Rechtssatz für 4Ob58/24v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0134753

Geschäftszahl

4Ob58/24v

Entscheidungsdatum

04.04.2024

Norm

UrhG §86 Abs1

Rechtssatz

Die Honorarempfehlungen der Bundesinnung für Berufsfotografen sind bei der Bestimmung eines angemessenen Entgelts für die unberechtigte Nutzung von Lichtbildern jedenfalls dann nicht heranzuziehen, wenn die Bilder nicht von einem Berufsfotografen hergestellt wurden.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 58/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 58/24v

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2024:RS0134753

Im RIS seit

13.05.2024

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2024

Dokumentnummer

JJR_20240404_OGH0002_0040OB00058_24V0000_000

Rechtssatz für 3Ob577/57; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0021397

Geschäftszahl

3Ob577/57; 4Ob427/81 (4Ob428/81); 4Ob401/82; 4Ob316/85; 5Ob28/09t; 4Ob163/09p; 4Ob126/10y; 4Ob104/11i; 4Ob133/13g; 4Ob3/15t; 4Ob130/18y; 4Ob173/19y; 4Ob72/20x; 4Ob187/20h; 4Ob219/21s; 4Ob134/22t; 4Ob45/23f; 4Ob58/24v; 4Ob125/24x

Entscheidungsdatum

27.08.2024

Norm

ABGB §1152 H
ABGB §1431 K
MSchG §53 Abs1
PatG 1970 §152 Abs2
UrhG §86

Rechtssatz

Die Bereicherung, die dem in seinem ausschließlichen Rechte Verletzten herauszugeben ist, besteht in den angemessenen Entgelt, das der Benutzer des Werkes für die Gestattung der Werknutzung hätte bezahlen müssen. Berechnung eines Architektenhonorars.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 577/57
    Entscheidungstext OGH 14.02.1958 3 Ob 577/57
    Veröff: SZ 31/23
  • 4 Ob 427/81
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 4 Ob 427/81
    Auch; nur: Die Bereicherung, die dem in seinem ausschließlichen Rechte Verletzten herauszugeben ist, besteht in den angemessenen Entgelt, das der Benutzer des Werkes für die Gestattung der Werknutzung hätte bezahlen müssen. (T1)
    Veröff: SZ 55/25 = ÖBl 1982,164
  • 4 Ob 401/82
    Entscheidungstext OGH 11.01.1983 4 Ob 401/82
    Ähnlich; Veröff: ÖBl 1983,150 = MR 1983 2,A/12
  • 4 Ob 316/85
    Entscheidungstext OGH 17.06.1986 4 Ob 316/85
    Auch; Veröff: MR 1986 5,20 = RfR 1987,43 = GRURInt 1987,434
  • 5 Ob 28/09t
    Entscheidungstext OGH 07.07.2009 5 Ob 28/09t
    Vgl; Beisatz: Der Anspruch nach § 86 Abs 1 UrhG ist dogmatisch nur eine besondere Form eines Verwendungsanspruchs im Sinne des § 1041 ABGB. (T2)
  • 4 Ob 163/09p
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 4 Ob 163/09p
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Neben § 86 Abs 1 UrhG etwa auch § 53 Abs 1 MSchG und § 150 Abs 1 PatentG 1970. (T3)
  • 4 Ob 126/10y
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 126/10y
    Vgl; Beis wie T2
  • 4 Ob 104/11i
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 104/11i
    Vgl auch; Beisatz: Die Pflicht eines dritten, nicht zur Verwertung berechtigten Nutzers zur Zahlung eines angemessenen Entgelts hängt nicht davon ab, ob der Abgebildete tatsächlich der Verwertung des Bildes zugestimmt hätte, sondern ergibt sich aus dem Eingriff in die absolut geschützte Rechtsstellung des Urhebers. Allfällige Ansprüche des Abgebildeten bleiben davon unberührt. (T4) Beisatz: Hier: Unberechtigte Veröffentlichung von Porträtfotos einer „Schulfotografin“ in Printmedien. (T5)
  • 4 Ob 133/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 133/13g
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Die immaterialgüterrechtlichen Ansprüche auf das angemessene Entgelt haben nach gesicherter Rechtsprechung und Lehre eine bereicherungsrechtliche Grundlage. (T6)
  • 4 Ob 3/15t
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 3/15t
    Auch; Beis wie T6; Beisatz: Bei einem geplanten Zusammenwirken mehrerer Unternehmen bei der rechtswidrigen Nutzung eines Patents ist nach einem Eingriff eine auch bereicherungsrechtliche Haftung jedes einzelnen Unternehmens für das gesamte Entgelt anzunehmen. (T7)
  • 4 Ob 130/18y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 130/18y
    Auch
  • 4 Ob 173/19y
    Entscheidungstext OGH 26.11.2019 4 Ob 173/19y
    Vgl; Beis wie T2
  • 4 Ob 72/20x
    Entscheidungstext OGH 02.07.2020 4 Ob 72/20x
    Beis wie T2
  • 4 Ob 187/20h
    Entscheidungstext OGH 26.11.2020 4 Ob 187/20h
    Vgl; Beisatz: Immaterialgüterrechtliche Ansprüche auf das angemessene Entgelt (§ 86 UrhG) bzw auf das Duplum (§ 87 Abs 3 UrhG) haben nach ständiger Rechtsprechung eine bereicherungsrechtliche Grundlage. (T8)
  • 4 Ob 219/21s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2022 4 Ob 219/21s
  • 4 Ob 134/22t
    Entscheidungstext OGH 22.11.2022 4 Ob 134/22t
    Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Es handelt sich um Verwendungsansprüche nach § 1041 ABGB. (T9)
  • 4 Ob 45/23f
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 12.09.2023 4 Ob 45/23f
    vgl; Beisatz wie T8
  • 4 Ob 58/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 58/24v
  • 4 Ob 125/24x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.08.2024 4 Ob 125/24x
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0021397

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2024

Dokumentnummer

JJR_19580214_OGH0002_0030OB00577_5700000_001

Rechtssatz für 4Ob401/82; 4Ob55/94; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0077349

