Rechtssatz für 12Os5/74 9Os62/80

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0093842

Geschäftszahl

12Os5/74; 9Os62/80

Entscheidungsdatum

10.06.1980

Norm

StGB §127 E
StGB §133 F
  1. StGB § 127 heute
  2. StGB § 127 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StGB § 133 heute
  2. StGB § 133 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 133 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 133 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 133 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Übergibt ein Arbeitgeber ein Werkzeug aus seinem bisherigen alleinigen Besitz seinem Arbeitnehmer zur ständigen Verwendung bei seiner Arbeit, so gibt er damit den Besitz am Werkzeug nicht völlig auf. Vielmehr soll der Arbeitnehmer das Werkzeug bis auf weiters dauernd für Arbeiten verwenden, die er im Auftrag des Arbeitgebers nach dessen Anordnungen und Verfügungen durchzuführen hat und mit denen der Letztgenannte - sich des Arbeitnehmers als "verlängerte Hand" bedienend - gegenüber Dritten eine Leistung erbringt (Arbeitgeber behält Obergewahrsam, Dienstnehmer ist Besitzdiener).

Entscheidungstexte

  • 12 Os 5/74
    Entscheidungstext OGH 26.02.1974 12 Os 5/74
    Veröff: EvBl 1974/254 S 550
  • 9 Os 62/80
    Entscheidungstext OGH 10.06.1980 9 Os 62/80
    Vgl; Beisatz: Veruntreuung eines Subunternehmers an ihn zur Verwendung bei Installationsarbeiten übergebenen Gegenständen. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0093842

Dokumentnummer

JJR_19740226_OGH0002_0120OS00005_7400000_003

Rechtssatz für 10Os93/75 13Os57/77 (13O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0093492

Geschäftszahl

10Os93/75; 13Os57/77 (13Os58/77); 13Os162/77; 13Os84/78; 9Os135/78; 13Os93/79; 9Os62/80; 12Os95/80; 10Os134/80; 11Os85/81; 9Os82/83 (9Os83/83); 13Os14/84; 9Os88/84; 9Os114/85; 11Os36/86; 12Os76/86; 12Os69/87; 14Os155/03

Entscheidungsdatum

18.11.2003

Norm

StGB §127 E
StGB §133 F
  1. StGB § 127 heute
  2. StGB § 127 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StGB § 133 heute
  2. StGB § 133 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 133 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 133 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 133 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Ob widerrechtlicher Sachentzug Diebstahl oder Veruntreuung begründet, hängt objektiv davon ab, ob der Täter den Gewahrsam an der Sache durch eine Entziehungshandlung erlangt oder ob er eine Entziehungshandlung hinsichtlich von Sachen gesetzt hat, die sich bereits zulässigerweise in seinem ausschließlichen Gewahrsam befanden.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 93/75
    Entscheidungstext OGH 18.09.1975 10 Os 93/75
    Veröff: SSt 46/48
  • 13 Os 57/77
    Entscheidungstext OGH 06.06.1977 13 Os 57/77
  • 13 Os 162/77
    Entscheidungstext OGH 12.01.1978 13 Os 162/77
  • 13 Os 84/78
    Entscheidungstext OGH 15.06.1978 13 Os 84/78
    Veröff: RZ 1978/114 S 223
  • 9 Os 135/78
    Entscheidungstext OGH 09.01.1979 9 Os 135/78
  • 13 Os 93/79
    Entscheidungstext OGH 27.09.1979 13 Os 93/79
  • 9 Os 62/80
    Entscheidungstext OGH 10.06.1980 9 Os 62/80
  • 12 Os 95/80
    Entscheidungstext OGH 18.09.1980 12 Os 95/80
    Ähnlich
  • 10 Os 134/80
    Entscheidungstext OGH 30.09.1980 10 Os 134/80
    Veröff: EvBl 1981/93 S 296
  • 11 Os 85/81
    Entscheidungstext OGH 12.05.1982 11 Os 85/81
    Beisatz: Ob auf Grund der Umstände des konkreten Einzelfalles das eine oder andere zutrifft, ist nach der Natur der den Gegenstand des Delikts bildenden Sachen und nach den Lebensgepflogenheiten, namentlich nach der allgemeinen Verkehrsauffassung zu entscheiden. (T1) Veröff: SSt 53/27
  • 9 Os 82/83
    Entscheidungstext OGH 16.08.1983 9 Os 82/83
    Vgl; Beisatz: Diebstahl bei Bruch des übergeordneten oder zumindest gleichrangigen Mitgewahrsams eines Dritten. (T2)
  • 13 Os 14/84
    Entscheidungstext OGH 22.03.1984 13 Os 14/84
    Vgl auch
  • 9 Os 88/84
    Entscheidungstext OGH 04.09.1984 9 Os 88/84
    Vgl auch
  • 9 Os 114/85
    Entscheidungstext OGH 18.09.1985 9 Os 114/85
    Beisatz: Durch die bloße Übergabe eines Schlüssels zu einer (Klosterbibliothek) Bibliothek wird ein solcher exklusiver Gewahrsam an den Büchern nicht begründet. (T3)
  • 11 Os 36/86
    Entscheidungstext OGH 08.04.1986 11 Os 36/86
    Beisatz: (Dienstdiebstahl) Diebstahl durch Zueignung eines zum Zweck des Einbaus übergebenen Autoradios. (T4)
  • 12 Os 76/86
    Entscheidungstext OGH 14.08.1986 12 Os 76/86
    Vgl auch; Beisatz: Fehlt es an einer laufenden, unmittelbaren Kontrolltätigkeit und Überwachungstätigkeit, so kommt Mitgewahrsam des Dienstgebers an den von einem Angestellten (unter welchem Rechstitel immer) vereinnahmten Kundengeldern selbst dann nicht in Betracht, wenn der diesbezügliche Gewahrsamswechsel in betriebsinternen Geschäftsräumlichkeiten stattfindet. (T5)
  • 12 Os 69/87
    Entscheidungstext OGH 11.06.1987 12 Os 69/87
    Vgl auch; Veröff: SSt 58/46
  • 14 Os 155/03
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 14 Os 155/03
    Auch; Beis ähnlich T2; Beis wie T5

