Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 97/01/0999

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

97/01/0999

Entscheidungsdatum

14.01.1998

Index

41/02 Staatsbürgerschaft

Norm

StbG 1985 §10 Abs3;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1996/05/22 96/01/0091 1

Stammrechtssatz

Mit dem Vorbringen, (auch) die engsten Familienangehörigen besäßen bereits die österreichische Staatsbürgerschaft, sie hätten besondere Bindungen zu Österreich und seien daselbst "vollständig integriert", wird kein besonders berücksichtigungswürdiger Grund iSd Paragraph 10, Absatz 3, StbG 1985 dargetan, ist doch dem "Grundsatz der Familieneinheit" bereits in Paragraph 7,, Paragraph 7 a,, Paragraph 11 a,, Paragraph 15,, Paragraph 17,, Paragraph 25, Absatz 2 und Paragraph 27, StbG 1985 hinreichend Rechnung getragen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1998:1997010999.X01

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2012

Dokumentnummer

JWR_1997010999_19980114X01

Rechtssatz für 97/01/0999

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

97/01/0999

Entscheidungsdatum

14.01.1998

Index

41/02 Staatsbürgerschaft

Norm

StbG 1985 §10 Abs1 Z1;
StbG 1985 §10 Abs3;
StbG 1985 §14;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie VwGH E 1997/01/29 94/01/0744 1

Stammrechtssatz

Der Gesetzgeber hat zwar die Staatenlosigkeit als Aspekt für eine positive Erledigung eines Antrages auf Verleihung der Staatsbürgerschaft angesehen (wie sich daraus ergibt, daß Staatenlose unter den Voraussetzungen des Paragraph 14, StbG 1985 einen Rechtsanspruch auf Verleihung haben), bei einer am ganzen Gesetz in seinem Regelungszusammenhang orientierten Auslegung des unbestimmten Gesetzesbegriffs des "besonders berücksichtigungswürdigen Grundes" iSd Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins, StbG 1985 ist ein solcher jedoch nur dann gegeben, wenn ähnliche oder vergleichbare Voraussetzungen wie für das Bestehen eines Rechtsanspruches auf Verleihung der Staatsbürgerschaft vorliegen (Hinweis VfGH E 4.12.1995, G 68/95; hier: entgegen den Voraussetzungen des Paragraph 14, Absatz eins, Ziffer eins, StbG 1985 ist der Antragsteller nicht in Österreich geboren, sondern erst im Alter von 37 Jahren in das Bundesgebiet eingereist, daher keine ähnlichen oder vergleichbaren Verhältnisse).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1998:1997010999.X02

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2012

Dokumentnummer

JWR_1997010999_19980114X02

Rechtssatz für 97/01/0999

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

97/01/0999

Entscheidungsdatum

14.01.1998

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

VwGG §28 Abs1 Z4;
VwGG §28 Abs1 Z5;
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 0467/66 E 20. September 1968 VwSlg 7406 A/1968 RS 2

Stammrechtssatz

Die Bestimmungen des Paragraph 28, Absatz eins, Ziffer 4 und 5 VwGG lassen es für den Bfr nicht zu, sich hinsichtlich der Beschwerdepunkte und der Beschwerdegründe ausschließlich auf Anträge und Ausführungen im Verwaltungsverfahren zu berufen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1998:1997010999.X03

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2012

Dokumentnummer

JWR_1997010999_19980114X03

Entscheidungstext 97/01/0999

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

97/01/0999

Entscheidungsdatum

14.01.1998

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof;
41/02 Staatsbürgerschaft;

Norm

StbG 1985 §10 Abs1 Z1;
StbG 1985 §10 Abs3;
StbG 1985 §14;
VwGG §28 Abs1 Z4;
VwGG §28 Abs1 Z5;
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 28 heute
  2. VwGG § 28 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. VwGG § 28 gültig von 01.01.2017 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 28 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 28 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 28 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 28 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  8. VwGG § 28 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Dorner und die Hofräte Dr. Bachler und Dr. Rigler als Richter, im Beisein der Schriftführerin Mag. Ferchenbauer, über die Beschwerde des Gamal Tawadrous in Aschach an der Donau, vertreten durch Dr. Ludwig Pramer und Dr. Peter Lindinger, Rechtsanwälte in Linz, Graben 32/I, gegen den Bescheid der Oberösterreichischen Landesregierung vom 3. September 1997, Zl. Gem(Stb) - 401346/4 - 1997 - Se, betreffend Verleihung der Staatsbürgerschaft, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Begründung

Aus der Beschwerde und der ihr angeschlossenen Ausfertigung des angefochtenen Bescheides ergibt sich, daß die Oberösterreichische Landesregierung mit Bescheid vom 3. September 1997 den Antrag des Beschwerdeführers vom 10. November 1995 auf Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins und Absatz 3, des Staatsbürgerschaftsgesetzes 1985, Bundesgesetzblatt Nr. 311 (StbG), abgewiesen hat.