Geschäftszahl

4Ob401/82; 4Ob55/94; 4Ob133/13g; 4Ob219/21s; 4Ob58/24v; 4Ob125/24x

Entscheidungsdatum

27.08.2024

Norm

UrhG §86

Rechtssatz

Bei der Ermittlung des angemessenen Entgelts ist von jenem Entgelt auszugehen, das für die Erteilung gleichartiger, im voraus eingeholter Werknutzungsbewilligungen zur Aufführung geschützter Werke (hier: der Tonkunst als musikalische Einlagen in Bühnen - Sprachwerken) üblicherweise verlangt und gezahlt wird.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 401/82
    Entscheidungstext OGH 11.01.1983 4 Ob 401/82
    Veröff: ÖBl 1983,150 = MR 1983 H2, Archiv 12
  • 4 Ob 55/94
    Entscheidungstext OGH 10.05.1994 4 Ob 55/94
    Beisatz: Also die der Nutzungsbewilligung entsprechende Lizenzgebühr. Hier: Lichtbilder von Fremdenverkehrsbetrieb. (T1)
  • 4 Ob 133/13g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2014 4 Ob 133/13g
    Beisatz: Der Rechteinhaber soll so gestellt werden, als hätte er dem Verletzer die Nutzung des unbefugt verwendeten Rechts durch Vertrag eingeräumt und dafür ein Entgelt vereinbart; Richtschnur dafür hat zu sein, was redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten (so schon 4 Ob 36/05f -BOSS‑Zigaretten VI). Der Verletzer ist grundsätzlich nicht schlechter und nicht besser zu stellen als ein vertraglicher Lizenznehmer. Dabei kommt es entscheidend auf die Umstände des Einzelfalls an. (T2)
  • 4 Ob 219/21s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2022 4 Ob 219/21s
  • 4 Ob 58/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 58/24v
    Beisatz wie T2
  • 4 Ob 125/24x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.08.2024 4 Ob 125/24x
    Beisatz wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0077349

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2024

Dokumentnummer

JJR_19830111_OGH0002_0040OB00401_8200000_001

Rechtssatz für 4Ob36/05f; 3Ob222/06b; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0120089

Geschäftszahl

4Ob36/05f; 3Ob222/06b; 4Ob3/15t; 4Ob130/18y; 4Ob187/20h; 4Ob165/20y; 4Ob97/22a; 4Ob58/24v; 4Ob125/24x

Entscheidungsdatum

27.08.2024

Norm

MSchG §53

Rechtssatz

Bei der Bemessung des angemessenen Entgelts ist darauf abzustellen, was redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten. Dabei ist maßgebend, welche Nutzung tatsächlich erfolgt, weil auszuschließen ist, dass redliche und vernünftige Parteien ein Entgelt vereinbaren, das einen Nutzen abgilt, der gar nicht entstehen kann.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 36/05f
    Entscheidungstext OGH 12.07.2005 4 Ob 36/05f
    Veröff: SZ 2005/98
  • 3 Ob 222/06b
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 222/06b
  • 4 Ob 3/15t
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 3/15t
    Auch; Beisatz: Bei einem geplanten Zusammenwirken mehrerer Unternehmen bei der rechtswidrigen Nutzung eines Patents ist nach einem Eingriff eine auch bereicherungsrechtliche Haftung jedes einzelnen Unternehmens für das gesamte Entgelt anzunehmen. (T1)
  • 4 Ob 130/18y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 130/18y
    Auch
  • 4 Ob 187/20h
    Entscheidungstext OGH 26.11.2020 4 Ob 187/20h
  • 4 Ob 165/20y
    Entscheidungstext OGH 10.12.2020 4 Ob 165/20y
  • 4 Ob 97/22a
    Entscheidungstext OGH 30.06.2022 4 Ob 97/22a
  • 4 Ob 58/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 58/24v
  • 4 Ob 125/24x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.08.2024 4 Ob 125/24x
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120089

Im RIS seit

11.08.2005

Zuletzt aktualisiert am

03.10.2024

Dokumentnummer

JJR_20050712_OGH0002_0040OB00036_05F0000_001

Rechtssatz für 4Ob76/88; 4Ob58/24v; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0077086

Geschäftszahl

4Ob76/88; 4Ob58/24v; 4Ob132/24a

Entscheidungsdatum

24.06.2025

Norm

UrhG §74 Abs1
UrhG §86 Abs1 Z4
UrhG §87 Abs3

Rechtssatz

Nur die Verletzung der dem Lichtbildhersteller gemäß Paragraph 74, Absatz eins, UrhG zustehenden Verwertungsrechte kann überhaupt einen Bereicherungsanspruch nach Paragraph 86, UrhG in der Form einer angemessenen Lizenzgebühr für den unbefugten Gebrauch des geschützten Immaterialgutes auslösen. Daß damit auch der pauschalierte Schadenersatz gemäß Paragraph 87, Absatz 3, UrhG auf die Fälle einer schuldhaften Verletzung solcher Verwertungsrechte oder Werknutzungsrechte des Lichtbildherstellers beschränkt ist, kommt schon in der Verweisung auf den Bereicherungsanspruch nach Paragraph 86, UrhG als Berechnungsgrundlage der Pauschalierung unmißverständlich zum Ausdruck.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 76/88
    Entscheidungstext OGH 15.11.1988 4 Ob 76/88
    Veröff: SZ 61/245 = MR 1989,99 (M Walter) = GRURInt 1990,327 = WBl 1989,251
  • 4 Ob 58/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 58/24v
  • 4 Ob 132/24a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 24.06.2025 4 Ob 132/24a
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0077086

Im RIS seit

15.11.1988

Zuletzt aktualisiert am

21.07.2025

Dokumentnummer

JJR_19881115_OGH0002_0040OB00076_8800000_001

Rechtssatz für 4Ob54/69 (4Ob55/69); ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0040282

