Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40016 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Steiermark

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG Stmk 1975 §1;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 81/10/0076 E 8. Juni 1983 VwSlg 11077 A/1983 RS 1

Stammrechtssatz

Nach ständiger Rechtsprechung des VwGH wird der Tatbestand der Verletzung des öffentlichen Anstandes durch ein Verhalten erfüllt, das mit den allgemeinen Grundsätzen der Schicklichkeit nicht im Einklang steht und das einen groben Verstoß gegen die in der Öffentlichkeit zu beachtenden Pflichten darstellt (Hinweis auf E vom 2.12.1975, 0036/75, vom 27.2.1978, 0257/77, vom 15.2.1979, 2295/77).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X01

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X01

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40016 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Steiermark

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG Stmk 1975 §1;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 81/10/0076 E 8. Juni 1983 VwSlg 11077 A/1983 RS 2

Stammrechtssatz

Bei der Beurteilung der Verletzung der Formen des äußeren Verhaltens die der Würde des Menschen als sittlicher Person bei jedem Heraustreten aus dem Privatleben in die Öffentlichkeit entsprechen, ist ein objektiver Maßstab anzulegen (Hinweis auf E vom 2.12.1975, 0036/75).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X02

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X02

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40013 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Niederösterreich

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG NÖ 1975 §1 litb;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Das Verhalten eines Lehrers im Rahmen des Unterrichts stellt ein Heraustreten aus dem Privatleben in die Öffentlichkeit dar.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X03

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X03

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40013 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Niederösterreich

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG NÖ 1975 §1 litb;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Daß ein Besch (hier: Lehrer) aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften auch dem Disziplinarrecht unterliegt, ändert nichts daran, daß daneben noch Platz für eine Bestrafung nach dem NÖ PolStg bleibt, zumal eine Subsidiaritätsklausel im NÖ PolStG nicht vorliegt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X04

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X04

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40013 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Niederösterreich

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG NÖ 1975 §1 litb;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Der nach der Judikatur gebotene objetive Maßstab deckt die Qualifizierung der Anwendung körperlicher Gewalt (Faustschläge) eines Lehrers gegen einen Schüler - auch unter Annahme einer körperlichen Attacke des Schülers gegen den Lehrer - als nicht der Würde des Menschen als sittlicher Person entsprechend, zumal selbst bei körperlichen Attacken - abgesehen von den Fällen der Notwehr, des Notstandes usw - nicht mit körperlichen Attacken geantwortet werden muß.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X05

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X05

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall2 Anstandsverletzung;
EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
VStG §19;
VStG §20;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2316/58 E 21. Oktober 1959 VwSlg 5085 A/1959 RS 1

Stammrechtssatz

Die von der belangten Behörde mit Recht als eine Verletzung des öffentlichen Anstandes erkannte Handlung verliert den Charakter der Rechtswidrigkeit nicht dadurch, dass sie durch das Verhalten eines anderen hervorgerufen wurde. Denn das verletzte Rechtsgut ist der öffentliche Anstand, der auf jeden Fall zu wahren ist. In dieser Beziehung besteht ein prinzipieller Unterschied zu dem im Paragraph 496, Absatz 2, StrG zum Ausdruck kommenden Rechtsgedanken. Hier: Wohl aber kann das Vorliegen einer Provokation als strafmildernd gewertet werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X06

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X06

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40013 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Niederösterreich

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG NÖ 1975 §1 litb;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Für das Vorliegen des Tatbestandes der Anstandsverletzung ist eine tatsächlich eingetretene Verletzung bei Anwendung körperlicher Gewalt nicht erforderlich. Das Versetzen von Faustschlägen genügt, um von einem groben Verstoß derjenigen Pflichten sprechen zu können, die jedermann in der Öffenlichkeit zu beachten hat.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X07

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X07

Rechtssatz für 89/10/0050

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 13342 A/1990

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

89/10/0050

Entscheidungsdatum

17.12.1990

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
L40013 Anstandsverletzung Ehrenkränkung Lärmerregung
Polizeistrafen Niederösterreich
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8/Bundesländer ausser Wien Fall1 Anstandsverletzung;
PolStG NÖ 1975 §1 litb;
VStG §21 Abs1;

Rechtssatz

Von einem medizinischen Sachverständigen im Zuge des Verfahrens festgestellte Prellungen im Bereich des linken Armes und an der linken Schulter, die in einer nicht unschlüssigen Weise auf die durch den Besch getätigten Faustschläge zurückgeführt werden, schließen es in Ansehung einer Übertretung des Paragraph eins, Litera b, NÖ PolStG aus, von unbedeutenden Folgen der Übertretung sprechen zu können, weshalb ein Vorgehen gem Paragraph 21, Absatz eins, VStG nicht in Betracht kommt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1989100050.X08

Im RIS seit

30.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

28.04.2009

Dokumentnummer

JWR_1989100050_19901217X08