Rechtssatz für 2Ob554/86; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0051942

Geschäftszahl

2Ob554/86; 9ObA279/88 (9ObA280/88); 9ObA233/93; 9ObA14/95; 9ObA125/95; 9ObA19/98d; 8ObA172/98x; 9ObA189/01m; 8ObA1/02h; 8ObA204/02m; 8ObA103/04m; 9ObA143/05b; 9ObA3/07t; 9ObA57/07h; 9ObA48/15x; 9ObA157/16b; 9ObA123/18f; 9ObA43/19t; 9ObA61/22v; 8ObA39/23b; 8ObA46/24h; 8ObA53/25i

Entscheidungsdatum

27.11.2025

Norm

ArbVG §105 Abs3 Z2 litb
  1. ArbVG § 105 heute
  2. ArbVG § 105 gültig ab 01.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2022
  3. ArbVG § 105 gültig von 30.03.2017 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2017
  4. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2011 bis 29.03.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2010
  5. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 30/1998
  7. ArbVG § 105 gültig von 01.10.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  8. ArbVG § 105 gültig von 22.09.1996 bis 30.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  9. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1995 bis 21.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 450/1994
  10. ArbVG § 105 gültig von 01.08.1993 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 502/1993

Rechtssatz

Die Kündigung ist nur dann in den Betriebsverhältnissen gerechtfertigt, wenn im gesamten Betrieb gerade für den betroffenen Arbeitnehmer kein Bedarf mehr gegeben ist und schließlich dem Arbeitgeber auch durch keine andere soziale Maßnahme die Erhaltung des Arbeitsplatzes zuzumuten ist.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 554/86
    Entscheidungstext OGH 28.10.1986 2 Ob 554/86
    Veröff: DRdA 1988,229 (Floretta)
  • 9 ObA 279/88
    Entscheidungstext OGH 15.03.1989 9 ObA 279/88
    Auch; Veröff: RdW 1989,199 = Arb 10771
  • 9 ObA 233/93
    Entscheidungstext OGH 08.09.1993 9 ObA 233/93
    Auch; Veröff: DRdA 1994,252 (Trost) = WBl 1994,92
  • 9 ObA 14/95
    Entscheidungstext OGH 15.02.1995 9 ObA 14/95
    Beisatz: § 48 ASGG (T1)
  • 9 ObA 125/95
    Entscheidungstext OGH 11.10.1995 9 ObA 125/95
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 19/98d
    Entscheidungstext OGH 10.06.1998 9 ObA 19/98d
    Auch
  • 8 ObA 172/98x
    Entscheidungstext OGH 24.08.1998 8 ObA 172/98x
    Auch
  • 9 ObA 189/01m
    Entscheidungstext OGH 19.12.2001 9 ObA 189/01m
    Auch
  • 8 ObA 1/02h
    Entscheidungstext OGH 04.07.2002 8 ObA 1/02h
    Auch; Beisatz: Sind für den Arbeitnehmer mangels persönlicher Eignung keine anderen vom Arbeitgeber im Rahmen seiner sozialen Gestaltungspflicht anzubietenden Arbeitsplätze vorhanden, so ist die Kündigung als betriebsbedingt im Sinne des § 105 Abs 3 Z 2 lit b ArbVG anzusehen. (T2)
  • 8 ObA 204/02m
    Entscheidungstext OGH 10.04.2003 8 ObA 204/02m
    Auch; Beisatz: Verwendet der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nach Wegfall seines Arbeitsplatzes versuchsweise für erniger als sechs Monate an einem anderen Arbeitsplatz, für den er sich als nicht geeignet erweist, ist die soziale Gestaltungspflicht des Arbeitgeber nach der Situation bei Wegfal des ursprünglichen Arbeitsplatzes zu beurteilen. (T3)
  • 8 ObA 103/04m
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 8 ObA 103/04m
    Beisatz: Die Beurteilung der Frage, ob der Arbeitgeber seiner sozialen Gestaltungspflicht nachgekommen ist, stellt schon wegen ihrer Einzelfallbezogenheit regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO dar. (T4)
  • 9 ObA 143/05b
    Entscheidungstext OGH 24.10.2005 9 ObA 143/05b
  • 9 ObA 3/07t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2007 9 ObA 3/07t
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Die objektiv betriebsbedingte Kündigung ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie als letztes Mittel eingesetzt wird. (T5)
  • 9 ObA 57/07h
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 9 ObA 57/07h
    Auch; Beis wie T4
  • 9 ObA 48/15x
    Entscheidungstext OGH 28.05.2015 9 ObA 48/15x
    Auch; Beis wie T4
  • 9 ObA 157/16b
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 9 ObA 157/16b
    Auch; Beis wie T4
  • 9 ObA 123/18f
    Entscheidungstext OGH 28.11.2018 9 ObA 123/18f
    Vgl; Beis wie T4
  • 9 ObA 43/19t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 43/19t
    Auch
  • 9 ObA 61/22v
    Entscheidungstext OGH 31.08.2022 9 ObA 61/22v
  • 8 ObA 39/23b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.06.2023 8 ObA 39/23b
    vgl; Beisatz nur wie T4
  • 8 ObA 46/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 05.12.2024 8 ObA 46/24h
    vgl; Beisatz wie T4; Beisatz wie T5
  • 8 ObA 53/25i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.11.2025 8 ObA 53/25i
    Beisatz wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0051942

