es nahe, daß er bei Aufrechterhaltung der bisherigen Unterhaltsverpflichtung nicht in der Lage wäre, sich eine lebenserhaltende Diät zu verschaffen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:0030OB00609.9.0313.000

Dokumentnummer

JJT_19910313_OGH0002_0030OB00609_9000000_000