Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2009/16/0271

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8604 F/2010

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2009/16/0271

Entscheidungsdatum

16.12.2010

Index

32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken

Norm

GebG 1957 §15 Abs1;
GebG 1957 §16 Abs1 Z1;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 17/2011, 421-427;

Rechtssatz

Die Gebührenpflicht setzt voraus, daß über das Rechtsgeschäft zu Beweiszwecken eine Schrift, eine (förmliche) Urkunde errichtet wird vergleiche das Erkenntnis vom 18. November 1993, Zl. 93/16/0014). Ist der Inhalt der Schrift geeignet, über ein abgeschlossenes Rechtsgeschäft Beweis zu machen, wird die Gebührenpflicht ausgelöst vergleiche das Erkenntnis vom 25. Jänner 2007, Zl. 2006/16/0163, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2009160271.X01

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2015

Dokumentnummer

JWR_2009160271_20101216X01

Rechtssatz für 2009/16/0271

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8604 F/2010

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2009/16/0271

Entscheidungsdatum

16.12.2010

Index

32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken

Norm

GebG 1957 §15 Abs1;
GebG 1957 §16 Abs1 Z1;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 17/2011, 421-427;

Rechtssatz

Nicht die Beurkundung, sondern das Rechtsgeschäft selbst ist Gegenstand der Abgabenerhebung. Die Urkunde ist nur "steuertechnisches Hilfsmittel, um die tatsächliche Erfassung der Rechtsgeschäfte ohne zu große Weiterungen für das Wirtschaftsleben und Schwierigkeiten für die Verwaltung zu ermöglichen" vergleiche das Erkenntnis des VfGH vom 4. Oktober 1997, B 1152/96, VfSlG 14948, unter Hinweis auf die EB der Regierungsvorlage zur Novelle 1981, 549 BlgNR 15.GP, 7).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2009160271.X02

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2015

Dokumentnummer

JWR_2009160271_20101216X02

Rechtssatz für 2009/16/0271

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8604 F/2010

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2009/16/0271

Entscheidungsdatum

16.12.2010

Index

32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken

Norm

GebG 1957 §10;
GebG 1957 §15;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 17/2011, 421-427;

Rechtssatz

Während das GebG den Begriff der - gebührenpflichtigen - "Schrift" (Paragraph 10, GebG) für den römisch zwei. Abschnitt ("Feste Stempelgebühren für Schriften und Amtshandlungen") näher umschreibt, finden sich im römisch drei. Abschnitt ("Gebühren für Rechtsgeschäfte") keine Anhaltspunkte für eine Definition des dort zentralen Begriffes der "Urkunde", deren Errichtung Bedingung für das Entstehen der Rechtsgeschäftsgebühr ist. Der Rechtsprechung zufolge vergleiche das Erkenntnis vom 18. November 1993, Zl. 93/16/0014) entspricht für den Anwendungsbereich der Bestimmungen des römisch drei. Abschnittes der Begriff der "Schrift" jenem der (förmlichen) Urkunde.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2009160271.X03

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2015

Dokumentnummer

JWR_2009160271_20101216X03

Rechtssatz für 2009/16/0271

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8604 F/2010

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2009/16/0271

Entscheidungsdatum

16.12.2010

Index

32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken

Norm

GebG 1957 §10;
GebG 1957 §15;
GebG 1957 §5;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 17/2011, 421-427;

Rechtssatz

Zur Frage, worauf die Schrift gesetzt sein muss bzw. woraus die Urkunde bestehen soll, gibt der im römisch eins. Abschnitt ("Allgemeine Bestimmungen") erläuterte Begriff des "Papiers" (Paragraph 5, GebG) Auskunft, der sich zwar auf jeden zur Ausfertigung stempelpflichtiger Schriften bestimmten oder verwendeten Stoff bezieht, somit nach dem Wortlaut auf die Bestimmungen des römisch zwei. Abschnittes; er ist aber insofern auch auf den römisch drei. Abschnitt übertragbar, als sich diese Definition in den "Allgemeinen Bestimmungen" findet und im römisch drei. Abschnitt nichts Abweichendes geregelt ist. Davon ausgehend steht einer Anwendung dieses "Papierbegriffes" auch auf die Gebührenpflicht von Rechtsgeschäften (römisch drei. Abschnitt) nichts entgegen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2009160271.X04

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2015

Dokumentnummer

JWR_2009160271_20101216X04

Rechtssatz für 2009/16/0271

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8604 F/2010

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2009/16/0271

Entscheidungsdatum

16.12.2010

Index

32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken

Norm

GebG 1957 §15 Abs1;
GebG 1957 §17 Abs5;
GebG 1957 §5;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 17/2011, 421-427; taxlex 2011, S. 139-142;

Rechtssatz

Papier ist jeder "Stoff", der eine "Schrift" zu tragen geeignet ist. Ist ein - gebührenrechtlich relevantes - Rechtsgeschäft in Schriftform auf einem "Stoff" verfasst, liegt eine Urkunde vor, die wiederum Bedingung für die Gebührenpflicht ist. Als Stoff kann jedenfalls ein Bildschirm dienen, auf dem ein E-Mail (Schrift, Urkunde) lesbar gemacht werden kann. Durch die Möglichkeit, die Daten eines E-Mails zu speichern, wird auch dem der Beurkundung innewohnenden Zweck der Schaffung eines Beweismittels entsprochen vergleiche das Erkenntnis vom 25. Jänner 2007, Zl. 2006/16/0163). Eine Löschung der Daten hebt die einmal entstandene Gebührenpflicht nicht auf vergleiche Paragraph 17, Absatz 5, GebG, wonach dies für die Vernichtung der Urkunde gilt).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2009160271.X05

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2015

Dokumentnummer

JWR_2009160271_20101216X05

Rechtssatz für 2009/16/0271

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8604 F/2010

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2009/16/0271

Entscheidungsdatum

16.12.2010

Index

E3L E13206000
E3L E13309900
20/12 Urkunden
32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken

Norm

31999L0093 Signatur-RL Art5 Abs1 lita;
31999L0093 Signatur-RL Art5 Abs1 litb;
GebG 1957 §18 Abs1;
SigG 1999;

Beachte

Besprechung in: ÖStZ 17/2011, 421-427;

Rechtssatz

Das Beisetzen einer sicheren elektronischen Signatur im Sinne des SigG kann insbesondere unter Bedachtnahme auf Artikel 5, Absatz eins, Litera a und b der Richtlinie 99/93/EG nur dahin verstanden werden, dass die elektronische Signatur der händischen Unterschrift gleich gesetzt ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2010:2009160271.X06

Im RIS seit

04.02.2011

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2015

Dokumentnummer

JWR_2009160271_20101216X06