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.01.2026

Dokumentnummer

JJR_19861028_OGH0002_0020OB00554_8600000_007

Rechtssatz für 9ObA279/88 (9ObA280/88); ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0051772

Geschäftszahl

9ObA279/88 (9ObA280/88); 9ObA338/89; 9ObA67/90; 9ObA151/90; 9ObA55/92; 9ObA146/93; 9ObA297/93; 9ObA180/95; 9ObA199/95; 9ObA261/98t; 9ObA300/98b; 9ObA179/00i; 9ObA199/01g; 8ObA197/01f; 8ObA201/01v; 8ObA187/01k; 8ObA25/02p; 8ObA4/03a; 8ObA25/03i; 8ObA4/04b; 8ObA87/04h; 9ObA58/06d; 8ObA12/07h; 8ObA61/07i; 8ObA62/08p; 8ObA59/10z; 8ObA53/11v; 9ObA119/12h; 9ObA24/14s; 9ObA133/14w; 9ObA85/15p; 9ObA24/16v; 8ObA50/18p; 9ObA43/19t; 9ObA80/19h; 9ObA104/19p; 9ObA26/22x; 9ObA128/22x; 9ObA131/22p; 8ObA31/23a; 8ObA38/24g; 8ObA46/24h; 8ObA53/25i

Entscheidungsdatum

27.11.2025

Norm

ArbVG §105 Abs3 Z2
  1. ArbVG § 105 heute
  2. ArbVG § 105 gültig ab 01.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2022
  3. ArbVG § 105 gültig von 30.03.2017 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2017
  4. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2011 bis 29.03.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2010
  5. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 30/1998
  7. ArbVG § 105 gültig von 01.10.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  8. ArbVG § 105 gültig von 22.09.1996 bis 30.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  9. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1995 bis 21.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 450/1994
  10. ArbVG § 105 gültig von 01.08.1993 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 502/1993

