Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 85/17/0037

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

85/17/0037

Entscheidungsdatum

26.02.1988

Index

L10015 Gemeindeordnung Gemeindeaufsicht Gemeindehaushalt Salzburg
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)

Norm

B-VG Art119a Abs5;
GdO Slbg 1976 §63 Abs4;
  1. B-VG Art. 119a heute
  2. B-VG Art. 119a gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 119a gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 119a gültig von 01.01.1985 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 490/1984
  5. B-VG Art. 119a gültig von 21.07.1962 bis 31.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 205/1962

Rechtssatz

Das Gemeindeorgan ist an die ausdrücklich geäußerte Rechtsansicht der Vorstellungsbehörde im Umfang der die Aufhebung tragenden Begründungselemente gebunden. Die Besonderheit der Bindungswirkung kassatorischer gemeindeaufsichtsbehördlicher Bescheide bringt es dabei mit sich, daß nicht nur der Spruch an sich, sondern auch die maßgebende, in der Begründung enthaltene Rechtsansicht - taugliches - Beschwerdeobjekt sein kann, der VwGH somit gehalten ist, auch dann, wenn eines der Begründungselemente die Gesetzmäßigkeit der Kassation trägt, die Stichhaltigkeit der anderen zu überprüfen. Dies gilt umsomehr für den Fall, daß alle Kassationsgründe (oder der einzig geltend gemachte) verfehlt sind, sich die Aufhebung jedoch aus einem weiteren Grund im Ergebnis als richtig erwiese. Auch in einem solchen Fall wäre der Vorstellungsbescheid infolge seiner verfehlten

Begründung als rechtswidrig aufzuheben (Hinweis E 4.10.1985, 85/17/0045).

Schlagworte

Bindung an die Rechtsanschauung der Vorstellungsbehörde Ersatzbescheid

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1988:1985170037.X01

Im RIS seit

26.02.1988

Zuletzt aktualisiert am

30.05.2016

Dokumentnummer

JWR_1985170037_19880226X01

Rechtssatz für 85/17/0037

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

85/17/0037

Entscheidungsdatum

26.02.1988

Index

L37155 Anliegerbeitrag Aufschließungsbeitrag Interessentenbeitrag
Salzburg
L37165 Kanalabgabe Salzburg

Norm

InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §1 idF 1962/161;
InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §8 Abs3 idF 1962/161;
InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §8 Abs4 idF 1962/161;
InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §8 Abs5 idF 1962/161;

Rechtssatz

Das InteressentenbeiträgeG sieht eine dingliche Wirkung einer Abgabenvorschreibung nicht vor und es regeln auch die Absatz 3 bis Absatz 5, des Paragraph 8, InteressentenbeiträgeG Slbg lediglich die Fälle der Übereignung eines Unternehmens usw und einer Gesamtrechtsnachfolge sowie das gesetzliche Pfandrecht.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1988:1985170037.X02

Im RIS seit

26.02.1988

Zuletzt aktualisiert am

30.05.2016

Dokumentnummer

JWR_1985170037_19880226X02

Rechtssatz für 85/17/0037

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

85/17/0037

Entscheidungsdatum

26.02.1988

Index

L34005 Abgabenordnung Salzburg
L37155 Anliegerbeitrag Aufschließungsbeitrag Interessentenbeitrag
Salzburg
L37165 Kanalabgabe Salzburg
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

BAO §4 impl;
InteressentenbeiträgeG Slbg 1962;
LAO Slbg 1963 §3 Abs1;
  1. BAO § 4 heute
  2. BAO § 4 gültig ab 30.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  3. BAO § 4 gültig von 01.01.2013 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  4. BAO § 4 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. BAO § 4 gültig von 01.01.1995 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  6. BAO § 4 gültig von 19.04.1980 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980

Rechtssatz

Unter dem Tatbestand, an dessen Verwirklichung Paragraph 3, Absatz eins, LAO Slbg das Entstehen der Abgabenschuld knüpft, ist nach stRsp des VwGH die Gesamtheit der in den materiellen Rechtsnormen (hier im IBG) enthaltenen abstrakten Voraussetzungen zu verstehen, bei deren konkretem Vorliegen (Tatbestandsverwirklichung) bestimmte Rechtsfolgen (Abgabenschuld und Abgabenanspruch) eintreten sollen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1988:1985170037.X03

Im RIS seit

26.02.1988

Zuletzt aktualisiert am

30.05.2016

Dokumentnummer

JWR_1985170037_19880226X03

Rechtssatz für 85/17/0037

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

85/17/0037

Entscheidungsdatum

26.02.1988

Index

L37155 Anliegerbeitrag Aufschließungsbeitrag Interessentenbeitrag
Salzburg
L37165 Kanalabgabe Salzburg

Norm

InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §11;
InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §4 Abs2;

Rechtssatz

Das Slbg InteressentenbeiträgeG enthält zwar keine ausdrückliche Vorschrift der geleisteten Vorauszahlungen. Aus dem Begriff der "Vorauszahlung" ergibt sich jedoch, daß durch sie die erst später entstehende Hauptverbindlichkeit nur im Ausmaß ihrer tatsächlichen Entrichtung getilgt wird, wobei die

geleisteten Vorauszahlungen allerdings zu valorisieren, dh zu jenem Wert anzurechnen sind, der sich aus der Berücksichtigung der in die Berechnungszahl laut Paragraph 4, Absatz 2, Slbg InteressentenbeiträgeG eingeflossenen Preissteigerungskomponente gegenüber der im Bescheid genannten Berechnungszahl ergibt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1988:1985170037.X04

Im RIS seit

26.02.1988

Zuletzt aktualisiert am

30.05.2016

Dokumentnummer

JWR_1985170037_19880226X04

Rechtssatz für 85/17/0037

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

85/17/0037

Entscheidungsdatum

26.02.1988

Index

L37155 Anliegerbeitrag Aufschließungsbeitrag Interessentenbeitrag
Salzburg
L37165 Kanalabgabe Salzburg

Norm

InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §1 Abs3;
InteressentenbeiträgeG Slbg 1962 §5 Abs1;

Rechtssatz

Ob der Eigentümer eines Grundstückes iSd Paragraph eins, Absatz 3, Slbg InteressentebeiträgeG zur Leistung eines Interessentenbeitrages verpflichtet ist, hängt nicht davon ab, ob gegenüber einem Rechtsvorgänger im Eigentum desselben Grundstückes bereits eine Beitragsvorschreibung erfolgte oder nicht. Der Anspruch des Abgabengläubigers auf Entrichtung des Interessentenbeitrages entsteht nicht erst durch die bescheidmäßige Vorschreibung und die Erlassung dieses Bescheides, sondern in dem Zeitpunkt, in dem Abwässer des betreffenden Grundstückes tatsächlich in die Anlage für die gemeindeeigene Abwasseranlage vom Gemeinderat vorliegt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1988:1985170037.X05

Im RIS seit

26.02.1988

Zuletzt aktualisiert am

30.05.2016

Dokumentnummer

JWR_1985170037_19880226X05