Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2023/04/0020

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2023/04/0020

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §33 Abs1

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 85/06/0003 E 23. Mai 1985 RS 1

Stammrechtssatz

Als Ereignis ist ganz allgemein jedes Geschehen anzusehen, daher auch sogenannte psychologische Vorgänge, wie Vergessen, Verschreiben, Sichirren usw. (Hinweis B 25.3.1976, 265/75, VwSlg 9024 A/1975).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023040020.L01

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2025

Dokumentnummer

JWR_2023040020_20251126L01

Rechtssatz für Ra 2023/04/0020

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2023/04/0020

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §33 Abs1

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2012/02/0075 B 21. September 2012 RS 1 (hier ohne den letzten Satz)

Stammrechtssatz

Unabwendbar ist ein Ereignis dann, wenn sein Eintritt vom Willen des Betroffenen nicht verhindert werden kann. Unvorhergesehen ist ein Ereignis, wenn die Partei es tatsächlich nicht miteinberechnet hat und seinen Eintritt auch unter Bedachtnahme auf zumutbare Aufmerksamkeit und Voraussicht nicht erwarten konnte. Allein der Umstand, dass der Antragsteller gegen Ende der Rechtsmittelfrist den Zustelltermin des Bescheides nicht mehr exakt hat feststellen können, ist kein Ereignis iSd Paragraph 46, VwGG, zumal es auch noch dann am Antragsteller gelegen wäre, innerhalb der offenen Frist eine Beschwerde zu erheben.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023040020.L02

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2025

Dokumentnummer

JWR_2023040020_20251126L02

Rechtssatz für Ra 2023/04/0020

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2023/04/0020

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §33 Abs1

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 97/16/0294 B 25. September 1997 RS 1 (hier keine Bezugnahme auf den Vertreter)

Stammrechtssatz

Das im Begriff der "Unvorhergesehenheit" gelegene

Zumutbarkeitsmoment ist dahin zu verstehen, daß die

erforderliche zumutbare Aufmerksamkeit dann noch gewahrt ist,

wenn der Partei (ihrem Vertreter) in Ansehung der Wahrung der

Frist nur ein "minderer Grad des Versehens" unterläuft (Hinweis

B 26.11.1992, 92/06/0222).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023040020.L06

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2025

Dokumentnummer

JWR_2023040020_20251126L03

Rechtssatz für Ra 2023/04/0020

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2023/04/0020

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §33 Abs1

Rechtssatz

Ein minderer Grad des Versehens liegt nur dann vor, wenn es sich um leichte Fahrlässigkeit handelt, also dann, wenn ein Fehler begangen wird, den gelegentlich auch ein sorgfältiger Mensch macht. Der Wiedereinsetzungswerber darf aber nicht auffallend sorglos gehandelt haben, somit die im Verkehr mit Gerichten und Behörden und für die Aufklärung des Irrtums innerhalb des maßgeblichen Zeitraumes erforderliche und ihm nach seinen persönlichen Fähigkeiten zumutbare Sorgfalt außer Acht gelassen haben vergleiche zu Paragraph 71, AVG etwa VwGH 27.9.2013, 2010/05/0202; vergleiche zur Anwendbarkeit dieser Rechtsprechung auf Paragraph 33, VwGVG etwa VwGH 29.7.2021, Ra 2021/05/0096).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023040020.L03

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2025

Dokumentnummer

JWR_2023040020_20251126L04

Rechtssatz für Ra 2023/04/0020

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2023/04/0020

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §33 Abs1

Rechtssatz

Die Prüfung der Frage, ob die Rechtsunkenntnis oder der Rechtsirrtum auf einem über den minderen Grad des Versehens hinausgehenden Verschulden beruht, hat bei rechtskundigen Parteien oder wenn ein rechtskundiger Parteienvertreter einschreitet, nach einem strengeren Maßstab zu erfolgen als bei Rechtsunkundigen. Eine bloß leichte Fahrlässigkeit, die eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu rechtfertigen vermag, wird nur in besonderen Ausnahmefällen angenommen werden können vergleiche VwGH 24.6.2010, 2010/15/0001).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023040020.L04

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2025

Dokumentnummer

JWR_2023040020_20251126L05

Rechtssatz für Ra 2023/04/0020

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

Ra 2023/04/0020

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art133 Abs4
VwGG §26 Abs1
VwGG §28 Abs3
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 26 heute
  2. VwGG § 26 gültig ab 06.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 26 gültig von 01.01.2017 bis 05.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 26 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 26 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 26 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2017/05/0111 B 30. Oktober 2018 RS 1 (hier nur der zweite Satz)

Stammrechtssatz

Die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist nur im Rahmen der dafür in der Revision vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen, wobei diese gesondert darzustellenden Zulässigkeitsgründe vergleiche VwGH 24.2.2016, Ra 2016/05/0010, mwN) in der innerhalb der Revisionsfrist (Paragraph 26, Absatz eins, VwGG) erhobenen Revision enthalten sein müssen. Ein in einem erst nach Ablauf der Revisionsfrist eingebrachten Schriftsatz erstattetes (ergänzendes) Vorbringen ist somit bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision nicht zu berücksichtigen vergleiche VwGH 22.11.2017, Ra 2015/06/0055).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023040020.L05

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2025

Dokumentnummer

JWR_2023040020_20251126L06