Rechtssatz für 8ObA48/23a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0134511

Geschäftszahl

8ObA48/23a

Entscheidungsdatum

29.08.2023

Norm

EpiG §32 Abs1 Z1
  1. EpiG § 32 heute
  2. EpiG § 32 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 69/2023
  3. EpiG § 32 gültig von 01.07.2022 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2022
  4. EpiG § 32 gültig von 28.05.2021 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2021
  5. EpiG § 32 gültig von 26.09.2020 bis 27.05.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2020
  6. EpiG § 32 gültig von 15.05.2020 bis 25.09.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2020
  7. EpiG § 32 gültig von 29.11.1974 bis 14.05.2020 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 702/1974

Rechtssatz

Vor dem Hintergrund der EuGH-E zu C-411/22 verbietet sich eine Auslegung des Paragraph 32, Absatz eins, Ziffer eins, EpiG, nach der zwingende Voraussetzung einer Vergütung für Verdienstentgang nach dieser Bestimmung jedenfalls eine 'gemäß Paragraphen 7, oder 17' EpiG verfügte Absonderung durch eine österreichische Behörde ist. Vielmehr sind für Zwecke der Vergütung des Verdienstentganges auch Absonderungsmaßnahmen zu berücksichtigen, die von Behörden eines anderen Mitgliedstaates verhängt wurden und angesichts ihrer Zielsetzung, ihrer Art und ihren Auswirkungen den nach den Paragraphen 7, und 17 EpiG verfügten Absonderungsmaßnahmen vergleichbar sind.

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 48/23a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.08.2023 8 ObA 48/23a
    Aufgrund der Frage einer möglicherweise unzulässigen Diskriminierung von Grenzgängern hat der VwGH mit Beschluss vom 24. Mai 2022 zu Ra 2021/03/0098-0100, 0102, 0103 den EuGH um Vorabentscheidung zu den aus dem Beschluss des Senats 8 ObA 64/22b ersichtlichen Fragen ersucht. Der EuGH hat diese mit Urteil vom 15. Juni 2023, C-411/22, wie folgt beantwortet:

    „1. Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit ist dahin auszulegen, dass die staatlich finanzierte Vergütung, die Arbeitnehmern für die durch die Behinderung ihres Erwerbs entstandenen Vermögensnachteile während ihrer Absonderung als an Covid-19 erkrankte, krankheitsverdächtige oder ansteckungsverdächtige Personen gewährt wird, keine 'Leistung bei Krankheit' im Sinne dieser Bestimmung darstellt und daher nicht in den Geltungsbereich dieser Verordnung fällt.

    2. Art. 45 AEUV und Art. 7 der Verordnung (EU) Nr. 492/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2011 über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Union sind dahin auszulegen, dass sie einer Regelung eines Mitgliedstaats entgegenstehen, nach der die Gewährung einer Vergütung für den Verdienstentgang, der den Arbeitnehmern aufgrund einer wegen eines positiven Covid-19-Testergebnisses verfügten Absonderung entsteht, davon abhängt, dass die Anordnung der Absonderungsmaßnahme durch eine Behörde dieses Mitgliedstaats aufgrund dieser Regelung verfügt wird.“ (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2023:RS0134511

Im RIS seit

07.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

07.11.2023

Dokumentnummer

JJR_20230829_OGH0002_008OBA00048_23A0000_000

Rechtssatz für 8ObA48/23a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0134513

Geschäftszahl

8ObA48/23a

Entscheidungsdatum

29.08.2023

Norm

EpiG §32 Abs5
  1. EpiG § 32 heute
  2. EpiG § 32 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 69/2023
  3. EpiG § 32 gültig von 01.07.2022 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2022
  4. EpiG § 32 gültig von 28.05.2021 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2021
  5. EpiG § 32 gültig von 26.09.2020 bis 27.05.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2020
  6. EpiG § 32 gültig von 15.05.2020 bis 25.09.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2020
  7. EpiG § 32 gültig von 29.11.1974 bis 14.05.2020 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 702/1974

Rechtssatz

Der Vergütungsanspruch nach Paragraph 32, Absatz 5, EpiG ist nicht subsidiär gegenüber Paragraph 1154 b, ABGB bzw den dazu parallelen sonstigen zivilrechtlichen Entgeltfortzahlungsbestimmungen.

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 48/23a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.08.2023 8 ObA 48/23a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2023:RS0134513

Im RIS seit

07.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

07.11.2023

Dokumentnummer

JJR_20230829_OGH0002_008OBA00048_23A0000_002

Rechtssatz für 8ObA48/23a; 8ObA41/23x

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0134512

Geschäftszahl

8ObA48/23a; 8ObA41/23x

Entscheidungsdatum

15.02.2024

Norm

EpiG §32
  1. EpiG § 32 heute
  2. EpiG § 32 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 69/2023
  3. EpiG § 32 gültig von 01.07.2022 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2022
  4. EpiG § 32 gültig von 28.05.2021 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2021
  5. EpiG § 32 gültig von 26.09.2020 bis 27.05.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2020
  6. EpiG § 32 gültig von 15.05.2020 bis 25.09.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2020
  7. EpiG § 32 gültig von 29.11.1974 bis 14.05.2020 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 702/1974

Rechtssatz

Nach Paragraph 32, Absatz 3, Satz 2 EpiG haben die Arbeitgeber den Arbeitnehmern „den gebührenden Vergütungsbetrag an den für die Zahlung des Entgelts im Betrieb üblichen Terminen auszuzahlen“. Bei der Vergütung für den Verdienstentgang nach Paragraph 32, EpiG handelt es sich zwar um eine „Schuld des Bundes“, diese hat aber aufgrund von Paragraph 32, Absatz 3, Satz 2 EpiG der Arbeitgeber „kraft Gesetzes […] zu erfüllen“ (VwGH 84/08/0043 [Pkt 2.2.1.]; Ra 2021/09/0235 - 4 [Rz 20]). Kommt der Arbeitgeber seiner Pflicht nach Paragraph 32, Absatz 3, Satz 2 EpiG nicht nach, so kann der Arbeitnehmer vor dem Arbeits- und Sozialgericht gegen ihn Zahlungsklage erheben. Insofern  liegt nämlich eine bürgerliche Rechtssache iSd Paragraph eins, JN vor (im Ergebnis bereits 9 ObA 99/21f; Gerhartl, Vergütung von Quarantänezeiten, ARD 6792/4/2022 [5]; Schrank, Leitentscheidungen der Höchstgerichte zum Arbeitsrecht und Sozialversicherungsrecht 15.3.1. Nr 4).

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 48/23a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 29.08.2023 8 ObA 48/23a
  • 8 ObA 41/23x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 15.02.2024 8 ObA 41/23x
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2023:RS0134512

Im RIS seit

07.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

26.04.2024

Dokumentnummer

JJR_20230829_OGH0002_008OBA00048_23A0000_001