Rechtssatz für 9Os246/60; 9Os205/68; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0098044

Geschäftszahl

9Os246/60; 9Os205/68; 9Os43/78; 11Os126/84; 9Os24/85; 12Os35/87; 10Os43/87; 14Os72/87; 13Os124/87; 15Os75/87; 12Os40/88; 15Os120/88; 14Os94/91; 15Os67/94; 15Os13/95; 15Os51/95; 13Os182/95; 15Os91/96; 12Os107/96; 13Os160/96; 15Os23/97; 14Os52/98 (14Os53/98); 15Os51/01; 15Os52/01

Entscheidungsdatum

21.06.2001

Norm

StPO §252
StPO §276a
StPO §281 Z4 A
  1. StPO § 252 heute
  2. StPO § 252 gültig ab 17.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 182/2023
  3. StPO § 252 gültig von 01.01.2008 bis 16.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 252 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  5. StPO § 252 gültig von 01.10.2002 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  6. StPO § 252 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 252 gültig von 01.01.1998 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  8. StPO § 252 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  9. StPO § 252 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Durch die einverständliche Verlesung in einer früheren Hauptverhandlung gestellter Anträge und der darüber ergangenen Entscheidung in der neu durchgeführten neuen Hauptverhandlung wird nicht bewirkt, daß diese Anträge als in der neuen Hauptverhandlung wiederholt anzusehen sind.

Entscheidungstexte

  • 9 Os 246/60
    Entscheidungstext OGH 17.01.1961 9 Os 246/60
    Veröff: RZ 1961,40
  • 9 Os 205/68
    Entscheidungstext OGH 18.09.1969 9 Os 205/68
  • 9 Os 43/78
    Entscheidungstext OGH 24.10.1978 9 Os 43/78
  • 11 Os 126/84
    Entscheidungstext OGH 20.12.1984 11 Os 126/84
    Beisatz: Zumal auch das seinerzeitige Zwischenerkenntnis seine Wirksamkeit verloren hatte (SSt 38/2). (T1)
  • 9 Os 24/85
    Entscheidungstext OGH 17.04.1985 9 Os 24/85
  • 12 Os 35/87
    Entscheidungstext OGH 22.04.1987 12 Os 35/87
    Vgl auch
  • 10 Os 43/87
    Entscheidungstext OGH 24.03.1987 10 Os 43/87
  • 14 Os 72/87
    Entscheidungstext OGH 20.05.1987 14 Os 72/87
    Vgl auch
  • 13 Os 124/87
    Entscheidungstext OGH 15.10.1987 13 Os 124/87
    Vgl auch; Beisatz: Dieser Mangel gehöriger Antragstellung wird durch ein dennoch gefälltes Zwischenerkenntnis nicht saniert. (T2)
  • 15 Os 75/87
    Entscheidungstext OGH 26.01.1988 15 Os 75/87
    Beis wie T1
  • 12 Os 40/88
    Entscheidungstext OGH 21.04.1988 12 Os 40/88
    Vgl auch
  • 15 Os 120/88
    Entscheidungstext OGH 05.06.1989 15 Os 120/88
    Vgl auch
  • 14 Os 94/91
    Entscheidungstext OGH 17.09.1991 14 Os 94/91
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 15 Os 67/94
    Entscheidungstext OGH 09.06.1994 15 Os 67/94
    Vgl auch
  • 15 Os 13/95
    Entscheidungstext OGH 09.02.1995 15 Os 13/95
    Vgl auch; Beisatz: Die Verlesung eines Protokolles ersetzt nicht eine Antragstellung. (T3)
  • 15 Os 51/95
    Entscheidungstext OGH 11.05.1995 15 Os 51/95
    Beisatz: Nichts anderes gilt für das Geschworenengerichtsverfahren (vgl § 344 sowie den Wortlaut des § 345 Abs 1 Z 5 StPO). (T4)
  • 13 Os 182/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1996 13 Os 182/95
  • 15 Os 91/96
    Entscheidungstext OGH 01.08.1996 15 Os 91/96
  • 12 Os 107/96
    Entscheidungstext OGH 12.09.1996 12 Os 107/96
    Vgl auch
  • 13 Os 160/96
    Entscheidungstext OGH 11.12.1996 13 Os 160/96
    Vgl auch
  • 15 Os 23/97
    Entscheidungstext OGH 05.03.1997 15 Os 23/97
  • 14 Os 52/98
    Entscheidungstext OGH 08.09.1998 14 Os 52/98
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 15 Os 51/01
    Entscheidungstext OGH 31.05.2001 15 Os 51/01
    Auch
  • 15 Os 52/01
    Entscheidungstext OGH 21.06.2001 15 Os 52/01
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0098044

