Rechtssatz für Bsw36376/04; Bsw24120/06; ...

Gericht

AUSL EGMR, OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0126841

Geschäftszahl

Bsw36376/04; Bsw24120/06; 17Os13/14m (17Os14/14h; 17Os32/14f; 17Os33/14b); 13Os24/16b; 11Os16/17p (11Os17/17k); Bsw35343/05; Bsw41723/14

Entscheidungsdatum

22.12.2020

Norm

MRK Art7

Rechtssatz

Es ist grundsätzlich ausschließlich Sache der innerstaatlichen Gerichte, die Tatsachen festzustellen und das innerstaatliche Recht auszulegen. Dies gilt auch, wenn innerstaatliches Recht auf Regeln des Völkerrechts verweist. Etwas anderes gilt allerdings, wenn die EMRK selbst auf das innerstaatliche Recht verweist. In solchen Fällen kann ein Verstoß gegen die innerstaatliche Rechtsordnung für sich alleine eine Konventionsverletzung begründen. Der GH kann und muss daher prüfen, ob die innerstaatlichen Gesetze befolgt wurden. Genau dieses Prinzip gilt in Hinblick auf Artikel 7, EMRK, da die Anwendung einer Bestimmung des nationalen Strafrechts auf eine von der Bestimmung nicht erfasste Handlung unmittelbar zu einem Konflikt mit der EMRK führt. Unter solchen Umständen muss sich die Jurisdiktion des GH auf die Entscheidung erstrecken, ob die strafrechtliche Bestimmung eingehalten wurde, da Artikel 7, EMRK ansonsten zwecklos wäre. Genau derselbe Grundsatz gilt in Situationen, in denen die innerstaatlichen Gerichte Völkerrecht angewendet haben.

Anmerkung

Veröff: NL 2020,490

Entscheidungstexte

  • Bsw 36376/04
    Entscheidungstext AUSL EGMR, OGH 24.07.2008 Bsw 36376/04
    Kononov gegen Lettland (T1a)
    Veröff: NL 2008,225
  • Bsw 24120/06
    Entscheidungstext AUSL EGMR 31.05.2011 Bsw 24120/06
    Veröff: NL 2011,201
  • 17 Os 13/14m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 13/14m
    Vgl auch; Beisatz: Unter dem Aspekt des Art 7 Abs 1 MRK prüft der Oberste Gerichtshof – soweit hier von Interesse – eine Verurteilung dahin, ob hiefür im Tatzeitpunkt eine ausreichend klare (materielle – vgl Grabenwarter/Pabel, EMRK5 § 24 Rz 134) Rechtsgrundlage bestand und diese ausreichend vorhersehbar und zugänglich war. (T1)
  • 13 Os 24/16b
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 24/16b
    Vgl
  • 11 Os 16/17p
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 16/17p
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Überdies darf das jeweilige Strafgesetz nicht unvertretbar oder willkürlich angewendet worden sein (so schon 17 Os 13/14m). Bei der Willkürkontrolle ist darauf abzustellen, ob die Bestrafung vernünftigerweise vorhersehbar war und die Auslegung des Rechts nachvollziehbar ist. (T2)
  • Bsw 35343/05
    Entscheidungstext AUSL EGMR 20.10.2015 Bsw 35343/05
    nur: Es ist grundsätzlich ausschließlich Sache der innerstaatlichen Gerichte, die Tatsachen festzustellen und das innerstaatliche Recht auszulegen. Dies gilt auch, wenn innerstaatliches Recht auf Regeln des Völkerrechts verweist. (T3)
    Veröff: NL 2015,419
  • Bsw 41723/14
    Entscheidungstext AUSL 22.12.2020 Bsw 41723/14
    vgl; nur: Es ist grundsätzlich ausschließlich Sache der innerstaatlichen Gerichte, die Tatsachen festzustellen und das innerstaatliche Recht auszulegen. (T4)
    Beisatz: Wenn die gewählte Auslegung nicht willkürlich oder offenkundig unangemessen ist, beschränkt sich die Aufgabe des EGMR darauf zu entscheiden, ob deren Auswirkungen mit der Konvention vereinbar sind. (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft ua gg die Schweiz) (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:AUSL000:2008:RS0126841