Schlagworte

SW: Arbeitgeber

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0093492

Dokumentnummer

JJR_19750918_OGH0002_0100OS00093_7500000_002

Rechtssatz für 13Os114/73; 13Os56/77; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0094385

Geschäftszahl

13Os114/73; 13Os56/77; 9Os62/80; 9Os129/84; 15Os59/18t; 14Os116/21x; 15Os67/22z (15Os68/22x)

Entscheidungsdatum

29.06.2023

Rechtssatz

Eine Irreführung über Umstände, die auf den Schadenscharakter der Handlungsweise des insofern Getäuschten ohne Einfluß sind, stellt einen unbeachtlichen (Motivirrtum) Irrtum dar (hier: falsche Angaben über den Verwendungszweck eines Kredites gegenüber dem Bürgen). Ein solcher Irrtum über Nebenumstände begründet auch dann keinen Betrug, wenn sich der Irregeführte dadurch zu seinem Verhalten bewogen gefühlt hätte.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 114/73
    Entscheidungstext OGH 17.01.1974 13 Os 114/73
    Veröff: SSt 45/3
  • 13 Os 56/77
    Entscheidungstext OGH 06.06.1977 13 Os 56/77
    nur: Eine Irreführung über Umstände, die auf den Schadenscharakter der Handlungsweise des insofern Getäuschten ohne Einfluß sind, stellt einen unbeachtlichen (Motivirrtum) Irrtum dar (hier: falsche Angaben über den Verwendungszweck eines Kredites gegenüber dem Bürgen). (T1) Beisatz: Hier: Vorgebliche Zugehörigkeit des betrügerischen Darlehensnehmers zu den "Zeugen Jehovas". (T2) Veröff: RZ 1977/125 S 245
  • 9 Os 62/80
    Entscheidungstext OGH 10.06.1980 9 Os 62/80
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zusage, mit der betrogenen Darlehensgeberin die Ehe zu schließen oder doch eine Lebensgemeinschaft zu begründen. (T3)
  • 9 Os 129/84
    Entscheidungstext OGH 04.09.1984 9 Os 129/84
  • 15 Os 59/18t
    Entscheidungstext OGH 27.06.2018 15 Os 59/18t
    Vgl auch; nur: Der Verwendungszweck eines betrügerisch herausgelockten Kredits ist weder für die Individualisierung der Tat noch für deren rechtliche Unterstellung maßgeblich. (T4)
  • 14 Os 116/21x
    Entscheidungstext OGH 14.04.2022 14 Os 116/21x
    Vgl
  • 15 Os 67/22z
    Entscheidungstext OGH 29.06.2023 15 Os 67/22z
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0094385