Im RIS seit

17.01.1961

Zuletzt aktualisiert am

28.08.2025

Dokumentnummer

JJR_19610117_OGH0002_0090OS00246_6000000_001

Entscheidungstext 15Os51/01

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

15Os51/01

Entscheidungsdatum

31.05.2001

Anmerkung

E61845 15D00511

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 31. Mai 2001 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Markel als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Mag. Strieder, Dr. Schmucker, Dr. Zehetner und Dr. Danek als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Dr. Mann als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Szuszanna W***** wegen des Verbrechens des gewerbsmäßigen schweren Betruges nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3, 148, zweiter Fall StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung der Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichtes für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 6. Dezember 2000, GZ 5c römisch fünf r 10165/98-81, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

Spruch

gefasst:

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Gemäß Paragraph 390 a, StPO fallen der Angeklagten auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil, das auch einen in Rechtskraft erwachsenen Schuldspruch des Mitangeklagten Stefan S***** und andere Entscheidungen enthält, wurde Szuszanna W*****, geborene S*****, (zu A römisch eins.) des Verbrechens des gewerbsmäßigen schweren Betruges nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3, 148, zweiter Fall StGB schuldig erkannt.

Danach hat sie zwischen 12. Februar und 20. August 1998 gewerbsmäßig (Paragraph 70, StGB) in mehreren Angriffen mit dem Vorsatz, sich durch das Verhalten der Getäuschten unrechtmäßig zu bereichern, Angestellte nachgenannter Institute durch die Vorgabe, über im Folgenden näher bezeichnete Sparbücher der DI Margareta K***** verfügungsberechtigt zu sein, somit durch Täuschung über Tatsachen, zur Auszahlung eines Gesamtbetrages von 742.613,75 S, sohin zu Handlungen verleitet, welche DI Margareta K***** an ihrem Vermögen in einem 500.000 S übersteigenden Betrag schädigten, und zwar

1.) am 12. Februar 1998 in Wien um 90.000 S vom Sparbuch Nr 22.269.001 der Österreichischen Postsparkasse (kurz: PSK),

2.) am 23. Februar 1998 in Oberwart um 100.000 S vom Sparbuch Nr 22.269.001 der PSK,

3.) am 26. Juni 1998 in Oberwart um 151.800 S vom Sparbuch Nr 106.723.528 der PSK,

4.) am 3. Juli 1998 in Wien um 150.000 S vom Sparbuch Nr 6702-61726 der Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG (kurz: Erste Bank),

5.) am 23. Juli 1998 in Wien um 200.000 S vom Sparbuch Nr 8602-69825 der Erste Bank,

6.) am 20. August 1998 in Wien um 50.813,75 S vom Sparbuch Nr 106.723.528 der PSK.

Die dagegen von der Angeklagten W***** (nominell) aus Ziffer 3, 4, 5 und 5 a des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobene Nichtigkeitsbeschwerde ist nicht im Recht.

Rechtliche Beurteilung

Die unter Punkt römisch eins. A der Rechtsmittelschrift "zwecks besserer Übersicht zusammengeraffte Einleitung" führt keinen der gesetzlichen Nichtigkeitsgründe deutlich und bestimmt aus, sondern übt lediglich nach Art einer unzulässigen Schuldberufung pauschale Kritik am Verhalten des - aus Sicht der Beschwerdeführerin - genauso tatverdächtigen Zeugen DI Johann B***** (des Großneffen der Geschädigten), an aufgenommenen Beweisen sowie an - ihrer Meinung nach - dem Erstgericht unterlaufenen Verfahrens-, Feststellungs- und Begründungsmängeln.

Als nichtig (Ziffer 4,) rügt die Angeklagte zunächst die Abweisung des von ihrem Verteidiger in der Hauptverhandlung am 10. Mai 2000 gestellten Antrages auf "Gutachtenerstattung betreffend Schriftproben der Hilde F***** und des DI B***** zum Beweis dafür, dass die inkriminierten Unterschriften nicht von der Angeklagten stammen, sondern mit gleich hoher Wahrscheinlichkeit auch von anderen Personen stammen können" (S 319 in Verbindung mit 321/II).

Die Verfahrensrüge scheitert jedoch aus formellen Gründen: Der Beweisantrag wurde in der am 6. Dezember 2000 gemäß Paragraph 276 a, StPO wegen Zeitablaufs und geänderter Senatszusammensetzung neu durchgeführten Hauptverhandlung (S 369/II) nicht mehr wiederholt, was aber für die erfolgreiche Geltendmachung dieses Nichtigkeitsgrundes unabdingbare Voraussetzung ist. Die bloße Verlesung des vorangegangenen Hauptverhandlungsprotokolls (abermals S 369/II) kann dieses prozessuale Versäumnis der durch einen Wahlverteidiger vertretenen Rechtsmittelwerberin nicht sanieren vergleiche Mayrhofer StPO4 Paragraph 281, Ziffer 4, E 30 ff; 15 Os 91/96; 15 Os 4, 6/00 uam). Die bezüglichen Beschwerdeausführungen (römisch eins. B 1.) müssen daher auf sich beruhen.

