Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2026/08/0008

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2026/08/0008

Entscheidungsdatum

10.02.2026

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §29 Abs2a
VwGVG 2014 §29 Abs4
VwGVG 2014 §29 Abs5

Rechtssatz

Die Wiedergabe der wesentlichen Entscheidungsgründe in der Verhandlungsschrift - mag sie auch durchaus ausführlich sein - stellt keine schriftliche Ausfertigung, sondern nur die Protokollierung der mündlichen Verkündung dar.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026080008.L01

Im RIS seit

10.03.2026

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2026

Dokumentnummer

JWR_2026080008_20260210L01

Rechtssatz für Ra 2026/08/0008

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2026/08/0008

Entscheidungsdatum

10.02.2026

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §29 Abs2a
VwGVG 2014 §29 Abs4
VwGVG 2014 §29 Abs5
VwRallg

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2021/20/0393 E 2. März 2022 RS 1 (hier ohne den letzten Satz)

Stammrechtssatz

Nach dem Wortlaut des Paragraph 29, Absatz 2 a und Absatz 5, VwGVG 2014 ist für den Beginn der für den Antrag auf Ausfertigung einzuhaltenden Frist bereits hinreichend, dass die Niederschrift, mit der die mündliche Verkündung der Entscheidung beurkundet wurde, dem zur Antragstellung Berechtigten übersendet oder ausgefolgt wurde vergleiche VwGH 24.10.2019, Ra 2019/21/0293). Darauf bezieht sich Paragraph 29, Absatz 5, VwGVG 2014, wenn dort auf die "Ausfolgung bzw. Zustellung der Niederschrift gemäß Absatz 2 a, abgestellt wird, nicht aber auf die danach zu erteilende Belehrung. Unterbleibt die Zustellung dieser Niederschrift, beginnt die in Paragraph 29, Absatz 5, VwGVG 2014 vorgesehene Frist von zwei Wochen, innerhalb der die Ausfertigung zu beantragen ist, nicht zu laufen. Ein diesfalls dennoch gestellter Antrag auf Ausfertigung findet in Paragraph 29, Absatz 2 b, VwGVG 2014 Deckung und führt dazu, dass die darauffolgende Erhebung einer Revision nach Paragraph 25 a, Absatz 4 a, letzter Satz VwGG zulässig ist vergleiche auch dazu VwGH Ra 2019/21/0293).

Schlagworte

Rechtsgrundsätze Fristen VwRallg6/5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026080008.L02

Im RIS seit

10.03.2026

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2026

Dokumentnummer

JWR_2026080008_20260210L02

Rechtssatz für Ra 2026/08/0008

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2026/08/0008

Entscheidungsdatum

10.02.2026

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGVG 2014 §29 Abs2a
VwGVG 2014 §29 Abs4
VwGVG 2014 §29 Abs5
VwGVG 2014 §33 Abs4a
VwRallg

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2021/20/0393 E 2. März 2022 RS 2 (hier ohne den letzten Satz)

Stammrechtssatz

Dass die Frist für den Antrag auf Ausfertigung selbst dann zu laufen beginnt, wenn der übersendeten Niederschrift die nach Paragraph 29, Absatz 2 a, VwGVG 2014 vorgesehene Belehrung nicht angeschlossen ist, ergibt sich auch aus Paragraph 33, Absatz 4 a, VwGVG 2014. Die Schaffung eines auf das Fehlen der Belehrung nach Paragraph 29, Absatz 2 a, VwGVG 2014 abstellenden Wiedereinsetzungsgrundes wäre von vornherein sinnentleert, wenn der Gesetzgeber mit der in Paragraph 29, Absatz 5, VwGVG 2014 getroffenen Anordnung vor Augen gehabt hätte, dass die Frist für den Antrag auf (volle) Ausfertigung im Fall des Fehlens dieser Belehrung gar nicht zu laufen begonnen hätte. Kommt es für den Beginn des Laufes der Frist für den Antrag auf Herstellung einer (vollen) Ausfertigung nicht darauf an, ob der die mündliche Verkündung beurkundenden Niederschrift überhaupt eine Belehrung im Sinn des Paragraph 29, Absatz 2 a, VwGVG 2014 angeschlossen war, kommt dann aber auch der Frage, ob eine solche Belehrung zwingend in einer von dieser Niederschrift separierten Urkunde, die dann der Niederschrift beizuschließen wäre, zu erfolgen hätte und ob die Belehrung immer dann, wenn eine Person nicht der deutschen Sprache mächtig ist, zusätzlich in eine für sie verständliche Sprache zu übersetzen wäre, für den Beginn des Laufes dieser Frist keine Bedeutung zu.

Schlagworte

Rechtsgrundsätze Fristen VwRallg6/5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026080008.L03

Im RIS seit

10.03.2026

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2026

Dokumentnummer

JWR_2026080008_20260210L03

Rechtssatz für Ra 2026/08/0008

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2026/08/0008

Entscheidungsdatum

10.02.2026

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGG §25a Abs4a
VwGVG 2014 §29 Abs2a
VwGVG 2014 §29 Abs4
  1. VwGG § 25a heute
  2. VwGG § 25a gültig ab 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/2023
  3. VwGG § 25a gültig von 01.01.2017 bis 20.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 25a gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013

Rechtssatz

Paragraph 25 a, Absatz 4 a, VwGG stellt nur darauf ab, ob ein Antrag auf Ausfertigung (rechtzeitig) gestellt wurde, ohne dass es darauf ankommt, aus welchen Gründen er allenfalls unterblieben ist vergleiche etwa VwGH 30.4.2024, Ra 2022/05/0188).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026080008.L04

Im RIS seit

10.03.2026

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2026

Dokumentnummer

JWR_2026080008_20260210L04

Rechtssatz für Ra 2026/08/0008

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2026/08/0008

Entscheidungsdatum

10.02.2026

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VwGG §25a Abs4a
VwGVG 2014 §29 Abs2a
VwGVG 2014 §29 Abs4
VwGVG 2014 §33 Abs4a
  1. VwGG § 25a heute
  2. VwGG § 25a gültig ab 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/2023
  3. VwGG § 25a gültig von 01.01.2017 bis 20.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 25a gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013

Rechtssatz

Das Unterbleiben der Belehrung nach Paragraph 29, Absatz 2 a, VwGVG kann einen Wiedereinsetzungsgrund gegen die Versäumung der Frist zur Stellung eines Antrags auf Ausfertigung darstellen, es führt aber nicht zur Zulässigkeit der Revision, obwohl ein derartiger Antrag nicht gestellt wurde.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2026:RA2026080008.L05

Im RIS seit

10.03.2026

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2026

Dokumentnummer

JWR_2026080008_20260210L05