Rechtssatz für 15Os36/03; 14Os99/03; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0117447

Geschäftszahl

15Os36/03; 14Os99/03; 12Os79/03; 15Os45/04; 13Os108/04; 15Os48/06g; 15Os131/06p; 12Os74/07k; 14Os9/08t; 15Os32/08g; 13Os83/08t; 14Os130/08m; 13Os35/09k; 12Os49/09m; 12Os154/08a; 14Os54/09m; 13Os116/09x; 11Os210/09f; 15Os90/10i; 11Os168/10f; 11Os175/10k; 14Os83/11d; 15Os82/11i; 13Os117/11x; 15Os107/11s; 14Os122/11i; 14Os32/12f; 14Os60/12y; 13Os53/13p; 14Os106/13i; 15Os116/13t; 13Os80/13h; 14Os174/13i; 15Os182/13y; 14Os32/14h; 11Os80/14w; 11Os122/14x; 11Os142/14p (11Os143/14k); 12Os4/15b; 15Os77/15k; 14Os65/15p; 11Os36/15a (11Os70/15a); 13Os108/15d; 14Os95/15z; 14Os92/15h; 12Os108/15x; 11Os12/16y; 13Os37/16i; 13Os16/16a; 12Os96/16h; 12Os67/16v; 15Os146/16h; 15Os122/16d; 12Os3/17h; 14Os19/17a; 12Os70/17m; 14Os71/17y; 15Os87/17h; 12Os47/18f; 14Os98/19x; 14Os142/19t; 11Os16/20t; 11Os93/20s; 13Os99/20p; 13Os11/21y (13Os26/21d); 14Os56/21y; 15Os100/23d; 12Os124/23m; 13Os35/24g; 12Os54/26x

Entscheidungsdatum

01.07.2026

Norm

StPO §345 Abs1 Z6
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge verlangt vom Beschwerdeführer deutliche und bestimmte Bezeichnung der vermissten Fragen und jenes Sachverhaltes, auf den die Rechtsbegriffe der Paragraphen 312, ff StPO abstellen, also zum Beispiel des eine Eventualfrage oder Zusatzfrage indizierenden Tatsachensubstrates (WK-StPO Paragraph 345, Rz 23).