Im RIS seit

21.06.2011

Zuletzt aktualisiert am

11.08.2026

Dokumentnummer

JJR_20080724_AUSL002_000BSW36376_0400000_001

Rechtssatz für 14Os92/14g; 15Os54/16d; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0129981

Geschäftszahl

14Os92/14g; 15Os54/16d; 13Os24/16b; 12Os83/17y (12Os84/17w); 12Os104/17m (12Os105/17h); 17Os18/17a; 14Os1/18f; 12Os155/18p; 11Os47/19z; 14Os122/19a (14Os123/19y); 11Os50/20t (11Os71/20f); 11Os78/20k; 12Os98/20h (12Os99/20f); 15Os120/20s; 14Os61/20g; 13Os33/21h; 14Os83/21v; 12Os117/21d; 14Os135/21s (14Os136/21p); 15Os133/21d; 14Os2/22h; 15Os149/21g; 15Os63/22m; 14Os90/22z; 15Os96/22i (15Os99/22f; 15Os100/22b); 15Os62/22i (15Os50/23a); 15Os122/24s; 12Os126/25h; 15Os36/26x (15Os37/26v; 15Os50/26f; 15Os51/26b)

Entscheidungsdatum

11.06.2026

Rechtssatz

Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt aus dem Blickwinkel des Artikel 6, Absatz eins, MRK nur bei willkürlichen oder grob unvernünftigen Urteils- oder Beschlussannahmen vor. Dies ist dann der Fall, wenn die Begründung eindeutig unzureichend oder offensichtlich widersprüchlich ist oder eindeutig einen Irrtum erkennen lässt.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 92/14g
    Entscheidungstext OGH 03.03.2015 14 Os 92/14g
    Beisatz: So bereits 17 Os 13/14m. (T1)
  • 15 Os 54/16d
    Entscheidungstext OGH 19.07.2016 15 Os 54/16d
  • 13 Os 24/16b
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 24/16b
  • 12 Os 83/17y
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 83/17y
  • 12 Os 104/17m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 104/17m
  • 17 Os 18/17a
    Entscheidungstext OGH 12.12.2017 17 Os 18/17a
  • 14 Os 1/18f
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 1/18f
  • 12 Os 155/18p
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 12 Os 155/18p
    Auch
  • 11 Os 47/19z
    Entscheidungstext OGH 28.05.2019 11 Os 47/19z
  • 14 Os 122/19a
    Entscheidungstext OGH 14.01.2020 14 Os 122/19a
    Vgl
  • 11 Os 50/20t
    Entscheidungstext OGH 15.07.2020 11 Os 50/20t
  • 11 Os 78/20k
    Entscheidungstext OGH 04.11.2020 11 Os 78/20k
    Vgl
  • 12 Os 98/20h
    Entscheidungstext OGH 07.12.2020 12 Os 98/20h
    Vgl
  • 15 Os 120/20s
    Entscheidungstext OGH 09.02.2021 15 Os 120/20s
  • 14 Os 61/20g
    Entscheidungstext OGH 23.03.2021 14 Os 61/20g
    Vgl
  • 13 Os 33/21h
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 33/21h
  • 14 Os 83/21v
    Entscheidungstext OGH 14.09.2021 14 Os 83/21v
    Vgl
  • 12 Os 117/21d
    Entscheidungstext OGH 22.10.2021 12 Os 117/21d
    Vgl
  • 14 Os 135/21s
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 14 Os 135/21s
    Vgl
  • 15 Os 133/21d
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 15 Os 133/21d
    Vgl
  • 14 Os 2/22h
    Entscheidungstext OGH 26.04.2022 14 Os 2/22h
    Vgl
  • 15 Os 149/21g
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 15 Os 149/21g
  • 15 Os 63/22m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 63/22m
    Vgl
  • 14 Os 90/22z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2022 14 Os 90/22z
    Vgl
  • 15 Os 96/22i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2023 15 Os 96/22i
    vgl
  • 15 Os 62/22i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2023 15 Os 62/22i
    vgl
  • 15 Os 122/24s
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 122/24s
    vgl
  • 12 Os 126/25h
    Entscheidungstext OGH 10.12.2025 12 Os 126/25h
    vgl
  • 15 Os 36/26x
    Entscheidungstext OGH 11.06.2026 15 Os 36/26x
    vgl; Beisatz: Mit der Behauptung der Verletzung des Grundsatzes der Unschuldsvermutung nach Art 6 Abs 2 MRK wird bloß die Beweiswürdigung des Berufungsgerichts bekämpft, ohne jedoch willkürliche oder grob unvernünftige Annahmen darzustellen. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:RS0129981