Rechtssatz

Bei der Beurteilung des Anfechtungsgrundes des Paragraph 105, Absatz 3, Ziffer 2, ArbVG ist auf den Zeitpunkt der durch die angefochtene Kündigung herbeigeführten Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Konkretisierungszeitpunkt) abzustellen.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 279/88
    Entscheidungstext OGH 15.03.1989 9 ObA 279/88
    Veröff: RdW 1989,199 = WBl 1989,217 = Arb 10771
  • 9 ObA 338/89
    Entscheidungstext OGH 17.01.1990 9 ObA 338/89
    Auch; Beisatz: § 48 ASGG (T1)
    Veröff: RdW 1990,354
  • 9 ObA 67/90
    Entscheidungstext OGH 25.04.1990 9 ObA 67/90
    Beisatz: Entscheidend ist eine vom Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgehende Prognose über die nach diesem Zeitpunkt aller Voraussicht nach wirksam werdenden Folgen der Kündigung für die wesentlichen Interessen der Arbeitnehmer. (T2) Veröff: SZ 63/68 = WBl 1990,273 = ecolex 1990,568
  • 9 ObA 151/90
    Entscheidungstext OGH 27.06.1990 9 ObA 151/90
    Beis wie T2; Veröff: SZ 63/119 = Arb 10874
  • 9 ObA 55/92
    Entscheidungstext OGH 18.03.1992 9 ObA 55/92
    Beis wie T2; Veröff: SZ 65/43 = WBl 1992,232 = ZAS 1994/4 S 59
  • 9 ObA 146/93
    Entscheidungstext OGH 08.09.1993 9 ObA 146/93
    Beis wie T2; Veröff: WBl 1994,162 = DRdA 1994,332 (Eypeltauer)
  • 9 ObA 297/93
    Entscheidungstext OGH 26.01.1994 9 ObA 297/93
    Beis wie T2
  • 9 ObA 180/95
    Entscheidungstext OGH 17.01.1996 9 ObA 180/95
    Auch
  • 9 ObA 199/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1996 9 ObA 199/95
    Beis wie T2; Beis wie T1
  • 9 ObA 261/98t
    Entscheidungstext OGH 21.10.1998 9 ObA 261/98t
    Beis wie T2
  • 9 ObA 300/98b
    Entscheidungstext OGH 11.02.1999 9 ObA 300/98b
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 179/00i
    Entscheidungstext OGH 20.09.2000 9 ObA 179/00i
    Beis wie T2
  • 9 ObA 199/01g
    Entscheidungstext OGH 05.09.2001 9 ObA 199/01g
  • 8 ObA 197/01f
    Entscheidungstext OGH 28.09.2001 8 ObA 197/01f
  • 8 ObA 201/01v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2001 8 ObA 201/01v
  • 8 ObA 187/01k
    Entscheidungstext OGH 24.01.2002 8 ObA 187/01k
  • 8 ObA 25/02p
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 8 ObA 25/02p
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 8 ObA 4/03a
    Entscheidungstext OGH 13.02.2003 8 ObA 4/03a
  • 8 ObA 25/03i
    Entscheidungstext OGH 22.05.2003 8 ObA 25/03i
  • 8 ObA 4/04b
    Entscheidungstext OGH 29.03.2004 8 ObA 4/04b
  • 8 ObA 87/04h
    Entscheidungstext OGH 30.06.2005 8 ObA 87/04h
    Auch
  • 9 ObA 58/06d
    Entscheidungstext OGH 11.08.2006 9 ObA 58/06d
    Beis wie T2; Beisatz: Dies macht die Beurteilung des Erstgerichts, dass die Klägerin auch schon die sechsmonatige Kündigungsfrist für die Postensuche nutzen könne (vergleiche § 22 AngG), nicht unvertretbar. (T3)
  • 8 ObA 12/07h
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 ObA 12/07h
  • 8 ObA 61/07i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2007 8 ObA 61/07i
    Auch
  • 8 ObA 62/08p
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 8 ObA 62/08p
  • 8 ObA 59/10z
    Entscheidungstext OGH 04.11.2010 8 ObA 59/10z
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Ereignisse, die nach Ende des Arbeitsverhältnisses eintreten, oder Entwicklungen, die in diesem Zeitraum stattfinden, sind dann zu berücksichtigen, wenn sie die Richtigkeit der im Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses abgegebenen Prognose betreffen. (T4)
    Beisatz: Bei der Beurteilung der Beeinträchtigung wesentlicher Interessen nach § 105 Abs 3 Z 2 ArbVG ist im Fall eines gerechtfertigten Wochenpendelns jedenfalls der dafür aufzuwendende finanzielle Mehraufwand zu berücksichtigen. Hat der Arbeitnehmer tatsächlich eine allerdings nachteilige neue Arbeitsstelle angenommen, so sind unabhängig davon seine Arbeitsmarktchancen zum Konkretisierungszeitpunkt zu beurteilen. Bei besonders qualifizierten Tätigkeiten erscheint es dabei gerechtfertigt, die Prüfung allgemein auf solche Tätigkeiten zu beziehen, die der Ausbildung und den Fähigkeiten des Arbeitnehmers entsprechen, und nicht auf die tatsächlich ausgeübte Beschäftigung und die damit verbundene berufliche Stellung zu beschränken. (T5)
  • 8 ObA 53/11v
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 8 ObA 53/11v
    Vgl
  • 9 ObA 119/12h
    Entscheidungstext OGH 22.10.2012 9 ObA 119/12h
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zukunftsprognose über die weitere Arbeitsfähigkeit des betroffenen Arbeitnehmers bei Prüfung des Kündigungsgrundes des § 42 Abs 2 Z 2 VBO Wien. (T6)
  • 9 ObA 24/14s
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 ObA 24/14s
    Auch; Beisatz: Die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung im Konzern des Arbeitgebers im Zeitpunkt des Ausspruches der Kündigung, infolge Anteilsveräußerung aber nicht mehr im (Konkretisierungs‑)Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses steht der Annahme der Betriebsbedingtheit der Kündigung nicht entgegen. (T7)
  • 9 ObA 133/14w
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 9 ObA 133/14w
    Auch
  • 9 ObA 85/15p
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 ObA 85/15p
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Relevantes Beweisthema ist daher nicht das Faktum einer neuen Anstellung, sondern die Frage, ob im Kündigungszeitpunkt objektive Faktoren vorlagen, die im Rahmen einer Prognose eine Beeinträchtigung wesentlicher Interessen des Arbeitnehmers vorhersehbar machten. (T8)
  • 9 ObA 24/16v
    Entscheidungstext OGH 18.03.2016 9 ObA 24/16v
  • 8 ObA 50/18p
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 8 ObA 50/18p
  • 9 ObA 43/19t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 43/19t
    Vgl auch; Beis wie T8; Beisatz: Es kommt daher zur Beurteilung der Sozialwidrigkeit nicht darauf an, ob und wie intensiv sich die Klägerin nach der Kündigung um eine neue Arbeitsstelle bemüht hat. (T9)
  • 9 ObA 80/19h
    Entscheidungstext OGH 23.07.2019 9 ObA 80/19h
  • 9 ObA 104/19p
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 104/19p
  • 9 ObA 26/22x
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 9 ObA 26/22x
    Beisatz: Hier: Ein verständiger und sorgfältiger Arbeitgeber konnte aufgrund der vorgelegten Informationen bei objektiver Betrachtung annehmen, dass die Klägerin in der Montagelinie nicht mehr eingesetzt werden durfte. (T10)
  • 9 ObA 128/22x
    Entscheidungstext OGH 24.01.2023 9 ObA 128/22x
  • 9 ObA 131/22p
    Entscheidungstext OGH 24.01.2023 9 ObA 131/22p
    Beis wie T2; Beis wie T4; Beisatz: Ob künftige Entwicklungen zu berücksichtigen sind, weil sie zum Kündigungszeitpunkt objektiv vorhersehbar waren, hängt regelmäßig von den Umständen des Einzelfalls ab. (T11)
  • 8 ObA 31/23a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 13.12.2023 8 ObA 31/23a
    Beisatz: Aus der erst im Laufe des erstinstanzlichen Verfahrens wegen des Verstreichens mehrerer Jahre eingetretenen Verschlechterung kann nicht auf eine Unrichtigkeit der ursprünglichen Prognose geschlossen werden. (T12)
  • 8 ObA 38/24g
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 26.09.2024 8 ObA 38/24g
  • 8 ObA 46/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 05.12.2024 8 ObA 46/24h
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T11
  • 8 ObA 53/25i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.11.2025 8 ObA 53/25i
    Beisatz wie T7: Der Konkretisierungszeitpunkt gilt nicht nur für die Beurteilung der wesentlichen Interessenbeeinträchtigung, sondern auch für die Betriebsbedingtheit der Kündigung. (T13)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0051772

