Bundesrecht konsolidiert

Navigation im Suchergebnis

Lehrpläne für Minderheiten-Volksschulen und für den Unterricht in Minderheitensprachen in Volksschulen in den Bundesländern Burgenland und Kärnten Anl. 1

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Lehrpläne für Minderheiten-Volksschulen und für den Unterricht in Minderheitensprachen in Volksschulen in den Bundesländern Burgenland und Kärnten

Kundmachungsorgan

BGBl. Nr. 118/1966 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 333/2001

Typ

V

§/Artikel/Anlage

Anl. 1

Inkrafttretensdatum

01.09.2001

Außerkrafttretensdatum

31.08.2003

Index

70/07 Schule und Kirche
70/09 Minderheiten-Schulrecht

Text

                                                           Anlage 1

                                                           --------

LEHRPLAN DER VOLKSSCHULEN (VOLKSSCHULKLASSEN,

VOLKSSCHULABTEILUNGEN) MIT DEUTSCHER UND SLOWENISCHER

UNTERRICHTSSPRACHE

im Sinne des Paragraph 12, Litera b, des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten, Bundesgesetzblatt Nr. 101 aus 1959,

ERSTER TEIL

ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL

Die Volksschule hat - wie alle österreichischen Schulen - im Sinne des Paragraph 2, des Schulorganisationsgesetzes die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.

Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herangebildet werden. Sie sollen zu selbstständigem Urteil und sozialem Verständnis geführt, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen, sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen und in Freiheits- und Friedensliebe an den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit mitzuwirken.

Humanität, Solidarität, Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein sind tragende und handlungsleitende Werte in unserer Gesellschaft. Auf ihrer Grundlage soll jene Weltoffenheit entwickelt werden, die vom Verständnis für die existenziellen Probleme der Menschheit und von Mitverantwortung getragen ist. Dabei hat der Unterricht aktiv zu einer den Menschenrechten verpflichteten Demokratie beizutragen sowie Urteils- und Kritikfähigkeit, Entscheidungs- und Handlungskompetenzen zu fördern.

Gemäß Paragraph 9, des Schulorganisationsgesetzes hat die Volksschule in der Vorschulstufe die Aufgabe, die Kinder im Hinblick auf die für die 1. Schulstufe erforderliche Schulreife zu fördern, wobei die soziale Integration behinderter Kinder zu berücksichtigen ist. In den darauf folgenden vier Schulstufen der Grundschule hat die Volksschule eine für alle Schülerinnen und Schüler gemeinsame Elementarbildung unter Berücksichtigung einer sozialen Integration von Kindern mit Behinderungen zu vermitteln.

Dabei soll den Kindern eine grundlegende und ausgewogene Bildung im sozialen, emotionalen, intellektuellen und körperlichen Persönlichkeitsbereich ermöglicht werden.

Ausgehend von den individuellen Voraussetzungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler, hat die Grundschule daher folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • Strichaufzählung
    Entfaltung und Förderung der Lernfreude, der Fähigkeiten, Interessen und Neigungen;
  • Strichaufzählung
    Stärkung und Entwicklung des Vertrauens der Schülerin bzw. des Schülers in seine eigene Leistungsfähigkeit;
  • Strichaufzählung
    Erweiterung bzw. Aufbau einer sozialen Handlungsfähigkeit (mündiges Verhalten, Zusammenarbeit, Einordnung, Entwicklung und Anerkennung von Regeln und Normen; Kritikfähigkeit);
  • Strichaufzählung
    Erweiterung sprachlicher Fähigkeiten (Kommunikationsfähigkeit, Ausdrucksfähigkeit);
  • Strichaufzählung
    Entwicklung und Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten, Einsichten und Einstellungen, die dem Erlernen der elementaren Kulturtechniken (einschließlich eines kindgerechten Umganges mit modernen Kommunikations- und Informationstechnologien), einer sachgerechten Begegnung und Auseinandersetzung mit der Umwelt sowie einer breiten Entfaltung im musisch-technischen und im körperlich-sportlichen Bereich dienen;
  • Strichaufzählung
    schrittweise Entwicklung einer entsprechenden Lern- und Arbeitshaltung (Ausdauer, Sorgfalt, Genauigkeit;
    Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme);
  • Strichaufzählung
    ausgehend von den eher spielorientierten Lernformen der vorschulischen Zeit zu bewusstem, selbstständigem, zielerreichendem Lernen hinführen.
Der umfassende Bildungsauftrag der Grundschule setzt sich die individuelle Förderung eines jeden Kindes zum Ziel. Dabei soll einerseits der individuellen Erziehungsbedürftigkeit und Bildsamkeit der Schülerinnen und Schüler entsprochen werden, andererseits bei allen Schülerinnen und Schülern eine kontinuierliche Lernentwicklung angebahnt werden. Damit soll die Grundschule die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen in den weiterführenden Schulen schaffen.
Darüber hinaus ist es das Bildungsziel des zweisprachigen Unterrichtes an Minderheiten-Volksschulen, den Schülerinnen und Schülern auf der kognitiven und emotionalen Ebene den Wert der Zweisprachigkeit
  • Strichaufzählung
    für die Bewältigung lebenspraktischer Erfordernisse,
  • Strichaufzählung
    für das Gelingen positiver Kommunikations- und Kooperationsprozesse in der individuellen Lebenswelt,
  • Strichaufzählung
    für die Verwirklichung persönlicher Beiträge zum friedlichen Zusammenleben der Volksgruppen
bewusst zu machen, sie zum Erwerb einer entsprechenden Sprachkompetenz zu motivieren, zum Abbau von Vorurteilen beizutragen und zur Anwendung von Sprachkenntnissen bei geeigneten Sprechanlässen anzuregen.
In der nur noch selten geführten Oberstufe (5. bis 8. Schulstufe) hat die Volksschule die Aufgabe, eine grundlegende Allgemeinbildung zu vermitteln sowie die Schülerinnen bzw. Schüler je nach Interesse, Neigung, Begabung und Fähigkeit für das Berufsleben und zum Übertritt in mittlere Schulen oder in höhere Schulen zu befähigen.

Volksschule als sozialer Lebens- und Erfahrungsraum

Die Schule ist ein vielfältiger Erfahrungs- und Handlungsraum für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern. Schulleben geht über den Unterricht weit hinaus. Neben sachlichem Lernen findet in der Schule immer auch soziales Lernen in unterschiedlichen Formen und Situationen statt. Dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen bzw. Kinder mit Behinderungen (Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf) sowie Kinder mit speziellen Bedürfnissen gemeinsam unterrichtet werden.

Die wohnortnahe Volksschule muss dem Kind Raum und Schutz gewähren, damit es Selbstwertgefühl entwickeln und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufbauen kann. Durch eine Situation gefühlsmäßiger Sicherheit und Entspanntheit wird einerseits schulisches Lernen begünstigt, andererseits wird aber auch soziales Verhalten positiv beeinflusst. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist das grundsätzlich wertschätzende Verhalten der Lehrerin bzw. des Lehrers jedem einzelnen Kind gegenüber. Ein Klima des Vertrauens, der Zuneigung, der Anerkennung und Offenheit begünstigt soziale Verhaltensformen der Kinder.

Die Volksschule soll den Kindern die Möglichkeit geben, ihre Bedürfnisse und Interessen unter Berücksichtigung anderer Personen wahrzunehmen und zu vertreten.

Konflikte, die sich aus dem Zusammenleben bzw. aus Interessenunterschieden ergeben, müssen frühzeitig zum Gegenstand gemeinsamer Reflexion gemacht werden; dabei wird die Schülerin bzw. der Schüler Mittel und Wege der Konfliktbewältigung kennen lernen.

Eine besondere sozialerzieherische Aufgabe erwächst der Grundschule dort, wo sie interkulturelles Lernen ermöglichen kann, weil Kinder mit deutscher und nichtdeutscher Muttersprache unterrichtet werden. Die Aspekte des interkulturellen Lernens unter besonderer Berücksichtigung des Kulturgutes der entsprechenden Volksgruppe werden im besonderen Maße in jenen Bundesländern zu verwirklichen sein, in denen Angehörige einer Volksgruppe bzw. österreichische und ausländische Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen Kulturgut sind insbesondere Aspekte wie Lebensgewohnheiten, Sprache, Brauchtum, Texte (zB Erzählungen, Märchen, Sagen), Tradition, Liedgut usw. aufzugreifen. Interkulturelles Lernen beschränkt sich nicht bloß darauf, andere Kulturen kennen zu lernen. Vielmehr geht es um das gemeinsame Lernen und das Begreifen, Erleben und Mitgestalten kultureller Werte. Aber es geht auch darum, Interesse und Neugier an kulturellen Unterschieden zu wecken, um nicht nur kulturelle Einheit, sondern auch Vielfalt als wertvoll erfahrbar zu machen.

Interkulturelles Lernen soll in diesem Zusammenhang einen Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis bzw. zur besseren gegenseitigen Wertschätzung, zum Erkennen von Gemeinsamkeiten und zum Abbau von Vorurteilen leisten. Querverbindungen zum didaktischen Grundsatz des sozialen Lernens und zum Unterrichtsprinzip Politische Bildung einschließlich Friedenserziehung sind sicherzustellen.

Eine günstige Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit und das Lernen der Kinder sind in hohem Maße von der Persönlichkeit der Lehrerin bzw. des Lehrers abhängig. Aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler befindet sich die Lehrerin bzw. der Lehrer in einer Vorbildrolle. Diese Rolle wird bestimmt durch Art und Fähigkeit der Lehrerin bzw. des Lehrers, der Schülerin bzw. dem Schüler offen zu begegnen. Sie bzw. er soll auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen, auftretende Schwächen mit Einfühlungsvermögen und Verständnis akzeptieren und an ihrer Behebung bewusst mitarbeiten. Darüber hinaus muss die Lehrerin bzw. der Lehrer durch ihr bzw. sein Verhalten Vorbild in Konfliktsituationen, Partner in mitmenschlichen Beziehungen sowie Helfer und Berater bei der Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten sein. Im täglichen Unterricht darf sich die Lehrerin bzw. der Lehrer nicht ausschließlich als Wissensvermittler und Belehrender, sondern auch als Lernender verstehen.

Nicht nur Lehrerverhalten, sondern auch bestimmte Rahmenbedingungen für Unterricht spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: kooperative Arbeitsformen, Abbau zu starker Lenkung, Einschränkung von Konkurrenzsituationen usw. Dadurch erfahren die Selbsttätigkeit und die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler eine besondere Förderung.

ZWEITER TEIL

ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

römisch eins. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR DIE GRUNDSCHULE

  1. Ziffer eins
    Art, Funktion und Gliederung des Lehrplanes nach
Lehrplan-Grundstufen

Der Lehrplan der Grundschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Dieser äußert sich in der allgemeinen Festlegung des Bildungsziels, der Bildungs- und Lehraufgaben und des Lehrstoffs für die einzelnen Unterrichtsgegenstände sowie der fächerübergreifenden Lernbereiche. Der Lehrplan bildet die Grundlage für die eigenverantwortliche Planung und Durchführung des Unterrichts durch die Lehrerin bzw. durch den Lehrer.

Gemäß Paragraph 12, Absatz 2, des Schulorganisationsgesetzes ist die Grundschule in der Grundstufe römisch eins mit einem getrennten Angebot von Vorschulstufe (bei Bedarf) sowie 1. und 2. Schulstufe oder mit einem gemeinsamen Angebot von Schulstufen der Grundstufe römisch eins zu führen.

Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist die Planungsgrundlage für die Arbeit in der Vorschulstufe der Lehrplan. Wegen des vielfältigen Förderauftrages und des kompensatorischen Charakters der Vorschulstufe wird im Lehrplan eine umfassende Aufgabenbeschreibung der vorschulischen Erziehung vorgenommen.

Er ist als Planungskonzept angelegt, das der Lehrerin bzw. dem Lehrer in der Auswahl der Aufgaben und Inhalte ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Kinder und die besonderen Gegebenheiten in der jeweiligen Vorschulklasse bzw. bei gemeinsamer Führung von Schulstufen der Grundstufe römisch eins ermöglicht. Es ist im Sinne dieser Lehrplankonzeption, dass ein Durchlaufen des gesamten Vorschulstufenlehrplanes für in diese Schulstufe aufgenommene Kinder nicht zwingend erforderlich ist.

In der Grundstufe römisch eins sind der Lehrplan der Vorschulstufe und der Lehrplan der darauf folgenden 1. und 2. Schulstufen so aufeinander abgestimmt, dass ein Wechsel gemäß Paragraph 17, Absatz 5, des Schulunterrichtsgesetzes während des Unterrichtsjahres ermöglicht wird, um eine Über- oder Unterforderung auszuschließen. Ein solcher Wechsel der Schulstufe kann erst nach dem Ausschöpfen dieser in den Lehrplanstufen vorgesehenen Möglichkeiten erfolgen. Bei der Unterrichtsplanung gemäß Ziffer 5 ist dies entsprechend zu berücksichtigen.

Die Neuordnung des Schuleingangsbereiches soll auch der Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern dienen, indem diese von der 1. in die 2. Schulstufe wechseln können.

Mit dem allgemeinen Bildungsziel und den Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände ist der Lehrplan zielorientiert. Der Lehrstoff der einzelnen Unterrichtsgegenstände deckt den Inhaltsaspekt des Unterrichts ab. Die allgemeinen didaktischen Grundsätze und die den einzelnen Unterrichtsgegenständen zugeordneten didaktischen Grundsätze geben Leitlinien für unterrichtliches Entscheiden und Handeln.

Für Sachbegegnung, Verkehrserziehung, Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben, Mathematische Früherziehung, Singen und Musizieren, Rhythmisch-musikalische Erziehung, Bildnerisches Gestalten, Werkerziehung, Leibesübungen und Spiel gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, Sechster Teil, und für Sachunterricht, Mathematik, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Schreiben, Technisches Werken, Textiles Werken und Leibesübungen gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, Siebenter Teil, mit der Maßgabe, dass dieser Unterricht auf der Vorschulstufe sowie auf den ersten vier Schulstufen gemäß dem Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten in annähernd gleichem Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache zu erteilen ist.

Der Lehrstoff ist im Lehrplan in zwei Spalten dargestellt: In der linken Spalte wird die stoffliche Grobstruktur angegeben und dadurch die inhaltliche Linienführung eines Unterrichtsgegenstandes verdeutlicht. In der rechten Spalte wird die Grobstruktur modellhaft konkretisiert, sehr oft beispielhaft interpretiert.

Der Lehrplan umfasst

  • Strichaufzählung
    Allgemeines Bildungsziel,
  • Strichaufzählung
    Allgemeine Bestimmungen einschließlich der Unterrichtsprinzipien,
  • Strichaufzählung
    Allgemeine didaktische Grundsätze,
  • Strichaufzählung
    Stundentafel,
  • Strichaufzählung
    Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoff und didaktische Grundsätze der Unterrichtsgegenstände.
Zur leichteren Lesbarkeit des Lehrplanes wurde die unten folgende Gliederung vorgenommen, bei der zunächst die primär für die Vorschulstufe geltenden Bestimmungen aufscheinen. Wegen der notwendigen Vernetzung aller für die Grundschule geltenden Lehrplanteile sind selbstverständlich auch jene Bestimmungen, die schwerpunktmäßig für die Grundstufe römisch zwei gelten, zu beachten.
Grundsätzlich werden die je einem Schuljahr entsprechenden Schulstufen im Lehrplan der Volksschule (Grundschule) zu zwei Grundstufen zusammengefasst, und zwar so, dass sich die Grundstufe römisch eins über die Vorschulstufe sowie die erste und zweite Schulstufe, die Grundstufe römisch zwei über die dritte und vierte Schulstufe erstreckt. Die Grundstufe römisch eins und die Grundstufe römisch zwei bilden die Grundschule.
Innerhalb einer Grundstufe sind die im Lehrplan angegebenen Jahresziele als Richtmaß anzusehen. Die Zusammenfassung von Schulstufen zu Lehrplan-Grundstufen ermöglicht die Verlängerung der Lernzeit durch einen sich über zwei bzw. mehrere Unterrichtsjahre erstreckenden Zeitraum, wenn dies aus didaktischen Gründen erforderlich ist.
Zum Schuleingangsbereich vergleiche auch Punkt 11 und zur Volksschuloberstufe Punkt römisch zwei.

  1. Ziffer 2
    Zur Organisation der Grundstufe römisch eins - Wechsel der Schulstufen
Die Grundschule ist gemäß Paragraph 12, des Schulorganisationsgesetzes in der Grundstufe römisch eins
  • Strichaufzählung
    mit einem getrennten Angebot von Vorschulstufe (bei Bedarf) sowie der 1. und 2. Schulstufe oder
  • Strichaufzählung
    mit einem gemeinsamen Angebot von Schulstufen der Grundstufe römisch eins zu führen.
Bei gemeinsamer Führung von Schulstufen der Grundstufe römisch eins gibt es zB folgende Möglichkeiten:
  • Strichaufzählung
    Vorschulstufe gemeinsam mit der 1. Schulstufe,
  • Strichaufzählung
    Vorschulstufe gemeinsam mit der 1. und 2. Schulstufe,
  • Strichaufzählung
    1. und 2. Schulstufe.
In der Grundstufe römisch eins sind erforderlichenfalls der Lehrplan der Vorschulstufe und der Lehrplan der darauf folgenden 1. und 2. Schulstufen aufeinander abgestimmt einzusetzen.
Wechsel der Schulstufen gemäß Paragraph 17, des Schulunterrichtsgesetzes.
Der Zeitpunkt des Wechselns von Schulstufen wird von der individuellen Entwicklung des einzelnen Kindes bestimmt. Bevor ein Wechsel von Schulstufen vorgenommen wird, sind alle Förder- bzw. Differenzierungsmaßnahmen auszuschöpfen. Ein Wechsel der Schulstufe bezieht sich auf alle verbindlichen Übungen bzw. Pflichtgegenstände. Dieser Wechsel ist unabhängig von der Organisationsform zu gewährleisten und hat somit entsprechende Konsequenzen für die Unterrichtsplanung und -gestaltung, sowie auf die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten im Sinne des Paragraph 19, Absatz 4, des Schulunterrichtsgesetzes.

  1. Ziffer 3
    Verbindliche Übungen auf der Vorschulstufe
Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist der Lehrstoff der Vorschulstufe im Lehrplan nach verbindlichen Übungen gegliedert. Diese Gliederung der Lehrplanangebote in verbindliche Übungen und deren weitere Untergliederung in Teilbereiche weist die Lehrerin bzw. den Lehrer auf die Vielseitigkeit der Aufgaben hin und zielt auf die Ausgewogenheit des Bildungsangebotes ab.
Bei der Arbeit in der Vorschulstufe ist von einer strengen Scheidung des Lehrstoffes nach verbindlichen Übungen Abstand zu nehmen, vielmehr ist deren enge Verklammerung sicherzustellen. Die konkrete Lernsituation hat auf die schulischen und außerschulischen Erlebnisse, Erfahrungen und Interessen der Kinder Bezug zu nehmen. Lernanlässe ergeben sich aus kindnahen Sach- und Lebensbereichen.

  1. Ziffer 4
    Gliederung der Bildungsangebote nach Unterrichtsgegenständen -
Dauer unterrichtlicher Einheiten
Auf Grund der Paragraphen 6 und 10 des Schulorganisationsgesetzes ist der Lehrstoff der Grundschule nach Unterrichtsgegenständen gegliedert, denen in den Stundentafeln Zeitrichtwerte zugeordnet werden. Damit ist die Lehrerin bzw. der Lehrer verpflichtet, den Kindern Bildungsangebote aus allen angeführten Lernbereichen zu machen. Dem Wesen des Grundschulunterrichts entspricht es, eine strenge Scheidung des Lehrstoffs nach Unterrichtsgegenständen zu vermeiden. Dies ist schon deshalb nötig, weil der Unterricht in der Grundschule - besonders auf der Grundstufe römisch eins - womöglich von den Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen der Kinder ausgeht oder diese zumindest einbezieht. Somit sind die Lernanlässe oft situationsorientiert und fachübergreifend. Auf der Grundstufe römisch zwei wird sich der Unterricht in größerem Ausmaß an den Eigengesetzlichkeiten bestimmter Lernbereiche orientieren.
Die Dauer unterrichtlicher Einheiten in der Grundschule orientiert sich vor allem an der Konzentrations- und Lernfähigkeit der Kinder und hängt von der jeweiligen Lehraufgabe und vom Lehrstoff ab. Sie wird sich deshalb - mit Ausnahme von raum- bzw. personengebundenem Unterricht (zB Leibesübungen, Technisches Werken, Textiles Werken) - im Allgemeinen nicht an der schulorganisatorischen
Zeiteinheit “Unterrichtsstunde” orientieren. Im Stundenplan ist daher nur der raum- bzw. personengebundene Unterricht auszuweisen.
Darüber hinaus ist grundsätzlich für ein entsprechendes Ausmaß an täglicher Bewegungszeit für die Kinder zu sorgen.
Die unverbindliche Übung Lebende Fremdsprache ist auf der 1. und 2. Schulstufe der Grundstufe römisch eins integrativ zu führen (in kürzeren Einheiten fächerübergreifend). Auf der Grundstufe römisch zwei kann die unverbindliche Übung Lebende Fremdsprache im Rahmen der in der Stundentafel vorgesehenen Wochenstunden in längeren Unterrichtseinheiten bzw. integrativ geführt werden.

  1. Ziffer 5
    Unterrichtsplanung
Im Sinne des Paragraph 17, Absatz eins, des Schulunterrichtsgesetzes ist unterrichtliches Planen Ausdruck der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin bzw. des Lehrers.
Der Lehrplan dient der Lehrerin bzw. dem Lehrer bei der Planung als Grundlage für
  • Strichaufzählung
    die Konkretisierung des allgemeinen Bildungsziels, der besonderen Bildungsaufgaben und fachübergreifenden Lernbereiche sowie der Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände;
  • Strichaufzählung
    die Konkretisierung und Auswahl der Lehrstoffe;
  • Strichaufzählung
    die zeitliche Verteilung und Gewichtung der Ziele und Lehrstoffe;
  • Strichaufzählung
    die Festlegung der Methoden (Unterrichtsgliederung, Sozial- und Arbeitsformen, Projekte, Differenzierungsmaßnahmen und Ähnliches) und Medien des Unterrichts.
Jede Lehrerin bzw. jeder Lehrer hat der Arbeit eine Planung zu Grunde zu legen, welche kontinuierlich zu entwickeln ist. Angebotene Jahrespläne dienen der Lehrerin bzw. dem Lehrer als Hilfe für diese Planungsentscheidungen.
Jede Lehrerin bzw. jeder Lehrer hat bei der unterrichtlichen Arbeit (auch für den slowenischsprachigen Teil des Unterrichts) von einer Jahresplanung auszugehen, die eine Konkretisierung des Lehrplanes für die jeweilige Schulstufe oder Lerngruppe und Schulsituationen bezogen auf ein Unterrichtsjahr, darstellt. Die Arbeit mit dem Lehrbuch ist dieser Konzeption unterzuordnen.
Die Planung der Jahresarbeit auf der Vorschulstufe verlangt von der Lehrerin bzw. vom Lehrer besondere Überlegungen hinsichtlich flexibler Gestaltung von Lernsituationen und individueller Fördermaßnahmen. In dieser Planung sind sowohl die Inhalte der einzelnen verbindlichen Übungen aufzunehmen, die allen Kindern angeboten werden sollen, als auch die speziellen Lernangebote zur differenzierenden und individualisierenden Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler bzw. Schülergruppen. Hierbei ist auf die Bedeutung der Sprachförderung ausreichend Bedacht zu nehmen.
Im Jahresplan erfolgt ab Beginn des Schuljahres eine erste vorläufige zeitliche Anordnung der Lehrstoffe, und zwar nach Gegebenheiten des Jahreskreises, unter Berücksichtigung der regionalen und örtlichen Bedingungen, hinsichtlich der Möglichkeit von Querverbindungen zwischen verschiedenen Unterrichtsgegenständen (vorfachlicher, fachübergreifender Unterricht), nach vorgesehenen Schulveranstaltungen usw. sowie nach sachlogischen bzw. lehrgangsmäßigen Gesichtspunkten gemäß der Stoffstrukturen. Für Übung, Wiederholung, freies Lernen, Spiel und Feier usw. ist bereits bei der Jahresplanung ein entsprechender Zeitrahmen vorzusehen. Aktuelle Ereignisse und Lernanlässe sind im Sinne des Gelegenheitsunterrichts aufzugreifen. Der Grundschule ist damit mehr Möglichkeit gegeben, Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder zu sein. Die klassenbezogene Jahresplanung soll während des Schuljahres durch mittelfristige Planungen ergänzt werden.
Diese sollen auch die aktuellen Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und ihnen ein dem Alter und der Entwicklung entsprechendes Maß an Mitbestimmung ermöglichen können. Hier bieten sich ua. auch Formen des offenen Unterrichts an. Angebotene regionale Jahrespläne (auch für den slowenischsprachigen Teil des Unterrichts) können der Lehrerin bzw. dem Lehrer als Hilfe für seine Planungsentscheidungen dienen.

  1. Ziffer 6
    Lernen und Lehren in der Grundschule

  1. Litera a
    Lernorganisation auf der Vorschulstufe
Bei der Planung und Gestaltung des Schultages ist auf eine entsprechende Rhythmisierung zu achten. Dabei ist auf den Wechsel der Lernbereiche, der individuellen und sozialen Lernphasen (Wechsel der Sozialformen) und der Arbeits- und Pausenzeiten Bedacht zu nehmen.
Innerhalb und in der Wechselwirkung der Lernbereiche ist auf Ausgewogenheit der kognitiven, affektiven und psychomotorischen Lerndimension zu achten.
Auf Grund der besonderen psychischen und sozialen Situation der Kinder der Vorschulstufe beginnt der Schultag insbesondere in den ersten Monaten des Unterrichtsjahres mit einer Phase freien Spielens. Bei der Dauer der Lernphasen sowie beim Übergang zu neuen Aktivitäten ist auf die Belastbarkeit der Kinder bzw. auf die Einplanung von entsprechend gestalteten Erholungsphasen Rücksicht zu nehmen. Der Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit eines Schultages ist für die Kleingruppenaktivitäten vorzusehen; dies ermöglicht den Kindern die Betätigung in unterschiedlichen Lernbereichen sowie ein Nebeneinander von verschiedenen didaktischen Grundformen (Arbeit und Spiel). Kleingruppenaktivitäten stellen eine besonders geeignete Form der Aktivierung und Motivierung der Schülerinnen und Schüler dar und bieten der Lehrerin bzw. dem Lehrer Gelegenheit zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern.
Für die Durchführung der Kleingruppenaktivitäten, aber auch für gemeinsames Tun der Klasse (Gruppe) kommt der Einrichtung und Gestaltung des Raumes - auch im Hinblick auf das Bewegungsbedürfnis der Kinder - besondere Bedeutung zu. Durch eine entsprechende Ausstattung wird der Klassenraum zu einer kindgemäßen Lern- und Lebensstätte. Dafür ist eine Aufgliederung in Spiel-, Bau- und Leseecke mit den entsprechenden Spiel- und Arbeitsmitteln zweckmäßig. Gezielte Förderungsmaßnahmen dürfen grundsätzlich nicht zu Leistungsdruck und Überforderung führen. Dies erfordert genaue Beobachtung und setzt bei der Lehrerin bzw. beim Lehrer großes Verständnis für kognitive, physische, emotionale und soziale Belastbarkeit der Kinder voraus. Hausaufgaben sind auf dieser Stufe nicht zu geben.
Zum Beobachten, Erkunden und Klären von Sachverhalten kommt den unmittelbaren Begegnungen mit der Wirklichkeit insbesondere mit der Begegnung der deutschen und slowenischen Sprache im täglichen Leben auch außerhalb des Schulhauses besondere Bedeutung zu; in diesem Zusammenhang kommt den Lehrausgängen großes Gewicht zu.

