Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 1933/71

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

1933/71

Entscheidungsdatum

11.04.1972

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall2 Anstandsverletzung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1519/65 E 9. Dezember 1966 RS 1

Stammrechtssatz

Die bei einer Bauverhandlung genannte Äußerung "jüdische Manieren" ist als ein den öffentlichen Anstand verletzendes Verhalten zu qualifizieren.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1972:1971001933.X01

Im RIS seit

10.09.2002

Dokumentnummer

JWR_1971001933_19720411X01

Rechtssatz für 1933/71

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

1933/71

Entscheidungsdatum

11.04.1972

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall1 Ordnungsstörung;
EGVG Art8 Abs1 lita Fall2 Anstandsverletzung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2795/53 E 3. November 1954 VwSlg 3549 A/1954 RS 1

Stammrechtssatz

Das Verabreichen einer Ohrfeige in einem jedermann zugänglichen Geschäftslokal, indem sich außer der Geschäftsinhaberin und dem Beschwerdeführer auch andere Personen aufgehalten haben, verletzt die Wahrung der Formen des äußeren Verhaltens, die nach Auffassung gesitteter Menschen der Würde des Menschen als sittlicher Persönlichkeit bei jedem Heraustreten aus dem engeren Privatleben in die Öffentlichkeit entsprechen. Die Behörde ist nicht verpflichtet, von der Verhängung einer Strafe im Sinne des Paragraph 21, VStG abzusehen und eine Verwarnung zu erteilen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1972:1971001933.X02

Im RIS seit

10.09.2002

Dokumentnummer

JWR_1971001933_19720411X02

Rechtssatz für 1933/71

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

1933/71

Entscheidungsdatum

11.04.1972

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall2 Anstandsverletzung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Rechtssatz

Die Verabreichung einer Ohrfeige auf einer öffentlichen Straße in Anwesenheit mehrerer Personen stellt den Tatbestand des Artikel römisch acht, Absatz eins, Litera a, zweiter Fall EGVG.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1972:1971001933.X03

Im RIS seit

10.09.2002

Dokumentnummer

JWR_1971001933_19720411X03

Rechtssatz für 1933/71

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

1933/71

Entscheidungsdatum

11.04.1972

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall2 Anstandsverletzung;
  1. EGVG Art. 8 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.2008 wiederverlautbart durch BGBl. I Nr. 87/2008

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 1400/67 E 12. März 1968 VwSlg 7308 A/1968 RS 2

Stammrechtssatz

Für die Verwirklichung des Tatbestandes der Verletzung des öffentlichen Anstandes ist es unerheblich, ob die Tat geeignet war, Ärgernis zu erregen, bzw sie tatsächlich Ärgernis erregt und so zu einer Ordnungsstörung geführt hat (Hinweis Erkenntnis des Bundesgerichtshofes vom 27.10.1934, VwSlg 57 A/1934, sowie das Erkenntnis des VwGH vom 14.3.1967, 0510/65).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1972:1971001933.X04

Im RIS seit

10.09.2002

Dokumentnummer

JWR_1971001933_19720411X04

Rechtssatz für 1933/71

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

1933/71

Entscheidungsdatum

11.04.1972

Index

L40010 Anstandsverletzung Lärmerregung
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

EGVG Art8 Abs1 lita Fall2 Anstandsverletzung;
VStG §19;
VStG §20;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2316/58 E 21. Oktober 1959 VwSlg 5085 A/1959 RS 1

Stammrechtssatz

Die von der belangten Behörde mit Recht als eine Verletzung des öffentlichen Anstandes erkannte Handlung verliert den Charakter der Rechtswidrigkeit nicht dadurch, dass sie durch das Verhalten eines anderen hervorgerufen wurde. Denn das verletzte Rechtsgut ist der öffentliche Anstand, der auf jeden Fall zu wahren ist. In dieser Beziehung besteht ein prinzipieller Unterschied zu dem im Paragraph 496, Absatz 2, StrG zum Ausdruck kommenden Rechtsgedanken. Hier: Wohl aber kann das Vorliegen einer Provokation als strafmildernd gewertet werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1972:1971001933.X05

Im RIS seit

10.09.2002

Dokumentnummer

JWR_1971001933_19720411X05