Verfassungsgerichtshof (VfGH)

Rechtssatz für V35/76

Entscheidungsart

Keine Angabe

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

8029

Geschäftszahl

V35/76

Entscheidungsdatum

25.03.1977

Index

Keine Angabe

Norm

Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs1
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs2
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3 Z1
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3 Z3
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3 Z4
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §14, GrEStG §14
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §14, GrEStG §14 Abs1 Z1
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 14 gültig von 01.07.1978 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  1. GrEStG § 14 gültig von 01.07.1978 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Der Erlaß des BM für Finanzen vom 11. März 1969, Ziffer 251 Punkt 967 -, 11 /, 69,, veröffentlicht im Amtsblatt der österreichischen Finanzverwaltung Nr. 89 aus 1969,, wird als gesetzwidrig aufgehoben.

Dieser Erlaß ist als Rechtsverordnung zu werten. Er wäre daher im BGBl. kundzumachen gewesen. Er ist daher schon aus diesem Grund gesetzwidrig. Er ist aber auch inhaltlich gesetzwidrig: Der VfGH hat in seinem Erk. Slg. 6270 aus 1970, zu Paragraph eins, Absatz 3, Grunderwerbsteuergesetz ausgeführt, daß sich die darin zusammengefaßten Tatbestände von den im Paragraph eins, Absatz eins, leg. cit. genannten Erwerbsvorgängen unterscheiden. Sie beträfen Vorgänge innerhalb einer Gesellschaft. Der Erwerb von Gesellschaftsrechten sei im allgemeinen grunderwerbsteuerlich indifferent, obwohl sie für den erwerbenden Gesellschafter einen Zuwachs an dem der Gesellschaft gehörigen Grundbesitz mit sich bringen. Damit werde zwischen dem Eigentum an Grundstücken und dem durch Gesellschaftsrechte vermittelten, aus Grundstücken bestehenden Vermögen unterschieden. Der mittelbare Erwerb der Mitberechtigung an Grundstücken auf dem Wege der Erwerbung von Gesellschaftsrechten führe nach der näheren Regelung im Paragraph eins, Absatz 3, GrEStG zur Steuerpflicht dann, wenn alle Anteile in einer Hand vereinigt sind.

Trotz der aufgezeigten Unterschiedlichkeit werde durch Paragraph eins, Absatz 3, GrEStG der in der Vereinigung aller Anteile einer Gesellschaft liegende mittelbare Erwerb eines zum Vermögen der Gesellschaft gehörenden Grundstückes dem unmittelbaren Erwerb eines Grundstückes (Paragraph eins, Absatz eins, leg. cit) gleichgestellt. Diese Gleichstellung sei sachlich jedenfalls dadurch gerechtfertigt, daß die Vorschrift des Absatz 3, Steuerumgehungen verhindern soll, die durch ein Dazwischenschalten von Gesellschaften sonst möglich wären. Den gleichen grundsätzlichen Standpunkt nahm der VfGH in seinem Erk. Slg. 6271 aus 1970, ein. Er führt dort weiter aus, es bestehe ein Unterschied zwischen dem (unmittelbaren) Eigentum an Grundstücken und den Gesellschaftsrechten (Anteilen) an Gesellschaften ( Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften) , insoweit sie Grundeigentum in sich schließen, und der Gesetzgeber handle nicht sachwidrig, wenn er diesen Unterschieden rechtliche Relevanz verleiht. Wenn nun der Gesetzgeber an der Vereinigung sämtlicher Anteile in einer Hand als Tatbestandserfordernis festhält und hievon keine Ausnahme zuläßt, also die Anwendbarkeit des Paragraph 3, Ziffer 2, (betreffend die Steuerfreiheit für den Grundstückserwerb von Todes wegen) und des Paragraph 6, Absatz 2, (tarifliche Begünstigung des Überganges eines Grundstückes von einer offenen Handelsgesellschaft oder Kommanditgesellschaft in das Alleineigentum einer an einer solchen Gesellschaft beteiligten Person) ausschließt, so halte er an seiner grundsätzlichen Auffassung fest und verstoße nicht gegen das Gleichheitsgebot. Der VfGH hat an dieser Rechtsauffassung in der Folge festgehalten vergleiche z. B. Slg. 6853 aus 1972,, 7412 aus 1974, und 7796 aus 1976,) . Der VfGH hat ferner in seinem Erk. Slg. 6853 aus 1972, unter Hinweis auf seine Vorjudikatur ausgeführt, daß in einer Vereinigung aller Gesellschaftsanteile in einer Hand dann, wenn zum Gesellschaftsvermögen ein Grundstück gehört, der mittelbare Erwerb der Mitberechtigung an Grundstücken liege. Damit sei aber auch die Verbindung zu den Bestimmungen des Paragraph 14, GrEStG über den Steuersatz hergestellt. Wenn dort für verschiedene Tatbestände verschiedene Steuersätze festgesetzt und in diesen Tatbeständen auf den "Erwerb von Grundstücken" abgestellt ist, so sei damit auch ein mittelbarer Erwerb von Berechtigungen an Grundstücken i.S. des Paragraph eins, Absatz 3, Ziffer eins, GrEStG erfaßt. Von diesen Überlegungen ausgehend scheint bei der Erwerbung aller Anteile einer Gesellschaft, zu deren Vermögen ein inländisches Grundstück gehört (Paragraph eins, Absatz 3, Ziffer 3 und 4 GrEStG) , durch eine der im Paragraph 14, Absatz eins, Ziffer eins, GrEStG genannten Personen der in dieser Gesetzesstelle vorgesehene Steuersatz von 2 v. H. anzuwenden zu sein, weil es sich um den mittelbaren Erwerb von Berechtigungen von Grundstücken i. S. der vorangeführten Rechtsprechung des VfGH handelt.