Geschäftszahl

4Ob54/69 (4Ob55/69); 8Ob216/70; 5Ob210/70; 1Ob146/71; 8Ob236/71 (8Ob237/71); 6Ob236/71; 4Ob590/71; 2Ob268/71; 5Ob106/72; 8Ob158/72; 5Ob189/72; 8Ob237/73; 5Ob99/74; 8Ob168/74; 6Ob263/74; 4Ob17/75; 8Ob106/75; 1Ob58/75; 8Ob102/75; 3Ob73/75; 1Ob335/75; 8Ob23/76; 1Ob621/76; 5Ob676/76; 8Ob252/76; 8Ob5/77; 2Ob36/77; 1Ob588/77; 7Ob513/78; 8Ob101/78 (8Ob102/78); 7Ob605/78; 5Ob660/78; 8Ob162/78; 2Ob136/78; 2Ob56/79; 6Ob585/79; 3Ob512/79 (3Ob513/79); 3Ob613/78; 4Ob108/79; 8Ob197/79; 1Ob509/80; 8Ob93/80; 2Ob64/80; 3Ob560/79; 2Ob570/80; 8Ob267/80; 3Ob665/80; 2Ob92/81 (2Ob93/81); 5Ob772/81; 7Ob504/82; 8Ob7/82; 8Ob284/81; 1Ob604/82; 8Ob530/82; 2Ob135/82; 7Ob530/82 (7Ob531/82); 8Ob120/82; 8Ob259/82; 3Ob694/82; 8Ob209/82; 8Ob17/83; 5Ob560/83 (5Ob561/83; 5Ob562/83); 3Ob560/83; 2Ob182/83; 8Ob76/83; 6Ob680/82; 6Ob547/83; 5Ob601/84; 1Ob592/85; 6Ob649/85; 14Ob148/86; 1Ob690/86; 2Ob581/86 (2Ob582/86); 2Ob645/87; 1Ob610/87; 1Ob647/87 (1Ob1527/87); 8Ob556/87 (8Ob557/87); 3Ob587/87; 6Ob648/88; 2Ob123/88; 2Ob63/89; 2Ob29/90; 3Ob1524/90; 1Ob598/91; 9ObA2/92; 7Ob626/92 (7Ob627/92); 9ObA356/93 (9ObA357/93); 4Ob55/94; 2Ob62/94; 2Ob56/98v; 9ObA138/98d; 1Ob79/98v; 2Ob13/99x; 9ObA101/99i; 6Ob296/00y; 2Ob322/99p; 5Ob312/00v; 1Ob51/01h; 5Ob30/02a; 7Ob209/02i; 9Ob106/03h; 5Ob155/03k; 6Ob70/05w; 10Ob110/05g; 6Ob147/05v; 7Ob162/06h; 2Ob207/06i; 7Ob42/07p; 1Ob52/07i; 4Ob80/07d; 1Ob159/07z; 3Ob101/07k; 2Ob175/07k; 2Ob127/07a; 6Ob31/07p; 7Ob245/08t; 6Ob213/08d; 8Ob152/08y; 3Ob42/09m; 1Ob16/09y; 6Ob237/09k; 9ObA35/09a; 7Ob71/10g; 9Ob49/10m; 10Ob55/11b; 6Ob129/10d; 9Ob51/11g; 9ObA28/13b; 10Ob11/13k; 1Ob84/14f; 2Ob245/14i; 1Ob224/15w; 10Ob84/16z; 5Ob55/17z; 2Ob96/17g; 1Ob64/18w; 9Ob46/18g; 2Ob181/18h; 4Ob213/18d; 1Ob140/18x; 8Ob2/19f; 2Ob17/19t; 2Ob57/22d; 4Ob58/24v; 6Ob61/25a

Entscheidungsdatum

22.04.2026

Norm

ZPO §273
AußStrG 2005 §34
  1. ZPO § 273 heute
  2. ZPO § 273 gültig ab 01.01.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2002
  3. ZPO § 273 gültig von 03.07.1925 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 183/1925

Rechtssatz

Die Entscheidung des Gerichtes darüber, ob es den Paragraph 273, ZPO anwenden darf, ist eine rein verfahrensrechtliche Entscheidung. Wurde zu Unrecht die Anwendbarkeit des Paragraph 273, ZPO bejaht oder verneint, muss dies mit Mängelrüge bekämpft werden.

