Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2023/16/0053

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0053

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

35/02 Zollgesetz

Norm

ZollRDG 1994 §71a
ZollRDG 1994 §83

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2017/16/0037 E 21. November 2017 RS 2

Stammrechtssatz

Der von einem nach Paragraph 71 a, ZollR-DG herangezogenen Gesamtschuldner dagegen eingewandte Vertrauensschutz oder dessen Gutgläubigkeit ist im Erlass- oder Erstattungsverfahren nach Paragraph 83, ZollR-DG zu prüfen vergleiche etwa VwGH 28.9.2016, Ra 2016/16/0052, und VwGH 25.4.2017, Ra 2016/16/0059).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023160053.L01

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

27.01.2026

Dokumentnummer

JWR_2023160053_20251126L01

Rechtssatz für Ra 2023/16/0053

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0053

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3R E02202000
35/02 Zollgesetz

Norm

EURallg
ZollRDG 1994 §83
31992R2913 ZK 1992 Art239

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2020/16/0167 B 12. Februar 2021 RS 2 (hier ohne die letzten beiden Sätze)

Stammrechtssatz

Paragraph 83, ZollR-DG erläutert den in Artikel 239, ZK enthaltenen unbestimmten Gesetzesbegriff des "besonderen Falles" für den Bereich der sonstigen Eingangsabgaben näher. Der Vertrauensschutz einer Person, welche die Sorgfalt eines verständigen Wirtschaftsteilnehmers beachtet hat und alle ihr zu Gebote stehenden zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, die vernünftigerweise verlangt werden können, um sicherzustellen, dass sein Handeln nicht zu einer Beteiligung an einer Steuerhinterziehung führt, ist als Kriterium zu sehen, das im Verfahren über einen Erlass oder eine Erstattung der Einfuhrumsatzsteuer nach Paragraph 83, ZollR-DG maßgeblich ist und als Richtschnur dient, ob sich die Abgabenbelastung als unbillig nach Lage der Sache erweist und ob offensichtliche Fahrlässigkeit vorliegt vergleiche VwGH 21.11.2017, Ra 2017/16/0037). Nach den Vorgaben dieser Rechtsprechung hat das Bundesfinanzgericht im Revisionsfall seine Entscheidung begründet, wonach eine Unbilligkeit nach Lage der Sache vorliege. Das Ergebnis einer im Einklang mit dieser Rechtsprechung erfolgten Prüfung geht in seiner Bedeutung über den Einzelfall nicht hinaus und wirft im Allgemeinen keine Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung auf.

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Verordnung EURallg5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023160053.L02

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

27.01.2026

Dokumentnummer

JWR_2023160053_20251126L02

Rechtssatz für Ra 2023/16/0053

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0053

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3R E02100000
E3R E02200000
E3R E02202000
E3R E02300000
E3R E02400000
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
35/02 Zollgesetz

Norm

BAO §236
EURallg
ZollRDG 1994 §83
31992R2913 ZK 1992 Art239
31993R2454 ZKDV 1993 Art899 Abs2

Rechtssatz

Die Frage, ob sich gemäß Paragraph 83, ZollR-DG "die Abgabenbelastung als unbillig nach Lage der Sache erweist" - und damit dem Grunde nach ein "besonderer Fall" iSd Artikel 899, Absatz 2, ZK-DVO vorliegt - ist nicht unter Heranziehung des (durch die dazu ergangene Rechtsprechung des VwGH näher determinierten) Billigkeitsmaßstabs der Bestimmung des Paragraph 236, BAO zu beantworten vergleiche VwGH 21.11.2017, Ra 2017/16/0037).

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Verordnung EURallg5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023160053.L03

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

27.01.2026

Dokumentnummer

JWR_2023160053_20251126L03

Rechtssatz für Ra 2023/16/0053

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0053

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3R E02100000
E3R E02200000
E3R E02202000
E3R E02300000
E3R E02400000
E6J
35/02 Zollgesetz

Norm

EURallg
ZollRDG 1994 §83
31992R2913 ZK 1992 Art239
31993R2454 ZKDV 1993 Art899 Abs2
62020CJ0092 Rottendorf Pharma GmbH VORAB

Rechtssatz

Ein "besonderer Fall" setzt voraus, dass sich der Abgabenpflichtige im Vergleich zu anderen Wirtschaftsteilnehmern, die die gleiche Tätigkeit ausüben, in einer außergewöhnlichen Lage befindet vergleiche EuGH 3.2.2021, Rottendorf Pharma GmbH, C-92/20).

Gerichtsentscheidung

62020CJ0092 Rottendorf Pharma GmbH VORAB

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Verordnung EURallg5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023160053.L05

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

27.01.2026

Dokumentnummer

JWR_2023160053_20251126L04

Rechtssatz für Ra 2023/16/0053

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2023/16/0053

Entscheidungsdatum

26.11.2025

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3R E02100000
E3R E02200000
E3R E02202000
E3R E02300000
E3R E02400000
E6J
35/02 Zollgesetz

Norm

EURallg
ZollRDG 1994 §83
31992R2913 ZK 1992 Art239 Abs1
31993R2454 ZKDV 1993 Art899 Abs2
62017CJ0589 Prenatal VORAB

Rechtssatz

Nach Artikel 239, Absatz eins, zweiter Teilstrich ZK - der nach der Rechtsprechung des EuGH eine allgemeine Billigkeitsklausel darstellt vergleiche etwa EuGH 29.7.2019, Prenatal SA, C-589/17) - können u.a. Einfuhrabgaben erstattet werden, wenn (kumulativ) ein besonderer Fall gegeben ist und keine offensichtliche Fahrlässigkeit oder betrügerische Absicht seitens des Abgabepflichtigen vorliegt vergleiche etwa VwGH 11.3.2020, Ra 2019/16/0217, mwN). Dementsprechend sieht Artikel 899, Absatz 2, ZK-DVO die Erstattung in "besonderen Fällen" vor, die sich aus Umständen ergeben, die nicht auf betrügerische Absicht oder offensichtliche Fahrlässigkeit des Beteiligten zurückzuführen sind (siehe zur Gleichstellung des Begriffs der "offensichtlichen Fahrlässigkeit" mit jenem der "groben Fahrlässigkeit" VwGH 21.1.2004, 2001/16/0284, mwN).

Gerichtsentscheidung

62017CJ0589 Prenatal VORAB

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht Verordnung EURallg5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2025:RA2023160053.L04

Im RIS seit

23.12.2025

Zuletzt aktualisiert am

27.01.2026

Dokumentnummer

JWR_2023160053_20251126L05