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.09.2023

Dokumentnummer

JJR_19740117_OGH0002_0130OS00114_7300000_001

Rechtssatz für 10Os93/75; 9Os91/76; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0093781

Geschäftszahl

10Os93/75; 9Os91/76; 11Os140/76; 9Os157/77; 13Os162/77; 12Os67/78; 11Os152/78; 9Os135/78; 9Os163/78; 9Os62/80; 12Os95/80; 10Os134/80; 11Os106/81; 9Os137/81; 13Os14/84; 9Os88/84; 11Os36/86; 12Os76/86; 14Os155/03; 11Os100/13k; 12Os129/21v; 11Os73/25g

Entscheidungsdatum

09.09.2025

Norm

StGB §127 E
StGB §133 F
  1. StGB § 127 heute
  2. StGB § 127 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StGB § 133 heute
  2. StGB § 133 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 133 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  4. StGB § 133 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  5. StGB § 133 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

"Obergewahrsam" des Dienstgebers besteht nur, wenn der Dienstnehmer mit der Sache bloß im Rahmen einer jederzeit gegebenen und zugleich ein körperliches Naheverhältnis zur Sache voraussetzenden Aufsicht, also unter der Kontrolle seiner Vorgesetzten als deren "verlängerte Hand" unselbständig verfahren soll; fehlt eine solche unmittelbare Kontrolle und Überwachungsmöglichkeit, ist die Zueignung der Sache durch den Dienstnehmer Veruntreuung und nicht Diebstahl (hier: Zueignung der Tageslosung durch einen stellvertretenden Hoteldirektor, der das Geld jeweils nach Betriebsschluß zu übernehmen und in den Nachttresor einer Bank einzuwerfen hat = Veruntreuung).

Entscheidungstexte

  • 10 Os 93/75
    Entscheidungstext OGH 18.09.1975 10 Os 93/75
    Veröff: SSt 46/48
  • 9 Os 91/76
    Entscheidungstext OGH 27.10.1976 9 Os 91/76
    Ähnlich; Beisatz: Veruntreuung der Tageslosung durch einen Kellner. (T1)
  • 11 Os 140/76
    Entscheidungstext OGH 17.01.1977 11 Os 140/76
    Ähnlich; Beisatz: Veruntreuung durch einen Kellner, der die Hotelbar selbständig führte und alle drei bis vier Tage abzurechnen hätte. (T2)
  • 9 Os 157/77
    Entscheidungstext OGH 08.11.1977 9 Os 157/77
    Ähnlich; Beisatz: Diebstahl eines Dienstnehmers, der Ware nur auszuliefern hatte. (T3)
  • 13 Os 162/77
    Entscheidungstext OGH 12.01.1978 13 Os 162/77
    Auch; Beisatz: Tankwart (T4) Beis wie T2
  • 12 Os 67/78
    Entscheidungstext OGH 11.05.1978 12 Os 67/78
    Beisatz: Veruntreuung und nicht Diebstahl von Sparkassengeldern durch eine (in der Filiale als einzige Angestellte tätige) Sparkassenangestellte. (T5)
  • 11 Os 152/78
    Entscheidungstext OGH 12.12.1978 11 Os 152/78
    Vgl; Beisatz: Weiterbestand des Gewahrsams, wenn der Dritte die Sache entsprechend den Weisungen und unter unmittelbarer Kontrolle des Gewahrsamsinhabers benützt. (T6)
    Veröff: SSt 49/63 = EvBl 1979/149 S 407
  • 9 Os 135/78
    Entscheidungstext OGH 09.01.1979 9 Os 135/78
    Ähnlich; Beisatz: Ausfolgung von Ware an den Dienstnehmer zur Übergabe an den Kunden (Benzin in Tankwagen). (T7)
  • 9 Os 163/78
    Entscheidungstext OGH 09.01.1979 9 Os 163/78
  • 9 Os 62/80
    Entscheidungstext OGH 10.06.1980 9 Os 62/80
    Vgl auch; Beisatz: Kein Fortbestehen der Obergewährsam an den einem Subunternehmer zur Verwendung bei Installationsarbeiten übergebenen Gegenständen; daher Veruntreuung. (T8)
  • 12 Os 95/80
    Entscheidungstext OGH 18.09.1980 12 Os 95/80
    Vgl; Beisatz: Diebstahl aus einer Tasche, die dem Täter, während der Gewahrsamsinhaber in einer Telefonzelle telefoniert, zum Halten übergeben wird. (T9)
  • 10 Os 134/80
    Entscheidungstext OGH 30.09.1980 10 Os 134/80
    Vgl auch; Beisatz: Alleingewahrsam des Leiters einer (Einmannsparkassenfiliale) Sparkassenfiliale. (T10)
    Veröff: EvBl 1981/93 S 296
  • 11 Os 106/81
    Entscheidungstext OGH 09.09.1981 11 Os 106/81
    Vgl; Beisatz: Veruntreuung bei Ausschluß eines Mitgewahrsams des Anvertrauenden. (T11)
  • 9 Os 137/81
    Entscheidungstext OGH 26.01.1982 9 Os 137/81
    Vgl auch
  • 13 Os 14/84
    Entscheidungstext OGH 22.03.1984 13 Os 14/84
    Vgl auch
  • 9 Os 88/84
    Entscheidungstext OGH 04.09.1984 9 Os 88/84
    Vgl auch
  • 11 Os 36/86
    Entscheidungstext OGH 08.04.1986 11 Os 36/86
    Vgl; Beisatz: (Dienstdiebstahl) Diebstahl durch Zueignung eines zum Zweck des Einbaus übergebenen Autoradios. (T12)
  • 12 Os 76/86
    Entscheidungstext OGH 14.08.1986 12 Os 76/86
    Vgl auch; Beisatz: Fehlt es an einer laufenden, unmittelbaren Kontrolltätigkeit und Überwachungstätigkeit, so kommt Mitgewahrsam des Dienstgebers an den von einem Angestellten (unter welchen Rechtstitel immer) vereinnahmten Kundengeldern selbst dann nicht in Betracht, wenn der diesbezügliche Gewahrsamswechsel in betriebsinternen Geschäftsräumlichkeiten stattfindet. (T13)
  • 14 Os 155/03
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 14 Os 155/03
    Vgl auch; Beis wie T13
  • 11 Os 100/13k
    Entscheidungstext OGH 17.09.2013 11 Os 100/13k
    Auch; Beisatz: Veruntreuung durch einen Tankstellenleiter, der für die Betreuung des Sport-Wett-Terminals allein verantwortlich war. (T14)
  • 12 Os 129/21v
    Entscheidungstext OGH 10.11.2021 12 Os 129/21v
    Vgl
  • 11 Os 73/25g
    Entscheidungstext OGH 09.09.2025 11 Os 73/25g
    vgl; Beisatz wie T11; Beisatz wie T13; Beisatz wie T14