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 54/69
    Entscheidungstext OGH 07.10.1969 4 Ob 54/69
    Veröff: Arb 8666
  • 8 Ob 216/70
    Entscheidungstext OGH 13.10.1970 8 Ob 216/70
  • 5 Ob 210/70
    Entscheidungstext OGH 14.10.1970 5 Ob 210/70
  • 1 Ob 146/71
    Entscheidungstext OGH 14.06.1971 1 Ob 146/71
  • 8 Ob 236/71
    Entscheidungstext OGH 16.09.1971 8 Ob 236/71
  • 6 Ob 236/71
    Entscheidungstext OGH 10.11.1971 6 Ob 236/71
  • 4 Ob 590/71
    Entscheidungstext OGH 16.11.1971 4 Ob 590/71
  • 2 Ob 268/71
    Entscheidungstext OGH 20.01.1972 2 Ob 268/71
  • 5 Ob 106/72
    Entscheidungstext OGH 28.06.1972 5 Ob 106/72
    Veröff: JBl 1973,257
  • 8 Ob 158/72
    Entscheidungstext OGH 05.09.1972 8 Ob 158/72
    nur: Die Entscheidung des Gerichtes darüber, ob es den § 273 ZPO anwenden darf, ist eine rein verfahrensrechtliche Entscheidung. (T1)
  • 5 Ob 189/72
    Entscheidungstext OGH 07.11.1972 5 Ob 189/72
  • 8 Ob 237/73
    Entscheidungstext OGH 13.11.1973 8 Ob 237/73
    nur T1
  • 5 Ob 99/74
    Entscheidungstext OGH 15.05.1974 5 Ob 99/74
  • 8 Ob 168/74
    Entscheidungstext OGH 03.09.1974 8 Ob 168/74
  • 6 Ob 263/74
    Entscheidungstext OGH 06.02.1975 6 Ob 263/74
    nur T1
  • 4 Ob 17/75
    Entscheidungstext OGH 22.04.1975 4 Ob 17/75
  • 8 Ob 106/75
    Entscheidungstext OGH 04.06.1975 8 Ob 106/75
  • 1 Ob 58/75
    Entscheidungstext OGH 25.06.1975 1 Ob 58/75
    nur T1; Veröff: JBl 1976,370
  • 8 Ob 102/75
    Entscheidungstext OGH 02.07.1975 8 Ob 102/75
  • 3 Ob 73/75
    Entscheidungstext OGH 01.07.1975 3 Ob 73/75
  • 1 Ob 335/75
    Entscheidungstext OGH 14.01.1976 1 Ob 335/75
  • 8 Ob 23/76
    Entscheidungstext OGH 03.03.1976 8 Ob 23/76
  • 1 Ob 621/76
    Entscheidungstext OGH 02.06.1976 1 Ob 621/76
    Auch; Beisatz: Hier: Außerstreitverfahren (EisbEG). (T2)
    Veröff: EvBl 1976/255 S 576
  • 5 Ob 676/76
    Entscheidungstext OGH 29.11.1976 5 Ob 676/76
  • 8 Ob 252/76
    Entscheidungstext OGH 16.02.1977 8 Ob 252/76
  • 8 Ob 5/77
    Entscheidungstext OGH 23.02.1977 8 Ob 5/77
    nur T1
  • 2 Ob 36/77
    Entscheidungstext OGH 21.04.1977 2 Ob 36/77
  • 1 Ob 588/77
    Entscheidungstext OGH 25.05.1977 1 Ob 588/77
    Auch; Beisatz: Aber Stellungnahme, ob die Anwendung des § 273 ZPO eine Frage der verfahrensrechtlichen oder rechtlichen Beurteilung ist, unterblieb. (T3)
  • 7 Ob 513/78
    Entscheidungstext OGH 02.03.1978 7 Ob 513/78
  • 8 Ob 101/78
    Entscheidungstext OGH 14.06.1978 8 Ob 101/78
  • 7 Ob 605/78
    Entscheidungstext OGH 29.06.1978 7 Ob 605/78
  • 5 Ob 660/78
    Entscheidungstext OGH 19.09.1978 5 Ob 660/78
  • 8 Ob 162/78
    Entscheidungstext OGH 25.10.1978 8 Ob 162/78
    nur T1
  • 2 Ob 136/78
    Entscheidungstext OGH 30.01.1979 2 Ob 136/78
  • 2 Ob 56/79
    Entscheidungstext OGH 08.05.1979 2 Ob 56/79
    nur T1; Veröff: EFSlg 34411
  • 6 Ob 585/79
    Entscheidungstext OGH 09.05.1979 6 Ob 585/79
    Veröff: EFSlg 34411
  • 3 Ob 512/79
    Entscheidungstext OGH 27.06.1979 3 Ob 512/79
    nur T1; Beisatz: Rechtsfrage: Ob das Ergebnis der Anwendung des § 273 ZPO richtig ist. (T4)
  • 3 Ob 613/78
    Entscheidungstext OGH 12.09.1979 3 Ob 613/78
    nur T1
  • 4 Ob 108/79
    Entscheidungstext OGH 25.09.1979 4 Ob 108/79
    nur T1
  • 8 Ob 197/79
    Entscheidungstext OGH 22.11.1979 8 Ob 197/79
    nur T1; Beis wie T4
  • 1 Ob 509/80
    Entscheidungstext OGH 06.02.1980 1 Ob 509/80
    nur T1; Beis wie T4
  • 8 Ob 93/80
    Entscheidungstext OGH 26.06.1980 8 Ob 93/80
    nur T1
  • 2 Ob 64/80
    Entscheidungstext OGH 16.09.1980 2 Ob 64/80
    nur T1
  • 3 Ob 560/79
    Entscheidungstext OGH 08.10.1980 3 Ob 560/79
    Beis wie T4
  • 2 Ob 570/80
    Entscheidungstext OGH 16.12.1980 2 Ob 570/80
    nur T1
  • 8 Ob 267/80
    Entscheidungstext OGH 26.02.1981 8 Ob 267/80
    Vgl auch
  • 3 Ob 665/80
    Entscheidungstext OGH 11.03.1981 3 Ob 665/80
    Zweiter Rechtsgang zu 3 Ob 613/78
  • 2 Ob 92/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 2 Ob 92/81
    nur T1
  • 5 Ob 772/81
    Entscheidungstext OGH 12.01.1982 5 Ob 772/81
    nur T1; Beis wie T4
  • 7 Ob 504/82
    Entscheidungstext OGH 11.02.1982 7 Ob 504/82
    Auch; nur T1
  • 8 Ob 7/82
    Entscheidungstext OGH 11.03.1982 8 Ob 7/82
  • 8 Ob 284/81
    Entscheidungstext OGH 15.04.1982 8 Ob 284/81
  • 1 Ob 604/82
    Entscheidungstext OGH 27.05.1982 1 Ob 604/82
    nur T1
  • 8 Ob 530/82
    Entscheidungstext OGH 16.09.1982 8 Ob 530/82
    nur T1
  • 2 Ob 135/82
    Entscheidungstext OGH 21.09.1982 2 Ob 135/82
    nur T1
  • 7 Ob 530/82
    Entscheidungstext OGH 23.09.1982 7 Ob 530/82
    nur T1
  • 8 Ob 120/82
    Entscheidungstext OGH 14.10.1982 8 Ob 120/82
  • 8 Ob 259/82
    Entscheidungstext OGH 17.02.1983 8 Ob 259/82
    nur T1
  • 3 Ob 694/82
    Entscheidungstext OGH 09.03.1983 3 Ob 694/82
  • 8 Ob 209/82
    Entscheidungstext OGH 07.04.1983 8 Ob 209/82
  • 8 Ob 17/83
    Entscheidungstext OGH 21.04.1983 8 Ob 17/83
  • 5 Ob 560/83
    Entscheidungstext OGH 03.05.1983 5 Ob 560/83
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 3 Ob 560/83
    Entscheidungstext OGH 06.07.1983 3 Ob 560/83
    Beis wie T4
  • 2 Ob 182/83
    Entscheidungstext OGH 04.10.1983 2 Ob 182/83
    nur T1
  • 8 Ob 76/83
    Entscheidungstext OGH 27.10.1983 8 Ob 76/83
    nur T1; Veröff: ZVR 1984/322 S 343
  • 6 Ob 680/82
    Entscheidungstext OGH 24.11.1983 6 Ob 680/82
  • 6 Ob 547/83
    Entscheidungstext OGH 01.12.1983 6 Ob 547/83
    nur T1
  • 5 Ob 601/84
    Entscheidungstext OGH 27.11.1984 5 Ob 601/84
    nur T1; Beisatz: Die im Rahmen des § 16 AußStrG vom OGH nicht überprüft werden kann. (T5)
  • 1 Ob 592/85
    Entscheidungstext OGH 10.07.1985 1 Ob 592/85
    nur T1
  • 6 Ob 649/85
    Entscheidungstext OGH 28.08.1986 6 Ob 649/85
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 14 Ob 148/86
    Entscheidungstext OGH 30.09.1986 14 Ob 148/86
    nur T1
  • 1 Ob 690/86
    Entscheidungstext OGH 03.12.1986 1 Ob 690/86
    Beis wie T4
  • 2 Ob 581/86
    Entscheidungstext OGH 24.03.1987 2 Ob 581/86
    nur T1; Beis wie T4
  • 2 Ob 645/87
    Entscheidungstext OGH 08.09.1987 2 Ob 645/87
  • 1 Ob 610/87
    Entscheidungstext OGH 02.09.1987 1 Ob 610/87
    nur T1; Veröff: SZ 60/157
  • 1 Ob 647/87
    Entscheidungstext OGH 23.09.1987 1 Ob 647/87
    nur T1
  • 8 Ob 556/87
    Entscheidungstext OGH 21.04.1988 8 Ob 556/87
    nur T1
  • 3 Ob 587/87
    Entscheidungstext OGH 18.05.1988 3 Ob 587/87
    Beis wie T4; Veröff: RZ 1990,153
  • 6 Ob 648/88
    Entscheidungstext OGH 06.09.1988 6 Ob 648/88
  • 2 Ob 123/88
    Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 123/88
    nur T1
  • 2 Ob 63/89
    Entscheidungstext OGH 23.05.1989 2 Ob 63/89
    Beis wie T4
  • 2 Ob 29/90
    Entscheidungstext OGH 25.04.1990 2 Ob 29/90
  • 3 Ob 1524/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 3 Ob 1524/90
    Beis wie T4
  • 1 Ob 598/91
    Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 598/91
    nur T1; Beis wie T4
  • 9 ObA 2/92
    Entscheidungstext OGH 15.01.1992 9 ObA 2/92
    Beis wie T4; Beisatz: Soweit das Berufungsgericht die Anwendung des § 273 ZPO billigte, ist eine nochmalige Überprüfung im Revisionsverfahren daher nicht mehr möglich (SZ 51/8 ua). (T6)
  • 7 Ob 626/92
    Entscheidungstext OGH 10.12.1992 7 Ob 626/92
    Beis wie T6
  • 9 ObA 356/93
    Entscheidungstext OGH 06.04.1994 9 ObA 356/93
    nur T1
  • 4 Ob 55/94
    Entscheidungstext OGH 10.05.1994 4 Ob 55/94