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.01.2026

Dokumentnummer

JJR_19890315_OGH0002_009OBA00279_8800000_004

Rechtssatz für 9ObA19/98d; 9ObA233/98z; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0110154

Geschäftszahl

9ObA19/98d; 9ObA233/98z; 8ObA141/04z; 9ObA143/05b; 9ObA3/07t; 8ObA61/07i; 8ObA43/09w; 9ObA86/10b; 8ObA53/11v; 8ObA95/11w; 9ObA50/14i; 8ObA71/15x; 9ObA12/18g; 9ObA153/17s; 9ObA51/18t; 9ObA70/18m; 8ObA8/19p; 9ObA26/22x; 8ObA46/24h; 8ObA53/25i

Entscheidungsdatum

27.11.2025

Norm

ArbVG §105 Abs3 Z2
  1. ArbVG § 105 heute
  2. ArbVG § 105 gültig ab 01.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2022
  3. ArbVG § 105 gültig von 30.03.2017 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2017
  4. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2011 bis 29.03.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2010
  5. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 30/1998
  7. ArbVG § 105 gültig von 01.10.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  8. ArbVG § 105 gültig von 22.09.1996 bis 30.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  9. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1995 bis 21.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 450/1994
  10. ArbVG § 105 gültig von 01.08.1993 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 502/1993