  1. Litera b
    Lernformen
Um den Unterricht in der Grundschule kindgemäß, lebendig und anregend zu gestalten, soll die Lehrerin bzw. der Lehrer verschiedene Lernformen ermöglichen. Ausgehend von den eher spielorientierten Lernformen der vorschulischen Zeit soll zu bewusstem, selbstständigem, zielorientiertem Lernen hingeführt werden. Dieses Lernen kann durch folgende grundschulgemäße Formen gefördert werden:
  • Strichaufzählung
    Lernen im Spiel,
  • Strichaufzählung
    offenes Lernen,
  • Strichaufzählung
    projektorientiertes Lernen,
  • Strichaufzählung
    entdeckendes Lernen,
  • Strichaufzählung
    informierendes Lernen,
  • Strichaufzählung
    wiederholendes und übendes Lernen
    ua. mehr.

  1. Litera c
    Lerngesetzmäßigkeiten und Lerntechniken
Bei der Planung und Organisation von Lernprozessen sollen für das Lernen in der Schule relevante Erkenntnisse der Lernforschung Berücksichtigung finden. Lern- und Arbeitstechniken sind situationsbezogen zu vermitteln und einzuüben.

  1. Litera d
    Moderne Kommunikations- und Informationstechniken (Einsatz nach Maßgabe der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten an der Schule)
Die Möglichkeiten des Computers sollen zum selbstständigen, zielorientierten und individualisierten Lernen und zum kreativen Arbeiten genutzt werden. Der Computer kann dabei eine unmittelbare und individuelle Selbstkontrolle der Leistung ermöglichen. Beim praktischen Einsatz des Computers im Unterricht ist auf den möglichst unkomplizierten und einfachen Zugang für die Schülerinnen und Schüler zu achten. Dies wird durch den integrativen Einsatz des Computers im Klassenzimmer in der Regel besser erreicht als durch die Benutzung zentraler Computerräume. Ergonomische Gesichtspunkte sind zu beachten.

  1. Litera e
    Zwei Lehrerinnen bzw. Lehrer in einer Klasse
In Klassen, in welchen zum zweisprachigen Unterricht angemeldete Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit nicht angemeldeten Schülerinnen und Schülern unterrichtet werden, wird der Unterricht - auch zeitlich begrenzt - von zwei Lehrerinnen bzw. Lehrern gemeinsam gestaltet.
Dadurch kann sichergestellt werden, dass unter Bedachtnahme auf die individuellen Lernvoraussetzungen (siehe 1. didaktischer Grundsatz “Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen”) alle Schülerinnen und Schüler eine optimale Förderung erhalten.
Die inhaltliche und zeitliche Verteilung der Aufgaben im Lehrerteam orientiert sich in den einzelnen Unterrichtsphasen zB an der Lehrabsicht, der Anzahl der zum zweisprachigen Unterricht angemeldeten Schülerinnen und Schülern sowie deren Sprachkompetenz in Slowenisch mit der Maßgabe, dass der Unterricht für die zum zweisprachigen Unterricht angemeldeten Schülerinnen und Schülern insgesamt in annähernd gleichem Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache erfolgt.
In der Zeit, in der für die zum zweisprachigen Unterricht angemeldeten Schülerinnen und Schüler der Unterricht durch die zweisprachige Lehrerin bzw. den zweisprachigen Lehrer in slowenischer Sprache gestaltet wird, erfolgt für die nicht zum zweisprachigen Unterricht angemeldeten Schülerinnen und Schüler der Unterricht durch die Teamlehrerin bzw. den Teamlehrer in deutscher Sprache.
Darüber hinaus ermöglicht die Anwesenheit der Teamlehrerin bzw. des Teamlehrers auch flexible Gruppenbildungen, wobei in diesen Unterrichtsphasen die Sprachzugehörigkeit nicht als Differenzierungskriterium gelten kann. Die Zusammensetzung der Gruppen kann durch Interesse, Selbsteinschätzung, unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Freundschaftsbeziehungen, Lerntempo usw. sowie durch methodische Überlegungen bestimmt werden.
In Klassen, wo beide Lehrerinnen bzw. Lehrer die gesamte Unterrichts- und Erziehungsarbeit gemeinsam leisten, haben sie die Aufgaben des klassenführenden Lehrers gemeinsam wahrzunehmen. Diese kooperative Führung der Klasse umfasst vor allem die Koordination der Erziehungsarbeit, die Abstimmung der Unterrichtsarbeit auf die Leistungssituation der Klasse und die Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler, die Beratung der Schülerinnen und Schüler in unterrichtlicher und erzieherischer Hinsicht, die Pflege der Verbindung zwischen Schule und Erziehungsberechtigten, die Wahrnehmung der erforderlichen organisatorischen Aufgaben sowie die Führung von Amtsschriften.
Hinsichtlich der verschiedenen quantitativen, qualitativen und methodischen Differenzierungsmaßnahmen wird auch auf die didaktischen Grundsätze (Punkt 7) verwiesen.
Das kooperative Zusammenwirken des Lehrerteams hat insbesondere unter den Gesichtspunkten zu erfolgen,
  • Strichaufzählung
    dass momentan auftretenden Lernschwierigkeiten und Lernproblemen bei Schülerinnen bzw. Schülern umgehend durch Lehrerintervention begegnet werden kann;
  • Strichaufzählung
    dass die Lernwege bzw. Lernprozesse der Kinder gesteuert, genau beobachtet und protokolliert werden können;
  • Strichaufzählung
    dass durch individuelle Hilfestellung und Beratung durch die Lehrerin bzw. den Lehrer die Eigenaktivität (selbstständiges Lernen) der Schülerinnen bzw. Schüler gefördert wird;
  • Strichaufzählung
    dass gegenstandsspezifische Lern- und Arbeitsformen vermittelt werden können;
  • Strichaufzählung
    dass die verschiedenen Schülergruppen bei ihrer Arbeit jederzeit Hilfe und Beratung anfordern können;
  • Strichaufzählung
    dass bei Bedarf zeitlich begrenzt auch mit nur einem Kind gearbeitet werden kann (Intensivförderung);
  • Strichaufzählung
    dass Kinder ihrer individuellen Lernfähigkeit entsprechend gefördert werden können;
  • Strichaufzählung
    dass gelegentlich auftretende Störungen des Unterrichts leichter bewältigt werden können;
    uam.
Diese Art der Unterrichtsgestaltung macht es erforderlich, dass es hinsichtlich der Unterrichtsplanung und der Unterrichtsführung zu regelmäßigen Absprachen sowie zur Reflexion über den Unterricht im Lehrerteam kommt.

  1. Litera f
    Klassenübergreifende und gemeinschaftsfördernde Maßnahmen
Zum Zwecke des gegenseitigen Verständnisses, der gegenseitigen sprachlichen und kulturellen Wertschätzung und des Abbaues von Vorurteilen sollen besondere Maßnahmen wirksam werden.
An allen Schulen, an welchen neben zweisprachig geführten Klassen auch deutschsprachige Klassen geführt werden, sind klassenübergreifende, gemeinschaftsfördernde Maßnahmen vorzusehen.
Im Sinne des interkulturellen und sozialen Lernens sind unverbindliche Übungen sowie verschiedene Unterrichtsprojekte grundsätzlich klassen- bzw. schulstufenübergreifend anzubieten und durchzuführen.
Die im Volksschullehrplan angesprochenen kindgemäßen Lernformen (Lernen im Spiel, offenes Lernen, projektorientiertes Lernen usw.) ermöglichen darüber hinaus vielfältige klassen- bzw. schulstufenübergreifende Aktivitäten.
Die genannten Maßnahmen sollen sicherstellen, dass auch jene einsprachigen Kinder, die keinen unterrichtsbedingten Kontakt mit zweisprachigen Kindern haben, regelmäßig in der Schule gemeinsam tätig sein können.
Diese gemeinsamen Aktivitäten dürfen zu keiner Verkürzung des zweisprachigen Unterrichtes führen.

  1. Ziffer 7
    Integration
Zu einer körperlichen bzw. geistigen Behinderung kommen häufig gesellschaftliche Benachteiligungen, wie etwa Vorurteile, Unwissenheit, unangemessenes Mitleid, Unverständnis und Berührungsängste. Die Solidarität mit Behinderten zu fördern und ein gemeinsames Aufwachsen im Wohnort zu ermöglichen, sind Anliegen der sozialen Integration. Die Schule wird somit zum Begegnungsort behinderter und nichtbehinderter Kinder. Im Vordergrund steht die soziale Integration der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Gemeinschaft der Gleichaltrigen. Wesentlich für das Gelingen von sozialer Integration ist auch die Einbeziehung und Information aller Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler der Klasse.
In der Regel wird der Lehrplan der Grundschule den Ausgangspunkt der Lernplanung bilden. Beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern können sowohl der Lehrplan der Grundschule als auch der Lehrplan einer Sonderschule - auch unterschiedlicher Schulstufen - insgesamt oder für einzelne Unterrichtsgegenstände zur Anwendung kommen und somit die Grundlage für die Unterrichtsplanung bilden. Maßgeblich dafür sind die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und ihre spezifischen Bedürfnisse, um eine Über- oder Unterforderung auszuschließen.
Der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfes während des Unterrichtsjahres hat das Ausschöpfen aller zur Verfügung stehenden Fördermaßnahmen voranzugehen. Schulische Integration ist ein Entwicklungsprozess, der von den Lehrerinnen und Lehrern Offenheit für geänderte Unterrichtssituationen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit (gemeinsame Planung; Abstimmung der Ziele und methodisch-didaktischen Maßnahmen im Unterricht; gemeinsame Verantwortung für alle Kinder) verlangt. Integrativer Unterricht bietet aber auch Gelegenheit, neue Wege des schulischen Lernens zu gehen und jene Unterrichtsqualitäten zu entwickeln, die in Zukunft im Sinne des lebensbegleitenden Lernens an Bedeutung gewinnen werden.
Der Rahmencharakter der Lehrpläne für die Grundschule (Volksschule, Sonderschule) eröffnet die Möglichkeit auf unterschiedliche Situationen hilfreich, ermutigend und individualisierend einzugehen, um bei der Leistungsfeststellung die Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstwertgefühl, ihrem Selbstvertrauen und in ihrer Erfolgszuversicht zu stärken.

  1. Ziffer 8
    Unterrichtsprinzipien
Der Schule sind viele Bildungs- und Erziehungsaufgaben gestellt, die nicht einem Unterrichtsgegenstand oder wenigen Unterrichtsgegenständen zugeordnet werden können, sondern nur fächerübergreifend im Zusammenwirken vieler oder aller Unterrichtsgegenstände zu bewältigen sind. Kennzeichnend für diese Bildungs- und Erziehungsaufgaben ist, dass sie in besonderer Weise die Grundsätze der Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit und die Konzentration der Bildung berücksichtigen; kennzeichnend für sie ist ferner, dass sie nicht durch Lehrstoffangaben allein beschrieben werden können, sondern als Kombination stofflicher, methodischer und erzieherischer Anforderungen zu verstehen sind; und schließlich, dass sie unter Wahrung ihres interdisziplinären Charakters jeweils in bestimmten Unterrichtsgegenständen oder Teilen von Unterrichtsgegenständen einen stofflichen Schwerpunkt besitzen.
Als solche Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die
auch “Unterrichtsprinzipien” genannt werden, sind aufzufassen:
  • Strichaufzählung
    Gesundheitserziehung,
  • Strichaufzählung
    Leseerziehung,
  • Strichaufzählung
    Medienerziehung,
  • Strichaufzählung
    Musische Erziehung,
  • Strichaufzählung
    Politische Bildung (einschließlich Friedenserziehung),
  • Strichaufzählung
    Interkulturelles Lernen,
  • Strichaufzählung
    Sexualerziehung,
  • Strichaufzählung
    Sprecherziehung,
  • Strichaufzählung
    Erziehung zum Umweltschutz,
  • Strichaufzählung
    Verkehrserziehung,
  • Strichaufzählung
    Wirtschaftserziehung (einschließlich Sparerziehung und Konsumentenerziehung),
  • Strichaufzählung
    Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern.
Die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien im Schulalltag erfordert eine wirksame Koordination der Unterrichtsgegenstände unter Ausnützung ihrer Querverbindungen, den Einsatz geeigneter zusätzlicher Unterrichtsmittel und allenfalls die gelegentliche Heranziehung außerschulischer Fachleute. Für diese Umsetzung bieten sich vor allem projektorientierter Unterricht und Formen offenen Unterrichts an. Die Unterrichtsprinzipien sollten jedoch nicht eine Vermehrung des Lehrstoffs bewirken, sondern zu einer intensiven Durchdringung und gezielten Auswahl des im Lehrplan beschriebenen Lehrstoffs beitragen. Unterrichtsprinzipien bleiben auch gleichbedeutend, wenn in bestimmten Schulstufen zur selben Thematik eigene Unterrichtsgegenstände geführt werden.

  1. Ziffer 9
    Entscheidungsfreiräume im Lehrplan - Methodenfreiheit und Methodengerechtheit
Der Rahmencharakter des Lehrplanes ermöglicht der Lehrerin bzw. dem Lehrer Entscheidungsfreiräume hinsichtlich der Auswahl und Gewichtung, der zeitlichen Verteilung, der Konkretisierung und Strukturierung der Lehrstoffe sowie hinsichtlich der Festlegung der Unterrichtsmethoden und -mittel nach verschiedenen didaktischen Gesichtspunkten. Durch die Anwendung von Lehrplanteilen verschiedener Schulstufen bzw. von Lehrplänen verschiedener Schularten (Volksschule, Sonderschule) gemäß Paragraph 17, Absatz 4, des Schulunterrichtsgesetzes erwächst der Lehrerin bzw. dem Lehrer eine verantwortungsvolle Aufgabe zur Sicherung der Kontinuität der individuellen Lernentwicklung.
Aus der Entscheidungsfreiheit der Lehrerin bzw. des Lehrers hinsichtlich der Unterrichtsarbeit erwächst die pädagogische und didaktische Verantwortung. Wahl und Anwendung von Unterrichtsmethoden sind zudem eine schöpferische Leistung.
Für die Auswahl und Gewichtung der Lehrstoffe innerhalb der einzelnen Pflichtgegenstände, verbindlichen und unverbindlichen Übungen ist Ausgewogenheit anzustreben; soziale, emotionale, intellektuelle und körperliche Bildung stehen in engem Zusammenhang und sind daher entsprechend zu berücksichtigen. Außerdem sollen bei der Auswahl und Gewichtung der Lehrstoffe und Unterrichtsmittel beachtet werden:
  • Strichaufzählung
    die Berücksichtigung des Lernstandes der Klasse im Allgemeinen sowie einzelner Schülerinnen und Schüler im Besonderen;
  • Strichaufzählung
    die Berücksichtigung des sozialen und kulturellen Umfeldes des Kindes und der Schule sowie aktueller Anlässe;
  • Strichaufzählung
    das Vermeiden von Überlastungen bzw. Überforderungen der Schülerin bzw. des Schülers durch zu umfangreiche, verfrühte oder zu komprimierte Anforderungen, die sowohl der notwendigen Vertiefung und Verinnerlichung von Lern- und Bildungsinhalten als auch einer ausgewogenen Persönlichkeitsentwicklung hinderlich sind;
  • Strichaufzählung
    die Berücksichtigung exemplarischer Lehrstoffe, das heißt solcher Inhalte, die in besonderer Weise geeignet erscheinen, grundlegende und bedeutsame Einsichten und Erkenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, Erfahrungen und Erlebnisse auf andere Sachverhalte zu übertragen;
  • Strichaufzählung
    das Nutzen moderner Kommunikations- und Informationstechniken (nach Maßgabe der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten an der Schule).

  1. Ziffer 10
    Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten, schulischen und
außerschulischen Einrichtungen
Im Hinblick auf die vielfältigen Aufgaben der Grundschule ist der enge Kontakt zwischen Lehrerin bzw. Lehrer und Eltern besonders wichtig. Lehrerinnen bzw. Lehrer und Eltern sollten insbesondere über Maßnahmen beraten, die erforderlich sind, um eine bestmögliche Förderung der Kinder sicherzustellen. Diese Zusammenarbeit wird in besonderem Maße gefördert, wenn die Eltern auch an der Gestaltung schulischer Aktivitäten mitwirken.
Aber auch die enge Wechselwirkung von schulischem und außerschulischem Lernen macht eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten erforderlich. Je konsequenter die gegenseitige Information wahrgenommen wird, desto leichter wird es gelingen, Unterschiede in den Erziehungsformen der Schule und jenen des Elternhauses zu erkennen und pädagogische Maßnahmen zu überlegen.
Der Lehrerin bzw. dem Lehrer fällt auch die Aufgabe zu, die Erziehungsberechtigten nicht nur über Inhalte und Gestaltung des Unterrichts, sondern auch über den individuellen Leistungsstand ihres Kindes zu informieren.
Hiebei hat die Lehrerin bzw. der Lehrer besonders in der Vorschulstufe die Eltern über Maßnahmen zu beraten, die die Gesamtentwicklung des Kindes fördern.
Bei der gemeinsamen Führung von Schulstufen der Grundstufe römisch eins sind erforderlichenfalls der Lehrplan der Vorschulstufe und der Lehrplan der darauf folgenden höheren Schulstufen der Grundschule flexibel bzw. individuell auszuschöpfen. Das erfordert einen intensiven Kontakt zu Eltern und Erziehungsberechtigten, im Besonderen, wenn ein Kind für das Durchlaufen der Grundstufe römisch eins drei Jahre benötigt. Durch die Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Lehrern und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten können unterschiedliche Erwartungen und Anforderungen an das Kind durchschaubar und daraus resultierende Belastungen reduziert werden. Für die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Lehrerin bzw. des Lehrers kann es eine große Hilfe sein, wenn die Erziehungsberechtigten Aufschlüsse über das Kind geben.
Für die individuelle Förderung der Kinder in der Vorschulstufe sowie in den weiteren Schulstufen der Grundschule ist auch die Kooperation der Lehrerin bzw. des Lehrers mit anderen Einrichtungen erforderlich. Besonders wichtig ist die Kontaktnahme mit dem Kindergarten und der 1. Schulstufe der Grundschule. Darüber hinaus ist auch die Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer mit anderen Einrichtungen vorteilhaft vergleiche hiezu auch die Ziffern 11 und 12).
Wertvolle Hilfestellung kann durch den schulpsychologischen Dienst, die Schulärztin bzw. den Schularzt und allenfalls weiteren in der Klasse beschäftigten Lehrerinnen und Lehrern sowie gegebenenfalls durch Sonderpädagogische Zentren usw. erfolgen.

  1. Ziffer 11
    Schuleintritt
Einer pädagogischen Gestaltung der Schuleingangsphase kommt besondere Bedeutung zu. In Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und vorschulischen Institutionen soll der Schuleintritt möglichst harmonisch erfolgen.
In den ersten Schultagen und Schulwochen erwirbt das Kind wichtige Orientierungen für künftiges Leben und Lernen. Das Kind soll Zeit und Gelegenheit haben, seine Mitschülerinnen und Mitschüler kennen zu lernen und zu ihnen wie zur Lehrerin bzw. zum Lehrer positive Kontakte herzustellen. Es soll mit dem Schulhaus und der Zeiteinteilung in der Schule vertraut werden.
Diese ersten schulischen Erfahrungen entscheiden mit darüber, ob sich die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft eines Kindes entsprechend entwickeln können. Es ist daher darauf zu achten, dass zunächst die dem Kind bekannten und vertrauten Formen des täglichen Lebens, der Sprache, des Spielens und des häufig eher zufälligen Lernens von der Schule aufgenommen werden. Allmählich und behutsam sind diese Formen zu eher zielorientierten Lernformen zu erweitern. Die bereits angeführten Möglichkeiten des Ausschöpfens des Rahmencharakters des Lehrplanes der Vorschulstufe einerseits und der darauf folgenden Schulstufen andererseits dienen insbesondere der Vermeidung von Über- bzw. Unterforderungen beim Wechsel von Schulstufen gemäß Paragraph 17, Absatz 5, des Schulunterrichtsgesetzes. Anzustreben ist eine sachbezogene Arbeitshaltung, die unter anderem durch Genauigkeit, Sorgfalt und Ausdauer gekennzeichnet ist, die aber auch Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme mit einschließt.
Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass es nicht durch ein zu rasches Ansteigen der Lernanforderungen im Schuleingangsbereich bei einzelnen Schülerinnen bzw. einzelnen Schülern zu Überforderungen kommt.
Erfahrungsaustausch zwischen Lehrerinnen, Lehrern und Eltern kann widersprüchliche Lern- und Erziehungsmuster durchschaubar machen und daraus resultierende Belastungen für Kinder abbauen.
Derartige Ziele werden nur dann erreichbar sein, wenn im Sinne der Schulpartnerschaft (siehe die Paragraphen 62, 63 a, sowie Paragraph 19, Absatz 8, des Schulunterrichtsgesetzes) die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus sowie ein entsprechendes Vertrauensverhältnis gegeben sind.

  1. Ziffer 12
    Schulübertritt
Der pädagogischen Gestaltung des Schulübertritts kommt besondere Bedeutung zu. In Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und den weiterführenden Schulen soll der Schulübertritt möglichst harmonisch erfolgen.
Als besonders empfehlenswert haben sich Projekte zum gegenseitigen Kennen lernen erwiesen (zB Schnuppertage, Schulfeste, Tage der offenen Tür, Besuche in der abgebenden bzw. aufnehmenden Schule).
Möglichst häufige Kommunikation zwischen den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Erziehungsberechtigten kann unterschiedliche bzw. widersprüchliche Lern- und Erziehungsmuster durchschaubar machen und daraus resultierende Belastungen der Kinder abbauen.
Im Sinne der Aktivierung und Motivierung, aber auch des Sozialen Lernens der Schülerinnen und Schüler kann die Kenntnis über die Arbeitsweisen in den weiterführenden Schulen wesentlich zum Gelingen des Schulübertritts beitragen. Die Schülerinnen und Schüler sollen auf die neue Lernwelt vorbereitet werden.

  1. Ziffer 13
    Lehrplan-Zusatz “Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit
nichtdeutscher Muttersprache”
Der Lehrplan-Zusatz “Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache” ist in Verbindung mit dem Lehrplan “Deutsch, Lesen, Schreiben” bzw. “Deutsch, Lesen” Grundlage für das Lehren und Lernen von Deutsch als Zweitsprache.
Eine detaillierte Berücksichtigung der zum Teil sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Schülerinnen bzw. der Schüler in der Zweitsprache Deutsch kann nicht im Lehrplan, sondern nur auf der Ebene der klassenbezogenen Jahresplanung unter Berücksichtigung des jeweiligen lernorganisatorischen Modells, das an der Schule verwirklicht wird, erfolgen.
Der Lehrplan-Zusatz “Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache” ist nicht nach Schulstufen gegliedert. Er versteht sich als ein mehrjähriges Lernkonzept, das von Schülerinnen bzw. Schülern mit keinen oder mit nur geringen sprachlichen Vorkenntnissen in Deutsch jeweils vom Beginn an durchlaufen wird (unabhängig von der Schulstufe, in die die Schülerin bzw. der Schüler eingestuft wird), das bei bestehenden Vorkenntnissen aber auch in Teilzeitbereichen übersprungen werden kann.
Der Lehrplan-Zusatz “Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache” ist im Wesentlichen als Differenzierungs- und Individualisierungshilfe für einen Unterricht zu verstehen, der sich immer auch an den Lernzielen und Vermittlungsformen des allgemeinen Lehrplanes für Deutsch orientiert. Dies ist schon allein deshalb erforderlich, weil Schülerinnen bzw. Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache in vielen Fällen in einem mehr oder weniger großen Ausmaß am Unterricht in “Deutsch, Lesen, Schreiben” bzw. “Deutsch, Lesen” teilnehmen bzw. in diesen immer wieder einbezogen werden. Die unterrichtspraktische Verklammerung zwischen einzelnen Teilbereichen des Lehrplanes für Deutsch mit jenen des Lehrplan-Zusatzes wird mit zunehmender Lernzeit wachsen und zu fließenden Übergängen führen. Hinsichtlich der Volksschuloberstufe siehe Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 134 aus 2000,, in der jeweils geltenden Fassung.

  1. Ziffer 14
    Schulautonome Lehrplanbestimmungen
Schulautonome Lehrplanbestimmungen (Paragraph 6, Absatz eins, des Schulorganisationsgesetzes) sind in der 1. bis 4. Schulstufe der Grundschule im Bereich des Pflichgegenstandes Leibesübungen sowie im Bereich der unverbindlichen Übungen vorgesehen. In der Volksschuloberstufe sind schulautonome Lehrplanbestimmungen auch im Bereich der Pflichtgegenstände und Freigegenstände sowie des Förderunterrichts im 4. und 6. bis 8. Teil vorgesehen.
Schulautonome Lehrplanbestimmungen haben sich an der jeweiligen Bedarfs- und Problemsituation in einer Klasse oder Schule an einem bestimmten Schulort sowie aus den daraus resultierenden Wunsch- bzw. Zielvorstellungen zu orientieren und haben den zur Verfügung stehenden Rahmen an Lehrerwochenstunden und Möglichkeiten der räumlichen und ausstattungsmäßigen Gegebenheiten der Schule zu beachten.
Soweit im Rahmen schulautonomer Lehrplanbestimmungen für die Volksschuloberstufe in diesem Lehrplan nicht enthaltene Unterrichtsgegenstände geschaffen werden oder Unterrichtsgegenstände vorgesehen werden, für die dieser Lehrplan keinen Lehrstoff enthält, haben die schulautonomen Lehrplanbestimmungen auch die diesbezüglichen Bestimmungen zu enthalten. Sofern durch die schulautonomen Lehrplanbestimmungen ein höheres Stundenausmaß vorgesehen wird, als für den Fall des Nichtbestehens schulautonomer Lehrplanbestimmungen in diesem Lehrplan vorgeschrieben wird, können durch die zusätzlichen Lehrplanbestimmungen zusätzlich Bildungs- und Lehraufgaben, didaktische Grundsätze und Lehrstoffumschreibungen vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang sind folgende Gesichtspunkte von grundsätzlicher Bedeutung:
  1. Ziffer eins
    Im Rahmen des Konzeptes der Allgemeinbildung ist ein breit gefächertes Bildungsangebot sicherzustellen, das die Vielfalt von Begabungen und Interessen berücksichtigt und zu frühe Spezialisierungen vermeidet.
  2. Ziffer 2
    Allgemeinbildung schließt eine zu frühe, einengende Ausrichtung an möglichen Schul- und Berufslaufbahnen durch spezielle Vorbereitungs- und Qualifikationsangebote aus. Dies steht nicht im Widerspruch zum Bedarf nach erweiterten und intensivierten Angeboten zur Berufsorientierung und Schullaufbahnberatung.
  3. Ziffer 3
    Auf die Bildungsaufgabe der Volksschule und die Übertrittsmöglichkeiten ist Bedacht zu nehmen.
  4. Ziffer 4
    Bei der Erweiterung des Lernangebotes im Rahmen bestehender Unterrichtsgegenstände hat es sich um eine vertiefende, besondere Interessen und Begabungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigende Erweiterung zu handeln, die nicht Bildungsinhalte anderer Schularten in wesentlichen Bereichen vorwegnehmen darf.
Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen kann das im Betreuungsplan für ganztägige Schulformen (Ziffer 15,) festgelegte Ausmaß der gegenstandsbezogenen Lernzeit unter Bedachtnahme auf pädagogische, räumliche und ausstattungsgemäße Gegebenheiten mit zwei oder vier Wochenstunden festgesetzt werden. Bei zwei Wochenstunden gegenstandsbezogener Lernzeit beträgt das Ausmaß der individuellen Lernzeit sechs Wochenstunden; bei vier Wochenstunden gegenstandsbezogener Lernzeit beträgt das Ausmaß der individuellen Lernzeit zwei Wochenstunden.

  1. Ziffer 15
    Betreuungsplan für ganztägige Schulformen

  1. Litera a
    Vorschulstufe
Abschnitt römisch eins Ziffer 14, (Schulautonome Lehrplanbestimmungen) letzter Absatz und Litera b, [Grundstufe römisch eins (einschließlich gemeinsamer Führung) und Grundstufe II] finden mit der Maßgabe Anwendung, dass sich die gegenstandsbezogene Lernzeit im Sinne eines zeitgemäßen Vorschulunterrichtes primär auf verbindliche Übungen bezieht.