    Beisatz: Der Kläger macht zutreffend eine Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens geltend, wenn das Gericht zweiter Instanz übersehen hat, dass in Bezug auf das behauptete angemessene Entgelt ein rechtlicher Feststellungsmangel vorliegt, welcher zur Folge hatte, dass die Festsetzung eines Betrages nach freier Überzeugung im Sinne des § 273 Abs 1 ZPO noch gar nicht erfolgen dürfte. (T7)
  • 2 Ob 62/94
    Entscheidungstext OGH 22.09.1994 2 Ob 62/94
    Auch; Beis wie T6
  • 2 Ob 56/98v
    Entscheidungstext OGH 20.01.1998 2 Ob 56/98v
    nur T1; Beis wie T6 nur: Soweit das Berufungsgericht die Anwendung des § 273 ZPO billigte, ist eine nochmalige Überprüfung im Revisionsverfahren daher nicht mehr möglich. (T8)
    Veröff: SZ 71/3
  • 9 ObA 138/98d
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 9 ObA 138/98d
    Beis wie T6
  • 1 Ob 79/98v
    Entscheidungstext OGH 30.10.1998 1 Ob 79/98v
    nur T1; Beis wie T8
  • 2 Ob 13/99x
    Entscheidungstext OGH 28.01.1999 2 Ob 13/99x
    nur T1; Beisatz: Wenn das Berufungsgericht einen Mangel des Verfahrens erster Instanz verneint hat, dann kann dieser grundsätzlich nicht mehr mit Revision geltend gemacht werden. (T9)
  • 9 ObA 101/99i
    Entscheidungstext OGH 01.09.1999 9 ObA 101/99i
    Auch
  • 6 Ob 296/00y
    Entscheidungstext OGH 14.12.2000 6 Ob 296/00y
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 2 Ob 322/99p
    Entscheidungstext OGH 22.03.2001 2 Ob 322/99p
    Beis wie T4; Beisatz: Der vom Richter nach seiner Lebenserfahrung und Menschenkenntnis und der Ergebnisse der gesamten Verhandlung nach bestem Wissen und Gewissen vorzunehmenden Schätzung kommt allerdings grundsätzlich keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zu. (T10)
  • 5 Ob 312/00v
    Entscheidungstext OGH 10.07.2001 5 Ob 312/00v
    Auch; nur: Wurde zu Unrecht die Anwendbarkeit des § 273 ZPO bejaht oder verneint, muss dies mit Mängelrüge bekämpft werden. (T11)
    Beisatz: Nach ständiger höchstgerichtlicher Rechtsprechung stellt es einen Verfahrensmangel dar, wenn die Voraussetzungen des § 273 ZPO zu Unrecht angenommen werden. (T12)
    Beisatz: Ein Verfahrensmangel liegt auch vor, wenn das Gericht eine Beweislastentscheidung fällt, obwohl die Schadensschätzung angebracht wäre. (T13)
  • 1 Ob 51/01h
    Entscheidungstext OGH 07.08.2001 1 Ob 51/01h
    nur T1; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 5 Ob 30/02a
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 5 Ob 30/02a
    Vgl auch; nur T11
  • 7 Ob 209/02i
    Entscheidungstext OGH 25.09.2002 7 Ob 209/02i
    Auch; nur T1; Beis wie T9
  • 9 Ob 106/03h
    Entscheidungstext OGH 08.10.2003 9 Ob 106/03h
    nur T1; Beis wie T6
  • 5 Ob 155/03k
    Entscheidungstext OGH 19.04.2004 5 Ob 155/03k
    nur T1; Beis ähnlich wie T9
  • 6 Ob 70/05w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 70/05w
    Beis wie T8
  • 10 Ob 110/05g
    Entscheidungstext OGH 29.11.2005 10 Ob 110/05g
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 147/05v
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 147/05v
    Beis wie T4
  • 7 Ob 162/06h
    Entscheidungstext OGH 07.09.2006 7 Ob 162/06h
    nur T1; Beis wie T6
  • 2 Ob 207/06i
    Entscheidungstext OGH 05.10.2006 2 Ob 207/06i
    Auch; Beis wie T6
  • 7 Ob 42/07p
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 7 Ob 42/07p
    Beis wie T6
  • 1 Ob 52/07i
    Entscheidungstext OGH 26.06.2007 1 Ob 52/07i
  • 4 Ob 80/07d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 80/07d
    Auch
  • 1 Ob 159/07z
    Entscheidungstext OGH 11.09.2007 1 Ob 159/07z
    nur T1; Beis wie T8
  • 3 Ob 101/07k
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 3 Ob 101/07k
    Auch; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Nichts anderes kann für § 34 AußStrG gelten, der § 273 Abs 1 ZPO nachgebildet ist. (T14)
  • 2 Ob 175/07k
    Entscheidungstext OGH 24.01.2008 2 Ob 175/07k
    Beis wie T6; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 2 Ob 127/07a
    Entscheidungstext OGH 24.01.2008 2 Ob 127/07a
  • 6 Ob 31/07p
    Entscheidungstext OGH 21.02.2008 6 Ob 31/07p
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T14
  • 7 Ob 245/08t
    Entscheidungstext OGH 27.11.2008 7 Ob 245/08t
    Auch
  • 6 Ob 213/08d
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 213/08d
    Beis wie T8; Beis wie T12; Beisatz: Da es sich beim Ermessen des § 273 ZPO um gebundenes handelt, stellt es (lediglich) einen Verfahrensmangel dar, wenn die Voraussetzungen des § 273 ZPO zu Unrecht angenommen wurden. Die Frage der grundsätzlichen Anwendbarkeit des § 273 ZPO kann die Klägerin somit bereits aus diesem Grund im Revisionsverfahren nicht mehr aufgreifen. (T15)
  • 8 Ob 152/08y
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 Ob 152/08y
    nur T1; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T15
  • 3 Ob 42/09m
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 42/09m
    Auch; Beis ähnlich wie T15
  • 1 Ob 16/09y
    Entscheidungstext OGH 05.05.2009 1 Ob 16/09y
    nurT1; Beis wie T6
  • 6 Ob 237/09k
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 6 Ob 237/09k
    Beis wie T9
  • 9 ObA 35/09a
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 35/09a
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T4; Beis ähnlich wie T6
  • 7 Ob 71/10g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 71/10g
  • 9 Ob 49/10m
    Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 Ob 49/10m
    Beis wie T8
  • 10 Ob 55/11b
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 10 Ob 55/11b
    Auch
  • 6 Ob 129/10d
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 129/10d
    nur T1
  • 9 Ob 51/11g
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 Ob 51/11g
    Auch; Beis wie T6
  • 9 ObA 28/13b
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 ObA 28/13b
    nur T1; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 10 Ob 11/13k
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 Ob 11/13k
    Auch
  • 1 Ob 84/14f
    Entscheidungstext OGH 17.06.2014 1 Ob 84/14f
    Auch
  • 2 Ob 245/14i
    Entscheidungstext OGH 13.05.2015 2 Ob 245/14i
    Beis wie T6
  • 1 Ob 224/15w
    Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 224/15w
  • 10 Ob 84/16z
    Entscheidungstext OGH 24.01.2017 10 Ob 84/16z
    Beis wie T8
  • 5 Ob 55/17z
    Entscheidungstext OGH 04.04.2017 5 Ob 55/17z
    Auch; Beis wie T14; Beisatz: Außerstreitiges Wohnrechtsverfahren nach § 37 Abs 1 Z 8a iVm § 15 Abs 4 MRG. (T16)
  • 2 Ob 96/17g
    Entscheidungstext OGH 24.10.2017 2 Ob 96/17g
    Auch; Beis wie T14
  • 1 Ob 64/18w
    Entscheidungstext OGH 30.04.2018 1 Ob 64/18w
    Beis wie T14
  • 9 Ob 46/18g
    Entscheidungstext OGH 28.06.2018 9 Ob 46/18g
  • 2 Ob 181/18h
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 2 Ob 181/18h
    Beis wie T6; Beis wie T8
  • 4 Ob 213/18d
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 4 Ob 213/18d
    Auch
  • 1 Ob 140/18x
    Entscheidungstext OGH 23.01.2019 1 Ob 140/18x
    Auch; Beis wie T14; Beisatz: Hat das Rekursgericht verneint, dass das Erstgericht zu Unrecht § 34 AußStrG anwendete, kommt demnach eine Anfechtung in diesem Punkt im Revisionsrekurs als vermeintlicher Verfahrensmangel nicht mehr in Betracht. (T17)
  • 8 Ob 2/19f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 8 Ob 2/19f
  • 2 Ob 17/19t
    Entscheidungstext OGH 22.10.2019 2 Ob 17/19t
  • 2 Ob 57/22d
    Entscheidungstext OGH 26.04.2022 2 Ob 57/22d
  • 4 Ob 58/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 04.04.2024 4 Ob 58/24v
    Beisatz wie T8; Beisatz wie T15
  • 6 Ob 61/25a
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 22.04.2026 6 Ob 61/25a
    Beisatz wie T6; Beisatz wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0040282