Rechtssatz

Der Arbeitgeber hat alle Umstände zu behaupten und zu beweisen, die für die Annahme des Ausnahmetatbestandes "betrieblicher Erfordernisse" der Kündigung wesentlich sind.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 19/98d
    Entscheidungstext OGH 10.06.1998 9 ObA 19/98d
  • 9 ObA 233/98z
    Entscheidungstext OGH 07.10.1998 9 ObA 233/98z
    Beisatz: Dass der Arbeitnehmer selbst hätte initiativ werden und seine Bereitschaft zur Ausübung schlechter entlohnter Tätigkeiten hätte mitteilen müssen, gilt nur für von der bisherigen Tätigkeit stark abweichende, schlechter entlohnte Posten. (T1)
  • 8 ObA 141/04z
    Entscheidungstext OGH 20.01.2005 8 ObA 141/04z
  • 9 ObA 143/05b
    Entscheidungstext OGH 24.10.2005 9 ObA 143/05b
  • 9 ObA 3/07t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2007 9 ObA 3/07t
    Beisatz: Bei sozial benachteiligenden Kündigungen müssen demnach vom Arbeitgeber alle Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung ausgeschöpft werden, um trotz Rationalisierungsmaßnahmen die bisherigen Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. (T2)
  • 8 ObA 61/07i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2007 8 ObA 61/07i
    Auch; Beisatz: Weitere Kündigungsgründe sind nicht zu berücksichtigen. (T3)
  • 8 ObA 43/09w
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 8 ObA 43/09w
    Vgl auch; Beisatz: Die Behauptungs- und Beweislast dafür, dass einem Vertragsbediensteten, der für die vereinbarte Tätigkeit gesundheitlich nicht mehr geeignet ist, jedoch ihm zumutbare Aufgaben im Rahmen der Landesverwaltung erfüllen kann, solche Aufgaben etwa mangels offener Planstellen nicht angeboten (§ 58 Abs 1 nö LVBG) werden können, trifft den Arbeitgeber. (T4)
  • 9 ObA 86/10b
    Entscheidungstext OGH 29.09.2010 9 ObA 86/10b
  • 8 ObA 53/11v
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 8 ObA 53/11v
    Auch
  • 8 ObA 95/11w
    Entscheidungstext OGH 20.01.2012 8 ObA 95/11w
  • 9 ObA 50/14i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 9 ObA 50/14i
    Auch
  • 8 ObA 71/15x
    Entscheidungstext OGH 17.08.2016 8 ObA 71/15x
  • 9 ObA 12/18g
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 9 ObA 12/18g
  • 9 ObA 153/17s
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 9 ObA 153/17s
    Auch; Beisatz: Hier: Kündigung nach § 42 Abs 2 Z 2 VBO 1995 (T5)
  • 9 ObA 51/18t
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 9 ObA 51/18t
  • 9 ObA 70/18m
    Entscheidungstext OGH 30.08.2018 9 ObA 70/18m
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 8 ObA 8/19p
    Entscheidungstext OGH 25.03.2019 8 ObA 8/19p
    Beis wie T1; Beis wie T2
  • 9 ObA 26/22x
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 9 ObA 26/22x
    Beisatz: Hier: Ein verständiger und sorgfältiger Arbeitgeber konnte aufgrund der vorgelegten Informationen bei objektiver Betrachtung annehmen, dass die Klägerin in der Montagelinie nicht mehr eingesetzt werden durfte. (T6)
  • 8 ObA 46/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 05.12.2024 8 ObA 46/24h
    Beisatz wie T1; Beisatz wie T2
  • 8 ObA 53/25i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.11.2025 8 ObA 53/25i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110154

Im RIS seit

10.07.1998

Zuletzt aktualisiert am

16.01.2026

Dokumentnummer

JJR_19980610_OGH0002_009OBA00019_98D0000_001

Rechtssatz für 8ObA1/02h; 9ObA3/07t; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0116698

Geschäftszahl

8ObA1/02h; 9ObA3/07t; 8ObA76/12b; 9ObA48/15x; 8ObA81/15t; 9ObA137/17p; 9ObA123/18f; 8ObA8/19p; 9ObA25/19w; 9ObA43/19t; 8ObA46/24h; 8ObA53/25i

Entscheidungsdatum

27.11.2025

Norm

ArbVG §105 Abs3 Z2
  1. ArbVG § 105 heute
  2. ArbVG § 105 gültig ab 01.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2022
  3. ArbVG § 105 gültig von 30.03.2017 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2017
  4. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2011 bis 29.03.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2010
  5. ArbVG § 105 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  6. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 30/1998
  7. ArbVG § 105 gültig von 01.10.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  8. ArbVG § 105 gültig von 22.09.1996 bis 30.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 601/1996
  9. ArbVG § 105 gültig von 01.01.1995 bis 21.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 450/1994
  10. ArbVG § 105 gültig von 01.08.1993 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 502/1993