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 36/03
    Entscheidungstext OGH 27.03.2003 15 Os 36/03
  • 14 Os 99/03
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 14 Os 99/03
    Auch
  • 12 Os 79/03
    Entscheidungstext OGH 23.10.2003 12 Os 79/03
    Vgl auch
  • 15 Os 45/04
    Entscheidungstext OGH 27.05.2004 15 Os 45/04
    Auch
  • 13 Os 108/04
    Entscheidungstext OGH 06.10.2004 13 Os 108/04
    Auch
  • 15 Os 48/06g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2007 15 Os 48/06g
  • 15 Os 131/06p
    Entscheidungstext OGH 15.02.2007 15 Os 131/06p
    Auch; nur: Gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge verlangt vom Beschwerdeführer unter anderem deutliche und bestimmte Bezeichnung der vermissten Fragen. (T1)
  • 12 Os 74/07k
    Entscheidungstext OGH 28.06.2007 12 Os 74/07k
    Auch; Beisatz: Durch selektives Betonen einzelner Aussageteile - verbunden mit durch Verfahrensergebnisse nicht gedeckten Spekulationen - unter Außerachtlassen des Zusammenhanges wird die Indizwirkung für eine angestrebte Zusatzfrage nicht dargetan. (T2)
  • 14 Os 9/08t
    Entscheidungstext OGH 17.04.2008 14 Os 9/08t
    Vgl auch; Beisatz: Die gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge (Z 6) erfordert eine Substantiierung dahin, durch welche in der Hauptverhandlung konkret vorgebrachten Tatsachen die begehrte weitere Fragenstellung indiziert gewesen sein soll. (T3)
  • 15 Os 32/08g
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 15 Os 32/08g
    Vgl; Beisatz: Beruft sich der Nichtigkeitswerber bei der Kritik an der Unterlassung der Aufnahme einer Eventualfrage in den Fragenkatalog auf ein in der Hauptverhandlung vorgekommenes Verfahrensergebnis - hier konkret auf den Inhalt seiner Verantwortung -, so darf er den Nachweis der geltend gemachten Nichtigkeit nicht bloß auf der Grundlage einzelner, isoliert aus dem Kontext der Gesamtverantwortung gerissener Sätze führen (vgl 15 Os 201/98, 11 Os 30/02), sondern hat vielmehr die Verantwortung in ihrer Gesamtheit zu berücksichtigen. (T4)
  • 13 Os 83/08t
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 27.08.2008 13 Os 83/08t
    Auch; Beisatz: Werden Schuldfragen als unvollständig gerügt, muss der Beschwerde der vermisste Inhalt deutlich und bestimmt zu entnehmen sein, um ein inhaltliches Eingehen des Obersten Gerichtshofs auf das Rechtsmittelvorbringen zu ermöglichen. (T5)
  • 14 Os 130/08m
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 14 Os 130/08m
    Beisatz: Gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge verlangt vom Beschwerdeführer deutliche und bestimmte Bezeichnung nicht nur der vermissten Fragen, sondern auch jenes Sachverhalts, auf den die Rechtsbegriffe der §§ 312 ff StPO abstellen, hier also des eine uneigentliche Zusatzfrage (§ 316 StPO) indizierenden Tatsachensubstrats. (T6)
    Beisatz: Hier: Tatsachensubstrat, welches zu einer Zusatzfrage nach § 142 Abs 2 StGB führen hätte müssen, vom Beschwerdeführer nicht behauptet. (T7)
  • 13 Os 35/09k
    Entscheidungstext OGH 07.05.2009 13 Os 35/09k
    Vgl auch
  • 12 Os 49/09m
    Entscheidungstext OGH 28.05.2009 12 Os 49/09m
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 154/08a
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 154/08a
    Beisatz: Gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge verlangt jedoch die deutliche und bestimmte Bezeichnung der vermissten Fragestellung und des sie indizierenden Tatsachensubstrats. (T8)
  • 14 Os 54/09m
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 14 Os 54/09m
  • 13 Os 116/09x
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 13 Os 116/09x
    Auch
  • 11 Os 210/09f
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 11 Os 210/09f
    Vgl; Beisatz: Hier: Für den umgekehrten Fall einer Fragenrüge, welche die vorschriftswidrige Stellung einer Eventualfrage moniert: Die gesetzeskonforme Ausführung verlangt solcherart die (methodengerecht abgeleitete) Darlegung, dass durch das in der Hauptverhandlung vorgebrachte Tatsachensubstrat der Tatbestand der von der Eventualfrage erfassten strafbaren Handlung nicht verwirklicht wird. (T9)
  • 15 Os 90/10i
    Entscheidungstext OGH 15.09.2010 15 Os 90/10i
    Auch; Beis ähnlich wie T3
  • 11 Os 168/10f
    Entscheidungstext OGH 20.01.2011 11 Os 168/10f
    Auch
  • 11 Os 175/10k
    Entscheidungstext OGH 20.01.2011 11 Os 175/10k
    Auch
  • 14 Os 83/11d
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 14 Os 83/11d
    Auch
  • 15 Os 82/11i
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 82/11i
    Auch; Beisatz: Samt Angabe der Fundstelle in den Akten. (T10)
  • 13 Os 117/11x
    Entscheidungstext OGH 17.11.2011 13 Os 117/11x
    Auch
  • 15 Os 107/11s
    Entscheidungstext OGH 19.10.2011 15 Os 107/11s
    Auch
  • 14 Os 122/11i
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 14 Os 122/11i
    Auch
  • 14 Os 32/12f
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 14 Os 32/12f