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2026

Dokumentnummer

JJR_19691007_OGH0002_0040OB00054_6900000_002

Entscheidungstext 4Ob58/24v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Entscheidungsart

Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung)

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fachgebiet

Urheberrecht

Fundstelle

Zak 2024/384 S 215 - Zak 2024,215 = ecolex 2024/398 S 693 (Zemann) - ecolex 2024,693 (Zemann) = ZIIR 2024,348 (Burgstaller) = MR 2024,169 (Walter)

Geschäftszahl

4Ob58/24v

Entscheidungsdatum

04.04.2024

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Schwarzenbacher als Vorsitzenden sowie den Vizepräsidenten Hon.-Prof. PD Dr. Rassi, die Hofrätinnen Mag. Istjan, LL.M., und Mag. Waldstätten und den Hofrat Dr. Stiefsohn als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei * GmbH, *, vertreten durch Mag. Stefano Alessandro, Rechtsanwalt in St. Andrä-Wördern, gegen die beklagten Parteien 1. * GmbH, 2. Ing. *, beide *, vertreten durch Mag. Helmut Gruber, Rechtsanwalt in Spittal an der Drau, wegen 13.953 EUR, Rechnungslegung und Zahlung (Stufenklage nach Art XLII EGZPO), Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Gesamtstreitwert 69.953 EUR), über die Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 25. Oktober 2024, GZ 3 R 75/23f-86, womit das Teilurteil des Handelsgerichts Wien vom 23. März 2023, GZ 57 Cg 34/18b-80, bestätigt wurde, zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, den beklagten Parteien die mit 1.135,88 EUR (darin 189,31 EUR USt) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

[1]            Die Klägerin und die Erstbeklagte sind ua im Bereich der Brandschutztechnik tätig und dort Konkurrenten. Der Zweitbeklagte ist der alleinige Geschäftsführer und Gesellschafter der Erstbeklagten. Die Streitteile kooperierten in den Jahren 2008 bis 2016, wobei die Zusammenarbeit dadurch geprägt war, dass die Erstbeklagte unter anderem die von der Klägerin vertriebenen Sauerstoffreduktionsanlagen vermarktete.

[2]            Die Klägerin machte gegen die Beklagten ua mehrere Unterlassungsansprüche geltend, erhob weiters eine auf Art XLII EGZPO gestützte Stufenklage auf Rechnungslegung und Leistung und stellte ein Begehren auf Urteilsveröffentlichung.

[3]            Die Vorinstanzen haben diese (auf Verstöße gegen das UWG, das UrhG und das MSchG gestützten) Ansprüche bereits rechtskräftig erledigt, dabei den Unterlassungsbegehren zum Teil stattgegeben und im Übrigen abgewiesen. Auch das Urteilsveröffentlichungsbegehren wurde abgewiesen. Zum Rechnungslegungsbegehren wurde ein klagsstattgebendes Teilurteil erlassen. Die referierten Ansprüche sind wegen der rechtskräftigen Erledigung nicht mehr Gegenstand des Revisionsverfahrens.

[4] Gestützt auf Paragraph 86, in Verbindung mit Paragraph 87, Absatz 3, UrhG begehrt die Klägerin weiters die Zahlung von 13.953 EUR, dies als angemessene Entschädigung wegen unberechtigter Verwendung von (mindestens) vier (von ihrem Geschäftsführer angefertigten) Lichtbildern durch die Beklagten. Die Klägerin brachte dazu vor, dass die Erstbeklagte ihre Fotos retuschiert habe und diese auf ihrer Website ohne Hinweis auf die Herkunft der Fotos verwende. Die Zeichen (bzw das Design und die Firmenhinweise) der Klägerin seien dabei entfernt und durch Zeichen der Erstbeklagten ersetzt worden. Aufgrund der unerlaubten Nutzung stehe der Klägerin ein angemessenes Entgelt nach Paragraph 86, UrhG zu, das nach Paragraph 87, Absatz 3, UrhG zu verdoppeln sei. Für die Berechnung sei die Empfehlung der Bundesinnung für Berufsfotografen heranzuziehen.