  1. Litera b
    Grundstufe römisch eins (einschließlich gemeinsamer Führung) und Grundstufe römisch zwei
An ganztägigen Schulformen (Paragraph 8 d, des Schulorganisationsgesetzes) hat der Betreuungsteil wie der Unterrichtsteil zur Erfüllung der Aufgabe der österreichischen Schule gemäß Paragraph 2, des Schulorganisationsgesetzes beizutragen. Er umfasst die Bereiche gegenstandsbezogene Lernzeit, individuelle Lernzeit sowie Freizeit (einschließlich Verpflegung).
Folgende Ziele sind im Rahmen der ganztägigen Schulform anzustreben:
  • Strichaufzählung
    Lernmotivation und Lernunterstützung,
  • Strichaufzählung
    Soziales Lernen,
  • Strichaufzählung
    Kreativität,
  • Strichaufzählung
    Anregung zu sinnvoller Freizeitgestaltung und
  • Strichaufzählung
    Rekreation.
Lernmotivation und Lernunterstützung:
Die Lernbereitschaft und Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler soll sowohl durch gezielte individuelle Förderung als auch durch partnerschaftliche Lernformen erhöht werden. Dabei ist auf ihre jeweiligen Interessen und Möglichkeiten Bedacht zu nehmen. Lern- und Arbeitstechniken sind situationsbezogen einzuüben bzw. anzuwenden.
Soziales Lernen:
Die ganztägige Schulform soll durch ihr vielgestaltiges Schulleben mehr Gelegenheit für soziales Lernen bieten und die Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern (verschiedener Gesellschaftsschichten, Religionen, Kulturen uä.) intensivieren. Kontaktfähigkeit, Toleranz und sozial angemessene Begegnungsformen sollen weiterentwickelt und gefördert werden. Dabei sind die vor- und außerschulischen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.
Kreativität:
Die ganztägige Schulform soll zusätzliche Möglichkeiten zur Entfaltung der Kreativität bieten.
Anregung zu sinnvoller Freizeitgestaltung:
Die ganztägige Schulform soll zu einem sinnvollen Freizeitverhalten (zB spielerische und sportliche Aktivitäten, Umgang mit den Medien) führen. Dabei sollen vermehrt Haltungen und Einstellungen, aber auch Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben und gefördert werden, die über die Schulzeit hinaus positive Wirkung haben sollen.
Rekreation:
Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre elementaren Bedürfnisse nach Bewegung, Sich-zurückziehen-Können und Erholung auch bei geringeren räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten erfüllen können. Dies setzt allerdings ein Mindestmaß an Raum und Ausstattung voraus. Wo die Möglichkeit besteht, sollte auch für Aufenthalt im Freien gesorgt werden.
Zur Verwirklichung dieser Ziele sind folgende Grundsätze zu beachten:
Auf die unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler ist durch Differenzierung und individuelle Zuwendung einzugehen. Sowohl lernschwache als auch überdurchschnittlich lernbefähigte Kinder sollten möglichst gezielt gefördert werden.
Die biologische Leistungskurve ist bei der Abfolge der Lern- und Freizeiteinheiten zu berücksichtigen.
Der Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Erzieherinnen und Erzieher des Betreuungsteiles mit den Erziehungsberechtigten sowie bezüglich der Lernzeiten mit den Lehrerinnen und Lehrern des Unterrichtsteiles kommt in ganztägigen Schulformen besondere Bedeutung zu.
Die gegenstandsbezogene Lernzeit umfasst drei Wochenstunden (sofern gemäß Ziffer 14, letzter Absatz schulautonom keine andere Festlegung erfolgt), wobei nicht mehrere Stunden an einem Tag vorgesehen werden sollten. Im Sinne eines zeitgemäßen Grundschulunterrichtes bezieht sich die gegenstandsbezogene Lernzeit primär auf Pflichtgegenstände. Sie dient der Festigung und Förderung des Unterrichtsertrages, nicht jedoch der Erarbeitung neuer Lehrstoffe. Hiebei ist auf vollständiges und möglichst eigenständiges Arbeiten Wert zu legen. Arbeitsaufträge an einzelne Schülerinnen und Schüler sind unerlässlich und sollen zu einer ökonomischen Nutzung der Lernzeit führen.
Die individuelle Lernzeit umfasst vier Wochenstunden (sofern sich aus Ziffer 14, letzter Absatz nicht anderes ergibt). In der individuellen Lernzeit kommt den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Erzieherinnen und Erziehern die Aufgabe zu, die Schülerinnen und Schüler zu zweckmäßigen und zeitökonomischen Verfahrensweisen des selbstständigen Lernens (Aneignung des Lehrstoffes, Vorbereitung auf Leistungsfeststellungen, Hausübungen usw.) anzuleiten.
Während der individuellen Lernzeit sind möglichst alle Hausübungen zu erledigen. Auf den unterschiedlichen Umfang der Hausübungen und das unterschiedliche Lerntempo ist zu achten.

  1. Litera c
    Volksschuloberstufe
Für die Volksschuloberstufe siehe Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 134 aus 2000,, in der jeweils geltenden Fassung.

römisch zwei. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR DIE VOLKSSCHULOBERSTUFE

Die verhältnismäßig gleichartige Zusammensetzung der Schülerjahrgänge der 1. bis 4. Schulstufe ist auf der Oberstufe der Volksschule nicht mehr gegeben. Der Übertritt von Schülerinnen bzw. Schülern in Hauptschulen und in allgemein bildende höhere Schulen bedingt sehr veränderte Leistungssituationen, besonders im Zusammenhang mit den verschiedenen Organisationsformen der wenig gegliederten Schulen. Da die örtlichen Gegebenheiten der einzelnen Oberstufen der Volksschule sehr verschieden sind, wird die Festlegung der Bildungs- und Lehraufgaben sowie des Lehrstoffes der einzelnen Pflichtgegenstände den Landesschulräten übertragen, wobei sich diese am Lehrplan der Hauptschule, Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 134 aus 2000,, in der jeweils geltenden Fassung zu orientieren haben. In den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache hat diese Orientierung an den Anforderungen für die römisch zwei. Leistungsgruppe zu erfolgen. In Klassen, die mehrere Schulstufen in sich vereinigen, ist der Lehrstoff so weit wie möglich in gleichwertigen Jahreswechselfolgen durchzunehmen. Auf diese Weise soll ein Zersplittern des Unterrichts vermieden werden. Das Lehrgut ist dabei so aufzuteilen, dass die jeweils neu hinzutretenden Schülerinnen bzw. Schüler den Anschluss an den jeweiligen Abschnitt der Wechselfolge ohne Schwierigkeiten finden können.

Im Hinblick auf eine abgerundete Bildung können zur Behandlung einzelner Bildungseinheiten alle Entlassungsschüler zeitweise zusammengefasst werden.

In ähnlicher Weise ist auf der 8. Schulstufe für die Förderung begabter Schülerinnen bzw. Schüler, besonders im Hinblick auf den Übertritt in weiterführende Schulen, zu sorgen.

DRITTER TEIL

ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE

römisch eins. ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE FÜR DIE GRUNDSCHULE

Bei der Arbeit der Lehrerin bzw. des Lehrers in der Grundschule insbesondere in der Vorschulstufe sind

  • Strichaufzählung
    das Aufgreifen von Lerngelegenheiten,
  • Strichaufzählung
    das Arrangieren von Lernsituationen und
  • Strichaufzählung
    das Organisieren von Lernprozessen
von besonderer Bedeutung.
Mit den folgenden didaktischen Grundsätzen sollen wesentliche und kennzeichnende Merkmale eines kind- und grundschulgemäßen Unterrichts charakterisiert werden:

  1. Ziffer eins
    Kindgemäßheit und Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen
Die Grundschullehrerin bzw. der Grundschullehrer hat den Unterricht grundsätzlich am Kind zu orientieren, an seinen Lernmöglichkeiten und -grenzen im Spannungsfeld von dem, was es braucht, und dem, was es will. Dies bedeutet auch, dass den Kindern ein ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechendes Maß an Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts wie bei der Gestaltung des Schullebens insgesamt eingeräumt wird.
Individualisierung verlangt von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass sie bzw. er trotz der vereinheitlichenden Tendenz jedes Klassenunterrichts die Verschiedenartigkeit der kindlichen Persönlichkeiten und ihrer Bedingtheiten ernst nimmt und ihnen zu entsprechen versucht. Dabei wird sie bzw. er die unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Individuallagen der Schülerinnen bzw. der Schüler im Allgemeinen sowie den sachstrukturellen Entwicklungsstand auf einem umschriebenen Sachgebiet auf Grund bisheriger Lernerfahrungen im Besonderen, also die verschiedenen Bildungsvoraussetzungen der Kinder, berücksichtigen.
Die Unterschiedlichkeiten der Kinder betreffen im Einzelnen ihr Lerntempo, ihre Lernbereitschaft und Lernfähigkeit, ihre Interessen, ihre Vorerfahrungen, ihre Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit, ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kulturkreis, ihre Kommunikationsfähigkeit, ihre Selbstständigkeit und anderes. Diesen Unterschiedlichkeiten der Kinder soll die Lehrerin bzw. der Lehrer durch differenzierende und individualisierende Maßnahmen entsprechen. In diesem Sinne sind auch die wahrgenommenen Lernfortschritte des Kindes zu berücksichtigen. Ein besonderes Augenmerk gilt auch jenen Kindern, die nach dem Lehrplan der Vorschulstufe unterrichtet werden.
Bei der Unterrichtsgestaltung ist darauf zu achten, dass dem besonderen Bewegungsbedürfnis des Kindes Rechnung getragen wird. Es gibt zahlreiche Lernsituationen, die keinerlei Sitzzwang erfordern. Schulkurzturnen wie gymnastische Übungen, Bewegungsspiele und andere motorische Aktivitäten sind in den Unterricht einzubauen. Besondere Bedeutung kommt auch der Pausengestaltung zu. Bei der Bemessung der Hausübungen muss darauf Bedacht genommen werden, dass auch langsamen und lernschwachen Kindern genügend Zeit für Bewegung und Spiel bleibt.

  1. Ziffer 2
    Soziales Lernen
Soziales Lernen hat wie alles Lernen in der Schule Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung. Die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten spielt im Lebensvollzug des Kindes und des Erwachsenen eine ebenso bedeutende Rolle wie seine Kenntnisse und Fertigkeiten. Zielorientiertes soziales Lernen greift geeignete Situationen auf und ist um eine kontinuierliche Lernentwicklung bemüht.
In Verbindung mit und neben dem sachlichen Lernen hat die Lehrerin bzw. der Lehrer auch das soziale Lernen der Kinder anzuregen, zu fördern und es damit weiter zu entfalten.
Die Förderung der Persönlichkeit der Kinder zielt einerseits auf die Stärkung des Selbstwertgefühles und andererseits auf die Entwicklung des Verständnisses für andere ab. In besonderer Weise ermöglicht diese: das Mit- und Voneinanderlernen, das gegenseitige Helfen und Unterstützen, das Erwerben einfacher Umgangsformen, das Entwickeln und Akzeptieren von Regeln bzw. eines Ordnungsrahmens als Bedingung für Unterricht, das gewaltfreie Lösen bzw. das Vermeiden von Konflikten, das Erkennen und Durchleuchten von Vorurteilen, das ansatzweise Verständnis für Manipulation, die Sensibilisierung für Geschlechterrollen.
Möglichkeiten dazu bieten zum Beispiel verschiedene Situationen im Zusammenleben der Klasse, das Lernen in kooperativen Sozialformen (Kreisgespräch, Partner- und Gruppenarbeit, Rollenspiel, Kinder als Helfer für Kinder usw.) und das Aufgreifen und Anbieten von sozialen Themen im Unterricht.
Um soziales Lernen zu ermöglichen, muss die Lehrerin bzw. der Lehrer trachten, ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und der mitmenschlichen Verantwortung zu schaffen.
Klasse und Schule sollen von Lehrerinnen bzw. Lehrern sowie Schülerinnen bzw. Schülern gemeinsam als Hilfe-, Aussprache-, Arbeits-, Spiel- und Feiergemeinschaft gestaltet und erlebt werden.
Der Weg führt dabei von der Entwicklung möglichst vieler positiver Ich-Du-Beziehungen zwischen Schülerinnen, Schülern und zwischen einzelnen Schülerinnen bzw. Schülern und der Lehrerin bzw. dem Lehrer über den Aufbau eines Wir-Bewusstseins zur gemeinsamen Verantwortung aller für alle in der Klasse oder Lerngruppe, zum Mitleben in einer lebendigen Schulgemeinschaft und zum Verständnis für andere größere Sozialgebilde des Lebens. Soziales Lernen erhält besonders große Bedeutung und Chance, wenn Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Kinder unterschiedlicher Schulstufen, Kinder mit unterschiedlicher Muttersprache, Kinder mit Behinderungen (Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf) sowie Kinder mit speziellen Bedürfnissen gemeinsam unterrichtet werden.

  1. Ziffer 3
    Lebensbezogenheit und Anschaulichkeit
Die Grundsätze der Lebensbezogenheit und der Anschaulichkeit verlangen von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass der Unterricht nach Möglichkeit von der konkreten Erlebniswelt des Kindes ausgeht und zu dieser auch wieder zurückführt. Veranschaulichung verlangt von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass sie bzw. er die Lehrstoffe den Erfahrungen der Kinder zugänglich machen soll. Dies kann auf der Ebene der Sinneswahrnehmungen oder auf der Ebene der Vorstellungen geschehen. Inhalte können zum einen dadurch konkret erfahrbar gemacht werden, dass man sie ihrer Art entsprechend, zB durch Sehen, Hören usw., zugänglich macht, zum anderen, dass man sie durch Beispiele bzw. durch Nutzung der modernen allenfalls vorhandenen Informationstechniken vergegenwärtigt. Wo es für das Lernen sinnvoll erscheint, soll es mehr- bzw. vielsinnig angeregt werden. Von diesen Erfahrungen ausgehend, soll das Kind zum Denken und zur Abstraktion geführt werden. Lernprozesse des Erkennens und Verstehens, des Denkens und Abstrahierens werden oft durch die Auseinandersetzung mit der konkreten Wirklichkeit, oft aber auch durch Nachbildungen, Abbildungen oder Symbole ermöglicht.
Die Lehrerin bzw. der Lehrer soll Lerngelegenheiten arrangieren bzw. aufgreifen, die das soziale, kulturelle und naturhafte Umfeld des Kindes und der Schule, die Alltagssituationen oder aktuelle Ereignisse bieten. Sie bzw. er wird versuchen, dem Kind die Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit der Lehraufgaben und Lehrstoffe für sein gegenwärtiges und zukünftiges Leben zu vermitteln. Die Lebensbezogenheit drückt sich auch in der Verbundenheit der Schule und des Unterrichts mit dem Leben außerhalb der Schule aus.

  1. Ziffer 4
    Konzentration der Bildung
Die Schulerziehung hat den ganzen Menschen zu bilden und darf keinen Seinsbereich, vom Körperlichen bis zum Seelisch-Geistigen, vernachlässigen.
Im Hinblick auf das Bildungsgut der Schule bedeutet dies, dass der Stoff in größeren Sinnganzheiten unter Ausnützung aller Wechselbeziehungen an die Schülerin bzw. den Schüler heranzubringen ist.
Vom eher ganzheitlichen Erleben der Kinder ausgehend, wird die Wirklichkeit unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Damit wird, ausgehend vom vorfachlichen Unterricht auf der Grundstufe römisch eins, auf der Grundstufe römisch zwei allmählich zu einem stärker fachlich gegliederten Unterricht fortgeschritten. Zugleich werden der Lebenszusammenhang und der sachstrukturelle Zusammenhang eines Lehrstoffes bei seiner Vermittlung berücksichtigt.

  1. Ziffer 5
    Sachgerechtheit
Die Lehrerin bzw. der Lehrer hat im Unterricht den Anspruch der Sache zur Geltung zu bringen, hiebei ist Sachrichtigkeit grundsätzlich erforderlich, auch wenn aus psychologischen bzw. methodischen Gründen Vereinfachungen geboten sind.
Außerdem ist der Unterricht so zu führen, dass die Schülerin bzw. der Schüler genügend Zeit zur persönlichen Auseinandersetzung mit den Lehrstoffen hat. Es bedeutet auch keinen Verstoß gegen diesen didaktischen Grundsatz, den Kindern die Möglichkeit zu geben, auf dem Umweg über Irrtümer zu lernen, was häufig viel nachhaltiger und damit letztlich effektiver ist. (Dies gilt jedoch nicht für den Teilbereich Rechtschreiben.) Denn auch dieses Lernen ist von der Absicht geleitet, zum Erfassen des “Sachrichtigen” hinzuführen.
Sachgerechtheit und Kindgemäßheit sind einander notwendigerweise ergänzende, keinesfalls einander ausschließende oder widersprechende Grundsätze.

  1. Ziffer 6
    Aktivierung und Motivierung
In allen Bereichen des Unterrichts sollen, wo immer möglich, spontanes Interesse, Neugierverhalten, Wissensbedürfnis und Leistungsbereitschaft der Schülerin bzw. des Schülers geweckt und gepflegt werden.
Im Sinne dieses Grundsatzes soll die Lehrerin bzw. der Lehrer an die natürliche Aktivität der Kinder anknüpfen, und es gilt, möglichst viele und vielfältige Möglichkeiten für hantierenden Umgang bzw. für das Handeln zu eröffnen. Das Tun soll zum Überlegen, Abwägen, Ordnen, Planen und zum Erkennen führen. Die Aktivitäten reichen vom spielerischen Tun über planmäßiges Arbeiten bis zum selbst gesteuerten, entdeckenden Lernen auf eigenen Wegen. Die Kinder können an der Vorbereitung (zB durch vorbereitende Hausübungen) des Unterrichts, gelegentlich auch am Nachdenken über Unterricht beteiligt werden. Die Kinder sollen durch Unterricht auch zu verschiedenen Aktivitäten außerhalb der Schule angeregt werden.
Das Erlernen und Beherrschen von verschiedenen Arbeits- bzw. Lerntechniken ist eine wichtige Grundlage für die Möglichkeit selbsttätigen Bildungserwerbs in verschiedenen Unterrichts- und Sozialformen. Eine wichtige Voraussetzung für Aktivierung und Motivierung schafft die Lehrerin bzw. der Lehrer dadurch, dass sie bzw. er versucht, die Bedeutsamkeit von Lehraufgaben und Lehrstoffen, dort, wo es sinnvoll ist, über die subjektive Betroffenheit der Kinder zu vermitteln. Damit wird einerseits der Sinn eines Unterrichtsabschnitts einsichtig, andererseits die Aufmerksamkeit für das Unterrichtsangebot geweckt.
Die medienspezifischen Vorteile moderner Kommunikations- und Informationstechniken können zur Aktivierung und Motivierung beitragen (Einsatz nach Maßgabe der ausstattungsmäßigen Gegebenheiten an der Schule).

  1. Ziffer 7
    Individualisieren, Differenzieren und Fördern
In der Grundschule unterscheiden sich die Schülerinnen und Schüler, insbesondere die Schulanfängerinnen und Schulanfänger hinsichtlich des Entwicklungsstandes des Sozialverhaltens, der Kommunikationsfähigkeit, der Selbstständigkeit, der Interessen, der Motivation, des Vorwissens, der Lernfähigkeit, der Arbeitshaltung ua., wie kaum in einer anderen Schulart.
Diese Unterschiede müssen erkannt, beachtet und zum Ausgangspunkt für individualisierende und differenzierende Lernangebote und Lernanforderungen gemacht werden. Eine verantwortungsvolle Berücksichtigung der Unterschiede schafft die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen aller Schülerinnen und Schüler und hilft mit, Über- bzw. Unterforderungen möglichst zu vermeiden.
Ein das Lernen fördernder Unterricht soll in einer pädagogischen Atmosphäre von Ermutigung und Erfolgszuversicht, Geduld und Güte, Vertrauen und Verständnis, gegenseitiger Achtung und Rücksichtnahme erfolgen.
Dies erfordert von der Lehrerin bzw. vom Lehrer, dass sie bzw. er sich um die bestmögliche Förderung jeder einzelnen Schülerin bzw. jedes einzelnen Schülers bemüht. Der Klassenraum soll sowohl als lernanregende Umwelt als auch als Raum für kindliches Zusammenleben gestaltet sein und eine flexible Sitzordnung ermöglichen.
Jeder Unterrichtstag soll inhaltlich und zeitlich so ausgewogen gestaltet sein, dass Arbeit und Spiel, Anstrengung und Entspannung einander ergänzen und durchdringen.
Maßnahmen der Individualisierung bzw. inneren Differenzierung sind im Sinne des Förderns und des Forderns zu verstehen und zu gestalten. Sie tragen dazu bei, dass die Grundschule auch die sehr wichtige Aufgabe der Begabungsförderung erfüllt.
Im Rahmen der Differenzierung werden innerhalb der Jahrgangsklassen oder heterogenen Lerngruppen unterschiedliche, stets veränderbare Schülergruppierungen vorgenommen. Als mögliche Kriterien für Gruppierungen gelten: Interesse, Selbsteinschätzung, unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Freundschaftsbeziehungen, Lerntempo usw.
Differenzierungsmaßnahmen beziehen sich auf Schülergruppen und Individualisierungsmaßnahmen beziehen sich auf das einzelne Kind.
Als mögliche Verfahren bieten sich ua. an:
  • Strichaufzählung
    Unterschiede in der Aufgabenstellung (zB Anzahl der Aufgaben, Zeitaufwand, Schwierigkeitsgrad, Anzahl der Wiederholungen);
  • Strichaufzählung
    unterschiedliche Sozialformen;
  • Strichaufzählung
    unterschiedliche Medien und Hilfsmittel;
  • Strichaufzählung
    unterschiedliche Hilfestellung durch Lehrpersonen und Kinder.
Die Realisierung der Individualisierung, der inneren Differenzierung und Förderung wird durch eine entsprechende Ausstattung der Schule bzw. der Klasse mit Arbeitsmitteln, technischen Medien, modernen Informations- und Kommunikationsmedien usw. unterstützt.
Förderunterricht bietet die Möglichkeit, Lernprozesse durch gezielte Übungen, individualisierende Arbeitsweisen, intensivierte Lehrerhilfen und zeitlich längeres Verweilen an Stoffelementen zu unterstützen, einzelnen Schülerinnen bzw. Schülern den Anschluss an den Lernfortschritt der Klasse zu sichern sowie vorhandene Lücken zu schließen und einen kontinuierlichen Lernzuwachs zu ermöglichen.
Die Lehrerin bzw. der Lehrer wird sich nicht nur im Förderunterricht bemühen, vor allem lernschwächeren Schülerinnen bzw. Schülern kontinuierliche Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, die eine auf Selbstvertrauen begründete Leistungsbereitschaft entstehen lassen.
Zur Unterstützung von Förderungsmaßnahmen sowie vor schwer wiegenden Entscheidungen soll die Schule beratende Einrichtungen in Anspruch nehmen.
Wertvolle Hilfestellung wird dabei vor allem durch den schulpsychologischen Dienst erfolgen.

  1. Ziffer 8
    Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages
Die Schulanfängerinnen und Schulanfänger kommen im Allgemeinen mit einer hohen Lernbereitschaft in die Schule. Eine wichtige Aufgabe der Grundschule ist es, diese ursprüngliche Lernbereitschaft der Kinder weiterzuentwickeln und damit ihre Lernfähigkeit zu fördern.
Die Vorerfahrungen, das Vorwissen, die Lern- und Leistungsfähigkeit, das Lerntempo, die Konzentrationsfähigkeit und vieles andere mehr sind bei den einzelnen Schülerinnen bzw. Schülern in der Regel sehr unterschiedlich ausgebildet. Daher darf grundsätzlich nicht erwartet werden, dass Kinder im gleichen Zeitraum gleiche Leistungen erbringen. Das Lernangebot hat diese unterschiedlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen, um leistungsmäßige Über- wie Unterforderung möglichst zu vermeiden. Es sind auch unterschiedlich lange Lernzeiten zu gewähren. Vor allem ist den Kindern im Rahmen der Grundstufe römisch eins für die Erstlehrgänge in den Bereichen Lesen, Schreiben und Mathematik gegebenenfalls unter Einbeziehung von Teilen der verbindlichen Übungen “Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben” sowie “Mathematische Früherziehung” genügend Zeit zu lassen. Beim Durchlaufen der Grundstufe römisch eins in drei Schuljahren wird die für das erfolgreiche Absolvieren erforderliche Lernzeit zur Verfügung gestellt, ohne dass es zu einem Wiederholen einer Schulstufe kommt. Um die Lern- bzw. Leistungsfreude und -fähigkeit der Kinder zu erhalten und womöglich zu steigern, wird die Lehrerin bzw. der Lehrer versuchen, ihnen Erfolgserlebnisse im Lernen und Leisten zu ermöglichen. Dazu wird sie bzw. er trachten, den Lernertrag zu sichern und zu bewahren, und zwar einerseits durch kontinuierliches, abwechslungsreiches und sinnvolles Zusammenfassen und Üben bzw. Wiederholenlassen des Wesentlichen, andererseits durch das Anwendenlassen des Gelernten in andersartigen Aufgabenstellungen und in verschiedenen Zusammenhängen (auch in mündlichen und schriftlichen nachbereitenden Hausaufgaben, wobei auf die Belastbarkeit des einzelnen Kindes Bedacht zu nehmen ist). So wird der Lernerfolg zur sicheren Grundlage für weiteres Lernen und Leisten. Damit Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung als ermutigende Rückmeldung auf den individuellen Lernprozess wirken können, soll im Rahmen der Lernzielorientierung auch der individuelle Lernfortschritt des Kindes berücksichtigt werden. Lernkontrolle ist ein integrierter Bestandteil von Lernprozessen. Die Kinder sollen daher allmählich angeleitet werden, Lernkontrolle zunehmend auch in der Form von Selbstkontrolle ihrer Lernprozesse wahrzunehmen. Dies wird ua. durch den Einsatz eines Computers erleichtert.
Lernen und schulische Leistungen beschränken sich nicht allein auf Fachwissen. Sozialverhalten und Arbeitsverhalten sind zwei entscheidende Dimensionen schulischen Lernens, die Aufschlüsse darüber geben, wie Leistungen zu Stande kommen.
Lernkontrolle und Beobachtung der Schülerleistung dienen der Lehrerin bzw. dem Lehrer dazu, die Wirksamkeit der Unterrichtsarbeit zu überprüfen und Maßnahmen zu ihrer Verbesserung zu treffen; sie informieren aber auch Schülerinnen bzw. Schüler und Eltern über den Leistungsstand und über Lernfortschritte beim einzelnen Kind. Die dazu erforderlichen Kontakte sind sorgsam zu pflegen.
Die schulische Leistungsbereitschaft von Kindern wird wesentlich von ihrem Selbstwertgefühl, ihrem Selbstvertrauen und ihrer Erfolgszuversicht bestimmt. Leistungsbeurteilungen haben daher äußerst behutsam zu erfolgen. Der Rahmencharakter des Grundschullehrplanes eröffnet für eine ermutigende, hilfreiche und individualisierende Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung ausreichende Möglichkeiten.