Im RIS seit

21.04.2015

Zuletzt aktualisiert am

21.08.2026

Dokumentnummer

JJR_20150303_OGH0002_0140OS00092_14G0000_001

Rechtssatz für 15Os171/08y; 15Os28/10x; ...

Gericht

OGH, AUSL EGMR

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0125393

Geschäftszahl

15Os171/08y; 15Os28/10x; 15Os98/10s; 15Os175/10i; 15Os104/11z; 14Os12/11p; 15Os92/11k; 15Os114/11w; 15Os39/12t; 13Os71/13k; 12Os111/14m; 12Os154/15m; 15Os152/15i (15Os153/15m); 13Os24/16b; 13Os80/16p (13Os92/16b); 15Os82/16x; 11Os16/17p (11Os17/17k); 15Os128/16m (15Os129/16h); 11Os78/17f; 12Os83/17y (12Os84/17w); 12Os104/17m (12Os105/17h); 13Os56/17k; 14Os53/17a; 12Os126/17x (12Os127/17v); 15Os96/18h (15Os97/18f); 13Os93/18b; 13Os155/18w; 11Os122/18b (11Os123/18z); 12Os160/18y; 14Os58/19i; 15Os129/19p (15Os130/19k); 11Os66/20w; 11Os78/20k; 15Os29/21k (15Os30/21g); 13Os33/21h; 14Os135/21s (14Os136/21p); 14Os42/22s; 15Os51/24z; 15Os55/24p (15Os160/24d; 15Os161/24a); 12Os73/25i; 12Os37/26x; 15Os13/26i (15Os14/26m)

Entscheidungsdatum

15.07.2026

Norm

GRGB §10
StPO §363a
  1. StPO § 363a heute
  2. StPO § 363a gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996

Rechtssatz

Indem der Erneuerungswerber - in Verkennung des Erfordernisses einer (hinreichenden) Sachverhaltsbasis für ein Werturteil - mit eigenständigen und spekulativen Erwägungen zu einer vom Antragsteller bloß geäußerten politischen Kritik und politischen Bewertung der Amtstätigkeit der Bundesministerin die dazu konträren, zuvor bezeichneten Urteilsfeststellungen zum Bedeutungsinhalt der inkriminierten Textstellen in Frage stellt, verfehlt er den Bezugspunkt des geltend gemachten Rechtsbehelfs.