[5]            Die Beklagten wandten ein, dass ihr die Fotos mit und ohne Logo zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt worden seien. Sie hätten sich verpflichtet, die Fotos nicht mehr zu verwenden, sodass die Wiederholungsgefahr weggefallen sei.

[6] Das Erstgericht verurteilte die Beklagten nach Paragraph 86, UrhG in Verbindung mit Paragraph 87, Absatz 3, UrhG zur Zahlung einer Entschädigung an die Klägerin von 3.000 EUR wegen der dreijährigen Nutzung folgender Lichtbilder nach Beendigung der Kooperation:

[7] Zur in dritter Instanz noch verbliebenen (einzigen) strittigen Frage (= Höhe der Entschädigung) führte das Erstgericht aus, dass die Zugrundelegung der Honorarrichtlinien der Bundesinnung für Berufsfotografen nicht gerechtfertigt sei. Unter Anwendung des Paragraph 273, ZPO sei für die Veröffentlichung von drei Fotos durch etwas mehr als drei Jahre ein Honorar von 500 EUR pro Foto, somit 1.500 EUR für drei Fotos angemessen. Dieser Betrag sei wegen des schuldhaften Handelns der Beklagten nach Paragraph 87, Absatz 3, UrhG zu verdoppeln. Das auf Paragraphen 86, f UrhG gestützte Mehrbegehren von 10.953 EUR wies das Erstgericht ab.

[8] Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung und bejahte die Anwendung von Paragraph 273, ZPO. Die Höhe des vom Erstgericht zugesprochenen Entgelts erscheine ausgehend von den festgestellten Rechtsverletzungen angemessen. Die Klägerin habe sich ausschließlich auf die Honorarordnung der Bundesinnung für Berufsfotografen bezogen, dabei jedoch übergangen, dass sie keine Berufsfotografin sei.

[9] Das Berufungsgericht erklärte die ordentliche Revision nachträglich zur Klärung der Frage für zulässig, ob die von der Bundesinnung der Fotografen herausgegebenen Bildhonorare zur Ermittlung des angemessenen Entgelts nach Paragraph 86, UrhG auch dann herangezogen werden können, wenn es sich bei der Klägerin um keine Berufsfotografin handelt.

[10]           Der Zuspruch von 3.000 EUR erwuchs in Rechtskraft.

[11]           Gegen die Abweisung ihres diesbezüglichen Mehrbegehrens richtet sich die Revision der Klägerin mit dem Antrag, das Urteil des Berufungsgerichts dahingehend abzuändern, dass ihrem Zahlungsbegehren auch insoweit stattgegeben wird. Hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

[12]           Die Beklagten beantragen, die Revision als unzulässig zurückzuweisen, hilfsweise ihr nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

[13]           Die Revision ist zur Verdeutlichung zulässig, aber nicht berechtigt.

[14] 1. Die immaterialgüterrechtlichen Ansprüche auf das angemessene Entgelt (bzw auf das Duplum nach Paragraph 87, Absatz 3, UrhG; vergleiche zB 4 Ob 187/20h Rz 43) haben nach gesicherter Rechtsprechung eine bereicherungsrechtliche Grundlage; in der Sache handelt es sich dabei um Verwendungsansprüche nach Paragraph 1041, ABGB (RS0021397; RS0108478). Zweck der Bestimmung ist es, jene ungerechtfertigte Vermögensverschiebung rückgängig zu machen, die durch den unberechtigten Eingriff in Ausschließungsrechte eingetreten ist (4 Ob 163/09p; 4 Ob 219/21s). Daher besteht ein Anspruch nur, wenn und soweit ein Nichtberechtigter Vorteile aus der Sache gezogen hat (RS0116468).

[15] 2. In dritter Instanz ist die Aktivlegitimation der Klägerin wegen der unberechtigten Verwendung der gegenständlichen Lichtbilder ebenso unstrittig wie der Umstand, dass ihr Anspruch auf angemessenes (doppeltes) Entgelt nach Paragraph 86, Absatz eins, Ziffer eins, in Verbindung mit Paragraph 87, UrhG dem Grunde nach zu Recht besteht. Zu klären ist damit (nur) die Höhe des Entgelts.

[16] 3. Ebenso wie bei Paragraph 1041, ABGB vergleiche RS0019900) hat auch im Bereich des Paragraph 86, UrhG als Maßstab das zu gelten, was für den erlangten Vorteil sonst auf dem Markt hätte aufgewendet werden müssen (RS0021397; Schacherreiter, Bereicherung und Schadenersatz im Immaterialgüterrecht [2018] 22). Die dem in seinem ausschließlichen Recht Verletzten nach Paragraph 86, Absatz eins, UrhG herauszugebende Bereicherung besteht nach ständiger Rechtsprechung in dem angemessenen Entgelt, das der Benutzer für die Gestattung der Nutzung hätte bezahlen müssen (RS0021397), also das marktgerechte, im Geschäftsverkehr für vergleichbare Nutzungen übliche Lizenzentgelt (4 Ob 249/01y; RS0077086; RS0108478; Guggenbichler, Rechtsdurchsetzung bei Fotografien, ipCompetence 2011 H 6, 38; Kucsko, Geistiges Eigentum [2003] 1274). Der Rechteinhaber soll so gestellt werden, als hätte er dem Verletzer die Nutzung des unbefugt verwendeten Rechts durch Vertrag eingeräumt und dafür ein Entgelt vereinbart (4 Ob 133/13g; RS0077349 [T2]). Es ist damit von jenem Entgelt auszugehen, das für die Erteilung gleichartiger, im Voraus eingeholter Bewilligungen üblicherweise verlangt und gezahlt wird (RS0077349; RS0120089: RS0108478). Richtschnur dafür hat zu sein, was redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten (4 Ob 133/13g). Der Verletzer ist grundsätzlich nicht besser, aber auch nicht schlechter zu stellen als ein vertraglicher Lizenznehmer (4 Ob 219/21s Rz 43). Dabei kommt es entscheidend auf die Umstände des Einzelfalls an. Für die Höhe des angemessenen Entgelts ist der Rechteinhaber behauptungs- und beweispflichtig; gegebenenfalls ist das angemessene Entgelt nach Paragraph 273, ZPO zu schätzen (4 Ob 133/13g; 4 Ob 219/21s ua; Schacherreiter, Bereicherung 25).

