Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2019/03/0121

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0121

Entscheidungsdatum

28.01.2020

Index

L65007 Jagd Wild Tirol

Norm

JagdG Tir 2004 §5 Abs1
JagdG Tir 2004 §5 Abs4
JagdG Tir 2004 §5 Abs5
JagdG Tir 2004 §6
JagdG Tir 2004 §9 Abs1

Rechtssatz

Voraussetzung für die Feststellung eines Eigenjagd- wie auch eines Genossenschaftsjagdgebiets ist der Zusammenhang der betreffenden, das Jagdgebiet bildenden Grundflächen: Sowohl Paragraph 5, Absatz eins, 4 und 5 Tir JagdG 2004 (für Eigenjagdgebiete) als auch Paragraph 6, Tir JagdG 2004 (für Genossenschaftsjagdgebiete) verlangen, dass es sich um "zusammenhängende" Flächen handelt, bzw. dass diese "zusammenhängen (Paragraph 9, Absatz eins,)".

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030121.L01

Im RIS seit

27.02.2020

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JWR_2019030121_20200128L01

Rechtssatz für Ra 2019/03/0121

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0121

Entscheidungsdatum

28.01.2020

Index

L65007 Jagd Wild Tirol
001 Verwaltungsrecht allgemein

Norm

JagdG Tir 2004 §5
JagdG Tir 2004 §6 Abs1
JagdG Tir 2004 §9
JagdG Tir 2004 §9 Abs1
VwRallg

Rechtssatz

Auch wenn auf die Definition des jagdrechtlichen Zusammenhangs in Paragraph 9, Absatz eins, Tir JagdG 2004 nur bei den Regelungen über das Genossenschaftsjagdgebiet verwiesen wird (durch den entsprechenden Klammerausdruck in Paragraph 6, Absatz eins, Tir JagdG 2004), nicht aber bei den Regelungen über das Eigenjagdgebiet in Paragraph 5, Tir JagdG 2004, muss - schon aufgrund der systematischen Stellung des Paragraph 9, Tir JagdG 2004 -

davon ausgegangen werden, dass auch für Eigenjagdgebiete der erforderliche Zusammenhang an Paragraph 9, Tir JagdG 2004 zu messen ist.

Bestätigt wird dieser Befund durch einen Blick in die Materialien:

Die nunmehr in Paragraph 9, Absatz eins, Tir JagdG 2004 enthaltene Regelung geht auf die Novelle Landesgesetzblatt Nr. 64 aus 2015, zurück, mit der die bisher in Paragraph 5, Absatz 5, enthaltene Regelung betreffend den jagdrechtlichen Zusammenhang in den Paragraph 9, verschoben wurde, um zu verdeutlichen, dass (so die ErlRV 161/15 BlgLT 16. Gesetzgebungsperiode 4) "die Definition des Zusammenhangs zwischen Grundstücken für die Feststellung von Eigenjagd- und Genossenschaftsjagdgebieten gleichermaßen gelten soll".

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030121.L02

Im RIS seit

27.02.2020

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JWR_2019030121_20200128L02

Rechtssatz für Ra 2019/03/0121

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0121

Entscheidungsdatum

28.01.2020

Index

L65007 Jagd Wild Tirol

Norm

JagdG Tir 2004 §4 Abs3
JagdG Tir 2004 §5
JagdG Tir 2004 §6 Abs1
JagdG Tir 2004 §9 Abs1

Rechtssatz

Das Erfordernis des Zusammenhangs von Grundflächen muss nicht nur bei der (erstmaligen) Feststellung des Jagdgebiets erfüllt sein, sondern auch weiterhin: Paragraph 4, Absatz 3, Tir JagdG 2004 normiert, dass bei Änderung der für die Feststellung einer Grundfläche als Eigenjagdgebiet oder Genossenschaftsjagdgebiet maßgeblich gewesenen Verhältnisse von der Behörde gegebenenfalls eine Neufeststellung bzw. Angliederungsverfügung vorzunehmen ist. "Maßgebliche" Voraussetzung für die Feststellung sowohl eines Eigen- als auch eines Genossenschaftsjagdgebiets ist nach dem Gesagten u.a. der Zusammenhang der betreffenden Flächen; geht dieser verloren, hat also eine Neufeststellung zu erfolgen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030121.L03

