Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 98/15/0073

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Sammlungsnummer

VwSlg 7537 F/2000

Geschäftszahl

98/15/0073

Entscheidungsdatum

22.09.2000

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag;

Norm

EStG 1988 §10 Abs4;
EStG 1988 §7;
  1. EStG 1988 § 10 heute
  2. EStG 1988 § 10 gültig ab 01.01.2027 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  3. EStG 1988 § 10 gültig von 30.07.2026 bis 31.12.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  4. EStG 1988 § 10 gültig von 23.12.2023 bis 29.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2023
  5. EStG 1988 § 10 gültig von 22.07.2023 bis 22.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2023
  6. EStG 1988 § 10 gültig von 15.02.2022 bis 21.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2022
  7. EStG 1988 § 10 gültig von 15.08.2015 bis 14.02.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  8. EStG 1988 § 10 gültig von 01.03.2014 bis 14.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2014
  9. EStG 1988 § 10 gültig von 15.12.2012 bis 28.02.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  10. EStG 1988 § 10 gültig von 01.04.2012 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2012
  11. EStG 1988 § 10 gültig von 02.08.2011 bis 31.03.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2011
  12. EStG 1988 § 10 gültig von 31.12.2010 bis 01.08.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  13. EStG 1988 § 10 gültig von 01.04.2009 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 26/2009
  14. EStG 1988 § 10 gültig von 29.12.2007 bis 31.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2007
  15. EStG 1988 § 10 gültig von 24.05.2007 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2007
  16. EStG 1988 § 10 gültig von 27.06.2006 bis 23.05.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2006
  17. EStG 1988 § 10 gültig von 01.05.1996 bis 26.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  18. EStG 1988 § 10 gültig von 05.05.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1995
  19. EStG 1988 § 10 gültig von 27.08.1994 bis 04.05.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 680/1994
  20. EStG 1988 § 10 gültig von 01.12.1993 bis 26.08.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  21. EStG 1988 § 10 gültig von 21.04.1993 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 253/1993
  22. EStG 1988 § 10 gültig von 30.12.1989 bis 20.04.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  23. EStG 1988 § 10 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Mag. Meinl und die Hofräte Dr. Karger, Dr. Sulyok, Dr. Fuchs und Dr. Zorn als Richter, im Beisein der Schriftführerin Dr. Doralt, über die Beschwerde der F GmbH & Co KG in R, vertreten durch Dr. Wolfgang Stolz, Rechtsanwalt in 5550 Radstadt, Prehauserplatz 5, gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Salzburg (Berufungssenat römisch zwei) vom 4. Dezember 1997,

Regierungsvorlage 065.97/1-8/97, betreffend Feststellung von Einkünften und Gewerbesteuer 1993, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Die Beschwerdeführerin hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von S 4.565,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Die Beschwerdeführerin machte einen Investitionsfreibetrag von 10 % für einen im Jahr 1992 angeschafften Lastkraftwagen der Marke Iveco geltend. Das Fahrzeug war im Zeitraum Oktober 1991 bis August 1992 auf die Herstellerfirma zum Verkehr zugelassen und von dieser zur Präsentation auf Fahrzeugmessen genutzt worden. In diesem Zeitraum wurden mit dem Fahrzeug 20.700 km zurückgelegt.

Im Rahmen einer die Jahre 1992 bis 1994 umfassenden abgabenbehördlichen Prüfung wurde festgestellt, dass es sich bei dem gegenständlichen LKW um ein gebrauchtes Fahrzeug handelte, für das ein Investitionsfreibetrag gemäß Paragraph 10, Absatz 4, EStG 1988 ausgeschlossen sei. Mit Bescheid vom 8. Jänner 1997 wurden die Verfahren betreffend Feststellung von Einkünften gemäß Paragraph 188, BAO für das Wirtschaftsjahr 1992 aus 1993, und Gewerbesteuer 1993 wieder aufgenommen und entsprechend geänderte Sachbescheide erlassen.

Die Beschwerdeführerin brachte gegen die Sachbescheide Berufung mit der Begründung ein, dass es sich bei dem gegenständlichen LKW nicht um ein gebrauchtes Fahrzeug, sondern um ein Ausstellungsfahrzeug der Herstellerfirma handelte.

