Verfassungsgerichtshof (VfGH)

Rechtssatz für G1/51 V3/51 V1/51

Entscheidungsart

Keine Angabe

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

2168

Geschäftszahl

G1/51; V3/51; V1/51

Entscheidungsdatum

30.06.1951

Index

Keine Angabe

Norm

Bundes-Verfassungsgesetz Art2, B-VG Art2
Bundes-Verfassungsgesetz Art2, B-VG Art2 Abs2
Bundes-Verfassungsgesetz Art12, B-VG Art12 Abs1 Z9
Bundes-Verfassungsgesetz Art18, B-VG Art18 Abs2
VÜG
  1. B-VG Art. 12 heute
  2. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 12 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  5. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 12 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  7. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  9. B-VG Art. 12 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  10. B-VG Art. 12 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  11. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  12. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1961 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  13. B-VG Art. 12 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  14. B-VG Art. 12 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1954
  15. B-VG Art. 12 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 12 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Aufhebung der Wr. Dienstordnung für die Beamten der Bundeshauptstadt Wien.

Sollen bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern, die bislang in einem nach den Grundsätzen des Privatrechtes gestalteten Dienstverhältnis standen, fortan in ein dem öffentlichen Recht zugehöriges pragmatisches Dienstverhältnis überführt werden, so kann dies - wie auch die normative Gestaltung dieses Dienstrechtes selbst - nur auf dem Wege eines Gesetzes erfolgen. Die Regelung durch Verordnung ist unzulässig.

Die Bestimmung des Artikel römisch fünf, Reichsgemeindegesetz räumt den Gemeinden das freie Selbstbestimmungsrecht auch im selbständigen Wirkungskreis auf jeden Fall nur mit Beobachtung der bestehenden Reichsgesetze ( Bundesgesetze) und Landesgesetze ein.

Jene Artikel des RGG von 1862, die durch ihre Aufnahme in Paragraph 8, Absatz 5, Litera f, des Übergangsgesetzes 1920 (Fassung der Novelle Bundesgesetzblatt Nr. 269 aus 1925,) verfassungsgesetzliche Wirkung erlangt haben, räumen in keiner ihrer Bestimmungen den Gemeinden eine über Artikel 18, Absatz 2, B-VG hinausreichende Befugnis zur Erlassung von gesetzändernden oder von selbständigen Verordnungen ein. Mit diesen Feststellungen soll keineswegs in Abrede gestellt werden, daß die Organe der Gemeinden, im besonderen auf dem Gebiete der Lokalpolizei und des Abgabenrechtes, einer über den Rahmen des {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 18,, Artikel 18, Absatz 2, B-VG} hinausreichenden Befugnis zur Erlassung selbständiger Verordnungen nicht entraten können. Es ist aber eben Aufgabe des Bundesverfassungsgesetzgebers, den Gemeinden für diese Zwecke die erforderliche besondere Ermächtigung zu solchen Akten zu erteilen.

Tatsächlich hat auch die Bundesverfassungsgesetzgebung solche besondere Ermächtigungen den Gemeinden in sehr beträchtlichem Umfang erteilt. Es sei in dieser Hinsicht nur auf die den Gemeinden durch Artikel römisch zwei, Paragraph 8, des ÜG 1929 für das Gebiet der örtlichen Sicherheitspolizei erteilte besondere bundesverfassungsgesetzliche Ermächtigung verwiesen, die ihrerseits auch den sonstigen den Gemeinden durch die Gemeindeordnungen und Städtestatute erteilten Anordnungsbefugnissen auf den anderen Gebieten der Ortspolizei die erforderliche bundesverfassungsgesetzliche Grundlage nachträglich gegeben hat. Es sei ferner für den Bereich des Finanzausgleichsrechts auf die einschlägigen Bestimmungen des F-VG 1948 und des in seiner Ausführung erlassenen FAG 1948 verwiesen. Soweit aber durch Bundesverfassungsgesetz eine solche Ermächtigung nicht gegeben ist, sind auch die Gemeinden zur Erlassung selbständiger oder gesetzesändernder Verordnungen nicht befugt. Durch ein einfaches ( Bundesgesetz oder Landesgesetz) Gesetz wie auch durch ein Landesverfassungsgesetz aber kann eine solche über den Rahmen des {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 18,, Artikel 18, Absatz 2, B-VG} hinausgehende Verordnungsermächtigung nicht erteilt werden, da nur ein Bundesverfassungsgesetz hiezu befugt ist.

Aus der Tatsache, daß die Bundeshauptstadt Wien nach {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 2,, Artikel 2, Absatz 2, B-VG} auch ein Land des Bundesstaates ist, muß die Folge gezogen werden, daß die Angestellten der Stadt Wien - die gewiß primär Gemeindeangestellte sind - gleichzeitig auch Angestellte eines Landes sind und daß daher für diese Angestellten jene besonderen verfassungsgesetzlichen Grundsätze Geltung haben, die das B-VG für die Angestellten der übrigen Länder, im besonderen in Ansehung der Kompetenz zur Regelung ihres Dienstrechtes aufgestellt hat.

Eine Ausnahme für Wien legt weder die Kompetenzbestimmung des Artikel 12, Absatz eins, Ziffer 9, B-VG selbst noch die ihr gegebene Übergangsbestimmung des Paragraph 3, Absatz eins, V-ÜG 1920 fest. Es muß daher gefolgert werden, daß die in diesen Verfassungsbestimmungen für die Kompetenz in Ansehung des Dienstrechts der Angestellten der Länder getroffene Regelung im gleichen Umfang auch für die Regelung des Dienstrechts der Angestellten der Stadt Wien Geltung hat, da Wien eben nach {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 2,, Artikel 2, B-VG} ein Land des Bundesstaates ist.

