Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 85/02/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11826 A/1985

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

85/02/0066

Entscheidungsdatum

04.07.1985

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 84/11/0243 E 16. Jänner 1985 RS 1

Stammrechtssatz

Einer Berufung gegen einen Ausspruch nach Paragraph 64, Absatz 2, AVG 1950 kommt keine aufschiebende Wirkung iS dieser Gesetzesstelle zu. Die Berufung soll lediglich die Überprüfung der gesetzlichen Voraussetzungen für einen solchen Ausspruch durch die übergeordnete Behörde ermöglichen. Der Sinn des Ausschlusses der aufschiebenden Wirkung verbietet es, einer gegen einen solchen Ausspruch erhobenen Berufung ihrerseits wieder aufschiebende Wirkung zuzusprechen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1985:1985020066.X01

Im RIS seit

04.07.1985

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2010

Dokumentnummer

JWR_1985020066_19850704X01

Rechtssatz für 85/02/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11826 A/1985

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

85/02/0066

Entscheidungsdatum

04.07.1985

Index

40/01 Verwaltungsverfahren
90/02 Kraftfahrgesetz

Norm

AVG §38;
KFG 1967 §64 Abs1;
KFG 1967 §75 Abs2;
  1. KFG 1967 § 64 gültig von 01.01.1995 bis 31.10.1997 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/1997
  2. KFG 1967 § 64 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 505/1994
  3. KFG 1967 § 64 gültig von 24.08.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 654/1994
  4. KFG 1967 § 64 gültig von 01.07.1991 bis 23.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  5. KFG 1967 § 64 gültig von 01.10.1990 bis 30.06.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  1. KFG 1967 § 75 gültig von 20.08.1997 bis 31.10.1997 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/1997
  2. KFG 1967 § 75 gültig von 01.01.1992 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  3. KFG 1967 § 75 gültig von 28.07.1990 bis 31.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990

Rechtssatz

Wird die Lenkerberechtigung im Sinne des Paragraph 75, Absatz 2, KFG 1967 entzogen und die aufschiebende Wirkung einer Berufung aberkannt, so ist die Partei zum Lenken von Kraftfahrzeugen auch dann nicht im Sinne des Paragraph 64, Absatz eins, leg cit berechtigt, wenn das (Berufungsverfahren) Verfahren über die Entziehung der Lenkerberechtigung bis zur Entscheidung des VwGH über die Beschwerde gegen den Bescheid, betr. Aufforderung gem Paragraph 75, Absatz 2, KFG 1967, bzw über den Antrag, dieser Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, ausgesetzt wird.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1985:1985020066.X02

Im RIS seit

04.07.1985

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2010

Dokumentnummer

JWR_1985020066_19850704X02

Rechtssatz für 85/02/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11826 A/1985

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

85/02/0066

Entscheidungsdatum

04.07.1985

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Rechtssatz

Ist sich der Beschwerdeführer hinsichtlich der Wirkung der Aussetzung des über seine Berufung gegen den Entziehungsbescheid anhängigen Verfahrens, insbesondere eines allfälligen Einflusses auf die Berechtigung zum Lenken von Kraftfahrzeugen, mangels juristischer Kenntnisse und näherer Erläuterungen im Aussetzungsbescheid im unklaren, so ist er insofern zur Sorgfalt verpflichtet, als von ihm zu verlangen ist, diesbezüglich geeignete Erkundigungen einzuholen. Dabei ist er aber nicht genötigt, sich an die Behörde zu wenden, sondern steht es ihm frei, zwecks Auslegung des Inhaltes des Aussetzungsbescheides mit seinem Rechtsvertreter Rücksprache zu pflegen. Kommt er dieser Möglichkeit nach, so darf er darauf vertrauen, dass die Auskunft des Rechtsvertreters mit dem Gesetz in Einklang steht und er daher auch wieder berechtigt ist, Kraftfahrzeuge zu lenken.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1985:1985020066.X03

Im RIS seit

04.07.1985

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2010

Dokumentnummer

JWR_1985020066_19850704X03

Rechtssatz für 85/02/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11826 A/1985

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

85/02/0066

Entscheidungsdatum

04.07.1985

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Rechtssatz

Die Unkenntnis des Bfrs über Vorschriften, die ein Kfz-Lenker kennen muss, oder wenn die von seinem Rechtsvertreter erteilten Auskünfte mit anderen ihm bekannt gewordenen Umständen, wie eine bereits zum jeweiligen Tatzeitpunkt zum Ausdruck gekommene gegenteilige Rechtsmeinung der Behörde oder eines Straßenaufsichtsorganes, nicht vereinbar wären, bildet keinen Schuldausschließungsgrund (Hinweis E 14.3.1985, 85/02/0012).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1985:1985020066.X04

Im RIS seit

04.07.1985

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2010

Dokumentnummer

JWR_1985020066_19850704X04

Rechtssatz für 85/02/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11826 A/1985

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

85/02/0066

Entscheidungsdatum

04.07.1985

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1809/60 E 31. Jänner 1961 VwSlg 5486 A/1961 RS 3

Stammrechtssatz

Guter Glaube stellt den Schuldausschließungsgrund nach Paragraph 5, Absatz 2, VStG 1950 dann nicht her, wenn es Sache der Partei ist, sich mit den einschlägigen Vorschriften vertraut zu machen und im Falle des Zweifels bei der Behörde anzufragen (hier: Zusammenhang mit Paragraphen 36, Absatz 3 und 34 Absatz eins, ASVG).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1985:1985020066.X05

Im RIS seit

04.07.1985

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2010

Dokumentnummer

JWR_1985020066_19850704X05

Rechtssatz für 85/02/0066

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 11826 A/1985

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

85/02/0066

Entscheidungsdatum

04.07.1985

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §71 Abs1 lita;
AVG §71 Abs1 Z1 impl;
VStG §5 Abs2;
VwGG §46 Abs1 impl;
  1. AVG § 71 heute
  2. AVG § 71 gültig ab 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/2023
  3. AVG § 71 gültig von 01.01.2014 bis 20.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 71 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. AVG § 71 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 71 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. AVG § 71 heute
  2. AVG § 71 gültig ab 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/2023
  3. AVG § 71 gültig von 01.01.2014 bis 20.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 71 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. AVG § 71 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  6. AVG § 71 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. VwGG § 46 heute
  2. VwGG § 46 gültig von 01.07.2021 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 46 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2021
  4. VwGG § 46 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 46 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VwGG § 46 gültig von 01.02.1986 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 564/1985
  7. VwGG § 46 gültig von 01.02.1986 bis 31.01.1986 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 197/1985
  8. VwGG § 46 gültig von 05.01.1985 bis 31.01.1986

Rechtssatz

Die Frage nach dem Verschulden einer Partei einerseits iZm der Versäumung einer Verfahrenshandlung und andererseits in Bezug auf ihre strafrechtliche Verantwortlichkeit, die sich nur unmittelbar auf die Person des Beschuldigten selbst beziehen kann, unterliegt einer unterschiedlichen Beurteilung.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1985:1985020066.X06

Im RIS seit

04.07.1985

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2010

Dokumentnummer

JWR_1985020066_19850704X06