[17] 4.1 Die Klägerin releviert, dass bei der Ermittlung der Höhe des Entgelts die Anwendung des Paragraph 273, ZPO ausgeschlossen sei, wenn sich der Wert des erfolgten Nutzens anhand von Anhaltspunkten berechnen lasse. Es fehlten Feststellungen zum Preis, den die Parteien im Anlassfall vereinbart hätten.

[18] 4.2 Die Entscheidung des Gerichtes darüber, ob es Paragraph 273, ZPO anwenden darf, ist eine rein verfahrensrechtliche Entscheidung. Wurde vom Erstgericht zu Unrecht die Anwendbarkeit des Paragraph 273, ZPO bejaht oder verneint, muss dies mit Mängelrüge bekämpft werden. Hat das Berufungsgericht verneint, dass das Erstgericht zu Unrecht Paragraph 273, ZPO anwendete, kommt demnach eine Anfechtung in diesem Punkt in der Revision als vermeintlicher Verfahrensmangel nicht mehr in Betracht (zB 5 Ob 58/22y; RS0040282 [T8, T15]). Das ist hier der Fall, weil das Berufungsgericht die Anwendung des Paragraph 273, ZPO durch das Erstgericht ausdrücklich nicht beanstandete.

[19] 4.3 Damit kann im Revisionsverfahren nicht mehr überprüft werden, ob Paragraph 273, ZPO hier zu Recht herangezogen wurde.

[20] 5. Hingegen ist die Bemessung des angemessenen Entgelts im Wege des Paragraph 273, ZPO eine Frage der rechtlichen Beurteilung und damit mit Revision anfechtbar (RS0040322; Rechberger/Simotta, ZPR9 Rz 837).

[21]           5.1 Das Rechtsmittel zeigt bei der konkreten Betragsfestsetzung keine Fehlbeurteilung des Erstgerichts auf, die von den in Punkt 3 referierten Grundsätzen abweicht. Insbesondere wird nicht nachvollziehbar dargelegt, dass das am Markt für die Fotos erzielbare Lizenzentgelt den von den Vorinstanzen zugesprochenen Betrag übersteigen würde. Eine solche Fehlbeurteilung liegt auch nicht darin, dass die Vorinstanzen bei der Betragsfestsetzung auf die (unverbindlichen) Honorarempfehlungen der Bundesinnung der Fotografen nicht zurückgegriffen haben.

[22] 5.2 Nach zutreffender Ansicht kann zwar bei Eingriffen in die Rechte eines Berufsfotografen wegen unzulässiger Verwendung seiner Lichtbilder als Maßstab für das angemessene Entgelt die Empfehlung der Bundesinnung der Fotografen herangezogen werden (Guggenbichler in Ciresa, Paragraph 86, UrhG Rz 26; Handig in Handig/Hofmarcher/Kucsko, urheber.recht3 Paragraph 37 b, UrhG Rz 31; Nageler-Petritz in Handig/Hofmarcher/Kucsko, urheber.recht3 Paragraph 86, UrhG Rz 34; Thurner in Thiele/Burgstaller4 Paragraph 86, UrhG Rz 28; Thiele, Über der Lichtbildwerke Wert, ipCompetence 2011 H 6, 12; vergleiche auch 4 Ob 105/03z; 4 Ob 115/09d; 4 Ob 81/17s).

[23]           5.3 Daraus ist aber nicht abzuleiten, dass bei Verletzung von Rechten über Lichtbilder bzw Lichtbildwerken auf diese Empfehlungen – unabhängig von der fotografierenden Person – stets und pauschal zurückgegriffen werden kann.

[24] 5.3.1 So unterscheidet sich die Höhe der Entschädigung bei gewerblichen Fotografen von jener, die bei angestellten Fotografen gebührt vergleiche 4 Ob 92/99d).

[25]           5.3.2 Gegen eine undifferenzierte Übernahme von Verbandsempfehlungen bei allen Eingriffen in Lichtbilderrechte, unabhängig davon, welcher Personengruppe ein Fotograf angehört (gewerblicher Fotograf, angestellter Fotograf, Hobbyfotograf oder Laie, der einen Schnappschuss tätigt) hat sich auch die Entscheidung 4 Ob 115/09d ausgesprochen. Dort wurde betont, dass eine Verbandsempfehlung für Pressefotografen nur auf diese abzielt.

[26]           5.3.3 Zur hier vergleichbaren deutschen Rechtslage ist der BGH davon ausgegangen, dass die Empfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing bei einer Fotografie, die nicht von einem professionellen Marktteilnehmer hergestellt wurde, nicht heranzuziehen sind (BGH I ZR 187/17).

[27] 5.3.4 Auch das überwiegende Schrifttum vertritt den Standpunkt, bei privaten, nicht von Berufsfotografen aufgenommenen Fotografien seien Honorarempfehlungen der Bundesinnung für Berufsfotografen nicht einschlägig (Meyer, BGH: Schadenersatz bei Verwendung fremder Bilder im Internet, JusIT 2019/22; Thurner in Thiele/Burgstaller4 Paragraph 86, UrhG Rz 28; aA Nageler-Petritz in Handig/Hofmarcher/ Kucsko, urheber.recht3 Paragraph 86, Rz 36).

[28]           5.4 Daran ist auch gegenständlich festzuhalten, zumal es sich bei den Empfehlungen der Bundesinnung um Honorare im Fotografengewerbe handelt. Die gegenständlichen Fotos wurden aber nicht von einem gewerblichen Fotografen erstellt. Vernünftige Marktteilnehmer hätten für die klagsgegenständlichen Bilder nicht die bei Berufsfotografen üblichen Honorarsätze vereinbart. Die Klägerin wäre daher durch den von ihr begehrten (höheren) Betrag besser gestellt, als sie bei einer Absprache über die Nutzung der Bilder stünde (s auch Meyer, JusIT 2019/22). Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass bei Hobbyfotografen eine besonders hohe Qualität des Lichtbilds bei der Betragsfestsetzung berücksichtigt wird und dadurch eine Annäherung an die Honorarsätze eines Berufsfotografen erfolgen kann. Dass die gegenständlichen Lichtbilder eine solche Qualität erreichen, die es rechtfertigen würde, sie mit professionell hergestellten Fotos gleichzustellen, steht weder fest noch wurde Derartiges von der Klägerin vorgebracht.

[29]           6. Der Revision ist damit nicht Folge zu geben, weshalb die angefochtene Entscheidung zu bestätigen ist.

[30] 7. Die Kostenentscheidung gründet auf den Paragraphen 41, 50, ZPO.

Textnummer

E141156

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2024:0040OB00058.24V.0404.000

Im RIS seit

03.05.2024

Zuletzt aktualisiert am

02.10.2024

Dokumentnummer

JJT_20240404_OGH0002_0040OB00058_24V0000_000