  1. Ziffer 9
    Didaktische Hinweise für den zweisprachigen Unterricht
Zweisprachiger Unterricht hat grundsätzlich davon auszugehen, dass beim Spracherwerb und bei der Spracherweiterung dem jeweiligen familialen Hintergrund sowie dem sprachlichen Umfeld der Schule außerordentlich hohe Bedeutung zukommt.
Das heißt, dass im unmittelbaren Umfeld des Kindes (Familie, Freundeskreis usw.) beide Sprachen in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden sind und Verwendung finden.
Aus diesen Gegebenheiten erfährt der zweisprachige Unterricht seine besondere Begründung, bezieht daraus hohe Motivation und bietet vielfältige Möglichkeiten praxisbezogener Unterrichtsgestaltung.
Es sollte beachtet werden, dass auch die emotionalen, kommunikativen und emanzipatorischen Gesichtspunkte bei der behutsamen Anleitung zum richtigen Sprachgebrauch zum Tragen kommen.
Ausgangspunkte für methodisch-didaktische Überlegungen sind daher einerseits die sprachlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen bzw. Schüler und andererseits die unterschiedlichen Möglichkeiten beide Sprachen zu gebrauchen:
  • Strichaufzählung
    Beobachtung und Einschätzung der individuellen sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder;
  • Strichaufzählung
    Vertrauen in die eigene Sprechfähigkeit wecken bzw. Hemmungen bei der Verwendung beider Sprachen abbauen;
  • Strichaufzählung
    Sprechanlässe aus unmittelbaren Lebenssituationen des Kindes herleiten (zB Einbeziehung von Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, Großeltern, von Verwandten, außerschulischen Fachleuten; Lernanlässe außerhalb der Klasse);
  • Strichaufzählung
    didaktische Analyse des sprachlichen und sozialen Umfeldes des Kindes als Grundlage für die Planung typischer, kommunikativer Sprechanlässe;
  • Strichaufzählung
    spontane Sprechanlässe im Schulalltag aufgreifen (Mitteilung von Gefühlen, Konflikten usw.);
  • Strichaufzählung
    die Sprache der Lehrerin bzw. des Lehrers hat Vorbildwirkung und leistet auch einen Beitrag zur Sprachentwicklung der Schülerinnen bzw. Schüler;
  • Strichaufzählung
    Ausweitung der kommunikativen Fähigkeiten durch besondere Wertschätzung der Herkunftssprache/n sowie durch eine behutsame Hinführung in Richtung der Standardsprachen;
  • Strichaufzählung
    Aufgreifen regionaler, sprachlicher und sozialer, aber auch kultureller und historischer Gegebenheiten.

römisch zwei. DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER VOLKSSCHULOBERSTUFE

Die didaktischen Grundsätze der Volksschuloberstufe orientieren sich an jenen der Hauptschule (Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 134 aus 2000,, in der jeweils geltenden Fassung).

VIERTER TEIL

GESAMTSTUNDENZAHL UND STUNDENAUSMASS DER PFLICHTGEGENSTÄNDE,

DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN, DES FÖRDERUNTERRICHTES, DER

FREIGEGENSTÄNDE UND UNVERBINDLICHEN ÜBUNGEN

a) Stundentafel der Vorschulstufe

____________________________________________________________________

Verbindliche Übungen/obvezne vaje                       Klasse

____________________________________________________________________

Religion/verouk                                           2

Sachbegegnung/srecanje s stvarnim svetom               1,5-2 1)

Verkehrserziehung/prometna vzgoja                        0,5

Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und

Schreiben/jezik in govor, priprava na branje in

pisanje                                                  3,5

Mathematische Früherziehung/matematicna predvzgoja       1,5

Singen und Musizieren/petje in muziciranje               1,5

Rhythmisch-musikalische Erziehung/ritmicnoglasbena

vzgoja                                                 1-1,5 1)

Bildnerisches Gestalten/likovno oblikovanje               1

Werkerziehung/rocno delo                                  1

Leibesübungen/telovadba    )

Spiel/igra                 )                            6-7 1)

____________________________________________________________________

Gesamtwochenstundenzahl/tedensko število ur              20

Förderunterricht/pospeševalni pouk 2)

____________________________________________________________________

  1. Ziffer eins
    Soweit in der Stundentafel nur alternative Wochenstundenzahlen
oder Mindest- und Höchstzahl des Wochenstundenausmaßes angegeben sind, erfolgt die Festlegung des Stundenausmaßes durch die Schulbehörde erster Instanz und dient insbesondere bei gemeinsamer Führung der Vorschulstufe mit der 1. bzw. 1. und 2. Schulstufe der Vermeidung von organisatorischen Problemen, die sich durch ein unterschiedliches Stundenausmaß der Vorschulstufe und den darauf folgenden Schulstufen ergeben können.
  1. Ziffer 2
    Siehe Ziffer 3, der Bemerkungen zur Stundentafel der Vorschulstufe.

Bemerkungen zur Stundentafel

  1. Ziffer eins
    Die in der Stundentafel für die einzelnen verbindlichen Übungen angeführten Wochenstunden sind als Richtmaß aufzufassen, wobei die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Zeit auf kleinere Lernsequenzen der Lehrerin bzw. dem Lehrer überlassen bleibt.
  2. Ziffer 2
    In der Vorschulstufe kann im Rahmen der verbindlichen Übung “Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben” eine besondere Förderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von drei Wochenstunden bei Bedarf parallel zum Unterricht in den verbindlichen Übungen bzw. ganz oder teilweise mit diesem gemeinsam geführt werden.
  3. Ziffer 3
    Zur Förderung im Hinblick auf einen Wechsel können Förderangebote zur Anwendung kommen, wobei die in der Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe vorgesehene Gesamtwochenstundenzahl nicht überschritten werden soll.

b) Stundentafel der Grundschule

____________________________________________________________________

Pflichtgegenstände/obvezni         Schulstufen und Wochenstunden

    predmeti                     1.        2.        3.        4.

____________________________________________________________________

Religion/verouk                  2         2         2         2

Sachunterricht/stvarni pouk      3         3         3         3

Deutsch, Slowenisch, Lesen,

Schreiben/nemšcina,

slovenšcina, branje, pisanje     7         7         -         -

Deutsch, Slowenisch,

Lesen/nemšcina, slovenšcina,

branje                           -         -         7        9-11

Mathematik/matematika            4         4         4         4

Musikerziehung/glasbena vzgoja   1         1         1         1

Bildnerische Erziehung/likovna

vzgoja                           1         1         -         -

Bildnerische Erziehung,

Schreiben/likovna vzgoja,

pisanje                          -         -         2        1-2

Technisches Werken/tehnicno )

oblikovanje                 )

Textiles Werken/tekstilno   )    1         1         2        1-2

oblikovanje                 )

Leibesübungen/telovadba          2         2        3 1)      3 1)

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

Verbindliche Übung/obvezna

vaja

____________________________________________________________________

Verkehrserziehung/prometna

vzgoja                          x 2)      x 2)      x 2)      x 2)

____________________________________________________________________

Gesamtwochenstundenzahl/

tedensko število ur             21        21        24        26

____________________________________________________________________

Förderunterricht/pospeševalni

pouk

____________________________________________________________________

- fächerübergreifend/

  medpredmetno                   1         1         1         1

- Slowenisch/slovenšcina         1         1         1         1

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

Unverbindliche Übungen/

neobvezne vaje

____________________________________________________________________

1. Ermächtigung für schulautonome Lehrplanbestimmungen:

Chorgesang/zborovsko petje               bis zu 80 Jahresstunden

Spielmusik/instrumentalna glasba         bis zu 80 Jahresstunden

Leibesübungen/telovadba                  bis zu 80 Jahresstunden

Darstellendes Spiel/igra                 bis zu 80 Jahresstunden

Musikalisches Gestalten/glasbeno

oblikovanje                              bis zu 80 Jahresstunden

Bildnerisches Gestalten/likovno

oblikovanje                              bis zu 80 Jahresstunden

Lebende Fremdsprache/ýivi tuji jezik     bis zu 80 Jahresstunden

Interessen- und Begabungsförderung/

pospeševanje interesov in nadarjenosti   bis zu 80 Jahresstunden

Muttersprachlicher Unterricht/pouk v

materinšcini                    2-6       2-6       2-6       2-6

2. Soweit keine schulautonomen Lehrplanbestimmungen bestehen:

Chorgesang/zborovsko petje 3)    2         2         2         2

Spielmusik/instrumentalna

glasba                           1         1         1         1

Leibesübungen/telovadba          2         2         2         2

Darstellendes Spiel/igra         1         1         1         1

Musikalisches Gestalten/

glasbeno oblikovanje             2         2         2         2

Bildnerisches Gestalten/

likovno oblikovanje              2         2         2         2

Lebende Fremdsprache/ýivi

tuji jezik                      x 4)     x 4)        1         1

Interessen- und

Begabungsförderung/

pospeševanje interesov in

nadarjenosti                     2         2         2         2

Muttersprachlicher

Unterricht/pouk v

materinšcini                    2-6       2-6       2-6       2-6

____________________________________________________________________

  1. Ziffer eins
    Die vorgesehene Wochenstundenzahl kann zwischen Grundstufe römisch eins und römisch zwei getauscht werden, sofern dies aus organisatorischen Gründen erforderlich ist.
  2. Ziffer 2
    Zehn Jahresstunden, die im Rahmen grundschulgemäßer Planung der Lernzeiten für die einzelnen Unterrichtsgegenstände zu berücksichtigen sind. Die Gesamtwochenstundenzahl wird dadurch nicht verändert.
  3. Ziffer 3
    Ein bereits festgelegtes Stundenausmaß tritt an die Stelle des
hier für den Fall des Nichtbestehens schulautonomer Lehrplanbestimmungen vorgesehenen Stundenausmaßes.
  1. Ziffer 4
    32 Jahresstunden, die im Rahmen grundschulgemäßer Planung der Lernzeiten für die einzelnen Unterrichtsgegenstände zu berücksichtigen sind. Die Gesamtwochenstundenzahl wird dadurch nicht verändert.

Bemerkungen zur Stundentafel

  1. Ziffer eins
    Die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, vierter Teil, betreffend die Bemerkungen zu den Stundentafeln der Grundschule (ausgenommen die Punkte 3 und 7) gelten auch für die oben angeführte Stundentafel, soweit im Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten nicht anderes bestimmt ist.
  2. Ziffer 2
    Soweit in der Stundentafel nur alternative Wochenstundenzahlen oder Mindest- und Höchstzahl des Wochenstundenausmaßes angegeben sind, erfolgt die Festlegung des Stundenausmaßes durch schulautonome Lehrplanbestimmungen; sofern keine schulautonome Festlegung getroffen wird, erfolgt diese durch die Schulbehörde erster Instanz.
  3. Ziffer 3
    Der Förderunterricht in der Grundschule ist als fachübergreifende Unterrichtsveranstaltung je Unterrichtsjahr und Klasse bei Bedarf anzubieten. Bei der Feststellung der Förderbedürftigkeit durch den Lehrer gemäß Paragraph 12, Absatz 7, des Schulunterrichtsgesetzes sind die voraussichtliche Dauer (Kursdauer) des Förderunterrichtes sowie der Unterrichtsgegenstand, auf den sich die Förderung bezieht (Deutsch, Slowenisch, Lesen, Schreiben bzw. Deutsch, Slowenisch, Lesen und/oder Mathematik) anzugeben.
  4. Ziffer 4
    Darüber hinaus ist gemäß Paragraph 16 a, Ziffer 4, des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten in Verbindung mit Paragraph 12, Absatz 7, des Schulunterrichtsgesetzes für zum zweisprachigen Unterricht angemeldete Schülerinnen und Schüler, deren Kenntnis der slowenischen Sprache nicht ausreichend ist, ein Förderunterricht in Slowenisch anzubieten.
  5. Ziffer 5
    In den Volksschulen (Volksschulklassen, Volksschulabteilungen) mit deutscher und slowenischer Unterrichtssprache ist in der Grundschule die deutsche und die slowenische Sprache in allen Unterrichtsgegenständen in annähernd gleichem Ausmaß zu verwenden.

  1. Litera c
    Stundentafel der Volksschuloberstufe:

---------------------------------------------------------------------

                         Schulstufen und Wochenstunden

Pflichtgegenstände/     --------------------------------

obvezni predmeti         5. Kl.  6. Kl.  7. Kl.  8. Kl.      Summe

---------------------------------------------------------------------

Religion/verouk ........    2       2       2       2

Deutsch/nemscina ....... )

Slowenisch/slovenscina . )

Geschichte und           )

  Sozialkunde/zgodovina  )

  in druzboslovje ...... )

Geographie und           )

  Wirtschaftskunde/      )

  zemljepis in           )

  gospodarstvo ......... )

Mathematik/matematika .. )

Geometrisches Zeichnen/  )

  geometrijsko risanje . )

Biologie und             ) 26-28   28-30   29-31   29-32

  Umweltkunde/biologija  )

  in spoznavanje okolja  )

Physik und Chemie/fizika )

  in kemija ............ )

Musikerziehung/glasbena  )

  vzgoja ............... )

Bildnerische Erziehung/  )

  likovna vzgoja ....... )

Technisches Werken/      )

  tehnisko oblikovanje   )

  *1) .................. )

Textiles Werken/         )

  tekstilno ............ )

  oblikovanje *1) ...... )

Ernährung und Haushalt/  )

  prehrana in

  gospodinjstvo ........ )

Leibesübungen/telovadba  )

Berufsorientierung/

poklicna orientacija ..     -      0-1     0-1     1-2      1-4 *2)

---------------------------------------------------------------------

Gesamtwochenstundenzahl    28-30   30-32   31-33   31-34      126

---------------------------------------------------------------------

Förderunterricht/

  pospesevalni pouk

---------------------------------------------------------------------

- fächerübergreifend/

  medpredmetno .........    1       1      1-2     1-2

- Slowenisch/slovenscina    1       1       1       1

---------------------------------------------------------------------

Freigegenstand/prosti

  predmet

---------------------------------------------------------------------

Lebende Fremdsprache/

  zivi tuji jezik

---------------------------------------------------------------------

*1) Als alternativer Pflichtgegenstand.
*2) Kann geblockt geführt werden, wobei Schulveranstaltungen zur „Berufsorientierung” bis zur Hälfte des in den einzelnen Schulstufen vorgesehenen Stundenausmaßes eingerechnet werden dürfen. Die verbindliche Übung „Berufsorientierung” kann integriert in den Unterricht der Pflichtgegenstände geführt werden.

Bemerkungen zur Stundentafel

  1. Ziffer eins
    Unterrichtsgegenstände mit einer Wochenstunde können mit zwei
Stunden in jeder zweiten Woche während des ganzen Unterrichtsjahres geführt werden.
  1. Ziffer 2
    Das Stundenausmaß für Religion in der geteilt geführten
einklassigen Volksschule beträgt für die Untergruppe und für die Obergruppe je zwei Wochenstunden. In gleicher Weise ist die ungeteilte einklassige Volksschule für den Religionsunterricht in zwei Gruppen mit je zwei Wochenstunden zu teilen.
  1. Ziffer 2 a
    Die Festlegung der Stundenausmaße in den Pflichtgegenständen
(mit Ausnahme des Pflichtgegenstandes Religion) erfolgt durch schulautonome Lehrplanbestimmungen; sofern keine schulautonomen Festlegungen getroffen werden, finden die durch zusätzliche Lehrplanbestimmungen des Landesschulrates für Kärnten erfolgten Festlegungen Anwendung.
  1. Ziffer 3
    Der Förderunterricht in der Volksschuloberstufe ist als
fachübergreifende Unterrichtsveranstaltung je Unterrichtsjahr und Klasse bei Bedarf anzubieten. Bei Feststellung der Förderbedürftigkeit durch den Lehrer gemäß Paragraph 12, Absatz 7, des Schulunterrichtsgesetzes sind die voraussichtliche Dauer (Kursdauer) des Förderunterrichtes sowie der Unterrichtsgegenstand, auf den sich der Förderunterricht bezieht („Deutsch”, „Mathematik” und/oder „Lebende Fremdsprache”) anzugeben.
  1. Ziffer 4
    Darüber hinaus ist gemäß Paragraph 16, a Ziffer 4, des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten in Verbindung mit Paragraph 12, Absatz 7, des Schulunterrichtsgesetzes für zum zweisprachigen Unterricht angemeldete Schüler, deren Kenntnis der slowenischen Sprache nicht ausreichend ist, ein Förderunterricht in Slowenisch anzubieten.
  2. Ziffer 5
    Als Freigegenstand „Lebende Fremdsprache” ist jene Lebende
Fremdsprache (ausgenommen Slowenisch) anzubieten, die für die nicht zum zweisprachigen Unterricht angemeldeten Schüler Pflichtgegenstand ist, wobei das für diesen Pflichtgegenstand vorgesehene Stundenausmaß maßgeblich ist. Der Besuch dieses Freigegenstandes ist im Rahmen des Pflichtgegenstandes zulässig.
  1. Ziffer 6
    Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen können bei Vorliegen
folgender Bedingungen bis zu sechs Wochenstunden in zusätzliche Angebote umgewandelt werden:
  • Strichaufzählung
    außerordentlich schwierige regionale Bedingungen (zB Erreichbarkeit der Schule) und
  • Strichaufzählung
    ausreichende Nachfrage nach zusätzlichen Angeboten und
  • Strichaufzählung
    Vorliegen eines anspruchsvollen Konzeptes, das der Förderung der Interessen, Begabungen und Lernmotivation der Schüler und der Steigerung der Vielfalt der Angebote, auch in Form eines wohnortnäheren Unterrichts, dient.
  1. Ziffer 7
    Im übrigen gelten die Bemerkungen zur Stundentafel der Hauptschule sinngemäß.

FÜNFTER TEIL

LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT

(Bekanntmachung gemäß Paragraph 2, Absatz 2, des, Religionsunterrichtsgesetzes)

  1. Litera a
    Katholischer Religionsunterricht

Die Lehrpläne für den Religionsunterricht an den im Minderheiten-Schulgesetz erwähnten Volksschulen sind gleich den allgemeinen Lehrplänen für den Religionsunterricht an Volksschulen (Bekanntmachung Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963,, Anlage A, fünfter Teil Litera a, in der jeweils geltenden Fassung).

  1. Litera b
    Evangelischer Religionsunterricht

Siehe Bekanntmachung Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963, (Anlage A, fünfter Teil Litera b,) in der jeweils geltenden Fassung.

  1. Litera c
    Altkatholischer Religionsunterricht

Die im Rahmen der Verordnung des Bundesministeriums für Unterricht vom 4. Juni 1963, Bundesgesetzblatt Nr. 134 (Anlage A, fünfter Teil Litera c,) in der jeweils geltenden Fassung, bekanntgemachten Lehrpläne für den altkatholischen Religionsunterricht an Volksschulen sind in Anwendung zu bringen. Nach Maßgabe der Möglichkeiten ist auf die sprachliche Differenzierung Rücksicht zu nehmen.

  1. Litera d
    Israelitischer Religionsunterricht

Siehe Bekanntmachung, Bundesgesetzblatt Nr. 134 aus 1963, (Anlage A, fünfter Teil Litera d,) in der jeweils geltenden Fassung.

SECHSTER TEIL

BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE

GRUNDSÄTZE DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN DER VORSCHULSTUFE

Für Sachbegegnung, Verkehrserziehung, Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben, Mathematische Früherziehung, Singen und Musizieren, Rhythmisch-musikalische Erziehung, Bildnerisches Gestalten, Werkerziehung, Leibesübungen und Spiel gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, sechster Teil, mit der Maßgabe, dass der Unterricht gemäß dem Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten in annähernd gleichem Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache zu erteilen ist.

SIEBENTER TEIL

BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE

GRUNDSÄTZE DER PFLICHTGEGENSTÄNDE DER GRUNDSCHULE (MIT AUSNAHME DER

VORSCHULSTUFE) UND DER VOLKSSCHULOBERSTUFE

In der Grundschule gelten für Sachunterricht, Mathematik, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Schreiben, Technisches Werken, Textiles Werken und Leibesübungen die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, siebenter Teil, mit der Maßgabe, dass der Unterricht auf den ersten vier Schulstufen gemäß dem Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten in annähernd gleichem Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache zu erteilen ist.

In der Volksschuloberstufe gelten für Deutsch, Lebende Fremdsprache, Geschichte und Sozialkunde, Geographie und Wirtschaftskunde, Mathematik, Geometrisches Zeichnen, Biologie und Umweltkunde, Physik und Chemie, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Technisches Werken, Textiles Werken, Ernährung und Haushalt und Leibesübungen sowie Berufsorientierung die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, siebenter Teil.

A. GRUNDSCHULE (MIT AUSNAHME DER VORSCHULSTUFE)

Deutsch, Slowenisch, Lesen, Schreiben/Deutsch, Slowenisch, Lesen

Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Deutsch- und Slowenischunterricht hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler - unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen - in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zu zwischenmenschlicher Verständigung im mündlichen und schriftlichen Bereich durch Lernen mit und über Sprache zu fördern.

Im Einzelnen geht es darum, in Deutsch und Slowenisch

  • Strichaufzählung
    das Gefühl der Zugehörigkeit zur slowenischen Volksgruppe zu entwickeln bzw. tolerantes Verhalten zu wecken und zu fördern;
    auch bei Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen ist von Anfang an Zweisprachigkeit zu ermöglichen;
  • Strichaufzählung
    die individuellen Sprachen des Kindes zur jeweiligen Standardsprache zu erweitern; auch bei Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen ist von Anfang an Zweisprachigkeit zu ermöglichen;
  • Strichaufzählung
    den Schülerinnen und Schülern durch Sprache die Herstellung einer Beziehung zur unmittelbaren Umgebung zu ermöglichen;
  • Strichaufzählung
    Einsichten in die Sprachen des Lebens- und Kulturraums der Schülerinnen und Schüler im Sinne des interkulturellen Lernens zu erlangen;
  • Strichaufzählung
    den richtigen Sprachgebrauch im mündlichen und schriftlichen Bereich zu üben und zu festigen;
  • Strichaufzählung
    einige Grundeinsichten in Funktion und Struktur beider Sprachen gewinnen zu lassen;
  • Strichaufzählung
    durch Vergleiche Ähnlichkeiten und Unterschiede von Sprachen aufzuzeigen und auf ihre Rolle in der Kommunikation hinzuweisen;
  • Strichaufzählung
    zum Lesen und zur Auseinandersetzung mit dem Gelesenen anzuregen;
  • Strichaufzählung
    einen kreativen Sprachgebrauch zu ermöglichen und zu fördern;
  • Strichaufzählung
    einfache Arbeits- und Lerntechniken zu vermitteln, die in zunehmendem Maße zu selbstständigem Bildungserwerb befähigen.
Der Unterrichtsgegenstand Deutsch, Slowenisch, Lesen gliedert sich in folgende Teilbereiche:
  • Strichaufzählung
    Sprechen/Ustno sporocanje
  • Strichaufzählung
    Lesen/Branje
  • Strichaufzählung
    Schreiben (nur Grundstufe römisch eins)/Pisanje (samo za osnovno stopnjo römisch eins)
  • Strichaufzählung
    Verfassen von Texten/Pisno sporocanje
  • Strichaufzählung
    Rechtschreiben/Pravopis
  • Strichaufzählung
    Sprachbetrachtung/Spoznavanje jezika
Diese Aufgliederung in Teilbereiche verdeutlicht Sachstrukturen und die stoffliche Linienführung des Lehrplans, soll aber keinesfalls einer sinnvollen Vernetzung von Lernbereichen entgegenstehen und ermöglicht daher dem Lehrer einen kindgemäßen und sachgerechten Unterricht. Dies gilt auch für den die Grundleistungen der Kinder sichernden Lehrplanteil “Elementarer Spracherwerb”, der ebenfalls in die oben angeführten Teilbereiche zu integrieren ist.
Auf der Grundstufe römisch zwei wird der Teilbereich Schreiben (pisanje) dem Unterrichtsgegenstand Bildnerische Erziehung (likovna vzgoja) zugeordnet, die übrige Gliederung in Teilbereiche bleibt unverändert.
Sprechen/Ustno sporocanje:
Sprechen ist einer der wichtigsten Teilbereiche des Deutsch- und Slowenischunterrichts, gliedert sich in fünf Aufgabenfelder und umfasst grundlegende und langfristige Ziele. Wesentliche Aufgabe des Teilbereiches Sprechen ist es, die Bereitschaft und Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zur mündlichen Kommunikation in beiden Sprachen allmählich zu erhöhen und sie zu einem möglichst sicheren Gebrauch beider Standardsprachen zu führen.
Es sind natürliche Sprechsituationen zu schaffen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler auch der slowenischen Sprache spontan bedienen.
Lesen/Branje:
Der zweisprachige Leseunterricht auf der Grundstufe römisch eins hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern die grundlegende Lesefertigkeit zu vermitteln und damit die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten zu ermöglichen. Zunehmend erfahren die Schülerinnen und Schüler das Lesen im Sinne des interkulturellen Lernens als einen bedeutenden Zugang zu beiden Kulturen im Land, insbesondere als ein wesentliches Mittel zur Informationsgewinnung und zur Unterhaltung.
Im Leseunterricht auf der Grundstufe römisch zwei sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen über ihre realen Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und für andere vertiefen sowie sich und andere informieren und unterhalten können.
Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art in beiden Sprachen dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und zu festigen.
Schreiben (nur Grundstufe römisch eins)/Pisanje (samo za osnovno stopnjo römisch eins):
Aufgabe des Schreibunterrichts ist es, die Schülerinnen und Schüler zum Gebrauch grundlegender konventioneller grafischer Zeichensysteme anzuleiten. Dabei sollen sie erfahren, dass Schreiben eine Form der Kommunikation und Dokumentation ist. Im Besonderen soll der Schreibunterricht zur sicheren Beherrschung beider Schriftsysteme führen.
Verfassen von Texten/Pisno sporocanje:
Im Teilbereich Verfassen von Texten sollen sich die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage ihrer Mitteilungsbereitschaft und der erworbenen Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben in beiden Sprachen zunehmend selbstständig schriftlich äußern, und zwar sowohl ichbezogen, zB über Erlebnisse, Beobachtungen, als auch partnerbezogen, zB Wünsche, Fragen; auf der Grundstufe römisch zwei auch sachbezogen.
Rechtschreiben/Pravopis:
Aufgabe des Rechtschreibunterrichts in beiden Sprachen ist es, die Schülerinnen und Schüler zu normgerechtem Schreiben zu motivieren, grundlegende Rechtschreibkenntnisse zu vermitteln und in der Folge ihr Rechtschreibkönnen kontinuierlich zu erweitern, sie zum Erkennen und Anwenden einfacher Regeln zu führen und ihnen eine möglichst geläufige Nachschlagetechnik zu vermitteln.
Sprachbetrachtung/Spoznavanje jezika:
Aufgabe der Sprachbetrachtung ist es, allmählich wachsende Einsichten in Funktion und Struktur beider Sprachen zu vermitteln und zunehmend begrifflich zu sichern.

Lehrstoff:

Grundstufe römisch eins (1. und 2. Schulstufe)

Sprechen/Ustno sporocanje

Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:

beim Erzählen, Mitteilen, Zuhören

  • Strichaufzählung
    beim Erzählen und Mitteilen anderer bewußt zuhören und sich zu Gehörtem äußern können;
beim situationsbezogenen Sprechen
  • Strichaufzählung
    in verschiedenartigen Situationen sprachlich angemessen handeln;
beim Gespräch
  • Strichaufzählung
    sich in verschiedenen Gesprächsformen beim Sprechen, Hören und Verstehen einander zuwenden;
  • Strichaufzählung
    einsehen, daß Miteinander-Sprechen geregelt werden muß und daher einfache Gesprächsregeln zu vereinbaren und zu beachten sind;
  • Strichaufzählung
    in der Schule erworbene Sprechformen und sprachliche Mittel allmählich auch im Gespräch anwenden;
bei der Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)
  • Strichaufzählung
    den Wortschatz auf verschiedenen Ebenen (Wortbedeutung, Wortfeld, Wortfamilie, Oberbegriffe usw.) erweitern;
  • Strichaufzählung
    über häufig gebrauchte Satzmuster verfügen und allmählich zur Standardsprache hingeführt werden;
bei der Sprechübung (Deutliches Sprechen)
  • Strichaufzählung
    Laute richtig bilden sowie Wörter und Texte gut artikulieren können;
  • Strichaufzählung
    ausdrucksvoll sprechen können.
Erzählen, Mitteilen, Zuhören:

Motivation                        In einer entspannten Atmosphäre

                                  Freude und Bereitschaft zum

                                  Erzählen, Mitteilen und Zuhören

                                  entwickeln

                                  Geeignete Situationen aufgreifen

                                  oder schaffen, die zum Erzählen

                                  anregen

Erlebnisse, Beobachtungen und     Von persönlichen Erlebnissen,

Gefühle mitteilen                 Ereignissen, Beobachtungen usw.