Im RIS seit

27.02.2020

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JWR_2019030121_20200128L03

Rechtssatz für Ra 2019/03/0121

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0121

Entscheidungsdatum

28.01.2020

Index

L65007 Jagd Wild Tirol

Norm

JagdG Tir 2004 §5 Abs5
JagdG Tir 2004 §5 Abs5 litd
JagdG Tir 2004 §6 Abs1

Rechtssatz

Blieben - nach erfolgter Feststellung des neuen Eigenjagdgebiets nach Paragraph 5, Absatz 5, Tir JagdG 2004 - Flächen des Genossenschaftsjagdgebiets "übrig", die nach Feststellung der neuen Eigenjagd an andere Jagdgebiete anzugliedern wären, wäre die Voraussetzung nach Paragraph 5, Absatz 5, Litera d, Tir JagdG 2004 (wonach Dritte durch die Jagdgebietsfeststellung in ihren rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen nicht unverhältnismäßig beeinträchtigt werden dürfen) nicht erfüllt und wäre der Antrag auf Feststellung des Eigenjagdgebiets schon deshalb abzuweisen vergleiche VwGH 20.11.2019, Ro 2019/03/0018).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030121.L04

Im RIS seit

27.02.2020

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JWR_2019030121_20200128L04

Rechtssatz für Ra 2019/03/0121

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0121

Entscheidungsdatum

28.01.2020

Index

L65007 Jagd Wild Tirol

Norm

JagdG Tir 2004 §5 Abs5
JagdG Tir 2004 §5 Abs5 litd
JagdG Tir 2004 §6 Abs1

Rechtssatz

Der bloße Umstand, dass die Fläche des Genossenschaftsjagdgebiets durch die Feststellung der neuen Eigenjagd verkleinert wird, kann für sich genommen (weil notwendige Folge jeder Eigenjagdgebietsfeststellung nach Paragraph 5, Absatz 5, Tir JagdG 2004) nicht als Hindernis iSd Paragraph 5, Absatz 5, Litera d, Tir JagdG 2004 angesehen werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030121.L05

Im RIS seit

27.02.2020

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JWR_2019030121_20200128L05

Rechtssatz für Ra 2019/03/0121

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

Ra 2019/03/0121

Entscheidungsdatum

28.01.2020

Index

L65007 Jagd Wild Tirol
001 Verwaltungsrecht allgemein

Norm

JagdG Tir 2004 §5 Abs5 litb
JagdG Tir 2004 §5 Abs5 litc
JagdG Tir 2004 §8 Abs3
VwRallg

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ro 2019/03/0018 E 20. November 2019 RS 6

Stammrechtssatz

Paragraph 5, Absatz 5, Litera c, Tir JagdG 2004 stellt sowohl auf jene Grundflächen ab, die sich in der gegebenenfalls neu festzustellenden Eigenjagd befinden als auch auf die Grundflächen der (möglichen) neuen benachbarten Jagdgebiete, und verlangt einen Vergleich mit jener Situation, wie sie ohne Feststellung der neuen Eigenjagd gegeben ist. Eine wesentliche Erschwernis für die Jagdausübung läge jedenfalls vor, wenn die Bejagung oder die Hege des Wildes wesentlich erschwert würde, was etwa bei einem ungünstigen Grenzverlauf der Fall sein kann vergleiche Paragraph 8, Absatz 3, Tir JagdG 2004), oder auch, wenn die jeweiligen Jagdgebiete nur nach Einräumung von (allenfalls weiteren) Jägernotwegen erreicht werden könnten. Eine wesentliche Erschwernis der Jagdausübung wird weiters jedenfalls dann vorliegen, wenn die Möglichkeiten der Bejagung in einem der betroffenen Jagdgebiete so eingeschränkt würden, dass die Erfüllung der Abschusspläne gefährdet wäre, sodass auch "nachteilige Auswirkungen auf öffentliche Interessen, die einem allfälligen privaten Interesse an einer Jagdgebietsfeststellung stets vorgehen," (so die Erläuterungen zur Regierungsvorlage, 161/15, zu Paragraph 5, Absatz 5, Litera b und c Tir JagdG 2004 in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 64 aus 2015,), festzustellen wären.

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2020:RA2019030121.L06

Im RIS seit

27.02.2020

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JWR_2019030121_20200128L06