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 171/08y
    Entscheidungstext OGH, AUSL EGMR 14.10.2009 15 Os 171/08y
  • 15 Os 28/10x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 15 Os 28/10x
    Ähnlich
  • 15 Os 98/10s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2011 15 Os 98/10s
    Vgl auch
  • 15 Os 175/10i
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 175/10i
    Vgl; Beisatz: Der Erneuerungswerber hat, soweit er – auf Grundlage der Gesamtheit der Entscheidungsgründe – nicht Begründungsmängel aufzuzeigen oder erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit getroffener Feststellungen zu wecken vermag, die Tatsachenannahmen der bekämpften Entscheidung zugrunde zu legen. (T1)
  • 15 Os 104/11z
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 104/11z
    Vgl; Beis ähnlich wie T1
  • 14 Os 12/11p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2011 14 Os 12/11p
    Vgl auch
  • 15 Os 92/11k
    Entscheidungstext OGH 29.02.2012 15 Os 92/11k
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 114/11w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2012 15 Os 114/11w
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 39/12t
    Entscheidungstext OGH 21.11.2012 15 Os 39/12t
    Beis wie T1
  • 13 Os 71/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 13 Os 71/13k
    Vgl; Beis wie T1
  • 12 Os 111/14m
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 12 Os 111/14m
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 154/15m
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 154/15m
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 152/15i
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 15 Os 152/15i
    Auch
  • 13 Os 24/16b
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 24/16b
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 80/16p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 80/16p
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 82/16x
    Entscheidungstext OGH 15.02.2017 15 Os 82/16x
    Auch
  • 11 Os 16/17p
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 16/17p
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 128/16m
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 128/16m
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 78/17f
    Entscheidungstext OGH 13.09.2017 11 Os 78/17f
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 83/17y
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 83/17y
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 104/17m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 104/17m
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 56/17k
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 56/17k
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 53/17a
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 53/17a
    Auch; Beis wie T1
  • 12 Os 126/17x
    Entscheidungstext OGH 18.01.2018 12 Os 126/17x
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 96/18h
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 15 Os 96/18h
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 93/18b
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 93/18b
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 155/18w
    Entscheidungstext OGH 16.01.2019 13 Os 155/18w
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 122/18b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 11 Os 122/18b
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Die grundsätzliche Bindung an die Tatsachenannahmen der bekämpften Entscheidung ist auch für die zur Ausschöpfung des Rechtswegs (Art 35 Abs 1 MRK) relevante Frage zu beachten, in wessen Name ein Rechtsbehelf eingebracht wurde. (T2)
  • 12 Os 160/18y
    Entscheidungstext OGH 11.04.2019 12 Os 160/18y
    Beis wie T1
  • 14 Os 58/19i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 58/19i
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 129/19p
    Entscheidungstext OGH 12.05.2020 15 Os 129/19p
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 66/20w
    Entscheidungstext OGH 22.09.2020 11 Os 66/20w
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 78/20k
    Entscheidungstext OGH 04.11.2020 11 Os 78/20k
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 29/21k
    Entscheidungstext OGH 22.04.2021 15 Os 29/21k
    Vgl; Beis wie T1
  • 13 Os 33/21h
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 33/21h
    Vgl; Beis nur wie T1
  • 14 Os 135/21s
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 14 Os 135/21s
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 42/22s
    Entscheidungstext OGH 28.06.2022 14 Os 42/22s
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 51/24z
    Entscheidungstext OGH 13.11.2024 15 Os 51/24z
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 55/24p
    Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 55/24p
    vgl; Beisatz wie T1
  • 12 Os 73/25i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2025 12 Os 73/25i
    vgl; Beisatz wie T1
  • 12 Os 37/26x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2026 12 Os 37/26x
    vgl; Beisatz wie T1
  • 15 Os 13/26i
    Entscheidungstext OGH 15.07.2026 15 Os 13/26i
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0125393

Im RIS seit

24.05.2017

Zuletzt aktualisiert am

01.09.2026

Dokumentnummer

JJR_20091014_OGH0002_0150OS00171_08Y0000_001

Rechtssatz für 17Os13/14m (17Os14/14h; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0129606