Schlagworte

Arbeitnehmer, Arbeitgeber

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0093781

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.11.2025

Dokumentnummer

JJR_19750918_OGH0002_0100OS00093_7500000_003

Rechtssatz für 10Os76/75; 11Os19/76; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0076279

Geschäftszahl

10Os76/75; 11Os19/76; 11Os12/76; 11Os131/76; 10Os172/77; 9Os62/80; 10Os115/80; 9Os20/80; 10Os48/82; 11Os51/83; 5Ob671/83; 11Os124/83; 1Ob599/85; 11Os176/85; 12Os146/86; 13Os8/87; 13Os137/87; 13Os132/88; 15Os155/89; 11Os86/91; 14Os122/92; 12Os136/93; 15Os113/96; 15Os127/98; 14Os89/12p; 13Os8/19d; 11Ns62/21p; 13Os127/25p

Entscheidungsdatum

07.01.2026

Norm

StGB §128 Abs2 D
UStG 1972 §12
  1. StGB § 128 heute
  2. StGB § 128 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 128 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  4. StGB § 128 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2004
  5. StGB § 128 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2001
  6. StGB § 128 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. UStG 1972 § 12 gültig von 27.08.1994 bis 31.12.1994 aufgehoben durch BGBl. Nr. 663/1994
  2. UStG 1972 § 12 gültig von 01.12.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  3. UStG 1972 § 12 gültig von 30.07.1988 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 410/1988
  4. UStG 1972 § 12 gültig von 21.12.1985 bis 29.07.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 557/1985
  5. UStG 1972 § 12 gültig von 01.01.1984 bis 20.12.1985 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 222/1983
  6. UStG 1972 § 12 gültig von 27.11.1982 bis 31.12.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 570/1982
  7. UStG 1972 § 12 gültig von 20.12.1980 bis 26.11.1982 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 563/1980
  8. UStG 1972 § 12 gültig von 30.12.1977 bis 19.12.1980 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 645/1977
  9. UStG 1972 § 12 gültig von 17.12.1976 bis 29.12.1977 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 666/1976
  10. UStG 1972 § 12 gültig von 31.12.1975 bis 16.12.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 636/1975
  11. UStG 1972 § 12 gültig von 01.01.1973 bis 30.12.1975