Ins Leere geht aber auch der weitere, auf denselben Nichtigkeitsgrund gestützte Vorwurf einer "Verletzung des Instruktionsgrundsatzes", weil im Verfahren nicht überprüft wurde, ob die Losungsworte auf den tataktuellen Abhebungsbelegen nicht von (der Geschädigten) DI K***** selbst geschrieben und somit die Bargeldabhebungen von ihr selbst vorgenommen wurden (römisch eins. B 2. der Beschwerdeschrift). Bedarf es doch nach dem klaren Wortlaut des Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO in formeller Hinsicht eines in der Hauptverhandlung - indes vorliegend gar nicht - gestellten Antrages, über den der Gerichtshof nicht oder nicht im Sinne des Antragstellers entschieden hat.

Soweit die Beschwerde aus drei in der Rechtsmittelschrift zitierten Passagen des schriftlichen Gutachtens ableitet, die mangelnde Unbefangenheit des Sachverständigen DI Dr. Karl B***** begründe Nichtigkeit nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, in Verbindung mit Paragraph 120, StPO, verkennt sie, dass nur der erste Satz des Paragraph 120, StPO (dem zufolge Personen, die in einem Untersuchungsfall nicht als Zeugen vernommen oder nicht beeidet werden dürfen oder die zum Beschuldigten oder zum Verletzten der im Paragraph 152, Absatz eins, Ziffer 2, StPO bezeichneten Verhältnisse stehen, als Sachverständige nicht beigezogen werden dürfen) Nichtigkeit bewirkt (Mayrhofer aaO Paragraph 120, E 13a; Paragraph 281, Ziffer 3, E 13a). Einwendungen wegen Befangenheit des genannten Experten hinwieder, über die das Tatgericht nicht oder gegenteilig entschieden hat, wodurch sie sich die formelle Grundlage für eine Verfahrensrüge nach Ziffer 4, geschaffen hätte, wurden von ihr nicht erhoben. Im Übrigen obliegt die Beurteilung der Schlüssigkeit und Brauchbarkeit eines Gutachtens ausschließlich der Beweiswürdigung des Gerichts.

Das undifferenzierte Vorbringen unter Ziffer 5 und Ziffer 5 a, weist weder formelle Begründungsfehler nach, noch weckt es auf Aktengrundlage erhebliche Bedenken gegen entscheidende Tatsachenfeststellungen. In Wahrheit trachtet die Beschwerdeführerin bloß mit teils eigenen Beweiswerterwägungen, teils spekulativen Überlegungen prozessordnungswidrig die von den Tatrichtern in einer kritischen Gesamtschau aller aufgenommenen Beweise (einschließlich der problematischen Aussage der Zeugin DI Margareta K*****) sowie unter Verwertung des persönlichen Eindrucks in freier Beweiswürdigung (Paragraph 258, Absatz 2, StPO) für die Verwirklichung des Betrugstatbestandes vollständig getroffenen (US 7 bis 10) und auch mängelfrei begründeten (US 10 bis 15) Konstatierungen in Zweifel zu ziehen und solcherart ihrer leugnenden Verantwortung doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Die (zu Unrecht) vermissten Feststellungen über das Gelegenheitsverhältnis anderer Personen (insbesondere des DI B*****) zu den der Angeklagten angelasteten Sparbuchabhebungen finden sich - der Beschwerde zuwider - unmissverständlich und zureichend begründet auf US 7 bis 9 oben, 11 f und 14 f. Darin wird die Täterschaft eines Dritten (etwa des DI B*****) betreffend die Barabhebungen laut römisch eins. 1. bis 6. des Urteilssatzes mit denkmöglicher Argumentation ebenso ausgeschlossen wie von der Nichtigkeitswerberin gemutmaßte Behebungen durch die Geschädigte selbst. Diese entscheidenden Urteilsannahmen werden vom Rechtsmittel nicht in ihrer Gesamtheit berücksichtigt. Weiterer Erörterungen in den Gründen darüber, ob DI B***** "im Frühjahr" 1998 in Wien war vergleiche dazu S 289 unten/II) und ob er Zugang zum Losungswort und zu den Sparbüchern hatte vergleiche dazu S 291, 295 ff, 301, 305/II sowie US 9 zweiter Absatz), waren - dem Gebot einer gedrängten Darstellung gemäß Paragraph 270, Absatz 2, Ziffer 5, StPO folgend - nicht erforderlich.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher - in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur, jedoch entgegen einer dazu gemäß Paragraph 35, Absatz 2, StPO erstatteten Äußerung - nach Paragraph 285 d, Absatz eins, Ziffer 2, StPO als offenbar unbegründet bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen, woraus folgt, dass zur Entscheidung über die Berufung das Oberlandesgericht Wien zuständig ist (Paragraph 285 i, StPO).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:0150OS00051.01.0531.000

Dokumentnummer

JJT_20010531_OGH0002_0150OS00051_0100000_000