Geschäftszahl

17Os13/14m (17Os14/14h; 17Os32/14f; 17Os33/14b); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 13Os24/16b; 11Os47/18y; 13Os133/18k; 11Os47/19z; 11Os28/19f (11Os29/19b; 11Os30/19z; 11Os31/19x; 11Os55/19a); 11Os19/19g (11Os20/19d); 11Os50/20t (11Os71/20f); 11Os66/20w; 12Os98/20h (12Os99/20f); 15Os120/20s; 15Os29/21k (15Os30/21g); 13Os33/21h; 14Os31/21x; 14Os83/21v; 14Os78/21h (14Os79/21f); 12Os117/21d; 14Os48/21x (14Os50/21s); 14Os68/21p; 12Os8/22a; 12Os9/22y; 15Os133/21d; 15Os118/21y (15Os119/21w); 15Os149/21g; 15Os63/22m; 14Os90/22z; 13Os76/22h; 14Os24/23w; 12Os15/23g; 12Os130/23v; 15Os109/23b; 14Os89/23d; 12Os91/24k; 15Os122/24s; 15Os95/24w; 13Os105/24a; 15Os114/24i (15Os158/24k); 15Os17/25a (15Os18/25y); 13Os83/25t (13Os84/25i); 12Os126/25h; 14Os131/25h (14Os132/25f); 12Os37/26x; 15Os36/26x (15Os37/26v; 15Os50/26f; 15Os51/26b); 15Os13/26i (15Os14/26m)

Entscheidungsdatum

15.07.2026

Norm

StPO §363a Abs1
  1. StPO § 363a heute
  2. StPO § 363a gültig ab 01.03.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996

Rechtssatz

Erneuerungsanträge ohne Befassung des EGMR haben die Verletzung des Antragstellers in einem Grund- oder Menschenrecht zum Gegenstand, sodass sich die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs allein darauf bezieht. Andere Rechtsverletzungen bleiben bei Behandlung dieses Rechtsbehelfs außer Betracht.

Entscheidungstexte

  • 17 Os 13/14m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2014 17 Os 13/14m
    Dieser Beisatz wurde gelöscht. 22.10.2025 (T1)
  • 15 Os 110/15p
    Entscheidungstext OGH 07.10.2015 15 Os 110/15p
  • 12 Os 160/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 12 Os 160/15v
  • 13 Os 24/16b
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 24/16b
  • 11 Os 47/18y
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 11 Os 47/18y
    Beisatz: Es findet eine Grobprüfung auf der Verfassungsstufe und keine Feinprüfung unterhalb derselben statt. (T2)
  • 13 Os 133/18k
    Entscheidungstext OGH 13.03.2019 13 Os 133/18k
    Beis wie T2
  • 11 Os 47/19z
    Entscheidungstext OGH 28.05.2019 11 Os 47/19z
    Beisatz: Keine Auseinandersetzung nach Art einer zusätzlichen Beschwerde- oder Berufungsinstanz. (T3)
  • 11 Os 28/19f
    Entscheidungstext OGH 25.06.2019 11 Os 28/19f
    Beis wie T2
  • 11 Os 19/19g
    Entscheidungstext OGH 28.05.2019 11 Os 19/19g
  • 11 Os 50/20t
    Entscheidungstext OGH 15.07.2020 11 Os 50/20t
    Vgl
  • 11 Os 66/20w
    Entscheidungstext OGH 22.09.2020 11 Os 66/20w
  • 12 Os 98/20h
    Entscheidungstext OGH 07.12.2020 12 Os 98/20h
    Vgl
  • 15 Os 120/20s
    Entscheidungstext OGH 09.02.2021 15 Os 120/20s
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 29/21k
    Entscheidungstext OGH 22.04.2021 15 Os 29/21k
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 13 Os 33/21h
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 13 Os 33/21h
    Vgl; Beis wie T3
  • 14 Os 31/21x
    Entscheidungstext OGH 10.08.2021 14 Os 31/21x
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 83/21v
    Entscheidungstext OGH 14.09.2021 14 Os 83/21v
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 78/21h
    Entscheidungstext OGH 12.10.2021 14 Os 78/21h
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 117/21d
    Entscheidungstext OGH 22.10.2021 12 Os 117/21d
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 48/21x
    Entscheidungstext OGH 16.11.2021 14 Os 48/21x
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 14 Os 68/21p
    Entscheidungstext OGH 18.01.2022 14 Os 68/21p
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 8/22a
    Entscheidungstext OGH 28.04.2022 12 Os 8/22a
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 12 Os 9/22y
    Entscheidungstext OGH 28.04.2022 12 Os 9/22y
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 133/21d
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 15 Os 133/21d
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 118/21y
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 15 Os 118/21y
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 149/21g
    Entscheidungstext OGH 27.04.2022 15 Os 149/21g
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 15 Os 63/22m
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 63/22m
    Vgl
  • 14 Os 90/22z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2022 14 Os 90/22z
    Vgl; Beis insb T3
  • 13 Os 76/22h
    Entscheidungstext OGH 23.11.2022 13 Os 76/22h
    Vgl; Beis wie T3
  • 14 Os 24/23w
    Entscheidungstext OGH 25.04.2023 14 Os 24/23w
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 12 Os 15/23g
    Entscheidungstext OGH 22.05.2023 12 Os 15/23g
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 12 Os 130/23v
    Entscheidungstext OGH 29.02.2024 12 Os 130/23v
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 15 Os 109/23b
    Entscheidungstext OGH 11.03.2024 15 Os 109/23b
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 14 Os 89/23d
    Entscheidungstext OGH 18.03.2024 14 Os 89/23d
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 12 Os 91/24k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2024 12 Os 91/24k
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 15 Os 122/24s
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 122/24s
    vgl; Beisatz wie T3
  • 15 Os 95/24w
    Entscheidungstext OGH 09.12.2024 15 Os 95/24w
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 13 Os 105/24a
    Entscheidungstext OGH 22.01.2025 13 Os 105/24a
    vgl; Beisatz wie T3
  • 15 Os 114/24i
    Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 114/24i
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 15 Os 17/25a
    Entscheidungstext OGH 26.03.2025 15 Os 17/25a
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 13 Os 83/25t
    Entscheidungstext OGH 24.09.2025 13 Os 83/25t
    vgl; Beisatz wie T3
  • 12 Os 126/25h
    Entscheidungstext OGH 10.12.2025 12 Os 126/25h
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 14 Os 131/25h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2026 14 Os 131/25h
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 12 Os 37/26x
    Entscheidungstext OGH 28.04.2026 12 Os 37/26x
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3
  • 15 Os 36/26x
    Entscheidungstext OGH 11.06.2026 15 Os 36/26x
    vgl; Beisatz wie T3
  • 15 Os 13/26i
    Entscheidungstext OGH 15.07.2026 15 Os 13/26i
    vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129606