                                  erzählen

                                  Zu Bildern und Bildgeschichten

                                  sprechen

                                  Eigene Gefühle und Empfindungen

                                  sowie die anderer wahrnehmen und

                                  verstehen, zB durch Trösten,

                                  Beruhigen und dergleichen verbal

                                  Hilfe anbieten

Spielerischer, kreativer Umgang   Laut- und Wortspielereien,

mit Sprache                       Reimbasteleien ua. mehr versuchen

                                  Namen, Begriffe, Geschichten usw.

                                  erfinden und verändern

Zuhören                           Dem Erzählen des Lehrers zuhören

                                  und daraus Anregungen für das

                                  eigene Erzählen gewinnen, dem

                                  Erzählen der Mitschüler aufmerksam

                                  zuhören

                                  Die Aufnahmebereitschaft und

                                  -fähigkeit durch geeignete

                                  Erzählsituationen (Erzählkreis,

                                  regelmäßige Erzählzeiten vorsehen,

                                  eventuell Aufmerksamkeitsübungen

                                  und dergleichen) wecken und fördern

                                  Gehörtes (zunächst ohne Anspruch

                                  auf Genauigkeit und

                                  Vollständigkeit) wiedergeben

                                  Sich zu Gehörtem äußern (zB Fragen

                                  stellen)

Situationsbezogenes Sprechen:

In einfachen Sprechsituationen    Sprechsituationen aufgreifen,

Erfahrungen sammeln, Situationen  spielerisch erproben, zB

sprachlich bewältigen             - begrüßen, verabschieden, sich

                                    entschuldigen

                                  - sich erkundigen bzw. Auskunft

                                    geben

                                  - Vorschläge äußern (Sitzordnung,

                                    Pausengestaltung, Spiele,

                                    Freizeitgestaltung)

Gespräch:

Hinführen zum Gespräch;           Spielerische Formen des

Vorformen des Gesprächs           Miteinander-Sprechens und Festigen

                                  des erworbenen Wortschatzes (zB

                                  Kennenlernen, Rate- und

                                  Fragespiele, Zuhörspiele und Spiele

                                  zur Weitergabe des Wortes)

                                  Spiele, die im Besonderen zum

                                  Gebrauch der slowenischen Sprache

                                  motivieren

                                  Einfache Kommunikationsformen

                                  (Weiterrufen in der Sprechkette,

                                  Erzählkreis usw.)

                                  Schrittweises Sichern einfacher

                                  Formen des Ansprechens, Anknüpfens,

                                  Weiterführens und dergleichen

Schulung des Hörens und           Vom Wahrnehmen über das bewußte

Verstehens                        Hinhören und Zuhören zum

                                  Aufeinander-Hören

Einsehen, Vereinbaren und         Die Wichtigkeit von Gesprächsregeln

Beachten einiger wichtiger        einsehen bzw. vereinbaren und

Gesprächsregeln                   beachten (zB das Wort weitergeben,

                                  den Sprecher ansehen und ihm

                                  zuhören, ihn ausreden lassen, den

                                  Sprecher nicht auslachen, wenn er

                                  Unpassendes, Unverständliches sagt

                                  oder sich in der jeweils anderen

                                  Sprache äußert, seine eigene

                                  Meinung begründen können)

Hinführen zu verschiedenen        Partner-, Gruppen- und

Gesprächsformen                   Kreisgespräche zu Themen aus dem

                                  Erfahrungs- und Interessenbereich

                                  der Kinder oder aus Sachbegegnungen

                                  oder über das Miteinander-Sprechen

                                  selbst (zB Kasper-Spiele und

                                  Kartenspiele zur

                                  Gesprächserziehung)

Sprachübung (Erweiterung der

Sprachfähigkeit):

Wortschatz erweitern und          Über Gegenstände, Bilder und

differenzieren                    ähnliches sprechen; Tätigkeiten,

                                  Geräusche, Beobachtungen usw.

                                  sprachlich darstellen

                                  Vorhandene sprachliche Elemente zu

                                  neuen Worteinheiten zusammenfügen

                                  und deren Bedeutung suchen

                                  Die Bedeutung von Wörtern

                                  umgrenzen, inhaltlich bestimmen, zB

                                  durch zugehörige Gegenwörter

                                  (groß/klein) oder durch kleine

                                  sprachliche Felder

Richtige Satzmuster üben          Sätze mit gleichem Satzbau analog

                                  bilden

                                  Üben von Satzmustern, die häufig

                                  fehlerhaft verwendet werden,

                                  insbesondere Fehlformen, die sich

                                  aus dem Unterschied zwischen

                                  Mundart- und Standardsprache

                                  ergeben

Sprechübung (Deutliches

Sprechen):

Natürlich und ausdrucksvoll       Fördern und Verstärken des

sprechen                          natürlichen Sprechens der Kinder

                                  Sprache ausdrucksvoll gestalten (zB

                                  Emotionen, Meinungen, Interessen

                                  durch sprachliche Ausdrucksmittel

                                  unterstützen, zB etwa mittels

                                  Rollenspiel)

Deutlich sprechen                 Bewußtes Beachten der Artikulation

                                  beim Sprechen; Zungenbrecher und

                                  ähnliche Texte artikuliert

                                  nachsprechen; Sprachspiele,

                                  lautliche Eigenheiten beider

                                  Sprachen beachten lernen

                                  Übungen zur Lautunterscheidung in

                                  deutscher (zB Singen - sinken,

                                  reden - retten, Liebe - Lippe)

                                  sowie in slowenischer Sprache (zB

                                  pod - pot, ziv - siv, kosa - koza,

                                  svet - cvet)

Texte nachgestaltend und          Sprechen von Reimen, Versen und

sinngestaltend sprechen           Gedichten; Reimwörter finden

                                  Verse und kurze Gedichte frei

                                  vortragen

Mundart - Standardsprache         Mundart und Standardsprache im

                                  Deutschen und Slowenischen

                                  vergleichen; Gemeinsamkeiten und

                                  Unterschiede feststellen

Lesen/Branje

  Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum

Ende der 2. Schulstufe

  - eine möglichst anhaltende Lesemotivation entwickelt haben;

  • Strichaufzählung
    in der Lage sind, altersgemäße, dem sprachlichen Vermögen entsprechende Texte in beiden Sprachen in gemischter Antiqua geläufig zu lesen;
  • Strichaufzählung
    den Sinn dieser Texte erfassen können;
  • Strichaufzählung
    sich mit Texten in einfacher Weise auseinandersetzen können.
Erstlesen (Grundleistungen):
Den nachfolgend genannten Grundleistungen kommt als Voraussetzung für den Erstleseunterricht im engeren Sinn besondere Bedeutung zu (siehe dazu auch diesbezügliche didaktische Grundsätze).

Lesemotivation                    Permanente und gezielte Maßnahmen

                                  zur Weckung des Lesewillens und zur

                                  Erhaltung der Lesefreude in beiden

                                  Sprachen

Sprachförderung                   Umfassende und gezielte Maßnahmen

                                  zur Sprachentwicklung;

                                  wechselseitige Unterstützung von

                                  mündlichem Sprachunterricht und

                                  Lesenlernen

Sprechmotorik                     Artikulierendes Sprechen,

                                  Beobachten der Lautbildung

Akustische Gliederungs- und       Gehörte Sprache in Wörter gliedern;

Merkfähigkeit                     Wörter von ähnlich klingenden

                                  anderen unterscheiden und später

                                  wiedererkennen;

                                  Einzellaute erkennen, von anderen

                                  unterscheiden und später

                                  wiedererkennen; einfache Reime

                                  erkennen, sich merken, selbst

                                  bilden

                                  Im Slowenischen besonders auf die

                                  richtige Aussprache des „l”

                                  (zB als /u/ am Wortende) achten;

                                  die unterschiedliche Aussprache der

                                  stimmhaften und stimmlosen

                                  Konsonanten sowie die labiodentale

                                  Aussprache des „v” als /w/ vor

                                  Vokalen und als /u/ in allen

                                  anderen Positionen einüben

Visuelle Gliederungs- und         Auf Bildern Einzelheiten erkennen

Merkfähigkeit                     und später wiedererkennen;

                                  die Gliederung von gedruckten und

                                  geschriebenen Texten in Wörter

                                  wahrnehmen, einige Wörter von

                                  anderen unterscheiden und später

                                  wiedererkennen

Symbolcharakter der Schrift und   Erfassen, daß Schrift und andere

anderer Zeichen                   Zeichen (zB Verkehrszeichen) etwas

                                  bedeuten und daß man ihre Bedeutung

                                  durch „Lesen” finden kann

Grundlegende Begriffe             Wort, Laut, Schrift, Buchstabe;

links, rechts, oben, unten, vorne,

hinten und dergleichen

Erstleseunterricht (Lehrgang):
Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Erstleseunterricht im eigentlichen Sinn der Grundstufe römisch eins mehrere Teilschritte, wobei ihre Reihenfolge keine bindende methodische Abfolge ausdrückt.

Übungen zum akustischen,          Durchgliedern von Sätzen in Wörter

sprechmotorischen und             Ähnlich klingende Wörter sprechen,

visuellen Durchgliedern von       vergleichen und unterscheiden Laute

Sätzen und Wörtern                und Lautgruppen heraushören und

                                  sprechen

                                  Gleiche Buchstaben in verschiedenen

                                  Wörtern feststellen, von anderen

                                  unterscheiden und

                                  kennzeichnen

                                  Durchgliedern von Wörtern durch Ab-

                                  und Aufbauübungen

                                  Laute und Buchstaben austauschen

                                  und neue Wörter entstehen

                                  lassen

Erfassen der Laut-Buchstaben -    In vielseitigen Übungen jedem

Zuordnung in ihren verschiedenen  Buchstaben den ihm entsprechenden

Varianten und Qualitäten;         Laut zuordnen und artikulieren (zB

Beherrschen der Buchstaben        Buchstaben suchen, feststellen,

                                  benennen, sortieren, unterscheiden

                                  usw.)

                                  Bestimmte Buchstaben auch für

                                  mehrere Laute anwenden (zB in sehen

                                  und Straße, reka und pes, mlin und

                                  bil)

                                  Unterschiedliche Buchstaben bzw.

                                  Buchstabengruppen für den gleichen

                                  Laut einander zuordnen (zB

                                  Großbuchstaben - Kleinbuchstaben)

Speichern und Wiedergeben von     Einprägen von ausgewählten Wörtern

Wörtern und Buchstabengruppen     durch oftmaliges Anbieten ihres

                                  Schrift- und Klangbildes und

                                  sprechmotorisches Wiedergeben

                                  Übungen zum raschen Wiedererkennen

                                  von Wörtern und Buchstabengruppen

Aufbauendes Zusammenlesen         Aufbauendes Zusammenlesen zunächst

                                  von bekannten, dann von unbekannten

                                  Wörtern;

                                  Erfassen ihrer Bedeutung

                                  Nonsenswörter aufbauen und lesen

                                  Vielfältige Auf- und

                                  Abbauübungen

                                  Durch Austauschen, Weglassen und

                                  Hinzufügen von Buchstaben bei

                                  bekannten und später bei

                                  unbekannten Wörtern die Bedeutung

                                  eines Wortes verändern

                                  In neuen Wörtern bekannte Elemente

                                  auffinden und als Lesehilfe

                                  verwenden

                                  Sätze mit bekannten und neu

                                  gelernten Wörtern bauen und umbauen

                                  Erfassen ihrer Bedeutung bzw. ihrer

                                  Bedeutungsänderung

Weiterführendes Lesen:

Steigerung der Lesesicherheit     Vielfältige Übungen zur guten

und der Lesegeläufigkeit in       Aussprache

beiden Sprachen                   Überschauendes Lesen von Texten

                                  in immer größeren Sinnschritten, zB

                                  durch Übungen im „Blitzlesen”

                                  Beachtung der wichtigsten

                                  Satzzeichen

Übungen zum sinnerfassenden       Vom lauten zum stillen Lesen von

Lesen                             Texten

                                  Beantworten von Fragen zum

                                  gelesenen Text

                                  Unterscheiden von Wichtigem und

                                  Unwichtigem

                                  Schriftliche Anweisungen,

                                  Aufforderungen und ähnliches

                                  verstehen

Begegnung mit literarischen       Umweltgeschichten, Märchen,

Texten in möglichst natürlichen   Kinderlyrik sowie kurze

Lesesituationen                   dramatische Szenen aus dem

                                  literarischen Schaffen und dem

                                  Volksgut beider Kulturkreise

                                  usw.

                                  Einbeziehung von Privatlektüre

Erste Übungen zum                 Literarische Texte mit besonderer

partnerbezogenen                  Berücksichtigung der heimischen

sinngestaltenden Lesen            Literaturschaffenden beider

(Vorlesen) von vorgeübten         Sprachen

Texten in natürlichen             Gebrauchstexte, zB Anleitungen,

Lesesituationen                   Einladungen, Aufforderungen,

                                  Hinweise, Anordnungen, Anfragen,

                                  Listen, Notizen

                                  Eigene Niederschriften und

                                  Niederschriften von Mitschülern

                                  lesen

Anbahnung selbständiger           Gespräche und Diskussionen zur

Auseinandersetzung mit Texten     Sinnverarbeitung

verschiedener Art                 Stellungnahme, Vergleiche,

                                  Gegenüberstellungen, Veränderungen

                                  und phantasievolle Weiterführung

                                  usw.

Schreiben/Pisanje
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe
  • Strichaufzählung
    Buchstaben, Ziffern und Zeichen in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form aus der Vorstellung schreiben können (dies schließt nicht aus, daß die Schüler mit dem Schreiben der Druckschrift vertraut gemacht werden);
  • Strichaufzählung
    kurze Texte gut lesbar - auch aus der Vorstellung - schreiben können;
  • Strichaufzählung
    Ansätze zu einer geläufigen Schrift erkennen lassen.
Der Schüler soll seine Grundvoraussetzungen für das Schreibenlernen festigen und zumindest in folgenden Teilbereichen weiterentwickeln:

Schreibmotivation                 Freude am grafischen Gestalten, am

                                  möglichst genauen Ausführen von

                                  grafischen Formen, an der

                                  gelungenen Verständigung durch

                                  grafische Zeichen

Training der für das Schreiben    Lockerungsübungen, insbesondere

bedeutsamen Grob- und             für die Schulter-, Arm-, Hand-

Feinmotorik                       und Fingermuskulatur; auch

                                  beidhändige Übungen; Fingerspiele

                                  und anderes Bewegungsabläufe von

                                  der Grobmotorik in Richtung

                                  Feinmotorik überführen;

                                  Kräftigungsübungen für die Hand-

                                  und Fingermuskulatur (Kneten,

                                  Falten, Formen, Biegen, Reißen und

                                  dergleichen)

Grundlegendes                     Im Zusammenhang mit dem Training

Begriffsverständnis für           der Grob- und Feinmotorik: auf, ab,

Bewegungsrichtungen und           hinaus, hinunter, nach links, nach

Bewegungsformen                   rechts, schräg; in der Mitte,

                                  oberhalb, unterhalb, gerade, eckig,

                                  rund, spitz

Schulung der                      Vorgegebene einfache und

Auge-Hand-Koordination            zusammenhängende Bewegungsabläufe

                                  übernehmen und möglichst genau

                                  nachvollziehen

                                  Vorgegebene rhythmische

                                  Bewegungsreihen übernehmen und

                                  möglichst genau nachvollziehen

                                  Bewegungen aus der Vorstellung

                                  möglichst genau nachvollziehen

                                  Übungen in kleiner werdenden

                                  Spurvorlagen

Schreibhaltung; verschiedene      Hilfen und Hinweise zur Körper-

Schreibwerkzeuge und              und Handhaltung

Schreibmaterialien gebrauchen     Erfahrung im Umgang mit

                                  verschiedenen Schreibgeräten auf

                                  unterschiedlichen Schreibflächen

                                  sammeln

Die Grundformen der               Formelemente und Grundformen der

Ausgangsschrift nachbilden und    Schreibbewegung üben, zB Aufstrich,

schreiben                         Abstrich, Waagrechte, Parallele,

                                  Spitze, Arkade, Girlande, Oval,

                                  Schleife

Das Zeichenverständis (Anm.:      Einfache Zeichen (zB

richtig: Zeichenverständnis       Verkehrszeichen, Symbole)

vorbereiten)                      darstellen und ihre Aussage

                                  verbalisieren

  Bei diesen Übungen werden Leistungsunterschiede deutlich erkennbar.

Sie geben Hinweise, in welchen Teilbereichen die einzelnen Schüler individuell zu fördern sind.
Auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schreiben-, Lesen- und Rechtschreiblernen ist zu achten, wobei aber auch den unterschiedlichen Lernfortschritten der Kinder in diesem Bereich Rechnung zu tragen ist.
Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Schreibunterricht der Grundstufe römisch eins folgende Bereiche:

Buchstaben und Ziffern            Aus Form- und Bewegungselementen

formgerecht und im richtigen      entstehen Buchstaben und Ziffern;

Bewegungsablauf ausführen         Wechseln von Schriftgröße und

                                  Schreibgerät

Wörter und Sätze gut lesbar ab-   Buchstaben zu Wörtern und Sätzen

und aufschreiben                  zusammenfügen; dabei Schreiben als

                                  sinnvolle Tätigkeit erfahren;

                                  Selbstgeschriebenes stets auch

                                  lesen

                                  Bei der Schulschrift: Zeigen und

                                  Beschreiben schwieriger

                                  Bewegungsabläufe, zB

                                  Richtungswechsel,

                                  Buchstabenverbindungen

                                  Wörter zunehmend als Ganzes

                                  abschreiben; Hinführen zum

                                  Aufschreiben (Schreiben aus der

                                  Vorstellung)

Schreibabläufe zunehmend          Allmähliches Beschleunigen des

automatisieren                    Bewegungsablaufes, zB durch

                                  Nachfahren von

                                  Buchstabenverbindungen und kurzen

                                  Wörtern

                                  Schreibbewegungen automatisieren,

                                  damit Schrift frei verfügbar wird

Formgerechtes und geordnetes      Formale Ordnungen beim Schreiben

Schreiben                         einhalten; zB Steilheit des

                                  Schriftwinkels, Verhältnis der

                                  Ober-, Mittel-, Unterlängen;

                                  gleiche Wortabstände und

                                  Zeilenabstände; Rand beachten

Die Beziehungen zwischen          Druckschrift und Schulschrift

Druckschrift und                  miteinander vergleichen; auf der

Schulschrift                      2. Schulstufe Wörter und kurze

                                  Texte von Druckschrift in die

                                  Schulschrift übertragen

Verfassen von Texten/Pisno sporocanje

  Als Schwerpunkt der einzelnen Aufgabenfelder können bis zum Ende

der 2. Schulstufe angesehen werden:

  • Strichaufzählung
    Freude am Verfassen von Texten in beiden Sprachen entwickeln;
  • Strichaufzählung
    Mitteilungen, Wünsche, Fragen, Antworten und dergleichen niederschreiben;
  • Strichaufzählung
    eigene Erlebnisse, Beobachtungen und ähnliches in kurzen Sätzen aufschreiben;
  • Strichaufzählung
    über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte schreiben.

Vorbereitende und begleitende     Das mündliche Erzählen und

Übungen zum Verfassen von         Mitteilen der Schüler allmählich

Texten                            in die Form kurzer schriftlicher

                                  Texte lenken

                                  Vorgegebene kurze Texte, aber auch

                                  einzelne Sätze und Wortgruppen

                                  abschreiben und diese gelegentlich

                                  auch ohne Vorlage aufschreiben

- Wichtiges von weniger           Ungeordnet vorgegebene Wörter zu

  Wichtigem bzw. Unwichtigem      einem Satz, ungeordnet vorgegebene

  unterscheiden                   Sätze zu einem sinnvollen Text

                                  ordnen

                                  Passende Überschriften zu einfachen

                                  Geschichten, zu Bildern ua. finden

                                  und schreiben

                                  Die inhaltlichen Aussagen einer

                                  Bildfolge in Sätzen ausdrücken

- Vorgegebene Textteile ergänzen  ZB zu einer Geschichte einen Schluß

                                  finden

- Situationsbezogene

  Formulierungsübungen            Im Bereich des Wortschatzes und der

                                  Satzstrukturen typische

                                  Sprachmuster beider Sprachen

                                  berücksichtigen

- Einfache schriftliche Muster    ZB Beschriften von Heften und

  funktionsgerecht anwenden       Büchern; Adressen auf Grußkarten;

                                  Bücherlisten

- Gemeinsames Erarbeiten eines    ZB zu einem Ereignis, Bild

  Textes

Texte verfassen                   Selbständig verfaßte

                                  Niederschriften können anfangs nur

                                  aus einem Wort, einer Wortgruppe

                                  oder einem kurzen Satz bestehen.

                                  Sie werden im allgemeinen erst

                                  allmählich (etwa auch durch das

                                  gemeinsame Verfassen von Texten)

                                  auf zwei oder mehrere kurze Sätze

                                  erweitert. Beim Verfassen von

                                  Texten ist - von der ursprünglich

                                  starken Ichbezogenheit des

                                  kindlichen Schreibens ausgehend -

                                  darauf hinzuarbeiten, daß

                                  allmählich eine oder mehrere

                                  vorwiegende Schreibabsichten

                                  berücksichtigt werden:

                                  - andere unterhalten oder Anteil

                                    nehmen lassen (zB eigene

                                    Erlebnisse aufschreiben, damit

                                    sie andere lesen können)

                                  - andere informieren (zB durch

                                    Mitteilungen, durch einfache

                                    Beschreibungen)

                                  - an andere appellieren (zB durch

                                    Bitten, Wünsche, Anfragen,

                                    Einladungen, Grüße)

                                  - sich etwas notieren (zB

                                    Merkzettel, Verzeichnis)

Rechtschreiben/Pravopis

  Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schüler bis

zum Ende der 2. Schulstufe

- einen begrenzten Wortschatz gründlich geübt haben und möglichst

  sicher beherrschen;

- sich einiger Strategien bedienen können, um zu normgerechtem

  Schreiben zu gelangen;

- einige grundlegende Kenntnisse der Großschreibung, der

  Interpunktion und der Trennung erworben haben.

Motivation                         Das Bemühen um normgerechtes

                                     Schreiben wecken und fördern

Erarbeitung und Sicherung eines

begrenzten Wortschatzes

- Auswahl des Wortschatzes         Wörter, deren Bedeutung bereits

                                     erfasst wurde, nach folgenden

                                     Kriterien auswählen: aktiver

                                     Wortschatz, Häufigkeit,

                                     exemplarischer Wert auch im

                                     Hinblick auf spätere Analogie-

                                     und Regelbildungen

- Wörter durchgliedern             Wörter akustisch, optisch und

                                     sprechmotorisch durchgliedern

                                   Entsprechungen,

                                     Teilentsprechungen und

                                     Nichtentsprechungen zwischen

                                     Lautung und Schreibung

                                     entdecken

                                   In verschiedenen Wörtern gleiche

                                     Schreibungen feststellen

                                     (Verdopplungen, Endungen ua.)

- Wörter einüben                   Wörter, Wortgruppen und kurze

                                     Sätze abschreiben und

                                     aufschreiben

                                   Den erarbeiteten Wortschatz in

                                     verschiedenen sprachlichen

                                     Zusammenhängen anwenden

Von gesicherten Wörtern zur        Beispiele:

Schreibung anderer Wortformen        Straße - Straßen

bzw. anderer Wörter gelangen         Baum - Bäume

(Stammprinzip im Deutschen;          kalt - kälter

Wortfamilien)                        gehen - geht

                                     essen - isst

                                     fahren - mitfahren - wegfahren

                                     Bahn, Autobahn, Eisenbahn

                                     Stange - Stängel

                                   Primeri:

                                     cesta - ceste

                                     drevo - drevesa

                                     lep - lepsi

                                     hoditi - hodi

                                     jesti - je

                                     peljati - pripeljati -

                                     odpeljati

                                     cesta, cestar, avtocesta;

Besonderheiten der Rechtschreibung:

- Großschreibung                   Aus vielen Analogiebildungen

                                   erfassen, dass

                                   - im Deutschen alle Namenwörter,

                                     im Slowenischen nur die

                                     Eigennamen groß zu schreiben

                                     sind,

                                   - das erste Wort im Satz und das

                                     erste Wort einer Überschrift in

                                     beiden Sprachen groß zu

                                     schreiben sind

- Interpunktion                    Die Satzschlusszeichen Punkt,

                                     Fragezeichen und Rufzeichen in

                                     leicht erfassbaren Beispielen

                                     richtig anwenden

- Trennung                         Einfache Zusammensetzungen in

                                     einzelne Wörter trennen

                                   In einfachen Fällen: Wörter nach

                                     Sprechsilben trennen

                                     (razzlogovanje)

Unterstützende Strategien beim

Rechtschreibenlernen:

- akusto - sprechmotorisch         Deutlich artikulierendes Sprechen

                                     in schriftnaher Überlautung als

                                     gelegentlich mögliche Hilfe zum

                                     normgerechten Schreiben

                                     erkennen können

                                   Beim Schreiben leise mitsprechen

- visuell - schreibmotorisch       Sich durch Lesen und Schreiben

                                     normgerechte Schreibungen

                                     einprägen

                                   Wörter zunehmend aus der

                                     Vorstellung aufschreiben

- erstes Rechtschreibwissen        Elementare Einsichten in die

  anwenden                           Regelhaftigkeit der

                                     Rechtschreibung anwenden

- Hilfen für das Rechtschreiben    Den Lehrer, auch Eltern und

                                     Mitschüler um Auskunft bitten

                                   Einführung in den Gebrauch des

                                     Wörterbuchs; das Wörterbuch und

                                     andere schriftliche Unterlagen

                                     verwenden

Sprachbetrachtung/Spoznavanje jezika

  Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum

Ende der 2. Schulstufe

  - Interesse am bewußten Umgang mit beiden Sprachen entwickeln.

Einsicht in Sprache durch         Im Zusammenhang mit dem

Entdecken, Vergleichen und        Erstleseunterricht können viele

Betrachten                        sprachliche Erscheinungen (in den

                                  Bereichen Satz, Wort, Buchstabe)

                                  bewußtgemacht werden, zB die

                                  Gliederung von gedruckten oder

                                  geschriebenen Texten in Wörter;

                                  Buchstaben in verschiedenen

                                  Positionen eines Wortes

                                  Wiederholtes Vergleichen und

                                  Betrachten am anschaulich

                                  vorliegenden Sprachmaterial führen

                                  zunehmend zum Erfassen (in

                                  Teilbereichen zum Benennen)

                                  sprachlicher Erscheinungen

                                  Unterschiede und Besonderheiten in

                                  beiden Sprachen sind bewußtzumachen

                                  (zB Gute Nacht!/Lahko noc!)

                                  Es kann auch die Erkenntnis

                                  angebahnt oder unterstützt werden,

                                  daß sich durch die geänderte

                                  Bedeutung die grafische Gestalt und

                                  die Lautgestalt eines Wortes meist

                                  ändern (Puppe - Puppen, Maus -

                                  Mäuschen)

                                  Im Slowenischen ist auf ähnliche

                                  Beispiele einzugehen (puza - puze,

                                  hisa - hisica)

Einsicht in Sprache durch         Neue Wörter durch Weglassen,

spielerischen Umgang mit          Hinzufügen oder Austauschen eines

sprachlichen Elementen            Buchstabens oder eines Lautes

                                  bilden

                                  Reimwörter

                                  Unsinnige Wörter

Der Satz als Sinneinheit          Sätze bauen und umbauen

                                  Unvollständige Sätze ergänzen bzw.