Über die gegen diesen Bescheid gerichtete Beschwerde hat der Verwaltungsgerichtshof in einem gemäß Paragraph 12, Absatz eins, Ziffer 2, VwGG gebildeten Senat erwogen:

Nach der unbestrittenen Feststellung der belangten Behörde befindet sich der Beschwerdeführer erst seit sechs Jahren in Österreich. Er erfüllt somit die Verleihungsvoraussetzung des Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins, StbG nicht, weil er noch nicht seit mindestens zehn Jahren ununterbrochen seinen Hauptwohnsitz (vor dem 1. Jänner 1995: seinen ordentlichen Wohnsitz; siehe Artikel 7, Ziffer 2, in Verbindung mit Artikel 8, Ziffer 5, des Hauptwohnsitzgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 505 aus 1994,) im Gebiet der Republik hat. Von dieser Voraussetzung kann aber gemäß Paragraph 10, Absatz 3, StbG abgesehen werden, wenn es sich um einen Minderjährigen handelt oder wenn der Fremde seit mindestens vier Jahren ununterbrochen seinen Hauptwohnsitz im Gebiet der Republik hat und ein besonders berücksichtigungswürdiger Grund für die Verleihung der Staatsbürgerschaft vorliegt. Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes vergleiche etwa das Erkenntnis vom 30. September 1997, Zl. 97/01/0787, mwN) handelt es sich bei der Beurteilung der Frage, ob ein "besonders berücksichtigungswürdiger Grund" im Sinne des Paragraph 10, Absatz 3, StbG vorliegt, um eine zwingende Verleihungsvoraussetzung, weshalb eine nach Paragraph 11, StbG vorzunehmende Ermessensentscheidung erst dann in Betracht kommt, wenn - zusätzlich zu den weiters erforderlichen Verleihungsvoraussetzungen des Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 2 bis 8 StbG - jene nach Paragraph 10, Absatz 3, StbG gegeben ist. Die belangte Behörde hat den Antrag bereits aufgrund des Fehlens der zwingenden Verleihungsvoraussetzung gemäß Paragraph 10, Absatz 3, StbG abgewiesen. Da es sich hiebei um keine Ermessensentscheidung handelt, geht das Beschwerdevorbringen, die belangte Behörde habe das Ermessen nicht richtig ausgeübt, ins Leere.

Weiters bringt der Beschwerdeführer vor, daß er mit seinen Geschwistern, von denen die meisten bereits österreichische Staatsbürger seien, im gemeinsamen Haushalt lebe. Da durch die Verleihung der Staatsbürgerschaft an den Beschwerdeführer die "Familienintegrität" erhöht werde, wäre die belangte Behörde dazu "geradezu" verpflichtet gewesen.

Dem ist zu entgegnen, daß die österreichische Staatsbürgerschaft von Familienmitgliedern zwar in mehreren Bestimmungen des StbG Berücksichtigung findet (so in den Paragraphen 7, 7 a, 11 a, 16, 17 und 25 Absatz 2,), jedoch nicht als besonders berücksichtigungswürdiger Grund im Sinne des Paragraph 10, Absatz 3, StbG angesehen werden kann vergleiche das hg. Erkenntnis vom 30. September 1997, Zl. 97/01/0390).

Die Sicherung des Unterhaltes - durch die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers - ist gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 7, StbG eine zwingende Verleihungsvoraussetzung und stellt daher ebenfalls keinen "besonderes berücksichtigungswürdigen Grund" dar.

Der belangten Behörde ist auch zuzustimmen, daß die Staatenlosigkeit des Beschwerdeführers, der im Alter von etwa 23 Jahren als ägyptischer Staatsangehöriger nach Österreich eingereist ist, nicht als "besonders berücksichtigungswürdiger Grund" anzusehen ist vergleiche etwa das hg. Erkenntnis vom 19. März 1997, Zl. 95/01/0620, mwN).

Da es nicht zulässig ist, sich zur Darlegung der Beschwerdegründe auf Anträge und Ausführungen im Verwaltungsverfahren zu berufen, ist das Beschwerdevorbringen, wonach "ausdrücklich auf den Akteninhalt bzw. insbesondere auf die Stellungnahme vom 26. März 1997 verwiesen" werde, unbeachtlich vergleiche etwa das hg. Erkenntnis vom 3. Dezember 1997, Zl. 97/01/0927, mwN).

Da somit bereits der Inhalt der Beschwerde erkennen läßt, daß die vom Beschwerdeführer behauptete Rechtsverletzung nicht vorliegt, war die Beschwerde gemäß Paragraph 35, Absatz eins, VwGG ohne weiteres Verfahren als unbegründet abzuweisen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1998:1997010999.X00

Im RIS seit

20.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2012

Dokumentnummer

JWT_1997010999_19980114X00