Der VfGH ist der Meinung, daß der Fall der Übertragung aller Anteile einer Gesellschaft davon wesentlich verschieden ist, weil in diesem Fall keine Vereinigung aller Anteile einer Gesellschaft stattfindet.

Im Falle einer solchen Vereinigung soll durch die Bestimmungen des Paragraph eins, Absatz eins und 2 GrEStG verhindert werden, daß durch gesellschaftsrechtliche Vorgänge sukzessive - und letztlich zur Gänze - bewirkt wird, daß die wirtschaftliche Verfügungsmacht über ein Grundstück übertragen wird, ohne daß hiefür eine Grunderwerbsteuer zu entrichten ist; dabei ist es grundsätzlich ohne Belang, von wem der letzte Anteil erworben wird. Bei den von Paragraph eins, Absatz 3, Ziffer 3 und 4 GrEStG erfaßten Fällen dagegen handelt es sich - ebenso wie bei den vergleichbaren Tatbeständen des Paragraph eins, Absatz eins und 2 GrEStG um einen Erwerb, der mittelbar in der Form erfolgt, daß sämtliche Anteile an einer Gesellschaft, zu deren Vermögen ein inländisches Grundstück gehört, in einem einzigen Rechtsvorgang übertragen werden; hiebei bleibt für die Berücksichtigung des persönlichen Nahverhältnisses zwischen früherem Eigentümer und Erwerber durchaus Raum. Der VfGH ist daher der Meinung, daß bei der Erwerbung aller Anteile einer Gesellschaft, zu deren Vermögen ein inländisches Grundstück gehört (Paragraph eins, Absatz 3, Ziffer 3 und 4 GrEStG) , durch eine der im Paragraph 14, Absatz eins, Ziffer eins, GrEStG genannten Personen der in dieser Gesetzesstelle vorgesehene Steuersatz von 2 v. H. anzuwenden ist.

Entscheidungstexte

  • V35/76
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 25.03.1977 V35/76

Schlagworte

Grunderwerbsteuer Gleichheitsrecht Verordnung Verfassungsgerichtshof Art. 139 B-VG Sachentscheidung Einzelfälle

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1977:V35.1977

Zuletzt aktualisiert am

17.04.2018

Dokumentnummer

JFR_19770325_76V00035_01

Entscheidungstext V35/76

Entscheidungsart

Keine Angabe

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Sammlungsnummer

8029

Geschäftszahl

V35/76

Entscheidungsdatum

25.03.1977

Index

Keine Angabe

Norm

Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs1
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs2
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3 Z1
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3 Z3
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §1, GrEStG §1 Abs3 Z4
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §14, GrEStG §14
Grunderwerbsteuergesetz 1955 §14, GrEStG §14 Abs1 Z1
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
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  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
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  1. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 12/1987
  3. GrEStG § 1 gültig von 01.12.1987 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1987
  4. GrEStG § 1 gültig von 27.07.1964 bis 30.11.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 175/1964
  1. GrEStG § 14 gültig von 01.07.1978 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  1. GrEStG § 14 gültig von 01.07.1978 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018

Beachte

Metadaten: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014 - Judikaturquelle (PDF): Sammlung der Erkenntnisse [und wichtigsten Beschlüsse] des Verfassungsgerichtshofes NF 1–32 (1920–1932/33, 1945/46–1967) / Erkenntnisse und Beschlusse des Verfassungsgerichtshofes NF 33–44 (1968–1979)

Spruch

Siehe PDF-Dokument

Begründung

Siehe PDF Dokument

Schlagworte

Grunderwerbsteuer Gleichheitsrecht Verordnung Verfassungsgerichtshof Art. 139 B-VG Sachentscheidung Einzelfälle

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1977:V35.1977

Zuletzt aktualisiert am

17.04.2018

Dokumentnummer

JFT_19770325_76V00035_00