                                  Lückensätze

                                  vervollständigen

                                  Satzschlußzeichen anwenden: Punkt,

                                  Fragezeichen, Rufzeichen

Die Wortart „Namenwort”         Sammeln und Ordnen von Namen aus

                                  der Lebenswelt des Schülers (Namen

                                  von Menschen, Tieren, Pflanzen,

                                  Dingen)

                                  Die Begriffe „Namenwort” und

                                  „Eigenname” im Hinblick auf die

                                  Rechtschreibung unterscheiden

                                  lernen

                                  Suchen von Namenwörtern in Sätzen

                                  Den meisten Namenwörtern können im

                                  Deutschen die Begleiter der, die

                                  oder das zugeordnet werden

                                  Entdecken und Erkennen, daß es im

                                  Slowenischen keine derartigen

                                  Begleiter gibt

Sprachbezogene Begriffe           Die Begriffe „Buchstabe”,

                                  „Wort”, „Satz” anhand von

                                  Beispielen verstehen (nicht

                                  definieren) und im Umgang mit

                                  Sprache anwenden

Grundstufe römisch zwei (3. und 4. Schulstufe)

Sprechen/Ustno sporocanje

Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder gelten bis

zum Ende der 4. Schulstufe in beiden Sprachen:

Erzählen, Informieren, Zuhören

  • Strichaufzählung
    sprachliche Ausdrucksformen allmählich bewusst einsetzen;
  • Strichaufzählung
    durch aufmerksames Zuhören Sachverhalte, Gedanken und die Lage anderer erfassen;
Situationsbezogenes Sprechen
  • Strichaufzählung
    verschiedenartige Situationen einschätzen und sprachlich angemessen bewältigen;
Gespräch
  • Strichaufzählung
    relativ selbstständig partner-, sach- und problembezogene Gespräche in verschiedenen Formen führen;
  • Strichaufzählung
    Gesprächsregeln formulieren, begründen und beachten;
  • Strichaufzählung
    im Sinne des Unterrichtsprinzips “Interkulturelles Lernen” sowie des bilingualen Spracherwerbs die Regel beachten, dass man - nach Möglichkeit - in der Sprache antwortet, in der man angesprochen wird;
  • Strichaufzählung
    einfache Gesprächstechniken kennen und situationsgerecht anwenden;
  • Strichaufzählung
    in der Schule erworbene Sprech- und Sprachformen im Gespräch anwenden;
  • Strichaufzählung
    beide Sprachen zur Herstellung von Beziehungen zur schulischen und außerschulischen Umwelt anwenden;
Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)
  • Strichaufzählung
    einen grundlegenden Wortschatz inhaltlich erschlossen und begrifflich verfügbar haben;
  • Strichaufzählung
    zunehmende Sicherheit im Gebrauch beider Sprachen als Standardsprachen erlangt haben;
Sprechübung (Deutliches Sprechen)
  • Strichaufzählung
    Sicherheit im ausdrucksvollen und lautrichtigen Sprechen gewinnen.
    1. Ziffer 3
      Schulstufe
Erzählen, Informieren, Zuhören:

Interessant und anschaulich        Über Ereignisse, persönliche

  erzählen, andere unterhalten       Erlebnisse und dergleichen in

                                     zeitlich richtiger Abfolge

                                     erzählen

Beim Erzählen wesentliche          Durch Erzählen andere unterhalten

  Einzelheiten berücksichtigen

                                   Kurze gelesene oder gehörte

                                     Geschichten anderen erzählen

                                   Ausgedachte Geschichten erzählen

                                     (zu Bildern, Geräuschen,

                                     Wörtern, Pantomimen usw.)

Andere informieren                 Einfache Sachverhalte und

                                     Handlungsabläufe möglichst

                                     genau sprachlich darstellen

                                   Eigene Gefühle, Gedanken und

                                     Wünsche anderen mitteilen

                                   Auffallende Merkmale von

                                     Gegenständen, Tieren und

                                     Menschen beschreiben

Aufmerksam zuhören                 Anderen Sprechern längere Zeit

                                     aufmerksam zuhören

                                   Wesentliches erfassen und

                                     wiedergeben

                                   Zu Gehörtem Stellung nehmen

Situationsbezogenes Sprechen:

Verschiedenartige                  Reale Handlungssituationen bzw.

  Sprechhandlungssituationen         in Rollenspielen dargestellte

  sprachlich allmählich sicher       Situationen sprachlich

  bewältigen                         bewältigen:

                                   zB

                                   - mit jemandem Kontakt aufnehmen

                                   - trösten, wünschen, fordern,

                                     richtig stellen

                                   - einem anderen zustimmen, die

                                     Meinung eines anderen

                                     anerkennen

                                   - die eigene Meinung begründen

Gespräch:

weiter gehende Schulung des        zB durch verschiedene

  Zuhörens, Aufeinander-Hörens       kommunikative Spiele in beiden

  und Verstehens                     Sprachen; Unterscheiden von

                                     Wesentlichem und

                                     Unwesentlichem; Zusammenfassen

                                     wichtiger Ergebnisse eines

                                     kurzen Gesprächs

Erweitern der Gesprächsregeln und  zB beim Thema bleiben

  der Gesprächstechniken

                                   Eigene Behauptungen begründen

                                   Nicht alles unbefragt hinnehmen

                                   Anteilnehmen durch Rückfragen,

                                     Zustimmen, Ablehnen

                                   Die Klärung von Sachverhalten und

                                     Problemen anstreben (zB durch

                                     Fragen, Beurteilen, von

                                     Gesprächsbeiträgen)

                                   Sich auf Gesprächsteilnehmer und

                                     deren jeweilige Rolle bzw.

                                     Sprache einstellen

Beherrschen einfacher              Partner-, Gruppen- und

  Gesprächsformen                    Kreisgespräche zu Sachthemen

                                     und -problemen aus dem

                                     Erfahrungs- und

                                     Interessenbereich der Kinder

                                     oder aus Sachbegegnungen in

                                     verschiedenen Lernbereichen

                                   Wie auf der Grundstufe I können

                                     sich Gesprächsanlässe spontan

                                     aus bestimmten Situationen

                                     ergeben oder gezielt angeregt

                                     werden

Sprachübung (Erweiterung der

  Sprachfähigkeit):

Wortschatz erweitern und           Gegenstände und Bilder besprechen

  differenzieren                     oder beschreiben

                                   Beobachtungen und Vorgänge

                                     sprachlich darstellen

                                   Möglichkeiten der Wortbildung

                                     erproben

                                   Wortbedeutungen durch Ordnen,

                                     Vergleichen und Anwenden

                                     unterscheiden

Standardsprachliche Satzmuster     Vorwörter mit dem richtigen

  üben und erweitern                 Fall gebrauchen

                                   Üben von Satzmustern mit

                                     steigendem Schwierigkeitsgrad,

                                     um Fehlformen vorzubeugen

                                     (Satzreihen und Satzgefüge)

Sprechübung (Deutliches

  Sprechen):

Ausdrucksvoll sprechen             Persönliche Aussagen

                                     ausdrucksvoll gestalten

                                   Sprachliche Äußerungen durch

                                     Mimik und Gestik unterstützen

                                   Verschiedene

                                     Ausdrucksmöglichkeiten

                                     sprachlichen Handelns für

                                     bestimmte Situationen erproben

                                     (Rollenspiele)

Deutlich sprechen                  Übungen zur Schulung der

                                     Artikulation in beiden

                                     Sprachen: Wörter und Texte

                                     bewusst artikuliert sprechen

                                     (Sprechspiele, Zungenbrecher,

                                     Scherztexte und dergleichen)

                                   Sicherung der Lautbildung und

                                     Übungen zur Lautunterscheidung

                                     mit Berücksichtigung der

                                     Unterschiede in Deutsch und

                                     Slowenisch (zB

                                     Lautdifferenzierungsübungen)

Texte nachgestaltend und           Durch unterschiedliches Sprechen

  umgestaltend sprechen              von Texten (fröhlich,

                                     weinerlich ...) verschiedene

                                     Stimmungen ausdrücken

4. Schulstufe

Erzählen, Informieren, Zuhören:

In bewusster Gestaltungsabsicht    Beim Erzählen allmählich die

  erzählen, andere unterhalten       eigene Gestaltungsabsicht

                                     umsetzen (Höhepunkt gestalten,

                                     Spannung bewirken, Mitgefühl

                                     erwecken und dergleichen)

Andere informieren                 Wesentliche Merkmale von

                                     Gegenständen, Tieren und

                                     Personen treffend beschreiben

                                   Sachinformationen weitergeben (zB

                                     von sachlichen Zusammenhängen

                                     mit Hilfe von Texten, Bildern,

                                     Tafelbildern, ... berichten)

                                   Arbeitsergebnisse zusammenfassen

                                   Eigene Gefühle, Gedanken und

                                     Wünsche anderen mitteilen

Aufmerksam zuhören                 Sprachangeboten verschiedenster

                                     Art (auch Medien) über längere

                                     Zeit aufmerksam zuhören

                                   Wesentliches erfassen und

                                     möglichst genau wiedergeben

                                   Zu Gehörtem Stellung nehmen

                                   Feststellen, wodurch eine

                                     Darstellung gefällt, wodurch

                                     eine Erzählung lustig, traurig,

                                     spannend wirkt

Situationsbezogenes Sprechen:

Verschiedenartige                  Reale Handlungssituationen

  Sprechhandlungssituationen         bzw. in Rollenspielen

  sprachlich allmählich sicher       dargestellte Situationen

  bewältigen                         sprachlich bewältigen:

                                   zB

                                   - mit jemandem Kontakt aufnehmen

                                   - ermuntern, wünschen, richtig

                                     stellen, sich beschweren

                                   - einem anderen zustimmen, die

                                     Meinung eines anderen

                                     anerkennen

                                   - die eigene Meinung begründen

                                     und vertreten

Gespräch:

Weiter gehende Schulung des        zB durch verschiedene

  Zuhörens, Aufeinander-Hörens       kommunikative Spiele;

  und Verstehens                     Zusammenfassen wesentlicher

                                     Ergebnisse eines Gesprächs;

                                     Auswählen und Auswerten von

                                     Gesprächsbeiträgen unter

                                     bestimmten Gesichtspunkten

Wichtige Redeelemente für das      zB Einleitung, Anknüpfung,

  Gespräch                           Überleitung, Weiterführung,

                                     Zusammenfassung und Ähnliches

Erweitern der Gesprächsregeln und  Seine Meinung vertreten (nicht

  der Gesprächstechnik               sofort aufgeben)

                                   Seine Meinung ändern, wenn man

                                     überzeugt worden ist

                                   Sich Stichwort-Notizen machen

                                   Das Gespräch durch eigene

                                     Initiativen voranbringen

                                   Die Klärung von Sachverhalten und

                                     Problemen anstreben (zB durch

                                     Vermutungen, Fragen,

                                     Erkundigungen, Argumente,

                                     Bestätigung und Widerspruch)

Beherrschen verschiedener          Auch längere Partner-, Gruppen-

  Gesprächsformen                    und Kreisgespräche bzw.

                                     Diskussionen zu Sachthemen und

                                     -problemen aus dem Erfahrungs-

                                     und Interessenbereich der

                                     Kinder oder aus Sachbegegnungen

                                     in verschiedenen Lernbereichen

                                     führen

                                   Über den Gesprächsablauf (zB

                                     anhand einer Tonbandaufnahme)

                                     miteinander sprechen

                                   Die Gesprächsanlässe können sich

                                     spontan aus bestimmten

                                     Situationen ergeben oder

                                     angeregt werden

Sprachübung (Erweiterung der

  Sprachfähigkeit):

Wortschatz erweitern und           Vorgänge und Handlungsabläufe

  differenzieren                     treffend, folgerichtig und

                                     begrifflich klar darstellen

                                   Verschiedene Möglichkeiten der

                                     Wortbildung in beiden Sprachen

                                     erproben

                                   Wortbedeutungen durch Vergleichen

                                     und Abgrenzen unterscheiden

                                     auch durch Gegenüberstellung

                                     von Wörtern in beiden Sprachen

                                     (zB Bein, Fuß - noga; Mond -

                                     mesec, luna; Finger, Zehen,

                                     Erde - prst)

Standardsprachliche Verwendung     Sicherung des normgerechten

  einzelner Wortarten üben           Gebrauchs von Zeitwort,

                                     Namenwort und Eigenschaftswort,

                                     auch im Hinblick auf Fehler,

                                     die sich aus der jeweils

                                     anderen Sprache ergeben (zB die

                                     Milch - mleko)

                                   Korrektur von Fehlformen

Standardsprachliche Satzmuster     Sichern von Satzmustern mit

  üben und erweitern                 komplexerer Struktur, um

                                     Fehlformen vorzubeugen

Sprechübung (Deutliches

  Sprechen):

Ausdrucksvoll sprechen             Übungen zum sicheren Gebrauch

                                     unterschiedlicher Mittel des

                                     ausdrucksvollen Sprechens

                                     (Betonung, Lautstärke,

                                     Artikulation, Tempo, Pausen,

                                     Mimik, Gestik)

                                   Ausdrucksvolles Gestalten

                                     dialogischer Situationen

Deutlich sprechen                  Erhöhte Anforderungen bei der

                                     Schulung der Artikulation

                                     (Flüstersprache, größere

                                     Entfernung usw.)

                                   Sprechtechnische Übungen:

                                     Wortreihen und Texte schnell

                                     und deutlich sprechen

                                   Sicherung der Lautbildung und

                                     Übungen zur Lautunterscheidung

                                     unter Berücksichtigung der

                                     Unterschiede in Deutsch und

                                     Slowenisch (zB Zucker - zob;

                                     Vater - Vase - veter - avto)

Texte nachgestaltend und           Durch Verändern von Texten

  umgestaltend sprechen              spielerisch neue Lautgestalten

                                     bilden sowie durch

                                     unterschiedliches Sprechen von

                                     Texten verschiedene Stimmungen

                                     und Charakterzüge ausdrücken

Lesen/Branje

  Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schülerinnen

und Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe in beiden Sprachen

  - ihr Lesen zunehmend an persönlichen Interessen orientieren;

  • Strichaufzählung
    altersgemäße Texte selbstständig lesen und inhaltlich erschließen können;
  • Strichaufzählung
    durch die Auseinandersetzung mit Texten deren Absichten, Wirkungen und dergleichen erkennen können;
  • Strichaufzählung
    vorbereitete Texte sinngestaltend vorlesen können.

3. Schulstufe

Förderung und Unterstützung der    Möglichst oft auf aktuelle,

  Lesebereitschaft und der           altersgemäße Texte hinweisen

  individuellen Leseinteressen

                                   Vielfältige altersgemäße Texte

                                     mit ausgewähltem entsprechendem

                                     Lesestoff auch in slowenischer

                                     Sprache anbieten

                                     (Klassenbibliothek,

                                     Schulbibliothek)

                                   Zur selbstständigen

                                     Textbeschaffung anregen

                                     (Bibliotheksbesuch,

                                     Bücheraustausch)

Erfahren, dass man aus Texten

  Sinn entnehmen kann:

- aus literarischen Texten         In Märchen, Sagen, Erzählungen

                                     aus beiden Kulturkreisen,

                                     Umweltgeschichten usw.

                                     Handlungszusammenhänge erleben

                                     und erkennen; einfache

                                     Handlungsabfolgen richtig

                                     wiedergeben (zB erzählen,

                                     spielen); Pointen erfassen

                                   Gemeinsam über Texte und ihre

                                     unterschiedliche Wirkung

                                     sprechen

                                   Zu Texten die eigene Meinung

                                     äußern und begründen, Texte

                                     fantasievoll weiterführen

- aus Gebrauchstexten              Bilder und Bildunterschriften als

                                     Zusatzinformationen nützen

                                   Inhaltsverzeichnisse,

                                     Kurzbeschreibungen usw. als

                                     Informationsquelle benützen

                                   Aus Nachschlagewerken

                                     Informationen entnehmen

                                   Aus Überschriften, Buchtiteln

                                     usw. auf Informationsgehalt

                                     schließen

Steigerung der Lesefertigkeit      Überschauendes Lesen in immer

                                     größeren Sinnschritten

                                   Lesen von Texten in verschiedener

                                     räumlicher Anordnung (zB in

                                     Pyramidenform)

                                   Lesen von Texten ohne

                                     Wortabstände, ohne Satzzeichen

                                   Lesen von Texten verschiedener

                                     Druckgröße und Schriftarten

                                     (verschiedene Formen der Block-

                                     und Druckschrift, lateinische

                                     Schreibschrift)

                                   Vielfältige Übungen zur guten

                                     Aussprache

                                   Lesen einfacher Texte unter

                                     Beachtung der Leseflüssigkeit

                                   Lesen einfacher Texte in

                                     zunehmend steigendem Tempo

Vorbereitung und Übung             Vielfältiges Üben

  textgerechten Vorlesens und        sinnentsprechenden und

  Vortragens                         sinngestaltenden Lesens und

                                     Vortragens

                                     - Lesen und Vortragen von

                                       Kinderreimen, Gedichten,

                                       Geschichten uam. unter

                                       besonderer Beachtung der

                                       Klangstruktur und der

                                       Sprechpausen

                                     - Auswendiglernen und Vortragen

                                       von Gedichten

4. Schulstufe

Förderung und Festigung guter      Möglichst oft zur

  Lesegewohnheiten, individuelle     Auseinandersetzung mit

  Leseinteressen ausweiten und       aktuellen, altersgemäßen Texten

  bilden                             anregen

                                   Vielfältige altersgemäße Texte in

                                     deutscher und slowenischer

                                     Sprache anbieten

                                     (Klassenbibliothek,

                                     Schulbibliothek)

                                   Die selbstständige Textauswahl

                                     fördern (Bibliotheksbesuch,

                                     Büchertausch usw.)

Ausweitung der

  Inhaltserschließung und des

  Textverständnisses:

- Literarische Texte               Märchen, Sagen, Fabeln,

                                     Umweltgeschichten, Erzählungen,

                                     Gedichte und dialogische Texte

                                     usw. aus beiden Kulturkreisen,

                                     auch in Mundart, lesen, um sich

                                     zu unterhalten, um

                                     mitzuempfinden, um sich anregen

                                     zu lassen usw.

                                   Den Verlauf einer Handlung, eines

                                     Geschehens durch Erzählung,

                                     durch spielerische oder

                                     pantomimische Darstellung

                                     wiedergeben

- Gebrauchstexte                   Mit Sachbüchern,

                                     Nachschlagewerken, kurzen

                                     Gebrauchstexten (zB Spielregeln

                                     - auch zu Computerspielen,

                                     Anleitungen, Kochrezepten)

                                     sowie Angeboten der neuen

                                     Medien (zB CD-Roms, Internet)

                                     umgehen lernen

                                   Aufschriften, Hinweise, Appelle

                                     (zB im Verkehr, an und in

                                     Gebäuden) in beiden Sprachen

                                     lesen

                                   Informationen auswerten und

                                     anwenden

- sich mit Texten verschiedener    Verschiedene Texte zum gleichen

  Art selbständig auseinander        Thema, auch in beiden Sprachen,

  setzen                             einander gegenüberstellen, nach

                                     Unterschieden suchen

                                   An Texten (Werbetexten usw.)

                                     Absichten erkennen und

                                     besprechen

                                   Zu Texten in einfacher Form

                                     Stellung nehmen

Steigerung der Lesefertigkeit      Überschauendes Lesen in immer

                                     größeren Sinnschritten

                                   Lesen von Texten in verschiedenen

                                     räumlichen Anordnungen

                                   Lesen von Texten verschiedener

                                     Druckgrößen und Schriftarten,

                                     auch neuer Medien (verschiedene

                                     Formen der Gemischtantiqua,

                                     lateinische Schreibschrift,

                                     Fraktur)

                                   Lautrichtiges, wortgetreues Lesen

                                   Lesen einfacher Texte mit

                                     zunehmender Steigerung der

                                     Leseflüssigkeit

                                   Lesen einfacher Texte in

                                     zunehmend steigendem Tempo

Vorbereitung und Übung             Vielfältiges Üben

  textgerechten Vorlesen und         sinnentsprechenden und

  Vortragens                         sinngestaltenden Lesens und

                                     Vortragens

                                   Lesen und Vortragen von

                                     Gedichten, dialogischen Texten,

                                     Geschichten uam. unter

                                     besonderer Beachtung der

                                     Sprechpausen und der

                                     Ausdrucksgestaltung

                                   Auswendiglernen und Vortragen von

                                     Gedichten

Verfassen von Texten/Pisno sporocanje

  Als Schwerpunkt bis zum Ende der 4. Schulstufe gelten in beiden

Sprachen:

  • Strichaufzählung
    eine anhaltende Freude am Verfassen von Texten entwickelt haben;
  • Strichaufzählung
    eigene Erlebnisse, Beobachtungen, Dialoge, Erfundenes und Ähnliches aufschreiben;
  • Strichaufzählung
    Mitteilungen, Aufforderungen, Wünsche, Hinweise, Anleitungen, Aufträge und Ähnliches aufschreiben;
  • Strichaufzählung
    über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte in ganzen Sätzen und in Stichwörtern schreiben;
  • Strichaufzählung
    Einzelbilder und Bildfolgen schriftlich versprachlichen sowie Texte ergänzen und verändern;
  • Strichaufzählung
    Briefe, Grußkarten, E-Mails und Ähnliches zu verschiedenen Anlässen schreiben;
  • Strichaufzählung
    Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes, Gefühltes und Gedachtes in eigenen Worten (ganze Sätze oder Stichworte) schriftlich wiedergeben.
    1. Ziffer 3
      Schulstufe
Begleitende Übungen zum Verfassen
von Texten:

- Wichtiges von weniger Wichtigem  zB passende Überschriften zu

  bzw. Unwichtigem unterscheiden     Bildern und Texten finden

- Gedanken ordnen und damit        zB vorgegebene Bildfolgen und

  Möglichkeiten des Textaufbaues     Textteile ordnen und ergänzen;

  erkennen und finden                Anfang, Höhepunkt, Abschluss

                                     von Texten erkennen und

                                     formulieren

- Gedanken möglichst klar, genau   Im Bereich des Wortschatzes und

  anschaulich und folgerichtig       der Satzstrukturen immer

  ausdrücken                         situationsbezogen formulieren:

                                     treffende Wörter;

                                     Aufforderungen, Ausrufe,

                                     Fragen; Anrede-, Einleitungs-

                                     und Schlussformel in Briefen;

                                     Verwenden der wörtlichen Rede

- Texte zu einer                   Texte zu einem gemeinsamen

  Erfahrungsgrundlage gemeinsam      Erlebnis, zu einem Bild und

  erarbeiten                         ähnliches in kleinen Gruppen

                                     oder mit der Klasse erarbeiten

- einfache schriftliche Muster     Einfache Formulare, Tabellen

  funktionsgerecht anwenden          und Ähnliches ausfüllen;

                                     Adressen, Listen und Ähnliches

                                     schreiben

Texte verfassen:

- vor allem, um andere zu          zB durch eigene Erlebnisse,

  unterhalten oder Anteil nehmen     Träume; durch einfache

  zu lassen                          Geschichten zu vorgegebenen

                                     oder selbst gefertigten

                                     Bildern, zu Reizwörtern, zu

                                     einem Erzählkern; durch

                                     Weitererzählen begonnener

                                     Geschichten; durch

                                     Sprechblasentexte, erfundene

                                     Geschichten, lustige Verse,

                                     Briefe, Karten

- vor allem, um andere zu          zB durch einfache Beschreibung,

  informieren                        durch Anleitungen; Einladungen,

                                     Ankündigungen; Aufgabenpläne,

                                     Verlustanzeigen; durch Briefe

                                     und Karten

- vor allem, um an andere (um      zB durch Einladungen, einfache

  eventuell auch an sich selbst)     Werbetexte in Prospekt-,

  zu appellieren                     Plakat-, Schildform und

                                     Ähnliches, Ge- und Verbote

- vor allem, um etwas für sich zu  zB (telefonische) Mitteilungen,

  notieren                           Einkaufswaren, Kochrezepte;

                                     kurze Sachtexte, Liedtexte

4. Schulstufe

Begleitende Übungen zum Verfassen

  von Texten:

- Wichtiges von weniger Wichtigem  zB in Texten das Wichtigste

  bzw. Unwichtigem unterscheiden     unterstreichen; Stichwörter und

                                     Sätze zu Gelesenem und Gehörtem

                                     aufschreiben

- Gedanken ordnen und damit        zB vorgegebene Bildfolgen und

  Möglichkeiten des Textaufbaus      Textteile ordnen und ergänzen;

  erkennen und finden                Anfang, Abschluss, Höhepunkt

                                     von Texten erkennen und

                                     formulieren; sich die

                                     Reihenfolge und Verknüpfung von

                                     Sätzen bewusst machen und diese

                                     beim eigenen Schreiben beachten

- Gedanken möglichst klar, genau,  zB Dinge, Tätigkeiten,

  anschaulich und folgerichtig       Eigenschaften, Sachverhalte,

  sprachlich darstellen              Situationen usw. immer

                                     angemessener sprachlich

                                     darstellen: treffende Wörter

                                     finden, Begründungen

                                     formulieren, die entsprechenden

                                     Zeitformen wählen, die

                                     wörtliche Rede gezielt

                                     einsetzen

- Texte zu einer                   Texte, zB zu einem gemeinsamen

  Erfahrungsgrundlage gemeinsam      Erlebnis, zu Bildern, zu

  erarbeiten                         einem sachunterrichtlichen

                                     Thema und Ähnlichem in kleinen

                                     Gruppen oder im Klassengespräch

                                     erarbeiten

- schriftliche Muster              zB Formulare, Erlagscheine und

  funktionsgerecht anwenden          Ähnliches ausfüllen; Listen,

                                     Verzeichnisse und Ähnliches

                                     schreiben; eine Kartei anlegen,

                                     etwa für die Klassenbücherei

Texte verfassen:                   Die Schüler sollen immer

                                     bewusster erkennen, dass die

                                     Art der Abfassung eines Textes

                                     von der vorwiegenden

                                     Schreibabsicht abhängt und

                                     hinsichtlich der Wahl der

                                     Sprache auch davon, an wen sich

                                     der Text richtet

- vor allem, um andere zu          zB durch das Erzählen von eigenen

  unterhalten oder Anteil nehmen     Erlebnissen, Träumen,

  zu lassen                          Geschichten zu vorgegebenen

                                     oder selbst gefertigten

                                     Bildern, zu Reizwörtern, zu

                                     einem Erzählkern; Anfang und

                                     Schluss zu

                                     Erzählungsfragmenten;

                                     Sprechblasentexte, erfundene

                                     Geschichten, lustige Collage

                                     von Wörtern und Sätzen,

                                     Geheimsprache, Witze, Dialoge

                                     auch für zweisprachige

                                     Textsammlungen wie

                                     Schülerzeitungen, Bücher;

                                     Briefe, Karten, E-Mails

- vor allem, um andere zu          zB durch das Beschreiben von

  informieren                        Personen, Tieren, Gegenständen,

                                     Handlungsabläufen und

                                     Sachverhalten; durch das

                                     Nacherzählen einfacher Texte

                                     (auch mit verändertem

                                     Standpunkt); durch Gebrauchs-

                                     und Bastelanleitungen,

                                     Einladungen, Verkaufs-, Tausch-

                                     und Verlustanzeigen; durch

                                     Briefe, Karten, E-Mails zu

                                     verschiedenen Anlässen

- vor allem, um an andere (und     zB durch Spielregeln,

  eventuell auch an sich selbst)     Einladungen, Programme,

  zu appellieren                     Werbetexte (in Prospekt-,

                                     Plakat-, Schildform und

                                     Ähnlichem), verschiedene

                                     Anzeigen; Flugblätter

- vor allem, um etwas für sich     zB Mitteilungen und Vormerkungen

  (und eventuell auch für andere)    aller Art, Kochrezepte;

  zu notieren                        Wissenwertes, Sachtexte,

                                     Liedtexte; Erlebnisse in einem

                                     Tagebuch

Rechtschreiben/Pravopis

  Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schülerinnen

und Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe in beiden Sprachen

  - einen allgemein gebrauchten, aber begrenzten Schreibwortschatz

    gründlich geübt haben und möglichst sicher beherrschen;

  • Strichaufzählung
    einige grundlegende Phänomene und Probleme der Rechtschreibung kennen, zB die gebräuchlichsten Fälle der Großschreibung, der Interpunktion sowie im Deutschen die Bezeichnung von Vokallänge und Vokalkürze, im Slowenischen die Schreibung aufeinander folgender Mitlautzeichen;
  • Strichaufzählung
    zunehmend selbstständig Schreibstrategien anwenden können;
  • Strichaufzählung
    sich Regelmäßigkeiten bewusst machen und daraus erarbeitete einfache Regeln formulieren und anwenden.