    Beisatz: Die das Unterbleiben einer Eventualfrage nach dem Verbrechen der absichtlichen schweren Körperverletzung nach § 87 Abs 1 und Abs 2 zweiter Fall StGB monierende Fragenrüge (Z 6) verfehlt die gesetzmäßige Darstellung, weil sie ein in der Hauptverhandlung vorgekommenes, diese Fragestellung indizierendes Tatsachensubstrat nicht bezeichnet. (T11)
  • 14 Os 60/12y
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 14 Os 60/12y
    Beis wie T10
  • 13 Os 53/13p
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 53/13p
    Auch
  • 14 Os 106/13i
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 14 Os 106/13i
    Auch
  • 15 Os 116/13t
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 15 Os 116/13t
  • 13 Os 80/13h
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 80/13h
    Auch
  • 14 Os 174/13i
    Entscheidungstext OGH 28.01.2014 14 Os 174/13i
    Vgl; Beisatz: Der Umstand, dass die Art der Tat nicht zwingend zum Tod eines Menschen führe, lässt zwar eine Schlussfolgerung nach bloßem Verletzungsvorsatz denkbar erscheinen, begründet für sich allein aber ebenfalls kein die Fragestellung erforderndes Indiz. (T12)
  • 15 Os 182/13y
    Entscheidungstext OGH 19.02.2014 15 Os 182/13y
    Beis wie T11
  • 14 Os 32/14h
    Entscheidungstext OGH 06.05.2014 14 Os 32/14h
    Vgl
  • 11 Os 80/14w
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 80/14w
    Beisatz: Depositionen, der Angeklagte sei als Alkoholiker einzustufen und zeitweise „stockbetrunken“ gewesen, begründen jedenfalls bei längerem Tatzeitraum kein die Fragestellung nach § 287 StGB erforderndes Indiz. (T13)
  • 11 Os 122/14x
    Entscheidungstext OGH 13.01.2015 11 Os 122/14x
  • 11 Os 142/14p
    Entscheidungstext OGH 03.02.2015 11 Os 142/14p
    Auch
  • 12 Os 4/15b
    Entscheidungstext OGH 07.05.2015 12 Os 4/15b
    Auch
  • 15 Os 77/15k
    Entscheidungstext OGH 22.07.2015 15 Os 77/15k
    Auch
  • 14 Os 65/15p
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 65/15p
    Auch
  • 11 Os 36/15a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 11 Os 36/15a
    Auch
  • 13 Os 108/15d
    Entscheidungstext OGH 28.10.2015 13 Os 108/15d
    Auch
  • 14 Os 95/15z
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 95/15z
    Auch
  • 14 Os 92/15h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 92/15h
    Auch; Beisatz: Gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge verlangt die deutliche und bestimmte Bezeichnung von Verfahrensergebnissen, die einen Sachverhalt indizieren, der nach den Gesetzen folgerichtigen Denkens und grundlegenden Erfahrungssätzen Anlass zur begehrten Fragestellung geboten hätte. (T14)
  • 12 Os 108/15x
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 12 Os 108/15x
    Auch
  • 11 Os 12/16y
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 11 Os 12/16y
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 13 Os 37/16i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 13 Os 37/16i
  • 13 Os 16/16a
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 13 Os 16/16a
  • 12 Os 96/16h
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 12 Os 96/16h
  • 12 Os 67/16v
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 12 Os 67/16v
    Auch
  • 15 Os 146/16h
    Entscheidungstext OGH 15.02.2017 15 Os 146/16h
  • 15 Os 122/16d
    Entscheidungstext OGH 18.01.2017 15 Os 122/16d
  • 12 Os 3/17h
    Entscheidungstext OGH 02.03.2017 12 Os 3/17h
    Beis wie T2; Beis wie T4
  • 14 Os 19/17a
    Entscheidungstext OGH 04.04.2017 14 Os 19/17a
    Auch; Beis wie T14
  • 12 Os 70/17m
    Entscheidungstext OGH 13.07.2017 12 Os 70/17m
    Auch
  • 14 Os 71/17y
    Entscheidungstext OGH 03.10.2017 14 Os 71/17y
    Auch
  • 15 Os 87/17h
    Entscheidungstext OGH 22.11.2017 15 Os 87/17h
    Auch
  • 12 Os 47/18f
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 12 Os 47/18f
    Auch
  • 14 Os 98/19x
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 98/19x
    Vgl; Beis wie T10
  • 14 Os 142/19t
    Entscheidungstext OGH 25.02.2020 14 Os 142/19t
    Vgl
  • 11 Os 16/20t
    Entscheidungstext OGH 19.03.2020 11 Os 16/20t
  • 11 Os 93/20s
    Entscheidungstext OGH 02.11.2020 11 Os 93/20s
    Vgl; Beis wie T12
  • 13 Os 99/20p
    Entscheidungstext OGH 17.02.2021 13 Os 99/20p
    Vgl
  • 13 Os 11/21y
    Entscheidungstext OGH 14.04.2021 13 Os 11/21y
    Vgl; nur T1
  • 14 Os 56/21y
    Entscheidungstext OGH 29.06.2021 14 Os 56/21y
    Vgl
  • 15 Os 100/23d
    Entscheidungstext OGH 04.10.2023 15 Os 100/23d
    vgl
  • 12 Os 124/23m
    Entscheidungstext OGH 11.01.2024 12 Os 124/23m
    vgl; Beisatz wie T2
  • 13 Os 35/24g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2024 13 Os 35/24g
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T8; Beisatz wie T11; Beisatz wie T14
  • 12 Os 54/26x
    Entscheidungstext OGH 01.07.2026 12 Os 54/26x
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117447