Rechtssatz

Das Gericht hat bei einer Kündigungsanfechtung wegen Sozialwidrigkeit zunächst zu prüfen, ob durch die Kündigung wesentliche Interessen des Arbeitnehmers beeinträchtigt werden. Ist dies der Fall, so ist das Vorliegen von subjektiven oder objektiven Kündigungsrechtfertigungsgründen zu prüfen und anschließend eine Interessenabwägung vorzunehmen. Bei Vorliegen objektiver Rechtfertigungsgründe ist zu fragen, ob der Arbeitgeber seiner sozialen Gestaltungspflicht nachgekommen ist; die objektiv betriebsbedingte Kündigung ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie als letztes Mittel eingesetzt wird. Kann der Arbeitnehmer auf einem anderen -freien - Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden, so ist ihm dieser Arbeitsplatz vor Ausspruch der Kündigung anzubieten. Unterlässt der Arbeitgeber dieses Anbot, so ist die Kündigung sozial ungerechtfertigt.

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 1/02h
    Entscheidungstext OGH 04.07.2002 8 ObA 1/02h
  • 9 ObA 3/07t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2007 9 ObA 3/07t
    Beisatz: Die objektiv betriebsbedingte Kündigung ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie als letztes Mittel eingesetzt wird. (T1)
  • 8 ObA 76/12b
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 8 ObA 76/12b
    Auch; nur: Bei Vorliegen objektiver Rechtfertigungsgründe ist zu fragen, ob der Arbeitgeber seiner sozialen Gestaltungspflicht nachgekommen ist; die objektiv betriebsbedingte Kündigung ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie als letztes Mittel eingesetzt wird. Kann der Arbeitnehmer auf einem anderen -freien - Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden, so ist ihm dieser Arbeitsplatz vor Ausspruch der Kündigung anzubieten. Unterlässt der Arbeitgeber dieses Anbot, so ist die Kündigung sozial ungerechtfertigt. (T2); Beisatz: Die Gestaltungspflicht des Arbeitgebers geht aber nicht so weit, dass er dem zu kündigenden Arbeitnehmer einen weniger qualifizierten Posten ohne Verringerung des Einkommens anbieten müsste. (T3); Veröff: SZ 2013/11
  • 9 ObA 48/15x
    Entscheidungstext OGH 28.05.2015 9 ObA 48/15x
    Auch; Beis wie T1
  • 8 ObA 81/15t
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 8 ObA 81/15t
  • 9 ObA 137/17p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 9 ObA 137/17p
  • 9 ObA 123/18f
    Entscheidungstext OGH 28.11.2018 9 ObA 123/18f
    Auch; Beisatz: Bei der Anfechtung einer Kündigung nach § 105 Abs 3 Z 2 ArbVG ist zunächst zu prüfen, ob dem Arbeitnehmer durch die Kündigung erhebliche soziale Nachteile entstehen, die über die normale Interessenbeeinträchtigung bei einer Kündigung hinausgehen. Ist dies der Fall, so ist das Vorliegen von subjektiven oder objektiven Kündigungsrechtfertigungsgründen zu prüfen und anschließend eine Interessenabwägung vorzunehmen. (T4)
    nur T2
  • 8 ObA 8/19p
    Entscheidungstext OGH 25.03.2019 8 ObA 8/19p
    Beis wie T3
  • 9 ObA 25/19w
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 25/19w
    Auch
  • 9 ObA 43/19t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 43/19t
    Auch
  • 8 ObA 46/24h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 05.12.2024 8 ObA 46/24h
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3; Beisatz wie T4
  • 8 ObA 53/25i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.11.2025 8 ObA 53/25i
    Beisatz wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116698

Im RIS seit

03.08.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.01.2026

Dokumentnummer

JJR_20020704_OGH0002_008OBA00001_02H0000_001

Entscheidungstext 8ObA53/25i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Entscheidungsart

Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fachgebiet

Arbeitsrecht

Geschäftszahl

8ObA53/25i

Entscheidungsdatum

27.11.2025

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch die Senatspräsidentin Mag. Malesich als Vorsitzende sowie die Hofräte MMag. Matzka und Dr. Stefula und die fachkundigen Laienrichter Johannes Püller (aus dem Kreis der Arbeitgeber) und Gerald Fida (aus dem Kreis der Arbeitnehmer) als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei Mag. O*, vertreten durch Dr. Andreas A. Lintl, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Q* GmbH, *, vertreten durch die Urbanek Lind Schmied Rechtsanwälte OG in Sankt Pölten, wegen Kündigungsanfechtung, über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 24. September 2025, GZ 7 Ra 44/25g-58.2, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