Rechtssatz

Für die Wertberechnung beim Diebstahl von Großhandelsware ist der dem Wiederverkäufer in Rechnung gestellte Großhandelsverkaufspreis bestimmend. Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) bildet einen Teil dieses Preises. Das Vorsteuerabzugsrecht (Paragraph 12, UStG) ist für die Schadensermittlung bedeutungslos.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 76/75
    Entscheidungstext OGH 02.09.1975 10 Os 76/75
    Veröff: EvBl 1976/88 S 163 = SSt 46/44
  • 11 Os 19/76
    Entscheidungstext OGH 01.04.1976 11 Os 19/76
    nur: Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) bildet einen Teil dieses Preises. Das Vorsteuerabzugsrecht (§ 12 UStG) ist für die Schadensermittlung bedeutungslos. (T1)
  • 11 Os 12/76
    Entscheidungstext OGH 23.04.1976 11 Os 12/76
    nur T1
  • 11 Os 131/76
    Entscheidungstext OGH 08.10.1976 11 Os 131/76
    nur T1
  • 10 Os 172/77
    Entscheidungstext OGH 21.12.1977 10 Os 172/77
    nur T1
  • 9 Os 62/80
    Entscheidungstext OGH 10.06.1980 9 Os 62/80
    nur T1
  • 10 Os 115/80
    Entscheidungstext OGH 23.07.1980 10 Os 115/80
    nur T1
  • 9 Os 20/80
    Entscheidungstext OGH 16.09.1980 9 Os 20/80
    nur T1; Beisatz: Hier: Erhöhter Mehrwertsteuersatz bei Schmuckwaren. (T2)
  • 10 Os 48/82
    Entscheidungstext OGH 14.09.1982 10 Os 48/82
    nur T1; Veröff: EvBl 1983/73 S 274
  • 11 Os 51/83
    Entscheidungstext OGH 28.06.1983 11 Os 51/83
    Beisatz: Hier: Zur Schadenshöhe beim Betrug. (T3)
  • 5 Ob 671/83
    Entscheidungstext OGH 27.09.1983 5 Ob 671/83
  • 11 Os 124/83
    Entscheidungstext OGH 21.09.1983 11 Os 124/83
    nur T1; Beisatz: Hier: Zur Wertermittlung bei der Veruntreuung (§ 133 Abs 2 StGB). (T4)
  • 1 Ob 599/85
    Entscheidungstext OGH 09.10.1985 1 Ob 599/85
    nur: Das Vorsteuerabzugsrecht (§ 12 UStG) ist für die Schadensermittlung bedeutungslos. (T5) Veröff: JBl 1986,371
  • 11 Os 176/85
    Entscheidungstext OGH 28.01.1985 11 Os 176/85
    nur T5
  • 12 Os 146/86
    Entscheidungstext OGH 16.10.1986 12 Os 146/86
    Vgl auch; nur T1
  • 13 Os 8/87
    Entscheidungstext OGH 05.03.1987 13 Os 8/87
    nur T1; Beis wie T3
  • 13 Os 137/87
    Entscheidungstext OGH 19.05.1988 13 Os 137/87
    Vgl auch; Beis wie T3; Veröff: SSt 59/32
  • 13 Os 132/88
    Entscheidungstext OGH 20.10.1988 13 Os 132/88
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: In bezug hier auf Betrug. (T6) Veröff: SSt 59/79
  • 15 Os 155/89
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 15 Os 155/89
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T3
  • 11 Os 86/91
    Entscheidungstext OGH 17.09.1991 11 Os 86/91
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 14 Os 122/92
    Entscheidungstext OGH 10.11.1992 14 Os 122/92
  • 12 Os 136/93
    Entscheidungstext OGH 27.01.1994 12 Os 136/93
  • 15 Os 113/96
    Entscheidungstext OGH 13.12.1996 15 Os 113/96
    nur T1
  • 15 Os 127/98
    Entscheidungstext OGH 27.08.1998 15 Os 127/98
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Bewertung des Schadens aus Vermögensdelikten sind nämlich allfällige abgabenrechtliche Auswirkungen und dementsprechend derartige Fernwirkungen berücksichtigende Bilanzansätze unbeachtlich. (T7)
  • 14 Os 89/12p
    Entscheidungstext OGH 11.06.2013 14 Os 89/12p
    Vgl; nur T5; Ähnlich Beis wie T7
  • 13 Os 8/19d
    Entscheidungstext OGH 28.08.2019 13 Os 8/19d
    Auch; nur T1; nur T5; Beis wie T7
  • 11 Ns 62/21p
    Entscheidungstext OGH 24.08.2021 11 Ns 62/21p
    Vgl
  • 13 Os 127/25p
    Entscheidungstext OGH 07.01.2026 13 Os 127/25p
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0076279