Im RIS seit

26.04.2003

Zuletzt aktualisiert am

21.08.2026

Dokumentnummer

JJR_20030327_OGH0002_0150OS00036_0300000_001

Rechtssatz für 12Os12/06s; 12Os140/06i; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0120766

Geschäftszahl

12Os12/06s; 12Os140/06i; 11Os6/07b; 12Os29/07t; 14Os61/07p; 14Os77/07s; 12Os104/07x; 15Os32/08g; 13Os178/08p; 12Os49/09m; 11Os210/09f; 14Os97/10m; 11Os82/11k; 15Os82/11i; 12Os78/12f; 14Os122/12s; 13Os53/13p; 11Os119/13d; 14Os92/15h; 15Os151/15t; 12Os108/15x; 12Os96/16h; 12Os28/17k; 14Os71/17y; 12Os93/17v; 12Os122/17h; 15Os87/17h; 14Os48/18t; 15Os64/19d; 15Os38/19f; 15Os82/19a; 14Os139/19a; 15Os132/19d; 15Os6/20a; 14Os1/20h; 14Os7/20s; 14Os17/20m; 11Os16/20t; 11Os47/20a; 11Os93/20s; 12Os122/20p; 13Os52/21b (13Os64/21t); 14Os67/21s; 15Os67/21y; 11Os90/21a; 14Os118/21s; 12Os149/21k; 15Os140/21h; 14Os33/22t; 13Os72/22w; 13Os25/23k; 12Os55/23i; 15Os103/23w; 14Os118/23v; 12Os124/23m; 11Os33/24y; 15Os23/24g; 12Os33/24f; 12Os51/24b; 12Os71/24v; 15Os75/24d; 12Os72/24s; 12Os77/24a; 15Os63/24i; 15Os62/24t; 15Os149/24m; 14Os37/25k; 14Os69/25s; 12Os119/25d; 13Os138/25f; 14Os11/26p; 12Os54/26x; 12Os18/26b

Entscheidungsdatum

05.08.2026

Norm

StPO §313
StPO §314
StPO §345 Abs1 Z6
  1. StPO § 313 heute
  2. StPO § 313 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 345 heute
  2. StPO § 345 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 345 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 345 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 345 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 345 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 345 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 345 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 345 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 345 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Beruft sich der Angeklagte beim Vorwurf der unterlassenen Aufnahme einer Zusatzfrage in den Fragenkatalog oder eines zusätzlichen Straflosigkeitsgrundes in diese auf ein in der Hauptverhandlung vorgekommenes Beweisergebnis (Tatsachenvorbringen im Sinn des Paragraph 314, Absatz eins, StPO) - wie auf den Inhalt seiner Verantwortung - so darf er den Nachweis der geltend gemachten Nichtigkeit nicht bloß auf der Grundlage einzelner, isoliert aus dem Kontext der Gesamtverantwortung gelöster Teile davon führen, sondern hat vielmehr die Einlassung in ihrer Gesamtheit zu berücksichtigen vergleiche WK-StPO Paragraph 313, Rz 14 f).