3. Schulstufe

Motivation                         Das Bemühen um normgerechtes

                                     Schreiben erhalten und festigen

Erarbeitung und Sicherung eines

  begrenzten Wortschatzes

- Auswahl des Wortschatzes         Wörter, deren Bedeutung bereits

                                     erfasst wurde, nach folgenden

                                     Kriterien auswählen: aktiver

                                     Wortschatz, Häufigkeit,

                                     exemplarischer Wert auch im

                                     Hinblick auf Analogie- und

                                     Regelbildungen

- Wörter durchgliedern             Wörter akustisch, optisch und

                                     sprechmotorisch durchgliedern

                                   Entsprechungen,

                                     Teilentsprechungen und

                                     Nichtentsprechungen zwischen

                                     Lautung und Schreibung

                                     entdecken

                                   In verschiedenen Wörtern gleiche

                                     Schreibungen feststellen

- Wortschreibungen festigen        Wörter, Wortgruppen und Sätze mit

                                     zunehmender Sprachbewusstheit

                                     schreiben

                                   Den erarbeitenden Wortschatz in

                                     verschiedenen sprachlichen

                                     Zusammenhängen anwenden

Von rechtschreibmäßig gesicherten  Wortzusammensetzungen

  Wörtern zur Schreibung anderer

  Wortformen bzw. anderer Wörter   Wortableitungen

  gelangen

                                   Analogien

                                   Einfache Wortfamilien; der

                                     Wortstamm als Hilfe

Besonderheiten der

  Rechtschreibung:

- Großschreibung                   Festigung der Großschreibung von

                                     Namenwörtern im Deutschen bzw.

                                     von Eigennamen im Slowenischen,

                                     des ersten Wortes einer

                                     Überschrift in beiden Sprachen

                                   Großschreibung des

                                     Anredefürwortes “Sie” und des

                                     entsprechenden

                                     besitzanzeigenden Fürwortes

                                     “Ihr” sowie deren Ableitungen

                                     im Deutschen

- Bezeichnung der Vokallänge       Wörter mit bezeichneter und nicht

                                     bezeichneter Vokallänge sammeln

                                     und üben (zB Saal; nahm; kam -

                                     keine Gegenüberstellungen!)

- Bezeichnung der Vokalkürze       Wörter mit bezeichneter und nicht

                                     bezeichneter Vokalkürze sammeln

                                     und üben

                                   Im Slowenischen Wörter mit

                                     Zentralvokal (“Halblaut”)

                                     sammeln und ordnen

- Häufungen von                    Wörter üben, bei denen eine

  aufeinanderfolgenden               Häufung von aufeinander

  Konsonantenzeichen                 folgenden Mitlautzeichen

                                     auftritt (zB pflegen, pflücken

                                     /prst, odpreti; empfangen;

                                     Schlusssatz, Krepppapier)

- Konsonantenverbindungen und      Im Slowenischen ist das “j”

  -zeichen                           in den Konsonantenverbindungen

                                     lj und nj auch dann zu

                                     schreiben, wenn es nicht

                                     ausgesprochen wird

                                   Die Schreibung der Buchstaben l

                                     und v (Gebrauch der

                                     Selbstlautprobe: nov - nova,

                                     stol - stoli usw.), der

                                     stimmhaften und stimmlosen

                                     Konsonanten und den Gebrauch

                                     der Vorwörter s-z und k-h üben

- Trennung                         Zusammengesetzte Wörter in

                                     einzelne Wörter trennen

                                   Wörter des Schreibwortschatzes

                                     nach Sprechsilben trennen

                                     (razzlogovanje), zB Ap=fel,

                                     Wes=pe, ras=ten

                                   Keine Trennung von “ck” im

                                     Deutschen, zB Zu=cker

- Interpunktion                    Sichere Anwendung der

                                     Satzschlusszeichen Punkt,

                                     Fragezeichen und Rufzeichen in

                                     einfachen Fällen

                                   Einfache Fälle der

                                     Beistrichsetzung zB in

                                     Aufzählungen

                                   Zeichen bei der einfachsten Form

                                     der wörtlichen Rede (zB Eva

                                     fragt: “ _______________?”)

Hilfen für das Rechtschreiben      Erworbenes Rechtschreibwissen

                                     zunehmend anwenden

                                   Wörter alphabetisch ordnen, auch

                                     nach dem zweiten Buchstaben

                                   Übungen im Gebrauch des

                                     Wörterbuches

                                   Das Wörterbuch als zuverlässige

                                     Rechtschreibhilfe nutzen lernen

4. Schulstufe

Motivation                         Das Bemühen um normgerechtes

                                     Schreiben erhalten und festigen

Erarbeitung und Sicherung eines

  begrenzten Wortschatzes

- Auswahl des Wortschatzes         Wörter, deren Bedeutung bereits

                                     erfasst wurde, nach folgenden

                                     Kriterien auswählen: aktiver

                                     Wortschatz, Häufigkeit,

                                     exemplarischer Wert auch im

                                     Hinblick auf Analogie und

                                     Regelbildungen

- Wörter durchgliedern             Wörter akustisch, optisch und

                                     sprechmotorisch durchgliedern

                                   Entsprechungen,

                                     Teilentsprechungen und

                                     Nichtentsprechungen zwischen

                                     Lautung und Schreibung

                                     entdecken

                                   In verschiedenen Wörtern gleiche

                                     Schreibungen feststellen

- Wortschreibungen festigen,       Wörter, Wortgruppen und Sätze

  Schreibstrategien bewusst          mit zunehmender

  anwenden                           Sprachbewusstheit schreiben,

                                     dabei erworbenes Regelwissen

                                     anwenden

Von rechtschreibmäßig gesicherten  Wortzusammensetzungen,

  Wörtern zur Schreibung anderer     Wortableitungen, Analogien;

  Wortformen bzw. anderer Wörter     Wortfamilien; der Wortstamm

  gelangen                           als Hilfe

Besonderheiten der

  Rechtschreibung:

- Großschreibung                   Anredefürwort “Sie” und das

                                     entsprechende besitzanzeigende

                                     Fürwort “Ihr” sowie deren

                                     Ableitungen im Deutschen

                                   Großschreibung der

                                     Anredefürwörter “Ti,

                                     Vidva/Vedve, Vi/Ve” und der

                                     entsprechenden

                                     besitzanzeigenden Fürwörter

                                     “Tvoj, Vajin, Vaš” sowie deren

                                     Ableitungen (auf individuellen

                                     Wunsch des Schreibenden auch

                                     Kleinschreibung)

                                   Das erste Wort einer wörtlichen

                                     Rede

                                   Einfache Fälle nominalisierter

                                     Verben (das Lesen, beim

                                     Schreiben und dergleichen)

                                   Einfache Fälle nominalisierter

                                     Adjektive (etwas Neues, alles

                                     Liebe und Gute)

                                   Besondere Fälle der

                                     Großschreibung von Eigennamen

                                     im Slowenischen (zB Dobrla vas,

                                     Zelezna Kapla)

- Bezeichnung der Vokallänge im    Wörter mit bezeichneter und nicht

  Deutschen                          bezeichneter Vokallänge

                                     rechtschreibmäßig sichern

                                   Bezeichnungsformen der Vokallänge

                                     kennen und zunehmend

                                     selbstständig richtig anwenden

                                     (Verdopplung, “ie”, Dehnungs-h,

                                     “ß”)

- Bezeichnung der Vokalkürze im    Wörter mit bezeichneter und

  Deutschen                          nichtbezeichneter Vokalkürze

                                     rechtschreibmäßig sichern

                                   Bezeichnungsformen der Vokalkürze

                                     kennen und zunehmend

                                     selbstständig richtig anwenden

                                     (Verdopplung, “tz”, “ck”)

- Besonderheiten der Schreibung    Wörter mit Zentralvokal

  von Vokalen im Slowenischen        (“polglasnik”) bzw. mit einem

                                     anderen Vokal (zB pes - psi;

                                     hiter - hitra bzw. bolan -

                                     bolna, mocan - mocna) üben und

                                     ordnen

- aufeinander folgende             Wörter rechtschreibmäßig sichern,

  Mitlautzeichen                     bei denen eine Häufung von

                                     aufeinander folgenden

                                     Mitlautzeichen (zB “Arzt”,

                                     “schnell”, odpreti - odprl,

                                     knjiga) und stimmhafte und

                                     stimmlose Konsonanten bzw. die

                                     Konsonantenpaare nj und lj, die

                                     Buchstaben l und v auftreten

                                     bzw. die Vorwörter s / z und

                                     k / h üben

- Trennung                         Die Trennung von Wörtern des

                                     Schreibwortschatzes sichern (zB

                                     Vorsilben, Wortbestandteile)

- Interpunktion                    Zeichen bei einfachen Formen der

                                     wörtlichen Rede (zB “...!”,

                                     rief Markus. “...”, sagte

                                     Markus.) im Deutschen und im

                                     Slowenischen (zB “...!” je

                                     zaklical Marko. “...,” je rekel

                                     Marko.)

Hilfen für das Rechtschreiben      Erworbenes Sprachwissen bewusst

                                     anwenden

                                   Wörter alphabetisch ordnen, auch

                                     nach dem dritten (zB Maler,

                                     Mann, Maus; milo, miš, miza)

                                     und nach dem vierten Buchstaben

                                     (zB schauen, schief, schreiben;

hlace, hlapec, hladen)

Übungen zum Erwerb einer

möglichst geläufigen

Nachschlagetechnik im Wörterbuch und am Computer

Die Verwendung des Wörterbuches

ist bei allen schriftlichen

Arbeiten, bei der Überarbeitung

von Diktaten und auch bei den Schularbeiten zu ermöglichen

Sprachbetrachtung/Spoznavanje jezika
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, dass die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe in beiden Sprachen
  • Strichaufzählung
    Satzglieder durch die Verschiebeprobe ermitteln können;
  • Strichaufzählung
    Wortarten unterscheiden und mit der Fachbezeichnung benennen können;
  • Strichaufzählung
    erste Einsichten in Wortbildung und Wortbedeutung - auch beim Vergleich der Sprachen - gewonnen haben.
    1. Ziffer 3
      Schulstufe
Ersten Einblick in Funktion und Bau von Sätzen gewinnen:

- Der Satz als Sinneinheit         Sinnvolles Ergänzen von

                                     Satzfragmenten

                                   Unsinnige Sätze richtig stellen

                                   Durch die Betonung verschiedener

                                     Wörter den Sinn eines Satzes

                                     etwas ändern

- Satzarten unterscheiden          Sätze nach ihren Leistungen

                                     unterscheiden; aussagen,

                                     fragen, auffordern, ausrufen

                                     (in konkreten Situationen

                                     erproben)

                                   Den Satz in gleichen Wortfolgen

                                     mit verschiedener Intonation

                                     sprechen

                                   Die entsprechenden

                                     Satzschlusszeichen anwenden

- Satzglieder als umstellbare      Umstellung erproben und dabei

  Elemente erkennen                  Unterschiede hinsichtlich

                                     Bedeutung oder Wirkung angeben

                                     (“zerschnittene” Sätze)

Die wichtigsten Wortarten kennen:

- Zeitwörter als Wörter zur        zB Tätigkeiten ausführen und

  Benennung von Tätigkeiten,         benennen

  Vorgängen und Zuständen

                                   Zu bestimmten Sachbereichen

                                     Tätigkeiten finden

                                   Hinführen zu den Zeitstufen -

                                     Gegenwärtiges, Vergangenes,

                                     Zukünftiges - in möglichst

                                     natürlichen Situationen

- Namenwörter als Wörter zur       Wortreihen aus verschiedensten

  Benennung von Menschen, Tieren,    Sachbereichen zusammenstellen

  Pflanzen, Dingen, Gedanken und     (Benennung von Tieren, Pflanzen

  Vorstellungen                      und Dingen)

                                   Abstraktes mit Namenwörtern

                                     bezeichnen, zB Freude, Angst,

                                     Glück

                                   Namenwörter nach Einzahl,

                                     Mehrzahl und im Slowenischen

                                     auch nach der Zweizahl

                                     unterscheiden und ordnen

                                   Namenwörter in die Einzahl,

                                     Mehrzahl und im Slowenischen

                                     auch in die Zweizahl setzen

- Artikel als mögliche Begleiter   Namenwörter nach dem Artikel

  des Namenwortes                    ordnen

                                   Namenwörter im Slowenischen nach

                                     der Endung ordnen

- Eigenschaftswörter zur           Eigenschaftswörter als Mittel

  Kennzeichnung von Eigenschaften    zur genaueren Beschreibung von

                                     Eigenschaften, von Lebewesen

                                     und Dingen

                                   Zu Namenwörtern inhaltlich

                                     passende Eigenschaftswörter

                                     suchen

Einblick in Wortbildung und

  Wortbedeutung:

- Zusammensetzen von Wörtern       Einfache Zusammensetzungen aus

                                     Namenwörtern bilden

                                   Genauere Bezeichnungen durch

                                     Zusammensetzen von Wörtern

                                     finden (zB Tiergarten,

                                     hellgelb, fingerbreit)

                                   Unterschiede der

                                     Wortzusammensetzung im

                                     Deutschen und Slowenischen

                                     beachten

                                   Vorsicht bei wortwörtlichen

                                     Übersetzungen (zB zivalski vrt

                                     - Tiergarten)

- Sammelnamen                      Zusammenfassen von Personen,

                                     Speisen, Pflanzen, Tieren und

                                     Gegenständen durch Sammelnamen

- Wortfamilien                     Zu einem Wortstamm gehörende

                                     Wörter sammeln, ihre Bedeutung

                                     besprechen

4. Schulstufe

Einsichten in Funktion und Bau

  von Sätzen gewinnen:

- Die Stellung des Zeitwortes in   Mit Satzgliedern spielerisch

  verschiedenen Satzarten            umgehen (Satzstreifen)

                                   Entdecken, wo das Zeitwort in

                                     einzelnen Satzarten steht

                                   - Unterschiede in den beiden

                                     Sprachen kennen lernen

                                   - Üben der Wortstellung im

                                     Slowenischen (zB Bil sem doma.

                                     Danes sem bil doma.)

- Verfahren zur Ermittlung von     Sätze mit Hilfe der

  Satzgliedern (Verschiebe-,         Verschiebeprobe untersuchen

  Ersatz-, Weglass- und

  Erweiterungsprobe)               Information durch Austausch eines

                                     Satzgliedes oder durch

                                     Umstellung verändern

                                   Ausgebaute Sätze verkürzen

                                   Kurze Sätze durch Ergänzungen

                                     erweitern und die auf diese

                                     Weise veränderte Information

                                     besprechen

- Satzteile (Subjektsteil,         Ausgebaute Sätze bis auf den

  Prädikatsteil)                     Subjekts- und Prädikatsteil

                                     verkürzen

                                   Zusätzliche Information durch

                                     Ergänzungen feststellen

Die wichtigsten Wortarten kennen:

- Zeitwörter                       Die wichtigsten sprachlichen

                                     Zeitformen einander

                                     gegenüberstellen,

                                     Formveränderungen besprechen

                                   Im Deutschen unterscheiden der

                                     Vergangenheitsform beim

                                     mündlichen Erzählen

                                     (Vergangenheit - ich habe

                                     gespielt) und in schriftlichen

                                     Erzählungen (Mitvergangenheit -

                                     ich spielte)

                                   Im Slowenischen Wortstellung des

                                     Hilfszeitwortes und des

                                     Mittelworts bei der Bildung der

                                     Zeitformen erkennen und

                                     anwenden

                                   Die Person des Zeitworts erkennen

                                     und anwenden (zB vidim, greva)

- Namenwörter                      Verschiedene Formen (Fälle) des

                                     Namenwortes in Texten entdecken

                                   Im Deutschen vier, im

                                     Slowenischen sechs Fälle des

                                     Namenwortes (unter

                                     Berücksichtigung der Einzahl

                                     und Mehrzahl bzw. Einzahl,

                                     Zweizahl und Mehrzahl) anwenden

- Fürwörter als Stellvertreter     In Spielen und Gesprächen

  für Namenwörter                    Fürwörter durch Gesten ersetzen

                                   Namenwörter durch Fürwörter

                                     ersetzen

                                   Das Zeitwort im Slowenischen

                                     überwiegend ohne Fürwort

                                     verwenden

- Eigenschaftswörter               Lebewesen und Dingen bestimmte

                                     Eigenschaften zuordnen

                                   Gleichheit und Unterschiede mit

                                     Hilfe von Eigenschaftswörtern

                                     feststellen

                                   Veranschaulichen der

                                     Vergleichsformen (Grundstufe,

                                     Mehrstufe, Meiststufe;

                                     osnovnik, primernik, preseznik)

Einblick in Wortbildung und

  Wortbedeutung:

- Zusammensetzen von Wörtern       Bilden zusammengesetzter Wörter

                                     aus verschiedenen Wortarten (zB

                                     kaufen - Haus: Kaufhaus; Kohle

                                     -schwarz: kohlschwarz; knjiga -

                                     vezati: knjigovez; dolg - cas:

                                     dolgcas)

- Vor- und Nachsilben              Neue Wörter durch Nachsilben bzw.

                                     Vorsilben bilden

- Wortfamilien                     Zu einem Wortstamm gehörende

                                     Wörter sammeln und nach schon

                                     bekannten Wortarten ordnen

- Wortfelder                       Sinnverwandte Wörter sammeln (zB

                                     sich fortbewegen)

                                   Bedeutungsunterschiede

                                     beschreiben

Elementaler Spracherwerb

Für jene Schüler, die ohne Kenntnisse bzw. mit geringen Kenntnissen der slowenischen Sprache in der Grundschule zum zweisprachigen Unterricht bzw. zum Slowenischunterricht angemeldet werden, sind zunächst folgende Grundleistungen zu sichern.

Im Sinne des elementaren Spracherwerbs sind

  • Strichaufzählung
    die Schüler zu befähigen, möglichst bald dem Unterricht folgen zu können;
  • Strichaufzählung
    die Kommunikationsfähigkeit anzubahnen und
  • Strichaufzählung
    die Motivation zur Beschäftigung mit der slowenischen Sprache grundzulegen und zu vertiefen.
Diese Zielsetzungen stehen in engem Zusammenhang und beeinflussen einander. Der Lehrplanteil „Elementarer Spracherwerb” soll - unterstützend - die Begegnung mit der zweiten Sprache in einer lustbetonten und zwanglosen Atmosphäre herbeiführen, die Freude der Kinder am Erlernen der Zweitsprache wecken und somit im allgemeinen eine positive Haltung gegenüber der anderen Sprache aufbauen.
Sprachliche Kommunikation muß als konkrete Tätigkeit anhand von Themen, Situationen und Aktivitäten (Lieder, Rätsel, Reime, Spiele ...) erfahren werden, die auf die unmittelbaren Interessen des Kindes Bezug nehmen. Denn für das Kind ist es unnatürlich und schwierig, Sprache von ihrem Verwendungszweck zu trennen.
Wie der Deutsch- und Slowenischunterricht soll auch der Abschnitt „Elementarer Spracherwerb” die Schüler in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur zwischenmenschlichen Verständigung im mündlichen (und schriftlichen) Bereich fördern.
Da der Erwerb einer weiteren Sprache ein den Menschen in seiner Gesamtheit bewegender Prozeß ist und Kommunikation immer soziales Verhalten einschließt, ist das bewußt geplante Lernen von kooperativen Verhaltensweisen unabdingbar. Darüber hinaus soll eine offene, aufgeschlossene Haltung der Volksgruppe gegenüber angestrebt werden.

ZIELE IM BEREICH DER FERTIGKEITEN:

Elementarer Spracherwerb soll den Aufbau von Hörverstehen und mündlicher Kommunikationsfähigkeit zum Schwerpunkt haben. Leseverstehen und Schreiben als eigenständige Fertigkeiten sind im jeweiligen Unterrichtsgegenstand zu vermitteln. Das Schriftbild kann jedoch lernunterstützend eingesetzt werden, sobald das Klangbild abgesichert ist.

Durch Ausnützen natürlicher Kommunikationssituationen in der Klasse sollen die Schüler lernen, sprachlich zu handeln und die Unterrichtsarbeit mitzugestalten (zB Vorschläge machen, Wünsche vorbringen, Nichtverstehen äußern, um Wiederholung bitten usw.).

Weiters sollen die Schüler auf Alltagssituationen vorbereitet werden, die sich aus den Unterrichtsthemen ergeben.

Hörverstehen:

Die Schüler sollen möglichst bald in der Lage sein,

  • Strichaufzählung
    die Anweisungen und Anleitungen des Lehrers zu verstehen;
  • Strichaufzählung
    einfache Äußerungen im Rahmen der erarbeiteten Gesprächsstoffe zu erfassen sowie
  • Strichaufzählung
    dem Unterricht in Slowenisch zu folgen.
Sprechfertigkeit:
Die Schüler sollen möglichst bald in der Lage sein, spontan und in einfachster Form
  • Strichaufzählung
    Kontakte mit Lehrern und Mitschülern aufzunehmen, Informationen zu geben und einzuholen, Gefühle und Wünsche zum Ausdruck zu bringen,
  • Strichaufzählung
    einfache Gespräche zu führen sowie
  • Strichaufzählung
    am Unterricht aktiv teilzunehmen.

LEHRSTOFF:

Ausgehend von Unterrichtssituationen und einfachen Alltagssituationen, die sich aus den verschiedenen Themen ergeben, soll der Schüler lernen, sprachliche Äußerungen anderer zu verstehen, und ermutigt werden, eigene Sprechabsichten mit einfachsten Mitteln zu verwirklichen.

Hörverstehen und Sprechfertigkeit müssen sich vorerst am Unterrichtsgeschehen orientieren (Anweisungen, Anleitungen, Fragen zum Unterricht usw.). In weiterer Folge können sie im Rahmen der im Lehrplan vorgesehenen Erfahrungs- und Lernbereiche realisiert werden:

Unterricht, Klassenzimmer, Schulsachen; Familie und Freunde, Alltag zu Hause, Feste; Einkaufen; Arbeit und Freizeit; Essen und Trinken; Kleidung; Zeit; Wetter; Reisen; Tiere u.ä.

Sprechabsichten:

Kontakte aufnehmen                Grüßen

                                    Dobro jutro!/Dober dan!/Dober

                                    vecer!

                                  Sich verabschieden

                                    Srecno!/Lahko noc!

                                  Sich vorstellen

                                    Jaz sem...

                                  Andere vorstellen

                                    To je ...

                                  Befinden erfragen

                                    Kako ti (vam) gre?

                                  Über ein Befinden Auskunft geben

                                    Dobro!/Slabo!

                                  Sich entschuldigen

                                    Oprosti!/Oprostite!

Handlungen anbahnen bzw.          Um Hilfe bitten

veranlassen                         Prosim, pomagaj!

                                  Hilfe anbieten

                                    Lahko pomagam?

                                  Jemanden ersuchen, etwas zu tun

                                    Prosim, daj mi ...

                                      pokazi mi ...

                                      prinesi mi ...

Informationen einholen und geben  Identifizieren eines bestimmten

                                  Gegenstandes

                                    Kaj je to?

                                  Bedeutung, Schreibweise und

                                  Aussprache eines slowenischen

                                  Wortes erfragen

                                    Kaj je ... po slovensko?

                                    Kako to pisem?

                                    Kako naj to povem?

                                    Ali je to prav?

                                    Ali so napake?

                                  Angaben über sich und andere machen

                                    Jaz sem ..

                                    Star (stara) sem ...

                                    To je moj (moja, moje) ...

                                    Imam ...

                                    Doma sem v,na,pri ...

                                  Angaben über Namen, Alter usw. vom

                                  Partner oder über eine dritte

                                  Person erfragen

                                    Kdo si?/Kdo je to?/Kaj delas

                                    (dela ...)?

                                    Ali imas ...?

                                    Koliko si star (stara)?

                                  Sagen, daß man etwas nicht weiß

                                    Ne vem!

                                  Fragen bzw. feststellen, wo sich

                                    etwas befindet

                                  Kje je ...?

                                  ... v/na/pri ...

                                  Zeitangaben erfragen und

                                  Zeitangaben machen

                                    Koliko je ura?/Kdaj ...?

                                    ob .../zjutraj/opoldne/

                                    zvecer ...

                                  Angaben über Tätigkeiten erfragen

                                  bzw. machen

                                    Kaj delas?

                                    Pisem ...

                                  Fragen nach der Menge/dem Preis

                                    Koliko je ...?

                                    Koliko stane ...?

                                  Sagen, daß man etwas nicht

                                  versteht, um Wiederholung ersuchen

                                    Ne razumem!

                                    Se enkrat, prosim!

Stellungnahmen abgeben            Zustimmung bzw. Ablehnung äußern

                                    Dobro!/To ni dobro!

                                    Ja, prosim!

                                    Ne, hvala!

                                  Etwas verneinen

                                    Nimam!

                                    Nocem.

                                  Um Erlaubnis bitten und darauf

                                  reagieren

                                    Ali smem ...?

                                  Anerkennung äußern

                                    Lepo! Zelo lepo!

                                    Dobro! Prav dobro!

Wünsche und Gefühle ausdrücken    Gefallen und Mißfallen äußern

bzw. erfragen                       Rad (rada) imam ...

                                    Nimam rad (rada) ...

                                  Wünsche äußern und danach fragen

                                    Zelim ...

                                    Prosim, ...!

                                    Prosim, kaj drugega!

                                  Sich bedanken

                                    Hvala!

Äußerungen anderer verstehen:

Anweisungen verstehen             Anweisungen für Tätigkeiten am

                                  eigenen Platz verstehen und darauf

                                  reagieren

                                    Vstani! Pospravi! Sedi!

                                    Vzemi zvezek (knjigo)!

                                    Pokazi (pokazite)!

                                    Pozdravi (pozdravite)!

                                    Ponovi!

                                    Preberi!

                                  Allgemeine Anweisungen für den

                                  Arbeitsrahmen sowie Ermahnungen

                                  verstehen und darauf reagieren

                                    Tiho! Glasneje! Dvigni roko!

                                    Pridi k tabli! Pomagaj! Pazi!

                                    Polusaj! Pocasi, prosim!

                                    Povej!

                                    Vsi skupaj! Delajte v

                                    skupinah!

                                    Po dva, tri ...

                                  Allgemeine Anweisungen zur

                                  Klassenordnung verstehen und darauf

                                  reagieren

                                    Odpri duri (vrata)! Zapri duri

                                    (vrata)! Zapri okno! Odpri okno!

                                    Ugasni luc! Prizgi luc!

                                    Razdeli zvezke! Poberi liste!

                                    Daj odpadke v kos! Daj stol na

                                    mizo! Umij si roke! Zbrisi tablo!

Fragen verstehen                  Kdo manjka?

Kdo nima domace naloge?

Kdo zna? Kdo ne ve?

Ste razumeli?/Kdo se ni gotov?

Kdo si upa? Kdo hoce ...?

Ali si popravil (popravila)?

Wortschatz:

Die Unterrichtsarbeit hat sich an einem Grundwortschatz zu orientieren, der nach den Kriterien der Themenbezogenheit, des leicht Erlernbaren sowie unter Berücksichtigung des für den Aufbau mündlicher Kommunikationsfähigkeit notwendigen Zeitaufwandes festzulegen ist. Die Erweiterung des Wortschatzes erfolgt im zweisprachigen Unterricht bzw. Slowenischunterricht.

Sprachbetrachtung:

Redemittel werden im Lehrplanabschnitt „Elementarer Spracherwerb” ganzheitlich erfahren und erlebt. Von einer Vorgabe grammatikalischer Regeln ist abzusehen.

Aussprache:

Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der beiden Fertigkeiten Hörverstehen und Sprechen sind die Schulung des Gehörs und die Pflege der Aussprache. „Elementarer Spracherwerb” soll der intensiven Ausspracheschulung dienen, wobei auf die individuellen Schwierigkeiten einzugehen ist. Geeignete Übungsformen sind das Vor- und Nachsprechen mit Berücksichtigung der für das Slowenische charakteristischen Laute, Übungen zur Lautunterscheidung, soweit der vorgesehene Wortschatz dies erlaubt, sowie einfache Reime, Sprüche und rhythmische Sprechübungen.