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.02.2026

Dokumentnummer

JJR_19750902_OGH0002_0100OS00076_7500000_001

Entscheidungstext 9Os62/80

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

9Os62/80

Entscheidungsdatum

10.06.1980

Anmerkung

E02676

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 10. Juni 1980 unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Obauer und in Gegenwart der Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Faseth, Dr. Steininger, Dr. Horak und Dr. Reisenleitner als Richter sowie des Richteramtsanwärters Dr. Schubert als Schriftführerin in der Strafsache gegen Anton A wegen des Verbrechens des schweren und gewerbsmäßigen Betruges nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3 und 148 (erster Fall) StGB. und anderer strafbarer Handlungen über die vom Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck als Schöffengericht vom 5. März 1980, GZ. 22 römisch fünf r 3269/79-79, erhobene Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung nach öffentlicher Verhandlung, nach Anhörung des Vortrages des Berichterstatters, Hofrat des Obersten Gerichtshofes Dr. Horak, der Ausführungen des Verteidigers Dr. Steininger und der Ausführungen des Vertreters der Generalprokuratur, Generalanwalt Dr. Gehart, zu Recht erkannt:

Spruch

Der Nichtigkeitsbeschwerde wird teilweise Folge gegeben, das angefochtene Urteil, das im übrigen unberührt bleibt, im Punkt römisch zwei des Schuldspruchs sowie im Strafausspruch aufgehoben und gemäß Paragraph 288, Absatz 2, Ziffer 3, StPO. in der Sache selbst erkannt:

Anton A ist schuldig, im Sommer 1977 in Innsbruck ein Gut, das ihm von der Firma Fritz B anvertraut worden ist, nämlich ein Zentralsteuergerät im Wert von 4.380 S, sich mit dem Vorsatz zugeeignet zu haben, sich dadurch unrechtmäßig zu bereichern. Er hat hiedurch das Vergehen der Veruntreuung nach Paragraph 133, Absatz eins, StGB. begangen und wird hiefür sowie für die ihm laut den aufrecht gebliebenen Schuldsprüchen römisch eins und römisch drei des Ersturteils zur Last fallenden strafbaren Handlungen, nämlich das Verbrechen des schweren und gewerbsmäßigen Betrugs nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3 und 148 (erster Fall) StGB.

sowie das Vergehen der Verletzung der Unterhaltspflicht nach Paragraph 198, Absatz eins, StGB., nach Paragraph 147, Absatz 3, StGB. unter Anwendung des Paragraph 28, StGB. zu einer Freiheitsstrafe von 15 (fünfzehn) Monaten verurteilt. Im übrigen wird die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen. Mit seiner Berufung wird der Angeklagte auf diese Entscheidung verwiesen.

Gemäß Paragraph 390, a StPO. fallen dem Angeklagten die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

G r ü n d e :

Mit dem angefochtenen Urteil wurde der am 8. September 1933 geborene Installateur Anton A des Verbrechens des schweren und gewerbsmäßigen Betrugs nach Paragraphen 146, 147

Absatz 3, 148, erster Fall StGB., des Vergehens des Diebstahls nach Paragraph 127, Absatz eins,, Absatz 2, Ziffer 3, StGB. und des Vergehens der Verletzung der Unterhaltspflicht nach Paragraph 198, Absatz eins, StGB.

schuldig erkannt.