[1] 1.1. Nach Paragraph 105, Absatz 3, Ziffer 2, ArbVG kann eine Kündigung angefochten werden, wenn sie sozial ungerechtfertigt und der gekündigte Arbeitnehmer bereits sechs Monate im Betrieb oder Unternehmen, dem der Betrieb angehört, beschäftigt ist. Sozial ungerechtfertigt ist eine Kündigung, die wesentliche Interessen des Arbeitnehmers beeinträchtigt, es sei denn, der Betriebsinhaber erbringt den Nachweis, dass die Kündigung durch Umstände, die in der Person des Arbeitnehmers gelegen sind und die betrieblichen Interessen nachteilig berühren (Litera a,), oder durch betriebliche Erfordernisse, die einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers entgegenstehen (Litera b,), begründet ist.

[2]            Erst wenn – wie inzwischen unstrittig hier – eine Beeinträchtigung von Interessen des gekündigten Arbeitnehmers gegeben ist, ist das Vorliegen von subjektiven oder (hier noch relevierten) objektiven Kündigungsrechtfertigungsgründen zu prüfen und anschließend eine Interessenabwägung vorzunehmen (RS0116698 [insb T4]). Der Arbeitgeber hat dabei alle Umstände zu behaupten und zu beweisen, die für die Annahme des Ausnahmetatbestands „betrieblicher Erfordernisse“ der Kündigung wesentlich sind (RS0110154).

[3] 1.2. Ob die Sozialwidrigkeit einer Kündigung nachgewiesen werden kann oder ob der Arbeitgeber seiner sozialen Gestaltungspflicht nachgekommen ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab, sodass sich hierzu regelmäßig – von (hier nicht vorliegenden) krassen Fehlbeurteilungen abgesehen – keine die Befassung des Obersten Gerichtshofs zulassenden Rechtsfragen im Sinne des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO stellen (RS0051942 [T4]; 8 ObA 46/24h Rz 14 mwN). Auch die Frage nach der Vertretbarkeit einer anderen Lösung der Rechtsfrage ist mangels Vorliegens einer gravierenden Fehlbeurteilung keine erhebliche Rechtsfrage (RS0116755).

[4] 1.3. Die Auslegung von Urteilsfeststellungen im Einzelfall wirft ebenso regelmäßig keine Rechtsfrage der Qualität des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO auf (RS0118891).

[5]             2. Die Revision releviert als primäre Rechtsfrage, dass das Berufungsgericht die betriebliche Rechtfertigung zum Zeitpunkt der Auflösung des Dienstverhältnisses der Klägerin beurteilt habe, anstatt auf den Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung abzustellen, zu dem die betrieblichen Erfordernisse der Beklagten nach den Feststellungen (noch) nicht vorgelegen seien.

[6] Sie zeigt damit jedoch keine Frage im Sinne des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO auf:

[7] 2.1. Nach ständiger Rechtsprechung ist bei der Beurteilung des Anfechtungsgrundes des Paragraph 105, Absatz 3, Ziffer 2, ArbVG auf den Zeitpunkt der durch die angefochtene Kündigung herbeigeführten Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Konkretisierungszeitpunkt) abzustellen (RS0051772).

[8] Diese Grundsätze gelten nicht nur für die Beurteilung der wesentlichen Interessenbeeinträchtigung, sondern auch für die Betriebsbedingtheit der Kündigung. Denn auch bei betriebsbedingter Beendigung bleibt das Dienstverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist aufrecht, sodass die Kündigung erst dann ihre Wirkung entfaltet, und bei einem zeitlichen Auseinanderfallen der Beurteilungszeitpunkte die im Rahmen der Prüfung der Sozialwidrigkeit der Kündigung vorzunehmende Interessenabwägung vergleiche RS0052004; RS0051994; vergleiche auch RS0051818) nicht angestellt werden könnte (9 ObA 24/14s ErwGr 1.; zust Wolligger in Neumayr/Reissner, ZellKomm4 [2025] Paragraph 105, ArbVG Rz 149, 212 und 227; Gahleitner in Gahleitner/Mosler, Arbeitsverfassungsrecht6 [2020] Paragraph 105, ArbVG Rz 122). Die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung im Konzern des Arbeitgebers im Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung, infolge Anteilsveräußerung aber nicht mehr im (Konkretisierungs-)Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses steht der Annahme der Betriebsbedingtheit der Kündigung daher nicht entgegen (RS0051772 [T7]).