Im RIS seit

26.09.2014

Zuletzt aktualisiert am

01.09.2026

Dokumentnummer

JJR_20140811_OGH0002_0170OS00013_14M0000_001

Entscheidungstext 13Os24/16b

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

13Os24/16b

Entscheidungsdatum

06.09.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 6. September 2016 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kirchbacher als Vorsitzenden sowie die Hofräte und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Lässig, Mag. Michel, Dr. Oberressl und Dr. Brenner in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Jülg als Schriftführer in der Strafsache gegen Dr. Reinhard B***** wegen des Vergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt nach Paragraphen 15, 269, Absatz eins, StGB, AZ 13 Hv 13/15x des Landesgerichts St. Pölten, über den Antrag des Verurteilten auf Erneuerung des Strafverfahrens nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Antrag wird zurückgewiesen.

Text

Gründe:

Dr. Reinhard B***** wurde mit Urteil des Landesgerichts St. Pölten vom 7. Juli 2015, GZ 13 Hv 13/15x-45, des Vergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt nach Paragraphen 15, 269, Absatz eins, StGB schuldig erkannt und zu einer bedingt nachgesehenen Freiheitsstrafe von fünf Monaten verurteilt.

Mit Urteil vom 10. November 2015, AZ 19 Bs 250/15a, gab das Oberlandesgericht Wien der Berufung des Angeklagten wegen Nichtigkeit sowie gegen die Aussprüche über die Schuld und die Strafe nicht Folge.