Mit seiner auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5 und 10 StPO. gestützten Nichtigkeitsbeschwerde bekämpft der Angeklagte den Schuldspruch wegen des (in 22 Fällen begangenen) Verbrechens des schweren (und) gewerbsmäßigen Betrugs nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3 und 148 (erster Fall) StGB. (Punkt römisch eins. des Urteilssatzes) hinsichtlich des - für die Annahme eines 100.000 S übersteigenden Gesamtschadens aus den Betrügereien (Paragraph 147, Absatz 3, StGB.) ausschlaggebenden - Faktums 4 sowie den Schuldspruch wegen des Vergehens des Diebstahls nach Paragraph 127, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer 3, StGB. (Punkt römisch zwei. des Urteilssatzes); darnach wird ihm zur Last gelegt, daß er in Innsbruck (zu römisch eins.4) in der Zeit zwischen Dezember 1977 und April 1978 mit dem Vorsatz, sich durch das Verhalten der Getäuschten unrechtmäßig zu bereichern, Amalia C durch das Verschweigen einer bereits bestehenden anderen Lebensgemeinschaft bzw. Ehe und durch die Zusage der Rückzahlung binnen weniger Monate zur Gewährung von Darlehen verleitete, wodurch sie an ihrem Vermögen einen Schaden von 81.200 S erlitt, und (zu römisch zwei.) im Sommer 1977 mit dem Vorsatz, sich durch die Zueignung der Sache unrechtmäßig zu bereichern, ein Zentralsteuergerät im Wert von 4.380 S der Firma Fritz B unter Ausnützung einer Gelegenheit, die durch eine ihm als Arbeiter von der genannten Firma aufgetragene Arbeit geschaffen worden war, wegnahm.

Rechtliche Beurteilung

Die Urteilsannahmen zum Betrugsfaktum römisch eins.4. bezeichnet der Beschwerdeführer - mit Bezugnahme auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, StPO. - als widersprüchlich und 'aktenwidrig', weil in den Entscheidungsgründen über den Inhalt des bezüglichen Urteilstenors hinausgehend eine von ihm der Amalia C gemachte ausdrückliche Zusage, mit ihr die Ehe zu schließen oder doch eine Lebensgemeinschaft zu begründen, konstatiert werde, wofür aber keine Beweisgrundlage - nicht einmal eine dahin lautende Behauptung der genannten Zeugin - vorhanden sei. Dieser Einwand betrifft jedoch keine entscheidende Tatsache: Für die Beurteilung des in Rede stehenden Tatverhaltens als Betrug kommt es nämlich nicht darauf an, ob der Angeklagte der Geschädigten den Abschluß einer Ehe oder die Aufnahme einer Lebensgemeinschaft mit ihr versprochen hat; umsoweniger darauf, ob sie hiedurch zur Darlehensgewährung motiviert wurde. Entscheidend ist hier vielmehr nur das -

mit Schädigungsvorsatz verbundene - Vortäuschen des Willens und der Fähigkeit des Angeklagten, die als Darlehen empfangenen Beträge vereinbarungsgemäß zurückzuzahlen, und der hierüber bewirkte Irrtum der Geschädigten, der nach den insoweit unbekämpften Urteilsannahmen (S. 329 und 339) für den Schadenscharakter ihrer Handlungsweise auch kausal war vergleiche Leukauf-Steininger, Kommentar2 RN 24 zu Paragraph 146, StGB.; RZ. 1977/125).

In Ansehung des wegen Diebstahls ergangenen Schuldspruchs hingegen, den der Beschwerdeführer aus beiden von ihm relevierten Nichtigkeitsgründen mit dem Ziel einer Beurteilung der betreffenden Tat als Veruntreuung anficht, kommt schon seiner Rechtsrüge (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 10, StPO.) Berechtigung zu:

Nach den Urteilsfeststellungen hatte der Angeklagte, wenngleich ohne Gewerbebrechtigung, 'als eigener Unternehmer' im Auftrag der Firma Fritz B 'auf eigene Rechnung' gegen Zahlung eines vereinbarten Werklohnes bestimmte (Heizungs-) Installationsarbeiten in einem Institutsgebäude der Universität Innsbruck durchzuführen; aus dem ihm von der Firma B zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Material eignete er sich das in Rede stehende Zentralsteuergerät an, um es für einen seiner Privatkunden zu verwenden. Nun kann zwar auch ein (durch Werkvertrag beauftragter) Subunternehmer ebenso wie ein 'Pfuscher' Subjekt eines nach Paragraph 127, Absatz 2, Ziffer 3

StGB. qualifizierten Diebstahls sein, wenn er unter Ausnützung der durch die aufgetragene Arbeit geschaffenen besonderen Gelegenheit seinen (mittelbaren oder unmittelbaren) Auftraggeber bestiehlt vergleiche Leukauf-Steininger, Kommentar2