[9]             2.2. Aus der von der Revision angesprochenen älteren Entscheidung 9 ObA 279/88 ergibt sich keine andere Beurteilung. Die von der Klägerin hervorgehobene Passage, wonach die Notwendigkeit der Kündigung im Mangel eines Bedarfs gerade für den betreffenden Arbeitnehmer „zum Zeitpunkt des Ausspruches der Kündigung“ zum Ausdruck komme, findet sich in der inhaltlichen Erörterung des Begriffs der „betrieblichen Erfordernisse“ (RS0051899 [beim in der Revision angesprochenen Rechtssatz RS0001899 handelt es sich um ein nicht einschlägiges Fehlzitat]) im Zusammenhang mit der gebotenen Ausrichtung der Kündigung nach sozialen Gesichtspunkten; dass damit zum Ausdruck gebracht werden sollte, es sei im Hinblick auf die betrieblichen Erfordernisse ein anderer (in jenem Verfahren gar nicht in Frage gestellter) Konkretisierungszeitpunkt als für die Prüfung der Interessenbeeinträchtigung anzusetzen, erschließt sich nicht. Auch aus 9 ObA 110/88 ergibt sich keine abweichende Beurteilung, zumal dort eine Abgrenzung zur früheren Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs (es sei auf den Zeitpunkt der Anfechtung abzustellen) vorgenommen wurde, jedoch gerade keine Differenzierung zwischen dem Zeitpunkt der Beurteilung der Beeinträchtigung der Interessen des Arbeitnehmers und jenem der Betriebsbedingtheit der Kündigung.

[10]            2.3. Im Übrigen legte das Berufungsgericht die Urteilsfeststellungen, wonach der Entschluss der Beklagten, die Vertriebsabteilung, in der die Klägerin tätig war, aufzulösen, im Februar/März 2024 fiel, zumindest vertretbar (RS0118891) dahin aus, dass die betrieblichen Gründe zur Kündigung der Klägerin ohnehin schon vorlagen, als die Beklagte das Dienstverhältnis am 23. 2. 2024 zum 30. 4. 2024 auflöste.

[11]           Zu dieser selbständig tragfähigen Alternativbegründung nimmt die Revision nicht konkret Stellung, sondern legt die Feststellungen ohne Weiteres im Sinne zeitlichen Auseinanderfallens aus, womit auch in diesem Lichte die Zulässigkeit der Revision nicht begründet werden kann (RS0118709 [insb T7, T12]; RS0111271 [insb T9]).

[12] 3.1. Künftige Entwicklungen nach der Kündigung und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind nach der Rechtsprechung zu berücksichtigen, wenn sie in einem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Kündigung stehen und im Rahmen einer rational nachvollziehbaren Prognose objektiv vorhersehbar waren vergleiche RS0051785 [insb T1, T4]).

[13]           3.2. Das Berufungsgericht kam zum Schluss, dass die Beendigung des Dienstverhältnisses mit der Klägerin zum 30. 4. 2024 auch angesichts der vollständigen Auflösung der Vertriebsabteilung aus betrieblichen Gründen gerechtfertigt gewesen und die soziale Gestaltungspflicht der Beklagten nicht dadurch verletzt worden sei, dass sie andere (Vertriebs-)Mitarbeiter erst einige (wenige) Monate später gekündigt habe.

[14] 3.3. Auch dies bewegt sich im Rahmen des den Gerichten im Einzelfall notwendigerweise zukommenden Beurteilungsspielraums vergleiche RS0051785 [insb T7, T9, T12]), zumal das Berufungsgericht auch auf die nach den Feststellungen letztlich für das Jahr 2025 konkret geplante Stilllegung des gesamten Betriebs der Beklagten und deren Liquidierung (oder Verschmelzung) Bedacht nahm.

[15] 4. Einer weiteren Begründung bedarf dieser Beschluss nicht (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, ASGG).

Textnummer

E146287

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2025:008OBA00053.25I.1127.000

Im RIS seit

07.01.2026

Zuletzt aktualisiert am

07.01.2026

Dokumentnummer

JJT_20251127_OGH0002_008OBA00053_25I0000_000