Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 82/17/0038

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

82/17/0038

Entscheidungsdatum

25.03.1983

Index

L34009 Abgabenordnung Wien
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

LAO Wr 1962 §149 Abs2;
VwGG §27;
  1. VwGG § 27 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VwGG § 27 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  3. VwGG § 27 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. VwGG § 27 gültig von 22.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  5. VwGG § 27 gültig von 01.01.1991 bis 21.07.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 27 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Einer Selbstbemessung und deren Mängelbehebung kommt nur bis zur Erlassung des (erstinstanzlichen) Abgabenfestsetzungsbescheides die Wirkung der Abgabenfestsetzung iSd Paragraph 149, LAO Wr zu; spätere

"Berichtigungen" der Abgabenerklärung können jedoch nicht den Gegenstand des Berufungsverfahrens verändern - sie sind nur als Mitwirkung an der Sachverhaltsermittlung anzusehen. Daher berühren sie auch weder die Entscheidungspflicht der Behörde noch den Lauf der Frist des Paragraph 27, VwGG.

Schlagworte

Binnen 6 Monaten

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1983:1982170038.X01

Im RIS seit

25.03.1983

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2017

Dokumentnummer

JWR_1982170038_19830325X01

Rechtssatz für 82/17/0038

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

82/17/0038

Entscheidungsdatum

25.03.1983

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §73 Abs1;
AVG §73 Abs2;
VwGG §27;
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. VwGG § 27 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VwGG § 27 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  3. VwGG § 27 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. VwGG § 27 gültig von 22.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  5. VwGG § 27 gültig von 01.01.1991 bis 21.07.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 27 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0149/72 B 26. April 1972 VwSlg 8222 A/1972 RS 1

Stammrechtssatz

Die im Paragraph 73, Absatz eins, AVG 1950 bestimmte sechsmonatige Frist beginnt von neuem zu laufen, wenn der Parteiantrag, über den zu entscheiden war, in einem wesentlichen Punkt modifiziert wird.

Schlagworte

Binnen 6 Monaten

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1983:1982170038.X02

Im RIS seit

25.03.1983

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2017

Dokumentnummer

JWR_1982170038_19830325X02

Rechtssatz für 82/17/0038

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

82/17/0038

Entscheidungsdatum

25.03.1983

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

VwGG §27;
  1. VwGG § 27 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VwGG § 27 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  3. VwGG § 27 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. VwGG § 27 gültig von 22.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  5. VwGG § 27 gültig von 01.01.1991 bis 21.07.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 27 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1958/48 B 1. März 1949 VwSlg 712 A/1949 RS 1

Stammrechtssatz

Hat der Verwaltungsgerichtshof einen Berufungsbescheid aufgehoben und die Berufungsbehörde es unterlassen, einen neuen Berufungsbescheid zu fällen, so beginnt die Frist für die Säumnisbeschwerde nicht vor Zustellung der schriftlichen Ausfertigung des Verwaltungsgerichtshof-Erkenntnisses an die Berufungsbehörde.

Schlagworte

Binnen 6 Monaten

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1983:1982170038.X03

Im RIS seit

25.03.1983

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2017

Dokumentnummer

JWR_1982170038_19830325X03

Entscheidungstext 82/17/0038

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

82/17/0038

Entscheidungsdatum

25.03.1983

Index

L34009 Abgabenordnung Wien;
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
40/01 Verwaltungsverfahren;

Norm

AVG §73 Abs1;
AVG §73 Abs2;
LAO Wr 1962 §149 Abs2;
VwGG §27;
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. VwGG § 27 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VwGG § 27 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  3. VwGG § 27 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. VwGG § 27 gültig von 22.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  5. VwGG § 27 gültig von 01.01.1991 bis 21.07.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 27 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Reichel und die Hofräte Dr. Würth und Dr. Hnatek als Richter, im Beisein der Schriftführerin Dr. Stubner, in der Beschwerdesache der JS in W, vertreten durch Dr. Michael Graff, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Gonzagagasse 15, gegen die Abgabenberufungskommission der Bundeshauptstadt Wien wegen Verletzung der Entscheidungspflicht (Berufung gegen Getränkesteuerbescheid), den Beschluß gefasst:

Spruch

Das Verfahren wird eingestellt.

Die Bundeshauptstadt Wien hat der Beschwerdeführerin Aufwendungen in der Höhe von S 4.480,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Das Mehrbegehren wird abgewiesen.

Begründung

Der im Instanzenzug ergangene Berufungsbescheid der Abgabenberufungskommission vom 21. Juni 1978, Zl. MDR 13/78, war mit Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 25. Oktober 1980, B 413/78-16, B 95/80-12, aufgehoben worden. Am 28. April 1981 unterfertigte der Steuerberater der Beschwerdeführerin als deren Vertreter eine von einem Revisionsbeamten des Magistrates der Stadt Wien aufgenommene Niederschrift, wonach "auf Grund der Verfassungsgerichtshofentscheidung vom 25.10.80" der Zeitraum 11/73 - 12/75 nochmals revidiert und die Getränkesteuer für diesen Zeitraum neu berechnet wurde. Ebenso unterfertigte der Steuerberater am 17. Dezember 1981 eine Niederschrift vor dem Revisionsbeamten, wonach nur die belangte Behörde das Revisionsergebnis vom 28. April 1981 mittels Bescheid bestätigen könne und daher die am gleichen Tag irrtümlich ausgefertigte Berichtigungserklärung für den Zeitraum 11 aus 1973, bis 12 aus 1975, über S 37.134,-- vom Steuerpflichtigen zurückgezogen werde.