RN 85 und 88 zu Paragraph 127, StGB.; Bertel im Wiener Kommentar, RN 67 zu Paragraph 127, StGB.); Voraussetzung hiefür ist aber, daß die betreffende widerrechtliche Sachzueignung überhaupt als Diebstahl (Paragraph 127, Absatz eins, StGB.) zu beurteilen ist, der Täter also die faktische Verfügungsgewalt über die entzogene Sache erst durch Gewahrsamsbruch erlangt. Wer hingegen Sachen entzieht, die bereits in seinen ausschließlichen Gewahrsam gegeben und ihm bloß anvertraut waren, macht sich einer Veruntreuung schuldig vergleiche EvBl. 1979/215; RZ. 1978/114; ÖJZ-LSK. 1976/195). Ein solcher ausschließlicher Gewahrsam des Täters ist zwar bei Materialien, die ein Arbeiter zu den ihm aufgetragenen Verrichtungen unter ständiger Aufsicht des Arbeitgebers am (jeweiligen) Arbeitsplatz zu verwenden hat, in der Regel nicht gegeben vergleiche Leukauf-Steininger a.a.0., RN 21 bis 24 zu

Paragraph 127

StGB. und die dort angeführte Judikatur), wohl aber bei einem (keiner solchen ständigen Aufsicht unterliegenden) Subunternehmer in bezug auf das von seinem Auftraggeber beigestellte Arbeitsmaterial (Bertel a.a.O. RN 26, 28 und 30 zu Paragraph 127, StGB.; RN 3 zu Paragraph 133, StGB.). Letzteres trifft im vorliegenden Fall jedoch zu, weil ein (fortbestehender) Obergewahrsam (im dargelegten Sinn) der Firma B an den dem Angeklagten zur Verwendung bei den ihm übertragenen Installationsarbeiten übergebenen Gegenständen, zu denen das Zentralsteuergerät gehörte,vom Erstgericht nicht festgestellt wurde und nach den bezüglichen Verfahrensergebnissen auch nicht konstatiert werden konnte vergleiche S. 258, 281, 319). Der Angeklagte hat daher die der ihm oblegenen Verwendungspflicht zuwiderlaufende Zueignung des ihm anvertraut gewesenen Gerätes richtigerweise nicht als (Dienst-) Diebstahl, sondern als Veruntreuung zu verantworten. Ausgehend von der dem Urteil (wie schon der Anklage unbekämpft zugrundegelegten Annahme eines 5.000 S nicht übersteigenden Wertes der zugeeigneten Sache (S 273: 4.380 S ohne Mehrwertsteuer; vergleiche aber SSt. 46/44) erweist schon ein Vergleich der entsprechenden Strafdrohungen des Paragraph 127, Absatz 2, StGB. einerseits und des Paragraph 133, Absatz eins, StGB. andererseits, daß das Urteil im Schuldspruch wegen Vergehens des Diebstahls zum Nachteil des Angeklagten mit dem von ihm zutreffend geltend gemachten Nichtigkeitsgrund nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 10, StPO. behaftet ist. Es war mithin seiner Beschwerde

insoweit Folge zu geben und gemäß Paragraph 288, Absatz 2, Ziffer 3, StPO. spruchgemäß zu erkennen.

Bei der hiedurch erforderlich gewordenen Neubemessung der Strafe wertete der Oberste Gerichtshof als erschwerend die zwölf einschlägigen Vorstrafen des Angeklagten wegen Vermögensdelikten sowie eine Vorstrafe wegen des Vergehens nach Paragraph 198, Absatz eins, StGB. und das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen verschiedener Art, als mildernd hingegen das Geständnis. Unter Zugrundelegung dieser Strafzumessungsgründe und angesichts dessen, daß die letzte Verurteilung des Angeklagten wegen eines Vermögensdeliktes schon rund 15 Jahre zurückliegt, entspricht eine Freiheitsstrafe in der Dauer von fünfzehn Monaten dem Schuld- und Unrechtsgehalt der Taten sowie der Täterpersönlichkeit des Angeklagten.

Mit seiner Berufung war der Angeklagte auf diese Entscheidung zu verweisen.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf die bezogene Gesetzesstelle.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:0090OS00062.8.0610.000

Dokumentnummer

JJT_19800610_OGH0002_0090OS00062_8000000_000