Entscheidungstexte

  • 12 Os 12/06s
    Entscheidungstext OGH 11.05.2006 12 Os 12/06s
  • 12 Os 140/06i
    Entscheidungstext OGH 25.01.2007 12 Os 140/06i
    Vgl auch
  • 11 Os 6/07b
    Entscheidungstext OGH 27.03.2007 11 Os 6/07b
    Vgl auch
  • 12 Os 29/07t
    Entscheidungstext OGH 12.04.2007 12 Os 29/07t
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zeugenaussage. (T1)
  • 14 Os 61/07p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 14 Os 61/07p
  • 14 Os 77/07s
    Entscheidungstext OGH 31.07.2007 14 Os 77/07s
    Beisatz: Der Rechtsmittelwerber darf den Nachweis der geltend gemachten Nichtigkeit nicht bloß auf der Grundlage einzelner, isoliert aus dem Kontext der Gesamtverantwortung und der gutachterlichen Expertise insgesamt gelöster Teile davon führen, sondern hat vielmehr die für die vermisste Fragestellung ins Treffen geführten Verfahrensergebnisse in ihrer Gesamtheit zu berücksichtigen. (T2)
  • 12 Os 104/07x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 104/07x
  • 15 Os 32/08g
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 15 Os 32/08g
    Vgl; Beisatz: Beruft sich der Nichtigkeitswerber bei der Kritik an der Unterlassung der Aufnahme einer Eventualfrage in den Fragenkatalog auf ein in der Hauptverhandlung vorgekommenes Verfahrensergebnis - hier konkret auf den Inhalt seiner Verantwortung -, so darf er den Nachweis der geltend gemachten Nichtigkeit nicht bloß auf der Grundlage einzelner, isoliert aus dem Kontext der Gesamtverantwortung gerissener Sätze führen (vgl 15 Os 201/98, 11 Os 30/02), sondern hat vielmehr die Verantwortung in ihrer Gesamtheit zu berücksichtigen. (T3)
  • 13 Os 178/08p
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 13 Os 178/08p
    Auch
  • 12 Os 49/09m
    Entscheidungstext OGH 28.05.2009 12 Os 49/09m
  • 11 Os 210/09f
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 11 Os 210/09f
    Vgl; Beisatz: Hier: Fragenrüge, welche die vorschriftswidrige Stellung einer Eventualfrage moniert: Der somit vorzunehmende Vergleich der in der Hauptverhandlung vorgebrachten Tatsachen mit der der Eventualfragestellung zu Grunde liegenden rechtlichen Kategorie ist nicht auf der Grundlage einzelner, isoliert betrachteter Beweisergebnisse, sondern unter Berücksichtigung sämtlicher (für die in Rede stehende Subsumtionsfrage entscheidender) Verfahrensergebnisse in ihrer Gesamtheit zu führen. (T4)
  • 14 Os 97/10m
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 14 Os 97/10m
    Vgl auch
  • 11 Os 82/11k
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 11 Os 82/11k
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
  • 15 Os 82/11i
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 82/11i
  • 12 Os 78/12f
    Entscheidungstext OGH 10.10.2012 12 Os 78/12f
    Vgl
  • 14 Os 122/12s
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 122/12s
    Vgl
  • 13 Os 53/13p
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 53/13p
    Auch
  • 11 Os 119/13d
    Entscheidungstext OGH 12.11.2013 11 Os 119/13d
  • 14 Os 92/15h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 92/15h
    Auch
  • 15 Os 151/15t
    Entscheidungstext OGH 09.12.2015 15 Os 151/15t
    Auch
  • 12 Os 108/15x
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 12 Os 108/15x
  • 12 Os 96/16h
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 12 Os 96/16h
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Os 28/17k
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 12 Os 28/17k
    Auch
  • 14 Os 71/17y
    Entscheidungstext OGH 03.10.2017 14 Os 71/17y
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Bestreitet der Angeklagte den Tötungsvorsatz, liegt kein Anlass vor, aufgrund seiner Aussage eine Eventualfrage nach dem Verbrechen des Totschlags nach §§ 15, 76 StGB zu stellen. (T5)
  • 12 Os 93/17v
    Entscheidungstext OGH 12.10.2017 12 Os 93/17v
    Auch
  • 12 Os 122/17h
    Entscheidungstext OGH 16.11.2017 12 Os 122/17h
    Auch
  • 15 Os 87/17h
    Entscheidungstext OGH 22.11.2017 15 Os 87/17h
    Auch
  • 14 Os 48/18t
    Entscheidungstext OGH 03.07.2018 14 Os 48/18t
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 15 Os 64/19d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2019 15 Os 64/19d