Am 29. März 1982 gab die Beschwerdeführerin die gegenständliche, gemäß Paragraph 132, B-VG erhobene Beschwerde gegen die Abgabenberufungskommission der Bundeshauptstadt Wien zur Post.

Innerhalb der vom Berichter im Vorverfahren gesetzten Frist erließ die belangte den Berufungsbescheid vom 21. Mai 1982 und legte ihn dem Gerichtshof vor. Sie machte jedoch geltend, daß die 6monatige Frist des Paragraph 27, VwGG 1965 erst mit 17. Dezember 1981 zu laufen begonnen habe, da mit diesem Zeitpunkt eine wesentliche Änderung des Begehrens eingetreten sei, und beantragte daher die Zurückweisung der Säumnisbeschwerde.

Entgegen der Ansicht der belangten Behörde war die 6monatige Frist des Paragraph 27, VwGG im Zeitpunkt der Postaufgabe der Beschwerde bereits abgelaufen:

Gemäß Paragraph 27, VwGG 1965 läuft die Frist, nach deren Ablauf Säumnisbeschwerde an den Verwaltungsgerichtshof erhoben werden kann, von dem Tag, an dem der Antrag auf Sachentscheidung bei der Stelle eingelangt ist, bei der er einzubringen war; wurde ein Berufungsbescheid durch einen der Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts aufgehoben, so beginnt die Frist nicht vor dem Tag zu laufen, an dem die schriftliche Ausfertigung des aufhebenden Erkenntnisses (hier des Verfassungsgerichtshofes) der Berufungsbehörde zugestellt worden ist vergleiche , z.B. die hg. Beschlüsse vom 1. März 1949, Slg. N.F. Nr. 712/A, und vom 18. Februar 1971, Zl. 209/71). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes beginnt die Frist des Paragraph 27, VwGG 1965 überdies bei einer wesentlichen Änderung des Parteienbegehrens neu zu laufen vergleiche , den hg. Beschluß vom 26. April 1972, Slg. N.F. Nr. 8222/A). Dies setzt aber eine Veränderung der "Sache" voraus, über die die Behörde zu entscheiden hatte.

Gemäß Paragraph 149, Absatz 2, der Wiener Abgabenordnung in der hier maßgeblichen Fassung der Novelle LGBl. Nr. 28/78 (WAO) hat die Abgabenbehörde die (Selbstbemessungs)Abgabe mit Bescheid festzusetzen, wenn der Abgabepflichtige die Einreichung einer Erklärung unterläßt oder wenn sich die Erklärung als unvollständig oder die Selbstbemessung als unrichtig erweist. Von der bescheidmäßigen Festsetzung ist abzusetzen, wenn der Abgabepflichtige "nachträglich" die Mängel behebt. Das Wort "nachträglich" im 2. Satz, auf das sich die belangte Behörde stützt, kann im Zusammenhang mit dem 1. Satz aber nicht so verstanden werden, daß auch noch nach Erlassung des dort vorgesehenen Bescheides eine Mängelbehebung durch den Abgabepflichtigen mit der Wirkung möglich wäre, daß dem Bescheid die Rechtsgrundlage entzogen würde; lediglich bis zur Erlassung des (ersten) Bescheides hat eine (berichtigte) Selbstbemessung gemäß Paragraph 149, Absatz eins, WAO die Wirkung der Abgabenfestsetzung.

Damit konnte aber die vom Vertreter der Beschwerdeführerin (wenn auch über Anregung des Revisionsbeamten des Magistrats) vorgenommene "Berichtigung" der Abgabenerklärung ebenso wie deren Zurücknahme den Gegenstand des Berufungsverfahrens nicht verändern. Eine derartige bloß als Mitwirkung an der Ermittlung des Sachverhalts anzusehende Erklärung kann ebenso wie ihr Widerruf die Entscheidungspflicht der Behörde nicht berühren, sodaß der Lauf der Frist des Paragraph 27, VwGG 1965 bereits mit Zustellung des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes begonnen hatte.

Die Säumnisbeschwerde war daher zulässig, jedoch war das darüber eingeleitete hg. Verfahren über rechtzeitige Nachholung des Bescheides gemäß Paragraph 36, Absatz 2, VwGG 1965 einzustellen.

Die Entscheidung über den Aufwandersatz gründet sich auf Paragraph 47, Absatz eins,, Paragraph 56, Absatz eins, 2, Satz VwGG 1965 in Verbindung mit Artikel römisch eins, Ziffer eins, 2, Satz der Verordnung des Bundeskanzlers BGBl. Nr. 221/81; für die "Äußerung" der Beschwerdeführerin vom 15. Juni 1982 war kein neuerlicher Schriftsatzaufwand zuzusprechen.

Wien, am 25. März 1983

Schlagworte

Binnen 6 Monaten

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1983:1982170038.X00

Im RIS seit

25.03.1983

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2017

Dokumentnummer

JWT_1982170038_19830325X00