Mit Berufungsvorentscheidung vom 11. April 1997 wies das Finanzamt die Berufung als unbegründet ab. Nach den Ausführungen in der Begründung sei dadurch, dass der gegenständliche LKW vor dem Kauf durch die Beschwerdeführerin ca 11 Monate auf die Herstellerfirma zugelassen gewesen sei und in dieser Zeit eine Fahrleistung von 20.700 km zurückgelegt habe, eine Wertminderung eingetreten, die den LKW zu einem Gebrauchtwagen habe werden lassen.

Die Beschwerdeführerin stellte den Antrag auf Entscheidung über die Berufung durch die Abgabenbehörde zweiter Instanz.

Mit dem angefochtenen Bescheid hat die belangte Behörde die Berufung als unbegründet abgewiesen. In der Begründung wird ausgeführt, dass das gegenständliche Fahrzeug nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes (Erkenntnis vom 27. Jänner 1994, 93/15/0218) als gebrauchtes Fahrzeug anzusehen sei, für das kein Investitionsfreibetrag zu gewähren sei. Neben der vom Prüfer festgestellten (wertmindernden) Kilometerleistung habe der steuerliche Vertreter der Beschwerdeführerin in der Berufungsschrift ausdrücklich auf die Anschaffung eines "Vorführfahrzeuges aus Kostengründen" hingewiesen. Dies impliziere nach Auffassung der belangten Behörde, dass der Vorbesitzer des LKW diesen in einer Art und Weise benutzt habe, welche einen Wertverzehr des Fahrzeuges bewirkt habe. Dies habe sich in dem gegenüber den Anschaffungskosten eines Neufahrzeuges niedrigeren Anschaffungspreis niedergeschlagen.

Gegen diesen Bescheid richtet sich die Beschwerde. Die Beschwerdeführerin behauptet eine Verletzung ihres Rechtes auf rechtsrichtige Anwendung des Paragraph 10, Absatz 4, EStG 1988.

Der Verwaltungsgerichtshof hat über die Beschwerde erwogen:

Gemäß dem vorletzten Satz des Paragraph 10, Absatz 4, EStG 1988 in der Fassung des AbgÄG 1989, Bundesgesetzblatt Nr. 660 aus 1989,, darf für gebrauchte Lastkraftwagen ein Investitionsfreibetrag nicht geltend gemacht werden.

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes vergleiche das hg. Erkenntnis vom 27. Jänner 1994, 93/15/0218) sind zwar Vorführfahrzeuge, nicht aber Fahrzeuge, die bloß Ausstellungszwecken gedient haben, als gebraucht anzusehen. Für die Unterscheidung zwischen Neu- und Gebrauchtfahrzeugen sei nicht ausschlaggebend, ob ein Fahrzeug schon für den Güter- oder Personentransport verwendet worden sei, sondern ob es schon in einer Weise verwendet worden sei, dass darin eine seinen Wert mindernde Benutzung zu erblicken sei. Für einen Vorführwagen sei typisch, dass er bei Kraftfahrzeughändlern durchaus in einer einen Wertverzehr des Kraftfahrzeuges bewirkenden Weise benutzt werde.

Die Verwendung des gegenständlichen Fahrzeuges zur Ausstellung auf Fahrzeugmessen stellt für sich betrachtet keine wertmindernde Benutzung dar. Eine wertmindernde Benutzung ist jedoch darin zu erblicken, dass mit dem Fahrzeug vor seiner Anschaffung durch die Beschwerdeführerin bereits 20.700 km (durch eine Reihe von Überstellungen und durch Probefahrten) zurückgelegt worden waren. Der Wert eines Fahrzeuges wird nämlich wesentlich durch seinen Kilometerstand geprägt. Die belangte Behörde ist daher zu Recht davon ausgegangen, dass es sich bei dem gegenständlichen LKW um ein gebrauchtes Fahrzeug handelt, für das ein Investitionsfreibetrag nicht geltend gemacht werden darf.

Die belangte Behörde war daher entgegen dem Beschwerdevorbringen nicht verpflichtet, Ermittlungen darüber anzustellen, inwieweit der LKW eine besondere Wartung und Pflege erfahren hat, wie dies in der Beschwerde behauptet wird. Dass jedenfalls eine Wertminderung eingetreten ist, ergibt sich aus der Kilometerleistung von 20.700 km.

Die Beschwerde war daher gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG als unbegründet abzuweisen.

Die Kostenentscheidung stützt sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 416 aus 1994,.

Wien, am 22. September 2000

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2000:1998150073.X00

Im RIS seit

18.01.2001

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWT_1998150073_20000922X00

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