    Vgl; Beis wie T3
  • 15 Os 38/19f
    Entscheidungstext OGH 29.05.2019 15 Os 38/19f
  • 15 Os 82/19a
    Entscheidungstext OGH 17.10.2019 15 Os 82/19a
    Vgl
  • 14 Os 139/19a
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 139/19a
    Vgl; Beis wie T5
  • 15 Os 132/19d
    Entscheidungstext OGH 15.01.2020 15 Os 132/19d
  • 15 Os 6/20a
    Entscheidungstext OGH 04.03.2020 15 Os 6/20a
    Vgl
  • 14 Os 1/20h
    Entscheidungstext OGH 17.03.2020 14 Os 1/20h
    Vgl; Beis wie T5
  • 14 Os 7/20s
    Entscheidungstext OGH 23.02.2020 14 Os 7/20s
    Vgl
  • 14 Os 17/20m
    Entscheidungstext OGH 24.03.2020 14 Os 17/20m
  • 11 Os 16/20t
    Entscheidungstext OGH 19.03.2020 11 Os 16/20t
  • 11 Os 47/20a
    Entscheidungstext OGH 15.09.2020 11 Os 47/20a
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 11 Os 93/20s
    Entscheidungstext OGH 02.11.2020 11 Os 93/20s
  • 12 Os 122/20p
    Entscheidungstext OGH 07.12.2020 12 Os 122/20p
    Vgl; Beis wie T3
  • 13 Os 52/21b
    Entscheidungstext OGH 13.07.2021 13 Os 52/21b
    Vgl; Beisatz: Die Verfahrensergebnisse, auf die sich die Rüge stützt, sind in ihrem inneren Sinnzusammenhang zu betrachten. (T6)
  • 14 Os 67/21s
    Entscheidungstext OGH 10.08.2021 14 Os 67/21s
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 15 Os 67/21y
    Entscheidungstext OGH 15.09.2021 15 Os 67/21y
  • 11 Os 90/21a
    Entscheidungstext OGH 14.09.2021 11 Os 90/21a
    Vgl; Beis wie T5
  • 14 Os 118/21s
    Entscheidungstext OGH 18.01.2022 14 Os 118/21s
    Vgl; Beis wie T6
  • 12 Os 149/21k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2022 12 Os 149/21k
    Vgl; Beis wie T4
  • 15 Os 140/21h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 15 Os 140/21h
  • 14 Os 33/22t
    Entscheidungstext OGH 31.05.2022 14 Os 33/22t
    Vgl; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 13 Os 72/22w
    Entscheidungstext OGH 19.10.2022 13 Os 72/22w
    Vgl; Beis wie T5
  • 13 Os 25/23k
    Entscheidungstext OGH 31.05.2023 13 Os 25/23k
    vgl
  • 12 Os 55/23i
    Entscheidungstext OGH 22.06.2023 12 Os 55/23i
    vgl
  • 15 Os 103/23w
    Entscheidungstext OGH 08.11.2023 15 Os 103/23w
    vgl
  • 14 Os 118/23v
    Entscheidungstext OGH 09.01.2024 14 Os 118/23v
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T6
  • 12 Os 124/23m
    Entscheidungstext OGH 11.01.2024 12 Os 124/23m
    vgl; Beisatz wie T6
  • 11 Os 33/24y
    Entscheidungstext OGH 23.04.2024 11 Os 33/24y
    vgl; Beisatz wie T4: Hier: Begehren nach einer Zusatzfragestellung. (T7)
  • 15 Os 23/24g
    Entscheidungstext OGH 15.05.2024 15 Os 23/24g
    vgl
  • 12 Os 33/24f
    Entscheidungstext OGH 16.05.2024 12 Os 33/24f
    vgl; Beisatz wie T6
  • 12 Os 51/24b
    Entscheidungstext OGH 27.06.2024 12 Os 51/24b
    vgl
  • 12 Os 71/24v
    Entscheidungstext OGH 05.09.2024 12 Os 71/24v
    vgl; Beisatz wie T2
  • 15 Os 75/24d
    Entscheidungstext OGH 04.09.2024 15 Os 75/24d
    vgl
  • 12 Os 72/24s
    Entscheidungstext OGH 05.09.2024 12 Os 72/24s
    vgl; Beisatz wie T3
  • 12 Os 77/24a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2024 12 Os 77/24a
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5
  • 15 Os 63/24i
    Entscheidungstext OGH 09.10.2024 15 Os 63/24i
    vgl; Beisatz wie T3
  • 15 Os 62/24t
    Entscheidungstext OGH 09.10.2024 15 Os 62/24t
    vgl; Beisatz wie T4
  • 15 Os 149/24m
    Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 149/24m
    vgl
  • 14 Os 37/25k
    Entscheidungstext OGH 13.05.2025 14 Os 37/25k
    vgl; Beisatz wie T5; Beisatz wie T6
  • 14 Os 69/25s
    Entscheidungstext OGH 04.09.2025 14 Os 69/25s
    vgl
  • 12 Os 119/25d
    Entscheidungstext OGH 12.11.2025 12 Os 119/25d
    vgl; Beisatz: Hier: Übergehen von Teilen der eigenen Angaben. (T8)
  • 13 Os 138/25f
    Entscheidungstext OGH 11.02.2026 13 Os 138/25f
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4
  • 14 Os 11/26p
    Entscheidungstext OGH 19.05.2026 14 Os 11/26p
    vgl
  • 12 Os 54/26x
    Entscheidungstext OGH 01.07.2026 12 Os 54/26x
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T6; Beisatz wie T8
  • 12 Os 18/26b
    Entscheidungstext OGH 05.08.2026 12 Os 18/26b
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120766