Didaktische Grundsätze:

Sprechen/Ustno sporocanje

Ausgangspunkt für sprachliches Lernen sowie für eine gezielte Förderung der kindlichen Sprachentwicklung in der Grundschule sind die individuellen sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder. Diese sind im bilingualen Unterricht durch differenzierte und individualisierende Lernangebote zu berücksichtigen. In allen sprachlichen Lernsituationen ist es erforderlich, das Vertrauen des Kindes in seine eigene Sprechfähigkeit zu wecken bzw. zu stärken. Um sprachliche Hemmungen zu vermeiden bzw. abzubauen, soll das Hinführen zu den Formen der Standardsprache keinesfalls unter Leistungsdruck erfolgen. Die Kinder sind behutsam, mit positiver Wertung ihrer (auch dialektalen) sprachlichen Herkunft an die Standardsprache heranzuführen.

Vielfältige Anregungen zum Sprechen sowie eine behutsame Anleitung zum richtigen Sprachgebrauch werden die Sprechfähigkeit der Kinder erweitern.

Erzählen, Informieren, Zuhören; situationsbezogenes Sprechen;

Gespräch:

Innnerhalb dieser Teilbereiche ist es wichtig, dass die aufgegriffenen Themen aus der Erfahrungswelt und dem Interessenbereich der Schülerinnen und Schüler kommen, wobei auf die Schaffung einer sozial-emotional angenehmen Atmosphäre zu achten ist. Dies erfolgt durch grundsätzliches Akzeptieren von und Ermutigen zu Äußerungen der Schülerinnen und Schüler in ihrer Herkunftssprache; Unterstützung der jeweils schwächeren Sprache durch angemessene Hilfestellung; Anregung zum gemeinsamen Spracherwerb (zB Helfen beim Erlernen der jeweils anderen Sprache);

Maßnahmen zur ausgewogenen Gesprächsbeteiligung aller Kinder;

aktives Zuhören der Lehrerin bzw. des Lehrers und Verringerung seines Sprechanteils zu Gunsten der Kinder. Bei allen Formen der mündlichen Sprachverwendung muss durch günstige äußere Bedingungen (Sitzordnung, Gruppenbildung uam.) ein entsprechender Kontakt der Schülerinnen und Schüler untereinander gewährleistet sein. Es sind natürliche Sprechsituationen zu schaffen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler auch der slowenischen Sprache spontan bedienen. Durch äußere Zeichen (zB Plakat, Marionette) kann auf die in der jeweiligen Gesprächssituation verwendete Sprache aufmerksam gemacht werden. Die Schülerinnen und Schüler sind zu ermutigen, auch bei geringeren Sprachkenntnissen jeweils in jener Sprache zu antworten, in der sie angesprochen werden; dafür ist das Erarbeiten von Hilfen (zB Fragen nach der Bedeutung, sich an einen anderen wenden) als unterstützende Maßnahme bedeutsam.

Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit):

Sprachübung gründet auf dem Sprachkönnen, das die Schülerin bzw. der Schüler in der Familie und der sprachlichen Umwelt erworben hat. Der Übergang von der Mundart oder der regionalen Umgangssprache zur jeweiligen Standardsprache soll sich ohne Bruch vollziehen. Für die Erweiterung der kindlichen Sprachfähigkeit ist es wichtig, dass Gesprächsthemen aus der Erfahrungswelt und dem Interessenbereich der Kinder entnommen werden. Jede Abwertung der Herkunftssprache der Kinder ist unbedingt zu vermeiden. Die slowenische Sprache soll in zweisprachig geführten Klassen auch in Form von gemeinsam erarbeiteten Bezeichnungen bzw. Aufschriften optisch präsent sein. Für die Entwicklung ihrer Sprachfähigkeit brauchen die meisten Schülerinnen und Schüler gezielte Sprachübung, jedoch sollten mechanisierende Übungsformen vermieden werden. Der Spracherwerb in Sinnzusammenhängen ist gegenüber reinen Übersetzungsübungen zu bevorzugen.

Grundlegende Bedeutung kommt auch der Lehrersprache zu. Beim Sprechen wird die Lehrerin bzw. der Lehrer beachten, dass ihre/seine Sprechmuster einerseits die kindliche Sprachentwicklung anregen, andererseits aber die sprachlichen Äußerungen der Lehrerin bzw. des Lehrers von den Kindern verstanden werden müssen.

Lesen/Branje

Erstlesen:

Schulanfängerinnen und Schulanfänger weisen in Bezug auf den Teilbereich Lesen sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen auf. Diesen hat der Leseunterricht durch differenzierte Lernangebote aus beiden Sprachen gerecht zu werden. Jedenfalls ist dem Erwerb der für das Lesenlernen im engeren Sinn erforderlichen Grundleistungen durch jede einzelne Schülerin bzw. jeden einzelnen Schüler besondere Beachtung zu schenken, dh. erst wenn die einzelne Schülerin bzw. der einzelne Schüler (Schülergruppe) die für das Lesenlernen erforderlichen Voraussetzungen erreicht hat, ist mit dem Erstleseunterricht (Leselehrgang) zu beginnen. Erstleseunterricht hat sowohl den Erwerb dieser Grundlagen als auch das Lesenlernen im engeren Sinn in geeigneten Lernsituationen und durch entsprechende Lernmittel zu ermöglichen. Dem Kind ist ausreichend Lernzeit zur Verfügung zu stellen und dem Selbstentdecken genügend Raum zu geben.

Übungen zur Steigerung der Lesefähigkeit und Lesefertigkeit sollen abwechslungsreich sein und so lebendig wie möglich in den Unterricht eingebaut werden. Sinnerfassung und Lesevergnügen sollen den Unterricht von Anfang an leiten, wobei auch ganzheitliches (“naives”, “erratendes”) Lesen zum Tragen kommt (zB Lesen von Kinderreimen, die die Kinder auswendig können; Namenskärtchen der Kinder, Aufschriften, Plakate, Ge- und Verbotstafeln).

Weiterführendes Lesen:

Da das Lesenlernen sehr individuell erfolgt, wird der Übergang vom Erstleseunterricht zum weiterführenden Leseunterricht für die einzelnen Kinder zu verschiedenen Zeitpunkten stattfinden. Deshalb werden einerseits die Übungen zur Steigerung der Lesefertigkeit bis zum Ende der Grundstufe römisch eins und darüber hinaus durchgeführt und andererseits die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten für einzelne Kinder schon sehr frühzeitig ermöglicht.

Im Leseunterricht auf der Grundstufe römisch zwei sollen die Schülerinnen und Schüler zunehmend erfahren, dass sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen aus Texten beider Kulturkreise über ihre reale Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und für andere vertiefen sowie sich und andere informieren und unterhalten können.

Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art in beiden Sprachen dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und zu festigen.

Grundsätzlich ist bei der Auswahl der jeweiligen Texte auch auf das Sprachverständnis der Schülerinnen und Schüler Bedacht zu nehmen. Bei schwierigeren Texten sind Verstehenshilfen (zB Bilder) anzubieten.

Schreiben (nur Grundstufe römisch eins)/Pisanje (samo za osnovno stopnjo römisch eins)

In der Regel hat das Kind schon vor seinem Schuleintritt im Umgang mit Schreibmaterial Erfahrung gesammelt. Es darf aber nicht übersehen werden, dass die Schreibmuskulatur, der Stützapparat der Schreibhand, die Bewegungssteuerung und die Koordinationsfähigkeit der Schulanfängerin bzw. des Schulanfängers für den Schreibunterricht nicht voll entwickelt sind und dass der jeweils erreichte Entwicklungsstand dieser Bereiche innerhalb einer Schulklasse oft erhebliche Unterschiede aufweist.

Daraus ergibt sich für den Erstschreibunterricht die Notwendigkeit einer gründlichen Vorschulung und Differenzierung. Durch sie soll die Schülerin bzw. der Schüler auf den eigentlichen Schreibvorgang sowie auf das Erfassen der Funktion der Schrift vorbereitet werden. Kinder mit ausgeprägter Linkshändigkeit dürfen nicht gezwungen werden, mit der rechten Hand zu schreiben. In Grenzfällen kann jedoch die Lehrerin bzw. der Lehrer das Schreiben mit der rechten Hand behutsam anregen.

Alphabetisierung:

Ausgehend von den unterschiedlichen sprachlichen Vorkenntnissen der Kinder, dem soziokulturellen Umfeld der Schule und dem Sprachmilieu in der Familie kann die Alphabetisierung

  • Strichaufzählung
    in der Sprache, in der die Kinder die besseren Voraussetzungen mitbringen,
  • Strichaufzählung
    aber auch in beiden Sprachen, gleichzeitig oder zeitlich versetzt,
erfolgen.
Verfassen von Texten/Pisno sporocanje
Der Lernbereich “Verfassen von Texten” geht von der Mitteilungsbereitschaft des Kindes und von dessen Bedürfnis aus, etwas schriftlich festzuhalten.
In diesem komplexen Lernbereich wirken in beiden Sprachen einander bedingende unterschiedliche Teilleistungen unmittelbar ineinander, und zwar vor allem das Sprechen, das Schreiben und das Rechtschreiben. Das Verfassen von Texten stellt daher hohe Ansprüche an das Kind.
Da auch die Ausgangslage und der Lernverlauf der Schülerinnen und Schüler in diesem Teilbereich individuell sehr unterschiedlich sind, müssen die Anforderungen an Umfang und Selbstständigkeit der Niederschriften und die Fördermaßnahmen im Unterricht entsprechend den schreibmotorischen (eventuell auch den rechtschreibmäßigen) Fähigkeiten, dem Wortschatz und dem Satzbau in beiden Sprachen differenziert werden. Keinesfalls dürfen Texte der Schülerinnen und Schüler auf der Grundstufe römisch eins hinsichtlich ihrer rechtschreibmäßigen Mängel eingeschätzt bzw. beurteilt werden. Vielmehr muss jede schriftliche Arbeit so organisiert werden, dass die Schülerinnen und Schüler während der Niederschrift bzw. vor der Abgabe im Zweifelsfall lexikale Lösungswege einschlagen können. Die unsicheren Schreibungen werden Gegenstand des nachfolgenden Rechtschreibunterrichts. Es können aber auch die Schülerinnen und Schüler auf der Grundstufe römisch eins zB der Lehrerin bzw. dem Lehrer ihre eigenen Geschichten ansagen.
Die Lehrerin bzw. der Lehrer hat geeignete Schreibgelegenheiten zu schaffen bzw. aufzugreifen.
Im Lernbereich “Verfassen von Texten” sollen sich die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage ihrer Mitteilungsbereitschaft und der erworbenen Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben in beiden Sprachen schriftlich äußern, und zwar sowohl ichbezogen, zB über Erlebnisse, Beobachtungen, als auch partnerbezogen, zB in Wünschen, Fragen.
Auch auf der Grundstufe römisch zwei bildet die Mitteilungsbereitschaft der Kinder eine wesentliche Grundlage für das Lernen in diesem Teilbereich. Ihre Fähigkeit, etwas schriftlich auszudrücken, darzustellen bzw. anderen mitzuteilen, ist wegen der Abhängigkeit von den Teilleistungen vor allem im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben sehr unterschiedlich. Deshalb sind sowohl das eigentliche Verfassen von Texten wie dessen begleitende Übungen entsprechend den individuellen Lernerfordernissen in beiden Sprachen zu differenzieren bzw. zu individualisieren.
Entsprechend der Steigerung ihrer Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben sollen sich die Schülerinnen und Schüler in kontinuierlicher Fortführung der Arbeit auf der Grundstufe römisch eins selbstständig und immer angemessener ich-, partner- und sachbezogen schriftlich äußern.
Rechtschreiben/Pravopis
Das Erlernen der Rechtschreibung ist ein komplexer Vorgang, der in engem Zusammenhang mit anderen Teilbereichen des Deutschunterrichts steht:
Bevor die normgerechte Schreibung eines Wortes eingeprägt wird, sollen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung verstehen (Sprechen). Außerdem sollen sie die Lautbestandteile eines Wortes und deren Abfolge wahrnehmen und den Schriftzeichen zuordnen können (Erstlesen). Schließlich müssen die Grundformen der Schrift erworben sein und die Schülerinnen und Schüler Geschriebenes auch lesen können (Schreiben, Lesen).
Der Rechtschreibunterricht legt schon auf der Grundstufe römisch eins in beiden Sprachen großen Wert auf Üben und sicheres Beherrschen eines begrenzten Schreibwortschatzes, um eine bloß oberflächliche Aneignung möglichst vieler Wörter zu vermeiden.
Wörter sollen in verschiedenen Zusammensetzungen, in unterschiedlichen Textvarianten und in vielseitigen Lernsituationen geübt werden.
Für den Lernprozess sind
  • Strichaufzählung
    das Verstehen der Wortbedeutung,
  • Strichaufzählung
    das bewusste Wahrnehmen des Lautbestandes,
  • Strichaufzählung
    das Einprägen der normgerechten Schreibung sowie
  • Strichaufzählung
    das gründliche Einüben des Bewegungsablaufes
wesentliche Komponenten.
Bloß eindimensionale Vermittlungsweisen können demnach diese Aufgabe nicht zufrieden stellend lösen.
Daneben sollen durch das Zusammenstellen gleichartiger Formen bestimmte Einzelphänomene der Rechtschreibung bewusst gemacht werden. Die Gegenüberstellung unterschiedlicher Schreibungen ist dann sinnvoll, wenn dies als Lösungsweg unverzichtbar ist bzw. sich daraus Rechtschreibsicherheit ergibt (zB Lärche - Lerche; cvet - svet; gut - das Gute; schreiben - beim Schreiben). Wenig sinnvoll erscheint jedoch im Deutschen eine Gegenüberstellung bei der Bezeichnung oder Nichtbezeichnung der Vokallänge (zB Wörter mit “a” - “aa” oder “i” - “ie” - “ih”). Auch im Rechtschreiben gibt es Fehler, die von der Schreibung der einen in die Schreibung der anderen Sprache hineinwirken (zB Schule - šola, Mai - maj); dazu sind dementsprechende Übungen anzubieten. Die Vermittlung der Interpunktion ist in engem Zusammenhang mit der Sprachbetrachtung zu sehen.
Auf der Grundstufe römisch zwei soll die gründliche Vermittlung eines begrenzten Schreibwortschatzes fortgesetzt werden. Durch vielseitige methodische Maßnahmen wird sich auf der Grundlage dieses Wortschatzes die Rechtschreibfähigkeit der Schülerinnen und Schüler erweitern.
Das wiederholte Zusammenstellen gleichartiger Formen soll zu ersten Regelbildungen führen; diese sollen von den Schülerinnen und Schülern auch angewendet werden.
Die Vermittlung einer möglichst geläufigen Nachschlagetechnik führt in der Regel dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler an den Gebrauch des Wörterbuches sowie des Computers als verlässliche Hilfe bei ihren Rechtschreibproblemen schneller und leichter gewöhnen. Diese Technik soll bei allen schriftlichen Arbeiten, zB bei der Überarbeitung von Diktaten, angewendet werden.
Die Verwendung des Wörterbuches ist auch bei den Schularbeiten zu ermöglichen.
Bei der Beurteilung von schriftlichen Leistungsfeststellungen, ist insbesondere Paragraph 15, Absatz eins und 3 der Leistungsbeurteilungsverordnung zu berücksichtigen.
Sprachbetrachtung/Spoznavanje jezika
Grundstufe römisch eins
Voraussetzung für das Gewinnen von Einsichten in Sprachstrukturen ist eine gewisse Sicherheit im Gebrauch der Sprache. Da zudem die Fähigkeit zur Abstraktion und Begriffsbildung bei den meisten Schülern der Grundstufe römisch eins noch auf konkrete Erfahrung angewiesen und daher begrenzt ist, kommt der Sprachbetrachtung geringere Bedeutung zu als der Erweiterung der Sprachfähigkeit. Sprachbetrachtung ist überall dort besonders angebracht, wo es gelingt, die Freude am Spracherleben und am Umgang mit sprachlichen Elementen zu fördern. Dies schließt die Überbetonung grammatischer Begriffsbildung aus. Eigenheiten bzw. Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der slowenischen und deutschen Sprache können sowohl interessante als auch kindgemäße Anstöße zu einer lustvollen Sprachbetrachtung bieten. Grundstufe römisch zwei
Auch auf der Grundstufe römisch zwei ist die Voraussetzung für das Gewinnen von Einsichten in Sprachstrukturen eine gewisse Sicherheit im Gebrauch der Sprache.
Da sich die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu Abstraktion und Begriffsbildung erst auf der Grundstufe römisch zwei entsprechend entwickelt, bleibt Sprachbetrachtung mit Ausnahme der Beobachtung einiger leicht zu erfassender sprachlicher Erscheinungen der Unterrichtsarbeit der 3. und 4. Schulstufe vorbehalten; aber auch hier ist das Lernziel nicht das Beherrschen einer vordergründigen Begrifflichkeit.
Sprachbetrachtung erfolgt möglichst im Rahmen solcher Unterrichtsformen, die Gespräche über Sprache ermöglichen und bei denen die Kinder Einsichten in Sprachstrukturen durch Entdecken, Ordnen und Vergleichen gewinnen. Dabei wird sowohl die gesprochene als auch die geschriebene Sprache zum Gegenstand der Betrachtung.
Fachbegriffe werden erst dann eingeführt, wenn die Schülerinnen und Schüler durch vielfältigen Umgang mit Sprachmaterial eine Sprachform in ihrer Funktion erkannt haben. Werden Fachbegriffe ohne entsprechende Einsicht, also zu früh, verwendet, bleiben sie leere Worthülsen. Zu einer ersten Benennung können auch Vorbegriffe herangezogen werden. Die Lehrerin bzw. der Lehrer soll jedoch vermeiden, bei der Einführung dieser Bezeichnungen im Unterricht vordergründige inhaltliche Deutungen zu verwenden, die das grammatische Phänomen unzureichend oder irreführend beschreiben.
Auf der 4. Schulstufe sind die wichtigsten Fachbegriffe zu sichern. Auch auf dieser Schulstufe ist jedoch die Überbetonung grammatischen Begriffswissens zu vermeiden.
Schularbeiten:
Im Unterrichtsgegenstand Deutsch, Slowenisch, Lesen auf der
  1. Ziffer 4
    Schulstufe sind insgesamt vier bis sechs Schularbeiten
vorgesehen, davon jedenfalls drei im zweiten Semester. Von diesen drei Schularbeiten im zweiten Semester sind zwei in Deutsch und bei den Aufgabenstellungen der übrigen Schularbeiten ist darauf zu achten, dass jede der beiden Sprachen in annähernd gleichem Ausmaß zu berücksichtigen ist.
Die Dauer der einzelnen Schularbeit kann auch Teile einer Unterrichtseinheit umfassen, darf aber jedenfalls nicht eine Unterrichtseinheit überschreiten.

Elementarer Spracherwerb

Elementarer Spracherwerb ist im Sinne eines differenzierten Sprachunterrichts in “Deutsch, Slowenisch, Lesen, Schreiben” und “Deutsch, Slowenisch, Lesen” eine Art “Sprachlehrgang” des Slowenischen, der integrativ zu führen ist und keine zusätzliche Unterrichtsveranstaltung darstellt. Dabei hat der Lehrer bzw. die Lehrerin dafür Sorge zu tragen, daß die Kinder „dort abgeholt werden, wo sie sich sprachlich befinden”. Das heißt es sind vielfältige Anlässe für Sprechsituationen zu schaffen, die von den Kindern mit einfachsten sprachlichen Mitteln bewältigt werden können. Damit wird bereits von Anfang an Slowenisch als Zielsprache angestrebt und als Unterrichtssprache verwendet.

Schülerzentrierte Arbeitsformen:

Das Lehren einer weiteren Sprache wird nur dann erfolgreich vor sich gehen, wenn das Unterrichtsgeschehen nicht ausschließlich vom Lehrer dominiert wird. Es ist darauf zu achten, daß auf den vom Lehrer gesteuerten Aufbauunterricht schülerzentrierte Arbeitsformen folgen, um die Aktivität der Schüler sicherzustellen und die Sprechzeit zu erhöhen. Folgende schülerzentrierte Arbeitsformen bieten sich an:

Die Schüler arbeiten zu zweit, in kleinen Gruppen; alle Schüler bewegen sich gleichzeitig im Klassenzimmer, und jedes Kind führt mit verschiedenen Partnern einfache Gespräche. Schüler mit guten Slowenischkenntnissen können als Helfer (Sprechpartner) eingesetzt werden.

Medien:

Die Beachtung des Prinzips der Anschaulichkeit ist für den Lehrplanabschnitt „Elementarer Spracherwerb” besonders wichtig.

Als Medien kommen in Betracht: Gegenstände, Tuchtafelbilder, Tafelskizzen, Folien, Wandbilder, Wort- und Bildkarten, Kassetten, Spiele u. dgl. Darüber hinaus spielt das Verknüpfen von Sprechen und Handeln unter Einbeziehung von Gestik und Mimik eine wichtige Rolle. Die bereits erarbeiteten slowenischen Bezeichnungen bzw. Aufschriften im Klassenraum sind auch im Sprachlehrgang zu verwenden.

Fehler:

Die Korrektur von Fehlern beim Sprechen ist stets behutsam, aber konsequent durchzuführen, wobei der Lehrer die Rolle eines Helfers einnimmt. Es ist jedoch entscheidend, daß die Schüler in Transfersituationen spüren, daß sie auch frei agieren können, ohne daß Korrekturen durch den Lehrer vorgenommen werden, soweit nicht die Kommunikation beeinträchtigt wird.

Wiederholung:

Auf eine gezielte und ausreichende Wiederholung ist zu achten. Insbesondere muß darauf Bedacht genommen werden, daß der bisher gelernte Sprachschatz verwendet bzw. erweitert wird (Transfer).

„Elementarer Spracherwerb” ist Teil des täglichen Unterrichts, bis die Schüler befähigt sind, dem Unterricht in Slowenisch zu folgen.

Hörverstehen:

Der Schüler wird wesentlich mehr verstehen, als er sprachlich produzieren kann. Hörverstehen entwickelt sich durch das Verstehen der Äußerungen des Lehrers und jener Schüler, die über gute Slowenischkenntnisse verfügen. Es kann auch über Medien (Tonband/Kassetten) geschult werden.

Sprechen:

Die Sprechfertigkeit der Kinder wird anhand authentischer, altersgemäßer Minidialoge geschult, wobei die Verwendung der gesprochenen Sprache zu beachten ist. Die Schüler reproduzieren und variieren die Dialoge nach der Darbietung in Partnerarbeit.

Nicht das bloße auswendige Aufsagen von Minidialogen ist als Ziel anzustreben, sondern die Anbahnung der spontanen Verwendung der slowenischen Sprache in den für den Unterricht charakteristischen Situationen.

Es ist darauf zu achten, daß ein möglichst natürliches Sprechtempo eingehalten wird, das die Grundlage für eine gute Aussprache, Wortbildung und Intonation bildet.

Aussprache:

Die Schulung der Gehörs und die Pflege der Aussprache sind eine sehr wichtige Aufgabe des „Elementaren Spracherwerbs”. Die Schüler sollen lernen, die für das Slowenische charakteristischen Laute und Lautfolgen richtig zu hören und wiederzugeben.

Die unrichtige Artikulation von Phonemen kann zur Störung der Verständigung führen; insofern sind sinnunterscheidende Laute bzw. Lautoppositionen zu üben:

  • Strichaufzählung
    bei Vokalen:
    lang : kurz;
    eng : breit (immer lang)
    zB brat : brat; peti : peti
  • Strichaufzählung
    bei Konsonanten:
    stimmlos : stimmhaft
    zB polje : bolje; tam : dam; kos : gos; kosa : koza; sapa : zaba
Besondere Beachtung ist folgenden Lauten zu schenken:
z: stimmhaftes /s/, wie im Deutschen „Sonne”, „Rose”, oder
engl. „zero”
z: stimmhaftes /sch/, wie in „Genie”
s: stimmloses /s/, wie in „Gast”
s: stimmloses /sch/, wie in „Schüssel”
c: wie /z/, vergleiche „zehn”
c: wie in „tschechisch”
Zu beachten ist, daß die Schüler im Lehrplanteil „Elementarer Spracherwerb” vor allem durch Nachsprechen lernen sollen. Der Lehrer spricht im normalen Sprechtempo vor, die Schüler hören zu, beobachten die Mundstellung des Lehrers und sprechen nach. Eine gute Möglichkeit, Ausspracheschulung attraktiv zu gestalten, ergibt sich durch die Verwendung von kurzen Reimen, die eine größere Anzahl der zu übenden Laute enthalten. Auch das Zusammenstellen von Reimpaaren oder das Erfinden von Klangbildern bereitet den Schülern viel Spaß. Ergänzend dazu sind Rollenspiele (zB mit Handpuppen) zur Schulung der Sprachmelodie (Fragen, Verwunderung, Begeisterung usw.) nützlich; gleichzeitig werden die Schüler dadurch auf Kommunikationssituationen vorbereitet.
Lesen und Schreiben:
Der Lese- und Schreibunterricht bleibt dem Regelunterricht
vorbehalten.
Wortschatz:
Der Wortschatz soll kontextuell (im Wortfeld, im sinnvollen Satz) dargeboten und geübt werden. Realia, Bildmaterial, Gestik und Mimik usw. unterstützen die Bedeutungsvermittlung.
Das Qualitative hat generell Vorrang vor dem Quantitativen. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Wörter zu vermitteln, sondern einen kleinen, sorgfältig ausgewählten Grundwortschatz zu erarbeiten, zu üben und im Unterricht vielfältig anzuwenden.
Übungsformen:
Dem Spielerischen und Musischen kommt auch im „Elementaren Spracherwerb” besondere Bedeutung zu. Reime, Lieder und Lernspiele sind äußerst wirkungsvolle Motivationsträger. Die aus dem zweisprachigen Unterricht bekannten Übungsformen sollen auch hier Anwendung finden.
Das Erleben der zweiten Sprache in Verbindung mit spielerischer Tätigkeit vermittelt den Kindern ein Erfolgsgefühl und fördert die Bereitschaft zu weiterem Spracherwerb.
Werden Äußerungsmuster nicht mit Hilfe von Spielen erarbeitet, bieten sich im „Elementaren Spracherwerb” Reihenübungen sowie Frage- und Antwortketten an. Die Übungen sind dem sprachlichen Niveau der Schüler anzupassen.

B. Volksschuloberstufe

(Fünfte bis achte Schulstufe)

Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 134 aus 2000,, in der jeweils geltenden Fassung, sowie Anlage 4 dieser Verordnung finden sinngemäß Anwendung.

ACHTER TEIL

BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE

GRUNDSÄTZE DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN

A. GRUNDSCHULE

Verkehrserziehung

Für die verbindliche Übung Verkehrserziehung gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, achter Teil, mit der Maßgabe, daß dieser Unterricht gemäß dem Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten in annähernd gleichem Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache zu erteilen ist.

B. VOLKSSCHULOBERSTUFE

Berufsorientierung

Anlage 1 zur Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 134 aus 2000,, in der jeweils geltenden Fassung findet sinngemäß Anwendung.

NEUNTER TEIL

BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE

GRUNDSÄTZE DER FREIGEGENSTÄNDE UND UNVERBINDLICHEN ÜBUNGEN

Für die Freigegenstände und unverbindlichen Übungen gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, Neunter Teil, mit der Maßgabe, daß dieser Unterricht auf den ersten drei Schulstufen gemäß dem Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten in annähernd gleichem Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache zu erteilen ist. Für die unverbindliche Übung „Lebende Fremdsprache” gelten die Bestimmungen des Achten Teils des jeweiligen Lehrplans der Volksschule. Für den Freigegenstand „Lebende Fremdsprache” in der Volksschuloberstufe gelten die Bestimmungen für den gleichen Pflichtgegenstand.

Zuletzt aktualisiert am

07.09.2020

Gesetzesnummer

10009286

Dokumentnummer

NOR40030204

European Legislation Identifier (ELI)

https://www.ris.bka.gv.at/eli/bgbl/1966/118/ANL1/NOR40030204

Navigation im Suchergebnis