Gegen beide Entscheidungen richtet sich der Antrag auf Verfahrenserneuerung, mit dem der Verurteilte Dr. Reinhard B***** einen Verstoß gegen das Gesetzlichkeitsprinzip des Artikel 7, Absatz eins, MRK auf Grund willkürlicher Anwendung des Strafgesetzes sowie gegen die Unschuldsvermutung des Artikel 6, Absatz 2, MRK geltend macht. Überdies behauptet er unter dem Aspekt des Artikel 6, Absatz eins, MRK eine Verletzung der Begründungspflicht.

Rechtliche Beurteilung

Für einen – wie hier – nicht auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gestützten Erneuerungsantrag, bei dem es sich um einen subsidiären Rechtsbehelf handelt, gelten alle gegenüber dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte normierten Zulässigkeitsvoraussetzungen der Artikel 34 und 35 MRK (15 Os 115/14x) sinngemäß.

Dem Erfordernis der Ausschöpfung des Rechtswegs wird entsprochen, wenn von allen effektiven Rechtsbehelfen (also solchen, die eine wirksame Beschwerde im Sinn des Artikel 13, MRK darstellen, Grabenwarter/Pabel EMRK5 Paragraph 24, Rz 168) Gebrauch gemacht wurde (vertikale Erschöpfung) und die geltend gemachte Konventions-verletzung zumindest der Sache nach in Übereinstimmung mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften im Instanzenzug vorgebracht wurde (horizontale Erschöpfung; RIS-Justiz RS0122737 [T2, T13]).

Da somit Erneuerungsanträge gegen Entscheidungen, die der Erneuerungswerber im Instanzenzug anfechten kann, unzulässig sind, war der gegen das Urteil des Landesgerichts St. Pölten vom 7. Juli 2015, GZ 13 Hv 13/15x-45, gerichtete Antrag schon deshalb zurückzuweisen (RIS-Justiz RS0122737 [T40, T41]).

Zum Vorbringen in Ansehung des Urteils des Oberlandesgerichts Wien:

Weil die Opfereigenschaft nach Artikel 34, MRK nur anzunehmen ist, wenn der Beschwerdeführer substantiiert und schlüssig vorträgt, in einem bestimmten Konventionsrecht verletzt zu sein (Grabenwarter/Pabel, EMRK5 Paragraph 13, Rz 16), hat auch ein Erneuerungsantrag nach Paragraph 363 a, StPO deutlich und bestimmt darzulegen, worin eine (vom Obersten Gerichtshof sodann selbst zu beurteilende) Grundrechtsverletzung im Sinn des Paragraph 363 a, Absatz eins, StPO zu erblicken sei (RIS-Justiz RS0122737 [T17]). Dabei hat sich der Erneuerungswerber mit der als grundrechtswidrig bezeichneten Entscheidung in allen relevanten Punkten auseinanderzusetzen und – soweit er (auf Grundlage der Gesamtheit der Entscheidungsgründe) nicht Begründungsmängel aufzuzeigen oder erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit getroffener Feststellungen zu wecken vermag – seine Argumentation auf Basis der Tatsachenannahmen der bekämpften Entscheidung zu entwickeln (RIS-Justiz RS0125393 [T1], zuletzt 12 Os 154/15m).

Unter dem vom Antragsteller angesprochenen Aspekt des Artikel 7, Absatz eins, MRK prüft der Oberste Gerichtshof – soweit hier von Interesse – eine Verurteilung dahin, ob hiefür im Tatzeitpunkt eine ausreichend klare (materielle – vergleiche Grabenwarter/Pabel, EMRK5 Paragraph 24, Rz 134) Rechtsgrundlage bestand und diese ausreichend vorhersehbar und zugänglich war vergleiche RIS-Justiz RS0126841; 17 Os 13/14m mwN). Überdies darf das jeweilige Strafgesetz nicht unvertretbar oder willkürlich angewendet worden sein vergleiche Thienel in Korinek/Holoubek, Österreichisches Bundesverfassungsrecht, Artikel 7, EMRK Rz 22; Renzikowski in Pabel/Schmahl IntKommEMRK Artikel 7, Rz 60 jeweils mwN; 17 Os 13/14m). Bei der Willkürkontrolle ist darauf abzustellen, ob die Bestrafung vernünftigerweise vorhersehbar war (Thienel aaO mwN) und die Auslegung des Rechts nachvollziehbar ist (Renzikowski aaO mwN).