Im RIS seit

10.06.2006

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2026

Dokumentnummer

JJR_20060511_OGH0002_0120OS00012_06S0000_001

Entscheidungstext 12Os96/16h

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Os96/16h

Entscheidungsdatum

22.09.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 22. September 2016 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé, Dr. Oshidari, Dr. Michel-Kwapinski und Dr. Brenner in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Beran als Schriftführer in der Strafsache gegen Samir Ben Amara G***** wegen des Verbrechens des Mordes nach Paragraph 75, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Geschworenengericht vom 13. Juni 2016, GZ 601 Hv 1/16g-81, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Samir Ben Amara G***** auf Grund des Wahrspruchs der Geschworenen des Verbrechens des Mordes nach Paragraph 75, StGB schuldig erkannt.

Danach hat er am 25. September 2015 in W***** Verica V***** vorsätzlich getötet, indem er ihr mit einem Küchenmesser mit 19 cm Klingenlänge zwei Stiche in den Halsbereich versetzte, wodurch die Drosselvene verletzt wurde, sodass das Opfer verblutete.

Die Geschworenen hatten die anklagekonform nach dem Verbrechen des Mordes nach Paragraph 75, StGB gestellte Hauptfrage 1./ stimmeneinhellig bejaht und die darauf bezogene Zusatzfrage (3./) in Richtung Zurechnungsunfähigkeit (Paragraph 11, StGB) stimmeneinhellig verneint.

Rechtliche Beurteilung

Gegen den Schuldspruch richtet sich die auf Paragraph 345, Absatz eins, Ziffer 5 und 6 StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten.

Die Verfahrensrüge (Ziffer 5,) wendet sich gegen die Abweisung des Antrags auf Vernehmung der Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie Dr. L*****, bei welcher der Angeklagte seit 2010 in Behandlung stehe, die bei diesem auch die Diagnose Schizophrenie gestellt und die Medikation mit anti-psychotischen Medikamenten verordnet habe. Begründend hatte der Verteidiger ausgeführt, dass dies „für eine abschließende Beurteilung, ob beim Angeklagten in psychiatrischer Sicht die Voraussetzungen des Paragraph 11, StGB vorliegen, von entscheidender Bedeutung“ sei, „dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der gerichtliche Sachverständige in der heutigen Hauptverhandlung das Vorliegen einer psychotischen Symptomatik verneint“ habe (ON 69 S 34 f, ON 80 S 13). Dem Beschwerdevorbringen zuwider wurden durch die Abweisung dieses Beweisantrags (ON 80 S 14) Verteidigungsrechte nicht verletzt:

Der vom Erstgericht bestellte psychiatrische Sachverständige Univ. Doz. Dr. Karl D***** hat die an ihn gerichtete Frage in Zusammenhang mit der Zurechnungsfähigkeit (Paragraph 11, StGB) des Beschwerdeführers im Tatzeitpunkt abschließend – ohne dass das Antragsvorbringen diesbezüglich Mängel im Sinn des Paragraph 127, Absatz 3, StPO behauptet hätte – beantwortet und dabei auch die Krankengeschichte der Suchtberatungsstelle, in der die als Zeugin beantragte, den Angeklagten behandelnde Ärztin Dr. L***** arbeitet, berücksichtigt (ON 80 S 6 ff).

Zudem sind Zeugen – mögen sie auch über besondere Fachkenntnisse verfügen – bloß über ihre sinnlichen Wahrnehmungen von Tatsachen, nicht jedoch über (nach Art eines Gutachtens gezogene) Schlussfolgerungen, die hier aber gerade das Beweisthema bildeten, zu vernehmen (RIS-Justiz RS0097540). Dass die begehrte Beweisaufnahme ein über die bereits schriftlich vorliegende Krankengeschichte hinausgehendes Ergebnis erwarten lasse, zeigte der Antrag nicht auf vergleiche aber RIS-Justiz RS0118444).

Das den Antrag ergänzende Vorbringen im Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde unterliegt dem Neuerungsverbot und ist daher unbeachtlich (RIS-Justiz RS0099618).

Die Fragenrüge (Ziffer 6,) reklamiert unter Hinweis auf eine Passage im Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen Univ.-Doz. Dr. Karl D*****, wonach es „durchaus glaubhaft und nachvollziehbar“ sei, dass sich der Angeklagte in einem „affektiven Erregungszustand befunden“ habe und es (richtig:) „menschlich“ sei, dass dies zu einer Verminderung der Impulskontrolle führe (ON 80 S 12), die Stellung einer Eventualfrage nach dem Verbrechen des Totschlags (Paragraph 76, StGB).

Gesetzeskonforme Ausführung einer Fragenrüge verlangt vom Beschwerdeführer die deutliche und bestimmte Bezeichnung einerseits der vermissten Fragen, andererseits jenes Sachverhalts, auf den die Rechtsbegriffe der Paragraphen 312, ff StPO abstellen, somit vorliegend eines die begehrte Eventualfrage indizierenden Tatsachensubstrats (RIS-Justiz RS0117447; Ratz, WK-StPO Paragraph 345, Rz 23). Der vorzunehmende Vergleich der in der Hauptverhandlung vorgebrachten Tatsachen mit der der Eventualfragestellung zugrunde liegenden rechtlichen Kategorie ist nicht auf der Grundlage einzelner isoliert betrachteter Beweisergebnisse, sondern unter Berücksichtigung sämtlicher (für die in Rede stehende Subsumtionsfrage entscheidender) Verfahrens-ergebnisse in ihrer Gesamtheit zu führen (RIS-Justiz RS0120766 [T4]).

Diesem Kriterium entspricht die Rüge nicht, lässt sie doch außer Acht, dass der Angeklagte sich in der Hauptverhandlung damit verantwortete, dass er dem Opfer unabsichtlich einen Stich in den Hals versetzt habe, weil er zuerst sich selbst mit dem Messer umbringen wollte, das Opfer jedoch seine Hand nahm und ihn daran zu hindern versuchte (ON 69 S 5 ff, ON 80 S 15). Solcherart nennt sie kein Sachverhaltssubstrat, das indiziert, der Angeklagte habe sich (in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung) zu einer Tötungshandlung hinreißen lassen.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraphen 285 d, Absatz eins, 344, StPO), woraus die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufung folgt (Paragraphen 285 i, 344, StPO).

Die Kostenentscheidung gründet sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E115825

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0120OS00096.16H.0922.000

Im RIS seit

07.10.2016

Zuletzt aktualisiert am

07.10.2016

Dokumentnummer

JJT_20160922_OGH0002_0120OS00096_16H0000_000