Nach {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 12,, Artikel 12, Absatz eins, Ziffer 9, B-VG} gehört das Dienstrecht der Angestellten der Länder, die behördliche Aufgaben zu besorgen haben, zu jenen Angelegenheiten, in denen Bundessache die Gesetzgebung über die Grundsätze, Landessache die Erlassung von Ausführungsgesetzen und die Vollziehung ist. Ein Bundesgrundsatzgesetz über das Dienstrecht der Angestellten der Länder, die behördliche Aufgaben zu besorgen haben, ist bisher nicht erlassen worden. Sohin ist gemäß Paragraph 3, Absatz eins, V-ÜG 1920 derzeit die Landesgesetzgebung befugt, die Materie zu regeln, wobei jedoch das bezügliche Landesgesetz nur mit Zustimmung der Bundesregierung kundgemacht werden darf.

Durch das neuerliche Vollwirksamwerden des B-VG am 19. Dezember 1945 ist allen jenen in früheren Gesetzen enthaltenen Ermächtigungen derogiert worden, die während der Geltung der Vorläufigen Verfassung wirksam waren, nunmehr aber mit dem neuerlich in Kraft getretenen {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 18,, Artikel 18, Absatz 2, B-VG} in Widerspruch gerieten.

Da Paragraph 89, Litera a, der Verfassung der Stadt Wien eine dem {Bundes-Verfassungsgesetz Artikel 18,, Artikel 18, Absatz 2, B-VG} widersprechende Ermächtigung zur Erlassung von selbständigen Verordnungen enthielt, ist diese Bestimmung vom neuerlich uneingeschränkten Wirksamkeitsbeginn des B-VG, also vom 19. Dezember 1945 an, insoweit als aufgehoben anzusehen, als sie dem Gemeinderat die Befugnis zur Regelung des Dienstrechtes der öffentlichrechtlichen Angestellten mittels einfachen Beschlusses erteilt hat. Das gleiche gilt insoweit für die dem Paragraph 89, Litera a, korrespondierenden Bestimmungen der Verfassung der Stadt Wien, wie im besonderen Paragraph 71, Absatz 2,, Paragraph 72,, Paragraph 74, Absatz 2, Ziffer eins, Litera d,

Entscheidungstexte

  • G1/51
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 30.06.1951 G1/51

Schlagworte

Beamtenrecht Dienstverhältnis Land Wien Dienstrecht für öffentlich Angestellte Gesetzgebungskompetenz und Vollziehungskompetenz Gemeinden Gemeindeverwaltung Gemeindeselbstverwaltungsrecht Landesverfassung Wien Verfassung Übergang 1945 einschließlich Vorläufige Verfassung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1951:G1.1951

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2018

Dokumentnummer

JFR_19510630_51G00001_01

Entscheidungstext G1/51 V3/51 V1/51

Entscheidungsart

Keine Angabe

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Sammlungsnummer

2168

Geschäftszahl

G1/51; V3/51; V1/51

Entscheidungsdatum

30.06.1951

Index

Keine Angabe

Norm

Bundes-Verfassungsgesetz Art2, B-VG Art2
Bundes-Verfassungsgesetz Art2, B-VG Art2 Abs2
Bundes-Verfassungsgesetz Art12, B-VG Art12 Abs1 Z9
Bundes-Verfassungsgesetz Art18, B-VG Art18 Abs2
VÜG
  1. B-VG Art. 12 heute
  2. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 12 gültig ab 01.01.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  5. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 12 gültig von 01.08.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  7. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1985 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  9. B-VG Art. 12 gültig von 01.07.1983 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1983
  10. B-VG Art. 12 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  11. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  12. B-VG Art. 12 gültig von 01.01.1961 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 148/1960
  13. B-VG Art. 12 gültig von 17.12.1958 bis 31.12.1960 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 271/1958
  14. B-VG Art. 12 gültig von 31.12.1954 bis 16.12.1958 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 8/1954
  15. B-VG Art. 12 gültig von 19.12.1945 bis 30.12.1954 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 12 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 18 heute
  2. B-VG Art. 18 gültig ab 01.07.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  5. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  6. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  7. B-VG Art. 18 gültig von 01.01.1997 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2001
  8. B-VG Art. 18 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1996 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 18 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Beachte

Metadaten: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014 - Judikaturquelle (PDF): Sammlung der Erkenntnisse [und wichtigsten Beschlüsse] des Verfassungsgerichtshofes NF 1–32 (1920–1932/33, 1945/46–1967) / Erkenntnisse und Beschlusse des Verfassungsgerichtshofes NF 33–44 (1968–1979)

Spruch

Siehe PDF-Dokument

Begründung

Siehe PDF Dokument

Schlagworte

Beamtenrecht Dienstverhältnis Land Wien Dienstrecht für öffentlich Angestellte Gesetzgebungskompetenz und Vollziehungskompetenz Gemeinden Gemeindeverwaltung Gemeindeselbstverwaltungsrecht Landesverfassung Wien Verfassung Übergang 1945 einschließlich Vorläufige Verfassung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1951:G1.1951

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2018

Dokumentnummer

JFT_19510630_51G00001_00