Mit dem weitwendigen – im Übrigen unzutreffenden vergleiche US 6 ff) – Vorbringen, das Oberlandesgericht habe nicht erkannt, dass die erstgerichtlichen Feststellungen mangels Konstatierungen über einen konkreten (weiteren) Tatplan des Angeklagten eine Verurteilung wegen des Vergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt nach Paragraph 269, Absatz eins, StGB nicht tragen könnten, wird Willkür im obigen Sinn gar nicht behauptet.

Gleiches gilt, soweit der Erneuerungswerber in der „Nichtberücksichtigung von Paragraph 269, Absatz 4, StGB eine Verletzung von Artikel 7, Absatz eins, MRK“ sieht, hat doch das Oberlandesgericht Wien eingehend und nachvollziehbar dargelegt, warum es das Vorliegen des genannten Rechtfertigungsgrundes nicht annahm (US 8 f).

Weshalb in der Verurteilung des Erneuerungswerbers eine Verletzung der in Artikel 6, Absatz 2, MRK normierten Unschuldsvermutung liege, macht der Erneuerungswerber mit der bloßen Behauptung, er sei verurteilt worden, „ohne dass seine Schuld gesetzlich nachgewiesen wäre“, nicht klar.

Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt aus dem Blickwinkel des Artikel 6, Absatz eins, MRK nur bei willkürlichen oder grob unvernünftigen („arbitrary or manifestly unreasonable“; vergleiche EGMR 20. 9. 2011 Oao Neftyanaya Kompaniya Yukos gg. Russland, Nr 14902/04 Rz 589; EGMR 25. 7. 2013 Khodorkovskiy und Lebedev gg. Russland; Nr 11082/06 und 13772/05 Rz 803; jeweils mwN) Urteilsannahmen vor. Dies ist dann der Fall, wenn die Begründung eindeutig unzureichend, offensichtlich widersprüchlich ist oder eindeutig einen Irrtum erkennen lässt (RIS-Justiz RS0129981). Demgemäß liegt sie nicht vor, wenn die Rechtsansicht des Gerichts bloß mit jener des Antragstellers nicht übereinstimmt (14 Os 92/14g).

Indem der Antrag unter Anführung eigener Auffassungen und Erwägungen die Ableitung der als „willkürlich und grob unvernünftig“ bezeichneten Feststellungen zur subjektiven Tatseite aus dem objektiven Geschehen als unzulässig kritisiert, wird ein im eben dargestellten Sinn qualifizierter Begründungsmangel demnach nicht angesprochen. Das prozessordnungswidrige Vorbringen entzieht sich solcherart einer inhaltlichen Erwiderung (RIS-Justiz RS0124359).

Erneuerungsanträge ohne Befassung des EGMR zielen auf eine Verletzung der MRK oder eines ihrer Zusatzprotokolle ab, sodass sich die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs allein darauf bezieht. Andere Rechtsverletzungen bleiben bei Behandlung dieses Rechtsbehelfs außer Betracht vergleiche RIS-Justiz RS0129606). Solcherart war auf das bloß eine „weitere Rechtsverletzung“ behauptende Vorbringen, das Berufungsgericht habe einem in der Berufungsverhandlung gestellten „Beweisantrag der ergänzenden Einvernahme des Angeklagten rechtsirrig nicht stattgegeben“, nicht weiter einzugehen.

Der Antrag war daher gemäß Paragraph 363 b, Absatz eins, und 2 StPO schon bei der nichtöffentlichen Beratung als unzulässig zurückzuweisen.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E115679

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0130OS00024.16B.0906.000

Im RIS seit

26.09.2016

Zuletzt aktualisiert am

26.09.2016

Dokumentnummer

JJT_20160906_OGH0002_0130OS00024_16B0000_000